Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 46 (8.6.1923)
- Date
- 1923-06-08
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 274 JUEDISCHE RUNDSCHAU Der cnßliscli ־ arablsdie Vcrlrsg Der soeben hier eingetroffene ״Doar Hajom“ vom 27. Mai koiiimeiiticrt die auch in der ״Jüdischen Rund* schau“, Nr. 43, wiedergegebene Rcutermeldung über den Abschluß des Vertrages zwischen England und König Hussein. Danach wurde der Vertrag in Mekka bereits unterzeichnet und cs fehlt nur noch die Unterschrift des Königs Oeorge, die in London er* folgen soll. Ueber dem Inhalt liegt noch immer Dunkel. Die Erklärung Reuters, daß die Regierung Palastinas nicht gehn dort wird, solle den schlechten Eindruck abschwächen, den die Nachricht bezüglich einer Einverleibung Palästinas in die ״arabische Zone“ nicht nur auf die Zionisten, sondern auch auf viele englische Kreise gemacht hat. Der Begriff ״Zone“ wurde bekanntlieh von England zur Zeit der englisch-russischen Rivalltat in Persien erfunden und später auch in anderen Gebieten angewendet. An den tatsächlichen Verhältnissen ändert sich nichts״ 1 In Ergänzung dieses Berichtes bringt ״Doar Hajom“ am 28. Mai die Meldung, daß Verhandlungen zwischen England und Arabien über die Festsetzung der Grenze zwischen Palästina und Arabien begonnen haben, insbesondere bezüglich Ezion-Geber (Akabba), das die Hcdschas-Regierung für sich in Anspruch nimmt. Die Erwähnung dieser Verhandlungen betrachtet das Blatt als neuerlichen Beweis dafür, daß in der Stellung Paliistinas keinerlei Aenderungen eintreten und Palästina ein selbständiges politisches Gebilde bleibt«. Die arabische Zeitung ״Felestin״ berichtet über das Bankett, das anläßlich der Anwesenheit des Emirs Abdtfllah in Jerusalem im Hause von Musa Kasim Pascha stattfand, und bei dem etwa 100 der vornehmsten Araber anwesend waren. Die Redner forderten den Emir auf, über den arabischen Charakter von Palästina zu wachen. Einer der Redner erklärte, daß er dem neuen Vertrag zwischen England Und Arabien nicht zustimmen könne, da Syrien, das ge* wissermaßen das Schlüsselland für die übrigen arabischen Linder sei, nicht ln die Föderation «ingeschlossert ist. Emir Abdullah rühmte den Nationalismus der Einwohner Palättlnas und betonte, daß da• Land arabisch bleiben solle. Er riet ihnen, Geduld und Ruhe zu bewahren und den verantwortlichen Führern Folge zu leisten. Er und sein Vater Hussein hätten »ich die Lösung der arabischen Frage zum Ziel gesetzt, Musa Kazim an nussein Jerusalem. (J. C. B.) Der Präsident der palästincnsischen arabischen Delegation, Musa Kazim Pascha, hat an den König Hussein von Hedschas ein Telegramm folgenden Inhaltes abgesandt: ״Palästina ist stolz darauf, in die arabische Föderation elngescltlossen zu werden.'* Ein Interview mit Ruliienbcro Ein Vertreter der ״Wiener Morgenzeltimg" hatte eine Unterredung mit Pinkna Ruthenb«rg in .Tcl-Awiw, der wir nachstehendes entnehmen: Ueber den Stand des Elektrlftzierungsunlemehmcns machte Rothenberg folgende Mitteilungen: Ende März 1923 wurde dio Palcstine Comnany Limited mit einem Grundkapital von einer Million Pfund registriert, die den Zweck hat, die Ruthen• btrg-Kon/.cssio11 zu übernehmen. Nach dem in Palästina gültigen Handelsrecht müssen 20 6/0 des Grundkapitals bar ein• fezahlt werden. Diese Barmittel sind vorhanden, und zwar urch die Uebcrnnhmc von 100000 Pfund durch Baron Roth- Schild, ferner hat die Zionistische Organisation 100000 Pfund übernommen, wovon 50000 bar clngezahlt wurden, das Joint Distribution Committee hat 40 000 Pfund gezeichnet und bar eingezahlt, ferner beteiligt sich Herr Nassatitls mit bar eingezahltcn 50 000 Pfund. Dieser Barbestand von zirka 240000 Pfund ermöglichte der Gesellschaft die Registrierung. Vom Londoner Pale stine Economic Board und von dem amerikanischen Paleatinc Development Council fÜrandeis-Grupne) sind bisher Beteiligungen noch nicht erfolgt. Das Angebot der Londoner Gesellschaft, sich rtlt 20000 Pfund zu beteiligen, hat Ruthenberg mit der Begründung abgelehnt, daß dieser Betrag für da« britische Judentum zu gering sei, wo es sieh um eine Gesellschaft handle, deren Grundkapital mit einer Million Pfund festgesetzt ist und die britische Judenschaft an der Spitze der Beteiligten stehen soll. Ueber den Stand der Arbeiten berichtete Rothenberg: Die Pläne sind bereits In allen Einzelheiten ausgearbdtcr, was bekanntlich keine geringe Arbeit Ist. Die ueberlandzentrale in Tcl-Awiw, welche den gesamten Jaffacr Distrikt mit Kraft zu versorgen haben wird, ist bereits fast ganz ierliggcstcllt, ebenso fünf Transformatoren. Die Kraft- Station im jaffacr Distrikt wird 1000 Pferdekräfte haben. Sie dürfte im Laufe des Monats Juni bereits in Betrieb sein können. Eine zweite Station für den Haifa er Distrikt wird in kürzester Zeit gebaut werden. Die Ver- Handlungen Rutlicnbcrgs mit den einzelnen Munizinien, welche bekanntlich die finanzielle Lage der Unternehmung wesentlich zu stärken geeignet sind, schreiten gut vorwärts. Der Kon- Ir.ikt mit der Munizipalität von Tel-Awiw ist bereits Unterzeichnet, die Unterhandlungen mit der Munizipalität in Jaffa und Haifa sind in vollem Gauge. Die Frage, ob die Abschlüsse mit den MunJzipien, wenn sie programmgemäß durchgdührt werden, alle flnanzi eilen Probleme der Palcstine Electric Corporation löfcn würden; verneinte Ingenieur Ruthenberg mit der Becriindimg, die Lieferung elektrischer Kraft an die Städte bilde bloß einen Teil der Konzession. Um die Wasserkräfte des Landes auszunützen und die elektrische Energie im ganzen Lande für industrielle und andere Zwecke zu verwerten, ist weit größeres Kapital erforderlich. Die Aufbringung des Kapitals hält Ruthenberg nicht für schwierig, da das Unternehmen sicher gewinnbringend Ist. Er teilte mit, drill eine große Zahl von nichtjüdischen Interessenten für die Kapitalsaulbringung vorhanden sei. Dies brächte allerdinga die Gelahr, dali die Kontrolle über das Unternehmen den zionistischen, beziehungsweise jüdischen Händen entgleiten könnte. ״Und das liegt nicht in meiner Absicht und ich hoffe, cs wird auch nicht nötig sein“ ׳— schloß Ingenieur Ruthenberg. An uuäcrc iVüonnentcn! Wir machen bierdurrh bflc.mit, das die Abour״fv1׳׳,׳,״׳r;elir'11ren für das 3. Quartal (Jrili-Scpteniher) für innere deutschen Abonnenten im Samnielbczugc der Ortsgruppen . . 11 000 Mk. und Im Linzel.tlionnemei't. 12 000 ״ befragen, l)Ic:e (irliühren sind ausserordentlich niedrig kalkuliert und nur unter der Voraussetzung, daß auch die Ortsgruppen die IldrSee für die von ihnen bestellten Sammdabouncmenla sofort ״!!erweisen. Die Anmeldung der Abonnenten für das 3. Quartal muß bis zum 15. d. M, ei folgen. Wir werden daher die Ikzugsgcbßliren von allen Eiiuchbcnnentcn sofort durch Nach nah me erheben und bitten dringend um EinUisunj dieser Nachnahme. Oie von den Ortsgruppen für das 2. Quartal anfgegebenenAbonnenten werden wir zam Bezog für das 3. Quartal anmelden, wenn wir bis zum 12. d. M. keine gegenteilige Mitteilung erhalten, Wir bitten um Beachtung dieser Mitteilung, da uns mit Rücksiebt auf die enorm hohen Spesen direkte Benachrichtigungen nicht möglich sind, Die Abünnemzntsgebßhren für unsere Aaslandsabooaeoten werden folgendermaßen festgesetzt: Für Afrika .... .... 3 Shilling || Amerika . .... 1 Dollar tl Aegypten . . 3 Shilling $$ Belgien , , , .... 6 Franca «1 Bulgarien , , ,80 Lewa ff Dänemark, Schw! (1 hm wc.en 3 Kronen 41 Deutsch Oesterreich . . , 20000 Kronen fl England . , . .... 3 Shilling II Estland . , , . . , 25000 denfsdiafllark I) Finnland . , , . . , , 20 finn. Mark |f Frankreich , . , , , , 8 Francs If Griechenland . ... 8 Francs II Holland . . , .... 2 (bilden II Italien . , , . 10 Lire 1# lagoslavlea . . . . . . 50 Dinar• ff Lettland , , , ... 21000 dcutsclicMark )1 Litauen , , , .10 LH tt Luxemburg , . . . . 2d 000 deutsche Mark || Palästina , . ... 3 Shilling n Polen , , , . 25 000 noln. Mark II Rumänien , , . ... 80 Lei ן! Schweiz , , , .... 4 Francs Spanien , , , .... 3 Peseta• |t Tschcdiosiowakel .... 30 Kronen ff Türkei . . . , , , 8 Francs M Ungarn , , . . . , 2 000 Kronen Die Elnzshlnng kann erfolgen: Fflr Denlscli-Oc'vferrelch durch Elnzahlang auf PosLsparkoenkont» Wien Nr. 156030. ״ Polen durch Liniahiung auf die Weltbank, Filiale Krakaa. ״ Litauen durch Zentralbank zdr Förderung des jüdischen Oenossenschrdtswcicns In Litauen. ״ Rumänien durch Bankkonto: Wiener Bankverein, Filiale Czernowltz. ״ Tschechoslowakei durch Einzahlung auf Postsparkasscnkonto Prag 50410. ״ Ungarn durch Einzahlung auf Postsparkasscnkonto ״Die Welt״ Budapest, Nr, 15655, ״ Jagoslz.vlcn durch die Jüdische Bank für Bosnien and Herze• gowiua, Sarajewo, Fflr alle Übrigen Länder durch Einsendung von Orlgtnalnoten (ocr unlfldlerio Sfaatscchclne!) oder durch Scheckübcrwclsuag, Wir ersuchen auch unsere Auclandiabonnentea um umgehende Ueberwelsung der Gebühren, damit in der Zustellung der Zeltang nach dem 1. Juli keine Unterbrechung elnirltt. Verlag Jüdische Rundschau Berlin W 15, Sflehsliche Str, 8 Postscheckkonto: Berlin Nr. 17 392 Bankkonto: Darmslädter und Nationatbank, Dcpositcnkuse, Kurfürstendamm 52. ■■״ ■־״*■ ״׳־r ■ ־' w« ,0. HM.,«tl■ Die neue polnische Rcglerong Warschau. '(). C. B.) ln der Sejmsitzuttg Vom' 2 Juni wurde über das Exposes des neuen Premierministers Wito* abgestimmt. Die Mehrheit der Regierung betrug 226 Stimmen gegen 171 Stimmen der Opposition, Für die Regierung stimmten der Klub der Rechten, das Bauernzentrum, die Chlcborobcn- Gruppe und ein Teil der nationalen Arbeiterpartei. Gegen die Regierung stimmten die linken Parteien und alle Vertreter der nationalen Minderheiten, Der Sprecher des jüdischen ׳ Parlamenlsklubs J. OrUnbaurU betonte, die neue Reglcrungsthcoric, daß eine rein polnische Mehrheit bestellen muß, bedeute eine Vergewaltigung der Konstl■ tution, da in dieser Tlieori« eine Geringschätzung der der polnischen Nationalität nicht angehörenden Bürger enthallen ist, Oriinbatun unterstrich ferner, die Abmachung zwischen dem Zentrum und den Rechten gehe auf eine Acrv derung der Wahlordnung zwecks Verkleinerung der Zahl der Mindcrhcitsvcrtrcter hinaus. Ein Appell des EnilgrallonstHrcltlorlnms an die amerikanische Regierung In der letzten Sitzung des Vereinigten Komitees für jüdische Auswanderung (Emigralionsdircklorltiin) In Berlin er• stattete Ing. Wl, Tomkia einen ausführlichen Bericht über die Loge der aus Polen ausgewiesenen russisch-jüdischen Emi• granteu, ebenso über die Lage der Emigranten in Danzig. In Anbetracht der ungewissen Lage der Emigranten, sowie im Hinblick darauf, daß die noch in Polen befindlichen jüdischen Emigranten am 1. September dieses Jahrei Polen verlassen müssen, wurde beschlosocn, «ich telegraphisch mit dem jetzt in New York weilenden Mitglied des Emlgrationsdircktorium* Herrn Leo Motzkin ln Verbindung zu letzen, um ihn über die Lage zu informieren und Ihn zu bieten, daß er bei der Washingtoner Regierung dahin intervenieren möge, daß den in Polen und In Danzig wellenden Emigranten autnahms• weise die Einreiseerlaubnis nach Amerika auf Rechnung der zukünftigen C^uote gewährt werde. Das Emigratiousdirektorium stützt sich auf den Präzedenzfall, daß die amerikanische Regierung den russischen Flüchtlingen in Konstantinopei und 111 Sibirien die Erlaubnis zur Einreise nach Amerika außerhalb der Quote erteilt hatte. (J. C. B.) Bczalel Ausstellung in Karlsbad Der ״B c 7.31 e I" wird auch diesmal Im Anschluß an den XIII, Zionistenkongreß in Karlsbad• eine Ausstellung seiner Kuiutarbcitcn veranstalten. Prof. Boris Schatz befaßt «ich mit der Organisierung dieser Ausstellung, die den Zweck verfolgt, neue Absatzmärkte für die Bczakl-Eneugni«« zu erschließen, (Ziko.) f Nr. 49 Nr. * (י־׳?; י ■ן ♦;r ןזידי! :1«üliviUi t Notizen aus Palästina. j "Etwa eine halbe Stunde nördlich von Risehon le Z!־זוב, I am Rande der Dünen, liegt auf Nationallondsbodeu die Smj! ׳ lung Naclilatli Jehuda. Ratimlicli nahe, doch im Geiste bci;0n i »t: 111* weit von der ,׳!!:eil Kolonie. liier gibt es keine PbntagM1. lK-si!zer m,t bürgerlichen Wohnungen un-.I bürgerlicher LUxn״ j weise, keine 1 liindlcr und — keine arabischen Arbeiter; hier 1 gibt e* nur b.iurisclve Siedler, die ihr vom Nationalfund» gt. jinchicles Stuck Land mit eigenen Kräften bearbeiten. ,\ןן äußersten Rande der Siedlung liegt eine Wirtschaft von eig.,!. artigem Cliaraktcr: dort arbeitet nicht c.nc Familie wie m den* andern Gehöften, 9 >nd־׳m eine Gruppe von 14 Mädäcn führt selbständig den Wirtsclialtsbciiicb, Dieser Betrieb ist erd ein Jahr alt Nachdem der Kongreß in Karlsbad eine gewi:i3 kleine Summe zur Ausbildung van Qiaiuzoth in der Lind. Wirtschaft bewilligt Italic, wurde auf Initiativ« einiger Ar• Ivdterlnncn der Versuch vom Merkas Chnklai gemacht, diesen Mädchen die •elbstamligc FMining «hier Wirtschaft unter sachkundiger Leitung einer erfahrenen Chawerah zu über• tragen. Von den Mädchen haben die meisten schon in ihrer alten Heimat etwa» Landwirtschaft geiernt Da aber heute keine Möglichkeit besteht, in der Landwirtschaft Arbeit zu linden, hätten diese Ohaluzotli auf die Kwischint gehen oder andere Zufalls,•irbeit suchen müssen, die gewiß nidit immer der weiblichen Eigenart angemessen ist. Mit Hilfe de* National• fond» und eines üarlelms der zlonlsiischcn Leitung von 600 £ wurde d'c Kwuzath in Nadilath Jehuda installiert. Sie bekam vom Na'.kmalfonds 30 Dun,am, beirieb Oemirezucht und Pilan• zung von Haumscfvößlingcn, Geflügelzucht und B.encrmreht, und hatte gleich im Anfang gute Erfo'ge, Sie verkauften ihr Gemüse in Risehon, die Schößlinge wurden gleichfalls in Risehon und zum Teil vom Nationalfonds selbst für seine andern Siedlungen gekauft, und bald war die Gruppe &0 kreditfähig, daß sic ein weiteres Darlehn Li der Form von bcigestelitein totem und lebendem Inventar von der land• wirtsdliaf,liehen Abteilung der zionistischen Leitung bekomme! konnte. Darunter waren fünf Kühe, und es wurde nun ein; Milchwirtschaft begonnen, de bald beste Resultate ergab. Die Milch fand in dem nalicliegenden Jaffa guten Absatz und war bald die wichllgsle Einnahmequelle. Zum Betrieb der Milch- Wirtschaft gehört aber auch Futterbau, und die Unternehmung» lustigen Mädchen pachteten weitere 70 Dun am Boden von den axabisdien Nachbarn. Die Grenze zwischen diesem jüdischen und dem angrenzenden arabischen Land ist deutlich erkennbar, denn die jüdischen Futterboden, auf deren Pflege die Mädchen alle Bire Liebe und nationale Begeisterung konzentrieren, sehen unvergleichlich schöner als die der primitiv arbei enden Araber aus. Die Araber kommen selbst und lernen von ihren Nadibarimicn. Die Haupiidoe der ganzen Gründung liegt darin, daß die Mädchen nicht nur die landwirtschaftliche Arbeit leisten, Bändern auch die wirtschaftliche und geschah• liehe Seite des Betriebes selbständig führen; dies ist das Neue an der Sache, denn bisher waren stets gerade für die gcschäfiiidie Führung immer Männer herangezogen worden, 1:1 Naclilatli Jehudah gibt cs nur zwei Chawerim, die aber keine» wegs zu befehlen, sondern zu gehorchen haben. Sie sind für die gröbsten Arbeiten da, für die man stärkere physische Kräfte braucht, als selbst die stärksten dieser starkgewachsencit,' bäurisch entwickelten Mädchen aufbringen, Die Gruppe berirfi'et mit großem Stolz, daß sie bereit» das erste Jahr trotz der Schwierigkeiten de* Anfangs und trotz der gleichzeitig betriebenen Ausbildung uiigexhulter Kräfte ohne jedes Defizit abgeschnittcn hat. Audi in diesem Jahr hofft die Grujzps gute Resultate zu haben. Man denkt au die Einführung neuer Wirtschafiszweige neben der Erweiterung der alten. Schweren Herzens haben sich die Mädchen sogar entschlossen, mit Tabakbau zu beginnen, obwohl sie prin• zlplclle Gegnerinnen des Tabaks sind־; aber der Tabak gibt große Gewinne und die Gruppe hat vor allem den Ehrgeiz, den Betrieb rentabel zu gestalten, von Subventionen unab• hängig zu werden und zu zeigen, was Mädchen zu Idgtcn im• «lande sind. Wird d'e bisherige Rentabilität fm Laufe der nächsten Jahre aufreclilcrhaltcn, dann kann man sagen, daß das System sich bewährt hat und kann mit Berechtigung '011 der zionistischen Leitung und dem Nationalfonds fordern, daß er weitere solche Betriebe Ins Leben ruft. Die Widrigkeit dieses Unternehmens Ist nicht zu Unter• *diätzen. Was heute ln der palästinensischen Landwirtschaft am meisten fehlt, ist che bäuerlich arbeitende Frau. Zwar gibt cs audi heute schon einzelne vorzügliche Arbeiterinnen, ca gibt auch eine Reihe von Mädchen und Frauen, die einzelne Arbeitszwclgc gut beherrschen, aber der Typus der Bäue• rin, wie wir ihn bei andern Völkern kennen, ist nodi etwas mehr: Die Bäuerin ist die Seele der Wirtschaft, sie schafft wem zeitlich früh Ns spät in die Nacht, kennt den ganzen Bc• trieb, weiß selbständig, was zu tun nötig Ist, sie überschaut die ganze Wirtschaft, hat überall ihr wachsames Auge und ihre tätige Hand, Solche Frauen werden aus der Mädchcngruppe In Nadilath Jehudah hervorgehea liier ist kein Lehrbetrieb, keine Lehrfarm, sondern alle» ist praktisches Leben, alles von Anfang an auf eigene Verantwortung gestellt. Bisher hat man für diese Methode wenig Vcrririndnis gelinkt; die großen Frauen verbände z. B., die sich die Ausbildung von Mädchen■ zur Aufgabe gemacht haben, verstehen darunter immer nur Schulen «der Lchrfnrmen, die naturgemäß sehr große Mittel erfordern und den Mädchen weniger innere Befriedigung geben. Hier ist ein Versuch gemacht, der gute Resultate bringt und׳ wenig Geld kos'cf, da nur gewisse Dariehn zur Anschaffung des Inventars erforderlich sind, das im Eigentum des Geld■ gebers verbleibt. De Mädchen bemühen s'.cli mit besonderem t.ifcr, cbe Darltlm *urüekztrzahjcn, damit dasselbe Geld andern Ge1n־sj111en zu gute kommen kann. Nach etwa zwei Jahren verlassen die Mädchen die Gruppe und werden den landwirtschaftlichen .Siedlungen des Landes ei!1 gegliedert. Aeluiliehe Mädcliengruppcn wie i;1 Nachiath Jehudah gibt cs heute schon an zwei anderen Orten, in Pcfach-Tikwah und in der neuen Gartenstadt Sch'ehunath Borucliow, in der Nähe von Tel-Awiw. Die■ Nähe der Städte ist erforderlich, damit dis Produkte midie los auf den Markt gebracht werden können, Id! sagte schon: Bisher wurde dabei kein Geld verloren. Aber selbst wenn ein solches Unternehmen gewisse Summen kostet, 90 muß man sich sagen, daß dieses Geld in einem, höheren Sinne wahrhaft produktiv angelegt ist. Die Au» bildung einer 83 großen Zahl von Mädchen, die durchwegs au» bürgerlichen Häusern kommen, zur Landwirt»diaft und Sdbfiveraatwortung, i*t ein nationales Kapital vor» ui schätzbarem Wert für den Jisdmw in Palirtina, Das 0«H das in okie Siedlungen hineingesteckt wurde, trägt dam bei, soun* fovieie cIkii V■ »erden viele n; Pa) äst iro finden, Sclmffu: sich zu dein A in Ver; Orupfic mit Pal praucnv uodi ci• habe« ) gibt, ds!*dien, ' gibt Ah Difäsd»'1 sich O,1 Hauslia, des kle:f Bilder -, Fraucn.ji Verltälti, 90 etwa eilen W Zusamrn Dkl Sd»n & lieben ä in zum clien m1 Arbeiter1 auf de1 safkmeri nc'.cn F großen |! vertrete schlösse: M ä d c f. Leitung | Verdien' hoch g' hat vo; gc schaff letzten ,,j und Art vor alle sind sei ftalt ha1, kleinen und bil Hauslial, geglieek1 in dem fertig. verband bat Di( in ganz zubauen jetzt cn ist kxän v/irtsdU! Landet, ersten Von d« füllt sei Dk tr.1k9 I Wege | geht (ht Nolwetj keit um daß dif StabMtä hg« cf mfbau Rabfl V< Jüdisch storbei ־ Vorkäit der Cb Koionif faltete ersten tahlrci( der Kl Chowrj auf da den er siel, Um di Schaft { erwarb Mobile ®e di« begrüfl selbst * Dr. J« speziell merksa des jll <hr l^ läge fl er «kt lewer,! W. Ja! Di iiHias* Argen■ ״ Ai Kon le! Unter 1 »erde Lände ו