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Jüdische Rundschau · 1923-07-06 · Heft 54 (6.7.1923) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 54 (6.7.1923)
Date
1923-07-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 340 JUEDISCHE RUNDSCHAU Die Beschlüsse des Dresdener Beleglerfentages (Zuia mmcnfas*e nde Wiedergabe.) I. Weltkongreß Die Zionistisciic Organisation hält an dem Ge- *tanken des Palästina-Weltkongresses fest und beauftragt die Exekutive, die vorbereitenden Arbeiten zu fördern. II. Zionistische Organisation - Jcwish Agency Von der Ansicht ausgehend, daß die notwendige Beschleunigung des Aufbaues von Erez-lsrael die Stärkung der Zionistischen Organisation voraussetzt und durch Kooperation mit solchen, nichtzionistischen Kreisen, die gewillt sind, bei der Errichtung der Jüdischen nationalen Heimstätte zu helfen, erleichtert werden kann, soll die deutsche Landsmannschaft auf dem Kongreß iür folgende Richtlinien eintreten: 1. Die Exekutive wird beauftragt, durch Ausbau der zionistischen Verwaltung und Propaganda für eine kontinuierlich fortschreitende Festigung und Erweiterung der Zionistischen Organ'sn ion Sorge zu tragen. 2. Die Exekutive wird ermächtigt, zur Jcwish Agency Vertreter solcher Organisationen herunzuzicltcn, die gewillt sind, bei der Errichtung der Jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina zu helfen. III. Schwergewicht der Arbeit Der Delcgicrtentag steht auf dem Standpunkt, daß die entscheidenden Fragen der zionistischen Arbeit der Gegenwart nicht durch organisatorisch-politische Maßnahmen zu lösen sind, daß vielmehr das Schwergewicht der Arbeit nach wie vor auf kolonisatoriscli-wiitschaftliehen! und kapitaipoütischcm Gebiet. liegt. Der Delcgiertentag ruft die zionistische Bewegung auf, über alle Gegensätze hinweg ihre ganze Kraft auf diese konstruktive Arbeit zu konzentrieren. IV. Organisatorische Reformen (Dem Landesvorstand überwiesen.) Der Delegiertcntag erklärt, daß der geeignete Weg Zur Erweiterung der Basis des Palästina-Aufbauwerkes in der Verbreiterung der Zionistischen Organisation von innen her unter Intensivierung der zionistischen 'Arbeit zu erblicken ist. Eine Neuordnung des Kongreß- Wahlrechts soll die Möglichkeit geben, weitere Schichten des jüdischen Volkes für den Palästinaaufbau heranzuziehen. Durch Anpassung der Zionistischen Organisation an die so geschaffenen Verhältnisse soll die sachgemäße Behandlung der praktischen Arbeitsaufgaben sowie die Bildung einer homogenen arbeitsfähigen Leitung gewährleistet werden, V. Kongreßwahlen a)'R e form des Kongreßwahl rech ts. . Der Delegiertcntag beauftragt die deutsche Landsmannschaft, auf dc:11 Kongreß für eine Reorganisierung des Kongreßwnhlrcchts in dem Sinne cinzutrcten, daß in jedem Laude gemeinsame Walilkörpcr ailcr Schekelzahlcr gebildet werden. ׳ b) Diesmalige W a h 1 e n. Der Delegiertentag bestätigt den Beschluß des Landesvorstandes, mit dem deutschen Landesverband des Hapoel-Hazai'r einen gemeinsamen Wahlvcrband zu bilden. Der Delegiertcntag beauftragt den Landesvorstand, eine besondere Kommission mit der Aufgabe zu bilden, unverzüglich in allen größeren Ortsgruppen Wahlvcr- Sammlungen einzuberufen, die der öffentlichen Diskussion der Kongreßproblcmc dienen und allen Richtungen im deutschen Zionismus Gelegenheit zur .Vertretung dieses Standpunktes zu gewähren. *׳׳ linger & Co. in Karlsruhe in anerkennenswerter Weise übernomine». Die sehr Charakteristische und stimmungsvolle Ausmalung \ des Raumes besorgte der Schüler Prof. Haueisens, Kunstmaler Leo Kahn, Karlsruhe. Vor dem wannen, tiefen Rot der Wandflächen hebt sich ein alter, der Karlsruher isr. Gemeinde gehöriger, auf sämisclifarbcner Moirecscidc gefertigter, hestickte!■ Thoravorhang mit seinem riebcHtbcrnöhtcn Umbau prächtig ab und treten auch die mit verschiedenen Mustern farbig ׳bemalten, pfostenartigen Hoizsäuieti wirksnmst hervor. Wo Arcliitravprofile begleiten in kräftiger, roter und blauer Tönung die weißen, mit ornamentaler, hebräischer Schrift geschmückten, weillcn Friese. Zierliches Rankenwerk, unterbrochen mit Tierfiguren, überspitint den blaugraugetönte 11 Grund des Tonnengewölbes, dessen Mitte ein Kreis mit Spruchband in rotgrumligcm Rechteck einnimmt. Den unteren Abschluß gegen den Wandton fci'dcn ornamentale Früchteschalen einerseits, anderseits Biumcnvasen auf den sonst wie das Gewölbe behandelten oberen halbkreisförmigen 1Wandflächen. Das mit spruchverziertem und neuzeitlichem Rand- Ornament nach Kahnsdicr Zeichnung von Glatt-Pforzlicim gefertigte Rundieuster wird gewissermaßen von zwei trompetenblasenden Löwen getragen. Die gegenüberliegende Eingangsseitc zeigt eine den Zugang überhöhende und betonende, bal* dachinartige Vorliangnüierci mit strahlenummaltem Davidsschild auf rotem Grund. Die Vorhänge werden ebenfalls von zwei Löwen gehalten, neben die redit* unterhalb ein Kranichpaar gesetzt ist. Das als Kultraum durchaus künstlerisch aufgefaßfe Synagogcniniierc Liefet die erwünschte würdige Ausstelhmgsgclcgenhcit für die synagogalen kunstgewerblichen Stücke, die gezeigt werden sollten. Fuchs schuf ein dem Raum in Form und Farbe durchaus angepaßter Gebeipult, auf den! zwei polierte und schön profilierte, gedrehte Messingstandleuchtcr des Künstlers Abraham Hasgall, Gailingen-(üaden) Dicssenhofen (Schweiz! stehen. Vor dem Rundfeustcr über dem Thoravorhang leuchtet ׳eine vom gleichen Künstler stammend, neuzeitliche, messingene ewige Lampe, mit reizvollem, feinem Aulbau, aus dessen oraiigcgelbiichcii Glasflädten das elektrisch eingerichtete, ewige Lieht mit gedämpftem, warmem Scheine strahlt An messin* genet Kette hängt im Qewölbmitte eine polierte, messing■■ VI. Finaazpolfiik 1. Der Aufbau Palästinas erfordert neben den intemiven Sammlungen für die Gemeinschaftsfonds KKL. und KH. den Ausbau der bestehenden und die Schaffung neuer Finanzinstitute. Der Delegiertcntag bcauf* tragt seinen finanzpolitischen Ausschuß, der Exekutive eine Denkschrift über die Finanzierung des Palästina- Aufbaus vorzulcgen, die die in seinen Verhandlungen zutage getretenen Probleme und ihre Lösungsinöglichkeilen behandeln. 2. Der Delegiertcntag empfiehlt, daß möglichst bald von der Exekutive eine Konferenz von Fachleuten für Finanzicrungsfragcn einberufen wird, die den Gesamt* plan für die Finanzierung systematisch begutachten soll. 3. Die Finanzpropaganda soll unter Beteiligung der verschiedenen Geidaufbringungs-Institutioncn in einer einheitlichen Zentralstelle zusanunengefaßt werden. Die Zionistische Organisation soll für die großen Wirtschaftsgebiete Stellen einrichten, deren einzige Aufgäbe die systematische Herstellung wirtschaftlicher Verbindttngen zwischen Palästina und der Diaspora ist. VII. Iftalonisaiibnspoliiischcr Ausschuß Der Delegiertcntag beauftragt die von ihm eingesetzten finanz- und kolonisntionspolitischen Ausschüsse, auf Grund der dem Delegiertcntag vorgclcgten Referate der Herren Böhm, Margulics, Moses und Arlosoroff Vorschlage für die Weiterführung der Finanz- und Kolonisationspolitik der Zionistischen Organisation auszuarbeilen, die nach Prüfung durch den Landesvorstand dein Kongreß vorgelegt werden sollen. , VIII. Blau Wci$ - Siedlung ־ Der Delegiertcntag der Z.V.I.D. beauftragt den Landesvorstand, das Projekt der handwerklichen ״Karlsruhcr Siedlung“ zu prüfen und bei Eignungsbefund dem Kongreß seine Aufnahme in das Budget des Keren Hajessod für das nächste Jahr zu empfehlen. Das Projekt ist zunächst auch den palästinensischen Arbcitcrinstanzen zur Eignungsprüfung vorzulegen. IX. Agudas Jisracl (Dem Landesvorstand überwiesen.)' Der XIX. Delcgiertentag Z.V.f.D. glaubt in den Be־ Schlüssen der Wiener Zentralratssitzung der Agudas Jisracl 1921 und der Breslauer Tagung vom Dezember 1922 den Willen zur verantwortlichen Teilnahme am Aufbau Palästinas zu erkennen, wenn auch die vorliegcnden, Beschlüsse der Agudas Jisracl für die Zionistische Organisation «och keine Grundlage zur Verständigung bilden können. Der Delegiertentag drückt seine feste Zverusicht aus, daß über alle trennenden Momente hinweg von allen jüdischen Organisationen Mittel und Wege zur Erfüllung ,der zahlreichen praktischen Aufgaben in Erez-Jisrael gefunden werden. ,-יי׳ ' t X. Wahlen D,\ Alfred L‘andsber;J (Wiesbaden)' wurde per Akklamation in den Landcsvorstand neu gewählt. XI. Statutenänderung § 6 des Statuts der Z. V. f. D. wird folgendermaßen abgeändert: § 6. Der Delegiertcntag der ״Zionistischen Vercinigung für Deutschland“ tritt an einem' vom Zentralkomitee zu bestimmenden, der Regel nach in Deutschland gelegenen Orte mindestens einmal in jedem zweiten Jahre zusammen. Die Einberufung erfolgt durch den Landesvorstand, XII. Zusammenarbeit von Keren Hascssod und Keren Kajcmcth In der gemeinsamen Konferenz der Vertreter des Keren Hajcssod und des Keren Kajcmcth ist folgendes gedrehte achtarmige Sabbathlnmpe Xasgallseher ureigenster Schöpfung als erhebendes Zicrsüick herunter. Eine weitere etwas größere Sabbathlnmpe für Oct mit Abtropfbcliältcr ist durch Profile und Ausführung ebenfalls als Arbeit Xasgalls gekennzeichnet. Eine Mcnorali für Clianukkah, cnhvurflich wie äiatwiwcrkstedtnisdi gleich hochstehend, entstammt in kleinerer wie großer. Ausführung derselben Hand: die sich in zwei mrs־-ing;:etricl>cnen pr.'iäitlgeu Standlnichtern und1 einem Misrachteller originaler Schopfwng auch auf dem Gebiet der AkfalUreiberci als meisterlich beweist. Auch der Miindicncr Bildhauer Arnold: Zadikw lieferte mit einer messingenen stammwappcngcschmücktcn Mcnoral» für Musli.'hen Gebrauch eine hervorragende Arbeit und1 erfreut durch zwei rituelle Plaketten (Kanaan und׳ Jubiläumsmcdaillc der jüdischen Loge, München). ,;!: \,\ Prof. Grotte, Breslau, zeigt gemeinsam mit der ausführenden Kunstgcwcrhcstube Rosa Frcudcnthal, Brcs'au, eine schöne, in neuen schlichten Formen gehaltene und den Zeit- Verhältnissen angepaßte, schmiedeeiserne Mcnorah kleinerer Art, während Friedrich Adler, Kimstgewcrbeschute Hamburg, seine neuzeitliche Kunst lediglich i« vier Kartons zu Glasgemahlen (je zwa Stainmcswappen) vertreten läßt, die jedem Tempel zur Zierde gereichten. Der im Anschluß an die Abteilung für angewandte Kunst im Freien angelegte Friedhof bißt leider im Gegensatz zu vorstehenden Gebieten künstlerischen jüdischen Schaffens Beispiele israelitischer Friedbofktmst vermissen, obwohl gerade hierfür eine Anregung und Anciferimg, auf die Poesie und andachtsvolle, feine Stimmung alter jüdischer Friedhöfe zurückzukehren (Worms, Kühheim usw.) au&crördentfid! erwünscht, ja sogar notwendig gewesen wäre. Möge die verhältnismäßig kleine, aber nur mit ausgesucht guten rituellen Stücken beschickte Karlsbader Spezialaiis- Stellung ihre Flüchte zeitigen und vor allem beweisen, daß auch rituelle Kunst erfreulich fortschreitet und; um zu gedeihen aber auch der Förderung und Unterstützung Verständnisvoller Kreise bedarf. _ Baron ja»es Rothschild hat einen Preis von 200 Pfund ausgesetzt für den besten von einem palästinensischen Schriftsteller verfaßten Roman, der das Leben i§ ftaliitfnt Ködert, / Nr. 54 beschlossen worden: In jeder Ortsgruppe wird entwerft» der Vorstand oder eine besondere Kommission, bestehend aus Vertretern der Gcldaufbringu11g.sinstitutc, damit be» auftragt, für ein planmäßiges und reibungsloses Zusa®,. menarbeiten bei der Gcldaufbringung Sorge zu tragen. Irr, Berlin wird eine Kommission aus Vertretern der Gcldaufbringiingsinstitute gebildet, deren Aufgabe ist; 1. Ausarbeitung eines Planes für die gesamte Finanz. Propaganda; 2. Vermittlung der Erfahrungen der einzelnen Orfs* gruppen in bezug auf Zusammenarbeit; 3. Schlichtung von Meinungsverschiedenheiten, die 1$ der Ocldaufbringungsarbcit entstehen. Zentralkomitee der Z. V. I. D. Am Sonntag, den 24. Juni fand ln Dresden eine Sitzung des Zentralkomitees statt, in ,der u. a. die Kooptation der Herren |. L. Goitein (Frankfurt a. M.), Dr. Robert Kitz (München), Otto Le 11 man n (z. Zt, Berlin), Siegfried WeHz« mann (Berlin), Dr. Georg Wol I stein (Trier) beichkrueii wurde. Erklärung ln der Wiedergabe meiner Ausführungen in der letzte« Nummer in der ״Jütischen Rundsduni“, ist ein Gedanken■ gang fortgcblicbcn, auf dessen Bckauntwcrclen idt entscheiden, den’Wert lege. Ich warnte davor, die jetzt aktuelle Frag* der Erweiterung der Jcwish Agency zu einem Problem der Gewinnung von vier oder sechs Männern zu machen, mit dej Begründung, daß dieses nicht die Aufgabe der Organisation, sondern nur ciiv/elncr Männer sein könnte, wie 1. B. Wtu. mauns. Wenn die Jcwish Agcncy-Politik in dieser Weise tut einer bloßen Notabcliigewimiung liinauslicfc, so sei sie nicht nur undemokratisch. wildern auch in den Ergebnissen «j. falirungsgemäß zweifelhaft. Vi. mehr müsse die neue Jewirii Agcncy-Politik auf breitester Grundlage verankert werden im Bewußtsein der jüdischen Gesamtheit. Hier hätten wir bisher immer noch versagt. In diesem Zusammenhang machte ich darauf aufmerksam, daß uns das große gesetzestreue udentum noch eine ungelöste Aufgabe biete, mit der wir ertig werden müssen. Hier lägen die entscheidenden Mög. lichkeiten, den Gedanken des praktischen Aufbai» Palästina! fest zu fundieren, und so erst eine wirklich demokratische stetige Politik zu führen. Dr. Felix Da n zig er- Hamburg, Blc V0k’׳Ut’kveaz, ISberBcMmpJung des Antisemitismus Die Beteiligung an dieser Vorkonferenz, die bekanotiid) einen Tag vor dem Delegiertcntag in Dresden stattfand, war sehr stark. Zunächst hielt Herr Karl Glaser ein Referat worin er etwa folgende» ausführte; Gegenüber verschiedenen Strömungen, daß der Zionlrrau» im Kampf gegen den /Antisemitismus eine gewisse Zurück• haltung zu bewahren hat, betont Redner, der Zionismw könne «ich nidit zur bloßem Palästinaorganisatkm degradieren lassen. Der Aufbau des Landes bedeutet wohl die Befreiung des Volkes; *her das Volk mul) audi ln der Lage!ein, das Land zu befreien; beides ist notwendig miteinander verknüpft. Der Antisemitismus, der sich immer deutlich« international organisiert, gefährdet die Existenz und die Ihre der Nation. Keine nationale Bewegung kann ihre Wahrung anderen überlassen, keine revolutionäre an der Not der Bt• drückten und Gefährdeten gleichgültig vorübergehen. Freilich ist die Bekämpfung des Antisemitismus durch die bisherige Ideologie und uie sich daraus ergebenden Metlioikm diskreditiert. Der Hauptträger des Kampfes, der Gciitralvercin, stützt sich mit auf sehr einflußreiche jüdische Kreise, die ihrer innersten Neigung nach lieber zu den Schichten des deutschen Volkes geboren möchieii, die ihnen wirtschaftlich und sozial entsprechen wid aus denen sich leider die Judengegner in erheblichem Maße rekrutieren, als zur jüdischen Gemeinschaft. Sic fürchten den Sozialismus mehr als <!c 11 Po;,'Tom, dem sie sich schon zu entziehen gedenken; ihnen ist cs nur halb ernst um die Bekämpfung des Judenhasse«. Aber auch die offiziellen Kreise de« Ccntralvereü» gehen von Voraussetzungen aus, die für uns unmöglich sind: Der Cctitralvcrdn fördert letzten Endes die Atomisierung der Judcnhcit, das Vcrsdivvindcnlasscn der Juden als Juden. Er erkennt, ohne cs zu wollen, damit die Berechtigung der antisemitischen Angriffe gegen das ״Anderssein“ der Juden an; seine Stellungnahme gegen die national jüdische Be• weginig zeigt das noch deutlicher. Der Kampf des CentraL Vereins gilt vielmehr antisemitischen Methoden und täglichen ״JubaI“^Verlap,s-GcsefIschaft für jüdische Musik, Oe- Seilschaft mit beschränkter Haftung, ist vom Jüdischen V«rlag unter Beteiligung der ״Ewer“-Gesc!Iscl1aft und einigen nächsten Freunden des Verlags in Berlin gegründet worden. Einer der Mitbegründer, der bekannte Komponist Joe! Engel au» Moskau, ist musikalischer Leiter der Jubal-Geseliscliaft, Der feitende Gedanke der Juhal Gesellschaft ist, daß die jüdische Musik, die nach Inhalt und Form selbständige und originelle Actißcrung des jüdischen Volksgcistcs, nur im Prozeß einer schöpferischen Entwicklung ihre fcstiunrissenc Ge• .Galt finden wird. So wird die Jubal-Geselisclialt jetzt da! Milieu schaffen, in welchem Vertreter sämtlicher Richtungen auf allen Gebieten der jüdischen musikalischen Betätigung sich sammeln und durch diese Gemeinschaft der jüdischen Tonki'nisilcr in gegenseitiger Anregung immer tiefere Quellen der jüdischen Tonkunst aufgedeckt werden. Die lubal-Gcseil« schalt hat eine Reihe von Manuskripten erworben. Eilige ihrer Publikationen befinden sich schon im Druck (bei Breit• köpf ft Härte! und bei Reeder in Leipzig) und werden in den nächsten Wochen erscheinen. Es seien 11. a. erwähnt: Jod Engel, 50״ Kindcrlicder“ (eine hebräische und ein» jüdische Ausgabe für Schulen und Kindergärten, mit Klavier* Begleitung); eine Auswahl derselben Lieder und zwei andere Sammlungen von Kinderlicderii ,,Feldkinder“ und ״Kling* Klang“ und eine Sammlung von Volksliedern (mit Klavier* beglcitung, auch in zwei Ausgaben: hebräisch-dcutsch und jüdisch-russisch); Suite aus der Musik zum ״Dibuk“ (für kleines Orchester und auch in einer Umarbeitung für Klavier zu vier Händen); M. Gncssin, ״Streichquartett“ (Partitur und Stimme) und Joseph Achron, ״Scher“ — ein jüdischer Volksgcsang; und ״Märchen“ (für Violine und Klavier) und ״Variationen und Sonata“ (für Klavier). — Am 27. Mai fand in den Räumen der ״Ewer“-Gescl!scl1aft eine Vorführung einer Reihe der hier erwähnten Werke aus dem Manuskript vor geladenen Gästen statt, und die reichliche Proben von der Neuartigkeit der hier neu im Werden begriffenen jüdischeil Musik gab. EH Elkana Sonette. Verlag Martin Salzmann, Dessau und Leipzig, Diese Sonette hat ein begeisterter Jude und ein begeisterter Zionist geschrieben. Die alten Weisen vom Juden• leid und vom Judenstolz, die Sehnsucht nach schöner, jü• dliatw Zukunft erklingen in wohlempfundcnem Pathos. N. F. V

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