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Jüdische Rundschau · 1923-05-29 · Heft 43 (29.5.1923) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 43 (29.5.1923)
Date
1923-05-29
Page
– (sequence 3)
Language
German
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I\v fctenti Icu. tri ,.diland [ü Jisch en k I 1 werden Hau GCai .itglicd erä 14» der!.:üssen. ileen der vor der ehe Mitx;i W23 htglicde: müssen, n 11unp.cn n.ammca >.• Wahl• :1׳ flüssig(• klon, u Berlin!resuUate werden. ulet sich ,ii.ii.'.diea 11701J. un Dclcbei d«1» Dresden, ׳elhmgeii l Durch- Klasse 1 Privat• rfügung. }ur.rticrc ׳ eufzu- 2 B-ettea ft’ recht-!n,!:arm aeerjneo jrf ׳ £tlf jebctcn; fm t:;n- :ne Der 6 statt• Jc.aiion 1. |D;richt c-r 2i»־ telhinj, it «Ser sor.tlcni ui;,ך ra er per• ־.v.;.crct Verein ,eh ekel- #.יי.- «"'ל( ן , רן# (יז־יף f ' k ' yi?; **״*% •p׳?\ X Jm» iiCiMO ■aJ. jTf' | Vläp^J» •tair £ 4 5#״ V*/ a י*י¥ %׳-׳ tl [ ך״״ ו!ן •*־ *די> <o f ■ '' 41» U> 4A M w «i'״״4 11 C-4# & Vs»' Ä 4Uk«• Erechclnt in zwangloser Folg וז »o •>, י ן ^*־־* ן*' יך• ויי,״י גד« י, > ף«•׳, ויד, ץ.י \; ץייו*,-׳•«) I*׳״* fl■* \ל* V,»... «ן fl ' j ־***y 1 י״ י, fl״s »1ד די־ Dcrlia, 29. ¥. 1923 Die Arbeiterbank der jüdischen Arbeit«!־ Palästinas ver- {!,׳entlieht die Bilanz und den Geschäftsbericht für das erste Ccschiiftsjahr (1. Dez. 1921 bis 31. Dez. 1922), Wir drucken picnstchcnd das Bilanz- und das Gewinn• und Ver'ustkooto ,1,׳), die zeigen, daß vom rein kaufmännischen Standpunkte |l!ä betrachtet, die Rank mit Erfolg gearbeitet hat Zieht man c'ic schwierigen finanziellen lind wirtschaftlichen Verhältnis«; ju Betracht. 90 erweist sich der Erfolg der Bank, nur nach J»nM!t’rzic"e11 Gesichtspunkten beurteilt, als eine anerkennenswrte LcinDrnpp, um wieviel mehr aber, wenn man kl Erwägung jicht, welche speziellen Aufgaben die Bank zu erfüllen hat pn zu beurteilen, ob es der Arbeiterhank gelungen ist, in prem ersten Jahr diesen Aufgaben gerecht zu werden und ״eignete Wege zur Erreichung ihrer Ziele einzuschlagcn, muß nackte Ziffermlarstcilung der Bilanz durch einige Angaben ergänzt werden. Die Arbeiterbank wurde gegründet zum Zwecke ״zu finanzim-ii und dunh Kredite entwickeln zu bellen, alle Arten von Arbeitergenossenschaften, Arbeiter-Institutionen und Gruppen, welche auf koo!x:ra!iver Grundlage organisiert sind, und alle Gebiete ihrer Tätigkeit“, wie der betreffende Passus Euer Statuten lautet Oder, übertragen aus der Juristensprache, äj Zweck der Arbeiterbank ist: hinzuarbeiien auf die ständige Biaufiiörlidw: Vermehrung und Vergrößerung der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas, auf ehe Festigung und allmähliche Ausbreitung ihrer Wirtsdiaft und ihrer Siedlungen und Betriebe Mrf1 allen Richtungen hin und deren Ucbcrleilung in die vollständige und selbständige Verwaltung der Arbeiter. Wäre dne bestimmt getonnte und abgeschlossene Wirtsdiaft vor der Bank gestanden, deren Weg ihren Trägern klar gewiesen wäre, und der nichts fcldt als die Hilfe einer Bank eines Finanzinstruinentcs, dann wäre die Aufgabe einer Arbeiterbank sieht schwer zu erfüllen gewesen — natürlich in dem Maße, als sidi die Arbeiter-Bank hätte Kapital schaffen können. Jn Wirklichkeit befindet sich die 90 sdnver errungene Wirtsdiaft; ftr Arbeiter im Zustand der Entwicklung, und nur mit den i grüßten Anstrengungen kann säe aufrecht erhalten werden.;Haben wir sonst in der Landwirtschaft Bauern und j Landarbeiter van Geburt, seit Generationen her, verbesserte, ־ ,-^kultivierte Böden, Lebendes und totes Inventar, Gebäude,; Straßen und Wege, Märkte für den Absatz der Landwirtsdiaft-!;iahen Produkte und last' not least eine Regierung, die mit! rJfen Mitteln die Agrarproduktion schützt — 90 haben wir in j Palästina Städter, denen jede landwirtschaftliche Tradition fehlt, 1 Sie jahrhundertelang brach liegenden Böden in Angriff nehmen, ' ebne Inventar, Gebäuden und geregelte Absatzmöglichkeiten, statt Geld nur das Versprectun eines Budgets, das die j Zwnistisdic Organisation nur in dem Maße einliaitcn kann, als ihr Mittd von Keren Hajessod zuflieDcn, und das demzufolge rächt rechtzeitig ausgczahlt werden kann und den Arbeiter zwingt, verspätet und brockenweise die Arbeit zu beginnen oder auf privatem Wege zu schweren Bedingungen stell die j nötigen Betriebsmittel auszukiliea. Hier muß dem Landarbeiter J eine Institution zu Hilfe kommen, die ihm kurzfristigen Kredit j auf Grund des versprochenen Budgets der Zionistischen Organi• | ation für die rechtzeitig und genügend umfangreiche Inangriff- : rft.me seiner ArlKit, Betriebskredit gibt, und ferner langfristigen j Kredit zur allmählichen Befestigung und Erweiterung des 1 Betriebes, Invcstitionskrodit^ \ Die zatdreidren Produktionsgenossenschaften; Jer Arbeiter für Tisdderd, Metallarbeiter, Druckerei usw. j künden ach glcidifalls in einer schweren Lage durdi das j Fdden jeder Art von Kredit für Betrieb und Investition. Es j k-lilt eine zentrale Verkaufsorganisation, die für den ent-! tprcclicnden Absatz sorgt und׳ die über ein Grundkapital ver- I fügt, um den Mitgliedern, den einzelnen Genossenschaften,; •')Sittel für Installationen, Bauten, Maschinen, Werkzeuge zu; kschaffen. Eine gewisse zentrale Regelung des Absatzes i bestellt bloß für die Molkereiprodukte, die der ״Hamaschbir“,! »er Konsumverein der jüdisdien Arbeiter Palästinas besorgt I ikr ״Hamasdibir“ hat neben der Aufgabe des Konsumvereines weh die Aufgabe, die Zentralstelle für den Vertrieb der Pro-! *-1k‘« der Ptochtktivgenosscnschafien zu sorgen — zwei Auf- pben, die einigermaßen im Gegensatz zueinander stehen. In beiden Aufgaben ist der Hanasebbir durch den Geldmangel «!.wer behindert. Wie stark dieser Geldmangel hier einwirkt, »t daran zu ersehen, daß das Grundprinzip aller Konsumvereine, kt Verkauf nur gegen bar, beim ״Haimsdibtr“ durchbrochen; ,״erden mußte, daß gegen Kredit verkauft werden nruß, ja, daß : a!!ar die Anweisimgen des ״Hamaschbir“, die sogen. ״IHtkaoth“ '»di infolge des Mangels an zirkulierendem Bargeld im Lande 1*Muupt) als Notgeld im Umlauf and, audi von den Arabern . in Zahlungsstatt angenommen und' von ihnen ״jüdisches Geld“ ■ jcaaimt werden. Verkauft der ״Hamaschbir“ auf der einen; gegen Kredit, so ist er wiederum au: der anderen Seite! s'c‘1t imstande, ohne größere finanzielle Kredithilfe den so ז<»ז notwendigen Bezug im Großen aus erster Hand voran- I 1dunen! i Die widrtigste Institution der jüdischen Arbciterscliaft, der ׳ )Misrad l’awodoth ziburiuth“, die Baukooperalive, :!ii ohne Krcdifiiilfc ganz undenkbar. Gegründet ursprünglich I km Zweck, tun an Stelle dier privaten Bainintemclmier die 1 s;ch selbst verwaltende Genossenschaft zu setzen, also mit! 1irsdbcn Aufgabe wie der private Unternehmer, wurde bakl; d;1r«1s die Inslilulioa, die nicht nur Arbeiten übernimmt, wenn j ‘Ttndwo eine Bauarbeit zu vergebet! ist, sondern Arbeits-; ^1"gcnlieit schafft, so neue Einwanderer und Arbeitslose zu produktiver Arbeit bringt, ungelernte Arbeiter zu Fadiarbciten .®'*bildet und jetzt die Institution ist, der wir es zu verdanken ״®״eit, wenn überhaupt den Fragen der Beschäftigung der 'reeiisloscn und neuen Einwanderer in gebührendem Maße «cr.nuoj, getragen werden tonnte. Dü* ist in kurzem die Lage der Arbdtersdiaft und üircr;׳'Kilutkiocn kn Lande, unter diesen Bedingungen hafte die ״“«iierbank ihre Arbeit zu beginnen. In allen den genannnten den der Arbeit Mittel, Kredite zu verschaffen, war ihre Od Aufgabe, und das Bit j1»r im erstem Jahr ihrer Tätigkeit in, weim man die schweren Verhältnisse berücksichtigt, durchaus l;efri«Ligej1dcr und erfolgvcrspi'educmler Weise gelungen. Rein kaufmännisch genommen mag der Reingewinn von 675 £E nicht bedeutend erscheinen, ,um so bedeutender erscheint der Erfolg aber, wenn man untersucht, ob cs der Bank gelungen ist, ihre Aufgaben zu erfüllen. Das dies gelungen ist, ilhiulriercn folgende Ziffern: die Bank konnte ungefähr 127.000 £E Anleihen und Kredite gebe«. Hiervon 31,000 £E für Kredite an landwirtschaftliche Betriebe, die liicrdurcli in die Lage versetzt wurden, in der Zeit der ärgsten Geldknappheit, systematisch die Arbeit durclmiführen; dieser Betrag stellt ungefähr die Hälfte des ganzen Betrages dar, der in diesem Jahre überhaupt für die Landwirtschaft verwendet wurde. — 74.000 £E wurden an Kredit für öffentliche Arbeiten gegeben, sie ermöglichten dem ״Misrad l’awodoth ziburiuth“ die Beschäftigütig von 2000 Arbeitern während des Jahres und die Ausführung von Bauten int Werte von zirka 50.000!׳ £E, von Straßen-, Bahn-, Häuser-, Kanalbatiten, Kanal!- sation, Entsumpfung usw. Audi durch die Krcditiiüfc der Arbeiterbank waren Bauten in diesem Umfang möglidi, da Ihre Durchführung davon abhing, daß auf die später zu zahlenden Gelder für die Bauausführung von seiten der Regicrung und der sonstigen Auftragsgeber von seiten der Bank Vorschüsse an die Arbeiter, in nicht wenigen Fällen sogar Kredite an die Auftragsgeber gegeben werden mußten. Kredite vott 10.000 £E wurden dem ״Hamaschbir“ 12,000 £E verschiedenen Genoasensdiaften, Krankenkasse, Arbcitcrküchcn usw. gegeben. Alle diese Darlehen sind sichcrgestcllt durch-Wcchocl, Bürgschaften der Auftraggelier bei den Bauten, Verpfändung und Uebertragung der Zahlungen von seiten der Regierung, Verpfändung der Budgets der landwirtschaftlichen Gruppen u3w. Die Gesamtsumme der SiclKThciten beträgt ein Vielfaches der Dartehenssummen und auch die Rückzahlungen erfolgen in durchaus entsprcdicnder Weise, so haben z, B. van den 47 Gruppen, die für öffentliche Arbeiten Kredite genommen haben, 21 Gruppen ihre Anleihen im Betrage von 21.146 £E zur Gänze rückgczaldt Daß diese Arbeit der Arbeiterbank ßbcdiaupt möglidi war, ist zwei Umständen zu verdanken: erstens dort regen I ntcrcsse der Zionistischen Organisation, insbesondere Dr. Ruppins für die Bank; die Zionistische Organisation hat den Vertrag, wonach ae sich vcrpfliditet, für je 5000 von den Arbeitern gezeidincte gewöhnliche Aktien 5000 Vorzugsaktien (mit fester 50/0 igen Dividende) einzuzalden tmd außerdem bei Gesclüftsbcgiun einen Darlelmsfonds von 30 000 £E und einer Erliölmng um 9tXX) £E nach Verlauf eines Jalixes (der nach dem obengenannten Sdicma allniählidi in Verzugsaktien urngewanddt wird) genau cingdialte« und auch den Darlcftcnsfonds von 39.000 £E bereits ein gezahlt; zweitens hat die Bank ihren Erfolg dem regen Interesse der Arbeiter zu verdanken, die für den Verkauf der Aktien bemüht waren (zur Gänse wurden verkauft in Palästina 7523, in Amerika 6153, in Europa 1324, zusammen 15.000 gewohnliche Aktien) und auch als Klienten der Bank, deren Interesse sie zu wahren verstanden lind Verständnis für ihre Bedeutung gezeigt haben. Auf Beschluß der Ocneralvcrsamm- Jung der Arbeiterbank wird jetzt die zweite Emission von 15 000 Aktien (ä 21 Schilling) zur Zeichnung gelangen. Ei Ist zu hoffen, daß die Zionisten den Wert der Bestrebungen der Arbeiterbank zu würdigen verstellen und ihren Willen beweisen werden, durdi Uebernahme von Aktien der Arbeiterbank den Arbeitern Palästinas auf ihrem schweren und opferwilligen Wege ein wenig zu helfen, 1 Bilanz vom 3t. Dezember 1922. Aktiva. Kassa- und Bankguthaben Zeidinuriges auf Aktien Debitoren . Eskoniierte Wechsel . , Grundstüdcsloostcn . . Transitorische Aktiva . Inventar . Inkas» und Vertrieb von Aktion Passiva. Grundkapital ...... Darkliensfonds der Zion. Oiig. Einlagen auf Kontokorrent Baulcfordcrnngcn .... Durcligangspostcn . . . Zusdiiag auf die Aktien . Gewinn des nädasten Jahres Rchigeuina .. £E 6.819.510 9,235.582 32,012.534 37,579.526 790.452 22.500 165.261 832.209 £E 34,457.574 £E 30,000.00) 28,092.359 ״ 10,189.043 ״ , 12,993.485 m 1,612.239 * 365.960 499.488 ״ 675.000 ״ £E 84,457.574 jGcvzinn- und Verlustkonto für. das Jahr 1922. SoH An Ocwinnlconto.. . £E 1,154.101 ״ Zinsenkonto nädi&tes J,־dir . . , n 499.488 ״ Allgemeine Spesenkonto ...» 1,786.148 H Amortisationakonto.. 109:742 ״ Sdilußbilanz .. 675.000 Haben, Per Gewinnkonto . . . , , M AJlgcaMine Sj«5c2kc»to י i- £E 4,224.482 '£S 3,815.282 409.200 1. ל Die Angaben sind dem bi Brosefiürenform etsehieiren«! '״stächen Bericht entnommen. £E 4,224.482 Von dem Reingewinn per 675.000 £E wurden laut Beschluß der Generalversammlung der Arbeiterbank 5 0/0 dein Keren-Kajemdh Israel, 100.— £E der Kulturkommission der Arbeitcrorganisation und der üfcst van 541Ä) £E dem Reservefonds zugewtesea, ^4 i i Die Aussicht der Sei; Naclistdicnd geben wir einen Aursr.ug aus einem Briefe, den ein Chaluz an einen Freund in Deutscliland ä' . Das Grundprinzijä zur Entwicklung und Bevölkerung eint* Landes mit möglichst wenig Kapitalien ist vor allem die Verwertung der Lnndesprodukt«, die schon da sind, in einem solchen Produktionszweig, der Ncucingewandcrten Arbeit und möglichst schnell zur selbständigen Existenz verhilft. Dabei muß m Betracht genommen werden, daß dieser Produktionszweig mit seiner Entwicklung keinen anderen wichtigen verdrängt und audi selbst die Aussicht hat, eine lange Zeit bestehen zu können, ' Wir glauben behaupten zu können, daß die unbewaldctcn Gebirge, Schluchten, Stoppel- und brachliegenden Felder, welche an unsere Kolonien grenzen und meistens denen selbst gehören, für Schafzucht in großem Maßstabe die beste Verwertung dieser Weiden finden können und damit Hunderte unserer Einwanderer beschäftigen und ernähren kann. Faktisch wohnen in den jüdischen Kolonien Hunderte von arabischen Schafzuchten! mit Zchntauaenden von Schafen, welche diese Weiden ausnützen. Einen noch unübersehbaren Vorteil haben wir an Schafzucht dadurch, daß wir mit wenig Kapitalien verhältnismäßig bei anderen Wirtschaftszweigen mehr Arbeitskräfte beschäftigen können und den Beschäftigten die Müglichkeit geben, sieb von ihrer Arbeit bald, sogar nach einigen Monaten, selbst ernähren zu können, und mit dem Wachsen der Herde immer mehr Arbeitskräfte zur Bedienung ('er Herde und Verarbeitung der Milch und Wolle benötigen. Wir wollen damit nicht gesagt haben, daß wir alle unsere Kräfte und Kapitalien nur für Schafzucht verwenden »ollen; wir wissen ganz genau, daß Schafzucht ohne Landwirtschaft ein Gebäude ohne Fundament sei, das sich auf die Dauer nicht halten kann. Genau so können wir uns die intensiv« Wirtschaft ohne Schafzucht nicht vorstellen, abgesehen von Fleisch, Milch, Wolle, welche sic der Wirtschaft liefert,, ist sie ein sehr wichtiger und unersetzbarer Faktor in Düngerbeschaffung (zahlen doch unsere Kolonisten den arabischen Schafzüchtern außer den Weiden, die sie ihnen umsonst überlassen, gewisse Summen an Tabak und Geld, daß sie auf ihrem Boden mit den Schafen wohnen sollen, um denselben zu düngen). Die Befürchtung, daß die zur Schafzucht nötigen Weiden und Gebirge, welche an die jüdischen Kolonien grenzen, durch Bebauung und Bepflanzung der Schafzucht entzogen werden könnten, kann praktisch absolut keine Bedeutung haben, da selbst bei intensivster Ausnutzung und bester landwirtschaf(lieber Entwicklung in der Zukunft immer noch unbebaubare Gebirge und Felder bleiben werden. Es gibt außer dem Bereidi der jüdischen Kolonien sehf viel überhaupt unbearbeitete und verwahrloste Gebirge, wie sie die Umgegend von Jericho, Wadi-el-Kc!t usw., welche als erste Entwicklung nur für Schafzucht in Betracht kommen können. Uebrigens muß sidi die ausreichend intensiv bewirtschaftete Wirtschaft immer rentieren, etwas für die Sdiafzucht übrig zu lassen. Ein kleines Beispiel kann uns England zeigen, das sidier keine unbebauten Gebiete übrig hat und doch in sehr großem Maßstabe Schafzucht betreibt, um seinen Textilfabriken die notige Wolle zur Verarbeitung der weltberühmten englischen Gewebe zu liefern. Wir wollen hoffen, daß Deine leise! Zweifel an dem Gelingen unserer Aufgabe nach unseren Ausführungen, weil Du die Ber dingungen des Landes kennst und in Schafzucht bewand«{ bist, behoben haben. Nun wollen wir zum zweiten Teil unseres Briefes, was bisher auf diesem Gebiete geleistet wurde und was noch getan werden muß, uro unsere Aufgabe zu erfüllen, über, gehen. Wie Dir bekannt ist, haben wir vor Ausbruch des Krieges einige unserer Chawerim zur Ausbildung zu arabischen Züchtern geschickt, die auch als gut ausgebildete Züchter zurückkehrten. Es gelang uns auch, einige Kolonien zu bewegen, uns Ihre Schaf- und Viehherden zur Hütung zu übergeben, und wir gingen auch daran, weitere Kräfte in diesem Fache auszubildcn. Es ist uns in dies« Beziehung gelungen, wir hatten unter uns sehr tüchtige Züchter, und hielten cs an der Zeit, die Schafzucht in großem Umfange zu betreiben. Da begann der Krieg sich auch bei uns bemerkbar zu machen, es kamen Militäreinbcrufungcn, Schikanen der Behörden, Verfolgungen, und die meisten unserer Chawerim myßten ihre! Arbeitsplätze verlassen, und damit trat auch ein Ruhestand in unserer Arbeit ein. Nach dem Kriege kam die Legionsfrage, und viele unserer Chawerim, welche durch die damaligen Zustände die Fühlung miteinand« verloren hatten, traten in die Legion ein. Bakl nach Eintreffen der Legion in Palästina, begann bei unseren Chawerim der Drang, die Arbeit wieder auf zunehmen. Nach Auflösung der Legion übergab uns die Histadrut Haklalit einige l Iundcrt Dunam Boden, welcher einer amerikanischen Gesellschaft gehörte, zur Bearbeitung, verhalt uns zu einem Kredii, welcher zuerst für 100 Schafe sein sollte, infolge Geldmangel auf 40 herabsank. Außerdem übernahmen wir von einer! Privatmann eine Herde von 300 Schafen rum hüten. Wir glaubten schon daran denken zu können, einige unserer Chawerim fürs nächste Jahr ins Ausland zu schicken, um die europäischen Methoden der Schafzucht zu erlernen. Zu Ende des Jahres änderte sich die Lage, indem der Privatmann infolge Geldmangels sich genötigt sah, die Schafherde zu verkauien; auch die amerikanische Gesellschaft forderte für eigene Zwecke den Boden zurück, so daß wir gezwungen waren, diesen Platz zu verlassen. Wir behielten nach allem noch zirka 100 Schafe, einschließlich der 40 von uns gekauften. Die überschüssigen bildeten den Ertrag, den wir von der jungen Zucht als auch für die Arbeit von dem Privatmann vertraglich erworben hatten. Einige unserer Chawerim begaben sich mit der Herde zu unseren Chawerim in der landwirtschaftlichen Gruppe KevarGiiadi, wo sie sich noch jetzt befindet und schon 200 Köpfe zählt, was bei unserem Weinen Anfang auch beachtenswert ist

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