Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 49 (19.6.1923)
- Date
- 1923-06-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 302 JUEDISCHE RUNDSCHAU Wicklung der Ockonoinic, gestützt durch vollkommen aus׳ gehnut(! Fiiinn/.inslitule. Wir müssen datier trachten, die Eilt- Iastun״shestrel)11r1j;c11 schon jetzt auch auf andere Gebiete zu erstrecken, besonders auch auf die Ciemeinxchaftsnufgabeit und zwar zunächst durch das palästinensische Judentum selbst, wie dies z, li. jetzt durch Beihilfe der Stadtgcmcimlc Tel- Aw-1 w für das Spital und durch die wachsenden Beiträge der größeren Kolonien für die Schulen geschieht*). Ferner ist «Mchdriicklichst zu versuchen, von der Regierung größere Bei• tr.iee zu erlangen. Die Entgegnung, dali die Juden mir ein Siebentel der Bevölkerung ausn^aclueii, ist eine mistichhaltigc, denn, wie schon in der Palästina-Beilage ausgetidirt, tragen die Juden zu den _ Einnahmen der Regierung nliiidcsicns \tie doppelte, wahrscheinlich aber eine viel höhere Quote bei. Es ist auch anzunelimen, daß mit der Zeit das Patrouatsvvesiu cingeführt werden könnte. Wenn auch gesagt wurde, daß dann eine grolle Zahl von Emissären aus Palästina in die Diaspora ziehen würden, um für hunderterlei Dinge Geld zu sammeln, so ist dies kein Eitnvaml, denn in dieser Weise »all und darf das Patron als wesen •nicht ausgebaut werden. Es muß umgekehrt gemacht werden. So hat B. ein Komitee des Wcltverbandes jüdischer Aerztc in Wien beschlossen, das Geld für ein oder mehrere in Palästina bestellende Erliolungs-!leime aufztibringcu und z.\var in einer Weise, cl.114 die Saminlungert für den Keren Ilajcssxid dadurch nicht geschädigt weiden. Ich halte von •einem langsam, aber planmäßig au;- gebauten Patronatswcs.cn Sehr viel, denn dadurch werden wir Kreise gewinnen, die sonst unseren Aktionen (entstehen,'weil man sie für ein bestimmtes, sie interessierendes Übivkt gewinnt, die aber für einen allgemeinen Aufbaufonds nicht, oder mir wenig, oder nicht ständig zu interessieren sind, Iid der Geldaufbringung ist die Rücksichtnahme auf die Psychologie derer, die geben sollen, ein sehr wichtiger Faktor. Wir selbst weisen immer auf den Aufbau Ncugricchcnlands hin; dieser spielte sich aber hauptsächlich in solchen Formen ab. Wir haben cs gar nicht mit einer speziellen, sondern mit der allgemein menschlichen Psychologie zu tun. Es ist klar, daß die Weckung des persönlichen Interesses viel intensiver, dauernder und auch selbsttätiger auf die Gebefreudigkeit ciuwirkt, als die immer wieder erneute Aufforderung, zu einem allgemeinen! Fonds zu spenden. And» jetzt schon sind Widmitnget» zu bcstimmten Zwecken, z. B, Kadooriestiftung, jene für Giwat Ezechiel, manche Testamente usw. bezüglich der Höhe der Beträge sehr ansehnlich, ,Wenn diese über den Keren Hajessocf angc stellten Erwäginigeu auch Ausblicke auf mögliche Veränderungen seiner Struktur enthalten, die nötig werden könnten erstens wegen der Natur der Probleme, zweitens wegen der Psychologie• der , Gelier und drittens wegen seines Charakter* als Ucber• gangsfonds, so will ich damit nur sagen, daß wir uns im gegenwärtigen Stadium durchaus noch nicht für immer auf das heutige Programm d«s Keren Hajcssod׳ fest legen können. Das bedeutet aber nielut — wie schon oben betont — daß wir nicht die stärksten Anstrengungen machen müssen, um für. diesen Eiiiheitsfoncls immer größere Mittel zu erlangen. Der Keren Hajcssod liat sich bereits bei Zionisten und Nicht- Zionisten eingebürgert, er hat trotz aller Krisen vermocht, das Bestellende zu erhalten und so lange wir ihm nichts an die Seite setzen könne«, wäre cs ein sträfliches Beginnen, wegen der Acnderimgen, die mit der Zeit am seiner Struktur vorzunehmen sind, nicht an, ihm mit aller Kraft fcstzulialtcn. Aber diese Einsicht darf nicht verhindern, daß wir für die Zukunft ein System anszubaucn suchen 'müssen, das noch zweckdienlicher ist, als «tos heutige des Einheitsfonds. I ׳ If. Wenden Wir uns der Gruppe der refnew nnanzlnstitutc zu, so wurde schon eingangs iure Bedeutung für den Aufbau dargelegt Insbesondere muß ftachdrücklichst der politische Wert eines entsprechenden Finanzinstrumentes betont werden. Hier ist ein Gebiet, in dem wir inti Lande dominieren könnten und sollten. Leider aber nimmt heute die Rolle, die unsere Institute spielen könnten, die Angln Egyptian Bank ein. (Es ist wenig bekannt, daß diese auch für Agrarkredit sorgt. Sie hat der Regierung 560 000 Pfund für solchen, natürlich für arabische Siedler, zur Verfügung gestellt,) Es ist eine billige Wahrheit, daß sich unsere Politik vor allein! auf unsere Wirtschaftskräfte stützen muß. Aher bei aller Bedeutung für den ökonomischen Fortschritt des Landes, für seit» Steuerwesen, für seinen Außenhandel usw., welchen die kleine, alter doch stetig wachsende jüdische Siedlung besitzt, kann nicht nur die jüdische Wirtschaft bloß dann vorwiirtssdireiten, wenn das Kreditsystem für sie vorhanden ist, sondern unsere Finanzinstitute, wenn sie entsprechend kräftig wären, würden schon an und für sich eine!»oliiisrhc■ Bedeutung für das Land haben, Diese Erkenntnis lag den Vorschlägen des Advisory Council von 1910/20, in dem auch Sir Herbert Samuel saß, zugrunde und sie scheint bei uns in Vergessenheit geraten zu sein. Unser Interesse bewegt sich in absteigender Linie zuerst um die Politik, dann um die Wirtschaft, dann um den Genieinschaftsfonds und zuletzt um die reinen Finanzinstitute, ohne dabei den natürlidien Zusammenhang der Probleme zu bcachlcn. Ja, man scheint sich sogar dem Glauben hinzugeben, man könnte Politik für sich und Finanzpolitik für sichtreiben. Es braucht wohl solchen Entgleisungen gegenüber nur darauf hingedenict werden, daß unsere Politik, jo weiter die Zeit forlschreilet, immer ausschließlicher von unserer wirtschädlichen Position abhängeti wird. Diese ist zwar in den letzten Jahren etwas gewachsen, aber wir dürfen nicht überselten, daß selbst das wenige, was wir geleistet haben, durchaus nicht das einzige ist, was m Palästina getan wurde. Tel Kcrem entwickelt sich nicht weniger ,,amerikanisch" als Tel-Awiw, die Zahl der Bäume, die wir in Palästina pflanzten, ist nicht größer, als die von arabischer Seite gepflanzten, die Fortschritte in der Laudwirtsdiaft sind bei den Arabern auch nicht unbedeutend u. a. m. Gewiß ist ca schon ein relatives Uebergcwiclit, wenn ein Siebentel der Bevölkerung mehr an Fortschritten aufweist, wie die übrigen sechs Siebentel; wir brauciten aber zur Stärkung unserer politischem Position ein Plus. Diese Stärkung könnte am einfachsten und raschesten durch eine überragende Position unserer Finanzinstitutc erfolgen. Neben dieser politischen Bedeutung braucht die Ökonomischc solcher institute für die Stillung des Kredithungers der jüdischen Wirtschaft und die Beteiligung a<n wichtigen Unternehmungen nicht erst betont zu werden. Die zu schaffenden oder ausztibnueuden Finanzinstitute müssen natürlich unter nationaler Kontrolle stehen, um im Sinne der zionistischen Ziele verwaltet zu werden. ln der ersten Nachkriegszeit waren es zwei Pläne, die beziiglicii der Finnnzinstilute im Sinne dieser Poslulate aufgestellt worden sind, jener von Rtrppin in seinem Anfhaubttch und der von der Exekutive von 1919/20. Der wohld urchdachtc Plan von Ruppin fand' — mit Ausnahme des Referats voq R, 1• 1 nni'srat Goslar — keinerlei Beachtung, weil damals l< 11 Ion an einem anderen Plan arbeitete. Der Mangel einer Kontinuität in unserer ganzen Arbeit hat verschuldet, daß wir nitlii nur an diese beiden Pläne vollkommen vergessen! haben, sondern aucli an die Erwägungen, die ihnen zugrunde lagen, so daß die große gedankliche Arbeit, die für sie aufgewendet wurde, als vergeudet erscheint und immer wieder ncua Vorschlüge auftauchen, die in irgend einem Punkt den alten *) Daß eine gewisse Entlastung durch zweckmäßige Spartnaßnahmen im laufenden Budget nötig und möglich ist (Reformen im Sanitäts-, Schulwesen usw.) braucht nicht erst betont zu werden. Nr 49 ähnlich sind, ohne auf die schon bei diesen alt gestellten Erwagimgai anztihnüpfcil. Wenn auch beim gegenwärtigen Stand der Dinge eiter auf den Londoner Plan zuriiekzukommen sein wird, 80 ist cs doch von großem Nutzen, an manches von dem, was Ruppin niisgcfülirl hat, zu erinnern. Dieser hatte die gemeinnützigen Aufgaben von drei Fonds (Kobnisationsaushilfc, Schule, Wolltfahrt) bestreiten lassen wollen. Berechneter Bedarf für die ersten 10 Jahre 7<>'/j Millionen Goldfrancs, also über drei Minimum Pfund, das wären 300,000 Pfund' im Jahr. Wie die Erfahrung zeigt, würde für obige drei Zwecke dieser Betrag genügen, ein Beweis, wie richtig Rtrppin vorausgesclten hat. Diese drei Fonds wären ungefänr das, was der Keren Hajcssod sein würde, wenn für ihn die produktiven Auf• Wendungen (auch für die Kolonisation) nicht in Betracht kämen. Für die reinen Finanzinstitute sah er efne MantelgcsclTschalt, die Jüdische Kolonisationsgesellschaft. vor, mit folgenden Uiitergcseilsch.iffeti: (die Ziffern gehen eins für die ersten• 10 Jahre errcchnete erforderliche Betriebskapital in Millionen Goldfrancs an) für Assanierung mul Bewässerung (30), Ha• fenbati (10), Kauf und Bau der Eisenbahnen (72), Telefon (3), Iivpotlkkenkrctüt, Land (160), Brxlenkauf (25), Pflanzung (20), Bau (15), Genossenschaft (10), Hypotheken, Stadt ((»()), lud 11• strick red 1t (10), Kommerz!30), insgesamt 475, mit Reserven 500 Millionen OoLlfraties (Hier 20 Millionen Pfund. Die Auf• biiiigmig des Kapitals soll nicht durch eine Nationala 111 eilte erfolgen. Da Vorschläge, eine solche auszuschrei* heu, immer wieder av'3 ncua p :1!nacht werden, ist es wichtig, zu wiederholen, daß r'woltl Ruppin als «auch das Aktion:,■ Komitee in seinen Ber-temgcn 1920 die Aufnahme einer Nationalanlcihe nicht für zweckmäßig und nicht für durchfuhrbar hielten. Eine Anleihe muß von Anfang an ,verzinst werden und für sie müssen Sicherheiten vorhanden' sein. Unsere Siedlung in Palästina kann derzeit nicht als genügend tragfähig für die Ausgabe einer großen Anleihe angesehen werden, auch ist sie öffentlich-rechtlich nicht so gestellt, daß sie die daraus ־׳ntsprediendcii Verpflichtungen it! der Weise übernehmen könnte, daß tatsächlich die ganze jüdische Bcvöikcrung mit ihrem Vermögen und F.inkünften für sie haften Würde. Wenn man meint, daß etwa die Zionistische Orgamsation eine solche Anleihe aufnehmen sollte, so könnte dies nur auf ürtttui von schriftlichen und guten Garantien vermögender Zionisten lind sonst dazu bereiten Zionslrctutden geschelten. Ein solcher Plan ist auch tatsächlich in Wien׳ mitgetaucht. Aber es ist klar, daß cs noch immer leichter und! sidterer ist, von den Zionisten Geld zu bekommen,, «als Bürgschäften, Eine Aktion für Zeichnung von Nation,•tlanleihc ohne Garantien würde nur diejenige für den Keren Hajcssod kreuzen, ungeheure Arbeit und Kosten verursachen und: mit einem Mißerfolg enden. Denn wer wird im Ernst glauben wollen, daß eine |>olitisd1c Organisation eine wirkliche Anleihe von enormen Beträgen wird atiflcgen und1 plaztercn können? Ruppin schlug statt dessen vor, Anteile für die Kolon»- sationsgeseliscliaft aufzulcgcn und er erwartete, daß die großen jüdischen Organisationen, Gemeinden usw. beträchtliche Summen zeichnen würden. Diese Erwartung war durchaus nicht unbegründet; wir sehen, daß zeuch jetzt sich nicht zionistische Organisationen, wie das Joint, an finanziellen Gründungen beteiligen. Der Plan Rupphtsl hatte den Vorzug der Einfachheit der Anlage, der Lückenlosigkeit der vorgesehenen Finanzmaß• nahmen und ihrer Zusammenfassung unter eine einheitliche Leitung und Kontrolle. Wir können heule nicht mehr ermessen, tob fcs 1920 möglich gewesen wäre, durch energische und konsequente• Verfolgung dieses Planes, größere Mittel attfzubringen. Wenn diese auch gewiß nicht 20 Millionen Pfund erreicht hätten, so hätte man vorläufig die Gesellschaften! für öffentliche Arbeiten woglasscu, die anderen je nach ihrer Wichtigkeit und Dringlichkeit auswählen, und mit einem niedrtgoren Kapital als vorgesehen gründen können, da Ruppins Ziffern des Kapitalbedarfes für 10 Jahre berechnet waren. Es ist wahrscheinlich heute nicht mehr möglich, auf diesem Plan zurückzukommeti, Dagegen Italic ich cs nicht für ausgeschlossen, daß der zweite Plan, jener des Advisory, Council, London, wieder .11;fgenommen werden! könnte. Dieser Plan war bekanntlich, daß cler J.C.T. aufhört, eine Kommerzbank zu sein und zur Mantclgcsellschaft (Holding Cy) für alle Uirtcrgcscltschaftcn von denen er״ 50 ׳/» des Aktienkapitals im Portefeuille behalten sollte, ausgcstallct werde, Sein Kapital sollte auf das Nominale, 2 Millionen Pfund, gebracht werden. Die A. P. C. soll als die zentrale Kommerzuank ausgestaltct werden, eine Niederlassung in London erhalten und iirr Kapital auf 1 Million• Pfund gebracht werden. Dieser Plan hat den Vorzug des Ruppmschcn, daß alle Gesellschaften unter Kontrolle der Holding Cy stehen, wobei aber der Londoner Plan verbürgt, daß diese —1 der J. C, T. — national kontrolliert wird. Der Plan hat ferner den Vorteildaß er von den bestehenden Institutionen J.C.T, und A. P. C, ausguht und eine Kapitalsaufbringung für sic in relativ bescheidenen Grenzen Vorsicht, in jenen der Nominale dieser Gesellschaften, Der Einwand, daß der J.C.T. keine angesehene Bank ist, fällt weg, da er ja aufhöret» würcte eine Kommerzbank zu sein, wahrend׳ dieso Rolle der A. P. C, zufielc, die .als solche sich bewährt hat und deren Ruf wohl begründet ist Würden die 2 Millionen Pfund Anteile der J.C.T. plaziert worden sein, dann hätten die Untcrgcselfscliaflen sofort gegründet werden können, da ja der J.C.T. an ilimen mit 50״/o beteiligt ist. Sie hätten also in Palästina zu arbeiten anfangen, und die weitere Kapitaiswcrbung auf einen günstigeren Zeitpunkt verlegen können. Die Stellung der zionistischen Institute ln Palästina wäre selbst bei diesem relativ kleinen Kapital eine dominierend* gewesen. Nach Aufbringung der Anteile hätte sich die Organisation vollkommen der Sammlungen für den Ocmcinsdiaftsfoitdg widmen können. Indessen ist jener Plan, der eine Zeitlang praktisch verfolgt wurde (durch Unterhandlungen mit Finanziers) wahrscheinlich wegen Rücktritts jener Leitung, die ihn akzeptiert hatte (Simon, de Licmc und Sekretär Dr, Sonne) völlig vergessen worden, wir haben den Gemeinschafts« fotids gegründet und׳ arbeiten mit aller Kraft für ihn, aber die FinanzinsUtuie sind nicht geschaffen worden. Im Gegensatz zu jenem Plan hat man mit dem J.C.T. anderes versucht. Alan wollte eine Filiale des- Trust in Amerika und affinierte Bankett in europäischen Zentren gründen. Halte man damit reüssiert, so wäre zwar manches Gute für die finanzielle Lage der Organisation geschaffen worden, namentlieh Stützpunkte für die Gcldatifbringung für den Palästinaauf bau, aber direkt wäre für die dafür nötigen Finanzinstitute nichts geschehen. Es ist vielleicht nicht zu spät, jenen Plan wieder aufzunehmen. Ohne mich hier mit den prinzipiellen politischen Fragen zu beschäftigen, und dazu Stellung zu nehmen, muß ich sagen: wenn scliott mit den nichtzlonistisclieu Organisatkmcu;und Repräsentanten wegen ilircs Eintritts 111 die Jcwish Agency Verhandlungen gepflogen werden, dann wäre es von allererster Wichtigkeit, diese für den Fall einer Einigütig bezüglich ihres Eintritts auf einen finanziellen Plan zu verpflichten, Aller abgesehen von diesen Verhandlungen könnte die Zionistische Organisation selbst auch heute noch, falls sie nur einmal einen Plan aufstcllt, der sachgemäß wäre, und diesen sodann׳ mit aller Konsequenz und ohne Schwächerückfallc wegen anfänglicher Mißerfolge verfolgte, noch immer damit üeüssiercti, Mir erscheint jener Londoner Plan, — der unter den Auspizien großer Fachmänner, auch nichtjüdischer, wie Keyne% entstaubten ist — •als der gegebene. Statt dessen suchen wir jetzt auf dem Wega des Aktien. Vertriebes für den J.C.T. wie er heute ist — ein Zw!tttT, ding zwischen einer Londoner Kommerzbank, eines SharciwL ders für die A. I*. C. umt eines Investment-Institutes, — auf einem Umwege, die Kapitalaufbringung zu betrüben. [)^ Erfolg kann •unmöglich ein so großer werden, aU wenn niu! jenen anderen Weg wählte. Mit kleinen Auskunfismitteln ן־ן liier nichts getan. Großzügig« Werke lassen sich nur dmA großzügige Pläne verwirklichen, nur solche haben Anziehung kraft für Menschen mul Mittel. Wir sehen cs am Keren )]j. jessod, wie der jedenfalls große Gedanke des Aufbaufond! sich diiTcltseizt. Auf dem Gebiete der Finanzinstitutc haben wir der jüdischen Ocff-ciittehkcit bisher nichts geboten, das!hrt Aufmerksamkeit 11 alte gewinnen können. Es nützt nicht, die reichen Juden anzuklagen, daß sic kein Geld für unsere JmtU tute gclxui, wir müssen versuchen, ihr Interesse durch tina! großen Plan zu erwecken, den wir ihnen bisher nicht y־׳r. gelegt haben. Für das ganze Aufbauwerk, für die Hok]1n- Cy, wird man eher Mittel erlangen, als für einzelne R. st] tute. Bei Durchsetzung dieses Plans wird es leicht sein, di? schon bestehenden kleinen Institute in das ganze System ciiiziiglieiicrn, da sic alle an Kapitalmangel leiden und! ohnehin entweder heute schon unter zionistischer Kontrolle stehen, oder von der Braiuleisgruppc ins Leben gerufen wurden. Wir haben heute die folgenden Institute, von denen unter direktem zio. nistischen Einfluß stehen: A. P.C, (Kommerzbank), Kapital 300 000 Pfund, General Mortgage Bank für städtische Hypo, flicken telcrz, Kapital zirka 33.000 Pfund), Arbeiterbank, Kapital 30,000 Pfund und ebensoviel Darlehen der Zionistischen 0r• ganisation (Kredite für Arbeiter-Equipment, Landwirtschaft, öffentliche Arbeiten). Ferner jene der Brandcisgruppc The Pakstinc Building Loan and Saving Association, Kapital 50,000 Pfund: Bauhvpothckcn und The Central Bank of epoperative Institutions, Kapital 30,000 Pfund (Bank für Genossenschaften Kommunen), dazu kommt als Landkaufsgcsclischaft die zk> nistische Land Development Cy, Kapital 42,000 Pfund. (Bei den meisten Instituten handelt es sich nur um ein Anfang* kapital, dessen Erhöhung durch Anteilsausgabe oder Bc. tciligungcn im Zuge ist.) Vergleichen wir die bestehenden Institute mit jenen de* Rtippinschcn Vorschlags, so fallen zunächst jene für öffentliehe Arbeiten, für Bau (hierfür gibt cs einige kleine Gesell, schäften) und Pflanzungen, d. h .also alle, die irgendwie Unteritehmerfunktion haben, 'fort. Diese können wir auch jetzt nicht zu schaffen suchen, da bei der gegenwärtigem Lage die Anstrengungen der Organisation vor allem auf den Ausbau des Netzes der Kreditinstitute gerichtet werden müsse«. Die Schaffung von Erwerbs Unternehmungen können wir derzeit nur an re gen. Von den Kreditinstituten des Ruppi״. selten Schemas sind vorhanden: die Kommerzbank, zwei klebte städtische Hypothekenbanken — auf deren Vereinigung hinzu, arbeiten wäre — die Genossenschaftsbank, als weiche die Koopcrativbank entwickelt werden könnte, ferner die Arbeiterbank, die verschiedenen Zwecken dient, darunter auch den Genossenschaften. Von den Untcrnehmungsgescllschaftcn ent• spricht die P. L. D, C. der von Ruppin genannten Bodenkauf5■ gesellscliaft. Es fehlt völlig das so besonders wichtige Agrarkreditinsfitut und die Industriebau!(. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn die Investment Bank, die in Amerika im Entstehen begriffen ist, tatsächlich diese Lücke schließen sollte. Außerdem Ist cs von größter Wichtigkeit, das Kapital der bestehenden Ge• Seilschaften zu erhöhen. Man kann aber nicht, wie schon bemerkt, für eine Anzahl von Gesellschaften gleichzeitig Kapital werben. Schon aus diesem Grunde ist es nötig, sie in einer Mantclgcsellschaft zusammenzufassen und für diese allein eine große Kapitalswerbung zu unternehmen. Die Verfolgung dieses Plans, der in der Exekutive seinerzeit von Simon vertreten wurde, der im Advisory Council an seiner Aus• arbeitung sich beteiligt hatte, würde auch die Brücke zur Brandcisgruppc schlagen und die anzustrebendc Vereinigung ermöglichen. Es blieben, falls dieser Plan durchgeführt werden würde, noch eine Menge von Aufgaben finanzieller Natur zu lösen, namentlich die der Schaffung eines Pfandbriefmarktes für die Hvpothckcninstitute*). Auch dies ist eine Sache, die bei den Verhandlungen mit den nichtzionistischen Organisationen verfolgt werden müßte, ebenso wie ein Entgegenkommen der J, C. A, in bezug auf Agrarkredit angestrebt werden müßte. Unzweifelhaft ist cs, daß die nötigen Kreditinstitute durch die Zionistische Organisation geschaffen werden müssen. Wenn demgegenüber so viel von privater Unternehmungstätigkeit erwartet wird, so kann eine solche nicht cinsetzen, bevor nicht diejenigen, die sich in Palästina als Unternehmer bc• tätigen wollen, die Sicherheit haben, daß ihr normales Kreditbcdiirfnis befriedigt werden kann. Fasse ich diese Erwägungen zusammen, so gipfeln sie in der Forderung, daß die Exekutive einen finanziellen Gesamt• plan aufstcllt. Hierbei ist die Mitarbeit von'Fachleuten uncrläßlich, aber diese müssen durchaus nicht nur durchwegs Zionisten, sie können auch nichtzionistische Juden und Nichtittden sein, wie es beim Londoner Council der Fall war. Die Regierung einer Demokratie besteht nirgends aus lauter Fachleuten, sondert! in der Hauptsache aus politischen Führern, Männern des Vertrauens der Gesellschaft, die Programmc und Endziele vertreten und durchzusetzen sich bemühen. Die fachliche Beratung liefert ihnen die Unterlagen für die sachliche Entscheidung nach den Gesichtspunkten ihres Orundprogramms. So kann es auch bet uns sein. Von größter Wichtigkeit ist cs aber für die Leitung, den einmal als passend gewählten Plan mit Energie und Konsequenz zu verfolgen. Dann werde» sieh sicher mit der Zeit auch die Erfolge einstclkn. III. Außer den prinzipiellen Problemen des Finanz,irograitints sind in der zionistischen Oeifcnüichkcit in der letzten Zeit bestimmte praktische Fragen sehr lebhaft diskutiert werden und zwar in bezug auf die Geklaufbringutig durch den K. K. L (JNF.) und den Keren Hajcssod. Sie beziehen sich auf die Methoden der Sammlungen, Hierauf sei •noch kurz eingegangen. Ein stark ln den Vordergrund gerückter Vorschlag zielt auf Vereinigung von Keren Hajcssod und Jüdischen Nationalfonds ab, um die Geklaufbrmgimg zu vereinfachen und der Verwirrung ein Ende zu machen, die «angeblich dadurch hervorgerufen wird) daß zwei SpendenfonJs für Palästina sich an die jüdische OcffentUchkcit wenden. Gegen diese Zusammenlegung möchte ich mich ans den nachstehenden Gründen atusprcchcn: 1. Der Jüdische Nationalfonds hat eine bestimmte Aufgäbe: Boden jn nationalen Gemeinbesitz zu bringen, um die bekannten nationalen und sozialen Ideale zu verwirkliche». Dieses Prinzip hat eine ungemeine Werbekraft. Der Jüdische Nationalfonds hat eine zwanzigjährige Tradition und׳ Popu- Parität, was alles vollkommen verloren ginge, wenn der Jüdischc Nationalfonds als eigenes Zwcckinstrumcnt aufgegeben werden würde und nicht als besonderer Fonds bestellen bliche. 2, Der Keren Hajcssod hat andererseits heute noch einen viel zu unbestimmten Charakter, er hat zudem eine Menge *) In Palästina selbst könnte manches durch die l.amic:•• gesetzgebung dafür gescheiten, wen«, wie in anderen Ländern, die Versicherungsgesellschaften verpflichtet werden würJca, einen Teil ihrer Reserven in solchen Pfandbriefen anzulegcn. N! Wohl ,taltu r!8ti»< Ware sielt heute ן. י 3 . Mei ' : de י! Aq.cn■ .. d nt " es fö 'י kolon 1 •! Erlab >! nisati : Fond ׳ fi nam Geld ״ 1 1 Jahre י ph'tZ ' die I mögt; Vcrtl gebn ־ lang«!,• *erst! wir ׳ 1 diese appa , noch Appi . (hilft ,! , mit! daß 1 die 4 j soll, ich; 1 sehr 1, , span י sein»; FotW / •'Pi'* n!and Erfa* '1. Ver« ' ( weit ' 1921 11! die :11 aufb paß» ' für 1 י Sam 1. bei verk 1 I'roj;1 ' imit 1 i eile I wie best 1 P״j; Haf dem 1 ernl 1 JNF J -■ -Ulf! ־ halS;, fest übe 1 and ,!: im!| det* , Pr« 1 k׳cb; w ga. kof siet di# nat 20; ln. ini vü h| väl ei» Ea Fi) d<8 ml wi Zf no be d« Id dit se AI M 1י* d< sii bi fä m V w a c St a! b u b fl e h