Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 55 (10.7.1923)
- Date
- 1923-07-10
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Daher begrüßt es der Zionistcm.ig, daß ilcr Finanz-und Wirtschaltsrat ans diesem Cmmdc dem A.C. cjn Budget auf insgesamt LstrL 358 00 vorgclegt hat, wovon Lsirl. 80000 zur Abtragung der alten Schuld bestimmt sind. Der Zionistentag warnt eindringlich davor, daß Budgetnoden ohne Rücksidit auf die Eingänge auf Grund der früheren PutclvsduuUseingänge erhöht werden, wie das beim letzten Kongresse geschehen ist. 7. Der Ziomstcntag nimmt mH Befriedigung Kenntnis von den im Organisationsapparat durchgeführten Ersparnissen und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die Exekutive auf diesem Wege fortschreiten wird. g. Der Zionistentag h-'ilt es fiir notwendig, daß die von der palästinensischen Regierung verfügten Einschränkungen der Einwanderung aufgehoben werden und die Regelung der Alij:»h der Zionistischen Organisation übertragen wird, welche die nach Maßgabe der wirtschaftlichen Verhältnisse im Lande jeweils eventuell notwendigen Einschränkungen selbst verfügen »oll y. Der Zionistentag hält es fiir notwendig, daß der Aufbau Erez-Isracl durch wirtschaftliche Unternehmungen unterstützt werde, vor allein durch Ausgestaltung der zionistischen Banken, Undcinkaufsgcscllschaft, der wirtschaftlichen Arbeiterinstitutionell und durch Gründung von Industrie und Handels- Unternehmungen, Anträge der Palästina-Kommission angcnominen, und JUEDISCHE RUNDSCHAU ie Zionistischen Ortsgruppen die Schekelvertrauensleute! II. Besondere auf die Landesorganisation bcziigliche Resolutionen.!0. Der Zionistentag macht es einem jeden knpitnlskräftigen Zionisten zur Pflicht, Kapital in palästinensischen Unternehmungen zu investieren. fl, Der Zionistentag verpflichtet alle Ortsgruppen, ihre Mitglieder systematisch über <3c!1 Fortgang der Arbeit in I>alästiha zu Informieren. Er verpflichtet weiter einen jeden Zionisten, der eine Gelegenheit lut, nicht zionistische Juden über Palästina, sei es im Wege der Presse, von Vereins- Verträgen oder sonstwie zu informieren, diese Gelegenheit m ergreifen. 12. Der Zionistcnta״ hält ständige Verkaufsausstellungen der palästinensischen, kunstgewerblichen Institutionen in den größeren jüdischen Zentren der tschechoslowakischen Republik für wünschenswert und durchführbar. Er fordert die Leitung der Landesorganisation auf, in dieser Richtung weiter tätig m sein und appelliert an die Leiter der betreffenden paLHstinonsischen Institutionen, den diesbezüglichen Vorschlägen mehr entgegennikommcn als bisher. E. Hachscharah and Uijah 13. Der Zionistentag beauftragt das Exekutivkomitee, die größte Aufmerksamkeit der Ausbildung der Chaluzim und Chaiuzoth zu widmen und verlangt die Durchführung folgender Projekte: a) Die Gründung einer landwirtschaftlichen Lchrfarm, b) Erwerb von Freiplätzen in den öffentlichen Gewerbeschulen, c) Schaffung von Ausblldungsmöglidikdten für Chaluzoth, und zwar Errichtung von Näh- und Kodikurscn usw., d) Erriclitung von Lehrlings- und Gcseilenhcimcn. 14. Der Zionisten tag verpflichtet eine jede Ortsgruppe, für die Ausbildung und Ausrüstung mindestens eines Chaluz in einer von der Palastinakoanmission im Einvernehmen mit dem Clialuzvcrbnnde für die tschcdiosloakischc Republilk zu bestimmenden Reihenfolge zu sorgen. 15. Der Zionistentag bewilligt ein Budget von Ke. 45 000 für die Aiijah, Kc, 60000 für die'Hachscharah tu der tschccho* slowakischen Republik und eine monatliche Subvention von Kc, 200 für den CtiaUtzverband. Bemerkung: Die Posten sind exklusive der vom־ letzten Zionistentag bewilligten Kc. 24000 als Budget für das Palästinaamt. Ein interview des ,,Daily licrald‘‘ mit Br. Welzmann.. London (J.C., B,). Das Organ der englischen Labour Party ״Daily Herald“ bringt ein Interview mit Dr. Weumann nach seiner' Rückkehr aus Amerika. Dr. Welzmann sagte, cs werde unter den Arabern eine verletzende Propaganda betrieben, die an deren fanatische Instinkte appelliert und die antizionistischc Propaganda in der englischen Presse ermuntere die Araber Obstruktion zu treiben. ״Ich bin aber sicher", sagte Dr. Weiztnann, ״daß das Leben und die ökonomischen Bedingungen stärker sein werden als die künstlichen Grenzen, Es werden Berührungspunkte gefunden werden und die Zuummenavbeit wird Fortschritte machen.“ Dr. Wcizmaim schildert die gegenwärtige Lage in Pa-!ästina und die von der Zionistischen Organisation vollbrachten Leistungen. Er sagte, es sei die feste Absicht der Juden mit den Arabern zusammenzuarbeiten, um Palästina als ein den Juden und Arabern gemeinsames Land aufzubauem ״Die amerikanischen Juden״, sagte Dr. Wcizmann, ״sind mit geringen Ausnahmen bestrebt, beim Aufbau Palästinas mit Geld zu helfen. Ich habe dort 500 000 Pfund gesammelt. Das ht aber nur eine Angabe. Wir benötigen in Palästina stabile Verhältnisse und Fernhalten fremder Agitationen, damit beide Nationen in Friede und Eintracht Seite an Seite arbeiten können. Wir bitten hierdurch dringend darum, di« SchekelcniiaaluK«, fär wclcho an viele» Orten noch lange nicht rJio in Betracht kom.ncndoh Poraouen erfaßt «ind, weiter fortzunetzen, damit durch das Endergebnis wirklich auch zahlenmäßig dis Starke der Z. V. f. D. in Erschcinung tritt. Nach Beendigung der Sammlung »Ind »Smttiche Schekelblocks an uns zurückzunchickcn. Die noch eingezogenen Schekolitn bitten wir auf unser Postscheckkoato Berlin 8091 zu überweisen. Zioais'lisclio Vcrcraigtmg» för Deutschland Berlin W15, Sächsische Str. 8. JJussein wird nlclii unterzeichnen? J e r u s a 1 c m (J. C. B.). Der J, C. B.-Corrcspondcnt batte ein Interview mit Mitgliedern der palästinensisch-arabischen Exekutive, die erklärten, in den »u f Palästina bezügliehen Punkten des Hedsdias-Vcrlragcs nicht nachgeben zu wollen. Falls Groübiitanicn den von König Hussein zu Gunsten der palästinensischen Araber vorgcsdilageneu Aendcrtmgen nicht zustimmt, werde König Hussein den Vertrag nicht unterzeichnen und die Araber im Hcdschas, Mesopotamien, Transjordanien werden cs abklineii, länger mit Großbritanien zusammen zu arbeiten. Muss Kazftn Pascha droht London (J,C, B,). ״Daily Expreß“ bringt ein Interview mit dem Präsidenten des palästinensischen arabischen Kongrosses Musa Kazim Pascha el Hussein. Musa Kazim Pascha ist mit den auf Palästina bezüglichen Punkten, in dem zwischen Großbritanien und dein König Hussein vom Itedscha* vorgeschlagenen Vertrage sehr unzufrieden und erklärt, König Hussein und König Abdullah von Transjordauicn werden diesen Vertrag niemals annehmen. Ein Artikel der offiziellen Zeitung des Hcdschas ״Elkiblc“, der, wie es scheint, von König Hussein selbst inspiriert ist, stellt Differenzen fest, zwischen dem König Hussein übergebenen Vertrags-Entwurf und dem von der Palästina-Rcgicrung veröffentlichten Wortlaut. Letzterer spricht von der Unabhängigkeit der Araber auf der ganzen ״arabischen Insel“ — ein dichterischer Ausdruck für alle arabischasiatischen Länder, — während letzterer von der arabischen Halbinsel spricht, worunter Arabien verstanden wird. Der Artikel greift audi Sir Herbert Samuel heftig,an. Die Regierung treibe die Araber zum Wahnsinn, sagt Musa Kazim Pascha, und die Führer fürchten, sie werden das Volk nicht beruhigen können. Metullah in der neutralen Zone? Jerusalem (J. C. B.). Es heißt, daß ein Teil des Bc:irke$ Metullah innerhalb der französischen Zone verbleiben ft'ird. Es wird eine neutrale Zone zwischen Syrien und Pabslinj eingerichtet werden und es ist wahrscheinlich, daß die jüdische Kolonie Metullah in der neutralen Zone liegen wild. Der Gouverneur von Haifa, Colonel Symes, verhandelt gegen- *artig mit den französischen Behörden über diesen Gegenstand. Die palästinensische Gendarmerie Jerusalem <J. C. B.). Vertreter des Waad Lcurni protestierten beim Zivilsekretär der palästinensischen Regierung Reuen die neue Verordnung, daß die palästinensische Gendarmerie aus 100 Arabern und 50 Juden bestehen *01 Diese Verordnung verletzt die getroffene Vereinbarung, daß die Gendarmerie aus einer gleichen Zahl luden und Arabern bestehen 803. AaSrul! ln alle Freuiklc der indischen Mlcratur und der!Mischen KuKar Vor 25 Jahren erschienen die ernten Aufsätze von Baal M'a ch s ch owes, welcher dazu berufen war, der Ver* künder der jungen jüdischen Literatur zu wenden. Dmals besaßen wir sehr bedeutsame literarische Er״ schcimmgcn, aber keine Literatur. Es gab hier und dort Literaten, es fehlte aber eine literarische Kultur. Man sprach und schrieb jiddisch, olinc allerdings diese Sprache anzuer• kennen und ohne ihre Literatur zu würdigen. Es war nötig, den Kulturmenschen mit der Idee der jüdischen Literatur bc kannt zu machen, welche die Aufgabe haben sollte, die zerstreuten literarischen Erscheinungen zu sammeln, unsere Künstler auf die Hohe nationalen Schaffens zu heben, unser VoLksbcwußtsein aufzuklären, in den Einzelerscheinungen den lebendigen Atem des Gcsamtorganismus zu spüren. All dies verdanken wir Baal-Machschowes’ Ideenarbeit, einer wahren ״Awodath-Hakodesch“, seinem Eintreten iür die jüdische Sprache und die jüdische Literatur, Während seiner 23jährigen Tätigkeit hat Baal-Machschowes die bedeutendsten und geringsten Erscheinungen unserer Utcratur kritisch beleuchtet, hat ständig über unser kirnst kriselte» Besitztum gewacht, und mit wahdtaft europäischem Geschmack und echt jüdischem Gefühl für unsere literarische Tradition die Literatur dem allgemeinen jüdischen Kulturleben eingefügt. ln derselben Zeit hat Baal-Madischowes «inen offenen Blick gehabt für die neuen Schöpfungen unserer Literatur, für ihre Fortentwicklung und hat mit teilnehmender, von edlem Geiste getragener Sympatie beleuchtet, behütet und beschützt die ersten Schritte junger jüdischer Literaten, junger jüdischer Künsüer, Aber damit allein ist die Bedeutung unseres Jubilars für die jüdische Kultur noch nicht erschöpft. Baal-Mach scltowes war nicht mir ein scharfer Beobachter literarischer und künstlerischer Erscheinungen, sondern auch von Lebens- Vorgängen. Er verstand cs, dem Leben die!itemrische Seite abzugewinnen, die Poesie, großer Ereignisse zu empfinden, den Witz und Humor der kleinen Dinge, die Tragik des Alltäglichen in sich aufmnehmen, und hat dadurch den Begriff der Literatur erweitert, indem er Literatur, Kunst und Leben gemeinsam als Grundlage unseres Kulturdascins verband. Im vollen Bewußtsein der Verdienste von Baal-Machsdiowcs um die jüdische Literatur und Kultur, ln ■tiefer Dank׳ barkeit für alles, was er uns allen geleistet, haben wir bc■ schlossen, das Kjährige Jubiläum seiner literarischen Arbeit ihm zu Ehren zu feiern. Wir wenden uns an alle Freunde der jüdischen Literatur und fordern sie auf» sich unserem Jubcltag anzuschficßcn, sei es durch besondere Feiern, sei c» durch Anteilnahme an unserer Veranstaltung, die am 14. Juli 1023 in Berlin »tattfmden wird, Berlin W 30, Luitpoldstr. 40. Im Namen de* Jubiläums-Komrtees zu Ehren von Baal■ Machsehowe» (Dr. I. Öjasdieff) S. Asch. Ch. N, Bialik. D, Bcrgefsohn, S. Dubnoff. D. Einhorn. W ,Latzky-Bcrtoldi. H. Nomberg. I. Ryback. M. SchagaL N. Stitf. Seite 347 Der Vorlall ia Neukölln Wir erhalten folgende Zuschriften: * I. ln Nr. 47 der ״Jüdischen Rund schau" vom 12. Juni kt ein Bericht über ״tek.iml.ilösc Vorgänge bei einer Central• vcrcinsvcrsarttmlii 11g in Neukölln" abgeß ruckt, der in wesentliehen Punkten den Tatsachen widerspricht. Die Orts grupp« Neukölln des Ccntralvcreins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens E. V. stellt dazu folgendes fest: Es entspricht nicht den Tatsachen, daß in der Aussprache ein Angriff auf den Zionismus erfolgt ist. Ein jugendlicher Diskussionsredner hat lediglich in durchaus sadilidier Forti» Wesen 11ml Ziele seiner Organisation ab :׳eg renn gegen di* anderer Jugendbewegungen, darunter auch der ziomüisclien. Während dieser Au-führmigen erschien rin Herr, der nicht Mitglied des C. V. War und keine Einladung erhalten hatte, in der gesdslovenen Mitgücdcrversairunlung der Ortsgruppe und verlangte, in durchaus unparlrimcntarischer Weise nad# Schluß der Diskussion das Wort. Ab es ihm entgegenkom• mcmlcrwcisc wn dem Leiter der Versammlung, llerrn Rab•' bincr Dr. Kantoroivr.lgv, gewilirt amrde. foixicrte der Redner, durch beleidige«׳.fe, den Vorredner persönlich verunglimpfende8 Schärfe seiner Ausfülinmgen die Versammlung heraus, so d.ii? sidi allerdings der Vcr.aminlung sdion während der erste» Worte des Redners eine große Erregung bemächtigte. Fest steht, daß der Leiter der Versammlung den Sprecher wiederholt dringend zur Mäßigung malmte und ihn gebeten hat, den innerjtklbdurn Frieden nicht zu «türen. Trotzt!«!* fißir dieser fort, auch als ihm das Wort nach eines Anfrage an die Versammlung, ob sie ihn noch an hören wolle, schließlich entzogen wurde, in der gleichen maßlos an Weise weiter zu sprechen. Fest sicht, daß der VcrsamnilungsTcitcr wiederholt audi die Versammlungsteilnehmer ermahnte," den Redner trotz *eimi• oft groben Ausfälle in Ruhe aiizuhorcn. Fest stellt ferner, daß der Versaurmhmgslciter keinerlei Anweisung gegeben hat, den Herrn aus dem Saale zu e-nU fernen. Die Entfernung wurde vielmehr von einigen Ver• sammltmgstcilnehmcrn, die durch das Auftreten des Ws» kussionsredners aufs höchste erregt waren, vorgenommen. Unwahr ist die Behauptung, daii die VcrsanimliHtg ״Sorgt trug, ein Protokoll in ihrem Sinne zu redigieren". Ein solche« ist überhaupt nicht von der Versammlung verfallt worden. Unwahr ist ferner, daß die Versammlung sich ״in wüsten Beschimpfungen der ausländischen Juden" erging. Unwahr ist ferner die Schilderung der Entfernung selbst* soweit es sich um Vorgänge im Saale handelt, kann gtr keine Rode davon sein, daß der Herr mit Fußtritten miß* handelt und niedergeschlagen" wurde. Sollten derartige Auv schrcilungcn außeilialb des Versammlungsraumes, die von der Leitung der Versammlung nicht beobachtet weiden konnten, in der Tat vorgekommen sein, so bedauert die Ortsgruppe riickhaltlos diese Vorgänge, kann aber dafür keine Veranü wortung übernehmen. Zugleich stellt die Ortsgruppe mit Bedauern fest, daS die Oetfcntlidikeit durch die u!1rid!ti״e Darstellung irregeführt und der Anschein erweckt wird, als wenn der Leiter der Versammlung ״sich durch die Leitung einer solchen Ver- Sammlung kompromltiert habe“. Es bleibt unverständlich, daft man diesen Vorfall parteipobtrrh auszuschlachten versucht und den Frieden in der Neuköllner Gemeinde dadurch in stellt. Tief bedauerlich ist auch der Schlußsatz des Berichtes, denn die Gemeinde hatte als solche nicht da« Geringste mit der Versammlung zu tun, und der Leiter der Ver- Sammlung hat sein Bestes getan, um den ruhigen Verlaiif der Versammlung sicher zu stellen. Verband Oroß-Berliner Ortsgruppen des Centralverein* deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Ortsgruppe Neukölln, ger. Siglsmuna Simon, 1. Vorsitzender. II. «er Schweizerische Zfonistenverband hielt 3. )uh im Grolkatssnal in Bern seinen 27, Delegiertentag Die .Tagung betaßt« tkh mit des Kongreßprobkmcn. In Nr. 47 der ״Jüdischen Rundschau“ vom 12. Juni 1023 befindet sich in dem Bericht ״Skandalöse Vorgänge bei einer Ccntrafvereins-Versammlung in Neukölln“ folgende, den ״Vtterländischcn Bund jüdischer Frontsoldaten", Berlin, berührende Stelle: ״Auf ein Kommando stürzten sich mehrere Mitglieder des Bundes jüdischer Frontsoldaten auf den Di*״ kussionsredner, schlugen ihn nieder und mißhandelten ihn derartig mit Fußtritten, daß er einen schweren Rippenbruch davoitlrttg.“ «Wir bemerken dazu das Folgende: Die Tatsache, daß in der letzten Zeit deutschvölkischc und nstionalsozialistischc Stoßtrupp!» sogar in geschlossene Mitgliederversammlungen jüdischer Organisationen e!nge* drungen sind (z. ß. 111 Breslau und Erfurt) hat den ״Vaterländischen Bund jüdischer Frontsoldaten", Ortsgruppe Berlin des ,,Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten“, veranlaßt, zu allen Versammlungen jüdischer Org.inisalioncn, bei denen mit dcutschvölkischen Angriffen gerechnet werden kann, auch seine Kameraden zu entsenden. Es ist klar, daß solcher Schutz schon durch die natzungsgemäft festgelegte Neutralität des ״Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten“ sich niemals gegen jüdische Versammlungsteilnehmer kehren darf, gleichgültig־, welcher jüdisch-polnische,1 «oder jüdisch-religiösen Richtung sie angehören. Der ״Vaterländische Bund jüdischer Frontsoldaten" mißbilligt cs daher durchaus, daß dieser Grundsatz von Mitgliedern des Bundes in der Neuköllner Versammlung verletzt worden ist, Er hat Vorsorge gcrtiot'fen, jede Wiederholung solcher Verletzung in Zukunft zu vermeiden. Was den Verfall selbst angolit, 90 bleibt es für d«1 ,,Vaterländischen Bund jüdischer Frontsoldaten" unwesenüidt daß die oben wiedergegebene Stelle des Vcrsammlungsbcriclits in wesentlichen Runden unrichtig oder übertrieben ist. Ef hatte, noch bevor der Bericht erschienen war, den bedatwrliehen Vorlall untersucht und die dabei beteiligten Mitglieder des Bundes zur Rechenschaft gezogen. ' Der ״Vaterländische Bund jüdischer Frontsoldaten" titlet die Sdiriltlcitung der ״jüdischen Rundschau“ um ungekürzten Abdruck dieser. Klarstellung, auf daß nicht die gemeinsam« neutrale körperliche Abwehr unserer deutsdivöllriscnen Gegner durch Mißdeutungen auch nur den geringsten Schaden erleide. In vorzüglicher Hochachtung Vaterländischer Bund jüdischer Frontsoldaten Ortsgruppe Berlin des Rciclnbundcs jüdischer Frontsüd,1te%. Dr. Alfred .Wien« r, 1, Vorsitzender, Anmerkung der Redaktion: Wir bnngen die vorstelvendcn Zuschriften toyafenväse vollinhaltlich zum Abdruck, obwohl insbesondere die Zuschrift des Ccntralvereins weit mehr enthält, als sich unter dem Titel einer Bcriditigung rechtfertigen läßt. Im übrigen glauben wir, «laß jeder, der lesen kann, in4den beiden Zuschriften eine volle Bestätigung der wesentlichen Punkte des von unserem Gewährsmann angegebenen Sachverhalts finden wird. Wie wir von anderer Seite erfahren, hat die Sacht auch bereits gerichtliche Folgen gehabt. Wie immer «kI! der Vorfall bei der Diskussion zugetragen haben möge, wie scharf auch die sadilidicn Gegensätze sein mögen, keinesfalls läßt cs sich׳ rechtfertigen, daß in eitler jüdischen Vcrsammlurif von Juden gegen Juden Brachialgewalt angewcmlet wird I