Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 51-52 (29.6.1923)
- Date
- 1923-06-29
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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51/52 ,זא JUEDISCHE RUNDSCHAU r r v. )11-;!er- '•deit!:<>״ ■ ienst )י••׳ ein :;atiz!eine daß nter- )011, v.o ..!;ן cn die nben dien das alfet nach Sa בשנה 1 heil.) K'ii die 1'ee ich obwohl;11 war. freund- 11 -:druck üe. Idr mgon ciogensollte, n, was rch nur :rändert n :ßs\־c>U 2e zio- 1 nicht I ent- ‘ länglich hielten Wir allnnih• aifgnbe crechte immer leferafre Dii ser tik get wird, c, was onderii Kräfte Arbeit t wird!ersieht /orausnn Sie er zur ׳, auch 1 habe iit in geid daß irnsten c zum große ic zio-;ntschiditige •u der 'orausglaube 1 Ziokann iß 11.1t ׳iigrcß ringen nd es ■t roter sieh : ins- Welt- Adolf er lenn und :samt- Jeher- Mittel sehen c!/ic11 rfüllt. rbeitl '■ Uhr Seite 327 Bur arabische Kongreß gegen dea Bcdscftas-Vertrag Jerusalem, (J, C. B.) Der soeben in Jaffa tagende pdastincnsisch-arabische Kongreß hat eine Delegation cwäiilt, die sich nach London begeben soll, «111 dort gegen den Vertrag zwischen Oroßbritanniert und dein König Hussein von Hcdsc.l1as aufzutreten, Michel Effendi Bairut aus Jaffa, eines! der beiden Christliehen Mitglieder des vorigen Advisory Council, erklärte in einer Rede auf dem Kongreß, daß die Be st tuerung in Palästina unter der britischen Verwaltung sechsmal so hoch sei, als sie unter den Türken gewesen ist. Ein einziges Rcgicruiigsdepartctncnt habe infolge der lästigen und überflüssigen Einführung von dreioffizicllenSp rachen im Lande 200 000 Pfand ini Jahre für Uebcrsctzungen verausgabt. Die Resolutionen des arabischen Kongresses London. (J.C. B.) Die National Political-Ligne in London teilt mit, sie habe vom Sekretär des pnlästinonsisch-aiabisdicn Kongresses in Jaffa eine Kabeldcpesclie mit der Mitteilung der vom/ Kongreß gefaßten Resolution erhalten. Es sind u. a. die folgenden Rcsojutionen angenommen worden: 1. Der englisch-arabische Vertrag, wie er in Palästina veröffentlicht wurde, wird abgdehnt, 2. Die Exekutive wird ermächtigt, das Besteuerungswesen in Palästina zu studieren, die Steuern sind, wenn nötig, zu boykottieren- 3. Der Boykott der Ruthenberg-Konzession wird bestätigt. 4. Es wird gegen die mit Bezug auf die öffentliche ׳ Sicherheit gezeigte ״schmachvolle Schwäche" protestiert. Jerusalem. (J.C.B,) Der arabische Kongreß hat eine Resolution gegen die Durchführung der Palästina-Anleihe angenommen. In einer weiteren Resolution wird die Regierung aufgefordert, nur Arabisch als offizielle Sprache anzuerkennen. Der Kongreß fordert ferner die Uebcrgabe des Erzichungs- Wesens in die Hände der Araber, sowie die Befreiung der politischen Gefangenen. Jerusalem, (J. C. B.). Der palästincnsisch-arabische Kongreß hat Musa Kazitn Pascha zum Präsidenten gewählt. ׳Bekanntlich war Musa Kazirn Pascha der Führer der arabischen Delegation in London, die seinerzeit in der englischen ()Öffentlichkeit eine intensive antizionistische Tätigkeit entfaltet hatte. Revision der englischen Palästina * Politik gefordert Im englischen Unterhaus fragte Sir Frank Sandcrson, ob mit Rücksicht, auf die wiederholten Mißerfolge der Regierung, eine lebensfähige,. gesetzgebende Versammlung herzustcllcn, Mißerfolge, die bestätigt sind erstens durch die Tatsache, daß die Paliistinarcgicrug am 29. Mai die Wahlen null und nichtig erklärt hat, zweitens das Mißlingen der Bildung einer Gesetzgebenden Körperschaft und drittens die Weigerung der arabischen Bevölkerung für die Kandidaten des Advisory Council zu stimmen ob angesichts dessen -- die Regierung die ganze Palästinapolitik einer neuerlichen Erwägung unterziehen und eine von der Mehrheit der Einwohner dieses Landes, Mohammedaner, Christen und Juden gewählte nationale Verwaltung mit der Kontrollgcwalt über ihre eigenen inneren Angelegenheiten zugcstchen wird. Mr. Ormsby Gore erwiderte darauf: ״Es war nie die Rede davon, daß die arabische Bevölkerung eingeladen werde, für Kandidaten des Advisory Council zu stimmen." llnterhausdcbalte London, (J. C. B.) Im englischen Unterbaust 6tcfUc der Kommandeur Kcnworthy dein Unterslaatssckretär der Kolonien folgende Fragen: 1. Ist unlängst ein Abkommen zwischen der britischen Regierung und der arabischen Regierung von Transjordanien abgeschlossen worden? 2. Beabsichtigt die britische Regierung den Inhalt dieses Abkommens dem Parlament vorzulcgcn? 3. Wann gedenkt die Regierung das Abkommen dem Parlament zur Rutiluicning zu unterbreiten? Der Unlerstaatssekrctär der Kolonien Ormsby G-ore erwiderte: ״Die Antwort auf dis erste Frage ist ein Nein. Die zweite und dritte Frage wird dadurch hinfällig," Kommandeur Ken wort hy: ״Hat die englische Re- Kimm׳! auch keinen Vertrag, keine Vereinbarung und keine Konvention mit den arabischen Herrschern von .Transjordanien in Erwägung gezogen?" Unterstaatssekretär der Kolonien Ormsby Gore; ״Es wurde lediglich die Frage diskutiert, wie die britische Regierung ihre aus dem Mandatsystein sich ergebenden internationalen Verpflichtungen am besten erfüllen könnte, imd zwar auf die Weise, daß dieselben mit der größten Freiheit der arabischen Verwaltung in Transjordanicn sich vereinen *"■!«ו. Sobald diese Besprechungen beendet sein werden, werde ich trachten, eine diesbezügliche Erklärung hier ab- »!geben.״ Kommandeur Kenworthy: ״Wird denn kein Vertrag abgeschlossen werden? < Unterstaatssekretär Ormsby Gore: ״Ich glaube nicht." Das Untcrhausmitglied Becker fragt hierauf: ״Wurde zieht die Aufmerksamkeit des Kotonicnmimstermm* darauf gelenkt, daß die Regierung von Palästina erlaubt, daß gesetzliehe Vorschriften, wie fast Pille Stadt- und Dorfnamcn aus Arabischen, Römischen und Griechischen ins Hebräische 1*•׳ngcäiidcrt werden? Ist die Regierung nicht bereit, der t'&Sihiiia-Rcgicrung diesbezügliche Vorstellungen zu machen?“ _Unterstaatssekretär Ormsby Gore: ״Ich habe keine Gründe anzuncluntn, daß diese Tatsache der Wirklichkeit ent- *?rieht, ich hatte also kein’e Gründe, der Palästina-Regierung Voritclhingcn zu machen.“ Mr. Beel: er: ״Hat nicht die Regierung Nachrichten!,aSitma!. ■alten, daß die ^zyber sich über den lang: beabsichtigt die Regierung nicht, falls sic solche Beschwerden weiter erhält, die Konzession au Ruthenberg zurückzuziehcn?“ Unterst;!,itssekfdiir Qrmiby Oort! ״Ich habe keine derartigen Informationen erhalten. Der zweite Teil der Frage beruht auf einer Hypothese, und ich bin deshalb nicht in der Lage, darauf dnzugehen.“ ״Daily Cltroiiiclß“ £Ilr die zionistische PoEillk London. (J.C. ß.). Die Zeitung ״DailyChronicle“, (die als das Organ Lloyd Georges gilt, veröffentlicht einen Artikel, der mit aller Entschiedenheit für die zionistischc Politik der englischen Regierung cintritt. ״Die Regierung", schreibt u. a. ״Daily Chronicle", ״müßte die erste beste Gelegenheit benutzen, um die öffentliche Meinung im Wege des Parlaments über ihre Palastinapoli tik vom zionistischen und britischen Standpunkt aus zu klären. Die Araber wurden in der Annähme bestärkt, daß die öffentliche Meinung Englands nicht hinter den Regierungen steht, die die englische Politik in Palästina verantwortet haben. Die englische Regierung ist imstande, die Araber von diesem Glauben zu befreien.“ Sir Herbert Samuel nach London abgereist Jerusalem. (J. C. B.). Sir Herbert Samuel hat am Mittwoch, den 20. Juni Palästina verlassen, um sich nach England zu begeben. Abreise Dr. Welzmanns aus Amerika Dr. Weizmann ist am Dienstag, den 19. Juni, an Bord der ״Mauretania" nach London abgereist. I.orrls Roscnfcld gestorben New York. (J.C.B.) Der große jüdische Arbeiierdiehter Morris Rosen f cid ist am Freitag, den 22. Juni, morgens in New York gestorben. Der Dichter hat ein Alter von 60 Jalireti erreicht. (Eitle Würdigung des Dichters behalten wir uns vor.) Usslschkln — 60 Jahre Am 14, August 4 J. wird Ussischkin 60 Jahre alt. Wie ״Haolam" meidet, trifft man in zionistischen Kreisen umfassende Vorbereitungen, um die Geburtstagsfeier Ussischkins in würdiger Form zu begehen. Unter anderem wird die Gründung eines besonderen nationalen ,Werkes geplant, daß Ussischkins Namen tragen soll. Jsbollnskl in Berlin Berlin, ,(J.C. B.) Wladimir Jabot ins kl Ist in Berlin cingctroffcn und gedenkt sich hier dauernd niederzulassen. lekrlällc in Palästina Laut den letzten Meldungen sind neuerliche Ueberfällc arabischer Banditen in Palästina zu verzeichnen. So ist Kapitän Swan von der britischen Gendarmerie in Palästina Freitag abend bei einem Ucbcrfall auf der Chaussee zwischen Ramie!! und Jaffa getötet worden. Die unbekannten Täter sind entkommen. Auch ein mit Juden besetzter Wagen wurde überfallen, wobei ein Jude erstochen wurde. Die New Yorker Staatsbank und die Anleihe von Tel-Awiw New York, (J.C. B.) Zwischen den Vertretern der New Yorker Staatsbank einerseits und den Bevollmächtigten der Stadt Tel-Awiw andererseits ist eine Vereinbarung getroffen worden, wonach die New Yorker Staatsbank samtliehe noch nicht placierten Obligationen der Tel-Awiw- Stadtanleihe käuflich erwirbt. Seitens der New Yorker Staatsbank Unterzeichnete deren Präsident Mister Richard das Abkommen. Die Stadt Tel-Awiw war durch ihren gegenwärtig Inden Vereinigten Staaten weilenden Bürgermeister D i s e n g 0 f f und durch den amerikaniselten Richter Bcriurd Rosenblatt vertreten. Bekanntlich betrifft die gesamte Anleihcsumme 75000 ägyptische Pfund, Eine Filiale der Anglo Palesllne Comp, in Tel * Awlw Jerusalem, (J.C.B.) In Tel-Awiw wird eine Filiale der Anglo Palcstino Comp, eröffnet. Die Fililalc wird sich mit der Durchführung aller ordnungsmäßigen Bankoperationen befassen. Die Vorkonferenz über Jugendfragen wurde am Sonntag Vormittag um!/!,IO Uhr von Herrn Rechtsanwalt Felix Rosen blii th eröffnet. Die Tagung ist ziemlich stark besucht. Nachdem die Herren Paul Hirsch für das K.J,V. und Benno Cohn für den B!nu-Wciß kurz über den gegenwärtigen Zustand ihrer Bünde, vor allem über die Frage des Standes der Werbearbeit, kurz referiert haben, erhält das Wort der Refcrent Kurt Blumenfeld. ‘1״«ea Fe!', .1. des :rei^ bckjagca und Referat Blnmcnlcld . ׳ Es muß heute wieder einmal die Frage gestellt werden; Sind wir noch Zionisten, was ist Zionismus? Es ist zu bemerken, daß in der Bewegung meid mehr überall die »Ke Frische herrscht, daß es Anbiegungen gibt, die das Sein oder Nichtsein unserer Idee berühren. zCionisinus ist die _ Aufgabe unserer Generation, Palästina zu erbauen. Zionismus ist säeularisierter Messianismus. Der Zionismus ist eine ״zeitliche Bewegung" im Gegensatz zu jenen ״ewigen" Bcwftguiigcn, die dadurch charakterisiert weiden, daß ihre Erfüllung auch auf eine kommende Generation verschoben werden kann. Der Zionismus ist eine lebendige Bewegung, die _ das Ziel mit solcher Deutlichkeit ausspricht, daß es ,möglich ist, such tiixju Mü’erfofg st konstiücrca* Zfoniunu* * ׳״־-.<». ***.,, >'tt ׳ * >* .•*״■•• ■■ •״•* ,. •־יי bedeutet für uns Lösung der Judenfrage und nicht bloß \efbcsscrung der Lage der Juden durch den Zionismus. Wir vertreten den Gedanken, die durch Minorität und Uiiprodimhvitiit unhaltbar gewordene jüdische Weltlage durch die eiche!• fiiliruiig zu Majorität und Produktivität in Palästina zu andern. Zionismus ist mellt nur verstehende Liebe, sondern erfordert unbarmherzige Klarheit und darf bei der Liebe nicht stellen bleiben. Die heutige Unklarheit beruht vielfach darauf, daß es für den hier Lebenden schwer ist, in ständiger Spannung zu leben und gcvvhscniiaBen auf der Steile zu treten. Der Glaube an Europa, der vor dem Kriege bei vielen unserer Menschen hcrrsaitc, ist jetzt verloren gegangen. Der Zion«*- mus aber ist in gewissem Sinne wirkiidv ein Geschenk Europas an die Juden, Es ist richtig, daß wir spater in Palästina nicht ein Vorposten Europa׳;, sondern der Teil eines neuen Asiens werden sollen. Aber «s darf siet« nidit darum handeln, hier den Orientalen zu spielen, sondern hier ist ernste Auseinandersetzung mit Europa nötig. Es gibt einen Krris im deutschen Zionismus, der versucht, das erst in Palästina zu verwirklichende Ziel vorwegztmehmen und sieh, wie man es in diesem Kreise nennt, ״unterwegs einzurichtcn" oder schon hier ״fertig" ת» werden. Aber Fertigwerden bedeutet für uns, in PaüEtina Möglichkeiten des jüdischen Lehens zu finden. Der Frankfurter Krci* will auf jede Wirkung nach außen verzichte!« bis er reif geworden ist. Als Z׳onisten aber werden s׳c im Cialuth nie reif werden können und deshalb auf jede _ Wirkung verzichten müssen. Es gibt eine Verführung «.furch 'die unendlich reichen Schätze upserer Vergangenheit, die umso größer ist, wr11n man die Entwicklung leugnet und glaubt, daß die bloße Rückchr genüge. Es ist bestenfalls ein Humanismus, was man in diesem Kreise predigt, keine wahre Renaissance. Man sucht Anlehnung an etwas zu finden, was stärker zu Bein scheint als unsere Aufgabe. Wir aber brauchen eine Rückchr im nationalen Sinne, neue Deutung und neue Form des Lebens. Jener Kreis dagegen kam dazu, Herzl, den Anfang unserer neuen Entwicklung, als illegitimen Führer zu bezeichnen. Sie werden Recht helialtrn, wenn der Ziomsmtis unterliegt. Für diesen Fall bauen sie ein geistiges Zion, eine Stätte des Rückzugs. Alter an der Ausführbarkeit zweifeln darf nur der Außenstehende, wir, die selbst da* Werk durchführen, können nidit zweifeln. Neben dieser Richtung gibt cs heute eine zweite, die das gegenwärtige, unbekannte Judentum zu entdecken sticht, und die auch hier in dem jiddisch sprechenden Judentum unserer Tage mit wahrer Entdccktmgsfretidc neue Schätze findet. Aber es ist falsch zu glauben, daß es Teile (Us jüdischen Volkes gibt, die den Zionismus weniger brauchen als andere Teile. Hier ist Kenntnis zu gewinnen als Furtdlentng der zionistischen Notwendigkeit. Aber es kann kein Ersatz unseres Werkes hier gefunden werden. Es gibt auch Kreise mit richtiger Erkenntnis und richtiger Theorie, die aber müde geworden sind, die sich abgefunclcti haben, die ni־ht nach Palästina gehen zu können meinen ■ und irgend eine Oaiutharbcit als Ersatz suchen. Es sind vielfach gerade Menschen mit besonderem Pflichtgefühl, die glauben, nicht nach Palästina gehen zu können, weil sie dort nur in unproduktiven Berufen tätig sein könnten. Ist diese Erkenntnis stark, so bleibt der Mensch ungebrochen. Denn der Zionismus ist auch eine Gafuthbcwcgung, die hier neue Menschen schaffen wiii. Aber es ist falsch, wenn *olcbe Kreis« glauben, sich nicht mehr palästinozentrisch nennen zu können, flire Aufgabe ist die Leine des Ziottismn* aufrecht zu erhalten, um es zu verhindern, daß es palästinozentrische Bewegungen gibt, die nidit im Besitz der ganzen zionistische^ ,Lehre sind.. . , >,.! > ,.'..1.. ........\ Eine sehr ernste Vcrfallerschcimmg■ ist in dem Kreis zu finden, der nur Europa sieht. Zwar ist die Gefahr völliger Assimilation in Deutschland nidit allzu groß, aber immerhin jetzt nach dem Kriege sehr bedeutungsvoll. Es gab Zeiten höchster Kultnrb'ütc der anderen Völker, wo unsere Assimilation zwar gefährlich, aber audi fruchtbar werden konnte. Das ist jetzt nicht der Fall. Heute wirkt die von den besten Deutschen als demoralisiert empfundene deutsche Gegenwart als Deutschland und Europa. Das wertvolle Deutschland der friihcrcn Zeit nahmen wir auf, imi uns von ihm zu distanzieren,!deute aber nimmt man das gegenwärtige Deutschland auf, ohne Distanz, zu gewinnen. Es entsteht vielmehr jene eigenartige Mischung von pnläsfinozentrischer Tendenz und deutscher Umwelt. Inhalt und Stil der Kundgebungen jener Kreise sind dafür charakteristisch. Wie in der iveutigen deutschen Welt bevorzugt man unklare abstrakte Ausdrücke statt konkreter Inhalte, indem man z. B. von ״Geist" und ״Wirklichkeit" spricht. Warum übernehmen Zionisten diese Dinge, denen es doch unwesentlich ist? Vielleicht deshalb, weil man von ihnen eine Theorie verlangte und sie statt einer Theorie diesen bloßen Behang wählten. Ich glaube diesem Kreise seine Wirklichkeit, nicht »eine Darstellung. Hier wird der entscheidende Teil unserer Arbeit geleistet. Aber die Führer dieses Kreises sind außer Stande, sich bei den Zionisten außerhalb ihres eigenen Kreises als Füll rer darzustellen. Sonst ist Unklarheit bei den Geführten, Klarheit und Methode des Denken״ Es ist nicht der Unterschied Das Beste, was sie von Europa lernen könnten, ist Klareit und Methode des Denkens. Es ist nidit der Unterschied einer neuen und alten Generation. De sh wir kämpfen für dieselben Ziele und unsere Kritik ist gerade, daß diese Jugend In manchem nicht vorwärts geschritten ist. Wir haben sie nidit nur nicht gehemmt, sondern sie stets gefördert, ja, cs ihnen zu leicht gemacht. Der ״wirkliche Mensdi" beruiiigt sich nicht mit seinem gegenwärtige* Zustand, sondern will weiter. Die exhemen Richtungen träger daran etwas die Schuld. Man lehnt jetzt das Lernen ganz ab. Aber das ist falsch. Was gefordert werden muß, ist das Lernen der Zionisten. Zionismus ist neues Lehen, da» sclron hier bcginnt und durch Lernen jüdischer Dinge kommt man ihnen auch näher, Wie Menschen erst lernen müssen, Bilder zu betrachten Und künstlerisch zu beurteilen, so muß auch Judentum gelernt werden, damit man cs selten und verstehen kann. Das ist gewiß künstlich und nicht natürlich. Aber der ganze Zionismus geht nidit vom gegebenen jüdischen Leben aus, sondern von dem Leben, dari wir wollen. 1 ׳ Es muß gefordert werden, daß man sowohl den Verfall des gegenwärtigen Judentums, wie das ganze Europa kennen lernt, um es :11 überwinden. Es muß die Kenntnis des Zionismus gefördert werden, die ־zeigt, daß die nach Palästina gerichteten Gruppen die zionistischen sind. ״Wir brauchen eine Einheit dieser Jugend, die auch denen Halt gewähren kann, die nidit den Weg nach Palästina finden. Nicht nur gemeinsames Lernen, auch gemeinsamer geistiger Besitz und gemeinsame Theorie sind erforderlich. Palästina soll nicht nur abstrakt im Programm stehen, sondern eine Wirklichkeit sein, was nur bei Kenntnis der realen Faktoren des Aufbaues möglich ist. Nidit nur ״eingliedern“ soll man *ich in die Arbeiterschaft Palästinas, was ja nur bedeutet, daß man nicht auffällt, sondern gleidiberediiigt so!} mau ihr werden. Endlich_ muß Kenntnis der Organisation verlangt werden und Mitarbeit in •ihr. Die Organisation ist mechanischer geworden, aber nicht durch Schuld ihrer Führer, sondern durch Schuld derjenigen, die nicht mit.vbci'ctcii. Zi:\s1i<mus bcdcutzt Ver- «inhcitUchuiiR des diiPren.iertca Judentums. Drsiia’.l׳ dürfen Oruppcn sich niciit Isolieren. Nunmehr folgt die Diskussion, die sich mh ein:; Mittagspause bis gegen 1» Uhr r..!d1;,.,d r s |1:n/i;ln.