Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 48 (15.6.1923)
- Date
- 1923-06-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 292 IUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 48 hohe Stufe iimnnfeniwickclt, aber, weil es völlig anarchisch geschellen mußte, ist eine Ucbeipruiltiktion entstanden, und zwar luiuli״ auf solchen fiebicten, wo ein wirklicher Nut/en davon nicht 7.« erwarten war. Auf der Suche nach Vcrvertun,״ hat das hungrige rastlose Großkapital mit allen möglichen Schumlartikcln vorlieh nehmen müssen, mit denen die Welt überschwemmt wird, ohne daß ein kulturelles Aktivuni darin zu finden wäre. In einem merkwürdigen Miß• Verhältnis aber zu dieser kapitalistischen!;!•Schließung aller möglichen Gebiete stellt die Tatsache, dal! die Lnmlwirtschalt vor der Invasion des Kapitalismus alle Tore vciriegelt hat. Was ist die Folge? I)!c I*1 otluh:tonsnictItoclcn sind primitiv und rückständig, teuer lind unrentabel. Dem Bauern fehlt der kaufmännische Blick. Es wird wenig produziert, und das Wenige ist kostspielig. Ganz allmählich erst beginnt jener Prozeß, der die wirtschaftliche Entwicklung des Id. Jahrhumlcrts beherrscht hat, und den ich die Kommcrzialisierung des Wirtschaftslebens nenne, auch in der l.anchv'i'tschaft Einzug zu hallen. Dieser Prozeß besieht darin, daß in allem Handwerk und in jedem Gewerbe der biedere, einfache Fachmann, der früher alles allein machte, mehr und mehr zurückgedrängt wird, an seine Stelle tritt der Kaufmann, der Vertreter des Koimncizgeldes, zumeist Vertreter eines Bankkapitals, und ihm dient der frühere Handwerker lediglich als technischer Berater. Nun wird der primitive Betrieb auf moderne rationalistische kaufmännische Grundlagen gestellt, es wird sparsam bewirtschaftet, das höchstmögliche Erträgnis gewährleistet, die Produktion also vcrvielfach! und verbilligt. (Siehe meinen Aufsatz im ״Piutus“ vom 15. V. 23 ״Der Vcrtikaltrust in der . Land Wirtschaft“.) Wir sehen dieses allmähliche Eindringen in Landwirtschaftliehe Industrien, und während z. B. früher meist der Bauer seihst Sclinapsbrenner und Bierbrauer war, haben wir heute Riesenkonzerne, an deren Spitze der kaufmännische Generaldirektor steht, und bei denen der früher selbständige Bierbraucr und Schnapshrenner als technische Direktoren im Dienste sichen. Dieser Prozeß wird sukzessive die ganze Landwirtschaft sich untertänig machen, und zweifellos gehen wir einer Epoche entgegen, wo auch die gesamte Bodenproduktion durch Kaufmännische Gesellschaften dirigiert werden wird. Dies sollten wir um so mehr im Auge behalten, als die kapitalistisch-kommerzielle Produktionsweise ein ungleich rascheres Tempo der Erschließung und der Machtgewinnung gewährleistet, als die primitive Metluxle, die früher iiblicli war. Wir müssen uns daher auch hinsichtlich der patnstinensischcn Landwirtschaft von falsch verstandenen romantischen Sentiments frei machen und begreifen, daß wir Landwirt- Schaft mir mit den modernsten Hillsmitteln, mit Maschinen, mit Industrialisierung und Kommerzialisierung betreiben dürfen. .These X. ״Die Banken haben ihre kolonisaforlscft-lndusMalislerende Tätigkeit insbesondere auch in den Dienst der Lnndwi't'cbaft za steilen und darauf hinzuwirken, diß bei letzerer jene fortschriilliclicn kaufmännischen Methoden die herrschenden werden, welche bei einer möglichsten Iterabmiiiderung der Prodaktionskosten eine Vermehrung and Verbilligung der Produktion gewälnleisten. Die Bodenproduktion selbst and die industrielle Verarbeitung der Bodrnprodukte muß Hand in Hand gehen und gemcinschahlicb rein kaufmännischer Leitung unterstellt sein.“ .These Xf. Wir haben nun einen sehr wichtigen Punkt zu behandeln, der überdies heiß umstritten ist. feil meine die Frage des Gemeinbesitzes. Aus der ganzen Art meines Referats ist wohl zur Genüge ersichtlich, daß ich mir nur dann etwas vom Aufbauwerke verspreche, wenn cs im breitesten Umfange von der Privatinitiative getragen wird. Nichtsdestoweniger habe ich bercils an verschiedenen Stellen der bereits sclhstve’rständliehen Ansicht Ausdruck gegeben, daß gewisse gemeinnützige Ausgaben und Anlagen wie überall so auch in Palästina auf gemeinnütziger Basis und somit unter Ausschaltung des Privatbcsitzes finanziert werden müssen. Doch handelt cs sich hierüber hinausgehend um die grundwescnilichc Frage, ob prinzipiell gewisse Dinge dein Privatbcsitz deswegen entzogen werden sollen, weil sic Produktionsmittel darstellcn. Der Zionismus hat diese Frage durch die Schaffung• des Nationalfonds bejaht und einen blassen Versuch zur Wiederholung dieser Bejahung nochmals anläßlich der Keren Hajessod-Aktion unternommen, wo auch ״Investments“ im Obercigcntum des gemeinnützigen Fonds verbleiben sollten. Beide Versuche jedoch sind nicht soweit gediehen, daß eine prinzipiclle Entscheidung heute spruchreif wäre. Der Nationalfonds ist heute nicht und wird ein weiteres Mcnschcnaltcr hindurch nicht in der Lage sein, den gesamten Boden in Palästina zu besitzen, und was den Keren Hajessod anbelangt, so ist er überhaupt noch nicht bis z,u jener Höhe der ücldciufjünge gelangt, von welcher an die Inangriilnalimc von ״Investments“ möglich gewesen wäre. Mit anderen Worteil: der Nationalfonds wird das Privateigentum an Grund und Boden mir zu einem geringen Bruchteil, der Keren Hajessod das Privateigentum an ״Investments“ überhaupt nicht ausschalten können. Theoretische Fragen aber, die in absehbarcr Zeit keine praktische Vcrwirklicnuiig erfahren können, brauche ich hier nicht zu beantworten. Und von dem Gesamt- Problem bleibt als Tcilproblem übrig 1. ob aus idealen Gründen die Parole beibehalten und die Institutionen solcher gemeinnützigen Fonds ausgcstaltct werden sollen, auch wenn keinerlei ökonomischer Nutzen davon zu erwarten wäre, eine Frage, die ich unbedenklich mit ja beantworte, 2. ob solche Inst tutionen nicht, wenn sie da! Privateigen• tum auch nur partiell ausschalien, dennoch wenigstens regulierend wirken können und dadurch die vom gesamten Ausschluß des Privatbesitzes erhofften ökonomischen und sozialen Vorteile wenigstens teilweise mit sich bringen — eine Frage, die ich ebenfalls mit ja t beantworte, 3. jedoch, und das erscheint mir die wichtigste Seite dieser Angelegenheit: ob nicht solche Gemeineigentum-Fonds, völlig abgesehen von ihrer sozialen Idee, auch eine praktisch-ökonomische Bedeutung als Instrumente der Krediterleichterung haben können, und das scheint mir im beträchtlichen Sinne der Fall zu sein. Palästina ist eines der höclistvalularischcn Länder. Ein- Wanderer, die in irgendeiner Weise zu einer selbständig produktiven Existenz gelangen wollen, müssen daher über enorme Betriebskapitalien verfügen. Diese sind in den wenigsten Fällen vorhanden. Wenn nun diejenigen, die mit etwas Barkapital ins Land kommen, gezwungen sind, dieses Kapital in Produktionsmitteln fcstzuiegen, so werden ihnen darüber hinaus keinerlei flüssige Betriebsmittel verbleiben. Der Landwirt z. B., der teuren Boden kaufen muß, hat dann schon ׳ kein Geld mehr, um alle sonstigen Anschaffungen, Vieh und Maschinen, zu bezahlen usvv. usw. Da ist cs natürlieh eine außerordentliche Erleidilcriüig für ihn, wenn ein Fonds da ist, der seinen Landhunger befriedigt, ihm aber gleichzeitig gestattet, seine Kapitalien in die anderen Dinge, nicht in den Boden selbst, nineinzustecken. Prinzipiell wäre hier nur eins noch zu streifen: ob es nicht noch wünschenswerter wäre, wenn der Pächter die Möglichkeit erhielte, nicht nur zu pachten, sondern zu amortisieren und sich im Laufe der Jahre das volle Besprecht an dem wn ihm bebauten Boden zu erarbeiten. Das rüttelt zwar bereits wieder am gedanklichen Fumbuücnt des Nationalfomls, wäre aber zweifellos zu erwägen tiir.l sicherlieh zu befürworten. Damit wurde auch jener Uharakler dieses Fonds, in welchem ich zurzeit seine stärkste Bedeutung erblicke, der Charakter des versehlcicrleit KreJitiir.trunivnt* deutliche;■ in den Vordergrund treten; cs itt dam» ein Fonds, welcher <he kostspieligen Produktionsmittel vorschußweise und gegen erträgliche Abzaltluiigsbedingungen zur Verfügung stellt. (Siehe‘ die Form des ״RentenguDs", vgl. mich Den Nathan: ״Die Erbpacht״.) Und zweifellos würde auch darin eine grüße soziale Idee liegen: daß jedem Juden die Mo ׳• lielikcii gegeben wird, sich Grund und Boden selbst zu erarbeiten.' Ob diese Durrhnirecluing des Nalionalfomls-Prinzips durch eine Umwandlung des Nationalfonds oder durch eine besondere gemeinnützige Gesellschaft in Angriff genominell werden soll, ist eine untergeordnete Frage. An sieii muß man sich darüber klar sein, daß jeden Tag eine solche gemeinnützige Gesellschaft von privater Seite ins Leben gerufen werden kann, und niemand wird ihr verbieten, Land zu kaufen, um cs von Kolonisten bebauen zu lassen, denen sic cs kostenlos überläßt, sobald die Pachtsummc den Erwerbspreis .imorllsicrt hat. Und es ist sogar leicht möglich, daß eine solche Gesellschaft dabei auch noch ganz gute Geschälte machen kann, wenn sie will. Cs braucht also vielleicht nicht einmal eine gcmeimiülzigc, sondern es kann eine ökonomisch fundierte Kokmisatioiisgcscllschaft sein. Darum wäre cs zu erwägen, ob nicht wir selbst derartiges iu Ang-iff nehmen sollleti. Und• somit kommen wir zur z These XI, welche ich wie fo'gt formulieren möchte: ״Die völlig« oder vorwiegende Ausschaltung des Privateigtntums an Grand nrtd Bode* ist für absehbare Zeit praktisch gcgeiistadslcs. Dennoch gebuhtt dem H.-F. als Träger einer großen nationaloz aien Idee z״ntrale Bedeutung. Insbesondere ist cs auch angesichts der Kapltalannut d:a Einwanderermater 11״s vonnöten, daß ein gi-mein ützlgcr Bodenfonds den Ansiedler von dem Zwange befreit, sein Kapital In Grund und Boden fcstzulegen. Wünschenswert wä!e jedoch eine Ausgestaltung nach der Richtung, daß dem Ansiedler die Möglichkeit gegeben wird, durch langjährige Arbeit und durch Amortisation später auch selbst in das volle Eigentum des von ihm behauten Boden! zu gelangen.‘ These Xfl. Im vorigen Abschnitt wurde bereits erwähnt, daß cs sich nicht nur um den Boden zu hamlchi braucht. Der Boden ist unter der Perspektive nationaler Polit’k ä ta longuc zweifellos das wichtigste Produktionsmittel, aber das darf 1ms nicht I1i11de.ru, den gleichen Gcdankengnng auch auf andere ProdukUonsmitlcl zu erstrecken. Wie wünschenswert wäre es, wenn auch der Unternehmer, der sich drüben eine .Fabrik aufD:men will, der Notwendigkeit enthoben werden könnte, sein ganzes Geld in kostspieligen Maschinen anzttlegcn l Wenn es einen industriellen Bruder des Nationalfonds gäbe, so könnte er sich all diese Maschinen leihen, er würde seine Leibgebühr bezahlen, welche der üblichen Abschrcibungsquotc entspricht, und könnte sein übriges Geld für andero Zwecke frei haben. Ein solcher Fonds kann geradezu Menschen hinübertragen, um ihnen dort die Existenz zu ermöglichen, cs tun sich 100 oder mehr Menschen zusammen und sammeln Beträge aus ihrer Mitte, damit alljährlich eins oder mehrere ihrer Mitglieder nacli Palästina gehen können, und dort eine produktive Existenz erhallen, ohne Subvention, was sehr wichtig ist, und ohne Gcldkrcdit, was auch schon von Vorteil ist, sondern nur mit einem Naturalkredit. Es ist nur zu begreif lieh, daß die einzigen Kreise, die das Wesen eines solchen Fonds begriffen haben, die Arbeiterkreise sind. Die haben 8'ch in ihrem ״Arbcilcrfonds“ ein Instrument geschaffen, das fast schon auf dem liier gezeichneten Wege ist, und durch welches sic in steigendem Maße die Möglichkeit erhallen, Maschinen hiniibcrzuscliafi'cti, deren Anschauung dem Einzelnen tminöglieh wäre. (Ueberhaupt fordert die moderne Landwirtschaft dringend das Gemeineigentum an landwirtschaftlichen Maschineu!) Also derartige gemeinnützige Fonds mit verschiedenen ähnlichen Zwecken sind außerordentlich wünschenswert; sie können in einem Zeutralfonds vereinigt werden, aber sic können auch in vielerlei Einzelkinds zerfallen, und jeder Verein, jede Chewre kann sich zu einem solchen Fonds! für ihre Mitglieder ausweiten. Damit hätten wir als These XII. ״Der Gedankengang der vorigen These Ist nicht an! den Boden za beschränken, sondern möguchst auch auf andere Produktionsmittel, wie Maschinen uiw. aaszudehnen. Grundsälziich ist jeder Fonds zu begrüßen, der einer Auswahl von Menschen Verelnsbriidcrn usw. die produktive Scßhaftmaclinng in Palästina derart ermöglicht, daß er ihnen anstelle von Snbvenllonen oder von Gelddarlehen langfristige Naturalkredite gewährleistet.“ (Der verbindende Text für die nachfolgenden Thesen• muß aus Zeit- und Raumgründen vorläufig entfallen.) These XIII. ״Die F.inräumung von Kredife« nach These XI und XII kann weil sie dem Ansiedler wesentliche ökonomische Vorteile bietet an nationale und soziale Bedingungen geknüpft werden; jedoch dürfen solche Bedingungen nicht weiter gehen, als die ökonomische Leistung»• und Konkurrenzfähigkeit de! Ansiedlers gestattet, These XIV. ״Ein solcher nationaler und sozialer Einfluß kann Im übrigen nur dadurch genommen werden, daß eine za diesem Zweck zu schaffende Holding Co. freihändig Aktien oder Anteile von Wirtschädlichen Unternehmungen erwirbt. Diese Holding Co. kann vcrwnUtingsfeclinlseh einer Bank angegliedert werden; da ihr Zweck aber ein gemeinnütziger Ist, so hat zur Beschaffung der langfristig erforderlichen Kapitalien gleichfalls ein gemeinnütziger Fonds beizutragen und zwar in der ökonomischen Form eines langfristigen, niedrig verzinslichen Darlehens. Auch hier darf aber die national« und soziale Einflußnahme keinesfalls die Konkurrenzfähigkeit des betreffenden Unternehmens gefährden,“ These XV. ״Soweit solche gemeinnützige Fonds für spezielle Zwseke bestehen oder geschaffen werden, muß die Verwendungsart statutarisch gesichert werden. Die Leitung maß völlig autonom und frei von irgendvre'elien tagrspolitlschcn Einflüssen sein Insbesondere dilricn in der Verwaltung eines idchcn Fonds nicht Personen sitzen, welche durch Bekleiden ähnlicher Aemtcr an anderer Stelle darin!׳zeiuträclitlgt werden könnten, sich voll und ganz für das Wachstum dieses Fonds elnzosetzen,“ Schlußwort znnt ersten Teil Ich möchte diesen Teil nicht abschlicßcn, ohne darauf Hinweisen, daß er alles indcre als eine dogmatische Festlegimg bedeuten will. Oeradc in wirtschaftlichen Dingen gibt cs nichts, was eine selche Festlegung vertragen könnte, und wer 11m ihnen selbst zu tun hat, weiß, wie übel es ist, ״Plane“ vorSegen ztt müssen. Wenn Baltin, Ratlicna;! oder Stimies vor 23 Jahren ihre Aufbaupiänc hätten voriegen müssen, bevor sie ihre Durchführung iu Angriff «ahmen, so hätten diese Pläne vermutlich wesentlich anders ausgcsciicn als das, was die Zeit aus ihnen gemacht hat. Ein Wirtsciiaftsorgaiusator ist kein Ingenieur, der mit seinem'Zirkel und seiner Mathematik jedes f.inzciglietf such des gewaltigsten Kuppelbaues vorher errechnen kann, um es nachher ntl. ab/ulfsen. Was ihm noitiit, ist die klare und ^schöpferisch« Erfassung des Zieles, die organisatorische Fähigkeit, du Einzclaufgabcit voneinander zu trennen und aneinander *״ knüpfen — im übrigen aber muß er sich von der Gab* leiten lassen, zu jedem Zeitpunkt die jeweilig gegebenen Verhältnisse zu überschauen und sie zu meistern, indem er sich ihnen anpaßt. Manche Pläne müssen plötzlich fal!^ gelassen werden — das ist nur dann ein Unglück, wenn man nicht rasch genug neue hei der Hand hat. Was wir hie׳ Vorhaben, setzt ein Menschenleben voll unerhörter Elnjtbj. rät und Anpassungsfähigkeit voraus. Darum dürfen die hier erfolgten Niedcrlegiinßen nicht als Versuch einer dogmatischen Erstarrung angesehen werden, welche jene Elastizität ei״, engen würde. א Der Crnntlbeslfcz des Keren Kajemeth Das Hauptbüro des Jüdischen Nationalfonds in Jerusalem teilt folgende Zahlen mit: Ende 1020 belief sich der Bodenbesitz des Keren Kajemeth Lcjisrael in Palästina auf bloß 22 500 Dunam. Ende war sein Besitz auf 73 000 Dunam angewachsen und hat heute, als das Ergebnis der jüngst vcrlautbarten Erwerbungen, nahezu 100000 Dunam erreicht, indem bloß 1179 auf diese Stimme fehlen. Der größte Teil der K. K. L.-Bcsitzimgen ist ländlicher Boden, und zwar zumeist in dem fruchtbaren und historischen Tale Jcsrcel gelegen, wo allein 71 000 Du na in dem K. K. L. gehören. Sie erstrecken sich mit einer Reihe von ßodcnkomplcxen durch die ganze Breite Palästinas vom Mittelländischen Meer bis zum Jordan, Der Weg, auf dem man seit den frühesten Zeiten ins Land brach, ist nunmehr von den Kolonisten, die auf K. K. L- Land siedeln, besetzt und wir haben Anteil an der großen Handelsstraße, die von l laifa nach Damaskus im Norden und nach Bagdad im Osten führt. Die neuerworbe nen Flächen liegen bei Tel- Adas (nunmehr 10000 Dunam) mit dem anschließenden Ruba cl Nasra (2000 Dunam), bei Merehawja (nunmehr 0000 Dunam) und Djindjar (4500 Dunam). Die Bahnlinie durch den Emck verläuft längs der K. K. L.-Böden wie folgt: Sic durchschncidct zuerst Jadjur, 9 lein von Haifa, führt dann ani Komplex Nalialal und an Djindjar vorbei, passiert den zweiten großen Komplex von Mcrci1awja-Rnlfour!a-Td Ada»- Ruba el Nasra und durchschucidet schließlich den Komplex Nuris. Auch der städtische Grundbesitz des K. K. L. wurde bedeutend vermehrt. Noch 1920 besaß er wenige Dunam in den Städten. Heute verfügt er über 1 149 201 qpik in Jerusalem, Jaffa und Haifa. Dieser Boden umschließt solche wichtige Flächen mit ein, wie jene der Universität und der Bczalcl-Schulc in Jerusalem, des Gymnasiums und der großen Synagoge in Tcl-Awiw und das jcchicl-Tschlenow-Viertei in Haifa. Die Investitionen des Keren Kajemeth für 192Z Die Gesamtsumme, welche der Keren Kajemeth Lcjisrael 1922 in Erez-Isracl investiert hat, beträgt 151,892 äg. oder 158 804 engl. Pfund. Dieser Betrag, der hinter der lnvestitkmssummc des Vorjahres von £ 178,000 nur wenig zuriickbleibt, zerfällt nach Verwaltungskatcgoricn wie folgt: Bodenkäufe äg. Pfd. 100,484 Ameliorationen 34,901 ״ ״ Aufforstung 7,254 ״ ״ I Fiuserbau 5,296 ״ ״ Darlehen 6,957 ״ ״ "~äg. Pfd. 154,892 Ke für Bodenkauf und -Amcliorierung aufgewandten Suaimen belaufen sich auf 87 0/0 der Gesamtinvestitionen gegenüber 84 ס/״ für 1921 und 37 °/0 für 1920. Dies entspricht der Politik des K. K. L., sich immer mehr auf den Erwerb des Bodens und dessen Vorbereitung für die Inangriffnahme der Kolonisation zu konzentrieren. 40,000 äg. Pfd. wurden als weitere Rate für die Bodenkäufe im Einek erlegt, wo auch die meisten Amcliorationsorbcitcn zur Ausführung kamen. .Seinerzeit, da die Mittel anderwärts fehlten und die Lage der Siedler sich kritisch gestaltete, war cs der K. K. L., der Hunderte von Arbeitern bei seinen Drainage- und Wasscrleitungsarbeitcn beschäftigte. Wären diese grundlegenden Arbeiten nicht ausgeführt worden, hätten die Emck-Kolonien nie vorwärt» kommen können. Etwa die Hälfte des In Darlehen investierten Betrage» kam dem Mcchusrci-Dirot-Viertcl (für obdachlose Arbeiter), bei Tcl-Awiw, jetzt ״Nordia“ genannt, zugute. Dieses Geld ermöglichte dem Viertel, Amcliorationsarbeitcn, wie den Bau der Hauptstraße und die Installation der Wasserleitung. Zu den vom K. K. L. erbauten Oebäuden gehört auch die ״Schiwat Zion“ genannte Arbeitersiedlung der Jemeniten bei der Kolonie Rischon. Das Hauptbüro des K. K. L. sieht mit einiger Besorgnis in die Zukunft, da cs gezwungen war, die Reserven aufzubrauchen, und da das derzeitige Einkommen des K. K. L. angesichts der großen übernommenen Vcrpfliclitnngen nicht genügt. Nach Meinung der Direktoren tut eine ernste Anstrengung not, die Einnahmen des K. K. L. zu vermehren, sliif dn 11 Aytrm'e iAü' r:.4׳ gier Wel off wirt ders Reh daht stau Thet die Erla cref sch sam dat bei Kris nicb Ten Kr« das spat der Kre ei 1W lua! eH t4 k« (׳1 d« ni Aj gf jü *I w n lu tf tr w IN!1 ni 4• r! 4 A v « C 41. ׳i E