Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 40 (18.5.1923)
- Date
- 1923-05-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 238 JUEDISCHE RUNDSCHAU der Konsequenz 'diktiert ist, erscheint kurzsichtig. Beide 1 Parteien würden unter einer solchen Konstruktion leiden Und Konflikte, wären unausbleiblich. Die Macht der Jewish Agency ist im Artikel 4 des Palästinamaiukits begründet, und wenn sic eine Körperschaft ernster Männer »ein soll, so wird sie schon aus Verantwortungsgefühl Von ihren Befugnissen Gebrauch machen. Zweifellos wird doch die politische Vertretung in Palästina von der Jewish Agency ernannt werden, und nur sic kann und soll mit der Landesregierung vci handeln. Sic verhandelt aber fast ausschließlich über Angelegenheiten wirtschaftlicher Natur, so über die Regelung der Immigration, die Gc- Währung von Konzessionen,, und auch über kulturelle Angelegenheiten, die den meisten Zionisten besonders am Herzen liegen, wie etwa über die Förderung des jüdischen Schulwesens. Alle Bemühungen auf politischem Gebiet sind dahin gerichtet, den wirtschaftlichen und kulturellen Aufbau Palästinas zu fördern. Eine Trennung zwischen Politik einerseits, Wirtschaft und Kultur anderer« seits ist daher in Palästina praktisch undurchführbar. Ja, cs wäre ein Unglück für die jüdische Sache, wenn neben der Vertretung der Jewish Agency, die alle poli* tischen Befugnisse hat, eine von ihr ganz unabhängige zionistische Vertretung sähe, die über die Mittel verfügt und die wirtschaftliche Arbeit leitet Auch für die Aufbringung der Mittel muß die neue Jewish Agency sich kräftig einsetzen. Verspricht man sich doch gcra’de von den neuen Namen eine Wirkung auf das jüdische Volk, will man doch gerade, daß diese neuen Namen sich auch dem Keren Hajessod zur Verfügung stellen. Das kann dann nicht anders geschehen, als in der Form, daß neben den zionistischen auch nichtzionistische Mitglicder der Jewish Agency in das Keren Hajessod- Direktorium eintrclen und auf die Sammlung und Verwaltung der Gelder mindestens formell den gleichen Einfluß ausüben. Man kann den Mitgliedern der Jewish Agency nicht die politische Verantwortung und die Verband- Jungen mit der Regierung aufbürden, wenn man ihnen nicht zugleich die materiellen Machtmittel in Form der Keren Hajessod-Gelder und den eigentlichen Kolonisationsapparat zur Verfügung stellt. Man darf sich nicht durch Angst vor den Folgen der eingelcitetcn Politik in Illusionen wiegen und darf den neuen Männern der Agency nicht einen Verzicht zumuten, der die Erfüllung ihrer Aufgabe geradezu unmöglich machen würde. Aber auch die Zionistische Organisation und der trotz seines neutralen Statuts tatsächlich noch in ihren Händen bcfindliclie Keren Hajessod würden unter einer solchen Halbheit leiden. Wenn wirklich Macht und Einfluß der im Mandat anerkannten Agency auf die neue Körperschaft übergeht, so würde cs die Zionistische Organisation natiirlieh viel schwerer als bisher haben, für sich selbst Anbänger zu werben und für ihre Fonds Mittel zu gewinnen. Sic müßte bei solcher Teilung der Funktionen ähre Werbekraft großenteils verlieren und würde weniger Geld als heute für den Keren Hajessod aufbringen. Die Bildung der neuen Agency hat nur dann einen Sinn, wenn die bisherigen Finanzinstrumente der Zionistischen Organisation zu Instrumenten der Agency werden. Es kann sein, daß der Nationalfonds, der ja einen ganz speziehen Zweck erfüllt, wenigstens vorläufig als zionistischer Fonds bestehen bleibt Aber ebenso wie der Keren Hajessod werden auch unsere Banken sehr bald der Kontrolle der zionistischen Instanzen entgleiten. Es wird das natürliche und vernünftige Bestreben unserer Banken Sein, die neuen Namen der Jewish Agency auch für ihre Direktorien und Verwaltungskörpcrschaften zu gewinnen. Die ganze Macht, die moralische, politische, finanzielle Macht der Zionistischen Organisation muß auf die neue Agency übergehen.!!! : 1;!!1 f Damit ist die Schicksalsfrage des Zionismus! gestellt. Die Antwort auf diese Frage kann nur sein: die Reorganisation des Zionismus, die kraftvolle Durdifülirung eines Programms der. Konsolidicmng Und Ausdehnung der Organisation, die Heranziehung aller errcfchbarcn Kräfte in die Organisation!-י oder aber die!Aufgabe ihrer Machtmittel, die Abtretung ilirer Zukunfts- Möglichkeiten an eine neue Körperschaft, an die gemischte •Jewish Agency. Fällt die Entscheidung zugunsten dieses letzteren Planes, so sollte wenigstens dafür gesorgt Werden, daß die Gefahren vermieden oder zuin mindesten gemildert werden, die nach unserer Auffassung mit diesem großen Experiment verbunden sind. Das kann, wenigstens bis zu einem gewissen Grade, geschehen, wenn die jewish Agency kein Zufallsgcbildc, sondern eine organisch aufgebaiitc Repräsentanz der Judcnhcit wird, die zwar nicht einem demokratisch gewählten Kongreß!unterworfen wäre, aber doch immerhin von der jüdischen }öffentlichen Meinung kontrolliert werden kann. Wirkliche Repräsentanten des Judentums aus allen Ländern, gewählte oder ernannte Repräsentanten müssen in ihr sitzen Und sie muß sich Organe schaffen, durch die sie überall auf die Judcnhcit einwirken, aber auch dieser Judcnhcit Rechenschaft zu geben vermag. Unvereinbar aber mit!unserem Empfinden und mit unserer -Erkenntnis ist der Plan der Bildung einer Agency, die auf dem Wege Unverantwortlichen Notabelntuins sich selbst erzeugt und nur sich selbst verantwortlich ist, einer Agency, die ihre Sitze gegen ein paar wohlklingende Namen oder gegen ein paar hunderttausend Dollar verkauft, einer Agency, die weder das Judentum vertreten, noch es beeinflussen würde, einer Agency׳, die weder Fonds besitzt noch aufbriiigcn könnte, einer Agency ohne Hinterland, einer Jca ohne Geld, Dies AcuCcrxlc kann und soll vermieden werden. Dann mag der Zionistenkongreß darüber entscheiden, Ub er das ungeheure Wagnis unternehmen ,will, der Gründung einer neuen Jewish Agency aus Zionisten und Nichtz.lonisten zuzustimmen. Die Gefalircn sind groß, die Vorteile ungewiß, das Ende der Zionistischen Welt- Organisation dann nur eine Frage der Zeit. Nicht aus Angst und Schwäciic sollte ein so schwerwiegender Ent- Schluß geboren werden. Mutig und im vollen Bewußtsein der außerordentlichen Tragweite muß man ihn fassen — wenn man ihn fassen will. Wer aber klar sicht, die Konsequenzen überschaut und den Mut zu diesem Entschluß aufbringt, — sollte der nicht auch den Mut finden oder wiederfinden, den verloren gcgangenen Gedanken der Zionistischen Organisation wieder aus dem Staube zu heben? Anläßlich der om 4. Juni in Berlin tagenden Sitzung des Aciions-Comit£$ findet eine jt «jMiliikiiiüS statt. Redner: Nohum Sokolow, Präsident der Zionist. Exekutive, London Oberrabbiner Dr. Chajes, Wien Abg. Grünbaum, Warschau Dr. Solowefiscbik, London. Ort und Zeit der Versammlung werden noch genauer bekannt gegeben. .r־(! .«.»־ן 41: Der Selbstschutz der jüdischen Kolonien vor dem Untertans Louiton. (J. C. B.) Im Unterhaus befragte der konscrvntive Abgeordnete für Darwen, Sir F, B, Sandcrson1, das Kokmialiniiiislcriun» darüber, ob cs ilun bekannt sci^ daß die Juden in Palästina unter dein Verwandte des Selbstscliutzcs 1200 Gewehre sowie Munition erhallen hätten und daß diese Waffen unter jenen jüdischen Kolonisten verteilt sein sollen, die der jüdischen Arbeiterpartei unter der Führung des Ben Zwi angeboren; ferner, daß in Palästina eine geheime jüdische Macht unter dem Namen ״H a g a n a“ existiert, die 1111 vorigen Jaltrc gebildet wurde und 3000 bis 4000 Mann stark ist; daß diese Organisation Waffen ins Land cinschmuggclt; daß Polizeioffiziere des öfteren jüdische Kolonien besuchen, um jungen Kolonisten die nötige Waffen« Ausbildung zu erteilen? Der Abgeordnete fragte weiter, ob der Untcrstaatssekretär der Kolonien in Anbetracht der Gefahr, die aus der Ansammlung größerer Mengen Waffen und Munition in den Händen der Kommunisten unter der Führung von Ben Zwi (!! — Red. d. ״). R.") für ganz Palästina besteht, die Absicht habe, künftighin ehe Lieferungen von Waffen und Munition an ehe Juden zu verbieten und ob er eine Untersuchung über die geheimen Waffendepots ci«- leiten und nötigenfalls die Konfiszierung derselben anordnen wolle. Der Unterstaatssekretär der Kolonien, örmsby Oore, erwiderte darauf: ״Wie der Staatssekretär am 21. Februar 1922 dem Hause mittciltc, sind 900 Oewehrc für die jüdischen Kolonisten Palästinas zum Selbstschütze gegen unerwartete und von ihnen nicht provozierte Angriffe in den Kolonien verteilt worden. Diese Waffen sind in Depots untergebracht, die nur auf spezielle Anordnung der englischen Behörden geöffnet werden dürfen. Mir ist von weiteren Lieferungen nichts bekannt. Die Behauptung, daß der jüdischen Arbeiterpartei, oder den jüdischen Kolonisten, die diese Partei unterstützen, eine besondere Behandlung zuteil wird, ist vollständig unbegründet. Ebenso unbegründet sind die Gerüchte, daß große Mengen Waffen und Munition in den Händen der Kommunisten, die eine unbedeutende Minderheit der jüdischen Arbcitcrschaft .׳iiisniachen, konzentriert werfe!. Die Palästina- Regierung trifft also Maßregeln, um das Einsdrmuggcbi von Waffen zu verhindern, De Angelegenheit geheimer Verbindungen und des Wjiffenschmuggcls wird von der Regierung Palästinas mit der größten Sorgfalt behandelt״ <t-' .1:1 -;-! ' •־ I Bas Budget der Hadassah gesichert Jerusalem. (J.C.B.) Nach den letzten Nachrichten ist der Hadassah ein Budget von 4.700 Pfund monatlich zur Erhaltung der Spitäler zugesichert worden. Zu dem Budget steuern bei: Joint 1500 Pfund, die Frauenorganisation Hadassah in Amerika 1700 Pfund monatlich, die zionistische Föderation Amerikas (aus den Geldern des Keren Hajessod) 1500 Pfund. Die hygienische Arbeit in den Schulen, ferner die Kranken- Unterstützungen usw. geschehen auf Rechnung der Z ionistischen Organisation, Die Einwanderung 11a April Jerusalem. (J.C. B.) Während des Monats April sind Öö9 Eiuw anderer, in Palästina, eingetroffen. 1 > —--— J Die Gewerkschafts-Internationale tmd die ״MistatJrnlfa Haowditn44 Jerusalem. (J.C.ft.) Die Exekutive der palästlncnsisehen Arbeiterorganisation erhielt ein m warmen Worten abgefaßtes Schreiben vom Büro der Amsterdamer Oewerkschafts-Internationale, in welchem über dan Beschluß der palästinensischen Organisationen, sich der intcrnationalen Ocwerksduftsorganisation anzusdtließen, die Freude ausgedrückt und initgeteilt wird, daß der Vorschlag in der nächsten Sitzung des administrativen Komitees zur Verbandlung kommen und ohne Zweifel einstimmig angenommen werden wird. Der Brief schließt: ״Wir hoffen, daß die zwischen uns entstandenen Beziehungen die Entwicklung der jungen Arbeiterbewegung in Ercz-Jisrocl fördern werden,“ (Das Wort ״Era-JiaKxsl“ steht kt Brief in hebräischer sjyachß.) ' '• י‘■'‘ •־'׳''־ 1—■.^■ v Nr. fo Eine Aufgabe für Zionisten und NicMzionlsten \: Von Ludwig Tockus, Hamburg. | Wenn man als bewußtes Abwchrmittel g e ״ >’ den Antisemitismus oder als Nationaljude den (K, ' danken des Aufbauwerkes in Palästina fordern will, so vüq! man sich mit der Berufsumschichtung der jq. I dischen Jugend im Werden oder Osten in den Hand. I werker- und Arbciierstand beschäftigen. Hier kann man d;s | Ucbcrzcugiing gewinnen, daß man eine auch von jedem » andersgläubigen Gegner und auch poli.lsch andersdenkendem *׳ Juden ,anerkannte Abwehr ergreift und andererseits kann * man das starke Gefühl erhalten, daß man für das Wiei«. I; aufbaiiwerk das Beste leistet, was man, ohne persönlich } nach Paläsiina gellen zu können oder in dein valutasJiwachtti Deutschland Gelder zu sammeln, als bewußter Zionist tun kann, I Deutsche Juden in angesehener Position werden bei der J, Ausführung dieses Gedankens auch bei anständig gesir.men 1 Andersgläubigen, welche die Industrie Deutschlands bcherr- I sehen, sehr wohl Verständnis finden, und zwar viel mehr I Verständnis finden, als bei jüdischen Inhabern industrieller f Anlagen, Auf jeden Fall werden sie vielerlei Freude?,-• | leben, wenn sie Jährlich einige junge, kräftige Menschen, I die lieber im freien Lande als fre<c Menschen unbequem I leben, wie als unfreie Menschen ein bequemes Leben führen! wollen, nach Palästina senilen können. Manchmal glückt « auch noch, die Jungcns mit geringen Kosten unter Aus• nutzung der Beziehungen zu Reedereien, die gewisse Kate• gorien Handwerker mit oder ohne Heuer sogar gratis befördern, nach Palästina zu befördern. Hecht viele deutsche Zionisten mögen h'enhirch veran• laßt sein, sich zumindest auch nur eines einzelnen blau• weißen Jungcns oder Mädchens oder eines ostjüdischen Chaluz anmnehmen. In Deutschland steht die industrielle und fachliche Ausbildungsmögliclikclt auf einer besonders gulcn Höhe und Vielseitigkeit. Ein litauischer Chaluz, der schon einige Monate in Litauen Maurer war, erklärte mir etwas übertrieben, aber treffend, daß cs in Palästina keinen Fehl• schlag geben könnte, wenn alle Chaluzim in Deutschland lernen würden. Wenn man sich zu dieser Arbeit entschließt ■und keine Enttäuschung in bezug auf die Auswahl seiner Schützlinge ,erleben will, so wähle man am besten einen organisierten Blamveißen oder einen im Hcchaluz nachweislich organi• gierten jungen Mann oder ein solches junges Mädchen. Man macht mit ihnen einige wenige oder, wenn notwendig, mehrere Besuche bei bekannten oder noch nicht bekannten jüdischen oder andersgläubigen Handwerksmeistern, von denen man weiß, daß sic ihr Fach gründlich verstehen; und kostet cs zehn Besuche, cs gelingt schließlich, eine gute Aus• bilduugsstellc für den Schützling ausfindig zu machen. Es ist schwierig, junge Lehrlinge heutzutage unterzubringen, da diese Stellen, die Kost und Logis gewähren, knapp sind, weil die Meister genügend billigere ortsansässige Lehrlinge erhalten. Leichter ist cs, Volontäre, die auf Bezahlung ver• , zichtcn, ■untemibringcn, weil es sich dann um erwachsene Menschen handelt, die dem Handwerksmeister in kurzer Zeit einen Gehilfen ersetzen, besonders bei der durch die Rasse bedingten raschen geistigen Auffassungsgabe; schwieriger ist cs, Chaluzim unterzubringen, die vom ersten Moment• an ein Mindestmaß zur Lebenshaltung von ihrem Hand• werksmeister als Vergütung beanspruchen müssen. Meisten« glückt cs jedoch, bei achttägiger Unterstützung aus eigener Tasche für eine Probezeit den Meister zu gewinnen und wenn dieser sicht, daß er einen intelligenten, anstelligen, ernst beflissenen_ Lehrling erhält, der ihm in einigen wenigen Monaten einen Oeiiiifcn ersetzt, der auch später noch bis zur Beendigung der im Maurerberuf z. 3. nur etwa ein• jährigen Lehrzeit für einen Mindcstlohn arbeitet, so ist die weitere Anstellung kaum noch in Frage gestellt. In einer Beziehung braucht man keine Sorge zu haben, nämlich in bezug auf die Verträglichkeit dieser Chaluzim mit ihren Arbeitsgenossen. Der(Ostju<Je gilt unter ihnen hier nicht als der Jude, sondern als der Kusse und diese Nation ist augenblicklich unter den Arbeitern aus politischen Oründcn die angesehenste. De Arbeitgeber haben jedoch infolge der nationalen Einstellung dieser jungen Leute in bezug auf Bolschewismus nicht das geringste zu befürchten. Ist dann bei zehn Besuchen nur c i n Erfolg in bezug auf die Ein• Stellung des Chaluz zu verzeichnen, so sind bestimmt zehn weitere Erfolge zu verzeichnen in bezug auf die Aufklärung der besuchten jüdischen und christlichen Handwerksmeister. Bei jedem einzelnen wird man dieser Bestrebung im Juden• tum Achtung verschafft haben und überall auch für dieses Palästinawerk Verständnis finden. Also auch wer dem Central• verein am nächsten steht, kann dem von mir gewiesenen Wege zustimmen. Das weitere findet sich, durch das gute Benehmen des Chaluz dort, wo er Einstellung gefunden hat, von selbst Alle Schwierigkeiten hat man alsdann noch nicht über• wunden. Bei den Blau-Weißen, also deutschen Chaluzim, fällt die Schwierigkeit der Beschaffung der Aufenthaltscrlatibnis fort. Anders ist dies bei dem ostjüdischen Chawer; er muß einen ordnungsmäßigen Paß vorweisen können und wem! da irgendein Manko vorhanden ist, wende man sich an dag zuständige Palästina-Amt, das nicht nur in Berlin, sondern auch in einzelnen größeren Städten Deutschlands existiert, oder an das betreffende zionistische Büro. Ist beides nicht vorhanden, 80 wende man sich natürlich an die Haupt• stelle nach Berlin. Die Berufe, welche für den Wiederaufbau Palästinas notwendig sind, dürften bei eigener Erwägung jedem klar sein. Ich möchte besonders auf die Schwerarbeit im Bau• gewerbe und der Maschinenfabrikation hinweisen, denn die leichten Handwerksberufe, wie Schneider, Schuster usw., sind bei den Juden weniger erst durch uns zu verbreiten, und Landwirte finden drüben viele vorberechtigte Anwärter »11! Ansiediung. — Ein dankbares Feld dürfte auch bei dem Mangel an Frauen unter der Einwohnerschaft Palästinas die Aus• Bildung der Chaluza sein. Me Chaluza ist am besten als ein• fache» Mcnstmädchen auf dein Lande beim kleinen Bauern zu verdingen. Solcher Stellungen gibt es sehr viele, denn Hauspersonal wird gesucht. Hierbei wird normale Verpflegung tmd normale Entlohnung gewährt, lediglich die Schlafstelle ist vor Annahme des Dienstes zu besichtigen. Hierbei wird das Kochen im einfachsten Haushalt, die Arbeit im Gemüse■ garten, im Kuhstall und HiihncrstaU erlernt. Die diesbezii?• liehe Ausbildung von Frühjahr bis Herbst, vom Säen bis zur Ernte ist ausreichend. Wenn diese jungen Mädchen als• dann noch in ein oder zwei kurzen Kursen Schneiderei und Weißnähen, Säuglingspflege oder Geburtshilfe lernen, *0 werden ct sicherlich wertvolle Mitglieder des neuen Jischuw. Die |0<Hsc!ten Icfirer uad das A.-C. Jerusalem. (J.C. B.) Die jüdischen Lehrer in Palästina haben beschlossen, zur nächsten Tagung des Großen Zionistischen Actions-Comitds, welches am 4. Juni stattfinden wird, eine Delegation zu entsenden, die sich für die Durchführung des Schulbudgcts ein• scizcn soll. Die Lehrer befürchten, daß sonst dieser Punkt nicht die gebührende Beachtung finden wird!