Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 49 (19.6.1923)
- Date
- 1923-06-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2652595-2652502-2652547--16640-2674305- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
H Seite 300 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 40 Heer der Ignoranten ln allen Schichten unserer christlichen ■Mitbürger. Wie unwissend selbst Leute von sonst gediegener Bildung über alles sind, was mit Judentum zusammenhängt, weilt jeder, der Gelegenheit hat, mit Andersgläubigen hierüber zu sprechen. Um wieviel kcnntnisloser erst ist die große Menge, vor allem die Arbeiterschaft, 111 die die deutsch* soziale Partei in neuester Zeit mit ungeheuren Mitteln das nutiscmitisdic Gill zu träufeln sucht. Ist cs da wirklich unangebracht, statistisch nnclmiwviscn, daß die Juden keines* Wegs alleinige Besitzer des mobilen Kapitals sind, 01s die sic immer bin,gestellt wenden? ■Ist es überflüssig, die Schrift von Goslar ,,Jüdische Weltherrschaft“ zu verbreiten, um den ,,Geheimnissen der Weisen von Zion“ eutgcgcnziitrctcn, deren Verbreiter die eigentlich Schuldigen an der Ermordung Ra* thenaus sind? Ist cs nicht ein Kiddusch haschcm, wenn wir »las Buch von Llcbermann über ,,Jüdische Moral“ in Taiiseu* den von Exemplaren an Geistliche und Oberlehrer senden, um dem Aberwitz von der Minderheit unserer Ethik und ׳' Talmudvcrfülschungcn die Spitze abzubrcchcn? Ehren v. nicht das Andenken unserer gefallenen Brüder, wenn wir .Theiihabers Schrift ״Jüdische Flieger im Kriege“ und Oppenhciincrs Schrift ״Die Judenstatistik des preußischen Kriegs* niiiiisteriuins“ verbreiten, um das Pamphlet des Verleumders Alfred Roth über den Anteil der Juden am Weltkriege niedriger zu hängen? Ich habe absichtlich vier Schriften erwähnt, deren Verfasser bekannte Zionisten sind. Es gibt unendlich viele gleicher und ähnlicher Tendenz von Juden ver* schicdcnslcr Richtungen, auch' von Christen geschrieben. Jeder bewußte Jude wird sich an ihrer Verbreitung beteiligen, ja — gestehen wirs ruhig — auch selbst Belehrung aus ihnen schöpfen können, ohne seiner ,,Richtung“, wie immer sic beschaffen sei, etwas zu vergeben. Daß diese Aufklärungs* arbeit ihren Zweck nicht verfehlt und nicht schädlich ist, wie der Verfasser des Aufsatzes vom 29. Mai cs hinstellt, weiß derjenige, der sich ihr widmet, nur allzu gut. Es wird dem gleichen Autor schwer sein, auch nur eine einzige unter all diesen Schriften zu neunen, die seine schweren Vorwürfe rechtfertigt, daß der Ccntralvcrciu sicli dem national- »leutsehen Chauvinismus ergebe •— solche Lächerlichkeit über״ läßt er ruhig anderen — oder jede jüdische Eigenart zu leugnen oder zu vertuschen suche. Er will im Gegenteil Verständnis für sie wecken. Es ist wenig ersprießlich, solche allgemein gehaltenen Beschuldigungen zu erheben, wenn man nicht in der Lage ist, sic durch handgreifliche Beweise zu rechtfertigen. Endlich noch ein Wort über die so oft gerügte ״negative“ Tendenz. Man könnte ja sagen, daß jede Vereinigung sich ihre Tendenz gibt, und daß, wer sie mißbilligt, das Recht hat, sich von ihr fern zu halten, jedoch nicht eine grimdstürzende Aenderung verlangen kann. Die Arbeit des Central* Vereins ist indessen in Wahrheit alles andere als bloß negativ. Sie wäre schon dann positiv zu werten, wenn sic nichts anderes zu ihrer Rechtfertigung hätte als den Selbsterhaltungstrieb, die Währung von Ehre und Leben. Die Gefahr des . Judenhasses, die Intensität der Verhetzung’ ist für jeden Einsichtigen groß genug, um unsere heiligsten Güter (wozu freilich irdische Werte ganz und gar nicht gehören) für bedroht zu halten. Aber die Erfüllung mit dem Geiste, aus dem heraus erst eine wirksame Abwehr geschaffen werden kann, sic ist alles andere als negativ. Die Auf rill Ging der jüdischen Massen, uni sie gegenüber allen Angriffen mit «lein Stolze, dem Kampfesmutc und dem jüdischen Wissen zu erfüllen, Eigenschaften, die nötig sind, um sich der brauelenden Welle des Hasses entgegenzuwerfeu, Ist wahrlich des Schweißes der Edlen w ert. In so'manche Pi'ovinzgcrneiiidc, deren Mitglieder sieh seit Jahrzehnten höchstens an der Gebeisstätte begegneten, hat der Cciitralvcrein erst jüdisches Leben hincingetragen und eine gegenseitige Annäherung bewirkt, die der leider auch bei uns herrschende Kastengeist bis dahin ausschloß. Hat unleugbar der Zionismus viele dem Judentum Entfremdete ihm erhalten, so kann auch der Centralverein dieses Verdienst für sich mit Fug in Anspruch nehmen. Eine andere, sicherlich nicht minder positiv zu bewertende Seite seiner Betätigung ist seine Stellung zur Ostjudenfrnge. Er sieht in ihr nicht nur ein deutsches, sondern auch ein jüdisches Problem (vgl. ״Im deutschen Reich“ 1921 S, 116) Bisher ist von allen Zionisten, die gemeinsam mit den Führern des Centralvcrcins in den örtlichen Organisationen der jüdlscheu Arbcitcrfiirsorgc wirken, diese Tätigkeit des Central* Vereins vorbehaltlos anerkannt worden. Noch vieles ließe sich sagen. Aber das Gesagte wird genügen, um darzutuu, dal! auch die außerhalb des Central- Vereins stehenden Zionisten nicht nur in Fragen der kü rperliehen Abwehr mit ihm Hand in Hand gehen können. Es handelt sieh um ein spezielles Gebiet, das jeden in gleicher Weise angcht. So wenig der Cciitralvcrein danach fragt und fragen darf, oh jemand ein guter Deutscher ist, der das Ziel der religiösen Sehnsucht aller Juden durch tatkräftige Arbeit am Paliistinaautbau erstrebt, genau so wellig sollte der Zionismus vom Ccntvalvercin verlangen, ■daß er, um wahrhaft jüdisch zu sein, die Forderung zur Beteiligung am Palästiuaanfbau programmatisch verkünde. Der Centralvcrcin ist kein ״Mädchen für alles“. Mit ähnlichem Rechte könnten irgendwelche allgemeinen Wohltätigkeit*- bestrebungen an Ihn lierantrcten, um sieh seiner Organisation zur Durchsetzung Ihrer Ziele zu bedienen. Er hat sein, trotz ungeheurer Größe doch beschränktes Arbeitsfeld und darf sich nicht verzetteln. Daß dies der Mitarbeit seiner Mitgliedcr am Palästinawerk keinen Eintrag tut, haben die Tatsachen nicht bloß in der Gegenwart, sondern schon früher zu einer Zeit bewiesen, als der deutsche Zionismus noch jeglicher Stoßkraft eiitbclnte. Der Gedanke der jüdischen Einheitsfront ist in letzter Zelt häufig diskutiert worden. Not schweißt zusammen. Ohne sic wäre vielleicht nicht einmal der Gedanke erstanden. Möge sic nicht so (jroü werden, daß ihre Größe die Bedenken über den Haufen rennt, die für den Kundigen weniger in dem Wesen der Sache als in gewissen Formulierungen liegen. Auch diese sind zu überwinden durch die Erkenntnis, daß wir aufeinander angewiesen sind, und durch die Beherzigung des Wortes: ״Kol Jisracl arewim sch boseh.“ Nacliliemerlaing - Der Verfasser des Artikel־ ist der BresIaucrSyndik u s d e s Z c n t r a 1 v c r c i n ־ , und wenn er auch betont, daß seine Ausführungen nur seine persönliche Meinung wiedergehen, so sind sie doch charakteristisch dafür, (lall man in gewissen Kreisen des Zcntralvcrcins sich bemüht, dein Zionisnuis Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Dieses Streben ist begrüßenswert, aber cs wird nur dann erfolgreich sein, wenn man sich mit dem Zionismus auseinandersetzt, wie er ist und nicht wie man ihn haben möchte. Deshalb muß zunächst der lrrtpm berichtigt werden, ׳"יה ob der ״nationalchauvinistische Radikalismus von ״-׳•-' , wie der Verfasser die entschieden iiatlonaljüdisehe rViVmg 'benennen zu sollen, glaubt, durch einen sozusagen salonfähigen, im Sinne des Zcntralvcrcins ungefährlichen Zionismus abgclöst sei. lieber die Nuancen im Zionismus mit Nichtzionisten zu diskutieren, hat, jedenfalls in diesem Zusammenhang, keinen Sinn; rt genügt, festznstdk'ii, daß der Zionismus von seinem nationalen Fundament nicht einen Deut aufgcgcbcii hat und nicht aufgeben kann, ohne aufzuhüren, Zionismus zu sein. Diese־ Kriterium — die Antwort auf die Frage, »>h die Juden ein Volk für sich »■der Testandteilc der Völker sind, unter denen sie leben — i.t so entscheidend und teilt das Judentum so scharf in zwei Teile, daß cs demgegenüber völlig unerheblich ist, welche Schattierungen cs jenseits dieser Grenze gibt. Wer darauf Wert legt, daß cs eine partielle Zusammen,arbeit zwischen Zionisten und Nichl/innNtcn gibt, der muß dieser Tatsache ins Gesicht sehen und entschlossen sein, sich mit dem Nutionaljudcntum abzufinden. Damit sind gewisse Grenzen der Zusammenarbeit und insbesondere der gemeinsclnftlich benutzbaren Methoden von vornherein gezogen. So viel zu den Focrdcrschen Ausführungen, soweit sic sich mit den ideologischen Grundlagen des gegenseitigen eiJiältnisscs /.wischen der Z. V. f. D, und dem Cciitralvcrein befassen. Was die Frage des taktischen Zusammengehens im Kampfe gegen den Antisemitismus betrifft, so darf auf die früheren Ausführungen in der ״Jüdischen Rundschau" verwiesen werden. Jüdische Ostjudcnlicizc Aus Cassel wird uns berichtet: Der ״Reichsbund juilis eh er Frontsoldaten“, eine neutrale Organisation, die cs sich zur Aufgabe gestellt hat, alle unberechtigten Angriffe gegen die jüdischen Frontsoldaten nbz.uwchren, hielt vor einiger Zeit in Cassel eine Versammlung ab, in der Herr Dr. Werner vom Hauptvorstand aus Berlin über die ״Einheitsfront dcrdeutschcn Juden“ sprach. Die Besucher der Versammlung wurden nun unangenehm überrascht und enttäuscht, indem Herr Dr. Werner ■zwar nicht über die Einheitsfront der deutschen Juden sprach, sondern ein Programm entwickelte, das mit dem der ,,nationaldeutschen Juden“ eine auffallende Aclmlichkeit batte. —, Dr. Werner, der imcli seinen Ausführungen auf dem .1iußersten’ rechten Flügel der deutschen Volkspartci stellt, bedauerte es lebhaft, daß leider so viele deutsche Juden auf dem linken Flügel der Sozialdemokratischen Partei stehen, er hedauerte cs ferner, daß cs jüdische hohe Regierungsbeamte gäbe und infolgedessen »ler Antisemitismus dadurch immer neue Nahrung erhielt. 1 ierr Dr. Werner, der nach seinen Angaben dem 1 Inuptvorstand des Gentral-Vcreius und des K. C. angchürl, ging mm zu einem Generalangriff gegen »1 i c O s t j u d c 11 über. Er sprach von ihnen, als von durchaus unerwünschten Elementen, »lie mit ihicn zehn Fingern nach Deutschland kamen und schon in kürzes;er Zeit nicht mir Häuser und Villen besäßen, sondern durch• ihre Gerissenheit cs fertig brächten, »len Deutschen die Wohnungen fortztmehmen usw, in Berlin aber besonders den Antisemitismus dadurch hervorrufen würden, daß sie mit großen Brillanten und Pelzen geschmückt auf den Straßen hermuspazierten. Auf die (ihrigen Ausführungen näher einzugehen, lohnt sich kaum, da dieselben alle in einer obertläeliliehen, seichten Weise hervorgcbracht wurden. — In der Diskussion zu sprechen war mir leider nicht möglich, da der Vorstand mir zwar vorher volle Redefreiheit zusicherte, nach Schluß des Vortrages aber jede Diskussion verhinderte, teh möchte deshalb hiermit aufragen, ob der Reiehsbmid jüdischer Frontsoldaten resp, der Hauptvorstand es verantworten kann, wenn »las Mitglied »les Hnuptvorstnnrics Dr. Werner solche ncutralitätswidrigc Ausführungen machen dai f. Sally K a u 1111 a n 11, Cassel, Die cnglisclie Regierung und die Pogrome Denikins I. o n d o n. (J. C. B.) Im englischen Unlerhaiisc fragte das Mitglied des Parlaments Mr. Noei Buxto» den Premierminister an, ob »lie Regierung, zurzeit, da sic die• Streitkräfte des Generals Denikin mit Munition zu versorgen pflegte, gegen die Verfolgung »ler Judt'n in Rußland durch die Deuikiu-Armee protestiert hatte. Der Unlcrstaatssekrctiir der Kolonien Mr. Me, Neill erwiderte darauf: 111 der Zeit, da sich noch in Rußland die britische militärische Mission befand, hatte sie die An- Weisung gehabt, ihr Mögliches zu tim, um eine schlechte Behandlung der Juden •zu verhindern. Als sich dann der Oberkommissar Sir 11. Mackinder nach Rußland begab, nahm er die Anweisung mit, eine U11!crs11chm1|| über ’die gemeldeten antijiidlschcn Exzesse zu veranstalten uml hierüber Bericht zu erstatten. Die Ititerslüizung der Hakcnfcrcuzler durch den öäfcrreicltlschcn [ndKsiricIlenvcrband Wien (J. C. B,), Am 12. Juni nachmittags fand in Wien eine Vollversammlung: des Haiiptvcrbamies der Industrie statt, in welcher mehrere jüdische Industrielle gegen »lie Unterstützung »ler ,•111ii«emiliscm׳n Organisationen au.» Mitteln des Verbandes Beschwerde geführt haben. Sie protestierten »lagegen, daß Pogrom banden mit den aus jüdischen Quellen stammenden Geldern unterstützt werden. Der Präsident Dr. U rba 11 erklärte, der Verband unterstütz; mir P«r1naliom.’n, die der Staatsgewalt unterstehen,׳ wie z. U. die! Frontkämpfer ,und die Heimwehren, Die jüdischen Vertreter gabon steh mit dieser Antwort nicht zuirieden und׳ wiesen »Inrmif lim, daß die genannten Verbände ausgesprochen antisemitisch sind. Die Erklärung des Präsidenten wurde mit allen gegen 15 Stimmen zur Kenntnis genommen. . ' Amerikanische Rundschau Die amerikanisch-z'mnlstlsthe Zeitung ״Das jüdische Volk1‘ veröffentlicht die Tagesordnung der 26. zionistischen J ah reskon f e re n z, die am Sonntag, den 17. d. ,M. in Baltimore eröffnet wurde. Die Eröffnungsrede am Sonntag hält Loui! Lipsky, hierauf folgt eine Begrüßungsansprache Vo״ Dr. W c i r 111 a n 11, Der übrige Teil der Erüffiningssit*!(^ ist mit »len Berichten 'der Landesexekutive und an^ihlicltcmhr Diskussion aiisgefiillt. Die 2. Sitzung, Sonntag abends, ig »len Fragen des bevorstehenden Kongresses g*״ widmet. Die Landcscxckutivc hat Vorschläge (״ProposaK״) aiisgeai'bcitet, die 111 einer Sitzung vom 27. Mai mit allen gegen eine Stimme angenommen wurden und nach dein Vorschlag der Exekutive, der noch der Zustimmung der Konvention unterliegt, als Richtlinie für die Delegierten 1ז״וז 18. Kongreß dienen sollen. lX׳r Text der Proposals ist noch nicht veröffentlicht, da noch gewisse redaktionelle Acndeningm voi'zmieluucn sind. Wie aus einem in der gleichen Nummer des Blattes veröffentlichten Artikel von Dr. S. Bernstein hervorgeilt, ist der Hauptpunkt der Vorschläge der, der Karlsbader Kongreß solle der kündigen Exekutive Vollmacht geben, sofort die Jewidi Agency zu organisieren, indem sic als gleichberechtigt Mitglieder solcher Organisationen hereinnimmt, die am Aufbau Palästinas interessiert sind oder interessiert werden können. Die Mittel des Keren Hajessod sollen dieser Jcwisli Agency übergeben werden, lieber die Frage, Mue die Wahl dieser Nichtzionisten erfolgen soll und wem sie ••ei',antwortlich sein sollen, sagt »ler Artikel nichts, und man muß daher die Veröffentlichung des vollen Wortlautsי der Proposals bzw, die Beschlüsse der Konvention abwarten, um zu beurteilen, was die Amerikaner wirklich wollen. In der Tagesordnung ist vorgesehen, daß in der Sonntagabend, silznng nach der Abstimmung über die Proposals Ansprachen von Dr. Weizmann und Dr. Schmarja Levin folgen, Montag vormittags finden Kommissionssitmngcn statt, ln der Nachmittagssitzung folgen Referate über die verschiedenen Institutionen, ferner Ansprachen von Leo Motzkin und Prof, War bürg, lieber die Tcl-Awiw-Anleihc wird außer Jmlgcs Rose n bl.1t t auch der Bürgermeister von Tcl-A\tiw, Herr Die sc n go f f, sprechen. lieber die Tätigkeit der i'riedcuskomniission, die zu Verhandlungen mit der Brandeis• gruppe eingesetzt war, wird Moritz Rothenberg berichten. 111 »ler MontagabciHlsit/img findet, abgesehen von weiteren Referaten (darunter von Miß Szold über die ״Hadassali“), die Aufstellung von Kandidaten für den Kongreß statt. Dienstag ist dann hauptsächlich dem Rericht der Kommissionen, Ab- Stimmungen und Wahlen gewidmet. Wie bereits gemeldet, fand kürzlich die Jahresversammlung des von der Brandeisgruppe gegründeten Paltstine Devclopmcnt Council (P.D.C.) statt, bei welcher eine Aktion zur Aufbringung von einer Million Dollars beschloß«! wurde. Der P.D.C. war bekanntlich als eine neutrale Organisation gedacht, die lediglich dem wirtschaftlichen Aulbau Palästina» dient, und die Brandcisgruppe wollte durch diesen Versuch beweisen, daß ihre Methoden, Interesse tind Mittel für Palästina zu gewinnen, die richtigen sind. Es ist eine durchaus vornehme Handlungsweise, wenn eine im politischen Kumpf gestürzte Gruppe nicht die Arbeit »|er andern weiter stört, sondern selbst Positives zu leisten unternimmt, was beweiskräftiger sein kann als politische Debatten. Die Erfahmng hat jedoch gezeigt, daß d!c großen Hoffnungen der Braiulekgmppc sich nicht erfüllt haben. Die amerikanischjüdischen Blätter berichten über das klägliche Aussehen dieser Generalversammlung, bei der mit Ausnahme einiger 1111• bedeutender Reformrabbis nur Zionisten anwesend waren. Irgeiitiueiche prominente Nichtzionisten heranzuzichen ist »kr Gruppe trotz ihrer Verschleierung des Zionismus nicht gehingen, während gerade jetzt die rein zionistische Kampagne Wciztiinnns in allen Städten Nichtzionisten nicht nur für den Keren Hajessod, sondern auch für andere finanzielle Palästina- Unternehmungen gewonnen hat. Wer die Reden Weizmanns in Amerika liest, über deren abwechslungsreiche Gedankenfülle man vom rein literarischen Standpunkt staunen muß, ersieht daraus, daß der zionistische Führer überall mit voller Offenheit das wahre Wesen des Zionismus als nationale Volk»• bewegung darlcgt: seine Reden sind von stärkstem nationalem Ethos und nationalem Glauben erfüllt. Gerade diese Kraft des nationalen Gedanken» ist cs, die auch auf Nichtzionisten Eindruck macht die selbst eine andere Weltanschauung haben mögen, aber doch erkennen, daß hier eine Sache ist, die Größe und Zukunft hat. Es hat sich gezeigt, daß die Braiuleislcute schleckte Psychologen waren. Sielt selbst aber haben sic mit ihrem Versuch in eine peinliche Lage gebracht. Denn als auf der Jahresversammlung des P.D.d aus ihrem eigenen Kreise der Antrag gestellt wurde, den Dank an England für die Uebernnhme des Mandats auszusprechen, protestierte ein anwesender Reformrabbi mit der Bemerkung, mau habe versprochen, der P.D.C, sei eine unpolitische Vereinigimg, und daher dürften derartige Antrags nicht gestellt werden. Der Vorsitzende Dr. Stephan Wise, geriet in Verlegenheit uml mußte »len Antrag von der Tagesordnung ab• setzen. Diese Episode ist natürlich bekannt geworden und die jüdische Presse klagt darüber, daß auf diese Weise in der Ocffcntlieh'uit der unangenehme Eindruck entsteht, daß amc!iiämair.elie■ Zionisten — »leim für die Außenwelt sind natürlich auch die P.D.C,-AnlGngcr Zionisten — sieh weigern, eine Begriilhiiigsrc'olution für »ins PaliDtinainandat und für Herbeit Samuel nnzunclunen. Die politische Wirkung eines solchen Eindrucks ist nicht erfreulich. Zwar hat Dr. Wise ein Dementi veröffentlicht, aber cs ist schwer, von der nichtjüdischen Ocffcutlichkcit 711 verlangen, daß sie diese Nuancen verstehen soll. Die Politik der Verschwommenheit ist immer schädlich. Der Anii&cniKlsnuis In feslcrrclch Wien. (J. C, B.) Der soeben in Linz, abgehobene Parteitag der der Kegierungskoa I i t ion angehörcivdcn Groß• deutschen Partei in Oesterreich nahm eine Resolution an, die vo:1 der Regierung fordert, sämtliche 11״ elniai־ fremde“ Zugewanderte aus Oesterreich zu entfernen, da dieselben eine volksschüdlichc Tätigkeit entfalten. In einer zweiten Resolution wird die Regierung aufgc• fordert, keinerlei stcucrlcclmischc Konzessionen dem aus• ländischen Kapital zu gewähren, weil sonst das jüdische Kapital sich Oesterreichs bemächtigen wird. €9 fl denn es »: bdin Simo Soiip eher gram den da rat reine die 1 Kerei gar 1 , zu c 1 4 Jal , un sei Final daß die l bitter sitio« politi Erfor zielte zwecl , ziclle privil wird■ I Bilan von weg! aus c sind wir < Punk AusS ChaJ Wen! Aufv» also '־ an a wäret auch‘ sind," ‘eilige aber! vorhi Natu zwei zu { . Basii ziert! gespj diese dies die nisatf % »ine »lurcj Aulvt 11111*1 l״scn heuti friste dust| auf ן körn! muß, Kens Krrtl Auf« wegi Cliar Grub tote; Staat Mittt heuti läget Zag« ein ׳. reut* gehe kredi bei bede Aufv ztirü■ als ן Zwe! : zwa! Einri ■ Frag der* ä wir ih n ׳' ‘ dies» Lina noch 1; Syst ' Kran < 1. A i r« l I