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Jüdische Rundschau · 1923-07-06 · Heft 54 (6.7.1923) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 54 (6.7.1923)
Date
1923-07-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Die h.jnpfmiUel des Ccntralvercins sind entsprechend unwirksam Jj in unserem Sinne vielfach sdi.'icliidi; lieber Loyalitäts- Versicherungen und dergl, ist liier kaum mehr zu reden; *11 man aber in offenbarer Abhängigkeit von der antfremiti- .;!tu Ideologie neben der staatsbürgerlichen, die nationale Yerkniiptthm der Juden uvi dem deutschen Volk betont, <״f e; bis lifutc verhindert, daß m't Offenheit und NVnlirbnfjigkeit das einzig erstrebenswer.0 Kampfziel durchgeset/t wtr11e11 konnte: unsere Gleichberechtigung als Juden, die Anerkennung uuscie!• Gleichwertigkeit mit unseren deutelten Mitbürgern bei Anerkennung unserer jüdischen Eigenart. Kadi ilncr weiteren Polemik gegen die ,Methoden des Ccntralvercins jommt Redner zu dem Schluß, daß ein Eintritt von /iojisten in den Centralverein nicht in Frage kommen könne. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland hat also den k'ampi gegen den Antisemitismus grundsätzlich vom zionistischcn Standpunkt mit eigenen Kränen zu führen. Sie ];:1111 cs nur, wenn sie stark und der Disziplin ihrer Mitglieder /״viß ist, — ihre Aufgabe wäre cs, in großzügigster Weise j’u Stelle falscher ■ Anschauungen ״einige über das Wesen (jcs Judenhasses und »־,eine ückämphmg zu verbleiten, grobe peile der deutschen Jude:־,heit für einen wirksamen Kampf ju gewinnen, kurz, an Stelle der von anderen erstrebte:! AiomisienniR der Judcnhcit einen zur Fülmv.g jüdischer Außenpolitik fähigen Organismus zu setzen. Außcidem könne ri.ui in Biindnisverhaiuiliiiigcn mit anderen Organisationen, darunter dem Ccntralverein, über gemeinsame Abwehr von Angriffen und die Durchführung gemeinsamer Antklunngst];m11c11 in speziellen Pallen cintrcten. Entweder könnte man die Abwehr den Gemeinden oder Gctncindcverbämlcn übertragen oder die einzelnen Organisationen könnten eine :rtiseüciiparti'ilichc Instanz mit festgesetzten Befugnissen errennen, schließlich wäre eine demokratische Abwehrkonferenz der deutschen Juden möglich, die eine Exekutive zur Durchfiiliruiig ihrer Beschlüsse zu wählen hatte. So״ undenkbar mir eine finanzielle Dnler.dützung des Centralvercins und {,edier Institutionen durch Zionisten augenblicklich erscheint, to wenig wäre gegen finanzielle Beteiligung■ an derartigen wirklich paritätischen und neutralen Institutionen ein/uwenden. 1 Nachdem der Redner die Betätigungsmöglichkelten יי׳זmeinsamer Abvvclirorganisationcn kurz dargestellt hatte, :,mg er auf che von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland allein zu leistende Aufklärungsarbeit ein: Vor allem!.!!:.» offen ausgesprochen werden, was ist. Das Judenprobk..! 1.1 seiner ganzen Schwere ist darznstclicn. Deutlich Ist zu erklären, daß cs innerhalb der Judcnhcit zwei entgegengesetzte Auf* fas'tmgen vom Wesen des Judentums gibt; ö.e Gründe dafür sind historisch zu entwickeln. Das kulturelle, das rationale, das staatsbürgerliche Problem ist zu schildern, unsere Auffassung vom Staat, seinen Pflichten und Rechten darzulcgcn. Unter Ablehnung jeder Vergötzung des Staates, jeder Tendenz Gleichberechtigung als Lohn für eine bcstimmte Gesinnung oder für Wohlvcrlialteu oder gar für die Aufgabe mißliebiger Eigenart zu gewähren, steilen wir uns ganz auf den Standpunkt folgender, auf verschiedenen Dekgiertcnlagcn wiederholten Erklärung: ״Sind wir in unserer Art vom Staate anerkannt, so sind wir ein integrierender Bestandteil des Staatsganzen geworden. Daher glauben wir, daß erst das nationale Judentum in freier Bewegung, in Hingabe am fortschreitenden Leben der Völker und also such des deutschen Volkes teilnehmen kann.“ Unsere loyale Anteilnahme steht also außer Frage; dem einzelnen Zionisten sind keine Grenzen in der Liebe zu dem Gemeinwesen, dem er angchört, gesteckt, in der Staatsbürger* liehen Betätigung keine, außer denen, die ihm Gewissen und 1!Takt verschreiben könnten. Jüdisch-politische Sonderwünsche, wie etwa unsere Forderung der jüdischen Schule, würden uns in Ländern mit starker jüdischer Minorität zu jüdischer Paricibildnng veranlassen; in Deutschland ist die Zahl der Juden zu gering für eine jüdisch-betonte Landespolitik. Wir werden unsere Ansprüche von Fall zu Fall mit den deutschen Parteien zu verwirklichen suchen, die ihrer Ideologie oder Taktik gemäß diese Forderungen zu bewilligen geneigt sind. Im übrigen ist die Stellungnahme zu Fragen der deutschen Politik und zu deutschen Parteien Privatsache und berührt unsere zionistischen Aufgaben nicht. Das werden wir den deutschen Juden und allen Teilen des deutschen Volkes zu erklären Raben, an die wir herankönnen. Vor allein also den Gruppen, die Verständnis für internationale Verbundenheit bei staatsbürgerlicher Treue haben: Zentrum und Sozialdemokratie, Darüber hinaus allen republikanischen Kreisen, gegen die sich ja die antisemitische Reaktion vornehmlich richtet und die im Fall eines Sieges der Reaktion nicht weniger zu fürchten haben als die Jude«. Olfen ist zu sagen, vornehmlich auch beim Abschluß von Abwehrbündiiisscii mit nichtjüdischen Gruppen, daß wir wohl die bedrohte jüdische Gemeinschaft verträten, nicht aber die Juden als Einzelne, und daß es unter uns Menschen aller Auffassungen gäbe, Bürgerliche, Sozialisten mul Kommunisten, Republikaner und Monarchisten, und daß wir ein Bündnis nicht als Gcsinnungs-, aber als SchUksalrgcnosscn erstrebten. Klarheit ist darüber zu schaffen, daß wir keine Judenschutztruppe suchen, sondern im Augenblick der Gefahr selbst unseren Mann sichen wollen, Wir glauben, daß solche Offenheit anerkannt werden wird, zumal cs sich erweisen würde, daß unsere jüdischen Bestrebungen keineswegs den Staat gefährden oder auch nur tangieren und rlcacr nicht den Einzelnen in seiner Staatsgesimmng behindern. Daß gerade zionistisch orientierte Aufklärungsarbeit Aussicht auf Erfolg hätte, dafür dürfte schon der Paläsiinagcdanke mul die jüdische Leistung im lande bürgen. Hier wird der allen sichtbare und verstandliehe Beweis erbracht, daß wir Juden sc'list tnscrc ״anzc. Kraft an die Lösung der Judenfrage zu setzen bereit sind; unser Erfolg würde unsere Fähigkeit zu a'.'.fbr.uen ler Ar!׳,e:i neu bekräftigen, unsere Einstellung zur Arbeit und zur Pro• dulUivlcruiig unseres Volkes könnte 1ms in bisher kaum er• hofften Maile die Sympathien großer Teile der arbeitende« Und prr׳luktivcn Schichten der Völker erringen. An der Diskussion beteiligten sich die Herren Dr, Stieb el, Reich (München), Dr. Moses, Max V.'. Kober, Waldmann, Dr. Franz Ludwig Meyer, Dr. Liebstädter, Dr. H a 1! t k e, Dr. Apfel, Dr. o.T.ly Hirsch, Rechtsanwalt Weiilma n n und Julius Berge r. In einem kurzen Schlußwort setzte sich der Referent mit Angriffen vor allem von seiten des Herrn Jakob Reich (München) auseinander, der positive Vorschläge darüber er- Wartet hatte, was in der gegenwärtigen Gefahr zu tun sei. Er begriffe, daß cs schwer sei, mit dem Geschrei der Münchener Straße in den Ohren einer noch 60 notwendigen prinzipiellen Auseinandersetzung beizuwohnen. Er billigte aber — wie übrigens alle Diskussionsredner — den Vorschlag Reich, den Landesvorstand zu ersuchen, eine Kommission zur Klärung noch strittiger Fragen wri zur Einleitung positiver Arbeit auf diesem Gebiet einzusetzen. Er schloß mit einem Hinweis, daß der Zionismus als einzige völlige intakte jüdische Weltorganisation dem internationalen Antisemitismus gegenüber besondere Aufgaben und Möglichkeiten habe. Zum Schluß stellte der Vorsitzende Dr. Mos es fest, daß die Besprechung ihren Zweck, in dieser wichtigen Frage ernen engeren Kontakt zwischen dem Landesvorstand und der zionistischen Ocffcntlichkcit herzustclien, erfüllt hat. ז U EPISCHE RUNDSCHAU Seife 341 An unsere Abonnenten I 71"•;.<־״ (K? ־י ״״*ו*.*. AätA.‘"'״ haben in den lat־t*n Wochen cf״•* ao IcoioGsalc S^oügerting erführen, daß allo bisherigen Berechnungen fir Abonnement der ״Jüdischen über den Haufen geworfen wurden. Wir־ ■eben daher genötigt, den Äl»0K!»eme'־ntnpreif» für dns Hl Quartal da• uns e 1: ׳ seht inJH f eh der Kongrailausfinbo «m£ M5״c 42000 fcMzu-ctr.Mu Wir 0■ warfen, daß olle רזרימם Leser den U'.gewöiinlithen Sebwi.ri^I'cifcn Rechnung tragen und dia ihnen in den nächsten T-״cn *ngchendo Nachnahme in Höhe van 30 000 Mk. zuzüglich E ozieliuagssposen sofort einlömn worden. Verlag Jü&sdho R!;,״d8d1au Berlin W 15, Sächsische S'.rrßa 8. An unsere Posib״zieher! Die Abonncmentagcbiihrcn für den Monat Juli sind auf 10 000 Mark festgesetzt worden. Die Post wird daher von denjenigen Abonnenten, die die ״Jüdische Rundnchiiu“ direkt bei ihr bestellt haben, noch 6000 Mark erheben. Verlag ״Jüdische Rundschau“ Berlin W 15, Sächsischo Strasse 8 » ■*»4CJ *nk* Ww OZUät T,'.) kUVMmlwUt 5• 32Z23T2S23C: Die Crijfuimig des Bundes Zioaisäsclicr Frauen Anläßlich des Ddcgiertenlagcs fand in Dresden die konstituierende Sitzung des ״Bundes Zionistischer Frauen in Deutschland“ statt. Der Bund hat den Zweck, die zio nistischcn Frauen in Deutschland nach außen zu vertreten und eine Zentralstelle für die Organisierung und Verteilung zionistischer Frauenarbeit zu bilden. Mitglied des Bundes ist jede in der Zionistischen Ver* ciiiigung für Deutschland organisierte Frau. Der Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina und die bereits früher organisierten lokalen nationaljüdischea Franc!!vereine treten dem Bunde korporativ bei. Die konstituierende Sitzung bestimmte einen provisorischen Arbeitsausschuß von drei Personen, welcher üt Verbindung mit einem vorläufig gebildeten Vorstand die Arbeit leisten soll. Nach Beendigung der vorbereitenden Arbeiten wird eine ordentliche Mitgliederversammlung den Vorstand und dieser aus seiner Milte den Arbeitsausschuß neu wählen. Die dem Bund gesetzten Zwecke bezeichnen gleichzeitig die Motive, welche zur Gründung des Bundes führten. Es handelt siel! hier um ein Doppeltes. Dem Bund ist der Zweck gesetzt, die zionistische Frauenarbeit zentral zu organisieren und zu verteilen. Wenn man die von Zionistinnen geleistete Arbeit prüft, so stellt sich folgendes heraus: Die lokalen Arbeiten stehen nicht In ge* niigendem Zusammenhang; arbeitende Frauen erreichen wenig, weil sie isoliert sind und nicht genügend Unterstützung finden; Frauen, die mit Arbeiten beginnen, machen überall dieselben Fehler und müssen überall dieselben Anfangsschwiorigkeiten dtirchmachen, weil die Erfahrungen der einen, der anderen nicht nutzbar gemacht sind, Ferner: D־c meisten Zionistinnen sind untätig. Dabei leimt mir ein kleiner Teil jede Arbeit grundsätzlich ab; an die meisten Frauen ist noch nie mit einer bestimmten Arbcitsfordenmg herangetreten worden oder die gestellte Forderung war derart, daß sie die Aktivität der einzelnen nicht erweckte. Es ergab sich also die Notwendigkeit, eine Stehe ni schaffen, welche die arbeitenden Frauen aus ihrer Isoliertheit hcrausniinmt, gegenseitige Beziehungen und den Austausch von Anregungen und Erfahrungen fördert und mit Hilfe der an den einzelnen Orten bereits arbeitenden Frauen versucht, den Kreis der tätigen Zionistinnen zu erweitern. Um dies letztere Ziel zu erreichen, ist es nötig, alle Aufgaben Idar heratiszuarbclten, die der zionistischen Frau gestellt sind. Es handelt sich um die verschiedensten zionistischen und sozialen Auficuarbeitcn, aber auch um Arbeiten, die die Stellung der einzelnen Frau m ihrem eigenen Leben inner* hall» des Volkes und zu der Erziehung ihrer Kinder klären Dabei muß Grundlage jeder Forderung sein, daß nur dieienige Frau berechtigt ist, siel! Zbnist'm zu nennen, die den Gedanken an das jüdische Volk und damit die Arbeit für ihr Volk in das Zentrum ihres Lebens gesetzt hat, AU; zweiter Zweck des Bundes wurde die Vertretung der zionistischen I'rauenintercs$;11׳ nach außen bestimmt. So unzureichend nach zionistischen Begriffen die zio ni.stische Frauenarbeit bisher war, so ist sie im Vergleich mit dem von anderen jüdischen Frauen Geleisteten doch nicht bedeutungslos. Die Zionistinnen haben eine Reihe von wichtigen Institutionen geschaffen, und, wo dies nicht der Fall ist, da haben sie fast überall in den von neutralen Verbänden ins Leben gerufenen Einrichtungen entscheidend mitgearbeitet. Dabei bilden sic eine wesentlich erneuernde Kraft innerhalb der Gemeinschaft, weil sic im Zusammenhang mit dem Palästinagedanken, den Gedanken an die Volkscililiät und an die Ucbcrwindung jeder sozialer und kul׳ turellcr Schranken zwischen den jüdischen Gruppen vertreten. Da die von Zionistiimei! geleistete Arbeit aber bisher isoliert geschah, wurde cs möglich, daß sie von Außenstehenden als belanglos hingcstclit wurde. Der Wiener Frauenkongreß hat dies mit der größten Kraßheit gezeigt. Die den Kongreß vorbereitenden Amerikanerinnen, die gerecht zu arbeiten glaubten, hielten den jüdischen Frauenbund für ilie cir.dge «kutsche Organisation, die berechtigt wäre,• De legierte zum Kongreß zu schicken, und nahmen an, «laß der Frauenbund (welchem ja Zionistinnen angcschiossen sind, ohne daß sie eine einzige Stimme im Vorstand haben oder die Entsendung einer zionistischen Frau innerhalb des Bundei durchsetzten) das wahre Kräfteverhältnis der in Deutschland jüdisch arbeitenden Frauen d.irstcL't, De _ Vertretung de* Kultu!verbände» durch eine bc׳ ondere Delegierte wurde em kurz vor dem Beginn de» Kongresse» durch nachträgkdie Bemühungen erreicht. Wenn cs heute gelingen soll, den rjonistisenen Frauen in Deutschland innerhalb des g.plautcn Frauen-Weltbundri eine entscheidende Stimme zu sdiatici! und sie auch in *H<n sonstigen Fällen gegenüber jeder nichtzionistischen Frauengruppe zu vertreten, so kann dies nur durch eine Zusammenfassung der einzelnen zionistischen Arbeiten und durch eine ihrer Bedeutung entsprechende einheitliche Vertretung nach außen geschehen. Diese Vertretung ck־r zionistischen lntcrcjscn *etzt bei den einzelnen Zionistinnui die schnelle und laufende Infonnierung der Zentralstelle voraus. Die arbcit-organisicrcnde und -verteilende Tätigkeit des Bundes verlangt von den einzelnen Zionistinnen, daß sie intensiver als bisher arbeiten, den Kreis der Arbeitenden erweitern und bei ihrer Arbeit — mit Hilfe der ZentraMclie — in dauernder Verbindung mit a'len andern arbeitende:! Zbni-tiiinrn stehen. Nur wenn die Mehrheit der ,/iomstiimen diene von einzelnen als dringcude Notwendigkeit cmpfv’ft.nc Forderung bejaht und entsprechend handelt, wird der obe.ue Zweck,des Bundes s&» erfüllen können. M.T. Anfragen und Zusendungen sind zu richten an das Sekret tariat des ״Bundes Zionistischer Frauen in Deutschland“, Berlin W15, Sächsische Straße S. Die Köüleresz der Zionisien aas dem Osten fn Dresden Anläßlich de1? Dckgicrientagc? der Z. V. f. D. ln Dresden, fand eine Aussprache der ostjülischcn Delegierten zweck* Festsetzung eines gemeinsamen Arbeitsplanes statt An der Konferenz ’ beteiligten sich Vertreter aus Berlin, Dresden, Dessau, München, Köthen, Leipzig, Flauen, Hannover, Frankftrrt a. M., Mainz, Bochum. חסייהו״מ״סא, Chemnitz, Gotha: Frciburg i. Br., Hamborn, ueberdics fanden sich sehr viele ostjiklische Gärte zu der Besprechung ein. De Konferenz beschäl 1igtc *kl! vor allen Dingen mit rein organisatorische!» und Propaganda fragen und faßte nach Besprechung aller grundlegenden!Tagen der Organisation und Propaganda,׳ folgende Beschlüsse: 1 1. Die Zionisten aus den örtlichen Ländern innerhalb der Z. V. 1. D. vereinigen sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zum Zwecke zionistischer und allgemein jüdischer Arbeit unter den Ostjuden in Deutschland. 2, Oie Konferenz wünscht die Einsetzung eines Arbeit»- ausschusscs beim ostjiidis.hen Sekretariat der Z.V.f.D., bcstehend aus den Vertretern «kr ostjüdischcn Zionisten im gcsclKifisführeiKlcn Ausschuß der Z. V. f. D., den ostjüdisdien Mitgliedern des Zentralkomitee» und neun weiteren Mitgliedern ur.d zwar drei aus Berlin und seelis aus dem Reiche. Den Versitz in diesem Ausschüsse führt der 'Vorsitzende der. Z.V. i.czvv. der von Ihm delegierte Vertreter. Dem Arbeitsausschuß wird ein aus je einem Vertreter jeder Ortsgruppe bestellender Zentralrat beigegeben, der je »ad» Bedarf zur Beratung einberufen wird. Dis Arbeitsprogramm umfaßt fotgemfc Gebietet Wahrung der Interessen der OstjirJen ln politischer und sozialer Hinsicht durch die Leitung und Unterstützung der einzelnen Gruppen im Einvernehmen mit den Parteiinstanzen Deutschlands, Aushau der bcslvhcndcn und Bildung von neuem Gruppen, Veranstaltung von größeren Bczfrksvorträgen durch ©stjüoisdie Redner, Schaffung hebräischer Schulen, lokale Arbeit, in der besonderes Gewicht auf die gesellschaftliche Zusammenfassung der ostjüdischa Kreise zu legen. Organisierung und Mitarbeit heim Keren Hajcssod, Nationalfonds und anderen zionistischen Aktionen im Einvernehmen mit den betreffenden Institutionen. In den Aktionsausschuß wurden gewählt: Herr Moses Waldmann (Landcsvorstami), Juda Bornstein, Wiesbaden, Fciwcl und Münz, Berlin (Zentralkomitee), Lcibowicz, Hamburg (Zentral* Komitee), außerdem Rotlcnbcrg, Josefsberg, Fett (Oerün), Reich, München, Zimmcrmaun, Hannover, Mittelmann, Leipzig. Dr. Büschel, Elberfeld, Spottheim, Bochum uml Schwarz, Dresden׳. . . «,eiteren Gegenstand der Beratung bildeten die Fragen, die den Dclcgicrtcntag beschäftigten, insbesondere die Frage der Jcvvish Agency und Weltkongreß. Ke Diskuss.on zu diesem Thema wtmle durch Ansprachen der Herren Waldtnann und Dr. Nachurn Gohlmami cingcleitet. Die Ansichten der Gruppe vertrat dann Herr Goklmann im Plenum des Dclcgiertentagcs. Nach zweitägiger Aivspradhe schloß der Vorsitzende, Herr Fett, die Konierenz, von der wir ersprießliehe Arbeit für die zionistische Sache unter den Ostjudei» in Deutschland erhoffen können. Die Arbeitsgemeinschaft, deren vorläufiger Sitz die Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin CIO, Seyddstraße ist, ersucht die ostjüdisdien Gesinnungsgenossen der Provinz, sobakä wie möglich, die Adressen der. Vertrauensmänner der einzelnen Städte dort auzttgcbeu, damit sie in die Lage kommt, mit den einzelnen Organisationen den Kontakt anfninchmeii. Keren KüJcssoü - Konferenz in Dresden Gelegentlich des Ddcgicrtcntages der Zionistischen Vercinigtmg tur Dcutsclilnnd fand In Dresden unter Vorsitz von Dr. Apfel eine Keren Hajcssod-Konfcrenz statt, an «1er sich alle Vertrauensmänner und Sekretäre des Kit. in Deutschland bctcRigteu. Der Leiter des deutschen Keren Hajcssod, Herr Turnowsky, erstattete einen Bericht über die KT1,-Arbeit, indem er auf diu Steigerung der Eingänge des letzten Jahres und auf deren Ursachen hinwies, D.c Vervollkommnung de* Propagandamaterials und der Organisierung, der Ausbau des Apparates der Außcnbeamie!!, von denen ein Teil noch in Ausbildung begriffen ist, die erfolgreiche Arbeit in den ostjüdisdien Kreisen und die Einführung einer wertbestäucligcn Zeichnung — diese vier Punkte haben die Steigerung der KH.-Eingange herbeigeführt. Zu diesen Punkten bespricht Herr Tarnowsky eine ganze Reihe von Forderungen. Für die Propaganda sei die Schaffung guter Filme nötig, ebenso eine Zeitung in jiddischer Sprache tud systematische Bearbeitung der deutschen Presse. Der Ausbau des Beamtenapparates und die Erfassung der ostjüdisdien Kreise, die für die Zukunft des Keren liajcssod in Deutsdüand von entscheidender Bedeutung find, bedürfen einer Erweiterung. Audi die Einführung der goldbestrindigen Zeichnung muß cr)t in Zukunft durehgelührt werden. Herr Kurt Biumenfcld übermittelte seine Eindrücke über die .KH.-Arbeit in Amerika. Biumenfcld schilderte das Leben der amerikanischen Juden, die spezifisdien Bedingungen und den Charakter der zionistischen Arbeit in Amerika. 'Die KH.-Arbcit in Amerika befinde sich in gcsidieitcr Lage; das Resultat ,der Wf.iznwnn-Kampagne betrage in bar t 2C0 IDO Dollar, Da« Interesse für Palästin* sei in allen jüdischen

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