Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 51-52 (29.6.1923)
- Date
- 1923-06-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2652595-2652502-2652549--16664-2674331- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 322 juf.d E RUNDSCHAU Nr. 51/52 «Intritt solcher Persönlichkeiten in die Agency abhängig machen Will! Wenn wir jetzt die lebenslangen, ununterbrochenen Bemühutigcn Theodur Herzig?ur Gewi/mimg jüdischer Notabein durch sein eigenes Zeugnis neu keimen gelernt haben, wenn Wir sdieji, wie fast jede seiner Kombinationen una jeder neue Plan auf der Mitwirkung dieser Notabein basiert, da sie eben nicht ausschaltbar sind, und wenn wir unsere heutige Stellung iiincn gegenüber mit der geradezu erschütternden Vergeblichkeit der" Herzischen Versuche vergleichen, dann kann mun es vielleicht gar nicht so sehr als Hochmut, sondern nur n!9 völlig irrealen Doktrinarismus bezeichnen, daß man die Gewinnung dieser Kreise von vornherein ausschaltcn will. Gewiß kann, man verlangen, daß die Personen, denen wir das höchste Amt, das dos jüdische Volk beute zu vergeben hat, anvcrtraucn, als hierzu geeignet erscheinen und daß sie nicht unserer nationalen Aufgabe gefährlich werden können, Es darf kein Zweifel gelassen werden, daß diese Aufgabe *ine nationale ist, daß wir in Palästina nicht ‘eine, son- ,dem die nationale Heimstätte für das< jüdische Volk «!*richten wollen, daß ferner der Gedanke des jüdischen Volksiums u!1d seiner Heimat den Primat bei allen Eutsehciaungen, die ihn betreffen, haben muß und daß dieser Primat fluch von allen AUtgliedern der Agency anzuerkennen ist. ׳All dies um1 klar ausgesprochen werden, schon aus <10,n Grunde, <lnmu uns selbst spater nicht der Vorwurf gemacht werden kann, wir hatten bei den Verhandlungen Irgendwelche ,Unklarheiten gelassen, um nur einzelnen Personen den An- Schluß zu ermöglichen. Im übrigen!mißten wir wohl soviel Vertrauen zu der Exekutive haben, die wir auf dem Kongreß zu den Verhandlungen ermächtigen sollen, daß sie nur solche Männer zu.m Eintritt in die Agency auffordert, yon denen sie mit Bestimmtheit anndmicn kann, daß sie aktive und nützliehe Mitarbeiter sein werden. Was den technischen Aufbau der Agency anlangt, so gibt der Vorschlag der Bildung eines Councils, der aus seiner Milte eine Exekutive wählt, die Möglichkeit, die Judenheiten der wichtigsten Länder in ihm vertreten zu sehen. Der Interterritoriale Charakter der Agency daH aus naheliegenden politischen Gründen unter keinen Umständen verwischt weiden. Ueberdies wäre durch einen solchen Council, ,Venn nndi recht unv! llkoininen, eine kontrollierende Instanz gesell,111011, der die Exekutive der Agency midi vernnt• wörtlich wäre. Die Zionistische Organisation hat durch ihre bisherige Arbeit, die Zahl ihrer organisierten und nichtorganisierten Anhänger und ihre politische Stellung als bishcrige Apenev Anspruch darauf, die Hälfte der Mitglieder dieses Council als ihre Vertrete, in die Agency zu entsenden, ein schon im Council des Keren Hajessod gegebenes Vertrctu11״svefhält11is, das von nielitzioiustischcr Seite nicht heimstandet wurde. Die ande.e Hallte soll aus Repräsentanten der judenheiten der cinzdacn Länder, die im Wege der dort öffentlich anerkannten jüdischen Vertrclnngskörpcrschaltcn oder der grollen und führenden Organisationen des Landes gewählt werden sollen, bestellen. Der' Keren Hajessod kann neben Agency und Zionistischen Organisation als dritte selbständige Organisation schon aus rein organisatorischen Gesichtr.pnuktcu kaum bestellen bleiben ■und soll es auch aus dem Grunde nicht, weil eine der Hauptaufgaben der Jewish Agency die größtmögliche Steigerung der Keren Hajessod- Einnahmen wird sein müssen. ■Als gesamtj üdischc Institution kann er demnach auch der ges a m t j üd is chen Agency unterstellt werden. Wenn Jetzt gefragt wird, welches das Schicksal der Zlonistisclien Organisation sein wird, sobald die Agency gebildet ist, so ist auf diese häufig gestellte Frage nur die eine! Antwort möglich: Die Zionistische Organisation wird genau ׳ so weiter bestehen wie früher. Sie wird, ebenso wie heute ~ praktisch fast «Ile Mitarbeiter zur Finanzierung des Palästina- Aufbaues und für diesen selbst stellen. Sie wird, ohne befürchten zu müssen, daß durch die Identifizierung der ziojiisiiicäeii Propaganda mit der allgemeinen Palästinapropaganda diese letztere Abbruch erleidet, in viel ungehinderterer und freierer Entfaltung aller geistigen Kräfte für Ihre nationalen und i'-aliisliiia-ldealc eintreten können. Sie wird der großen E r z i e 111111 g s a 11 f g a b e, die sic im Qaluih hat, sieh viel mehr als bisher wieder zuwenden und ihr auch mehr gerecht werden können. Und wir dürfen wohl im Vertrauen auf die Kraft unserer Idee hoffen, daß durch die praktische Mitarbeit und die dadurch gewonnene tiefere Kenntnis des Landes und des Volkes nicht mir die Niclitzionistcn der Jcwisli Agency 1ms immer näher kommen, die Unterschiede immer mehr verblassen werden. Sondern durch diese stärkere und freiere Auswirkung der tieferen seelischen Kräfte unserer Bewegung werden wir jüdische Menschen erfolgreicher und häutiger in den fiarjn unserer Organisation ziehen, als es durch die äußeren revolutionicrcnuen Erschütterungen der Kriegs• und Nachkriegszeit der Fall war. Und sollte wider alles Erwarten dieser wirklich große Versuch der Heranziehung von Niclitzionistcn, nicht nur zur Mitarbeit, sondern auch zur ■Mitverantwortung mißlingen, dann wird die in ihrem Bestand ungeschmälerte Zionistische Organisation stets in der Lage »ein, ihre historische Aufgabe wieder allein zu übernehmen. Es wäre schließlich noch die Frage zu erörtern, wie die Agency und der Plan des Palästina-Weltkongresses in Beziehung tu setzen sind. Der Grundgedanke beider, die Heranziehung weiterer jüdischer Kreise, die noch außerhalb der Zionistischen Organisation stehen, tritt in beiden Formen der Organisierung klar hervor. Wieder ist zu betonen, daß die Verwirklichung des einen Planes nicht die des anderen unnötig macht oder hindert. Fs wird wohl niemanden geben, der ans giundsätzliclicn Erwägungen den Weltkongreß ablclmcn kann. Ab- 'gesellen von der ideellen Erforderlichkeit der 8m Weltkoiigrcßp'an zum Ausdrucke gelangenden Idee, auf ■ die ich jetzt zu sprechet! komme, scheint mir ein anderes wichtiges, gewissermaßen konstitutionelles Erlordernis für ihn zu sprechen. Es gibt im Orunde keine andere Möglichkeit der Erneuerung der Agency als den Pafüelinakongreß. Andere jüdische Organisationen'kennen die ׳Verantwortlichkeit der zionistischen Leitung nicht. Die Führer dieser Organisation sind, solange sic nur selbst wollen, faktisch auf Lebenszeit gewühlt. Fine Abberufung auch durch den Council der Agency kommt infolge dieser völligen Identität zwischen dem einzelnen Repräsentanten und der Organisation, die er vertritt, ebenfalls nicht in Frage, cs sei denn, daß der Council diese Organisation selbst abberuft, d. 11, sie zum Austritt veranlaßt. So erscheint die Schaffung eines wirklich übergenrdnelru neuen Forums, das als solches von vornherein anerkannt wird, auch schon verfassungsmäßig als eine Not- , wendigkeit. Gleichzeitig liegt darin schon ausgesprochen, daß ohne den consenr.us omnium der Palästina-Weltkongreß vielleicht in einer rudimentären Form durchführbar ist, aber . die Funktion der Erneuerung der Agency dann nicht übernehmen kann. ׳ Was in dem Gedanken des Palästina-Weltkongresses zum Ausdrucke kommt, ist eigentlich nichts anderes, als die Idee der Einheit des jüdischen Volkes, der Klal Jisroel-Gcdanke, und die Verpflichtung des gesamten Judentums für Ercz-Israel. Insofern muß der Pa astina-Welt- Kongreß als ein integrierende.: Teil des zionistischen Programms angesehen werden. Immer wieder hat die zionistische Be• weguag den Anspruch erneuert, keine bloße Partei im Ziotiismus zu bilden, sondern die Volksgesamthcit zu repräsentieren und die Zionistische .Organisation zu ihr zu erweitern. Der Palästina-Weltkongreß erscheint als die zulänglichste Form der Verwirklichung dieses Anspruchs, der auf keinen!Teil dea Volk ca verzichtet, So liegt es im ,Wesen der zionistischen Idee, daß unsere Bewegung die leidenschaftlichsten Anstre:!• runden stets erneuert, die Volksgesamthcit bl) zur «uHersten Peripherie für die Wiedererlangung der nationalen Heimstätte zu gewinnen. Die ideell® Erfordern׳.hkeit dea!»aastma- Weltkongresses ist daher unabhängig und tmberuhrbar von taktischen Erwägungen und praktischen Bedenken, Es muß aber leider gesagt werden, daß die gleiche Ängst• liehe Politik der Sicherungen und Garantien wie in der Frage der Agency auch der Frage des Weltkongresses gegenüber an die Stelle der Zuversicht und des Vertrauens auf die Stärke des zionistischen Gedankens getreten Ist. Hier aber mußte eine solche Haltung verhängnisvoll werden. Denn ohne Schwung, ohne Begeisterung, ohne die ״Stnatsstlmmung‘‘ de» ersten Kongresses, vielleicht auch — wie zugegeben sei — ohne die Abstraktion von der Problematik des Unternehmens und Von seinen großen Schwierigkeiten kann eine solche Volksbewegung nicht begonnen werden. Ist liier somit deutlich und in bewußter Schürfe die Intention unserer Arbeit, der Im pul« unseres Handelns gekennzeichnet, so dürfen doch in einem tiefer liegenden Bereiche unserer Erwägungen und Entschlüsse, dem politischen, die tatsächlichen Gegebenheiten nicht außer acht gelassen weißen. Entscheidend ist der Wille, ist unser Wille. Dali dieser Wille sielt jedoch durchsetzt und mit eien geringsten Widerständen sein Ziel erreicht, hängt von der wcgriclr.ung ab, in die er gelenkt werden mul). Wären auch die Freudigkeit, der starke innere Antrieb, der Impetus des Handelns gegeben, die am.Beginn einer solchen Bewegung stellen müssen, so der Herstellung Voraussetzung wichtigsten tür den Kongreß hätte doch die tatsächliche einer Ucbcrclnstiinnunig der zu gewinnenden Teile des müsse!!. Beide stehen aber Judentums and! gegeben sein wieder in Wechselwirkung, und ganz aussichtslos erscheint cs, jemand anderen zu überzeugen oliiicsclbstimGrunderechtüberzeugtzuscin. Ein Rumpfparlament aber anzustreben, d. h, von vornherein davon durchdrungen zu sein, daß in diesem Zeitpunkt nichts anderes in Frage kommt, halte ich für verfehlt. Und taktische und sonstige untergeordnete Gesichtspunkte dürfen ebensowenig für wie gegen den Weltkongreß geltend gemacht weidm. So muß durch unsere eigene Schuld der Zeitpunkt der Einberufung des Weltkongresses verschoben werden und au Stelle der fehlenden Wucht und des Ungestüms der Kongrell l>c wegun g, die wichtiger ist, als der Kongreß selbst, von der eine anlrütielnde Wirkung auf weite Volksschichten an’-1;e:p>nr;c!1 wäre und die somit auch die zionistische Arbeit neu belebt liätle, muß jetzt die langsame, schrittweise Vorbereitung und 1:1׳ z i c lui n g d e s Volke* treten, bis wieder einmal'in einem Augenblick der Reife und Spannung aus den beiden Polen, der Idee und der Wirklichkeit, der Funke springt, der beide verbindet. Was bereits in der amerikanisch-jüdischen Kongreßbewegung während des Krieges der Fall war, daß auch die Noiabcln sich dem Druck der öffentlichen Meinung und der demokratischen Volksmasse nicht entziehen konnten und eine Verständigung anstrebten, die ihnen die Teilnahme am Kongreß ermöglichte, ist jetzt nicht zu erwarten. Denn wir haben es verabsäumt, die Bildung einer einheitlichen jüdischen Meinung bi der Welt vorzubereiten. So bleibt nichts anderes übrig■, als *Ich mit der gegebenen Situation abzufinden und den fiir die Agency zu gewinnenden Niclitzionistcn nicht hinsichtlich des Wcltkon• grosses Bedingungen zu stellen, die sie heute zweifellos nicht akzeptieren würden. Daß wir trotzdem an der Forderung dös jüdischen Welt• kongresses für den Palästina-Aufbau f e 8 t h a 11 e n müssen und die Exekutive den Auftrag erhalten soll, die nichtzionistisehen Mitglieder der Agency für die Teilnahme an dem K011greß zu gewinnen, daran möchte ich keinen Zweifel lassen. Es ist meine persönliche Ueberzeugung, daß diese Nicht• Zionisten, die 111 der praktischen Arbeit für Palästina mit den ihnen bisher noch gar nicht bewußt gewordenen tieferen Kräften des jüdischen Volkstunis in Berührung kommen werden, mit der Zeit selbst das ßedufnls empfinden werden, Rechenschaft abzulcgcn und jicli von dem zu klaren Aus• druck gelangten Vertrauen des Volkes getragen zu wissen, Ich habe versucht, Ihnen die Ding! so damistcllcn, wie sic sind, nichts zu beschönigen und nichts zu verbergen, vielmehr die ganze Größe, Schwere und Gefahr unserer Aufgabe deutlich werden zu lassen. Ebc1130 versuchte ich, die Schwierigkeiten und auch die Gefahren, die mit der Heranziehung von Nichtzionistei! zweifellos ver• huiidcn sind, Unten zum Bewußtsein zu bringen, und die große Verantwortung, die mit diesem Schritt verknüpft Ist, zu kennzeichnen. Wenn ich trotzdem in der Frage der ge• mischten Jcwisli Agency und des Palästina-Weltkongresses zt» positiven Ergebnissen gelangt bin, so liegt dem die Er• kcniituis zugrunde, daß dem Wagnis unserer Aufgabe auch ein solches ihrer Realisierung notwendig ent• sprechen muß und daß die letzte und höchste Ga״ rautie, die größte Sicherheit, die wir besitzen, 111 dem Fortbestand und der Stärkung unserer Zio• nistisclien Organisation liegt. Die Fahrt, die wir jetzt antreten, hinaus auf das offene Meer der jüdischen weit, deren ganze Weite um! Größe sich uns jetzt eröffnen soll, wird — wir wissen cs — stürmisch und gefahrvoll sein. Trotzdem glauben wir, daß uns, denen der Zionismus persönlichstes Schicksal ist, im Gründe nichts geschehen kann. Und diese tiefe Geborgenheit ist cipc andere als jene des Irdisch-zeitlichen Gefühls, von dem ich am Beginne sprach: sie ist der Sinn der Generationen und die Sicherheit der Jahrtausende. Ueber alle Not und Gefahr des Augenblicks leuchtet das große Gestirn am Firmament unseres Volksdascins, das Theodor Hcrzl einmal das endlose ideal genannt hat: cs ist die zionistische Idee, Rcleral Feuefing! Wenn man überhaupt glauben darf, daß wichtige, historische Ereignisse in der Lage sind, die Ansichten eines Volkes elementar zu ändern, so muß man sagen, daß die letzten 8 Jahre jüdischer Geschichte iibervo'i von Ereignissen waren, von dunen jedes einzelne für sich schon Imstande gewesen wäre, blitzartig die neue Situation im Judentum auch denjenigen deutlich i.l;:r:,1::!'j1c!1cn, die bis dahin nicht gewohnt waren, sieh mit der Frage des jüdischen nesamtprohlems zu beschäbigen. I>>e Ereignisse schienen denn in der Tat mich aut das Wcsüudentum nicht ganz ohne Wirkung zu bleiben, und als im Jak1917 :•.״ die ßalfmir-D.'c'aratioii publiziert, und die Zionistische Organisation mit ehern Schlage zu einem Faktor im weltpolitischen Spiele erhoben wurde, sah cs so aus, als ob die zionidische Lösung der Judenfrage auf cinmat auch denjenigen als das einzig mögliche erschien, die bis dahin nicht zu einer Betrachtung des jüdischen Problems von einem gesnm!jüdischen Standpunkt am zu bringen waren. Von rechts und links erlebten wir das gleiche: die Rotsdiild, Schiff und Lewison versprachen mit Begeisterung eine Unter• Stützung der zionistischen Arbeit, In der Anglo-Jewish-Asso■ eialion und im " ־ ' ' " die mit einem Die wichtigem jüdischen Arbciiervcrbüuüc tu Amerika, die von jeher eine scharf ablehnende Stellung zu jeder nationaljüdischen Betrachtungswciase hatten, die wegen ihrer kosmopolitischen Betrachtung des jüdischen Problems von jeher eine« Kampf gegen di« «atiotiajjüdiichen 'Arbeitecvjcrb.’fn<i« ןו;!ו!,!,)1נווו!.ו׳ו Z1IUCI1, 111 UUI WlglO-J C WIBU-ASSOboiml of Deputier gab cs Auseinander Setzungen, .1 BekcnutiiU zur lUKmti'-Dsk'.-.trctLm cmktei!, geführt hatten, erklärten sidi in flammenden _ Resolutionen für die Errichtung der nationalen Heimstätte in Palästina und hatten keine anderen Sorgen, ®U nur so rasch wie möglich eine bestimmte Staatsform für da» neue paUutiiicimsclic g« mein wesen zu »idiem. So schien es eine ZeiLang, a<» ob[ nichts zu bilden leichter «du würde als eine Einheitsfront für di« Errichtung der nationalen Heimstätte in Palästina, die von der osslniiiiertcsten Oberschicht des WcstjuilcnUmu reichen würde bis zur biiiidistiscliMcn Gruppe der jüdische״ Arbeiten sclinft. Gewiß machte sieh schon 2 — 3 Jahre spater ein! Abkühlung bemerkbar, Lines aber stand fest: der Palästina« Gedanke hatte an Ausbreitung und Intensität im ganzen Judentum gewonnen. Nur Uebcrtricbenhcit konnte glauben, daß cs richtig sei, was schon damals viele forderten: das Palästinawerk der sorgsam geübten Obhut der Zionistischen ürganlsation zu entreißen und cs dem Kreise der neu Gewonnenen zur Ausführung zu übertragen. Aber es schien nüchtern und vernünltig, z.u glauben, daß •weite Kreise der Judenheit, die bis dahin atts dem einen oder anderen Grunde von dem Pak'islinagcdaiikcn niciit im geringsten ergriffen waren, nun bereit sein würden, als ehrliche und aufrichtige Partner der Zionistischen Organisation aktiv mit Hand an da* Werk tu legen. Nun scheint mir eines gewiß: — so weit das Ostjudentum in Frage kommt, glaube ich, daß sich eine derartige Aeiidcrung in der Stellung zum Palästina-Problem vollzogen hat. Heute mögen widrige, politische und y.irtidiaftlicIreVer» hältnisse in den betreffenden Landern die Dinge niciit 80 in Erschciming treten lassen, wie sie sind. Aber idi bin sicher, daß, sobald diese wirtschaftliche Entwertung aller Werte vorüber sein, sobald einmal eine Stabilität der Verhältnisse geschaffen seht wird, die den Einzelnen wieder zum Atmen und Denken kommen killt, ich bin sicher, daß wir dann in der Masse des Ostjudentums — vielleicht bis auf einen großen Teil der Arbeiterschaft, über den ich mir kein Urteil zu bilden vage — ich möchte sagen, einen Ausbruch des Zionii- 11111s von einem Schwung und von einem Elan erleben werden, der uns seber überraschen wird, und der von diesen Massen allein um־ die Bereitstellung der Mittel für den Aufbau Palnstinas b׳ Ingen würde. Das ober gilt leider nur für den ()׳.len, uiid da nicht ah/mehrn Ist, wann eine Aeiulcning der allgemeinen Verhältnisse im Osten eintreten wird. Ist im g«• genvärtigen Augenblick die Haltung des Westjudentums und der assimilierten Schicht Amerikas entscheidend Und hier ist zu konstatieren: — wohl sind Einzelne ernstlich dem Pnllistinngcdankcn gewonnen worden, wohl haben sieh im Wcstjcdcutum hervorragende Männer gefunden, die sich bereit crkläit haben, d.c Verantwortung für das Paliistinawerk mit zu übernehmen, und die sich für die Arbeit an diesem Werk zur Verfügung gestellt haben,_ die Gruppen als solche sind unverändert geblieben. Zu einem Gefühl aktive!! Verantwortung und Verpfichtung ist es niciit ge• kommen. Der Palästina-Gedanke ist in der Westjudenlieit moderner geworden, er bat aber niciit von ihr tiefer Besitz ergriffen. Die Zahl der Palästina-I n t c r e s scn ten Ina״ größer geworden sein. Die Zahl der aktiv für Pa• lästina Tätigen ist im wesentlichen gleich geblieben mit der Zahl der zionistisch Oesonnenen, .-י . II. Nach dieser Einstellung des Oesamtjuefenium« erschaut es dem nüchtern Denkenden einigermaßen merkwürdig, von der Idee eines jüdischen Weltkongresse» für Palästina ZU Sprechen, und wenn audi manche Anhänger des Weltkongresse» versichern, daß die Frage dieses Kongresses für sie «int prinzipiell ungeheuer wichtige sei, die unter allen Umständen aut tfie Tagesordnung gebracht werden müßte, so bin idi sidicf, daß dies niciit richtig ist. ln Wahrheit ist es die finanzielle Krisis, die die Zionistische Organisation und dadurch veranlaßt, der Jischuw durchmachen, die Krisis, die cs dazu gebracht hat, daß nicht nur in den letzten beiden Jahren kaum von •einem Vorwnrbschrcitco unseres Werke!, daß vielmehr von einem gefährlichen Stillstand gesprochen werden muß, die irgenwie die Parole des Weltkongresses zu einer Frage gemacht haben, an der wir jetzt nicht mehr vorbrigehen können, die wir vielmehr auf die eine oder andere Weise erledigen miissen. Nur in dieser Situation ist es zu begreifen, dal) Weite Schichten unserer Organisation irre und schwankend geworden sind niciit nur in der Frage, ob wir allein imstande sein werden, das begonnene Werk foitzu• setzen und zu Ende zu führen, nein, zum großen Teile irre und schwankend an der Idee des Zionismus selber, an der Frage, ob nicht eine nie dagewesene Gelegenheit bereits verpaßt sei, ob es überhaupt noch möglich ist, die nationale Heimstätte zu errichten. Nur in dieser Situation konnte <1 überhaupt dazu kommen, dal! ein großer Teil der Zionisten dem Gedanken niihcrgctrcten ist. die Zionistische Organis!• tion, eines der Kernstücke aus dem kostbaren Erbe Hcrzi'1, zu opfern, nicht etwa zu Liebe einer' anderen, breiteren Organisation, in die die Zionistische Organisation aufgehen sollte, und die gedanklich im wesentlichen nur eine Fortsetzung der bisherigen Zionistischen Organisation bedeuten würde, sondern opfern zu liehe einem kleinen Komitee oder einem großen Kongreß, bei dem die Gefahr vorliegt, daß er mdglicherwcisc nichts anderes sein würde, als eine palästinensisclic Organization, als ein Verband von Juden zur Unter« Stützung de» Aufbaues Paläslinas. — III. Bei der Betrachtung u serer Stellungnahme zum Wcltkon» greß müssen wir untersaneiden zwischen unserer prlnzipielRa Haltung zu dieser Frage, wenn wir es so nennen dürfen, der Haltung ״auf Zeit" und unserer Haltung zu dieser Frage im gegenwärtigen Moment. Kein Zweifel: prinzipiell liegt der Weltkongreß in der Richtung des Arbeitsprogramtns der Zioiusiischcn Organisation, Um cs vulgär auszudrücke«: — so schwer es uns fallen würde, auf die Firma zu verzüchten, wir würden es tun, um ,die Sache zu retten. Dan ist aber, wie wir am Anfang unserer Ausführungen festgestellt haben, nicht so, ilemi in der tatsächlichen Gruppiere«!! der Judenheit hat sich last nichts geändert. — Wie unsicher die Anhänger des Weltkongresses in ihrer Forderung sind, zeigt eine Untersuchung über die Erfolge, die sich die Propagandisten des Weltkongresses von ihm versprechen. Von unserem Standpunkt aus müssen wir alle diese Argumente ablclmcn und ernstlich bekämpfen. Eine Kongießbcwrcung, der kein praktischer Erfolg bcschicden sein würde, u, h•״ die niciit entweder ■eine Neuorganisation von Dauer schaffen würde, die bereit sein würde, die bisherigen An(־ gaben der Zionistischen Organisation zu übernehmen, und eine Kongreßbewegung, die niciit’ zumindest den Erfolg hätte, daß bedeutende Gruppen der Judenheit, die bisher niciit geschlossen dem Palästiungedankcn gewonnen werden konnten, letzt dieser Idee zugefiilirt würden, würde eine ungeheure Verzettelung der zionistischen Kräfte, eine ungeheure Ahlenlamg von unserer 111׳ci!rcu:,tcn Arbeit bedeuten und zu einer cmpündlkhcit Schwächung der Zionistischen Orguisation führen. — Dies aber muß unter allen Umständen vtrmieden werden. Die Organisalion ist geschwächt genug;; sie kann weitere Stöße niciit vertragen. Unsere prin* zip idle Stellungnahme zur Kongreiifrage ist darum Im Augenblick irrelevant. Die konkrete Frage, mit der wir un* zu befassen haben, ist die Stellungnahme zum Beschluß der ««ten Jahreskonferenz, der zweifellos die baldige Einbcnifung de* Weltkongresses bezweckt. Die * reale Frag* tautet; s-, ״wclthe jüdischen Gruppen würden bereit sein, 1a!1 il Nr . Kongf. Findel' *ärcti.: der H1״ die ft» . nicht י : daß k;1 in Am .;׳keni'■■ pieser!׳! aktioni ן man b;1 Masse' nichts y Orth»:. bände«1' SS'j und J nicht v.ignt unter! die n werde J sein. ,Meint des alles ihr Orgat ihrer emste : heit e eine zeuge, uns i! l'ntsc niind! j; eiirof! Heim: weita, steht ן bewe weit! 1 verfo! man 1 der der ן, seine Tren erstn ist, d tisw., •5• )ZU! ' Gcdl, mir,; SOZU! ( viele 1 Statt ein« die ganz P.dä Kon! konj »nsp zwei gani gan; nacl scha Zeit Erft am cinz zum Kob erk Zioi Jah noc Keg so zioi sch wü Ori hat Sie set in Mt ein un de vo BU zu ni de ne lit k. vc ni di ar M di di