Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 50 (22.6.1923)
- Date
- 1923-06-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 312 JUEDISCHE RUNDSCHAU gemeinsamen Palüstlnawerkes der Nation hcrangctrctcn werden. Ein Irrtum wäre es, zu erwarten, dafl nur die Zionisten hier geistig die Gebenden sein würden. Die Kräfte, die in der nichtzionistischcn Orthodoxie nach einem Jisclimv Erez-Jisrncl drängen, dem die überlieferte jüdische Lebensform geheiligt ist, sind für die Heranbildung der neuen jüdischen Gesellschaft ebenso wertvoll wie das Denken der Besten im jüdischen Liberalismus, Und die Sozialisten mahnen uns, daß wir beim Neubau der jüdischen Heimat nicht an die sozialen Nöte Europa-Amerikas ver• gessen und daß wir uns stets der welthistorischen Aufgabe bewußt seien, die uns bei der politischen und Wirtschaft• liehen Emanzipation der orientalischen Völkergemeinschaft zufällt. Jene größere jüdische (■)Öffentlichkeit aber, die alle Nafionszngchörigcn umfaßt, kann erst die palästinensische Wirklichkeit schaffen. Denn erst ihre Ausstrahlungen werden in allen vier Enden der Weit in die Seelen der Juden ein• dringen und sic Ihrer Nation und ihrer orientalischen Heimat eröffnen. Uns Heutigen erwächst aber daraus die Aufgabe, die kommende Achduth am Jisrael vorzubereiten, indem wir an sic glauben und in ihrem Sinne handeln. Wir sind ein Volk, c i n Volk, Ein Iilicrvlew mit Dr. Ruppin Plc linanzicllen Möglichkeiten Amerikas Das Prcsscburcau der zionistischen Exekutive in Palästina gibt den Inhalt eines Interviews mit Dr. Ruppin wieder, dem wir folgendes entnehmen; Dr. Ruppin hat aus Amerika den Eindruck mitgenommen, daß die Keren- Hajcssod•Arbeit weit besser durebgefübrt worden ist, als iin Vorjahre. Die Organisation war be:,ser dmdigcbildet, und eine Reihe wertvoller Mitarbeiter stand ihr zur Verfügung. Aber cs gibt noch weite Kreise im amerikanischen Judentum, die uns fcrnstelicn. Ruppin empfindet als dringendes Bedürfnis die Heranbildung von jungen Zionisten, die iu voller Kenntnis des Zionismus und der Bedürfnisse Palästinas fällig sind, das Interesse und die Gebefreudigkeit der amerikanischen Juden für Palästina zu erwecken. Dr. Schmarja levins Vor- .schlag vom letzten Kongreß, in Palästina eine Schule zur Heranbildung von Agitatoren ins Leben zu rufen, wird, wie Dr. Ruppin hofft, auf diesem Kongreß in irgendeiner Form verwirklicht werden. Ucbcr Dr. Ruppins Arbeiten in Amerika, die sich vor allem auf die Erweckung des Interesses für Land kaufe bezog, machte er folgende Angaben: Die E.«nahmen des Nationalfonds in Amerika betragen im Augenblick nur 150 000 Dollar jährlich, eine Summe, die trotz der Konzentration auf die Kcren-1 Injessod-Arbeit wesentlich erhöht werden kann. Abgesehen von dieser Arbeit für den Nationalfonds habe ich ein Abkommen zwischen der Palestine Land Dcvelopment Company und dem American Zion Com* monwealth zustande gebracht, wonach letztere die Vertretung der P.L.D.C, in Amerika übernimmt, deren Aufgabe bekanntlich Landcrwcrb ist. Die American Zion Commonwenlth wird versuchen, in diesem Jahre Land'für mindestens eine halbe Million Dollars zu verkaufen. Diese amerikanische Organisation Int übrigens seinerzeit das Land gekauft, auf der die Kolonie Balfouria erbaut ist. Dr. Ruppin äußerte rieh weiterhin über die Möglichkeit, amerikanische Juden zur Investierung von privatkspital in Palästina zu veranlassen. Bei der Fülle wideisprcchendcr Informationen und Projekte, die den amerikanischen Juden vorgclcgt werden, ist er für sic schwer, ein Urteil über die Rentabilität der vorgeschlagcncn Unternehmungen zu gcwinnen. Dr, Ruppin hält deshalb die Begründung einer mit einem Kapital von wenigstens fünf Millionen Dollars ausgestutteten zentralen Gcscl'scliaft für notwendig, an deren Spitze praktische Geschäftsleute s'chcn solien, die alle Vorschlüge prüft 11 und über sie berichten sollen. Es kommt hinzu, daß die amerikanischen Juden nicht gewohnt sind, sich auf Grund bloßer Prospekte an Unternehmungen zu beteiligen, sondern mündliche Darlegungen von Sachkennern verlangen. Der Verkauf von Aktien und Shares paiästincnsischer Gesellschaften kann also nur von Agenten durchgeführt werrden, die die notwendige Sachkenntnis besitzen. Ruppin hat sich während seiner Anwesenheit in Amerika bemüht, geeignete Personen zur Leitung dieser zentralen Organisation zu finden. Besonderes Interesse fand er bei den Herren Samuel Lamport, Samuel Rotten b erg und A. M. Fried man 11. Zwei dieser Herren haben bereits vor einiger Zeit eine American Palestine Company mit einem Kapital von U/a Millionen Dollars ins Leben gerufen, an( das aber bisher erst die ersten Raten eingezahlt worden sind, da bestimmte Projekte nicht Vorlagen. Ruppin hat den Herren geraten, das Kapiia! entsprechend seinen Vorschlägen zu vergrößern und die Gesellschaft in dem von ihm skizzierten Sinne auszubauen. Durch ihre Vermittlung hat er seine Vorschläge auch Louis Marshall gemacht, der sich für sie sehr interessierte und sich dafür cinziisetzcn versprach. A111 Tage vor seiner Abreise hörte Dr. Ruppin tlje erste Rede von Louis Marshall für eine derartige Investment Bank. Georg Ha Ipern hat die Fortführung der Arbeit übernommen, de allerdings, da sic »ehr umständlich ist, wohl erst in etwa einem Jahre zu praktischer Tätigkeit führen kann. Aut die weitere Frage, ob Dr. Ruppin nicht andere Mittel gefunden habe, um bereits vor der Aktivierung dieser Investment Bank sofort Geld speziell als Baudaileiin zu erhalten, antwortete er bejahend. Besonders Herr Rosenblatt, der in den letzten Monaten für die Tel-Avviw-Anleihc tätig war, will sich für diese Aktion vor allem durch den Verkauf von Hypothekenbriefen unserer llppot';c' cn'״.׳:״k (Gc. ncral Mortgagc Bank) interessieren. Die Slizm’ß Her lütüscltcn WcllhiHszcnlrale Am 17. Juni wurde in Berlin die Sitzung der Exekutive der jüdische« Wcltliilfskonfcrcnz eröffnet. An der׳ Session beteiligen?ich außer den Mitgliedern der Berliner Exekutive auch die folgenden Herren: Der Generalsekretär der J.W. H. K״ Herr Ew'roikin, Paris, der Bevollmächtigte der J. W. H. K beim Völker!)mul, Zcvi Aberaon, Genf, der Dcvolhnäch- Viele der J.W. H. K. in ' l.iand, Herr Viktor Adler, und das Mitglied der Exekutive, Sliosbcrg, Paris. Die ersten Sitzungen der Exekutive wurden den Ausführungen des Herrn Dr. V, Adler über die Tätigkeit in Rußland gc■ widmet. Nr. 50 Die Ii0agrcß&lr.He In Berlin Wir haben über die erste öffentliche Kongreßdiskussion in Berlin berichtet, in der die Herren Rosenblüth, Barth, Kl o 11 e n s c 11 e r und Arlosoroff zu den Problemen des Kongresses Stgclliing genommen hatten. Die damals gut besuchte ikkI stark interessierte Versammlung gab dem Wunsch Ausdruck, daß Herr Dr. Ariosorolf den kritischen Teil seiner Ausführungen durch einen positiven ergänze, mit dein eine zweite Mitgliederversammlung der B.Z.V. eröffnet werden sollte. Diese zweite Versammlung hat am Montag, den 18. d. M. in Berlin stattgefunden. Leider war der Besuch ein ausgesprochen schlechter, was um so verwunderlicher ist, als eine klare Meinungsbildung in den Fragen des bevor• stehenden Kongresses noch nicht erfolgt ist. Der Referent, Herr Dr, Arlosoroff (Hapoiit llazai'r), crklärle, daß ihm und seinen Freunden die kolonisatorischen und finanziellen Probleme die entscheidenden Fragen zu sein scheinen, nicht aber die politischen lind organisatorischen, die in der letzten Zeit in den Vordergrund gerückt worden seien. Aber die Entwicklung sei schon zu weit gediehen, als daß cs noch Aussicht auf Erfolg hätte, die ganze Richtung des Kongresses zu ändern und die kolonisatorischen Fragen iu den Vordergrund z.u schieben. Der Referent gehe also auf die heutige übliche Fragestellung ein, ohne davon überzeugt zu sein, daß damit die wirklichen Kernfragen berührt sind. Es muß verhindert werden, daß auch jetzt wiederum übereilte Beschlüsse gefaßt werden, wie cs bei uns schon häufig der Fall war. Die Bestimmung des Mandats über die Jcwish Agency ist vielleicht der größte politische rfoig, den wir überhaupt bisher erreicht haben. Funktion der Jcwish Agency sind sämtliche Fragen des Palästinaaulbaus mul im weiteren Sinne der nationalen Politik überhaupt. Die Zionistische Organisation könnte die Agency bilden, aber eine plötzlich aufgctrctcnc ״Platzangst״ scheine es den Zionisten unmöglich zu machen, die Agency allein zu bilden. Audi wir sind für die Mobilisierung aller Volkskrälte für die Jcwisli Agency, aber das kann nicht durch ihre Erweiterung iu der vorgcsclilagcncu Art geschehen. Die Motivierung für diesen Sdiritt ist eine doppelte: 1. die Finanzamt, bet der jedoch nicht bewiesen ist, daß diese durd» die Erweiterung der Agency behoben werden könnte; 2. die politische Stärkung der Steilung der Jcwisli Agency durch ihre Erweiterung. Man fülire an, daß das Schwergewicht des Zionismus heute in England und Amerika liege, daß wir dort nur in gewisse ostjiidischc Kreise cingedrungcn seien, daß man aber den• jenigen Kreisen, auf die man in diesen Länddern höre, der jüdischen Hochfinanz, noch fremd gcgcnübcrständc. ln Wirklichkeit wäre die ganze Stütuzngsaktiuii überflüssig, wenn das Problem der Finanzierung der Kolonisation gelost wäre, Nehmen wir jedoch an, daß die Situation durdt Erweiterung der Jcwish Agency erleichtert würde, dann gellt man wieder einmal den Weg des geringsten Widerstandes, was verfehlt sei, Wir geben für einen kleinen Profit unser gesamtes Kapital. Wir haben 25 Jahre mit Erfolg denen die Legi׳ timation abgesprochen, das jüdische Volk zu vertreten, die wir jetzt freiwillig nuffordern, in die Jcwish Agency ein* zutreten und legitimierte Vertreter des Volkes zu werden. Wir bereiten den Augenblick vor, da die Jcwisli Agency den Zionisten in den Rücken fallen wird. Die cngüsclicu Juden, die bereit sind, in die Agency zu geben, tun dies als loyale Engländer und nicht als nationale Juden und werden nicht mitmadicii, wenn uns z. B. unsere Politik zu einer scharfen Meinungsverschiedenheit mit der Mamlatsmacht führen sollte. Gegen diesen Vorschlag einer undemokratisclien Erweitc• rting der Agency, ein Vorschlag, mit dem man vielleicht z.u Unrecht AVeizmaun identifiziert hat, gibt cs heute eine Opposition, z. B. in Polen und im Misrachi. Aber man kann nickt wissen, was der Kongreß bringen wird. Wird die Jcwisli Agency erweitert, und zwar durch Einzelpersonen, die nicht Repräsentanten ihrer Gruppen sind, so muß wenigstens die Gesamt-Jewish-Agcncyvcrantwortlich sein. Vor welchem Forum soll sie verantwortlich sein? Der Kongreß in seiner heutigen Form ist unmöglich. So greifen liier zwei Pläne ein, der des Weltkongresses und der von einigen Führern der Hitachduth gemachte Vorschlag einer Erweiterung des Zionistenkongresses. Der Weltkongreß ist die theoretisch idealste Lösung, für die wir stets eintreten weiden. Aber er ist im Augenblick nicht durchführbar, er muß vorbereitet und angebahnt werden. Aus diesem Grunde schlagen wir vor, daß die Wahlen zum Kongreß nicht nur von der Zahlung des Schekels abhängig gemacht werden sollen. Wenn jeder Jude zum Zionistenkongreß wählen darf, ent teilt jene erweiterte Körperschaft, vor der sich die Agency verantworten kann. Der Kongreß wird in Zukunft nur noch die allgemeinen Richtlinien fcstzusetzcn haben und die parla• mcntarischc Instanz wählen, einen vielleicht fünfzlggiiedrigen Kongreßausschuß, dem die Exekutive verantwortlich ist und von dem sie abbcrtifen werden kann. In der Diskussion spricht zuerst der bekannte polnische Zionist Dr. Olschwangcr, der seit einiger Zeit'in Berlin anwesend ist. Er stimmt im großen und ganzen mit Arlosoroff überein, wünscht aber die Aulrcchlcrhaltung des Schekels in seiner bisherigen Bedeutung und berichtet, daß in Polen die Einberufung eines jüdischen Landeskongresses noch 1111möglich sei. Dr. Le lewer (Binjan Haarez): Der Gedanke, de Jcwish Agency einer demokratischen Körperschaft verantwort ich zu machen, bedeutet, diesen Gedanken im Keime zu ersticken. Niemals werden diese Männer darauf cingelien. ViAhzmatin wollte schon auf der Jaliicskonferciu im Jahre 1920 die Heranziehung von Nichtzionisten. Damals war Brandeis da• gegen und wünschte Erweiterung der Zionistischen Organ!■ sntion durch Konzentrierung aller Kräfte auf die reine Palästina* arbeit. Das ist heute noch die Voraussetzung für die Bildung der Agency. Vor drei Schwierigkeiten stellt der Kongreß: 1. die völlige Hilflosigkeit der zionistischen Bewegung vor der Aufgabe, die politischen Erfolge in praktische Palästinaarbeit umzusetzen; 2. der arabisch-jüdische Gegensatz; 3. die mögliche Atndcrung des britischen Mandats für Palästina. Um die Durchführung der britischen Politik zu gewährleisten, brauchen wir die englischen Juden, Wir stimmen nicht dem Schlngwort der Jcwish Agency zu, sondern werden Wci/mann fragen, was er an positiven Versprechungen und positiven Menschen uns zeigen kann. Das zweite Moment, das für die Agency in Betracht kommt, ist das Moment des Aufbaus. De großen jüdischen Organisationen müssen in die Agency gehen, narliilcm sie sich vertraglich verpflichtet haben, mit einem Teil ihres Vermögens eine Anleihe zu finanzieren. Bei der Kolonisation ist von dem Prinzip auszugehen, daß die Atisicdlung der letzte Endpunkt, nicht aber der Antanz ist. Lehnt man den Weg der Agency ab, so bleibt nur ein Weg übrig, wie ihn etwa die Poale Zion gehen, d. h, Ablehnung aller Kompromisse mit der Wirklichkeit, ein Weg, an dessen Erfolg wir nicht glauben. Es folgte ein Schlußwort Arlosoroffs. Die Sabbnllifragc in Tel Awlw Das mlsrachistischc Zcntralorgan ״Hator“ enthält in seiner Nummer vom 8. Juni folgendes vom 6. Juni datierte Tel«, gram in aus Tel-Awiw: ״Das große Komitee hat in der Sabbathfragc den von Rabbi Kuk vorgcscliiagenen Text angenommen, welcher laute(! Im ganzen Rayon von Tel-Awiw als einer jüdischen Stadt von l'rcz Israel hat die Feier des religiösen Sabbatli auch bürgerlich-gesetzliche Geltung, soweit sie öie Qcitentlichketi und die Allgemeinheit berührt,“ D.is erwähnte ״grolle Komitee“ ist offenbar der am Vertretern der Stammgemeinde Tel-Awiw und Vertretern der neu angcschlosscncn Stadtviertel bestehende Ausschuß, \V!e wir bereits berichtet haben, ist über die Frage des Sabhaih ein heftiger Kampf cnhpoimen, der sogar zur Aufschiebim״■ der Wahlen der Stailtgemcinde geführt hat. Die überwiegend{ Majorität von Tel-Awiw wehrte sich heftig gegen die Forderung der überwiegend orthodoxen Stadtteile, daß die religio« Sahbathfcicr als Gcmcindcgcsctz proklamiert wird. Der Sabbatli ist im Gcmeindcstatut als der bürgerliche Ruhetag bereits festgesetzt, die Orthodoxen verlangten jedoch, daß ausdrücklich der religiöse Sabbatli festgesetzt werde. Die Gegner dieses Antrags erklärten, daß es völlig unzulässig sei, daß eine weltliche Stadtgcmcindc, die lediglich administrative weit• liehe Funktionen hat, ein religiöses Gesetz vorsdircibt und auf diese Weise sich in die religiöse Freiheit ihrer Bürger cinmcngt. Die religiöse Feier könne lediglich durch die moralische und religiöse Autorität des Rabbinats gesichert werden, keineswegs durch Polizeiorgane der Stadtgemeimle. Die orthodoxe Partei bcliarrtc jcdotfi bet ihrer Forderung und hat sogar ein Telegramm an Dr. Wcizmann nach Amerika geschickt und gefordert, er möge sidi zu ihren Gunsten in diesem Kampf innerhalb der autonomen Stadtgemeinde ein• mischen. Nach dem vorstehenden Telegramm scheint die orthodoxe Partei wenigstens im Ausschuß gesiegt zu haben. Allerdings ist cs fraglich, ob die Bürger von Tel-Awiw sich dieser Entscheidung fügen werden. Wenn man die vor* geschlagenen Maßnahmen bedenklich findet, so ist darin keineswefip eine Billigung der Sabbathcntweiluuig zu erblicken, daher Lassen uns auch die lüchcrlidicii Angriffe ganz kalt, die der ״Israelit“ gegen unsere letzte Notiz in dieser Angelegenheit richtete. Vielmehr handelt es sich lediglich darum, gegen die Verkupplung von religiösen mit weltlich-administrativen Gesetzen Stellung zu nehmen. Durch eine solche Vermischung, die unserer Ansicht nach auch den wahrhaft religiösen Begriffen widerspricht, da sic die Ausübung religiöser Gebote unter Polizeischutz stellt, wird u. E. ein Präjudiz geschaffen, das für die weitere Entwicklung der jüdischen Autonomie in Palästina verhängnisvoll werden kann. Unsere religiösen Partclcn sollten verstehen, daß die Religion nur mit geistigHt Mitteln kämpfen kann und ihr sittlicher Oehalt durch jeden Appell an den Büttel nur leidet. Die nerzlwälder Wieder naht der 20. Tamus (der diesmal auf den 4. Juli fällt) und wie seit bald 20 Jahren werden Tausende zum Gedächtnis des großen Führers Bäume für den HcrzIvvaW spenden. Die nachfolgenden Zahlcnangabcn, welche uns das Hauptbüro des Keren Kajemctli Lejisrael zur Verfügung stellt, können nur dartun, welch großes kolonisatorisches Werk durch die i'.11׳־mspcndc geschaffen wurde. Der Fortschritt in der Aufforstungstätigkeit des KKl. während der letzten Jahre lädt sich der starken Vermehrung seines Bodenbesitzes in dieser Zeit zur Seite stellen. Im Jahre 5679 (1918/19), nach den argen durch den Krfef verschuldeten Verheerungen, konnten auf KKL.-Boden b'.oll 50 000 Bäume (darunter 33 001) Fruchtbäume) gezählt werden. Im Jahre 5083 (1922/23) gab cs hier bereits 707000 Bäume, so daß in den letzten vier Jahren ein Zuwachs von 717000 Bäumen zu verzeichnen ist. Die 707 000 Bäume verteilen sich nach Standorten, v. .׳ folgt: Waldbäume Fruchtbätime Bcn-Scliemen 05 000 4 299 Cliuida 63 •160 13 332 Merchawja 26 850 5009 Kincrelh 79 700 3 612 Dagania 5 000 1 963 Nachlatli-Jehuda 357 000 — Bccr-Towiah 27 510 — Kiryath-Anawim 29 000 Nuris 75 200 — üan-Sdiemue! 4 590 — 733 750 33 610 Bnumpfkinztiugrn des KKL. verteilen sich demnaci auf 10 Plätze, und, wenn wir von den naturgemäß in dünner Reihe gepflanzten Grni/bätiincn von Ntuis absdicii, kann 111J111 beute von 9 Wäldern sprechen, zumal schon jetzt viele Baume eine Höhe von •1—6 Metern erreichen. Es gibt ab» statt des einen Hcrzl-Waldcs, welcher dem jüdischen Vok bei Einleitung s.-incr Sammlungen seinerzeit vor.-h.vcbtc, heute neun I Icrzl-Wälder. Außer diesen Neiipflan/tmgen wurden noch Arbeiten überiiotnmcn, tun einen tu:«!tcn Waid in Nahalal, der sich auf ■IOOO Diiiiam ausdclint, zu restaurieren. Bis nun werden so 11 000 B.iuine, meist Eichen, wiedergewonnen. Cer größte Teil der Ncupfiaiizungcii wurde in den Jahren 56$0 bis 5082 durehgefuhrl, um den Ansprüchen der Spender aller Bäume voll genügen zu können. Seither ist entsprechend den bescheidenen, neu zuflicßcnJcn Mitteln eine Pause in den Netipflauzungcn cingctrcteu und die Verwaltung des KKl. hat sich darauf beschränkt, im Jahre 5633, die bishcr'gcp״!m*<n Bäume zu pflegen bz.w. abgestorbene Bäume nach/upflanze«. In einigen Jahren, wenn all die Bäume ihre Reite erreicht haben, werden die Ausgaben für ihre Erhaltung fast bis Nuß gesunken sein, wogegen die Wälder ein von Jaltr zu Jahr steigendes Einkommen verspreche!!. Die Pflanzungen haben also außer ihrem allgemeinen, ökonomischen und hygienischen Wert noch denjenigen einer Kapitalanlage für das nationale Vermögen, das der KKL. darstellt. Die Fortschritte der letzten Jahre waren gut und das verpflichtet uns zu mehr. Darum müssen die Juden in *Her Welt, die am 20. Tamus iicrzls gedenken, mithclfcn, •ein Denkmal, die Hcrzl-Wäldcr, aufzubauen. J1 i״. N!. 1' ו : ׳1 * 11 die f ״., unser!; unerk zicrui : f Wir rissen Seine!l gclös׳ wenn : Volke 1׳ / wirkii gewit 1 gun kungl ih re sation 1 erster 1 den ן ן schon! gewet 1 jeder > 1 inst nt j sehr ■ 1; zentrium d i mein* 1 , jeder 11 er sk ' arbeit ' vor A 1 ' zu « 1 zeitigt j i ׳ 1 di« « 1 ׳ stellt, viclici! i!' Expcr11 mußte! daß I arbeit 1 instrui: Arbeit etwa j sollte 11 fortan nur w Institu von 4| Zionist ן und t raktei* I : Finan!׳ die D geschj; ist dei .; Aufg»,; genau;!! nur ti ' beiden! die ui ungesii strumt! Das iich ci! : weite( י (bishc 1 grifflk instrui ’ zkmis(!! Celdat wohl!' 1 der ly ׳ der a , wiew« 1 einzeli ist ei Bctri-ed teilunj erhebl Durch ־ Geld«; keit. Beden schät* 1 I i c h< sein V : Spend' weise! hat t und s kleide von v , dend« verspt stebei Ande!; Hon Band, des ] drück di« ן ' banla