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Jüdische Rundschau · 1923-07-10 · Heft 55 (10.7.1923) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 55 (10.7.1923)
Date
1923-07-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Kur Au»lond»ln«er«t« 100»^ V*lut>1u1cW«4 || ,״״, ..,»«•״_ Anzeigenschluß: Dienstag und Freitag nachmittag 4 Uhr. 1 Diil ׳llwl I I J XXVIII. Jahrg. Seha*7ung einer ölft5ntl!<51 * rochillch 0Q81chor.on Holnts'Stiä In Palästina, ,,Gasclsr Progrsmiit.** **י, >9 "*>rf H&: lk sh 4cm Bjtdoro, «Vtert. / •»#11. / alMiica *löhria «iltorui «*׳ t« J54 Ir. 60 pIJICU •Kon. a lJUbb. »ehe. ihtan 7, * Art. ,'02 It. ti'.l. י •’■׳!» t.o. t i=* t!:.25. l0.'.׳f- F mit׳ |r.ch. 0 a»/דד ן ין <| /liVL iiy J ‘*ז״ייך *i' ת © * 5ן■ י Ate# \ (T; ’ O ״T5 ג׳־ W* % y. y ii) ’ ׳ «־*x t j /r;j >4 \\ 4 ״*4־•**!*׳t*M» Vorschläge ©וו den XIM. &ioms£cE&on(*rc§ t» Wir ״eben nachstehend die wörtliche Ucbcrsetzimg der Denkschrift, die vo!1 der Zionistischcn Landes-., exekutive Amerikas der Convention in Baltimore unter- ' brate! und von d:c-:er gebilligt worden ist. Red. (,J. R." Einlcilung Diese Vorschläge sind gegenwärtig nicht Gegenstand der lanistisclicn Diskussion. Wir liofien jedoch, daß sie nicht pißvcrdiindlich als akadcmisdie Kritik aufgefaßt werden. Es gt von höchster Wichtigkeit, dal) sic zur Basi! der Ver-!unülimgen aut dem Karlsbader Kongreß werden. Die Zionistische Organisation von Amerika, welche diese Zusammenfassung verlegt, hat eine Erfahrung von zwei Jahren irestrengtester Arbeit ihr den Keren Hajessod hinter sielt. Sie hatte “ferner Gelegenheit, gewisse Gesichtspunkte in bezug juf den Verkauf palästinensischer Wertpapiere zu gewinnen. Sie hat eine Propaganda zugunsten der Privatinitiative in Pajästina entfallet, wir waren allerdings nicht in der Lage, unsere Methoden zu erproben, denn der Druck der Rufe aus Palästina nach unmittelbarer Hilfe standen einer normalen Erfahrung im Wege. Angesichts dieser Notlage erforderte cs einen kräftigen Widerstand und grolle Ansdauer, die Gesehlosscnhcit der Organisation zu wahren. Unsere Erfahr״«- oen der verflossenen zwei Jahre sind cs, die die Veriassung dieser Vorschläge crmöglidit haben. Wir hoffen, daß unsere Gesinnungsgenossen ihnen ein williges Ohr leihen werden ohne Vorurteil oder parteiische Eindellung. Der Text der Anträge soll nicht als starr oder unveränderlich angesehen werden. Die Vorschläge soljcn nach ihrer Gute diskutiert werden, so daß, wenn dann der XIII. Zionistenkongrett Zusammentritt, die Delegierten Anschauungen vorfinden sollen, die durch eine gründliche Diskussion auf Grund eines klaren Verstehens der vor uns stehenden Pro blcinc gewonnen wurden. Unterbreitet von der Zionist. Organisation Amerikas I. Die Jeivisli Agency Im Paläsfinämamlat ist ausgesprochen, cfaß die Zionistische Organisation in ihrer Eigenschaft als Jewish Agency ernst- ,Wie Anstrengungen machen wird, andere niditbeteiligte jütiisdie Kräfte, die für den Aufbau Palästinas arbeiten, in sie hincinzuzicUcn. Das bedeutet den praktischen Teil unserer politischen Errungenschaft. Das Palästinamandat anerkennt eine organisierte Judenheit, die durd: ihre Vertreter für dio Errichtung des Jewish National Home wirkt. Die Zionistische Organisation hat vermocht, ein allgcmeines jüdisches Interesse für Palästina zu wecken. Von T ag zu Tag nimmt dieses Interesse zu. Aber die Kraft^ der Zionidiscl.’cn Organisation deckt sich nicht mit der Gesamtheit des jüdischen Interesses für Palästina. Alle schaffenden jiidischcn Kräfte für Palästina sind nicht in der Zionistischen Organisation mit einbegriffen. Das muß als eine Tatsache anerkannt werden. Ke Karlsbader Konferenz 1922 hat, als sie äch für die Zusammenberufung eines jüdischen Weltkongresses für Palästina entschied, diese Tatsache anerkannt, und mit ihren Folgen gerechnet. Das Zusammciitrcten des jüdischen Weltkongresses in der jetzigen Zeitenochc wird ernste Schwierigkeiten bereiten. Wenn nämlich solch ein Kongreß stattfinden sollte, müßte er zu einer starken Realität gemacht werden und nicht ein Scheinkongrett oder bloße Demonstration sein, Er müßte die orgamverte Stärke der positiven Faktoren im jüdischen Leben darstellen, die am Aufbau Palästinas interessiert sind. Schnell und übereilt zu handeln, würde für die Schaffung eines wahren jüdischen Kongresses, der die dauernde Verantwortung für den Palästinaaufbau zu übernehmen faltig jein sollte, Verhängnisvoll sein. Um die gegenwärtige offene Abneigung, mit der 7-ifmistischcn Organisation zusammenzuarbeiten, zu überwinden, miisseii ausgiebige Verhandlungen, Konferenzen, Schlichtung von Gegensätzen stattfinden. Eine allgemeine Verständigung ttmß erreicht werden, bevor der erste grundlegende Schritt 11■f das Zusammentreten des jüdischen Weltkongresses unterlammen wird. Es würde für den Erfolg des Kongresses von groüetii Werte sein, wenn man vor seiner Einberufung eine Ubcicinstimnumg hinsieht'icJt seiner Form und Organisation Erzielen könnte. Dies kann in keiner besseren Weis; gefördert "erden als durch die sofortige Einbeziehung jener Gruppen in d:e Vcrwaltungsfonnen der Jewish Agency. Wie die Dinge heute liegen, wird der Zionistenkongreß ״ieht :11 der Lage sein, eine derartige repräsentative Jewish Agency zu wählen. Die Maschinerie des Zionisienkongresses ist für ein so schwieriges Stück organisatorischer Arbeit nicht iReignet, Der Kongreß könnte nur den ersten Schritt machen, ijwicm er eine vorbereitende Kommission ernennte, welche >1״׳ zu befragen hätte, bevor sie in Aktion tritt, aber ein Autsthuh von zwei Jahren könnte die Frage der Kompetenz der Zionistischen Organisation, die Funktionen der Jewish_Agency ",hksan» auszuüben, aufrollcn. Eine jüdische Einbei'sfront *st feh unverzüglich notwendig, im Interesse unserer größeren Palästina-Unternehmungen, ebenso wie für die Wahrung Unserer erworbenen Stellung als Jewish Agency. Wir empfehlen daher, daß, während die zionistische Exekutive ihre Schritte für die Ermöglichung des Zusammentritles des jüdischen Weltkongresses für Palästina fortsetzt, der Zionistenkongreß der Zionistischen Exekutive Vollmachten für die sofortige Bildung der Jewish Agency gibt, die die Exekutive instand setzen, zur Mitgliedschaft der Jewish Agency Vertreter solcher jüdischen Organisationen oder Gruppen eiitzuladcn, die am Aufbau des jüdischen Paläslina interessiert sind, oder interessiert werden können. , Bk• Einzelheiten des Planes für die Organisierung der jewish Agency sollen von der Zionistischen Exekutive äugte- 8'heilet werden. Wir glauben, daß eine Forme! gefunden ',,,erden kann, die in hohen! Malte die Interessen der Zio- «:Tschf״ Organisation sichert. Nach vorhergehenden Ver- Hndimigen wird eine Konferenz von Vertretern der am Aulbw von Palästina interessierten Organisationen und Gruppen *1״berufen. Diese Konferenz soll nicht mehr als di« eine älftc der Mitglieder des Exekutivkomitees der Jewish Agency! w ältieit. ׳ Die andere Hälfte besieht aus'den Mitgliedern der Zionäslischen Exekutive. Die zionistischen Mitglieder des Exekutivkomitees sind dem Zionistenkongreß verantwortlich die von der Konferenz der jüdischen• Organisationen und Gruppen gewählten Mitglieder sind verantwortlich der Körpersclinft, die sie gewählt ‘hat. Das Exekutivkomitee der Jewish Agency handelt’ durch einen Vertreter, der seinen Sitz in Palästina hat. Es ist unmöglich, ein wirksam tätiges Exekutivkomitee der Jewish Agency zu bilden, u’cnh es ׳nicht mit finanziellen Mitteln ausgestattet wird. Ohne ein Fiuanzinstnunent ist cs ,machtlos ‘und kamt auf die Lage in Palästina keinen Einflu!) nehmen. Es wäre nicht imstande, sich eine Autorität zu schaffen und sie aufrcditzucrhaitcn. Es ist daher ratsam, dem Exckutiv-Koniitec der Jewish Agency die Verwaltung der Gelder des Keren Hajessod in Palästina zu übertragen. Die Mitglieder der Zionistischen Exekutive sollen vom Kongreß als die zionistischen Direktorcu des Keren Hajessod gewählt werden, und man soll einen Weg finden, daß die andern Mitglieder des Exekutiv- Komitees der Jewish Agency den Rest der Mitgliedschaft des Direktoriums des Keren Hajessod darstcllcn können. Dadurch wird das Exekutiv-Komitee identisch mit dem Direktorium des Keren Hajessod. Eine Zusammenarbeit in dieser oder ähnlicher Form bis zum Zusammentritt des Weltkongresses oder des nächsten Ziouistciikongrcsscs wird uns eine Erfahrung geben, die die Richtlinie■ für unsere künftige Handlungsweise vorzcichnen könnte. Der Zionistenkongreß, der nach zwei Jahren zusammentritt, oder ein außerordentlicher, zu diesem Zweck cinbcnifencr Ziomste/ikongreß wird dann eine Erfahrung vor sich haben, die ihn instand setzt, die endgültige legale Einsetzung der Jewisl! Agency vorzunchmcn, II. Zionistische Organisation I, Der Zionistenkongreß. Der Zir.ni :tenkangreß irt die oberste Körperschaft in zio* nistischen Angelegenheiten und entscheidet in allen Fragen. Seine Entscheidungen sind bindend für alte Landes- und Sonderverbände und für die Exekutive. Er ist unsere große internationale Tribüne, der Resonanzboden der zionistischen Gedanken und Ideale und die oberste Autorität in unserer Bewegung. Im Interesse der Sache, der er dienen will, muß der Zionistenkongreß jedoch den Körperschaften, die er cinsctzt oder wählt, Macht übertragen. Er tritt einmal ln zwei Jahren zusammen und kann nicht erwarten, ständig die Tätigkeit der von ihm gewählten Vertreter zu beeinflussen. Die Mcimmg, daß der Geist der Demokratie verletzt wird, wenn der Kongreß Einzelheiten der Ausführung oder der Verwaltung an Komitees oder Ausschüsse überläßt, ist ein Mißverständnis des Sinnes der!Demokratie. Der Kongreß ist eine gesetzgebende Körpcrschaft, der die Richtung der Politik unsc rer Bewegung fcstlegt und der seine Inspiration von dem umnitlclbarcn Einfluß des jüdischen Volkes empfängt; aber um ihn davor zu bchütc11( seinen Sinn zu verlieren, indem er eine Kontrolle über eine Tätigkeit beansprucht, für die er unter den obwaltenden Umständen nicht direkt verantwortlich gemacht werden kann, ist cs wünschenswert, daß breite Voiimaditcn seinen verwaltenden und ausführenden Organen gegeben werden. Wenn der Kongreß nicht seine Popularität und Autorität in der jüdischen Welt verlieren will, dann muß er für sich die Funktion reservieren, die allgemeine Politik zu bestimmen, Rückschau zu halten und Erkiärrmgen ab/iigebcn imd die Exekutive zu wählen, die seine Poiifik’und Erklärungen durchführt. Wenn dies nicht verstanden und danach gehandelt wird, ohne theoretische oder formelle Vorbehalte, dann wird die zionistische Demokratie ein Scliiagwort für sentimentale Posen und Phrasenspiderei, während wir in der Praxis ztrni andern Extrem gelangen, ln dieser Beziehung wie in allen andern müssen wir eine mecl'.nnisciie Nachahmung vermeiden. Wir müssen die Unitiogiichkcit erkennen, daß der Kongreß alle Aufgaben eines ständig tagenden Parlamentes erfüllt. Wenn vvir darauf bcdacht sind, die Demokratie unserer Bewegung zu erhalten, müssen wir den Zionistenkongreß Funktionen Vorbehalten, die er wirklich unter den Umständen des jüdischen Lebens ausziiübcn imstande ist, und ihm nicht Verpflichtungen aufbürden, welche er, wie wir voraus wissen, nicht erfüllen kann. II. Die Zionistische Exekutive Die Zionistische Exekutive soll der Geschäftsführer des zionistischen Kongresses sein, bevollmächtigt, dessen Politik diirchzuführcn und in Abwesenheit des Kongresses als Repräsentant der Zionistischen Organisation zu handeln. Die Exekutive bereitet alle allgemeinen Pläne vor, und läßt sie ausfiihren. Sie schuldet dem Kongreß Rechenschaft über die Verwaltung der zionistischen Angelegenheiten. Sic kamt abbe:ulen werden, aber solange sic im Amte ist, hat sic die Freiheit, innerhalb der ihr erteilten Vollmachten nach ihrem besten Wissen und Gewissen zu handeln. Eine Exekutive, die mit einer komplizierten Situation, mit wechselnden Vorhältnissen zu tun hat, kann nicht eine vollständige Marschroute im voraus vom Kongreß ausgearbeitet bekommen, der nach seiner Vertagung gar nicht in der Lage ist, neu ent-?teilende Bedingungen zu prüfen. Wenn die Exekutive nicht ihre Verantwortung fühlt, und weiß, daß sic erst nach ausgelahrter Tat der Kritik des Kongresses unterliegt, muß ihre Poliiik verworren und schwankend werden, Hanit in Hand mit Verantwortlichkeit muß Autorität gehen. Die Zionistische Organisation führt ihre Arbeit an zwei Fronten. Im Golus ist ihre große Aufgabe die Erweckung des jüdischen Bewußtseins, die Propaganda der zionistischen Ideen, die Schaffung von gefühlsmäßiger und praktischer Anteilnahme an Palästina, die Sammlung von Geldern naüonaka Charaktere / für Palästinazwcckc. Dies ist die spezifische Aufgabe der Zionistischen Exekutive im Galutli, Auf der andern Seile, in Palästina, ist sie die Jewish Agency. Die Arbeit dort soll unter ucr Aufsicht und Kontrolle ues Exekutivkomitee* der Jewish Agency geführt werden, von dein die Zionistische Exekutive nicht weniger als die Hälfte der Mitglieder darstcllt. Obwohl von ‘vielen Gesichtspunkten es wünschenswert wäre, daß der Sitz der Jewish Agency in Palästina wäre, gibt cs doch praktische Schwierigkeiten, die wir anerkennen und würdigen müssen. Die Macht der Jewish Agency kann derzeit nicht nach Palästina übertragen werden, denn sie stützt sich auf die Kraft des ganzen jüdischen Volkes, auf die Millionen von Juden, die über alle Länder verstreut sind. Die Verlegung des Sitzes der zionistischen Zentralbehörde nadi Palästina zu , dieser Zeit würde ernstlich das Gleichgewicht zwischen Golus und Palästina stören. Um wirksame Arbeit in Palästina leisten zu können, darf die Zionistische Exekutive oder das Exekutivkomitee der Jewish Agency nicht von der Arbeit in Palästina völlig absorbiert oder mit den Stellen, die diese Arbeit zu leisten haben, identisch werden. Sie muß die ganze jüdische Welt im Auge behalten. Die Zionistische Organisation mul die Jewish Agency sind die Retorten, durch die die Gefüllte der Juden im Galutli nmgcsclimolzcn werden in Linrichtiingen des jüdischen Lebens in Palästina. Es ist also notwendig, daß der Sitz der Zionistischen Exekutive gegenwärtig außerhalb Palästinas bleibt; •and wenn er außerhalb Palästinas ist, gibt es sicherlich keinen für unsern Zweck geeigneteren Ort, als die politische Hauptstadt des britischen Reiches. Wie der Zionhtenkonkreß das Werkzeug der Gesetzgebung ist, durch dessen Einwirkung die Politik vereinheitlicht und alle beteiligten Elemente zu einer loyalen Zusammenarbeit gezwungen werden, 80 ist die Exekutive das Werkzeug der einhcitlich geleisteten Tätigkeit, durd* die alle beteiligten Personen oder Institutionen gebunden werden. Die gegenwärtige Situation ist sicherlich abnormal. Das Bestehen von zwei Exekutiven, die eine in Palästina, die andere in London fördert nicht eine stabile zusammenhängende Politik der Tätigkeit weder in noch außerhalb Palästinas. Es soll ׳eine homogene Exekutive geben, die ihre .Tätigkeit urkundlich fcstlegt, ihren Willen und ihre Absicht in formaler und legaler Weise verzeichnet, und dieser Wille muß alle ihre Mitglieder bei ihrer Tätigkeit binden. Die Erhaltung einer solchen Exekutive erfordert, daß disseihe Maß von Autorität und Verantwortlichkeit bei der Ein- Setzung des Vertreters der Jexvish Agency in Palästina bcachtet wird. Dieser Vertreter wird von dem Exekutiv-Komitee der Jewish Agency gewählt oder ernannt. Er leitet und verwaltet die Ausgaben des Keren Hajessod in Palästina. Er wird unterstützt von Verwaltungsbeamten. Er ist der diplomatische Beamte der Jewish Agency. Um. die Zusammenarbeit mit der jüdischen Bevölkerung Palästinas, mit den zionistischen Institulioncn dort, mit verschiedenen jüdischen Wirtschaftsunternclnmmgen usw. zu erleichtern, setzt der Vertreter einen Beirat ein, in welchem die im Waad Leumi organisierte Judenschaft, die Arbeitergruppen, die Kolonisten, die Leiter der zionistischen Institutionen und die Leiter der erwähnten Wirtschafts-Untcrnehmungen einen Sitz bekommen. Der Vertreter berichtet periodisch dem Exekutiv-Komitee in London und berät sich mit inrn in allen wichtigen Fragen der allgemeinen Politik. Um eine arbeitsfällige Exekutive zu haben, jst es notwendig, ihre Zahl zu beschränken. Eine große Exekutive wird zu schwerfällig für entscheidendes Handeln. Sie muß auch dämm in der Zahl beschränkt werden, um ein arbeitsfähiges Exekutiv-Komitee der Jewish-Agency zu schaffen. Nach unserer Meinung genügen 5 Mitglieder für die zionistische Exekutive: ein Präsident, ein Leiter des Finanzressorts, ein Ressortchef des Keren Hajessod, ein diplomatischer .Vertreter und ein Propagandaclicf. III. Der Keren Hajessod Der Keren Hajessod war nach der ursprünglichen Auf.- fassung als ein Fonds für Kolonisation und Immigration ge’• dacht. Die Bemühung, alle GcsiciiL.punktc für diesen zentralen nationalen Ponds zu gewinnen, verbreiterte seine Gedanken, und schließlich erschien er in der Propaganda als der umfassende Fonds, der alle palästinensischen Unternehmungen cinschlicßt, die bei liberaler Auffassung als ihrem Zweck nach national angesehen werden können. Er sollte der Fonds perdu ebenso sein, wie der Fonds für gewinnbringende Unternehmungen wirtschaftlichen oder finanziellen Charakters. Er sollte also tatsächlich für alle Aktionen in Palästina, welche der zionistische Kongreß beschließt, benützt werden. Er war also in der Theorie unbeschränkt, in der Praxis aber hatte er den größten Teil seines Einkommens für die festen Bedürfnisse <fcr be-' stehenden Institutionen hemigeben. Der Rest seines Einkornmens wird für Kolonisation ansgegeben, und ab und zu macht er einen Abstecher in der Richtung von Investments z. B. die Hypothekenbank. Der Keren Hajessod war nicht imstande, sich den wesentlichen Verpflichtungen, für die er ursprünglich gedacht war, an zu passen; Die Grundlagen einer natürlichen normalen WirtscJiafts- Ordnung in Palästina — unter Vermeidung von radikalen o.k, «״erprobten ökonomischen Theorien als entscheidenden Fakta - sind in einer gesunden sieh selbst erhaltenden Landwirt schal zu finden. Diese Auffassung herrscht seit Beginn der zi > nistischen Tätigkeit in Palästina. Der individuellen Initiativ kann cs überlassen bleiben, die Möglichkeiten für Handel un Industrie zu entwickeln, sobald die erste Schicht eines laut: wirtschaftlichen Lebens geschaffen worden ist. Wir arbeite unter Nachteilen, die andere Völker nidit haben; wir habe! cs zu tun mit einem Oohisvolk, das durch Jahrhunderte von Boden losgelöst war. In Palästina lioffcn wir einen jüdischer Typus ZU erzeugen, der von der RodenproduhEon seinen Um tcrJ1a.lt findet. Wenn wir die Grundlage des jüdirrli-nntionalcn Heimes legen wollen, müssen wir für paHstnn d.v.temrre besorgen, wovon wir nicht annehmen können, da!; der einzelne «owi« iha du Golus gemacht hat, es ihr sGi sel>1־ ten wird.

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