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Jüdische Rundschau · 1923-06-19 · Heft 49 (19.6.1923) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 49 (19.6.1923)
Date
1923-06-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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(i übernommen habe, als Nichtfacluuaiimi in Finanzfragen (lainoalt dieses Referat zu übernehmen, so geschah es, weil ts sich in dem Stadium, in dein sich unsere Arbeit heule befindet, nicht darum handelt, den schon 191 Q/20 durch Ruppitg Simon, Ooslar 11. ,1. auf gestellten großzügigen finanziellen Soiljirogrmnincn einen neuen 1*1:111 gcgeuiiber/.uslclleu, sondern eher darum, daran zu erinnern, dal! wir von diesen Prorranimen fast gar nichts ausgeführt haben, daß wir mir den üciiicinschaftsfomls, den Keren liajessod begründet und daran nahezu vergessen haben, daß es gilt, au Iler diesem, reine Fiiianzinslilnte zu schaffen oder auszubauen, daß cs uns, die wir, hypnotisiert sind von dem großen Gedanken des■ Keren liajessod und in der Arbeit für diesen uns aiifreiben, gar nicht mehr klar bewußt ist, weiche prinzipielle Einstellung 1u den finanziellen Aufbauproblcmen not tut. In der Geldaufbringung haben wir in den ■verflossenen 4 Jahren einige Erfahrungen gesammelt. Wir sahen, wie unsere Hoffnungen auf die freudige Mitarbeit der jüdischen i'iiiaii/kmse sich niclii erfüllt haben, wir müssen «iiigcsichcn, daß wir selbst noch nicht eine feste Führung in bezug auf die Lösung der Fiiiauzprobleme besitzen, und wir haben auch bitter erfahren müssen, daß unsere schwache finanzielle Posiiion in Palästina sehr ungünstig auf die Starke unserer politischen Stellung zitrückwirkt. jene Plane halten eben zum Ausgangspunkt »licht mir die Erfordernisse einer großzügigen Aufbauarbeit, sondern sie mlien auch darauf ab, im Wege eines kapitatreiclicn umj wcckgeglicdcrten Finanzsystems das Land unter unsere finan- »die und wirtschaftliche Führung zu bringen, z. B. das Noten- Privileg zu erwerben, die Bankiers der Administration zu werden, ihre Anleihen aufzunehmen u, a. m. Da wir diesen Pia 11 nicht ausfiihrtc», müssen wir unsere Bilanz machen und den Entschluß fassen, die Finanzfragc von dem toien Geieise, auf dem sic sich heute befindet, »־egzubringen. Es gilt daher, gewisse primäre Einsichten 5ns der Vcrgcssenjicit zu ziehen. Nicht neue glanzende Pläne sind zu entwickeln, sondern nüchtern und bescheiden müssen wir aussprcdien, was im Allgemeinen not tut, um deii toten Punkt zu überwinden. Nur in diesem Sinne sind 'meine Ausführungen gedacht, l. Jeder zionistische Finanzplaii muß von dem besonderen Charakter des ökonomisch Teils des Aufbauwerkes ausgeheu. Wenn auch die Erkenntnis, daß wir in bezug aut diesen gewisse Aufwendungen machen müssen die nicht rentabel sind, die also die Gemeinschaft auf sicli nehmen muß, von Anfang an all den Plänen die entwickelt winden, zugrunde lag, so waren sowohl die Klassifizierung jener Aufwendungen, als auch die Vorschläge, in welcher Weise sie zu finanzieren sind, verschieden. Heute, wo der Keren Hajcssod bereis cingciührt ist, erscheint zwar die zweite Frage als gclöf.•4, aber cs ist noch durchaus keine Klarheit über die Systemat.k vorhanden. Neben den Aufwendungen, die an sich nicht ökonomischer N’atur sind, wie Erhaltung von Schulen und Spitälern, sind zwei Gruppen von Aufwendungen für wirtschaftliche Zwecke ru finanzieren. Die einen, welche auf rein geschäftlicher Basis, d. 11. mit Sicherheit der Anlage mul Verzinsung finanziert werden können und jene anderen, von denen schon gesprochen wurde, bei denen dies nicht der Fall ist. Aber linse zweite Kategorie ist durchaus keine einlieitliclie. in diese gehören nämlich grundverschiedene Dinge. Erstens die Aufwendungen, die nötig sind, um du der Kolonisalionsarbeit solche Verhältnisse herzustelicii, die den Siedlern eine normale Wirtschaft erst ermöglichen. Auch diese sind durchaus nicht ciithcillicheii Charakters. Jedenfalls sind elfes , Aufwendungen, die zunächst der Gemeinschaft zur Last fallen müssen. Zweitens gehört hierher die Ausstattung der mittel- 1 losen Ansiedler (Equipment) und drittens jene Kneilitartcn, die I heute noch keine gesicherte Basis haben — wie z. B. laug- 1 frisliger Agrarkredit für die Ncuansiedluitgcn und auch Inj tlustnekredit für die entstehenden Pionierindustrien ׳—, die j aut rein geschäftlicher Grundlage noch •nicht finanziert werden i können, weshalb die Gemeinschaft zunächst diese Lücke füllen i muß. Aus «jjesetn Grunde sind auch dem Sollbucigct des! Keren liajessod des letzten Kongresses Beträge für solche 1 Kreditarten eingestellt worden. Aber diese letztgenannten 1 Aufwendungen sollen vorläufig nur ihres derzeitigen Risikos ',;egen vom Gcinciitschafisfonds übernommen werden, ihr | Charakter ist aber ein durchaus anderer, als jener der ersten 1 Gruppe, wo die Gemeinschaft aus ihren Mitteln faux frais, : tote Kosten deckt, wie dies z. B. auch in den einzelnen Staaten zur Herstellung kriegszerstörter Güter aus allgemeinen; Mitteln geschieht. Jene Kreditarten haben übrigens schon j wüte bis zu einem gewissen Grade rein geschäftliche Unter- 1 ״kv». Beim Agrarkredit sind1 cs die alten Siedlungen. (Dr. | «gwndsky hat in der Palästina-Beilage bzgl. Beer Tobiah | t״! Beispiel gegeben und 11 acligewiesen, daß diese Kolonie fentabd arbeiten würde, wenn sie nicht arabischen Geldffebern Wiiclter/inscii zahlen müßte.) Bezüglich des Industrie- ) Kredits gibt cs heute auch schon einige Unternehmungen,! pc1 denen die Kreditgewährung kein übcrnormalcs Risiko 1 fcilcutet. Die zweite Gruppe (Equipment) wiederum betrifft 1 Aufwendungen, die vielleicht in einen! späteren Zeitpunkt j tJU'uckgczahlt werden könnten, die aber gegenwärtig nicht j älS normale Kredite gelten können. 1 - hi bezug auf die Aufwendungen für niditäkonomischc \ ׳'״ecke ist zu bemerken, daß es sich hier oft uni Schaffung 1 j*zr nicht rentabler, aber doch wirtschaftlicher Werte, z, B.! tinricJiiung von Schulgebäuden und dgl. handelt, i . Von dieser prinzipiellen Betrachtung ausgehend, ist die .räRt nach unserem System und nach unserem Plan der 1 inanzicriing z.tt erbeben. Haben wir ein System? Haben ftlr einen Plan? , Wir haben einen Plan für die reinen Finanzinstitutc gehabt: Ausbau der JCT, zur Holding Gy. Seit Jahren ist von UiPfAM. . 1 . » 1• *■-. » ft . .* 1 * cst״n1 nicht mehr die Rede. Auf diese Gruppe der reinen *',nanzinstiiute komme ich im zweiten Teil des Referates fc>1 ausführlich zurück. Für alle anderen heißt unser sWen1 (nebst dem JNF.): Keren Hajcssod1. Ikr Keren Hajcssod hat nach dem gegenwärtigen Pro• f®m folgendes zu finanzieren: ׳ Aufgaben uiditwirtscliaftlichcr Natur, gemeinnützigen Cha Maklers (Sanität, Erziehung usw.) s) Reine Aufwendungen (z. B. Lehrergelialta, Assanieriing usw.); '׳) Aufwendungen, bei denen wirtschaftliche Werte ge• schaffen werden (Spitaleinrichtungcn, Schulhauscr usw.), 2. Aufgaben wirtschaftlicher Natur! a) Aufwendungen, die ■nur die Gemeinschaft' treffen (Koloiiisationsaushilfc); b) Soldii• mit dereinst nülzliclier Rückzahlung (Fquipment); c) Sdi.ilfting von wirtschaftlichen Werten, die in absdib ircr Zeit keine Verzinsung usw, abwerfen (z. B. Aufforstung, Irrigation usw,); d) Reine Ertragswcrtc: Häuser in den Kolonien, Inventar, Pflanzungen, ' 3. Aufgaben finanzieller Natur: a) Kredifgcwälirungj wie Agrarkredit und Industrickredit; b) Beteiligung an Hnaiizinslituten in irgend einer Form (z. B. Hypothekenbank); c) Beteiligung an Unternehmungen (z. B. Ruthcnbcrgprojekt). Diese Einteilung ist notwendig schematisch, daher werden die Grenzen — z. B. zwischen 2a, 2b und 2c oder 3a und 3b — fließende sein, aber sie erscheint mir noch immer besser, als die gewöhnliche in Aufgaben gemeinnützigen und solchen ertragfähigen Charakters, 111 diesem Schema sind die 20°/o, die der Keren Hajcssod dem JINF. geben soll, nicht berücksichtigt, weil sie derzeit außer Betracht kommen müssen. Dieses Sollprograintn ist mangels genügender Mittel vom Keren liajessod bisher nicht aiisgcführt worden. 'Es soll hier nicht crörter( werden, ob cs möglich gewesen, wäre, mehr ciuzunelmicn, wenn statt des Einheitsfonds verschiedene Zweckfnuds gegründet worden wären. Denn erstens läßt siel» hierüber kein Beweis führen, zweitens aber müssen wir den Keren I lajessod, so wie er heute ist, zunächst aufrechterhalten, denn im gegenwärtigen Momente, wo wir alle Kräfte• in den Dienst seiner Propagierung gestellt und überall in der Welt auch bei Nichtzionistcn starke Stimmung für ihn erweckt haben, würden wir nur Verwirrung und׳ Zersplitterung in, die Geldaufiiringungsarbeit bringen, wenn wir jetzt Acndcrttngcn vornehmen wollten. Dieser Standpunkt ist al»cr nur von den momentanen taktischen Notwendigkeiten diktiert. Seiner ungeachtet, müssen wir prinzipiell untersuchen, ob jene Struktur des Keren!Hajcssod tatsächlich die richtige ist, oder ob nicht auf gewisse Acttderungen des Systems hinzuarbeiten ist. Offensichtlich erschöpft die seincrzcitige, stark umstrittene Scheidung von Investments lind donations das Problem nicht, was schon aus dem aufgcstclltcn Schema erhellt. Immerhin muß den Kritikern des Keren I lajessixl-Prinzips zugegeben werden, daß es aus zwecklcelinisclicn Gründen nicht opportun ist, aus einem qjigcmeiucn Fonds unter einheitlicher Vcrwaltimg all jene attfgcz.ähUcn Dinge dauernd zu alimenticrcn. Dies gilt zunächst fiir die Kreditfunktionen des Keren Hajcssod. Wenn er in der Lage sein wird, etwa für langfristige Agrarkredite und ImlustriekreJite Mittel bercitzustellen, so wird er dies in der Form der Schaffung selbständiger Institute tun müssen. Denn solche Kredite müssen separat verwaltet werden; sie so:! ferner die ersten Ansätze für die licSchaffung weiterer Kapitalien fiir diese Zwecke aut geschäftlicher Basis, on Mo nente, wo cs sich erweisen wird, daß die Sieben,..it der An\;cn vorhanden ist. Die Schuldner dürfen ferner nicht eine.ו׳ Ge r.eiinc'.ia tstonds gegcmibcrstchcn, weil sonst — wie die Erfa'iriiii.; lehrt — ihr Verpflichtung*• gefühl kein normales sein v, ir J. Man könnte vielleicht im Anfang so Vorgehen, daß die et1 ״ dafür verfügbaren Mittel im Wege der APC. weiter verlieb.:,1 werden, wie dies seinerzeit mit den vom JNF. für Agrarkredit und! Häuserbau bereitgestellten Geldern geschah. 1111 übrigen ist cs nach den vorlPgendcn Meldungen: nicht ausgeschlossen, daß der Keren Liajessod von diesen Aufgaben entlastet werden werd1 durch die in Amerika projektierte Investnientbank, Vielleicht gelingt es auch jetzt, wo Vcrhändlungcn mit den nichtzionistisclicn Organisationen schweben in bezug auf den Agrarkredit eine Vereinbarung mit der JCA. zu treffen. Jedoch können solche Hoffnungen, solange sie - nicht erfüllt sind, keine Rolle iui den nachstehenden lär• wägimgen spielen, die davon ausgehen müssen, was wir selbst zu tun hätten. Des ferneren ist die Beteiligung des Keren Hajcssod au Unternehmungen wirtschaftlicher Natur, uin die nationale Kontrolle zu sichern, viel eher Sache der Finanzinstitute wie des ICC. als jene des Keren Hajcssod, sofern jener entsprechend umgestaltet werden wird, wovon noch zu sprechen sein wird. Eine besondere Schwierigkeit ergibt sich' aber vom Stand punkt einer systematischen Arbeit des Keren Hajcssod bei der so wichtigen Kolonisation. Der Keren Hajcssod1 spielt hierin die Rolle des Kolonisators. Er errichtet auf dein vom JNF. ameiiorierten Boden die Gebäude, kauft das luven iar, legt Pflanzungen a11׳ usw,, (all dies natürlich, solange seine Mittel klein sind, in bescheidenem Umfang, aber hier handelt es sich um die Charakterisierung der Prinzipien) gleichzeitig soll er aber jene toten Kosten decken — wir wollen diese mit dem Namen Koloiiisationsaushilfc bezeichnen weiche in der ersten Zeit bei der Landwirtschaft! in Palästina unvermeidlich sind und welche die zionistische Gemeinschaft zu tragen gewillt ist. Womöglich soll er den Siedlern •noch Betriebsmittel leihen und langfristige Kredite geben. Ein solches Vorgehen macht nicht nur den verwickelten Wirtschafts• prozeß bei der Kolonisation noch ■undurchsichtiger, als er ohnehin schon ist, sondern, er sdiaüit mich eine vollkommen unsichere Rechtslage gegenüber den Siedlern, er mindert ferner ihren Antrieb rationell zu arbeiten. Auch ist nicht abzuseheit, wie man auf rein geschäftlichem Wege Mittel für die Koloni sation aufbringen können wild, wenn diese in toto von einem Spendenfcmds durehgeführt werden würde. Der Keren Hajcssod kann nicht im Bereich der Kolonisation die JCA. imitieren, dazu fehlen ihm eine Menge wichtiger Voraussetzungen, vor allem die großen Geldmittel und die entsprechende Verwaltung, ich betone wiederholt, daß ich nicht von den momentanen kleinen Verhältnissen rede, sondern von dem zwcckcntsprcehcnden System, wobei ich voraussetze, «laß ein solches die wichtigste Vorbedingung fiir die Finanzierung, die Aufbringung der nötigen großen Mittel, ist. Gewiß ist das! heutige Kolo■ nisatioussystem oder Nicht-System sehr ״einfach״: man steckt — ungefähr wie cs beim Baron war — unausgesetzt Geld aus einem Fonds hinein. Aber diese ,,Einfachheit“ — von der gesagt wird, daß sie die Verwaltung verbilligt — ist eher ein Uebei als ein Vorzug. ׳ Einfachheit an und für sich ist nicht überall sciton das Gute. Man kann Schwierigkeiten, die in den Dingen liegen, nicht beheben, indem man sie ge■ waitsam zu vereinfachen sucht. Einfachheit wird hier zum gefährlichen Schlagwort, Das Beispiel der deutschen Innen kolouisation zeigt, daß bei ihr eine ganze Reihe von Inste tutioiicn und Fonds ineinander greifen mußten, uin sie durch Zufuhren. Trotzdem cs sich um Ansetzung geschulter Bauern mit etwas Eigcnkapita! auf fertigen Gütern. mit ertragreichen Boden handelte, war diese Kolonisation unendlich mühsam und kostspielig. Auch bei ihr war die Hilfe der Allgemeinheit nötig, die ineist in Form (kr Gewährung einer untermark• nuifügen Verzinsung und einer sehr lange hinaus gedehnten Amortisationsfrist geleistet wurde. Aber es hvrrscl.tc bei dieser Kolonisation• volle Klarheit über das Incinandcrgrcifcii ׳ der einzelnen Ililfsinstitutionen und über die Rcchtsverhä’ nisse. Rupnin, auf dessen maßgebende Anschauungen icli immer wieder verweisen muß, hat auch, als er nach’Palästina ging, ein ähnliches System einfithren wollen. Er wollte Güter instand setzen und dann, nach diesem Stadium der sogenannten Zwischenwirtschaft, *sie den Siedlern verpachten. In ähnlicher Weise werden auch wir verfahren müssen. Wir müssen zu einer reinlichen Scheidung der Aiifwendifgcn gelangen und den nötigen Apparat für die Kolonisationsarbeit zu schalten suchen, liierbet werden wir uns klar sei•■ müssen, daß in irgend einem Zeitpunkt die Rcniabllität d •s Betriebes erzielt werden muß, die in Palästina trotz, aller widrigen Umstände, nach allen Erfahrungen und Berechnungen — ich erinnere! nur an jene von Ettiuger, die nur dahin kritisiert wurden, dafl er die Aufwendungen zu hoch und die Rcntab’liiät zu niedrig angesetzt batte — für die jüdische Landwirtschaft zu erreichen ist. Soweit im Anfaußsstadiiim zur Kompensation der bekannten Ungünstigen Momente siipplementorische Aut- Wendungen ■nötig sind, welche die Gemeinschaft tragen muß, können sie aus dem Keren Hajcssod geleistet werden,;lies andere muß auf klarer und wirtschaftlicher Basis geschehen. Da ich hier nicht über die Kolonisation, s'iulcrn über Finanzierung zu sprechen habe und es außerordentlich schwierig, ist, diese komplizierte Materie in wenigen Worten auseinanderzitlegen, so beschränke icli mich darauf, ein mögliches• Schema zu skizzieren. Der JNF. kauft den Boden und amelioriert ih:1. Eine zu gründende Koloiiisalionsgescllschaft, wie sie schon Ruppiu in seinem Buche vorschlug, errichtet die Bauten, kauft dis Inventar. Die Siedler oder Siciilergrnppen schließen mit b. e 1» Gesellschaften fixe Pachtverträge. Hierbei werden, wie I* 1s gesagt, schon im Investitionsstadium und noch einige •al.re gewisse Zuschüsse nötig sein, die der Keren Ilajessod zu leisten hat, der aber dafür von den Kosten! der Bauten ns■׳•, entlastet wird. Die sonstigen Kredithilfen müssen die f eiet־ aus anderen Quellen schöpfen, Investment-Bank für rkredit, Arheiterb'ir.k und Werkzcugfonds fiir AiisiiisUuu;. u:td soweit es sich um kurzfristige Hetriebskredite hand.'.t. Ms Kreditgenossenschaften von der APC. oder von der Goopc'i.v.lvbank. Nur eine solche klare Scbematik wird zu einer Tation:!,ei» Bctricbsführung und zu einem sukkscssiven Ausbau der nötig■:11 Iiislitutionen führen. Was ',pczicll die zu giümlrndc Ko 0* nisationsgescllschaft betrifft, so könnte daran gedacht wer!■•!!, daß JNF. und Keren Hajcssod die ihnen bereits gehöre.idcit inventarien und Bauten 1 a-w. auch der Farmen ihr g-׳:>•.g Ucbcrnahmc von Anteilen übergeben, so daß diese Gesellst:!.!ft juristisch und materiell gegründet werden könnte, ohne daß man zunächst an die Oeffentlichkeit appellieren müßte. (Heute ist z. B. der Zustand so, daß der JNF. d,c Investitionen auf seinen Farmen eigentlich• abgelöst erhalten sollte, aber weder der Keren Hajcssod naclv die Siedler dazu die Mittel haben. Die• Einbringung dieser seiner Ak'iv.» und der ähnlichen des Keren Hajcssod in die neue Gesellschaft würde klare Verhältnisse schaffen und die Kolomsali•>!1sa״b it rationalisieren.) Es ist anztmclunen, daß jene treue _Ges.1lschaft ins Reine kommen wird, weiteres Kapital, spezi!',! für eine populäre Sache, wie die Kolonisation, sich wird v rschaffen können. Der Keren liajessod wäre damit stark entlastet. Die Einwendungen könnten sein, daß damit U wieder ein Zweckfonds vom Keren liajessod abg.töst wird, was die Mehrheit der Zionisten ableimt, da sonst die Geldaufbringung erschwert wird. Dieser Eimvatid trifft hier nicht zu, wie vielleicht bei Etablierung von Schidfomk, Sanitätsfonils usw., denn hier handelt cs sich um ein wichtiges Wirtschaft• . lidi-finanzielles Instrument 1uit einem Zwecke, der herausgehoben werden muß. Ruppiu hat bekanntlich 1993 die l’LDC. zu so einer Gesellschaft umbauen wollen, doch langte das Kapital dazu nicht. Es wäre denkbar, keine• neue Gesdlschaft zu gründen und die Sache mit der PLDC. zu vcreinigen. Darüber müssen die kompetenten Faktoren schlüssig werden. Ich weiß wohl, der wunde Punkt in der ganzen Kolonisationsarbeit ist d-r, dal! die Gemeinschaft, wenigstens' in einer der Mehrzahl der Fälle doch irgendwelche tote Kosteil decken muß. Daß also die Siedler Zuschüsse erhalten müssen, die der Keren liajessod aufweiulet. Aber gerade durch eins vorgcschlagene System, würde dieser!!•:vermeidliche Nachteil bei jüdischer Neiikolonisation in Palästina auf das mindeste Maß herabgesetzt werden. Denn daun erst könnte, was beim heutigen Durcheinander nicht möglich ist, genau unterschieden werden, ob und wofür solche Aushilfen zu geben nötig sind. Dazu müßte eine gemischte Kommission von Sachverständigen der Exekutive und der Siedler in■ jedem einzelnen Fall entscheiden. Ein Beispiel: wenn heute die Pioniere auf nichtsauiorten Terrains augcsiedclt werden, wenn dadurch ihre Leistungsfähigkeit herabgesetzt wird, so sind die dadurch entstandene» Ausfälle nicht als Wirtschaftsdefizite anznselicn. Niemand wird zweifeln, daß cs eine Aufgabe der Gemeinschaft ist, die Kosten fiir die Sanierung der Terrains zu tragen. Diese Sanierung wird aber künftig der bewirt- Schaffung vorattsgthcit müsse». Einmal gegründet, könnte die KolonisationsGesellschaft ihre Tätigkeit auf geschäftlicher Basis weit über die Pionierkolouisation hinaus erstrecken. Darüber kann in diesem Zusaniinenhange nichts «älteres ausgeführt werden,*) Die bisher besprochenen Armierungen des Systems hälfen, mit der Zeit durc'.igefuhrt, eine wesentliche Entlastung des Keren Hajcssod von den Aufgaben rein wirtschaftlicher und finanzieller Natur zur Folge. Diese Entlastung ist unbedingt notwendig. Denn bei aller begründeten Hoffnung in bezug auf die Steigerung der Eingänge des Keren liajessod werden für diesen dann «och genug Aufgaben zu lösen übrig bleiben, andererseits ist es wohl ausgeschlossen, daß der Keren Hajessod in der nächsten Zeit so große Eingänge haben wird, daß er fiir die wirtschaftlichen und finanziellen Aufgaben ■irgendwelche in Betracht kommende Summen wird bereitstellen können. Es ist ja auch noch das Problem zu lösen, wie wir die Eingänge des Keren liajessod für lange Jahre hinaus dauernd sichern können. Ursprünglich war die Sammlung nur für 5 Jahre gedacht, allerdings glaubte man, in dieser Zeit eine gewaltige Summe aiifznbringeii. Wir werden deshalb gut tun, nicht unbedingt auf eine lange Jahre dauernde große Einnahme des Keren l lajessexls zu rechnen, vielmehr diesen als eine Vorkehrung für eine Ucbcrgangszeit anzuschcn. an deren Ende einerseits die Ucbcrnahmc des größten Teils der Gemcinsehaftsaufgabcn (Schulen, Spitäler usw.) von der erstarkenden jüdischen Siedlung und den Landesfinanzen steht, andrerseits eine rein privatwirtschaftliehe Ent- - 1 ״) Anm.: Dieser Vorschlag ist nicht identisch mit jenen! von Gg. Loewenthal, der den Keren Liajessod in eine Kolonisationsgescllschaft umwantkdn wollte, wobei die nichtwirtschaftlichen Gemcinschafhaufgabcii und auch die sujtplementäre Kolonisationshilfe weggefallcn wären.

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