Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 44 (1.6.1923)
- Date
- 1923-06-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Sehe 2Ö0 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 44 ra<kzu unerträglich. Die palästinensischen Arbeiterzeitunpen veröffentlichen in der letzten Zeit immer häufiger Zuschriften und Artikel, in denen sich deutlich die Ver- *weiflung spiegelt. In einer der letzten Nummern des ,,Kmitres“ wird geschildert, wie ein Arbeitsloser in das Büro der Organisation kommt und von dem dort sitzenden *Beamten‘1 Arbeit fordert. Als ihm dieser begreiflich zu!machen versucht, daß er ihm nicht helfen kann, da es keine Arbeit gibt, antwortet der Arbeitslose: ״Du hast wahrscheinlich heute wenigstens gegessen.“ Welche furchtbare Tragik liegt in diesem Vorwurf gegen einen Genossen, der wahrscheinlich von früh bis spät unablässig für die Arbeitsbeschaffung tätig ist, sich die Füße »brennt, um jede kleinste Möglichkeit auszunutzen und sich den Kopf zermartert, um neue ausfindig zu machen. In welchen Scclenzustand müssen diese Menschen schließlieh geraten I , Von all dem weiß die große jüdische Welt nichts, Ja auch die Zionisten wissen es nicht und wollen es gar nicht wissen. Die Menschen, die in Palästina arbeiten, br,wehen nicht nur aufbauende, konkrete, niatcrielle Hilfe, sondern sie brauchen auch seelische Unter- Stützung. Das Furchtbarste und für unser Volk Beschämcndstc ist es, daß diese Menschen sich durchaus vereinsamt fühlen, im Stich gelassen von der Masse des!Volkes, während sie mit Aufbietung aller Kräfte für den realen Aufbau der jüdischen Heimstätte tätig sind. Denn wichtiger als politische Formeln ist dieser reale!Aufbau, der in der Tätigkeit unserer Giaiuzim und!Arbeiter liegt. Sie fühlen heute mit bitterem Schmerz, daß alle Zionisten zwar in ihren Reden sich mit den ,Taten der Chaluzim rühmen, daß aber wenige sich Gedanken darüber machen, wie den Menschen dort unten bei dem Werk, das s'ie für uns tun, geholfen werden könnte. Auch die Nachrichten über die Zuspitzung der Krise, über die Verzweiflung der Arbeitslosen, über die erdrückende Sorgenlast der verantwortlichen Führer ver-!mögen kaum diejenigen zu erschüttern, die in mehr oder weniger bequemen Verhältnissen als Zionisten dahinlcben. ,Und doch: wie leicht wäre die Verbindung herzustcllen, wie leicht wäre es auch von hier aus, direkt am Aufbau mifauwirken! Die Arbeiterschaft hat gezeigt, daß sie schon mit geringen Mitteln großes leisten kann. Die (Arbeiterbank hat mit ihren wenigen Pfund in diesem einen Jahr ihres Bestehens kolossal genützt. Sie braucht aber, um wirklich die erforderlichen Kredithilfen geben nt können, ein größeres Betriebskapital, Sic hat soeben 115 000 neue Aktien ausgegeben — welch lächerlich geringer Betrag sind 15000 £ und was für ein Aufatmen würde durch Palästina gehen, wenn sie morgen eingezahlt werden könnten! Der Misrad laawodoth nburioth muß zumindest von der Last der Zinsen- Zahlung befreit werden, indem ihm ein Betriebskapital verschafft wird, das ihm die Ausdehnung seiner Tätigkeit ermöglicht. Die Arbeiter-Organisation muß in den Besitz von Geräten kommen, der es ihr ermöglicht, so zu disponieren, daß nicht in der wichtigsten landwirtscchaftliehen Arbeitssaison aus Mangel an landwirtschaftlichen!Geräten die notwendigsten Arbeiten unterlassen werden. Hier bietet sicli fiir das jüdische Volk ein breites Feld der Betätigung. Diese Hilfe, die übrigens keinerlei Spende, sondern z. T. wenigstens, z. B. beim Ankauf yon Aktien der Arbeiterbank, eine Kapitalsanlage ist, \vird die jüdische Welt auch seelisch mehr mit den Pionieren im Lande verbinden, und sie wird vielleicht dazu beitragen, den Menschen dort vorn, den schreckliehen Albdruck der Verlassenheit abzunchmen und ihnen wieder Mut und Arbeitsfreude zu geben.!' Wir glauben, das hier Gesagte wird genügen, um auch den deutschen Zionisten die Situation zum Bewußtsein zu bringen.!! 1 ,;;! R. W. ' .-י"*"' י LG , Das plr.isclie Konsulat in Jerusalem Jerusalem (J. C. B.). Das im Monat Mai erpffnctc po 111 i sch e K on su 1 a t in Jerusalem hat bereits seine normalen Funktionen angefangen. Der Konsul Ädamkewicz erklärte in einer Unterredung mit dem J. C. B.-Vertreter, er wolle in Sachen der Entwicklung yon Handelsbeziehungen zwischen Polen und Palästina plit der Jewish Agency zusammen arbeiten. , 1 Bei dieser Gelegenheit teilte Konsul Ädamkewicz weiter mit, anläßlich seines offiziellen Besuchs bei Sir Herbert Samuel hätte ihm der Oberkommissar gesagt, daß nur qualifizierten Immigranten die Ein• reise nach Palästina gestattet werden würde. Herr Ädamkewicz hat auch Colonel Kisch einpn Besuch abgestaUet, ,; ■ DemSsslonsgeriichte Ussisefhkin und Dr. Mossinsohn haben Pa• Jüstina verlassen, um sich zur Actions-Comite-Sitzung nach Berlin zu begeben. Sie werden voraussichtlich bc• roits heute, Freitag, in Berlin ciirircffcn. Dienstag beginnt bekanntlich die A.-C.-Sitzung in Berlin. ״Dost Hajo m“ will aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß infolge der letzten Ereignisse In der inneren und äußeren Politik Ussischkin sich entschlossen hat, dem nächsten Kongreß seine sofortige Demission an zubieten. Das "Blatt meldet weiter, Dr. Rtippin habe sofort nach seiner Rückkehr aus Amerika seine Demission als Mitglied der Zionistischen Exekutive und auch als Direktor der P. L. D. C. gegeben. Ruppi!» habe auch bereits Vorschläge bezüglich seines Nachfolgers gemacht, unter den von ihm vorgcschlägencn Kandidaten befinde sich Auch Julius Simon. Das Blatt meint, diese Kandidatur »ei die aussichtsreichste. Dr. Rupprn selbst beabsichtige, an die Spitze der Arbeiter-!Organisation zu treten. (??> ׳ , ■ ’!; , , A, Konqrcßtlishiissioa!11 Berlin Am Mittwoch, den 30. Mai, fand ins Lehrcrvercinshaus in Berlin eine gut besuchte Mitgliederversammlung der B. Z. V. statt, um sich mit den Kotigreßproblcmcn zu bcsclüiftigen, Der erste Redner, Herr R.-A. Rosenblüth, ging von dem Oednnken aus, daß wir das Minimalprogramm von etwa 30000 "LinWanderern pro Jahr im ersten Jahrzehnt erreichen müßten und zu diesem Zwecke neue Ideen aufgreifen müßten. Eine 90!eine ist die Idee der Bündnispolitik, die die Zionistische Organisation seit einigen Jahren cingcschlagen habe und die eine richtige Politik sei. Man müsse sic forisetzen. Es handelt sich hierbei nicht nur um eine Taktik, sondern um eine aus der psychologischen Sltuation und aus Erkenntnis der Struktur des jüdischem Volkes entstandene Maßnahme, die bezweckte, die einem parteimäßigen Zusammenschluß widerstrebenden Teile des jüdischen Volkes durch Neutralisierung des Pnläslinnaufbaugcdankcns zu gewinnen, wobei der Zionistischen Organisation die Pionieraufgabe zufallt. Aufgabe der Büiulriispoiitik ist es nicht nur, die von Lichtheim charakterisierte bürgerliche Mittelschicht zu gewinnen, sondern auch die schon irgendwie organisatorisch erfaßten jüdischen Kreise und die reiche Oberschicht, Die bisher verflossene Zeit der Büminispolitik ist viel zu kurz, als daß man über sie schon ein abscldicßendcs negatives Urteil fällen kann. Die Keren 11 1 j e s 90 d ־ Propaganda tat wesentliches erreicht und vielfach Anhänge einer ernsten Pa- Histinastinimung in weiteren Kreisen geschaffen. Ein solches Ergebnis könnte z. B, die Aktivierung der Mar-drall Omppe darstellen, von der berichtet wurde. Was die Weltkongreß- Idee anbetrifft, 90 liegt sie durchaus in der Linie der zionisiischen ajlgemeinen Entwicklung und muß deshalb als Idee vertreten werden. Eine aktuelle auf Einberufung des Weltkongresies gerichtete Politik darf dagegen erst cingeleitet werden, wenn in den wichtigsten Ländern, insbesondere ln Polen um! Amerika die Verhältnisse so weit gediehen sind, daß man z, B. einen Paliislma-Lamlcskongrcß einberufen könnte. Somit muß man der Idee der Jewish Agency auch schon in einem Stadium!»übertreten, wo die Weltkongreflideo nocl! nicht zur Ausführung reif ist. Ea ist schwer, über diese Frage zu sprechen, da Informationen fehlet», da es sich noch nicht übersehen läßt, ob bereits auf dem Kongreß konkrete Beschlüsse gefaßt werden können. Es müßten aber folgende Forderungen fiir die Zusammensetzung der Agency nufgestellt werden: Sie darf nidit nur englische Juden umfassen, ihre Mitglieder müssen ernsthaft an der Paläsiinaarbcit interessiert sein, sic müssen große Teile des jüdischen Volkes repräsentieren und die Exekutive der Agency muß einer größere•1 Körperschaft, etwa einem Zentralrat verantwortlich sein, der sie abherufen kann. Der Keren Ilajcssod sollte ihr vorläufig nicht übergeben werden, sondern die Agency soll aus der! ihr nalicstchcndco Kreisen sich finanzieren. Sic sollte insbesondere für den Ausbau eines großzügigen Banksystems aktiviert werden. Ke Aufgabe der Agency ist zunächst politisch, dann aber auch kolonisatorisch. Ihr würde zunächst die Aufgabe Zufällen, die Paläsiinaarbcit der versclucdcncn Grtqrpcn zu koordinieren. Alle neu«» vorgeschlagenen Wege zur Finanzierung des Palästinaaufbaus sind ernsthaft zu prüfen, vor allem ist aber die Keren Hajessovi-Arbät weiterzuführen. Daß durch die von Berger vorgeschlagene Vermehrung des Bc.amlcnapparatcs wesentlich bessere Erfolge erreicht werden können, erscheint unzweifeth.aft. Die von de Lieme und Julius Simon vorgesdikigene Dezentralisierung der Finanzen und P.aliistinnarbeit, die den einzelnen Landesorganisationen vollkommen die Aufbringung der Mittel überläßt, ist ahzuklmcn, , .! Als zweiter Redner erhält das Wort L'azaru9 Barth (Misrachi). Der Kongreß in Karlsbad muß ein Arbeitskangrciß werden und muß es vermeiden, Dcmonstratkwmbcschlösse an■ Zunahmen, die nachher nickt ausgeführt werden. Die k» den letzten Monaten erfolgte Politik zur Bildung der Jewish Agency ist eine reine Notabelnpoliiik und sticht im übrigen, wie das z. B. in dem Artikel von Leonhard Stein zum Ausdruck kommt, den Gedanken der Agency ,zu bagatellisieren.!Wie Kongreßbeschlüsse niclrt ausgeführt werden, so bat inan auch den Beschluß der Karlsbader Jahreskonfcrenz betreffend Ein■ berufung des Weltkongresses nidit ausgeführt. Der Welt׳ kongreli muß aber schleunigst cinbcrufcn werden. Bei der gegenwärtig geplanten Zusammensetzung der Agency bc• fürchte ich, daß ihre Mitglieder Lande sintere ssen an Stelle jüdisdter Interessen vertreten werden,!! Dr. Ko Mensch er (ßinjan Haarez); Ein pari amentarischef Kongreß bedarf der Kritik. Herr Rosenblüth׳ hat von den netten Wegen gesprochen, (Ke wir seit 1918 gingen. Ich habe diese neuen Wege nicht gesellen. Von einer festen Ansicht unserer Leitung kann keine Rede sein. Wir sind seit dem letzten Kongreß weder politisch noch wirtschaftlich weitergekommen ünd die Schuld trifft zum großen Teile uns. Man lut nidit ernsthaft versucht, die Nichtzionisteo zu gewinnen, sondern die Zionistische Organisation immer exklusiver gemacht. Brande 19 verlangte Oeffnung der Tore der Zionistischen Organisation. Der ihm gegenüber begangene Fehler muß gutgemacht werden. Der Kongreß muß die jüdische Einlicilsfront proklamieren und Männer wählen, die sie terbeizuf!ihren, cntseMosscn sind. Der Kongroß soll der neuen Leitung den Auftrag getan, eine Kon■ ferenz jüdischer Organisationen ernzuberufen,/die provisorisch die Agency bilden soll. Diese Agency hat dam» den Weibkongrdl vorzuberiiten, auf dem die definitive Form für de Jewish Agency gefunden werden wird. Der von der Leihing proklamier!en Versöhnung mit den Arabern stimmen wir zu. Der Ausschluß arabischer Arbeiter steht aber dazu im Wider■ Spruch, Dr, Ärlosoroff (HapoH-Haza'ir), der hächste Redner, stellt die iiberströmenda Fülle von Ideen und Piänon, die man aus Herzls Tagebüchern kennen lernen könne, der völligen Ratlosigkeit der jetzigen offiziellen Richtung gegenüber. Ich warne davor, den bisherigen Weg weitcrzirgchcn, der zur völligen Liquidation des Zionismus führt, Der Unterschied zwischen Binjan Haarez und der offiziellen Riditung liegt darin, daß Binjan Haarez den drohenden Bankerott schon vor zwei Jahren vorqusgesehen hat. Die Politik von Binjan Haarez ist aber eine reine Dcmonstrntionspolltik ohne wirk liehe Energien, wätntnd die offizielle Richtung energisch gearbeitet hat, ohne aber einen Erfolg zu erringen, Zum bcvorstelieadeii Kongreß sind zunächst einige negativ* fog. (Jenmgen za erheben: Der Kongreß darf «eh nicht unt Persoiienfragen drehen, er darf ach nicht auf die hohe Politik konzentrieren, und er darf nicht von Ratlosigkeit cingcgcbcne weit geh ende Beschlüsse fasse wie es z. B. der Wellkongrcßtascliluß der Karlsbader Jnhrcskotifcrcnz war, El was Aclmlicbcs befürchten wir auch mit einem Beschluß über die Jewiä» Agency, deren Funktion noch ganz unklar ist. Wir, die wir nocl» an den großen Zionismus glauben, halten ein großes zentrales Aufbauorg für notwendig, und das könnte dte jewish Agency werden Deshalb dürfen wir sic nicht einem unbestimmten Schicksal überlasten, «indem müssen sie planmäßig unter zionistischer Kontrolle aufbauen. Es wird von neuen Wegen gesprochen. Wir glauben derartige neue Wege Vorschlägen zu können. Die Lage in Palästina ist sehr beunruhigend, es droht in d«i Städten Arbeitslosigkeit, in den Siedlungen des Etnek herrscht Hunger. Die Versammlung wird vertagt, die Aussprache soll f(^. gesetzt werden. Ein Artikel Solowcjcziks Im ״Haolam“ veröffentlicht Dr. . der Solowejczlk einen grundlegenden Artikel unter der Ueberschrift ״Jewish Agency und Keren Hajessod“. Ausgehend von den Gedanken, die der Gründung des Keren Hajessod Im Jahre 1920 zugrunde gelegt sind — als man an die Aufbringung von 25 Millionen I'tund für konstruktive Aufbauarbeit dachte —, kommt er zu dem Resultat, daß der heutige Keren Hajessod, dessen Aufgabe im wesentlichen die Deckung des lauten• den Palästina-Budgets kt, keinerlei Achnlichkeil mit jenem geplanten Fonds besitzt. Der Keren Hajessod ist nicht das große Grundkapital geworden, das nach Methoden, die den privatwirtschaftlidien ähnlich sind, wirtschaitlichc Arbeit leistet, sondern er ist zu ״/ל für Ausgaben aufgewendet worden, die nicht gewinnbringende Kapitalanlagen sind, Daher bctrachtet Verfasser als eine der Hauptaufgaben des Kongresses eine grundlegende Kritik der gegenwärtigen Struktur des Keren Hajessod und seinen Umbau entsprechend den Ergebnissen dieser Kritik. Bei seinen Vorschlägen zieht er schon die neue Lage in Betracht, die durch die Gründung der Jewish Agency geschaffen wird. Der Keren Hajessod hat lieh von allem Anfang an nicht durch besondere Klarheit seiner Struktur ausgezeichnet. Er war ein Zwischending zwischen einer nationalen Bewegung, einer Stcuereinhebung und einer Aktien• gcscllschaft Sein Körper war ein eigener Sammeiapparat mit Zweigstellen in der ganzen Welt, seine Seele war dieselbe Volksbewegung, die sicli bisher nur im Zionismus offenbart batte. Dies hat zu unklaren Verhältnissen gegenüber der Zionistischen Organisation geführt, die darüber zu klagen bc■ gann, daß man in dein Augenblick, wo endlich die Verwirk• jichung ihres 23jährigen Stretans lag, ihr die Herrschaft über das Aufbauinstrument entzieht. Heute jedoch, wo wir vor der Frage der Erweiterung der Jewish Agency stehen, dürfen wir die Kritik nicht aufschicbcn. Bevor wir den Kreisen, die bisher gegen uns waren, Anteil an der Leitung der Arbeit geben, müssen wir Klarheit schaffen zwischen Keren Hajessod und Zionistischer Organisation. Vor allem sei betont, daß das Grundprinzip des Keren Hajessod, die Maasseridec, nicht angetastet werden soll. , , - י Der Keren Hajessod Ist zweifellos ein Kind der durch das Mandat geschaffenen Situation. Schwer waren die Geburtswehen, und die grausame Wirklichkeit hat unsere hochgespannten Hoffnungen zmammcnschrumpfen lassen. D 2>/a Jahren haben wir nicht die Hälfte von 25 Millionen gesammelt, sondern den!5. Teil. So wurde aus dem Keren Hajessod ein ״Keren Hatakziw“, ein Budgctfoiids. Das jüdischc Volk in fünfzig Ländern verstreut und in fünfzig Steuersysteme verbuchten, trägt hier seine Steuer für die eigene Sache bei.!! > Die Acndcrung, die von gewissen Kreisen vorgeseMagen wird, aus dein Keren Ilajcssod einen Kofonisalionstönds und höchstens noch einen Inirnigrationsfomls zu machen, würde nur zur Folge haben, daß die anderen jetzt vom Keren Hajessod gedeckten Ausgaben andere Einnahmequellen find ח müßten, 60 daß wir hakt eine ganze Reihe von Fonds hätten. Dadurch würden wir eine verderbliche Konkurrenz erzeugen und in kurzer Zeit zerstören, was wir mit großer Mühe au:• gebaut haben. Aber die Vielfältigkeit der Fonds würde auch den Sinn des Palästina-Budgets zerstören und damit dem nationalen Kongreß, sei er min ein zionistischer oder ein allgemein-jüdischer, jede Triebkraft rauben. Denn die Zeit, wo der bloße Kampf uni eine Weltanschauung uns zusammenhielt, ist längst vorüber. Wir sind heute vereinigt zu praktischen Taten und dieser konkrete Zusammenhang wird sys1׳• bolisiert durch das Budgetrecht des Kongresses. Wir hauui schon heute unter zentrifugalen Kräften einzelner Institutionen zu leiden. Aber diese können die zentrale Bedeutung des Palästina-Budgets nicht hindern. : Da man also bet der Begründung des Keren Hajessod nicht seine jetzige Gestalt vorausgesehen hat, tmd da׳ wir seine jetzige Form nicht als vorübergehend, sondern ab organische Erscheinung anerkennen müssen, müssen wir daraus Konsequenzen ziehen. Eine Konsequenz hat das Direktorium bereits gezogen, indem cs bestimmte, daß die «inlautenden Summen in erster Reihe für das laufende Budget zu verwenden sind. Der Keren Hajessod strebte zwar nach organisatorischer Selbständigkeit, diese ist aber heute nur scheinbar, denn in dem wichtigsten Recht, der Bestimmung der Verwendung:־• zwecke, verzichtet der Keren Hajessod auf seine Selbständig־ keit zugunsten des Zionistcnkongrcsscs. Die eigenen Organe des Keren Hajessod existieren nur scheinbar. Man könnte einwenden, daß dies nur eine vorübergehende Erscheinung ist, und daß die Organe des Keren Hajessod bald konstituiert werden. Aber was wäre dte Folge dieser Konstituierung? Die Generalversammlung der Mitglieder des Keren Hajessed würde die Stelle des Zionistenkongresses cimiclvncn. Denn die Generalversammlung, die nach dein komplizierten Wahl- System zusammengesetzt ist und ihren Einfluß wird geltem! machen wollen und in der auch Nicht/ionistcu sitzen werden, wird natürlich beanspruchen, selbst über das Palästinabudge. zu bestimmen. Man wird vielleicht entwenden, daß deswegen 50 ־/״ der Stimmen den Zionisten gesichert sind, aber hier geht es nicht um die Frage des Einflusses, sondern welche lnstitutio!» überhaupt über das Budget bestimmen soll. Entweder oder: entweder der Kongreß wird beschließen und der Council des Keren Hajessod wird es ohne Acndcrung annehmen, oder aber der Council wird Aenderungen beschließen, dam» ist der Kongreß eine Farce. Man könnte sagen, daß man das von vornherein wissen mußte. Aber noch der Karlsbader Kongreß wußte ja nicht, daß der Keren Hajessod nur die Quelle des Budgets sein wird. Heute ist dies eine feststehende Tatsache und afn deren Folge muß das Strebet», den Keren Hajessod als selbständiges Institut in der Art einer Aktiengesellschaft zu konstituieren, beseitigt werden. Das PalüsUiiabudget zu beschließen, d. h. den Volkswillen zu erklären, ist nicht Sache der Generalversamra* hmg einer Aktiengesellschaft. N 1 über gescl oder Age« da ruf Verw Cottn an-lci dein d»s Haje* zu W der l Verg! £?*!" der Man d i« Dem darun *Hgef bin 1 Kläru unser t Ea hielt . ab, 11 zu n< und 1 hoher zionis! jnsbes י ihrer Sclior , den v referi den I für e 1 vertat: seine Schul fordei Kong; j dem ,; rierte ' neue 1 eine wolle, trotz , tinzul einer disclu . neue L Land« vor » gab ' zum beton Partei derte der l schild führt! breitu eine zionis Mitte" ihr t freu!»« langt» Ersch meint zur renze JuBer, ein, i , sieht die R Folge!eiste Vorai leiten Sclta 1 öescl;üdisc rein", in us( »11 übler man \ »ebei *icht »am, verhe Elten 2 tmd gewc Frau »atz Prob J groß■ rrev die ‘ gilt: Wan Wie 1 näch Häm dann es n Rach »eltü hat höc kh