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Jüdische Rundschau · 1923-06-08 · Heft 46 (8.6.1923) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 46 (8.6.1923)
Date
1923-06-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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", m 2!Hi / s3vide palästinensische Bauernwirtschaften, in cfcncit die Mädcg.a von Nachlaß! Jclnidali später als Bäuerinnen tätig sein 1״-idcn, wirtsdwi.Jich und produktiv zu gestalten und erspart viele nationale Defizite. Den vielen Frauenverbänden, die für pjasiina etwas tun wollen, und oft den rechten Weg nicht finden, sei nakegdgt, durch Dariehn und Investitionen die Schaffung derartiger Mädcliengroppen zu fördern. Sie können 1‘cli zu diesem Zweck am besten mit dem Merk.« Chaklat, i״a Ausschuß der landwirtschaftlichen Arbeiterorganisation, ia Verbindung setzen. Durch die Erbaltung einer »!dien Oriippc könnte auch ein JcbemL'gcs Gefühl des Zusamincnhangn jnit Palästina entstehen und zur Belebung unserer zionistischen fra,»״vereine wesentlich bdtragen. Das System erfordert auch 5״dl eine Ausgestaltung in mannigfacher Ridttung. So z. B. laben sich die Mädchen beklagt, daß es keine Instruktoren gibt, die ihnen bei der Einfiilirung neuer Wirtschaftszweige Idfcn, ferner daß cs keine Lehrbücher in hebräischer Sprache gibt. Audi solcire Hilfsmittel könnten und müßten chirdi zk> pisiisd« Gesellschaften gesell,iffen werden. Die Mädclien haben sich Geräte und verschiedene Einrichtungsstücke für ihren Haushalt selbst gekauft, doch hörte idi klagen, daß die Wände (Pi kleinen Hauses so kald sind; man wünschte ach ein paar I ilJer — aber Geld hat man für solchen Luxus nicht. Würden fnucn, die weit entfernt vom Lande, selbst in bequemsten Verhältnissen leben, den Genossinnen, die in der Arbeit stehen, w etwas schicken, so würde dies nicht wegen seines materi■ t!!c11 Wertes, sondern als ein Gruß der Syinpatliic und des Zusammenhanges angenehm cmplumleu werden. Die Frauenfrage ist eine der schwierigsten in Palästina, fklton das große Mißverhältnis zwischen männlichen und weiblicfKn Arbeitern kann einen Ausgleich nur, datui finde«, wenn in zunehmendem Maße landvvirisdiaftlich airsgcbildctc Miid!- dien mit Arbeitsgesinnung vorhanden sind. Eine Reihe von Arbeiterinnen and unermüdlich, für diese Idee tätig. Auch auf der letzten Konferenz der allgemeinen Arbeiterotrganiatiemen wurde die Sache der Frauen von mehreren attsgezcich- Kien Rednetinnen, die sich die Aufmerksamkeit der ganzen j großen Versammlung erzwangen, mit Ernst und Temperament j vertreten. Die landwirtschaftliche Arbeiterkonferenz hat l>e* 1 sdtlosscn, jetzt mit aller Energie die Errichtung der j Mädchenfarm in Nahalal in Angriff zu nehmen. Die f Leitung hat Frau Ch an nah Maisel-Schoehat, deren ן Verdienste um die Mädclicnausbildung im Lande gar nidit |!»eh genug angeschlagen werden können. Cliannali Maisei! hat vor einigen Jahren die Hauswirtschaftssdmlc in Jaffa j gesdtaffen, die zugleich Arbeiterküchc ist; wenn sidi in der ] klxtcn Zeit das Essen und die l lauswirtscliaft in den Kwuzoth j und Arbeitersiedlungen beträchtlich gebessert hat, 90 ist das j vor allem Qr.v1m.ah Maiseis Verdienst, denn überall in* Lande | find sclion ilue Scliäcrinnert praktisch tätig. Die Jaffaer Am• t;dt hat sich auch materiell selbst erhalten und sogar einen | deinen Ucbersduiß gebracht, obwohl das Essen dort besser : und billiger ist als in andern Küdten. Jetzt wurde an die; liaiishaltungssdnile ein Intcniat mit kleinem Gariciibctricb an- »(,gliedert. d33 ncue gdwne Hai© am Ostrande Tcl-Awiws, ns dem die Mäddtai wohnen, wurde vor wenigen Wochen J fertig■. Es ist aus Mitteln gebaut worden, die der Welt• ׳«band zionistisdicr Frauen (London) zur Verfügung gestellt Sät. Die Schule in Nahalal ist erst im Werden. Sic beginnt a ganz primitiver Form mit kleinen Mitteln, von unten auf- 1!ubaucn. Einige Arbeiterinnen haben zu arbeiten begonnen, jetzt errichtet man eine Baracke. Die Verlegung nach Nahalal 1 ist kein Zufall; Nahalal ist heute das Zentrum der alten landwtüchaf thdven Erfahrung, *dort sitzen die besten Arbeiter des Landes, ein editcr Bauerntypus ist hier im Entstehen, zum )ersten Mal seit Beginn der palästinensischen Kolonisation, i Von diesem Geist Nahul als wind auch die Mädchcnfan» er- 111t sein. 1 Die Fratienfrage ist heute aufgerollt und als dn zenj Iraks Problem der Sicdlungsarbeit erkannt. Aber auch die j V'cge zu ihrer Lösung sind schon vorgezcichnct. Audi hier 1 geht die Arbeiterschaft ihre eigenen Wege und sdiafft sidi das {Notwendige mit zäher Energie. Sie verdient die Aufmerksamj keit und Hilfe aller derjenigen Zionisten, die überzeugt sind, ׳hfl die neue jüdisdic Gemeinschaft in Palästina nur dann S S'ahüität besitzen wird, wenn sie sidi auf der soliden Grundläge einer breiten landwirtschaftlichen, produktiven Siedlung ,״!!baut, B.W. 1 Rabbi Samoci ioMewers iüalnndzvvanziostcr Todestag;j (1824—180S.) j Vor 25 Jahren ist einer der ersten Schöpfer der modernen 1!Mischen Renaissancebewcgung, Rabbi Samuel Mohiiewer, ge- Sterben. Samuel Mohiiewer zählte zu den ersten zionistischen Vorkämpfern in Rußland, Wir finden ihn noch lange vor ן Ja Chibath-Zionbewogung bi den Reihen jener, die für die , Kolonisierung der Juden in Erez-Israel eine Propaganda ent-; hiteten. Im Jahre 18S2 begründete er in Warschau den 1 «!en Verein, der zionistische Ziele verfolgte, und dem dann ühireiclie weitere Gründungen folgten. Als dann Pinsker auf ' 1*ff Kattowitzer Konferenz (1884) den Zusamtncnscliiuß der Qiowewe-Zion-Organisation vollzog, half ihm Mohiiewer, der . iJl der Konferenz eine nicht unbedeutende Rolle spielte und j tkn Alters Vorsitz führte. Ein besonderes Verdienst erwarb! 'f sich um den Ausbau <lcr Kolonie Petach-Tikwah, H!1n das ja]!r jggo begründete er in Bialystok die Gesell-! i:haft ״Mcnuchah w’nadvlah“, die in Rechoboth Terrain «iarb. Als I lerzls ״Judenstaat“ erschien, folgte der greise j ■״olsilewcr begeistert seinem Rufe. Er zählte zu den erstes!,; «e die Einberufung des ersten Baseler Kongresses 1 grüßten. Infolge seiner Krankheit konnte er am Kongreß; «•;bst nicht tcilnehmcn, deshalb entsandte er seinen Enkel, Josef Mohiiewer, der jetzt in Jerusalem wohnt, mit einem p Wellen Schreiben an den Kongreß, in «km er die Aid- ) Rt*«am!{dt des Kongresses auf eine Reihe aktueller Fragen I *ä Jischuw lenkte. Mobilew/er stellte sich ganz in den Dienst! «r Bewegung. An der bialystokcr Konferenz, die die Grundj ‘5ה für die zionistische Organisation in Rußland legte, nahm ' ״ Aktiven Anteil. Am 19. Siwan 5658 (1893) schied Molii- |־'*tr, der zu den edelsten Gestalten des Judentums im ™ Jahrhundert zählte, aus dem Leben. : ״.Dieser Tage sind mit Hilfe der Emigrationsgesellschaft : y‘U$8! ״ russisch-jüdiaohc Durchwanderer aus Litauen nach *dcntinicn abgereist. ״ Am 24. Juni wird in Danzig die zweite allgemeine '"׳rtcrenz der Gesellschaft zur Förderung der Landwirtschaft ■f den Juden ״Ort“ eröffnet werden. An der Konferenz ״׳den Delegierte von 56. Ort-Komitees ia deajversciucdencu -־"*dem teilnehmenj, E \ t JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 275 T? er Uss‘3cll»a ßber die telaalien des üoagresses Der zu eleu A. C.-Sitzungen in Berlin ei 11 getroffene Vorsitzende der Zionistischen Exekutive in Palästina sprach sich gegenüber dem Vertreter der Berliner J. C. B.-Rcdaktion in folgender Weise über die 1 lauplaufgabcu des bcvorstd1tem|en XIII. Zionistenkongresses ans! Auf die Frage des J. C. B.-Vertretcra, was er von dem Projekt der Erweiterung der Jewish Agency durch Hcranzidiung von neuen Kräften hält, antwortete Herr Ussisclikin: ,^M ein er Ansicht «!ach entbehrt die um diese Frage eiltsfsndene Diskussion jeder praldisdien Bedeutung. Man operiert mit Worten, die keinen rechten Sims haben. Was ist Ln der Tat jewish Agency? Das bt jenes Organ, welches mit der Regierung die Verhandlungen pflegt, d. h. et ist das Organ, das Wshcr die Zionistische Organisation war. Durch die Aenderung des Wortes wird der Inhalt nicht geändert; es wird audi der Einfluß des vertretenden Organs nicht geändert. Was aber die Frage selbst betrifft, so steine ich dem Plan der Reorganisation skeptisch gegeniilver. Ich glaube nicht, daß Menschen, die bisher nichts für Palästina getan 1 iahen, auf einmal wegen des Titels eines Mitglieds der Jewish Agency zu arbeiten anfangen werden, Zum Beispiel hat sich Daran Edmund Rothschild sehr große Verdienste um Palästina erworben. Er hat für das Land gearbeitet und tut dies auch weiter, er ist aber nicht Mitglied der Jewish Agency. Ich befürchte, cs würden neue Menschen in dieses Organ einbezogen werden, die aber nichts für Palästina tun werden“ — Wie stellen Sie sich die zukünftige paiästincnsischc Exekutive vor? ״Ich steile sie mir folgendermaßen vor: Die Exekutive befindet sich in Jerusalem, in London hält sich nur deren politischer Vertreter auf, der auf Grund der ihm aus Jerusalem erteilten Direktiven handelt. Personal■ fragen erscheinen mir unwichtig. Wer auch Mitglied der Exckutive wird, ich bin bereit, ihn zu begrüßen. Es müssen aber unbedingt Leute sein, die an unsere nationale Sache glauben; unbedingte Nationaljuden —dabei Mwischen, welche für immer ihr Geschick mit Palästina verbinden und nicht als Touristen für zwei Jahre in das Land reisen. Sie müssen an uns, unsere nationale Sadic nicht In jener bliftlosen Form glauben, wie sie das zionistische Ideal kl der Interpretation jener unserer Zeitgenossen annimmt, die sich zu sehr durch praktische Berechnung bestimmen lassen, sondern in jener vollwertigen Form, wie sidi unser ideal den Schöpfern lies Zionismus darstellte. Die Mitglieder der Exekutive sollen nicht nur Vollzieher und bezahlte Praktiker •ein, sic müssen auch Führer sein, die imstande sind, die Massen mit sich zu reißen und ihren eigenen tiefen Olaubcn in sic Iikiciazupflanzcn.“ — Wie bewerten Sie die politische Lage in Pa- 1 ä s t i n a im Zusammenhang mit dem letzten Aeußerungen der Araber-Politik Englands? ״Darüber liätte ich vieles 1׳u sagen und werde e» auch in der bevorstehenden Sitzung des großen A. C, sagen. Jetzt aber werde ich mich mit cineir kurzen Antwort begnügen: Die Lage ist schwer, Urs bleibt nur eins übrig; ein beschleunigtes Arbeitstempo. Unsere Leit werte sind: Land, Menschen, Schulen. Land: Es ist durchaus notwendig, daß wir sofort, ohne auf bessere Zeiten zu warten, möglichst viel Ländereien erwerben. Daher — die führende Rolle des Nationalfond^ die in der letzten Zeit etwas im Schatten geblieben ist. Menschen: Wir müssen die Immigration vergrößern, auch wenn für die neu Ein wandernden nur zeitweilige Arbeit gefunden werden könne. Schulen; Die Kulturarbeit unter dem palästinensischen Judentum und dessen Hebräisienmg sind für uns jetzt nötiger denn je; abgesehen von dem eigenen Wert dieser Arbeit ist eine solctie heutzutage־ auch ein« politisdve Notwendigkeit“ — Halten Sie eine!Verständigung mit den Arabern für möglich? ״Eine Verständigung mit den Arabern Ist nicht aMn möglich, sie ist auch notwendig; aber nur dann, wenn wir kräftig und ihnen im Lande ebenbürtig sein werden. Gegenwärtig aber tragen überflüssige Gespräche über eine Verständigung den Charakter einer Kapitulation des Juden tu ms vor den Arabern, zur Freude und in! stillen Einverständnis aller unserer nichtarabischen Feinde (??1! — Red. ״J. R.), welche auch die Inspiratoren der antisemitischen Bewegung unter den Arabern sind.״ — Wie verhalten Sie sich zu der Person und der Tä% keit von Sir Herbert Samuel? ״Ich könnte vieles gegen dasjenige Vorbringen, was Sir Herbert Samuel tut; eines aber bezweifle ich nicht: nämlich, daß er die besten Absichten hat. Leider ist er, wie das ganze jüdische Volk eine tragische Figur, der Darstellung eines Shakespeare würdig. Zwischen seinen Absichten und seinen Handlungen klafft ein gewaltiger Widerspruch, den zu bcseifigen er meist nicht imstande ist. Aber in der jetzigen Lage ist für uns Sir Herbert Samuel das Banner der Balfour- Deklaration, und sollte er, wie cs einige Zionisten wünschen, seinen Posten verlassen, so wäre das für uns ein großes Unglück. Sein Abgang würde uns vielleicht praktisch keinen Schaden bringen, er würde aber ein schwerer Schlag für unser Banner, für unsere Nationalprcstigc sein. Unter allen Umstanden — so schloß Ussisclikin seine Ausführungen muß die Fahne behütet bleiben: dies »wohl ln den Zeiten de» Vormarsches, als in den Zeiten des Zurückgclwns.״ ׳W/f « •v.' In dem Zcntralorgan der Arbeitspartd ״Hitachduth", ״A rb citsvolk״, veröffentlicht der ehemalige Abgeordnete des lettischen Sejm, Dr. Hellman n, einen interessanten und weitgreifenden Vorschlag zgr Reorganisation der Zionistischen Partei. Eine redaktionelle Bemerkung sagt dazu, daß dieser Vorschlag in der letzten Sitzung des Waad Koel der Mita eh• duih behandelt und daß dort beschlossen wurde, eine Diskussion über diese Frage nicht nur innerhalb des engen Rahmens der Partei, sondern ia der breiten zionistischen Ocffcntlichkcit zu erörtern. Der Artikel geht ans von der Tatsache, daß heute die Durchführung des allgemeinen jüdischcn Weltkongresses in den Hintergrund getreten ist und daß fast gar nicht mehr von konkreten Maßnahmen gesprochen wird. Unter diesen Umständen bleibt der Zionismus wieder die einzige: wirklich i^k! ßfpfidl,a£$ imseKj; Arbeit Jpj;c3$ Grundlage muß entsprechend den neuen Bedürfnissen erweitert werden. Die jüdischen Massen müssen in die Bewegung hcrcinkommcn, dies kann aber mir durch einen starken Ideenkampf geschehen. Die Wahlen zum Zionistenkongreß aber gehen in ihrer heutigen Form völlig an den Interessen der jüdischen Ocffcntlichkcit vorüber. Nur dn ganz kleiner Teil der Schekelzahlcr, di« organisierte Zionisten sind, interessieren sich für die Wahlen, bei denen meist persönliche und programmatiscltc Momente den Ausschlag geben. Für den außerhalb stehenden Schekelzahler ist der Schekel im allgemeinen eine gewüiuilichc Spende. Daher darf künftighin das Wahlrecht zum Kongreß nicht davon abhängig sein, ob dieser oder jener ^ufäשg den Schekel gezahlt hat, sondern jeder Jude muß das Wahlrecht besitzen. Die Beteiligung an der Wahl selbst ist ein viel stärkerer Air,druck zionistischer Ueberzeugung als der SchekeL Auf diese Weise wird eine Wahlbewegung geschaffen werden, welche sowohl die Masse, als auch einzelne einflußreiche Persönlichkeiten zu einer wirklichen Anteilnahme an der zionistischen Mitarbeit mit• reißen wird. Der Zionismus muß seinen Parteirahmen verlassen und eine Volksbewegung werden. Nur auf diese Weise werden wir eine Verbreiterung der Zionistischen Organisation entsprechend den Anfordeningen des Palästina-Aufbau* erreichen. Angesichts einer solchen Bewegung wird cs für keine in jüdischen Angelegenheiten tätige Persönlichkeit möglich «ein, sich der Anteilnahme auf die Dauer zu entziehen. Um den Schekel iiicht plötzlich ganz zu beseitigen, kann bestimmt werden, daß die Zahl der Kongreß-Delegierten in jedem Land nicht nach der Zahl der jüdischen Bevölkerung, sondern nach der Sclickelzahl festgesetzt wird. Aber auch der Kongreß selbst muß sich auf Angaben beschränken, zu deren Bcwältigung er geeignet ist. Ein Parlament, das nur eutraal in zwei Jahren zusaininenkommt, ist eine Fiktion und keine Exekutive kann sich so lange an einen Arbeitsplan Palästinas binden. Andererseits wäre es nicht normal, daß die gewählten Mensehen nur auf ihre eigene Verantwortung die Tätigkeit führen. Nach dein heutigen Zustand muß eine Exekutive mindestens zwei Jahre im Amt bleiben, auch wenn sie unfähig kt Heilmann schlägt daher vor, daß die Aufgaben des Kongresses nur folgende sind: 1. Bestimmung von Organrtaltonsgrund- Sätzen, 2. Entgegennahme der Berichte über die Arbeit und die allgemeine Lage, 3. Diskussion allgemeiner Vorschläge und Proklamationen neuer Grundsätze, und vor allem 4 die Schaffung einer permanenten, parlamcntarischen Körperschaft (Zcnlralrat odci1 Kongreß- Ausschuß), welche in der Zwischenzeit von Kongreß zu Kongreü die vollen Kompetenzen des Kongresses hat und außerdem die Aufgabe, die Exekutive zu wählen und das Budget zu bestimmen. Der Kongreß-Ausschuß kommt jede drei bis sechs Monate zu einer mindestens ein- bis zweimonatlichen Session zusammen. Er stellt eien Aufbauplan, den Verwaltung*- und Arbeitsplan fest, kontrolliert die Tätigkeit der Exekutive, die dem Ausschuß voll verantwortlich kt und setzt Kommissionen ein, wekhc die finanziellen, politischen und die ökonomischen Grundlagen studieren. Auf diese Weise werden sich auch ncue Sachverständige für unsere Fragen hcranhilden können. Außerdem wird das Verbindungsglied zwischen der breiten zionistischen Masse und der Leitung geschaffen. Der Ausschuß besteht'aus 50 Mitgliedern, welche vom Kongreß entweder nach dem Fraktionsprinzip, oder aber nach dem Prinzip gewählt werden, daß auf je 10 Delegierte ein Mitglied des Ausschusses entfällt. Die Exekutive wird zusammcngcstcllt von einer Persönlichkeit, welche der Ausschuß wählt, oder der Vorsitzende bestimmt. Die Zahl der Mitglieder der Exekutive wird nach der Notwendigkeit der Ressorts festgesetzt Damit die Leitung eine fachmännische sein kann, können auch solche Mitglieder der Exekutive, die grundsätzlieh Jewish Agency ist, angchören ,welche nicht Mitglieder des Ausschusses odci des Kongresses sind. Die Jewish Agency kann sich auch aus Vertretern anderer größerer Organisationen zusammensetzen, soweit der Präsident der Exekutive ihre Politik und Taten vor dem Ausschuß verantwerten kann. Hcllmann hält cs für absurd, daß Mitglieder der Jewish Agency vollständig unverantwortlich oder die einzelncn MiIgljeder verschiedenen Körperschaften verantwortlich sein sollten. Ebenso unmöglich erscheint es ihm, daß Jewish Agency und Exekutive zwei getrennte Instanzen mit besonderen Funktionen sein sollen. Jedes Mitglied der Exekutive hat ein Komitee von Sachverständigen auf einem bestimmten Arbeitsgebiet zur Seite (in dieser Weise kann auch der Finanz- und Wirtschaftsrat dem System angcglicdert werden). Die Mitglieder der Exekutive müssen in einem Ort wohnen. Der Sitz «1er Leitung kann derzeit noch nicht Palästina sein. Denn jede Exekutive würde nur die Schwierigkeiten im Lande vergrößern, sowohl durch Konflikte mit der Regierung als auch durch Verschärfung der Gegnerschaft der Araber, die ln ihr eine jüdische Regierung sehen werden. In Palästina muß ein Bevollmächtigter Sitzen, der der Exekutive verantwortlich ist. Der gegenwärtige Zentralrat und das Actions- ComitiS sollen als völlig untauglich aus dem Organisation*, leben verschwinden. I lellmaan betont zum Schluß, daß der Plan in Einzelheiten verbesserungsfähig sei, die Grundsätze jedoch, die ihm wesentlich sind, seien folgende: 1. All'• gemeine Kongrcßwahlen, 2. eine permanente, parlamentarische Körperschaft und 3, eine ver• antwortliche einheitliche Exekutive mit Autorität und Fachkenntnis. LeknsmiUdpakde Ißr Rußland ׳ Paris. (J.C. B.) Die Nansen-Organisation ist im Hinblick darauf, daß die Lebcnsmittelscndungcn in der bisherigen Form in Anbetracht der veränderten russischen Bedingungen nicht mehr rentabel sind, zu einem neuen Typ Lebensmittelpakete für Rußland übergegangen. Ehe neuen Pakete werden den folgenden Inhalt haben: 6 Pfund Kondensmilch, 7 Pfund ־Zucker, D/a Pfund Tee, 3 Pfund Kakao, 1 Pfund Schokolade, 2 Pfund Reis, U/s Pfund Schweinefett und 2 Pfund Kaffee. Der Preis eines solchen Paketes stellt sich auf 5 Dollar. -י Die jüdische Wcltliilfskonf e ren 2 hat mit der Nansen-Organisation die Abmachung i

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