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Jüdische Rundschau · 1923-05-25 · Heft 41-42 (25.5.1923) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 41-42 (25.5.1923)
Date
1923-05-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
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i l JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 41/42 ip'fmf 11***.«© Abgcschlo »ten am 23, Mai 1023. Stadt Clnglri»«». UJ. Ajji ß 23 mi Im- Ef־£ft3f1l8 Ini KonßTfftjtihr im Stadt Flne*nt׳e». 20. Aptil 1J 1933 Ins- Ergehn(« Im Kongrrßjuhr 21־11 Stadt fine•.««)״ י׳ד■ i|»a 23 ma ln». *׳re«!, t ״.>* *׳ j b. 2 2. Mal 33 gesinnt b.ll Mal 23 gtmml 11. .,Z. Mal 23 euunt Aachen 25 25 9 Ockcnkircficn-Wanne 57 57 69 Mini dien 216 410 t fei ן Alzey 5 5 Gollnow 8 8 2 Namslau 2 2 10 i 10 i 490[ Annaberg 6 15 Grevenbroich 3 3 .— Neuß 15 15 Bärenklau 1 1 Gießen 7 13 138 Nürnberg 165 320 Benshcitn 2 2 —י Göppingen 5 5 2 Osterode 2 2 B erlin 3S4 3153 4303 Go Iba 3 23 36 Paderborn 4 4 | 4 1 י¬ Bielefeld 20 20 23 Hameln 6 6 9 Püschen 1 8 1 g Boizenburg 1 2 — Hamm 15 15 34 Rh eda Breslau Butzbndi Chemnitz Dortmund Dresden Deutsdr-EylaU 7 1 90 25 52 14 16 1 312 ' 23 58 14 595 3 330 100 109 24 Hayn au Heidelberg Herne Hirsdibcpg Homberg Jeßnitz 2 5 2 17 6 1 2 49 2 17 6 3 168 4 6 12 Schenklengsfeld Schivdbcin Schlüchtern Sehneidcmühl Schönlanke 3 1 14 8 40 3 1 14 8 40 ( 1 1 42 48 Elbing 10 10 _ Kudowa 1 9 3 Stolp 37 37 32 Festenburg 2 2 1 l-übeck 4 30 58 Strelitz-Alt 20 20 Frei bürg 5 5 149 Mannheim 67 218 162 Tilsit 21 85 75 Friedberg 10 10 12 Markenhof 7 7 6 Vacha 2 2 Frankfurt a. M. 150 150 969 MitUvcida 2 16 _ Wcißenfdi 1 1 ( Frankfurt a. O, 70 70 72 Mülheim 5 5 7 Wesel 4 3 12 Gesamtzahl der bis zum 23. Mol 1923 elngcgonßencn Schekallm 6637. Ohne Spezifikation gingen ein; Breslau 76 000 Mark, Cassel 4200 Mark, Duisburg 110 000 Mark, Oießen 6400 Mark, Recklinriuu״״» 10000 Mark, Liegnitz 38 000 Mark, Zionistische Vereinigung für Deutschland Berlin W 15, Sächsische Straße 8. Postscheckkonto: Berlin 8091 / Bankkonto: Nationalbank für Deutschland, Depositenkasse Kurfürslendamm 52. Seife 24S gekommen Und bin zufrieden cs zu konstatieren, daß ich mich nicht getäuscht habe, daß alle Bewohner Rumäniens ohne Unterschied der Religion, Herkunft oder Rasse von den gleichen hohen Gefühlen der Brüderlichkeit beseelt sind.‘ /^uf diese hohe Würdigung gestützt, hoffen die rumünisehen Bürger jüdischen Glaubens, beseelt von Liebe und unbegrenzter Ergebung für Thron und Land, daß Eure Majestät ihnen gnädigst den von den Umständen verlangten Schutz geben wird und gnädigst die hohe Regierung ver• anlasscn wird, mit derselben Schnelligkeit und mit derselben Schärfe, die sic kürzlich bei für das Land weniger gefahr• vollen Umständen anzuwenden gewußt hat, die Maßnahmen zu treffen, die nötig sind, um Leben und Freiheiten Eurer Majestät Untertanen zu sichern. Im Namen usw. usw.“ (Hötlichkeitsform.) Der letzte Satz spielt auf das energische Vorgehen der liberalen Regierung gegen die Rcgierungsopposlllon und die »treikenden Beamten an, partetnaebriebten W8|1!cn zam XIII. Zionisten Kongreß Die Exekutive der Zionistischen Organisation gibt be• kannt: Der XI11. Zionistenkongreß wird am Abend des 6. Ad• garst im Schützenhause in Kartsbad mit einer feierlichen Sitmng eröffnet werden.!Die Exekutive hat soeben die Vorschriften betreffend die Wahl von Delegierten zum Kongreß veröffentlicht. Die zkmistischcn Verbände wurden aufgefordert, die Schckclsamm• Jungen rechtzeitig abzuschließcn, damit sämtliche Schekel• gclJcr nicht später als am 6. Juni bei der Exekutive eintTctfcn. Auf Grund der bis zu diesem Datum bei der Exekutive eingelaufenen Schekolim wird die Zahl der Delegierten für jeden zionistischen Verband bestimmt werden. Grundsätzlich entfällt nach dem Statut auf 2000 Schekel• zahlcr je ein Delegierter. Für kleinere Verbände sind im Statut Ausnahmen vorgesehen. Verbände, die, obwohl sie sich auf das Gebiet eines ganzen Staates erstrecken, insgesamt nur 1CO0 Scbekcl/ahler umfassen, sind zur Wahl eines Delegierten berechtigt. Noch kleinere Verbände haben sich miteinander zur .Wahl eines Delegierten zu verbinden. Die Wahlen werden innertialb eines jeden Landesverbandes und einer jeden Landesgruppe eines Sonderverbandes selbständig dutchgeführt. Die Verbände und Gruppen eines Landes sind jedoch berechtigt, sich zwecks gemeinsamer Durchiüh• rung der Wahlen zu einer Wahlgruppe zu vereinigen. Gemäß dem neuen Organisations-Statut wird es in diesem Jahre zum ersten Male zur Pflicht gemacht, die Wahlen nach einem System durch uführen, das auch den Minoritäten die Möglichkeit einer Vertretung sichert. Wahlgebiele, die nur einen Delegierten zum Kongreß entsenden, wählen wie bisher mit Stimmenmehrheit. Alle anderen Wahlgebicte dagegen sind verpflichtet, das Proportionalwahlrccht oder ein anderes der bekannten Miudcrhcitswahlsvsteme einzutühren. Die be• treffenden Bestimmungen hat jeder zionistische Verband in Form einer Wahlinstruktiou auszuarbeiten und der Exekutive bis zum 3t. Mai vorzulegen. Die Wahltermine müssen so bestimmt werden, daß die Wahlen rechtzeitig vor dem Kongreß beendigt sind, und daß die Metdung über die Wahlergebnisse nicht später als am 27. Juli bei der Exekutive einläuft. Es wird angenommen, daß der XIII. Kongreß von 400 bk 500 Delegierten beschickt wird. Von öen Unken Parteien Auf Grdnd des Beschlusses der Wcltexekutlve der ״Hi• taehduth", die vor kurzem in Berlin getagt hat, wandte sich das Zcntralbüro des ״Hitachduth“ an das Büro des Vcr• bandes der rechten ״Poale Zion“ und an die zionistischsozialistische Partei ״Z e t r c * Z i o n“ mit dem Vorschlag, noch vor dem Beginn des XIII. Zionisten-Kongresscs eine Konferenz der Abgeordneten aller drei Parteien abzuhalten, um die Portion des Arbeiternügcls auf dem Kongresse zu "klären und die Frage zu erörtern, ob eine gemeinsame Palästina-Arbeit in der Diaspora möglich sei. Die durch die Warschauer Organisation Zei're-Zion einberufene Landeskonferenz der Partei Zeirc-Zion in Polen hat den Beschluß gefaßt, sich mit den rechten Poale-Zion in Polen zu vereinigen. Die Konferenz wurdt! gegen den Willen des Weltverbandes Zeirc-Zion einberufen. Vom Wiener Palästina •Ami ' Nachdem Herr Dr. Martin Roscnblüth die Leitung des Wiener Palästina-Amtes am 1. April niedcrgclcgt hat, um in das Berliner Büro der Zionistischen Exekutive einzutreten, hat die Zionistische Exekutive in Jerusalem auf Vorschlag der Palästiana-Amts-Kommission in Wien Herrn Dr. Naliutm Blauer zum Leiter des Wiener Palästina-Amtes ernannt Leo Molzkln in Amerika New York (J. C. B.). Leo Motzkin, Vorsitzender der jüdischen Wclthilfskonferenz und Mitglied der Zionistischen Exekutive, ist an Bord der ״Mauretania“ in New York eingetroffen. Die Amerika reise Motzkins bezweckt die Untersuchung der Lage der Hilfsorganisationen in Amerika, Es soll im besonderen der Versuch gemacht werden, ein Zusammenarbeiten derselben mit der jüdischen ,Wclthilfskonferenz herbeizuführen. Abnahme der Arbeitslosigkeit ln Jalta Wie das ״Commercial Bulletin“ berichtet, ist im Monat April eine Besserung auf dem Arbeitsmarkt in Jaffa zu verzeichnen. Die Gesamtzahl der Leute ohne reguläre Be• rehäftigung übersteigt nicht 600. Die Besserung ist der Be• Jebimg der Bautätigkeit in Tel-Awiw zuzuschreiben, wie auch der Vornahme von Straßenpflasterungen und Röhrenkitungs• Arbeiten durch die Tel-Awiwer Stadtgemeinde. Wenn auch die Bautätigkeit 1023 nicht diejenige des Jahres 1922 er- ח ichcn v.ird, so dür׳'; dpeh eine beträchtliche Zahl neuer Häuser nach den berei.s bestätigten Plänen erbaut werden, so daß die jetzt noch vorhandenen arbeitslosen ungelernten Arbeiter in den kommenden Monaten zum größten Teil Be• schäftigung finden werden. v ׳ י •v lasscnliisic Von Dr. Richard Pokorny, Wien, Seit Graf Oobineau das erste Mal die Lehre von der Ungleichheit der Menschenrasse verkündet hat, ist dieses Thema im Konzert der Meinungen nicht mehr verstimmt. Berge vpn Papier sind inzwischen über Wesen, Merkmale und historische Bedeutung der Rassen, kurz, über die ״Rasscnthcorte" verschrieben worden. Es seien nur die Namen Chambcrlawi, Wilscr, Weltmann, Arldt, auf der andern Seite Zollschan, Hertz erwähnt. Die wirklichen positiven Ergebnisse der Forsclmng stehen aber, wenn ntan näher ztssicht, in gar keinem Verhältnisse zu dieser regen Tätigkeit, Die Anthropologie, welche den Menschen als Gegenstand der Naturwissenschaft erforsdit, hat in ihrer jahrzciintclangen Arbeit eine Unmenge Material aller Art angcsammelt. Sie hat die Menschen aller Zeiten und Zonen gemessen, nach Farben- und anderen Tabellen sortiert, fndiccs bcreclwiet, pliotographiert und pbonographiert, sic hat manches sehr intercssiute und wichtige Ergebnis gezeitigt. Aber was Rasse ist, darüber sind räch die Anthropologen heute nodi keineswegs im Klaren. Kaum der Begriff der Rasse kann als gcklärt angesehen werden, viel weniger ist cs gelungen, vom Standpunkte der objektiven Wissenschaft die Rassen nach ihren körperlichen und geistigen Merkmalen zu erfassen und gegeneinander abzugrenzen. Wold gibt cs eine ganze Anzalil %׳on Versuchen, Rassencinteilungen des Menschengcschleditcs zu geben, aber keiner kann als wirklich gelungen bezeichnet werden. Ist doch auch die Kardinalfrage aller Rasscnforscluing nodi lange nicht endgültig beantwortet, ob die Menschenrassen aus einem einheitlichen oder aus versdiiedenen Ursprüngen herstammeu. Diesem unbefriedigenden Ergebnisse der exakten Wissenschaft gegenüber wird der naive Beobachter mindestens in vielen Fällen zwischen Menschen köipcrlichc und audi geistige Unterschiede empfinden, welche offenbar in der Zugehörigkeit zu verschiedenen Menschhejtsgruppen begründet sind. Unter besonderen Umständen kann sidi diese Empfindung der Art- Verschiedenheit zu ausgesprodicncr Abneigung steigern, wofür die Gcsdiichtc des Judentums ein ausgezeichnetes Beispiel ist. Ob frcilidi diese Verschiedenheiten richtig als ״Rasse“ bezeichnet werden und was an objektiven Tatsachen hinter ihnen steht, das müßte die Wissenschaft konstatieren, welche bisher allerdings in diesem Sinne versagt hat. Aber das würde nur beweisen, daß die bislicrige Methode der Forschung dem Gegenstände nicht entspricht. Rasse ist ja, wenn man dem Sinne des so oft gebrauchten Wortes narihgeht, ein Begriff des Lebens, ein komplexer Begriff und cs kann nicht wuudcrnchmcn, wenn die von der wisscnschaftliclien Anthropoiogic geübte Methode der Analyse und nachhcrigen mcchanischcn Synthese der Rasscnmerkmale so wenjg ein brauchbares Resultat ergibt, als cs etwa möglich wäre, durch!das Zusammengießen der ziemlich genau bekannten Baustoffe des menschlichen Körpers einen Homunkulus zu erzeugen. Ob es der Wissenschaft in Zukunft gelingen wird, hier zu posttiven Ergebnissen zu gelangen oder ob das Wesen der Rasse jenseits unseres Erkenntnisvermögens liegt, das läßt sich natürlieh nicht sagen. Zwischen dem, was die Wissenshaft über die Rasse zu sagen weiß, und dem, was der normale Beobachter darüber zu wissen glaubt, klafft also noch ein leerer Raum. Es ist kein Wunder, daß vielfach versucht wurde, die objektiven Tatsachen dem bloß subjektivem Empfind«! unterzuordnen, und da ״Rasse“ sich als ein außerordentlich wirksames politisches Sdilagwort erwiesen hat, so darf es auch nicht in Erstaunen setzen, daß die Wissenschaft sidt als Instrument der Po• litik mißbrauchen Lassen mußte. Was dabei berausgekommen ist, das ist eben die ״Rassenlheoric״,. Alle die ungezählten Fragen, wddte die ehrliche Wissenschaft eigentlich immer noch uncntsdiicden gelassen hat, wie die Frage nad* der Urheimat, nadi der Rasscncintcilung, die Fragen, wie Rassen entstehen, wie sie sieh verändern und sich gegenseitig beeinflussen, wie sie untergeben, alle diese Probleme, welche zum Teil noch ganz ungeklärt, vielleidit »gar unklärbar, zum andern Teil noch kontrovers and, sind für die Rassenthooiie nicht mehr fraglidt. Mag audi in einzelnen Punkten vielleicht wach eine Meinung«- Verschiedenheit bestehen, im Wesen Ist man einig: Die Gerrnanen sind dje einzige und erste Kulturrasse der Menschheit, alle Kulturen gehen auf sie zurück, sie haben von ihrer im nördlichen Europa Hegenden Urheimat aus in immer neuen Völkerwellen fast die ganze bewohnte Erde überflutet und überall unter Zurückdrängur£ der 8tf«i>rea jLfrbßvölfccrung das Banner der hodtgewachscnen, längschädligen, blonden und blauäugigen Herrenrasse aufgepflanzt. Nach diesem heute schon banal«: abgebraucht wirkend»! Schema ist auch ein vor kurzer Zeit erschienenes Buch ge• arbeitet, die ״Rassenkunde des deutschen Vol•; kei“ von Dr. Hans Günther. Es setzt sich zur Aufgabe, die Ergebnisse der Rasscnforscluing in volkstümlicher Form : darzustcllen und da es in der nächsten Zeit schon in 3. Auf• laue erscheinen vvi. 1. muß man anncltmcn. daß c3 einem bc• stehenden Bedürfnisse abgehoben hat. Auf Einzelheiten d.r Arbeit einzugehen, ist liier nicht möglich, cs hätte auch gar keinen Zweck; denn die Darstellung erschöpft sidt in dem; Vortrage von Behauptungen, welche nur durch ihre Begrün• g düng wirken würden, welche aber völlig bcweislos, höchstem 1 mit Scheinbeweisen als Axiome, als Dogmen hingestcllt werden. 1 Es ist bedauerlich sagen zu müssen, daß dieses Buch, das sich I als populär-wissenschaftlich gibt und teilweise wirklich als 1 gut bezeichnet werden muß, in Wahrheit nichts als politisch 1 ist. Man greift sich bei der Lektüre oft an den Kopf und kann einfach nicht verstehen, wie eine derart einseitige Ein• Stellung überhaupt möglich ist. Für Günther ist unter den vier europäischen Rassen, die er, auf Ripley fußend, aufstellt, die nordische die führende. Sie identifiziert sich im weiteren Verlaufe der Darstellung, nachdem sie mit allen möglichen körperlichen, geistigen und moralischen Vorzügen ausgcstr.ttet worden ist, auf eine ziem• lieh unaufgeklärte Weise mit der germanischen Rasse, ja sogar mit dem indogermanischen Urvolke. Natürlich ist alle Kultur, von der altbabyionischcn angefangen, von ihr begründet worden und der Untergang aller geschichtlichen Kulturen , erklärt sich zwanglos aus dem Versiegen des nordischen Rasscnclemcnfes, aus der ״Entnordung“ in dem betreffenden Volke, Nur der Kuriosität halber und um den Geist des Buches zu charakterisieren, sei eines besonders herausgegriffen: Nach Günther geht der Begriff der ״Erbsünde“, also die Uebcrzcugung, daß der Mensch böse von Jugend auf sei, , auf ,,das besondere jüdische Sündcngefühl“ zurück, ״welches , nur zu verstehen ist innerhalb eines Volkstums, das sich als ־• blutmäßig fragwürdig erkannt hat“*) (S. 398). Als dieser in > das Christentum übergegangene Begriff zu den Germane« j gelangt, entsteht schwerer innerer Konflikt daraus. Denn ״der reinrassige Germane ist erbtiiehtig, erbgut und nicht erb• sündig“ (S. 399). Die Folge davon war die gänzliche ״sitt• liehe Entwurzelung“, welche sich im frühen mcrowingisch• fränkischen Mittelalter zeigt (S. 399). (Ueber diese ״Ent• wurzelung" lese man übrigens bei Felix Dahn oder Hertz und bei Zollschan Näheres nach.) Eine direkte Abwehr gegen Bücher wie dieses gibt es nicht. Wollte man auch alle die vorgebrachten Behaupten* gen Wort für Wort widerlegen und ad absurdum führen, : so würden ja diese Argumente nicht gelesen, oder mindestens als ״Judenmache“ nicht geglaubt werden. Der geistige« , Richtung, welcher das besprochene Buch entspringt und 1 dient, liegt es ja gar nicht daran, Gründe für ihre Ueber• Zeugung zu haben, sondern was sie will, sind Schlagworte, ׳ Es gibt nur eine indirekte Verteidigung gegen das An־ I wachsen einer Ceisiesslrömung, für die Günther nur eia 1 Symptom ist und die sich ja beinahe ausschließlich gegen die I Juden wendet: nationaler Zusammenschluß der Juden. Es I ist vielleicht das einzige Erfreuliche, was sich aus der Lektüre I der ״Rassenkunde“ ergibt, wenn man dort einer aditung«• 1 vollen Anerkennung des Zionismus begegnet. I Vermittlungsstelle für hcbräisclien Unterricht I Im Einvernehmen mit der Berliner Zionistischen Vereini• I gung bat der Jüdische Schulverein eine Vcrmitt• lungsstclle für hebräischen Unterricht eingerichtet, die von Herrn Nissan Berggrün, dem Direktor der Hebräischen Sprachschule, geleitet wird. Herr Berggrün ist in dieser An• gclegenlicit am Freitag von 3 bis Vaß Uhr in der B. Z.V., Seydelstr. 3, zu sprechen (Tel, täglich von 10 bis 4 Uhr, Zentrum 3614). Wer hebräischen Unterricht erteilen will, wird aufge• fordert, sich mit dieser Stelle in Verbindung zu setzen. Die Vermittlungsstelle soll nicht nur auf Berliner Aufragen geeignete Lehrkräfte nadiweisen, sondern wird sich . bemühen, audi Anfragen aus anderen Teilen des Reiches befriedigend zu beantworten. ' *) Dieser Gesichtspunkt hat nicht einmal den Vorzug l der Originalität für sich, er stammt aus der rassenanti־ semitischen Bibel, Chamberlaii» ״Grundlagen des 19. Jahr• hundert“. jAnm, d. Red.) J,| dm K r1 z> ö ' »1• ־ ח 1' V« In nt H l; K w a! w 1 81" at d« O &■' r «V st K rc h: hi 1; R. ׳ i 81 ' ‘ V . d : dt Sr ׳ w 6' 1 E*; -r;0 s<V bi Z< M : at 1 In; Bt; A■ V ׳1 / V:־ /i V / V ימן Uj ii I» p;!■ ■ fi 1

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