Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 54 (6.7.1923)
- Date
- 1923-07-06
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 342 JUEDISCHE RUNDSCHAU .■״׳■■־־....... . ■■ ■ - ... ... Kreisen, auch in denen, die bis zur letzten Zeit der Bewegung gänzlich (entstanden, außerordentlich gewachsen. Zum Schluß gab Bhunenfeld seiner Bewunderung Ausdruck über die geradem unbegreifliclKii, übermenschlichen Anstrengtmgen Wcizmanits, den er erst in Amerika als den größten Propagandisten, den das jüdische Volk je besessen hat, erkannte. Das letzte Referat hielt Dr. H elf man über die Arbeit In ©stjiidischen Kreisen. Die KH.-Arbeit unter der ostjüdisehen Bevölkerung in Deutschland, die sowohl an Zahl wie an Güte ein Mensdicnmatcrial von großem Wert für den KH. darstellt, liege noch in den Anfängen. Bis zum letzten Kongreß sei diese Arbeit infolge der Unfähigkeit der Ortsgruppen, mit den Ostjuden in Verbindung zu treten und ihr ,Vertrauen zu gewinnen, sehr mangelhaft gewesen und entspräche nidit den großen Möglichkeiten. Audi die Prapaganda und die Organisation der KH.-Arbeit sei nicht den ostjüdischen Bedingungen angepaßt. Es müsse in dieser Frage eine gewisse Umstellung vorgenommen und die Arbeit zweckmäßig umgebaut werden. Dr. Helfmann nimmt des weiteren Stellung zur Aeußerung, daß der Keren Hajessod bloß eine Beamtenfrage sei. Der ICH. sei keine gewöhnliche Geld- Sammlung; es werde vielmehr durch diese das zionistisdie Leben in den Orten gestärkt und ein aktiver Anteil jedes Einzelnen an dem Palästina-Aufbau erreicht. Für diese Arbeit müßte der deutsche Zionismus seine besten Kräfte, die führenden und cinflußrcidisteii Männer auf längere oder kürzere Zeit zur Verfügung stellen. Ein Beamtenapparat, der in irgendwelchem Maß und Form das Geld aufbringt, ohne den Keren Hajessod auf dem hohen Niveau einer Steuer für Palästina zu erhalten, bringe dem Keren Hajessod mehr Schaden als Nutzen. Die Zionisten müßten selbst der Steuerpflicht für Palästina nadikommen, sonst sei jede weitere Arbeit für den Keren Hajessod unmöglich. Nadi den Referenten erstatteten die Vertrauensmänner und Mitarbeiter des Keren Hajessod Berichte über die Arbeit in den einzelnen Städten. Mitteilung Nr. 3 des Büros des XIII ZionistenRongresses Karlsbad 1923 Visa. Das tschechoslowakische Ministerium des Aeußern hat unterm 19. Juni an seine sämtlichen Auslandsvertretungen (Gesandtschatten, Konsulate 11s\v.) einen Erlaß (Nr. 90321/VI/1/23) gerichtet, demzufolge den minderbemittelten Kongreßteilnelimerii bei Vorlegung entsprechender Nachweise das Visum für die Hälfte, evtl.für ein Viertel der normalen Gebühr und den gänzlich Mittellosen (also z. B. Jugendlichen) uncntgcltlicii zu erteilen ist. Die Visa haben für einen höehsltn; scchswö dien fliehen Aufenthalt in der tschechoslwva• kischen Republik bei Vorlage der Kongreßlcgitimation Gültigkeit. Die vom Kongreßbüro ausgefertigten Kongrcßlegitimationen werden von den zioni-,tischen Landesverbänden, bzw. den Landesbüros der Sonde!•verbände ausgegeben, de gegebcnenfalls auch die für den GebührennaeWaß erforderliche Bescheinigung ausstallcn. J - Fahrpreisermäßigung. ’ Das tschechoslowakische Eisenbahnministerrun» hat mW Erlaß vom 21, Juni 1923 — Nr. 37 748 111/3 — für die aus dem Auslande kommenden offiziellen Kongreßteilnehmer Auf allen Strecken der tschechoslowakischen Staatsbahnen für direkte Fahrten, die innerhalb der Zeit vom 1. bis 31. August zwischen einer Grenzstation und Karlsbad( bezw. umgekehrt angetreten und ausgeführt werden, eine 33»/oige Fahr- Preisermäßigung für jede Wagenklasse des benutztem Zuges (ausgenommen Expreß- und■ Luxus rüge) gewährt. Die ausländischen Kongreßteilnehmer, die auf diese Vergiinstigung Anspruch erheben, müssen beim Kauf der Fahrkartet! an den Personenkassen der betreffenden tschechoslowakischen Grenzstationen, bezw. bei der Abreise, eine namentlich ausgefertigte Kongreßlegitimation vorlegen und sind verpflichtet, auf Verlangen der Eisenbahmorgane ihre Identität durch den Reisepaß naduuwriscn. ' Die Legitimation, die den Beteiligten seitens der zkv nistischen Landesverbände bezw. der Sonderverbände auspjehändigt wird, unterliegt nach dem tschechischen Gesetz über die Verkehrssteuern der Stempelpflidit und zwar in der Höhe von 2 Kc. pro Person in der I., 1 Ke. in der II. und 0,50 Kc. in der HL Wagenklassc. Auf Teilnehmer aus dem Bereich der tschechoslowakische!» Republik, bezieht sich diese Vergütung nicht. Für solche Teilnehmer verweist das Eisenbannministerium auf die im Personentarif, Heft 1 und 2 und III B. I. a. i. b. angeführtes Ermäßigungen, über die die einzelnen Stationskassel» nähert Auskunft erteilen. De fe g i er t ertk a r tc tu 5 1 Das Kongreßbüro macht ausdrücklich darauf aufmerksam, daß die Ausgabe der Delegiertenkarten zum bevor• stehenden Kongreß ausschließlich Sache des von der Londoner Executive in Karlsbad ciiutiricUtenden Executiv-Büros ist. Demzufolge hat das IComgrcßbüro in diesem Jahre mit der Ausfertigung und Ausgabe der Delegiertenkarten nichts zu tun. Ersatzdelcgierte. Ersalzdelegierte, die nicht an die Stelle von Delegierten treten, haben in ihrer Eigenschaft als Ersatzdelegierte keinen Anspruch auf Einlaß in den Kongreßsaal. Sic gelten als private Kongreßbesucher und erftalten nur dann Zutritt zu den Verhandlungen, wenn sie eine Zi&örcrkarte (Sitz• oder Stehplatz; erworben haben. Log i s. Das Wohnungsamt des Kongreßbüros nimmt ßesteJhmgen atif Unterkunft aus allen Kreisen der Kongreßteilnehmer (Delegierte,, Gäste, Journalisten, Beamte usw.) Ws spätestens 20. Juli entgegen. Auch ■wenn die Besteller etwa keine aus• dnücküdie Bestätigung über Zimmerreservierung erhalten sollten, können sic mit voller Sidierheit darauf rechnen, daß sie nach Möglichkeit entsprechend ihren Wünschen untergebracht werden. Die Besteller erhalten sofort nach Ankunft )11 Karlsbad am Bahnhof, wo ein ausgedehnter Bahnhofsdienst?ingerichtet wird, genaue Mitteilung über ihr Logis. Geldve rkebr. Wie Im Jahre 1921, wird die Bankverbindung des Kongreßjjüros, die Böhmische Unionbank, Filiale Karlsbad, wiederum einen Banksclialter zur Verfügung der Kongreßbesuchcr einrichten. Es empfiehlt sich, Kreditbriefe und dergl. auf die Böhmische Unioitbank, Filiale Kalsbadj ausstcllen rt! lassen, desgleichen Schecks. , » Kurtaxe. Die Kurverwaltung in Karlsbad hat sich bereit erklärt, für alle diejenigen KongreMaesucher auf Erhebung der Kurfaxe zu verzichten, die in Karlsbad lediglich zur Teilnahme am Kongreß weilen werden und che Zeit «»res Aufenthaltes nicht tur Kur benützen. SoQte ein .Kongre&taJadvner *eraeheatiidt Nr, 54 I, Stofe: (Jugendliche uni Personen mit Ti״r»i1)W.r11«a ganz kleinem Einkommen) .... 10000- 20000 M. II. Stufe: (Personen mit gering. Einkommen) 35000- 75000 M. UI. Stufe! (Personen in. mittleren Einkommen) 60000-150000 M. nitmlAttcn■ •ber den G(gcnw1׳t ro« 1 Oolilmitli IV. Stufe: 1 (Personen mit lililurcm Einkommen) 160000—300000 M. I »UteM«»« *t>«T den 0«1jene1»r* ro« 4 Oolihneik V. Stufe: I (Personen mlthSlienm Einkommen) von 500 000 M. an J alnileiltn■ •bar den OrscnwtJl voi 14 tlolduiirk 1 Goldinnrk «8 1 •־h. Zionisten zahlt Zlonlstcnstcucr! Unterstützt die Arbeit Eurer Organisation! Postscheckkonto: Zion. Vereintgang f.Denfschland.BerlinSOOl; Bankkonto: Onrmsiädtcra. Nationalbank, Dcp.-Kasse, Kurfürsleiidsmim 52. eine Aufforderung zur Zahlung der Kurtaxe ert»alten, 80 wolle er sie dein Kongrclibüro zur Reklamation übergeben. Sitzungszimmer, Büros. Hilfskräfte. Landesund1 Sonclcrwrbändc, sowie offizielle zionistische Institutionen, die nidit gemäß den früheren Aufforderungen des Kongrcßhüeos ihn: Anmeldungen und Bestellungen für Sitzungszimmer, Büros, Schrcihmasdiincn sowie Hilfskräfte bis spätestens 10. Jul! beim Kongreübüno ciugcrciclit haben, können nidit auf Berücksichtigung ihrer wünsche rechnen, worauf wiederholt nachdrücklich lüngcwiescn wird, Kongreß merkblatt. Die Kongreßteilnehmer werden voraussiditlich auf den Eiscnbahnhauptslationen vor Karlsbad — Eger, Jahanngeorgenstadt, Komotau und Marienbad —■ in den Zug Merkblätter des Kongrcßbtiros hinciiigcrcidvt erhalten, die die namentlich für die ersten Tage wichtigen Nachrichten enthalten und deren genaue Dtird!sicht vor dem Eintreffen in Karlsbad dringendst empföhlet» wird. Zollabfertigung. Kongreßteilnehmer, die das nidit in das Eisenbahnabteil mitgenommene größere Reisegepäck nicht bereits an der tschechoslowakischen Grenze, sondern erst am Bcstimmungsort verzollen wollen, können ihr Gcpiiok ,,Zollagern(] Karlsbad■ Bahnzollamt״ aufgeben und die evtl, erforderliche Verzollung alsdann in Karlsbad «achliolen. Post der Kongreßteilnehmer. Alle Kongreßteilnehmer werden darauf aufmerksam gemacht, daß sie zweckmäßigerweise ihre gesamte Post an das ״Zionistische Kongrcßpest,1111t“, Karlsbad, Schützenhaus, adressieren lassen, wenn sic nicht bereits vor ihrer Abreise in -der Lage simk ihre Post an ihr Karlsbader Logis richten zu lassen, in jedem Falle wird' den Kongreßteilnehmern in ihrem eigenen Interesse davon abgeraten, die Bost lediglich nach ״Karlsbad( postlagernd•” zu adressieren, da sie alsdann gezwurtgen sind, sicfi täglidi zum Hauptpostamt zu begeben und an den dortigen Schaltern zu warten. > , Büro des XIII. Zion 1stenkongre*se 1 Karlsbad 1923. ' . gez. Dr. Kirschner, Briefadresse: Karlsbad, Schützenhaus. .Telegrammadresse: Congrezkm-Karkbad. ,Telcfonansdiluß: Nr. 925. Agllallonsrelse Abraliara Goldbergs la Europa New York. (J.C,B.) Das führende Mitglied des amerikanisch-zionistischen Exekutivkomitees Abraham Goldberg reist am Dienstag, den 3. Juli nach Europa ab. Er wird Polen, Litauen, die Tschechoslowakei, Rumänien, Deutschland und Oesterreich besuchen, um die Ansichten der amerikanischen Zionisten zu vertreten, Dobrzyuslds Bccrdipng An» Montag, den 2. Juli, fand auf dem Friedhof ln Wcißensec unter großer Beteiligung von Berliner und oberschlesischen Zionisten die Beisetzung des so jäh vom Tode ereilten Vorsitzenden des Zkmistischeu Grv.ppcnvcrba:1<l׳cs Obcrschlcsien, Herrn R.-A. Dr. J. Dobrzynsiki, statt. Nad» der Gedächtnisrede des Rabbiners der Heimatgentoinde des Entschlafenen, die seine Treue gegen sein Vo.k und seine Tapferkeit in der Vertretung jtkiisdicr Interesse!» feierte, widmete der Vorsitzende der Z. V, f. D., Herr R.-A. Rosenblüth, dem Heimgegangenen warm empfundene Worte der Dankbarkeit für die Dienste, die er dem Zionistmts von früher Jugend an Hs in seine letzten Lebenstage geleistet hat. Er feierte ihn als einen treuen Schüler Theodor Herzte, als den er sich selbst noch kurz vor seinem Tode bezeichnet hatte. Für die Bundcsbrüder des Entschlafenen aus dein K. J. V, sprach Herr Dr. Stahl, für die obcrschlcsischcr» Zionisten Herr R.-A. Wcißmmin. Auch diese beiden Redner sprachen m tief bewegten Worten von den großen Verdiensten des Heimgegangenen um die Ausbreitung des Zionismus und von dem schweren Verluste, den seine Freunde und Gesinnungsgenossen durch seinen Tod erlitten haben. Hebräische Chorgesänge cröffnetcn und schlossen die ernste Feier. Dann trug man die irdischen Reste des Führers der oberschlcsischen Zionisten zu Grabe. , Kartell Jüdischer Verbindungen Von» 23. Juli ab findet ln dem Vorwerk .,Hühnerzucht" bei Annaberg (etwa fünfzehn Minuten von Annaberg entfernt) im Erzgebirge das diesjährige K.J.V.cr-Ligcr statt. Wir liabcn daselbst sechs Räume gemietet, die wiscrii Bundesbrütlern als Schlaf- und Wöhnräumc zur Verfügungstehen. Auch Kochgelegenheit ist vorivanden. Am Hause befindet $ld» ein großer Obstgarten. StroH Holz und Obst wird uns der Pächter zu billigen Preisen ablassen. Kartoffeln und Ocinüse von seinen Nachbarn besorgen. Die Unterkunflskostcn selbst sind äußerst niedrig, jedoch fassen sid» bei der dauern■ den Preis«randertrug keine bestimmten Preise heule festsetzen. Wir laden hiermit sämtliche Bundcsbrüder zu dem Besuch des Lagers ein und möchten ■noch bemerken, daß sich von hier eine billige Möglichkeit bietet, zum Kongreß nach Karlsbad zu wandern oder zu radeln (56 km); wir werden daher das Lager während der Zeit des Kongresses weitcriühren. Wir würden uns sehr freuen. Alte Herren dort zu begrüßen die auch in Annaberg selbst Unterkunft finden könnten. Zwecks näherer Auskunft wende man sich an das Büro des Präsidiums, wohin man auch Anmeldungen zu richten hat. ,Wir hoffen, daß die Bundcsbriidcr red« zahlrddi im Lagei; erscheinen werden. , --- -•י•• Am Dienstag, den 10. Juli, 4 Uhr nachmittags findct aut dem Hoehsduil-Sportpbiz im GrttncwaW, nahe hahnhed Onmcwald, das Sportfest des K. J. V. Benin statt. Anschließend um 1/,8 Uhr, Beisammensein im Restaurant ״Hund,, kehle”. Die Alten Herren mit ihren Damen sind herzlich** cingcladcn. Wir können Referendaren in Berlin Vertretungen und Au», tlldmigsmöglädikcitcn verschaffen. Aul’!׳״■'cm haben wir ein!» kaufmännische Steifen zu vergehen. AkiJungen an das Büro des Präsidiums, Berlin W35, Kurfürstenstralie 159. Jüdische Gemeinde Berlin Freilag, 6. Juli, abends 71/2 Uhr, Sonnabend. 7. Juli, nw». gens (Ncumondswtihc), Alte Synagoge 8>/2 Uhr, Synagogen Kaiserstraße, Rykcstraße, Pcstalozzi.straße und Kottbuser Ufer: 9 Uhr; Synagogen nach neuem Kilus Friihgottc*Iie11st: 71/, m», Hauptgottcsaicnst: 10 Uhr. Predigten: Synagoge Kaiserstraße: Dr. Locwcnthal, Synagoge Rykestraile; Dr. Wey? Synagoge Pestalozzistrafte: Dr. Levy, Neue Synagoge: Dr, Weiße Synagoge Lindcnstraße: Dr. Warschauer, Synagoge Lützov»! Straße: Dr. Eaeck, Synagoge Fasanenstraße: Dr, Galliner. Die Ortsgruppen Arnold Zweig über Antisemitismus Nürnberg. Am Donnerslag, den 21. Juni, sprach Arnold Zweig in einer von der Zionistischen Ortsgruppe Nürnberg. Fürth veranstalteten geschlossenen jüdischen Versammlung im großen Saale des Hotels ״Deutscher Hol" über: ״Der Antisemitismus und seine Wirkungen“. Schon längst vor Beginn des Vortrages war der Saal in einer geradezu be* ängstigenden Weise überfüllt, so daß eine erhebliche Anzahl von später Gekommenen keinen Zutritt mehr erlangen konnten. Eine auch nur gedrängte Wiedergabe der Ausführungen Arnold Zweigs, die nebenbei gesagt, gleichzeitig ein Privafissinumt über Sinn und Aufgabe der neuen Soziologischen Wissenschaft bedeuten, schlechterdings unmöglich, weil ein vollkommen entstellendes Bild von den wirklich Gemeinte!» gebend. Nur die Hauptthcscn, in denen der Vortrag gipfelte, seien hier hauptsächlich für diejenigen, die dem Vortrage anwohnten, medcrgelcgt: 1. Der Antisemitismus ist keine absolut einzig dastehende Erscheinung in der Welt. Er läßt sich soziologisch cinglicdem in die große Reihe der Gruppenaffekte, in die z. B. die Klasscngegensäize, die Gegensätze einzelner Handwerker-;ruppen, Mililärgattungcn usw. gehören. Alle Oruppenaffektc!cdiiigcn in steh eine Entwertungstendenz, allen anderen Gruppen gegenüber zu denen ein Snarmitngsvcrhältnis besteht. Im Normalzustände äußert sich di esc Entwcrtungstendenz in einem relativ harmlosen ,.Hanseln“. Ist aber dag seelische Gleichgewicht aus irgend einem Grunde ms Gleiten gebracht, dann kommt cs zu gewitierartigen Entladungen, denen gegenüber eine Argumentation mit Gründen der Vernunft etwa so wirkungsvoll ist, wie ein Regenschirm i.n Sdirappncllfcucr. Es ist deshalb verderblich, den Anti* semiiismus durch Widerlegung der gegen die Juden erhobene Anschuldigungen, die in Wirklichkeit nur Scheinar.schukiigungcii sind, belieben zu wollen. Dadurch wird nur eine Infizierung der jüdischen Seele mit dem ansteckenden Bazillus des Juden* hasses bewirkt. Die erste Forderung muß daher für uns eine Abkapselung unseres Innern gegenüber allen offen- oder kryptoantisemitisehen Aeuficrungcn sein. 2. ln erhöhtem Maße gilt diese Forderung gegenüber unserer Jugend. Es gibt keine Abhärtung der Seele gegen solche geistige Ansteckungen. Die vertrauensvolle Seele des Kindes vermag nidit, die Wirkungen des dauernd cingcträufelteil Giftes zu verwinden, um so mehr als die jüdisdie Seele an sich infolge der jahrhundertelang währenden geistigen Beschäftigung ■der Juden für Psydioscn aller Art außcrordentlidt empfänglich ist. Jüdisdie Schufen mit jüdischen Lehren sind daher unbedingte Notwendigkeit und können durch Palliativmittel, wie jüdisches Haus usw. nur unvollkommen ersetzt werden. 3. Demgegenüber sind die äußeren Wirkungen des Antiscmitisimrs, so beklagenswert sie im einzelnen audh sein mögen, nur von untergeordneter Bedeutung, da sie zwar Einzclindividuen, nidit aber die jüdisdie Substanz treffen. Auch liier ist eine crfolgrcidte, mit zugänglichen Mitteln betriebene Abwehr nur dtirdi die Herstellung der Solidarität aller Juden der Welt, soweit es sich um Bekämpfung des ebenso solidarischen internationalen Antisemitismus nandelt, möglidt. Altes jüdische Eingehen auf die von den Antisemiten uns nahegelegtem Spaltungstcndcnzen, alles ״Abrücken“ ist verderblich, da es eben auch lii.'r eine ernste Parade auf eine Finte, auf einen Sdieinhicb darslcllcn würde. Zweigs ntclu■ als zweistündige Ausfall rang tn wurden mit gespanntester Aufmerksamkeit angellütt. Arnold Zweig hat, wie wir hören, für den Herbst eine Vorlesung aus seinen Werken In Nürnberg, zugesagt. Wir sind überzeugt davon, daß der Dichter Zweig bei uns dasselbe Verständnis finden wlrdi das dem Politiker in 90 reichem. Maße zuteil geworden Ist. Die von Arnold Zweig in der Zeitschrift ״Der Jude" veröffentlichte Artikelserie über den ״heutigen deutschen Antisemitismus" wird demnächst in Broschitrcnfomi erscheinen. Anmeldungen ztun Bezüge dieser Broschüre nimmt das Büro der Zionistischen Ortsgruppe Nürnberg-Fürth, Fiirther Str.87, Telephon 9225, gerne entgegen. ' Bad Landeck. Am Sonntag, de:! 21. Jurti vormitiags, fand in der Schauburg eine du reu den Zionistischen Gruppenverband Nicdcrschlesicn veranstaltete Aufführung des Palästina- Films statt. De Vorführung war gut besucht, und es konnten an den Jüdischen Nationnltouds 1000 003 M. als Reingewinn abgefiihrt werden. Dieses Resultat ist nicht zuletzt der tätigen Mithilfe der Herren San.-Rat Lach mann, Dr. med. Rosen heim (Landeck) sowie Herrn Julius Schnell (Breslau) zu verdanken. n ״Hechaivcr". Die Eröffnungsfeier des fitdisdien Jugendbumlcs ״Hcctiawcr", die am 17. d. M. im Deutschen Hof stnufand, hatte in jeder Beziehung guten ErfoV. Der Ueberschuß wurde wie folgt verteilt: Der Bibliothek des ״Hediawer" 400003 M., der Kinderliilfc der N. Jüd. Frauenbundes 200000 M., der Chaluzfürsorgc 200003 M., dem Nationalfonds (Saalpost) 112000 M. überwiesen. Das Renaissance-Theater bereitet für de» Beginn der nächsten Spielzeit Heinrich Manns ״Schauspielerin“ (in einer neuen Umarbeitung), Franz Theodor Czxjkors ״Gesetz" (Uraufführung) und Andrejcws ״Tage des Lehens" vor. — ״ £ Oberspicllcitcr des Leipziger ScUausplelhause» Robert P»r k tntt als Regisseur in den Verband der Bühne. Das ZcntraMro des ״Misrachi" und ״Zeire-Misrachi" in otauslava teilt mit, daß üb 1. Juli jederlei Postsendung m! ''fresse; Zentiaibüro des Misrachä" und ״Zcire* Misradu“ Bratislava, Kapuczuiergassc 7, zu richten ir*־