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Jüdische Rundschau · 1923-05-29 · Heft 43 (29.5.1923) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 43 (29.5.1923)
Date
1923-05-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 250 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 43 Nr Vom arbeitenden Palästina Die Aibeilcrschatt des Misrad In Kr. •I,3 der Zeitschrift ״Die Arbeit“ gibt Dt. Preuß *ine ausführliche Statistik über 2000 Arbeiter des Misrad FAwodoth Ziburioth wieder, die er im Sommer 1922 durchgeführt hat. Wir entnehmen dieser Statistik eine Anzahl von solchen Daten, die besonders charakteristisch sind und daher Über die kleine Zahl der Erfaßten und die Zählungsepodie hinaus Interesse haben. Von den erfaßten 2030 Arbeitern in 76 Gruppen waren fast 15*/» weiblich; verheiratet waren 10,6*/». Die Gesamt״ zahl der Frauen, einschließlich derjenigen Ehefrauen, die nicht in der Oruppe mitarbeiteten, war zirka 22 ty». Die Zahl der Kinder betrug 373. Die verheirateten und iltcren Arbeiter arbeiteten größtenteils in Tel-Awiw, die jüngeren außerhalb der Städte. Von den Genossenschaften hatten 17 von 5—10 und 6 über 60 Mitglieder, die anderen bewegten Sich dazwischen. ,Was die Zahl der Facharbeiter betrifft, so warm, soweit Sich dies feststcllcn ließ, unter dem Baugewerbe des Misrad 35 tyo. Die Mclirzahl war in kleinen Genossenschaften aus• gebildet worden. Von größtem Interesse sind die Kosten der Lebenshattung. Wie überall wurde fcstgcsteilt, daß die höher Ent• lohnten für Produkte relativ weniger ausgaben, als die niedriger bezahlten Arbeiter, und zwar gaben für Produkte aus: die 9 Pfund verdienten 60 «/», jene mit 8 Pfund Verdienst 45 °/0. Als Existcnzminimura können 5 Pfund monatlich angesehen werden. Dies verdiente« aber nahezu 50 tyo. der Arbeiter des Misrad nicht. Als mittlere Ausgaben der Genossenschafter für Produlde ergaben sich 9,5 Piaster pro Tag. Natürlich sind'die Auslagen in den größeren Genossenschaften niedriger als in den kleinen. In der Gdud Haawoda werden den einzelnen Gruppen ein Ausgabenbudget von 25 Piaster pro Tag vorgeschrieben, womit nur die dringendsten Ausgaben gedeckt werden können, und zwar wird gerechnet für: Produkte 9,15 Piaster, Küchenarbeit 3 Piaster, Wäsche und Nähen 6,5 Piaster, Beheizung, Beleuchtung 2 Piaster, Slcucrfl 1 Piaster, Ausbessem der Kleider, Neuanschaffungen, Wäsche, kulturelle Bedürfnisse 4 Piaster, Deckung des Verdienstausfalls durch Arbeitslosigkeit, Krankheit 5 Piaster; zusammen 25 Piaster. Weitere Berechnungen zeigen, daß von durchschnittlich 30 Monatstagen nur 15 auf verdienstbringende Arbeit, 6 auf Arbeiten in Küche und Lager, 4 für Sabbathe und Feste, 2 für Krankheit, 2 für Arbeitslosigkeit und 1 für Reisen entfallen. Die Kranklieitsslatistik zeigt, daß ein Drittel der Oenossen 3—7>/s Tage krank war. Hierbei war in den versdiicdcncn Orten die Morbidität sehr verschieden, ln fieberfreien Orten, wie Jerusalem, war sie am geringsten. In bezug auf die Beschäftigung der Frauen ergab sich folgrndes Resultat in den Genossenschaften: Nur im Hause (Küche, Wäscherei, Nähen) 38,4 ״/״, zeitweilig in der Außenarbeit 9,2 ״/o, leichte Außenarbeit 1^4 tyo, jede Außenarbeit 13,2 ty>, Rest unbekannt Von den Verheirateten dürften höchstens 20 ty» In der Außenarbeit beschäftigt sein. Von den Unverheirateten waren überhaupt nur im Hause beschäftigt 24,7 ty», teilweise im Hause beschäftigt, teilweise Außenarbeit 10 tyo, teilweise im Hause beschäftigt, teilweise leichte Außenarbeit 17,4 «(0, leichte Außenarbeit 40,9 tyo. Die übrigen Daten (Arbeitslohn, Arbeitslosigkeit)' decken sich so ziemlich mit den Ergebnissen der von uns •chon mitgeteilten Statistik, die von der Allgemeinen Arbeiterorganisation durchgcführt worden ist Immigration Czeraowitzcr Paläsiinaamt Jahre•,bericht 1922 1. Die Wanderung im Jahre 1921 Januar: 54; Februar: 207; März: 330; April: 103; Mal: 53; Juni: 101; Juli: 44; August: 25; September: 81; Oktober: 32; November: 77; Dezember: 107; im ganzen: 1219. Wanderung im Jahre 1921 März bis Dezember: 1273. 2 Allgemeine Bemerkungen. Vergleicht man die Zahl der Emigranten im ersten Halb• jjihrc 1922 mit der im zweiten Halbjahr, so läßt sich konstaticren, daß im, ersten Halbjahre 853 Personen abgefertigt wurden, während im zweiten Halbjahre die Zahl der Emigran■ tun sich nur auf 366 beläuft Der Grund ist darin zu suchen, daß die ohnehin sehr drückenden Einwanderungsbestimmungen, durch eine Verordnung des Direktors für Immigration in Jerusalem vom 8. April noch weiter erschwert wurde, indem die Angehörigen der Kategorie C, D, E und F jeweils einer besonderen Einreisebewilligung seitens des Immigratkmsdepartements in Jerusalem für die Reise nach Palästina be dürfen. Diese Verordnung zusammen mit den vereinzelt autgetretenen Rücksendungen von Emigranten, auch wenn sie ordnungsgemäße Visa hatten, bewirkte, daß die Zahl der Aus• wandernden im Monat Juli und August ein Minimum erreichte. Ein allgemeines Anschwellen der Auswande rungsbewegung zeigten erst die letzten Monate des vergangenen Jahres, nachdem Rumänien eine größere Zahl von speziellen Einreiseerlaubnissen für Handwerker verschie- «Jener Kategorien erhalten hatte. Im ersten Halbjahre hatte das Czernowitzer Palästinaamt einige größere kooperative Gruppen nach Palästina abgefertigt Diese Gruppen haben sich anfänglich gut in Palästina cingclebt. Innere Zwistigkeiten in den Kooperativen, die hauptsächlich ihren Grund im nichthomogenen Menschen• material hatte», haben es vermocht, den Bestand derselben vorübergehend zu gefährden. Nach den letzten Nachrichten aus Palästina hat sich jedoch ein großer Teil dieser Familien wieder zu Gruppen zusammengeschlosscn. Einige Familien sind auch schon angcsiedclt worden. Der Anteil des Czernowitzer Palästisaamtes an det Oe׳ Samtwanderung betrug im Jahre 1922: 15,5 tyo. Der Anteil der Chaluzwandcrung an de Oesamtwanderung durch das Czernowitzer Palästinaamt betrug im Jahre 1922 15 tyo (im Jahre 1921 38,7 tyo). Dieser verhältnismäßig gc.T.ge Anteil erklärt sich daraus, daß viele Monate hindurch gar keine Möglichkeiten bestanden, Clmluz. gruppen, i rotzdem sic für die Abreise bereitstanden, abzufertigen. So konnten während 7 Monaten iir. Jahre 1922 überhaupt keine Chaluzim abgefertigt werden. Erst in den kitten 2 Monaten ist cs gelungen, Im Rahmen der Einreise• erlaubnuse zwei große Chnluzgruppcn, die 13. und 14. Kwuzah, nach Palästina ab/ufertigen. Unter den Emigranten betrug die Zahl der Personen männlichen Geschlechts 52,7 tyo, die Zahl der Frauen 45,3 tyo der Gesamtwanderung. Die Verteilung auf beide Oeschlcchter ist nahezu gleich. Erwähnt soll noch werden, daß die Wanderung Im ersten Halbjahre vornehmlich eine Familicn-Wandcrung war, während im zweiten Halbjahre die Zahl der Einzclrciscndcn weit höher war als die Zahl der auswandernden Familien. Der Grund liegt darin, daß im ersten Halbjahre, wie bereits berichtet, größere Gruppen in Form von Kooperativen nach Palästina befördert wurden, während im zweiten Halbjahre größtenteils Einzelpersonen nach Palästina fuhren. Hierbei ist aber zu bemerken, daß cs sich auch hier durchwegs um Familienväter handelt, die zuerst allein nach Palästina fahren, um sich dort eine Existenz zu gründen und die ihre Angehörigen erst zu einem späteren Zeitpunkt hinüber• nehmen wollen. Die Zahl der Einzclrciscndcn betrug 26 tyo der Gesamt- Wanderung, während sie im ersten Halbjahre nur 16®/« der• selben ausmachte. Was die Herkunftsländer anbclangt, stammen 55 tyo aller vom Palästinaamte in Czeniowitz abgefertigten Emigranten aus der Ukraine. Der Rest verteilt sich zum größten Teil auf Rumänien; zum geringen Teile auch auf Polen. 3. Tr an si t w a n de ru ng aus Polen über Rumänien. In den letzten 3 Monaten hat die Transitwanderung aus Polen über Rumänien eingesetzt. Nachdem die vorhereitenden Schritte bei den rumänischen Zentralbehörden in Bukarest durch das dortige Palästinaamt besorgt wurden, begannen ira Oktober die ersten Transporte zu rollen. Dem Czernowitzer Palästinaamtc oblag cs, die Wanderung auf der rumänischen Strecke von Grigoro Ghieä Voda (Ncpolokoutz) bis zum Hafen Galatz zu organisieren. Die Wanderung geschieht in geschlosscucn Transporten, welche zum größten Teile vom Palästinaamtc in Warschau zusammengcstcllt werden, denen sich dann fallweise kleine Gruppen des Lembcrger Palästinaamtes anschlicßcn. Diese Transporte werden bis Sniatyn von Beamten des Warschauer Palästinaamtes geführt, in Sniatyn von Bevollmächtigten unseres Amtes übernommen und nach Grigore Gliicä Voda weitergeführt. Hier interveniert die Expositur des Czernowitzer Paläst'maamtcs bei der Paßrevision, bei der Zollabfertigung, sowie bei der ärztlichen Unter- Buchung, und nach einigen Stunden Aufenthalt fahren die Transporte in direkten Wagen nach Galatz weiter, von Beamten des Czernowitzer Palästiuaamtcs begleitet Eine Labe• Station, die in Ncpolokoutz eingerichtet wurde, sorgt für reichliche Verpflegung der Transporte während ihres Aufcnthaltcs in Grigore Ghic.i Voda. Bis vor kurzem wurden nur Transporte von Emigranten, welche polnische Staatsbürger waren, über Rumänien geleitet, da das rumänische Konsulat in Warschau den Emigranten aus der Ukainer das rumänische Transitvisum nicht erteilen wollte. In letzter Zeit erhalten auch diese Emigranten das rumänische Transitvisum, so daß auch der Wanderung von Ukrainern aus Polen über Rumänien keine Schwierigkeiten mehr ira Wege stehen. Den Transporten werden besondere Personenwagen zur Verfügung gestellt, das Gepäck der Emigranten wird in eigenen Packwagen weitcrgelcitct Die Reisekosten für den einzelnen Emigranten auf der Strecke Grigore Ghicd Voda—Galatz sind die folgenden: Eiscnbalin'ahrkarte III. Klasse von Grigore Ghicä Voda bis Galatz pro Person 93 Lei, Schilfskartc 1200 Lei. Für das Gepäck auf der Bahnstrecke Grigore Ohicä Voda ist für je 50 kg 120 Lei zu zahlen, auf dem Schiffe sind 100 kg Freigepäck, für weitere 100 kg ist die Oebühr von 93 Lei zu entrichten. Verpflegung für ungefähr 8 Tage kostet 500 Leu Personen zwischen 4 und 10 Jahren zahlen auf der Eisenbahn und auf dem Schiffe die Hälfte der oben angcführten Preise. Kinder unter 4 Jahren sind von allen Oebühren befreit Bisher sind in den Monaten Oktober, November und Dezember fünf Transporte mit zusammen 366 Personen abgefertigt worden, und zwar Im Monat Oktober 58 Personen, tm Monat November 73 Personen und im Monat Dezember 235 Personen. Im Jahre 1923 hat die polnische Transitwanderung in verstärktem Maße eingesetzt. Genaue Daten bringen wir in unserem näclsstca Bericht 4. Haehscharah. .Was die Haehscharah anbclangt, hat das Palästinamt in Czcrnowitz die Haehscharah der allrumänLschen Chaluz- Organisation tatkräftig unterstützt Durch Intervention des Palästinaamtes wurden während des vergangenen Jahres einer ganzen Reihe von Chaluzim Arbeitsgelegenheiten verschafft, 3 Chatuz-Gruppcn wurden bei Gutsbesitzern in landwirtschaftiiehen Arbeiten mißgebildet Der Plan, Maurer-Kurse für Chaluzim zu errichten, da in Czcrnowitz ein überaus günstiger Platz für die Schaffung von solchen Kursen ist, konnte bis vor kurzem infolge Geldmangels nicht ausgeführt werden. Erst zu Beginn des Jahres 1923 hat das Palästinaamt in Czcrnowitz der allrumänischen Chaluz-Organisation durch Gewährung eines größeren Dar■ lehcns die Möglichkeit gegeben, solche Maurer-Kurse einzurichten, ln denen Chaluzim unter Leitung eines Fachmannes zu Maurern herangebildct werden. & Registrierung der Wanderer. Es besteht sicherlich kein Zweifel, daß es zu den wich tigsten Aufgaben eines Palästinaamtes gehören muß, sich Klarheit über das vorhandene Auswanderer-Material zu verschaffen. Einerseits, um die Wanderung möglichst von allen Zufallsmeldungen frei zu machen, dann aber auch, ,weil das Palästinaamt imstande sein muß, rechtzeitig im Bedarfsfälle größere Kreise für die Alijah zu interessieren. Daher hat das Palästinaamt in Czcrnowitz mit der Durchführung der Re gistricrung der Auswanderungslustigen, vor allem der Hand■ werker und sonstigen Arbeiter in der Bukowina und Beßarabien begonnen. In den wichtigen Orten wurden kleine Korn missionen aus allen an der Pnliiatmaarbcit interessierten Or ganisationen gebildet, welche die Anmeldung der Auswande lü.'igslustigcn cni,;cgcnzunchutcn und ihre Registrierung durchzuführen haben. Es wurden Fragebogen herausgegeben und an diese Fragebogen ausführliche Instruktionen angts schlossen, um den Kommissionen di« Arbeit m erleichtern. Es soll bei dieser Gelegenheit konstatiert werden, daß in ganz Rumänien, ganz besonders aber in der Bukowina und Beßarabien, in letzter Zeit ein starkes Anwachsen der Aus. Wanderungsbewegung zu bemerken ist Auf die Gründe, die dieser Bewegung geführt haben, werden wir ln einer zu der nächsten Mitteilungen zurückkommen. Verschiedene*) Ein PaiHstmahandbuch Die Administration hat kürzlich ״The Handbook of Palestine“, verfaßt von zwei Oberbeamten, H. C. Luke und E. Keith-Roach, heratisgegcben, Sir Herbert Samuel hat ein kurzes Vorwort dazu geschrieben. Teil I behandelt Geographie und Ocschichte. Der letzte Abschnitt enthält die Baltour-Dcklaration, der Mandatstext ist als Anfang wörtlicli .abgedruckt. Teil 11 handelt von der Bevölkerung und den Religionen. Den jüdischen Kolonien ht bloß eine Seite gewidmet, Ihre Zahl wird mit 61, die Bo wolmcrschalt mit 17 000 angegeben, die Fläche mit 590020 Dunam. Davon sind 35 4SI Dunam Pflanzungen. Der III. Teil handelt von den durch Geschichte, Kunst, Religion wichtigen Stätten. Teil IV behandelt die Verkehrsverbindungen und gibt Reiseinformationen, Teil V die Einrichtung und Tätigkeit der Verwaltung, inklusive der Steuern, Zollvorschriften und Gebühren, das Budget, das Bankwesen, öffentliche Ein rieh, tungen, Landbesitz, Ackerbau, Forstwirtschaft, sowie die Ein. Wanderung. Letztere wird wie folgt angegeben: Vom 1. September 1920 bis 30. April 1921 . , . 8030 Vom 3. Juni 1921 bis 3t. Ekzcinbcr 1921 . 4561 . . י Ferner enthält dieser Teil einen Ucberblick über <iie Schulen. Auch hier ist den jüdischen Schulen nur eine Seite gewidmet Ucbcr ihre Art sagt das Buch, daß sie den europäischen, namentlich den Schweizer Schulen ähnlich sind. Die gesamte für die Bearbeitung in Betracht kommende Fläche des Landes wird mit 1 820ÖUO ha angegeben, davon sollen 50 tyo unkultivicrbar sein. (Ruppin hat in seinem Buch, das allerdings Palästina in seinen früheren Grenzen bclian• deite, eine gleiche Fläche, 1,8 Millionen Hektar, als kul. ti vierbar angegeben.) Die Regierung hat fünf Bau;«, schulen angelegt. Die Eisenbahnlinien werden mit 1100 km (davon 569י/» km normahpurig) angegeben. Teil VI handelt von der Geologie, dein Bergbau, der Flora und Fauna. Der letzte Teil gibt verschiedene Daten über die religiösen Feste und Kalender, sowie über hebräische und arabische Transkrip. tion. Dem Buche ist eine Eisenbahnkarte bcigelegt Im ganzen ist es ein gutes Nachschlagcbuch, namentlich für die bestehenden Vorschriften. Wenn man von so einem offiziellen Handbuch auch nicht mehr verlangen kann, 19 muß dennoch gesagt werden, daß bei aller Unparteilichkeit doch die jüdischen Leistungen in ilircm qualitativen und dynamischen Wert ganz anders hätten hervorgehoben werden können, als es in diesem Handbuch der Fall ist. Samuel selbst vermeidet in seiner Vorrede ängstlich etwas von Juden zu sagen. Er spricht nur davon, daß die ״neuen Ankömmlinge״ die Methoden des zwanzigsten und vielleicht die Ideen des einundzwanzigsten Jahrhunderts nach Palästina mitbringen. AU Interpretation der Balfour-Deklaration werden in dem Buche Stellen aus seiner bekannten Rede vom 3. Juni 1921 zitiert. Darin wurde gesagt, daß die Juden in Palästina eine Heimstätte gründen wollen und darin unterstützt werden sollen, ״innerhalb der Grenzen, welche durch die Zahl und die Interessen der gegenwärtigen Bevölkerung gezogen sind“. Vom Bestehen der Zionist Executive in Palästina ist überhaupt keine Erwähnung getan. Die Bedeutung der jüdischen Kolonien und der Schulen wird nirgends deutlich gemacht. Der Raum, der überhaupt den jüdischen Einrichtungen gewidmet wird, ist ein lächerlich geringer, einige Seiten in dem 300 Seiten starken Buch. Auch hier zeigt sich, daß die sogenannte strenge Unparteilichkeit im Grunde eine Parteilichkeit gegen da» jüdische Aufbauwerk involviert. Aerztc * Konferenz Auf der in der Peßachwoche in Tel-Awiw abgehallenen Konferenz der jüdischen Aerzte in Palästina wurde u. a. beschlossen, die Hadassah aufzufordem, ihre Tätigkeit in den Spitälern auf Arme zu beschränken und auch von diesen eine gewisse Vergütung zu erheben. Die sanitäre und medizinische Arbeit der Zionistischen Organisation soll hauptsäch• lieh nationalen und nicht philanthropischen Zwecken dienen und sich auf den Gesundheitszustand der neuen Immigranten, der Schulkinder und der Ansiedler in den neuen Siedlungen erstrecken. Einzig der Waad Habriuth, das Gesundheit*- Departement der Zionistischen Exekutive, soll die ganze medizinische Arbeit der Zionistischen Organisation leiten, Ausbreitung des Trachoms London. (J.C. B.) Aus dem letzten Jahresbericht de• von einem englischen Orden in Jerusalem erhaltenen Hospi• tal für Augenkrankheiten geht hervor, daß die Verbreitung des Trachoms in Palästina im Zunchmen begriffen ist Nach den Nachrichten des Departements für Voiksgcsundheit der Palästina-Regierung für 1922 wurde fcstgcsteilt, daß in einzelnen Landkreisen 97 ty« der Bevölkerung vom Trachom betroffen waren.. 74®/o der Schulkinder in Palästina sollen an dieser Krankheit laborieren. In der letzten Zeit wurden neuerdings 8189 Mohammedaner, 3056 Christen und 1348 Juden von dieser Krankheit befallen. Trachomlcidens standen in ärztlicher Bchindlung 38 282 Mohammedaner, 10726 Christen und 8202 Juden. Jüdisches archäologisches Museum Die ״Jewish Exploration Society“ hat ein Jüdische* archäologisches Museum gegründet, das am 1. März eröffnet wurde. Leiter ist S. Raffael, der ein bedeutender Numismatiker ist und schon durch Jahrzehnte archäologische Forschungen betreibt. Das Musern enthält eine Reihe von Funden von großem Interesse und eine kleine Bibliothek. FluginecUng _n?w״.J.aRC {¥d *״> Aerodrom bei Ramleh da» «1t« große .Ucttiliegcn m Palästina statt t keine dürft( ander Engl* neuer ist vt der I der 1 unter geistl »dich nur 1 deute Opfci die I Cccil für di versp sich Cedi ש - bis-he werd 1 frei ' Auftl einer söhnt nach es l ' ״Vor ,Wem dies : natio versc vicll« hin«1; Polit reich ז Zwei 1 für 1 Heim berd Haje nahfl die i Deal lästit j sdn^l dne'1 Volk Chal Auf{ dient i«t'8 beko Bet* di cst Essi: erha1 Bete Esse! Vort de!p», sadt hine bew Web best! zu Frie F.xe 'er! 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