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Jüdische Rundschau · 1923-05-25 · Heft 41-42 (25.5.1923) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 41-42 (25.5.1923)
Date
1923-05-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 240 IUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 41/42 ז «inlnsscn, ihren Frauen gleichzeitig eine Unterstützungssumme Wmi den Scliddebricf ui senden, Aber auch da, wo die nußcrstnolliclic Elie nicht zu dieser furchtbarsten Konsequenz führt, und die Männer ihre Frauen nachkommen lassen wollen, ergehrn sich durdi den anderen Namen der Frau — die mir religiös getraute Frau behält ihren Mädchennamen — dauernde Schwierigkeiten. Am Ende der Tagung wurde eine Resolution angenommen, die vor sali, jede mriglidic Aufklärungsarbeit im Osten 211 lasten, um zu bewirken, daß die staatliche Trauung überall neben elie religiöse tritt. Die amerikanische Wanderung wurde dann weiter durch Herrn Held (Verein. Staaten) behandelt; er verlangte — nach den Erfahrungen der ״Hias" — ein Zusammenarbeiten aller Auswanderungs-Organisationen, welches allein auf da*!Verhalten der Schilfsgcwlkehaltcn und der Regierungen einwirken kann. Wenn ich selbst später über ״Die Probleme der zurückgewiesenen Emigranten und De po r* tierten" zu sprechen batte, so war der Name dieses mir gegebenen Themas ausschließlich durch die zentrale Stellung der Amerikawanderung zu erklären. Es handelte sich in Wahr* lieh um die Fürsorge für alle in die westeuropäischen Länder aus dem Osten einwnndcrmlcn Frauen und Kinder, denen allerdings häufig Amerika als das letzte Ziel ihrer Wanderung vorschwebt Mir lag — aus den Erfahrungen des Arbeiter- Fürsorgeamtcs heraus — wesentlich daran, zu betonen, daß die ansässigen Juden jedes Landes verpflichtet sind, sicli politisch für die Einwanderer cinzmctzen, ihre kulturelle Eigenart zu schützen und ihnen durch erste Beherbergung und Verpflegung, vor allem aber durdi Prodiiktivierung ihrer Krältc die Möglichkeit zur Selbstcrhaltung und Einbürgerung zu geben. Das Palästina-Referat rat Frau Moschcnsohn (Paläslina) ist in seiner Art und der Wirkung, die es ausübte, durch seinen Einlcilungs• und Schlußsatz charakterisiert, die ungefähr so lauteten: ״Ich traf auf der Straße von Tcl-Awiw׳ eine Freundin; sie stürmte mir entgegen und rief: ״Gott sei Dank, ich bin keine Zionist in mehr, ich bin eine Palästinenserin“ und ״meine Freundin führte mich in ihr neuerbautes Haus, in dem ihr Kind im Beitchcn lag. Ihr Mann war noch draußen auf dem Felde tätig: ״Komm herein", sagle sic, ״liier bist Du zulnusc“. 111 der Ausführung sprach sic von ehr Schwierigkeit der Einwanderung der beginnenden Arbeit, dem Entstellen von Kolonien und vor allem auch von der Zähigkeit, dem Glaubet! und der aufopfernden Arbeit der Klcinbiirgcrin, die mit derselben Liebe nach Palästina kommt und von der man soviel weniger weiß ais von der Chaluzah. Die kurzen Referate, die unter der Ucbersdirift ״Erfahrimgen der Emigranten1‘ zusnmmcngcfaßt waren, gaben einzelne für die Arbeit wichtige Daten. Besonders interessant war das Referat der Frau Fischmann aus Riga, die von der starken neu ein setzenden russischen Aus wanderung sprach — obgleich Berichte aus Danzig und Konstantinopel über eine erhebliche Rückwanderung nach So W j e t r u ß 1 a n d es fraglich erscheinen ließen, ob man die Beobachtungen in Riga als Grundlage der Beurteilung der russischen Situation nehmen kann. 111 Riga selbst findet jedenfalls seit einiger Zeit eine erhebliche Konzentration von Auswanderinnen statt und die schwierigen Verhältnisse, die sich hier ergaben, veranlaßfcn den Council, dort eine Fürsorge-Zentrale zu schaffen. Die Begründerin war Mrs. Sachs-Barr (Ver. Staaten), die vorbereitende Sekretärin des Kongresses, die durch ihr« Arbeit auf Ehs-Island wesentlich auf das Problem des Auswandcrungslandcs hingeknkt worden war. Sie gab als eins der letzten Referate eine Schilderung der Rigaer Fürsorge- Zentrale, deren Wesen cs ist, daß die Frauen und Kinder -während der Wartezeit nicht nur gut untergebracht und verpflegt, sondern beschäftigt und für das künftig« Leben in Amerika vorbereitet werden. Der letzte Tag des Kongresses war mit der Besprechung von Resolutionen und Danksagungen an die wesentlich an dein Zustandekommen des Kongresses beteiligten Frauen, be- ®onders an Mrs. Kohut und Mrs. Harri es (Ver. Staaten), «!״gefüllt. — Die die Arbeit betreffenden Resolutionen bezogen *ich auf die Gemeindearbcit der Frauen, die Ausbildung von Sozialarbeiterinncn, den Mutter- und Kinderschutz, die Bekämpfung des Mädchenhandels, Regelung der Wanderung«• fürsorge, die Bekämpfung der Kinder- und Beschränkung der Jugcndiichcn-Arbcit, die Förderung der Ucbersiedlung lind Ausbildung des Chaluzim. Die Palästina- und Friedensresolutionen waren aus dem Rahmen der Arbeitsresolutionen herausgehoben. Sie wurden zuerst und ohne Diskussionen ׳Angenommen, ,Wenn man nun versucht, über die Einzelheiten des Kongrosses hinauszusehen und nach seinen wesentlichen Resu!• taten zu fragen, so erscheint als erstes folgendes: Trotz aller zwischen den Einzelnen bestehenden Spannungen hat der Kongreß in den an ihm teilnehmenden Menschen ein unbedingtes ... l""fffUiüffJ!■!!»"*W"E ".... 1""—■וי*זו " י■"■■■'»"B die Infektion mit Rationalismus und durch den anderthalb ( Jahrhunderte alten ״Stellungskrieg" aber lebensfern geworden ist. Bemerkungen über das Kriegserlebnis und die ״Diktatur der Jugend" leiten von dem Abschnitte über Buher zu dem über die Orthodoxie über. —• Wie ist die lebensierne jüdische Welt wieder dem Quell des Lebens zu nähern? Dadurch, daß wir damit beginnen, das jüdische Voile wieder als ganzes, nicht ‘durch die Brille einer Partei, zu sehen und seine Sprachen — wir Westjuden das alte Hebräisch, das freuden- und tränen׳ getränkte, nicht die Pariiersprsehe Neuhebräiseh — zu erleben. Dann müssen wir durch die zweite Pforte in das Reich der Gläubigkeit, die nichts ist ״als die funktionelle Bewegung der Seele zum Absoluten hin, ihr Zu- und Einstrom tu Gott"; die ״unmittelbarste Gläubigkeit ist das Gebet, das in Sprache gewandelte Suchen der Seele nach Gott". Hinter der letzten Pforte wird uns gekündet vom lebensvollen Tuii der jüdischen Form. — Hier, am entscheidenden Punkt des Buches, hört der Verfasser ein vielstimmiges, überzeugtes, inbrünstiges ״Ich kann nicht! 1" Und doch steht nur durch die Wiedererweckung von Sprache, Gläubigkeit, Gehet und Form, durch ״den Zauherrahmen der Einverleibung" ins Schicksal das Judentum wesentlich wieder auf. Dem bewußten, religiös strebenden Juden stellt sich stets neu die Frage nach Religion und jüdischen Formen. An dem Tage, an dein Gott der einzige Herr in uns ist, ist jede Tat, die wir tun, wesenhaft. Der Mensch, der ohne eine besonders geweihte Form den Zustand der Geborgenheit In seinem Gott erreichen will, müht sich, jeden Gedanken klar und unabgelenkt zu denken, jedes Tun gesammelten Willens Und voll Liehe zu vollenden. Gefahr ist, daß er ln dem Augenblick, da ihm Gläubigkeit und Konzentration — mit einem Wort: die Kavvanah — schwinden, er zum1 Träumer, Schwätzer und Handlanger wird. Geheiligte Formen sollten solch1 hohlklingenden Tonscherben zeigen, wie Tun sinnvoll geübt werde. Solchen Formen gegenüber besteht dann die Gefahr, daß man die heiligen Handlungen — ursprünglich Mittel —י zu Zwecken macht. (Perversion nennt Emil Cohn golches.) Der ersten Gefahr sind viele unterlegen, die müde wurden, Hubers Lehren im nüchternen Alltag zu verwirk- HapoSl-öaaalr / Berliner Oroanlaetlen fMiMIlMilltlllMlllillllOlMIIMMIIIIMIM■ IHtMtlHltMMMMIMSSM• HMltHtiiMtfttSMtMtlHHIII ^*■״׳, «י ' 1״. . “ י ־f ץ׳*-, ׳; , \ «ii y {*0t 'd 1• Mü*iL''4lii Ü ^wn /•ייי) 1־1 ץ־־־ r*-v f1-׳hf *ך״־י f '4m• U wj k 44 m y y ii i im Guttmannsaal, DUlowstrafia 104 am Sonntag, den 27. Mai, 8 Uhr abends. Thema: :Jüdische Intelligenz und Arbeitszionismus Redner: Br. A.KatzneUohn, U. Friedland, I. Skwirskf, Dr.Oh.Arlosoroff Gefühl d ct Zusammengehörigkeit und der Einheit jeder jüdischen Arbeit erzeugt. Zweitens: Die heute von den jüdischen Frauen geleistete Arbeit hat aufgciiöri. eine Sache gelcfjciitlidicr Wohltätigkeit zu sein. Sic wird als Pflicht an «Icr jüdischen Gemeinschaft empfunden. Man hat das Verantwortungsvolle der sozialen Hilfsarbeit erkannt. Und — indem man die Mitarbeit jeder Frau fordert — übergibt mau die wesentlichen Hilfsaktionen nur besonders befähigten und bc* sonders geschulten Menschen. Was für n rak ti sch c Resultate der Kongreß haben wird, ist im Augenblick schwer zu übersehen; cs ist aber zu hoffen, daß durch die Konstituierung des int ernationalen jüdischen Frauenrats die Möglichkeit einer dauernden internationalen Aussprache geschaffen vvird. Eine Schwierigkeit liegt hier darin, aaß der Rat von jedem Land nur durch eine Vertreterin beschickt werden kann, während in jedem der in Frage konunenden Länder י die verschiedensten Richtungen gegeneinander stehen. Dv Fest- Stellung, daß die jeweilige Vertreterin verpflichtet ist, sich lautem! mit den übrigen Organisationen ihres Landes auscinanderzusclzcn, ist hier eine nur zweifelhafte Hilfe. —׳ Neben den: internationalen Fraitcnrat wurde die Begründung einer Zentralstelle für die Wanderung, und die Begründung einer Zentralstelle für Kinder- und Mutterschutz beschlossen. Diese können bei guter Arbeit bedeutungsvoll werden. Trotzdem scheint im Moment das Einhcitsgcfiilil, das der Kongreß schuf, wesentlicher als die einzelnen praktischen Maßnahmen, Neue Ausschreitungen In W'arschan Warschau. (J. C. B.) Die Ucbcrfällc auf jüdische Passanten in den Warschauer Straßen haben aufs neue eingesetzt. An einem der letzten Abende liberfiel ein Trupp von zehn Mann in der Nähe des Sächsischen Garten» die jüdischen Passanten und schlug auf dieselben mit Knüppeln ein. Einige Juden erhielten blutende Kopfwunden. Da sich die jüdischen Passanten zur Wehr setzten, kam cs zu unbcschrciblichcii Tumulten. In jüdischen Lokalen wurden die Scheiben ausgeschlagcn, wodurch ein Schaden von mehreren Millionen Mark entstand. Nach einer Stunde erneuerten sich die Exzesse. Unter den Rufen ״Tod den Juden“ veranstalteten die Exzcdcnten eine wilde Hetze auf die jüdischen Passanten in dem genannten Stadtteil, die bi» weit über Mitternacht angedauert hat. Zwei Juden, Jona Ziegclmann und Wchvcl Roscnfcld, erhielten schwere Verletzungen, Das Ende war, daß die Polizei auf der Bildflächc erschien und mehrere Juden verhaftete. Die Wahlen in den loäzcr Stadtrat Lodz. (J.C.B.) Das Resultat der Wahlen in den Lodzer Stadtrat ist folgendes: Rcchlsbund 24 Mandate; sozialistische Partei 0; Deutsche 6; Zionisten 4; jüdische Orthodoxe 4; Bundisten 3; Folkistcn 2; unparteiische Juden 2; linke Poale Zionisten 1; Mieter 1 Mandat Konferenz jüdischer Gemeinden Polens. In Warschau findet gegenwärtig im Lokal der jüdischen Gemeinde eine Konferenz von Delegierten der jüdischen Gemeinden ganz Polens statt. Hauptprogrammpunkt der Konferenz ist die Schaffung einer neuen Wahlordnung in den Gemeinden. Es stehen aber aüch andere Gemeindefragen auf dem Programm. Die Beratungen sind geheim. Der Oberrat der ״Agtidas Jisroel“ in Polen hat den Vertretern der Agtidah im jüdischen Parlament,klub das Vertrauen ausgedrückt und ihre Politik gutgeheißen. Dadurch ist den orthodoxen Deputierten die Möglichkeit gegeben, im Parlamcntsklub weiter zu verbleiben. 111 der gleichen Sitzung hat die Exekutive der Agtidah beschlossen, die Arbeit für Palästina zu verstärken. liehen, der zweiten viele Orthodoxe. Man weiß nicht, welchen Abfall man für den tieferen halten soll, vom jüdischen Standpunkt aus ist es zweifellos der erste. So geht denn auch Cohn mit Buber viel schärfer ins Zeug als mit der Orili loxie. Anerkennt er doch auch deren Formen, Gebet und Sprache und will sic nur mit neuer Gläubigkeit erfüllen. Sprache, Gebet und Formen werden nach seiner Ansicht den ״tragischen Widerspruch“ der Religion aufheben, wenn sie mit Gläubigkeit erfüllt werden, d. 11. mit der ,,Seelenhaltung schlechthin, die den Menschen zum Unendlichen in fruchtbare Beziehung setzt und ihn zum religiösen Wesen stempelt“. Da sieht er aber mit Recht den Ausdruck des ״Ich kann nicht" in tausend gequälten Gesichtern. Der kann nicht im Hebräischen sich ausdrückcn und nicht sich wiederfinden, dem bedeuten unsere Gebete keine Mittel zur Samm• lung mehr, für den Dritten sind unsere Formen nicht mehr der durch ein Chaos gebaute Heils weg. All diesen Zweiflern ruft er, wie vor ein paar Jahren Nathan Birnbaum, zu: Nehmt diese jüdische Form, die Jahrhunderte in großem Format geprägt hat, auf euch! Probiert es mit Ernst, ihr, die ihr so viel probiert 1 Lernt auch durch sic spüren, was jüdisches Volk ist. — So schön Cohns Anschauung vom jüdischen Volk ist, fürchte ich doch, daß sie leicht das Streben nach der Gottesherrschaft eindämmen möchte, und so sich ein der Orthodoxie paralleler Vorgang ergäbe. Das Problem des Buches Ist klar gestellt: Der tragische Widerspruch zwischen ״reinem" Geist und zeugendem Leben in der Religion. Die Lösung, die dem Widerspruch gegeben wird, ist nicht Gegenstand kritischer Auseinandersetzung, sondern eines innerlichen Nachtasiens und energischen Nach- Icbcns. — Der Aufbau des Ganzen ist durchsichtig, wenn auch nirgends mit überraschenden oder gar erleuchtenden Ausblicken, Trotzdem glaube ich, daß es manchen Juden durch seine gute Sprache, sein ernste» Erfassen der meisten gegenvvärtigcn jüdischen Fragen, sowie durch die einheitliche Ansehauung seines Verfassers Besinnung und Klärung bringen wird. Ob ״der jüdische Otlst" dem Verfass« wirklich die Feder geführt hat, können wir erst entscheiden, wenn uns :551 15 Die Bildung der Jewish Agency In Fortführung der Kongreßdiskusr-ion .veröffentlicht du offizielle Organ des amerikanischen Zionismus ״The Palestine“ einen Aufsatz: ״Demokratie im Zi0n 1 *. mus", der vielleicht da nun erhöhtes Interesse verdient, wa! die Amerikaner gegenvvärüg an der Ausarbeitung eines kog, kreten Kongrcßprogramines arbeiten, das wahrscheinlich eij, ähnliche Tendenz haben wird. Der Artikel entwickelt Unmöglichkeit, heute alle Kräfte des jüdischen Volkes, di« am Aufbau Palästinas interessiert seien, in die Zionistische Organisation hincinziizächcn, so daß es nur den Weg <j(f Jewish Agency gäbe. Und nunmehr geht das Organ <!w amerikanischen Zionisten zur Behandlung der Frage über welche Beschlüsse der kommende 13. Zionis'.enkongrcft fatjej kann, um die Bildung der Jewish Agency in die Wege sj leiten. Der betreffende Passt« lautet (Sperrungen stammen von uns): : ״Wie soll der Zioni-stcnkongrcß Vorgehen? Es ist nicht möglich, daß der Zionistenkongreß, der für zwei Wodien in Karlsbad Zusammentritt, imstande ist, zu entscheiden, bei Abwesenheit der Vertreter der anderen an Palästina int«, essierten Gruppen, wie diese in die Jewish Agency auf. genommen werden könnten, unter welchen Maßnahmen und Bedingungen, mit welchen Rechten und Privilegien. Dan! sind Unterhandlungen notwendig. Die Wünsche derjenigen die cingcladen werden müssen, sind zu berücksichtigen. Alle: Wahrscheinlichkeit nach werden die Gruppen, die geogri. phisch über ganz Europa, die Vereinigten Staaten und Kanadi verstreut sind, Bedingungen zu stellen haben. Diese Be• diiigungcn werden zu diskutieren sein, und eine Vcrstlndigimgsbasis ist daun zu finden. Ein Parlament, das auf zwei Wochen Zusammentritt, ohne daß ihm der Bericht einer Kommission voilicgt, die den Auftrag gehabt hatte, die Fragen gemeinsam mit den interessierten Gruppen zu prüfen, kann weder definitiv, noch in allgemeinen Grundzügen festsetzen,was geschehen soll. Aus diesem Grunde wird vor. geschlagen, daß die Angelegenheit der Exekutive übergeben werden soll, und daß die Exekutive weite Vollmachten erhält. Die Jewish Agency mul durch die Exekutive geschaffen werden. Die bestmöglich• sten Bedingungen müssen geprüft werden, jede berechtigte Forcierung muß berücksichtigt werden. Die Jewish Agency, in dieser Weise durch die Exekutive ge. bildet, würde eine Periode von zwei Jahren hindurch funktionieren, bis der nächste Zionistenkongreß *tattfindef, wo die ganze Angelegenheit einer nochmaligen Prüfung unterliegt und eine endgültige Form für die Bildung ein« Jewish Agency geschaffen werden würde.“ Im weiteren Verlauf de» Artikels versucht das Blatt aus• elnandcrzusetzcn, daß dieser Modus, durch den also de: Kongreß der zu wählenden Exekutive die Bildung der Jewish Agency überträgt, den Prinzipien der Demokratie nicht zuwiderläuft. Die Aufgabe demokrat scher Körper• schaffen liege darin, daß sic die verantwortlidicn Organ« elnsefzcat und jederzeit die Möglichkeit hätten, diese Körperschaften abzuberufen, wenn sie ihr Vertrauen verloren hätten. Dieses Haupt recht jeder demokratischen Verfassung bleibe ja unberührt. Das offizielle Organ der American Zionist Federatirm ״Do* Jüdische Volk“ bespricht in seinem Leitartikel die Reformbcdürfügkeit der Geschäftsführung der Kongresse, Das Blatt betont, daß es keine Verletzung der Demokratie ist, wenn der Kongreß sich darauf beschränkt, die Hauptliniai der Politik festrusetzen, und alle Einzelheiten an von ihm gewählte Kommissionen übergibt. Will man in der kurzen Tagungsdauer von 10 Tagen mehr erreichen, um dem Ideal der parlamentarischen Demokratie zu genügen, so entsteht nachher jener Katzenjammer, der schon eine regelmäßige Begleitersdicinung unserer Tagungen geworden ist. Der Kongreß muß seinen allen Glanz, vvicderherstellcn und von befeuernder Wirkung auf die zionistische Welt sein. Ins weiteren Verlauf bespricht das Blatt die von mehreren Seiten gefürchtete Gefahr der Phitokratie. Er betont, daß die Demokratie auch die Reichen nicht ausschlicßt und wir in unseren Methoden gerade im Interesse der Demokratie sehr vorifchtig sein müssen. Denn wir können uns nicht blind an demokratische Tor priü! ־ lirf* , »ins ,jlif 0ו: ז wsi י kra* sic die , . nrm, jpi'i!' Aff. der/ nist, . Auf! M", trft wei M-v ־ Je" in 1 de! 1 w i w«1: : Bo•־• Ar kan Jew daß Rai: T re , den״ dür1, Gel': Pal litil Jcv ein♦.-: die;., 0.1 Ag Vit ' Ka Die Ge 1 gur: Pot so <*rk 1 Po abtl Palw/׳. jnö - r,y•' der wei! stc kr., ' Kr.) ■ nie, 1 D Bo/ pol'/ we ab. R: be,1 m! Z.־ti de da ä; ״ t Vo sp ‘י Le Ju, ki, fo, f , Di ן V0 «k v< au1 vir »,i Z S.l : sc-'• 11 : Zf R Z n; Ski 3. '־־8 >» 8( d * n k k w k K e das versprochene zweite Buch deutliche Umrisse eines Neu* Laues scheu läßt. Beim Lesen mancher gchcimlucrisdicn Stelle des vorliegenden Bandes hatte ich das Gefühl, daß damit dem ״jüdischen Geist" hart ins Gesicht geschlagen werde. Auch mußte ich wiederholt den Schwur auf der letzten Seite des Buches aufsclilagen, um mein Bedenken zu beschwichtigen, der Verfasser habe vielleicht aus lauter Lust am Formulieren hic und da mit den Worten bloß gezielt. Manches wäre ausführlich zu erörtern: ob der Rationais• mus — wie Colin meint — denk- und naturnotwendig zum Materialismus führen müsse, ob eine volle Erkenntnis der Modernen — im Gegensatz zu Cohn ~ nicht doch weitet als auf dem Rationalismus, nämlich auf die Renaissance zurück• zugehen habe, ob Buber tatsächlich mit dem motorischen den zerrissenen Menschen meine usw, — Ueber de» Verfassers Charakteristik der Persönlichkeit Bubcrs und der der Partei־ Sekretäre kann idj nichts sagen. , , Graphik von tazar Scgall Die Galerie Fischer (Frankfurt a. M.) zeigte Im April Graphik von Lazar Segall. Weltverloren ruhen seine Ge* schöpfe in diesem Getriebe des Lebens, seine Kompositionen fast ״gemauert", Gestalten, die sich suchen und nimmer finden werden. Sein Lebcnsgciilhl: die grenzenlose Einsam• keit des Mensehenherzens. Dazwischen tauchen einzelne Blätter auf, mehr zu einer Objektivität neigend und »ich ihr öffnend. Jetzt kommen Dinge zustande, die in tiner fast märchenhaften Art altes deuten und verwandeln, und doch ahnen lassen, daß diese Innerlichkeit nicht ewig nur um sich kreisen kann. Vielmehr finden sich schon jetzt deut• liehe Zeichen für dies Wachsen am Wirklichen, heilsames Reifen am Objekt. Vielleicht wird es selbst dieser Phantasie einmal beschieden, das Höchste, weil Allmenschliche, unser aller Dasein nämlich, die Welt (und nicht nur ein immer neuverkleidetes Ich und einzeln•» Sclücksal) verklärend «l gestalte«. , , De, Hccmann Wey! {Frankfurt 1■ M•)•

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