Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 40 (18.5.1923)
- Date
- 1923-05-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Kr. 40 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seile 237 ■•ca ■; Ti;; 1c ן; tu \ tli ־ Ile : \ i.ui'i.) ilire;! direkt keilet: rloren v.\:r'oe;nl a*־i.:ichcu,; 1 •')1!n(c? vi :llciciit _ letzten Z1 c: 2 Vev. מ,• über. k. Europa vi' barbeit tra Maße tuen der 1 würden rc 1־. Die Ost und IC, würde!n';e von lu.'c zum trben. :heinliclij im jener f>׳• ,!hl bee:.i Ostens ß die er• üblichen. 'ä ent. wird sic o'kcs Zit nc große »nistische!tern ent• der, verentanten, üe Wahl ■alischcm ts würde :in ב statt-!rcaz der e bereit:; 5 Landes ך תג der rnehmen. 1, könnte ׳fassende t solchen icorganilicht die n_! eines in;e von nF ■a ist, teilen sitzen, die ihr Mandat von der Judcnheit ihres Landes erhalten haben, sei cs auf dem Wege demo- Lralischcr Wahl oder auf dem Wege ■der Ernennung inirch repräsentative Körperschaften. Die so gebildete gemischte Jcwish Agency würde voraussichtlich in London ein größeres Büro unterhalten, dessen Funktionen, soweit die Palästinaarbeit in Betracht kommt, im wesentlichen identisch mit den jetzigen Funktioiicn der Zionistischen Exekutive wären. Die Agency würde die Budgets und Kolonisationsplänc für Palästina ausarbeiten, würde dieselben eventuell dem Rat der Agency zur Genehmigung unterbreiten und den Mitgliedern dieses Rates, die in den verschiedenen Ländern wohnen, regelmäßig Berichte erstatten. Die Agency würde ferner die Verwaltung der jüdischen Kolonisationsarheit in Palästina einrichten, dort eine politische Vertretung ernennen und die nötigen Verhandlungen mit den Regierungen führen. So wäre cs immerhin möglich, die neue Agency derart aufzubauen, daß sie die gesamte judcnheit repräsentiert und die Palästinaarbeit zweckpiflig leitet •— vorausgesetzt freilich, daß die bereits geschilderten Gefahren vermieden werden, die aus inangclndcr Kenntnis oder andersgearteter politischer Ein- Stellung der neuen Männer erwachsen könnten. Gleichzeitig aber müßte das organisatorische Pro Wem gelöst werden, wie diese Jcwish Agency auf die jüdischen Massen cinwirken soll, wie sie den Zusammenhang mit den bisherigen zionistischen Mitarbeitern aller Rinder und Kreise finden lind darüber hinaus auch noch die nichtzionistischen Teile der Judcnheit zur Palästinaarbeit aufrufen und das nötige Geld aufbringen soll. Es ist vielleicht nicht so schwer, ein kleines repräsentatives Komitee zionistischer und nichtzionistisdier Juden in London zusammenzubringen. Schwerer ist cs aber, diesem Komitee die Wirkungsmöglichkeiten über die Gesamtjudcnheit zu verleihen, die der Zionistischen Organisatten und ihrer Leitung bisher eigen war. Die Zionistische Organisation ist ein organisch aufgebautes Gebilde. Von der Stimmung einer großen Zahl von Juden in allen Ländern getragen, entstanden zionistische Komitees, Ortsgruppen, Vereine, die sich zu Landesverbänden oder Parteiverbänden besonderer Richtung Zusammenschlüssen, ilire gewühlten Vertreter zum ZionistenkongTeß entsandten, durch diesen eine Leitung wählten und wiederum von der Leitauig durch ständige Berichterstattung die erforderlichen Anregungen zur dauernden Fortführung der zionistischen Prapagandaarbeit erhielten. Wenn hier und da in den letzten Jahren darüber geklagt werden konnte, daß infolge des Wachsens der Bewegung und der Ueberlastung der Zentralstellen der innerliche Zusammenhang zwischen der Exekutive und den Landesverbänden gelitten habe, so bestand immerhin zwischen den Zionisten der ganzen Welt und ihrer Leitung ein auf langer Tradition beruhender geistiger Zusammenhang, der es immer wieder ermöglichte, ein einheitliches Vorgehen der Zionisten aller Länder zur Verbreitung der zionistischen Ideen, zur Aufbringung der 'Mittel, zur Unterstützung der politischen Aktionen der Leitung herbeizuführen. Die gemischte Jcwish Agency aber, wie sie vorstehend skizziert wurde, kann sich nidit unmittelbar auf einen solchen organisatorischen Apparat und auf ein solch seelisches Bündnis zwischen Leitung und Anhängerschaft der Bewegung stützen. Die Jcwish Agency als eine neue Spitzenorganisation in London verfügt zunächst überhaupt nicht über einen eigenen Propagandaapparat. Sie kann sich bestenfalls an die der Zahl nach sicherlich stark beschränkten Mitglieder ihres Rates wenden, doch wird es ihr nidit leicht sein, den unmittelbaren in ).׳!rung < )rganind etwa Sh Assota würde litdigung ei.! Konreu jüdiic;:eigen Vahl der חס’e rung 11;..1 anßt ־ dann [1 ׳ vieläi.׳e aus :-,•.deren ir, 1 ::schon s wiiruc Agency London je enden Rot der- •jctlerum!tni mul ie Wahl öidichen 111' : vöi־־ fi'hnmg Vi.usche ¬ו ,eher-! : ׳. zf* So'leieh ,r. ,ז י u h u. anW | 11,.hen *11 I L” )סי ■ . X : ‘\‘a j Scliawuotli 1, ln der Bibel ist geboten, vom Tage, da man 1 den Omer des Schwingens darbringc, sieben volle j Wochen zu zählen. Ob das Fest der Wochen, Schawuoth, Zusammenfalle mit dem Fest der : Oerstenerstlinge, war noch zu Esras Zeit strittig.; Ueber Scliawuotli als Thoraöf f e nbaru ngstag i Elends sagt die Schrift gar nichts. Dennoch sind die drei aus tiefem Recht zu einem geworden. ׳ ׳ Ein Midrasch erzählt: Ein Prinz hat sich eine liebe : Md holde Braut ersehen. Um deren Schönheit ihr und; 5ich selbst noch stärker fühlbar zu machen, baut er 2!r ein Haus, wie er es in seinen gesegnetsten Stunden Erschaut hatte. Das ganze Denken des Prinzen ist auf : den Bau gerichtet. Als es nun mit erlesenem Zedcmholz fjeCifdt fertig vor ihm steht und Zauberdüfte seine Räume füllen, überfällt ihn der Gedanke an das, was ilaii fehlt. Der Mann der Arbeit raubt, vermählt sich : d;e Braut. — Die Braut ist der Schabbatli, Schabbath ist; &nte. . : , , 1 1! , < ,; ־ : Die Sephira, die sieben Wochen zwischen Pcßach Bnd Scliawuotli, ist Zeit des Bauens, der Arbeit. Scliaftnth ist Ernte. Pcßach ist Zeit des begeisterten Er.tfefeses, sich frei zu sagen vom Sklavengeist Nach fe» Entschluß kommt dessen Bewährung im' feindlichen kommt die Wüstenwanderung, da man mit Bangen 1!״(l Hoffen zahlt: wie lange noch zum Ziel? Dem opferen Wanderer winkt Lohn, Erfüllung, Ernte, der Horeb. Hier wirst du mündig gesprochen von der Vorfenüscliaft der Erde, findest dich selbst, du Kreatur all fe Mächte, Menschen, Bücher, Tiere, Bäume, Blumen, fe deinen Weg gekreuzt. Hier fallen Schleier in der feiarmherzig und doch gütig schönen Enthüllung: ״Ich 6111 der Ewige, dein Gott". . So Ist Scliawuoth zim Feste der Thor» geworden. 1 fragt man denn: ״Wodurch unterscheidet sich im 1,״׳Ersten dieses Feet der Thor» vom andern, von 5ha- Zusammenhang mit den für Palästina interessierten Juden j der ganzen Well zu finden. Dies muß aber geschehen, wenn die ijcue Agency nicht von vornherein zur Unfruchtbarkeit verurteilt sein soll. Ohne systematische Pro״ paganda, ohne ständige Fühlungnahme mit Tausenden von Juden in allen Ländern kamt das Werk der Gewinnnng der Judcnheit für Palästina und die Aufbringung der Geldmittel nicht gelingen. Man muß sich mm überlegen, ob Und 'wie die neue Jcwish Agency auch diese ihre Aufgabe erfüllen soll. Mau könnte den Gedanken erwägen, ganz radikal zu verfahren und die bisherige Zionistische Organisation durch eine neue Palästina-Weltorganisation mit eigenen Ortsgruppen und Vereinen zu ersetzen, in welche die Zionisten, aber auch alle anderen von der neuen Agency zu beeinflussenden Juden cintretcn würden. Aber dieser Gedanke, so leicht er sich theoretisch missprcchcn läßt, dürfte sich als praktisch unausführbar erweisen. Man kann sich wohl kaum vorstellen, daß die jetzigen zionistischcn Ortsgruppen und Vereine durch ähnliche Gebilde einer solchen neutralen Pnlüstinaorganisalion ersetzt werden könnten. Die Zionisten sind eben doch in ganz anderem Maße an der Palüslinaidcc interessiert als jene Mitläufer, die sich etwa durch die Gründung der Agency zu einem Anschluß an eine Palästinaorganisation bringen lassen würden. Die neuen Palästinavercinc würden wahrschcinlich rasch zerfallen, cs würde sich in ihnen nicht das organische Leben entwickeln können, auf dem mindestens der europäische Zionismus bisher beruhte, und das ihm alle seine Erfolge gebracht hat. Die neue Leihing der gedachten Paläsiinaorganisation könnte allenfalls den Charakter von Komitees nach dem Vorbild der Ortsgruppen des ״Centralvcreins deutscher Staatsbürger jüdischcn Glaubens“ oder der ״Alliance Israölitc“ haben. Um den Palästinagedanken wirklich wachzuhallcn, vor allem auch um die Jugend für Palästina zu erziehen, würde daneben ein gesondertes zionistisches Vereinsleben stets notwendig sein. Dazu kommt, daß die neuen Kreise, die wir in die Agency liincinziehcn wollen, wahrschcinlich dem Gedanken ganz abgeneigt sein würden, neben oder an Stelle der Zionistischen Organisation wiederum eine neue umfassende internationale Organisation mit Vereinen und Ortsgruppen als Grundlage aufzubauen. Die neuen Elemente in der Agency würden selbst wenig Zeit für diese organisatorische Arbeit hergeben. Sic würden es sicherlich vorziehen, der Jcwish Agency den Charakter einer repräsentativen Spitzenorganisation zu belassen, ohne sich allzu weit auf das Oebiet einer Um- Organisierung der gesamten Judcnheit vorzuwagen. Man darf also annchmcn, daß die zionistischen Vereine und Verbände vorläufig weitcrbcstehen würden, daß sic nicht in einer neuen Paläetinaorganisation verschwinden. Andererseits müßten doch besondere Einrichtungen der neuen Jcwish Agency in den verschiedenen Ländern gegründet werden, damit diese ihre Wirkung ausüben kann. Wenn die Vertreter der verschiedenen jüdischen Gruppen und Organisationen von der Oründimgskonfercnz der Agency nach Hause zurückkehren, so finden sie ja in ihren Lindem noch keinerlei organisatorisches Gebilde vor, welches die Werbe- und Sammclarbeit für die neue Agency leisten könnte. Nur die zionistischen Verbände sind überall vorhanden, und diese würden natürlich, so gut es geht, im bisherigen Sinne Weiterarbeiten. Aber der Zw-cck der neuen Agency soll ja sein, eine Wirkung auch auf die nichtzionistischen Kreise auszuüben. Vielleicht müßte in jedem Lande ein Büro der Jcwish Agency errichtet werden, dessen Vorstand aus Zionisten und Nichtzionisten bestellt, und welches die Mitteilungen, chath Thora?“ Hier wird der Vater vielleicht am besten dem Sohn antworten: ״Scliawuoth ist Tag der Thora, Simcbath Thora ist Tag des Limmud.“ Und wenn dein Sohn dich weiter fragen wird: ״Was ist Thora und was ist Limmud?“ so sage ihm: ״Wenn der Mensch ganz gesammelt ist und nichts mehr fürchtet und nichts mehr haßt, dann schenkt sich ihm ein ewiges Licht, das heißt Thora, wie es in Misclile heißt: ״wethora or“. Denkt aber der Mensch nur wenig an seine Zucht, sondern lernt nur und lernt, um viel zu wissen, um gar den ganzen Talmud mit allen Kommentaren in einem Jnlir hinter sich zu kriegen, dann treibt er Limmud. Weil aber so viele Juden vergessen, daß Limmud eine Sache ist. die den Lernenden ebenso Zu knechten sucht —• manchmal eitel, manchmal hochmütig macht — wie den Kaufmann sein Geschäft oder den Offizier sein Säbel oder den Sänger seine Stimme, rufen viele nach Lernen und vergessen die Thora.“ —! . ׳ 1 ץ■ 1 י [ | . Ist Pcßach Zeit der Sehnsucht, so Schawuoth Zeit der Erfüllung. Stürmt in der Mcgiilah des Frühlingsfestes, ln Schir haschirim, die Liebe der Scliulamith jugendlieh uferlos zu ihrem Geliebten, so spürt man aus der nüchternen und doch innigen Liebe des Boas zur Ruth etwas von dem schweren Geruch reifer Gcrstcnfeldcr. —. Schawuoth ist das Fest, da man in den Schutz seines Gottes gehen soll, demütig wie ein Kind in den frischen Maienmorgen.; 1 .■ י H. M. W, i ••י.־-.׳ — Gedichte Zwei sohknk« Bändelten lyrisch« Gerfitiht« Ifcgtan nebeneinander: Gertrud Marx ״Gedichte, Neue Folge“ (Königsberg 1922, Verlag Oraefe und׳ Uazer) und die ״Lob- Fetter des Elijnhu Rappeport“ (1923 im Marcan-Block-Vcriag zu Köln a. Rh.). Zwei Biidter, durd» weltweite Klirft voneinander geschieden. Die Kftaijfsberger Dichterin Gertrud Marx ist der jüdischen OelfenUjchkeit schon durch eine Sammlung w» Jücfi* sehen öüö cliien teltgcat, wsLAe w3a döc Untenddwdun Wehningen und Aufrufe der Agency an alle jüdische« Kreise weiterleitet. Es wäre auch denkbar, daß diese Funktion von den schon bestehenden Keren Hajessod- Büros übernommen wird, die ja in manchen Ländern sdiorr Zionisten und Nichtzionisten zu gemeinsamer Tätig• keit vereinigt haben, vorausgesetzt, daß der Keren 11a• jessod der offizielle Sanunclfonds der neuen Jev. isü Agency wird. Wir halten cs für notwendig, schon im jetzige« Stadrum auch diese organisatorischen Probleme der neuen Agency zu erörtern, damit über diese recht wichtigen Einzelheiten Klarheit herrscht, wenn der ZionistcnkougreQ an seine Arbeit schreitet. Der hier skizzierte Versuch einet Neuordnung muß heute vielleicht trotz, der großen Ge• fahren, die mit ihrn verbunden sind, unternommen wertfea, weil — wir sagen leider — die Zionistische Organisation seit Jahren auf diesen Weg gedrängt worden ist. Wir. haben daran erinnert, wie Branders׳ Pläne der Aus* breitung der Zionistischen Organisation scheiterten, wfe von den leitenden zionistischen Kreisen der Gedanke genährt und proklamiert wurde, neben der Zionistische« Organisation oder um sie herum neue jüdische proi palästinensische Gebilde entstehen zu lassen, die die Aul■! gaben der Zionistischen Organisation übernehmen sollten, Wir erinnerten an die weitgehenden — viel zu weit! gehenden — Hoffnungen, die sich an die Bewegung für einen jüdischen Kongreß in Deutschland, an die Gründung des Economic Board in England, an die Kotv! slituicrung des Keren Hajes sod als eines formeil nicht! zionistischen Fonds knüpften. Aus dieser Auffassung der leitenden Kreise ergab sich ganz naturgemäß ei« Verzicht auf kräftige Agitation für die eigene Organin sation, und es ist jetzt vielleicht schon zu spät, de« einmal Ungeschlagenen Weg zu verlassen und zu deaß ursprünglichen Idee der Zionistischen Organisation ah rückzukehren. Zu lange ist diese Idee vernachlässigt^ ja herabgesetzt worden, zu lange wurde Hilfe von aufto« angcrufcn, wurden vage Hoffnungen auf kräftigen Zu» wachs durch Schaffung nichtzionistisdier Palästina• Institutionen genährt Jetzt, wo die Entscheidung unabi» weisbar geworden scheint, darf man vor den Konso• quenzen einer jahrelang befolgten Politik nicht tu־» schrecken sondern muß sic mit kühler Besonnenheit ins Auge fassen. Wer den ganzen Mut zur Zionistische« Organisation nicht liatte und darum nach jenen Misch• formen suchte, die nun in der neuen Agency ilire« kräftigsten Ausdruck finden sollen, der muß auch bereit sein, zu begreifen, daß die Uebcrtragung der Recht« und Pflichten der Agency an eine neue Körperschaft wahrscheinlich das Ende der Zionistischen Organisation bedeutet. Wohl werden, wie wir selbst ausführten, die zionistischen Vereine und Gruppen in allen Ländern be» stehen bleiben. Aber der eigentliche Sinn der ZionistS• sehen Weltorganisation muß mit dieser Neuordnung allmählich daliinschwindcn, wenn nicht sie, sondern eine neue Körperschaft (in der sie nur als ein Partner vertreten ist) die Politik und Wirtschaft-dcr jüdischen Hcirab statte in Palästina bestimmt ׳! ln dem Dilemma, in das sie geraten sind, suche« manche zionistischen Führer einen Ausweg durch de« Plan einer Teilung der Funktionen zwischen Zionisin scher Organisaüon und Jcwish Agency. Danach soll die Zionistische Organisation auch weiterhin die eigentliehe Palästinaarbeit machen und durch ihre Institutionen das Geld für Palästina sammeln, während die Jcwisli Agency nur ein politisch-repräsentatives Komitee sein soll, eine Art politische Fassade, die der Palästinasache Deckung gewährt Aber dieser Plan, der von Furcht vesj « —■ . 1■j! ...»...״n., ■ II 1■' .1II —.UB t vor einigen Jahren aus ihrem Umfangreichen dichterische«* Nachlaß ausgcwählt und herausgegeben wurden. Von den* erfreulichen Erfolge jenes ersten Bändchens legt die ebc« erschienene Neue Folge ihrer Gedichte Zeugnis ab. 11icf wie dort liegt das Anziehendste in diesen schlichten Versen in herkömmlichen Rh)Uurtcn und wohl auch das Geheimnis ihres Reizes in dem arbeitsreichen und erfülltem jüdischen Fraucnleben, das hinter ihnen steht. Wer ihre Gedanken übet jüdische Dinge liebgewonnen hat, wird gerne in diesem neue« Bande die Selbstbekenntnisse dieser tapferen Lebenskämpfe™! vernehmen, an ihren Naturbildern sich freuen und die Leben*• lehren ihrer Mutterweisheit auf sich wirken lassqn,! Ganz anders ist die Welt der künstlerischen Form und des inneren Erlebens, in welche uns die ״Loblieder de* Elijahu Rappeport“ hineinfüiiren. Martin Bubcr hat den Gedichten seines Freundes das Geleitwort geschrieben und erzahlt darin von dem jungen Dichter, «ler einst Mathematik« und Doktor der Philosophie war, jetzt aber Arbeiter im Tate Jcsrccl geworden ist, und׳ diese Loblieder zumeist im Krieg« geschrieben hat, den er als österreichischer Offizier an det galizischcn Front erlebte. All dieses äußere Erleben ist versclrwundcn, wenn dieser späte Enkel unserer Psalmisten mit seinem Gotte redet. Mag auch seine Lippe manchmal stammeln, mag man manchmal fühlen, wie die Wucht des einen Erlebnisses die gebrechliche Form des Wortes sprengt, Aber ״ganz ist er mit seinem Gotte“, wie die Schrift <9 verlangt. ״Ocstern noch hatte ich nidit Eile, Und meine Füße setzten sich gemädilich Einer vor den andern. Aber heute hat mich Haschern gerufen, Davon ist meine Seele voll Sturm“ .... Fast die erste Stimme aus den Rethen der Chähtzitw, die sich zu diesem Urjiklischcn Gmr.öcrlebnis der Seele zurück» findet, , i! Darum sind and! diese kunstlosen Verse nodf, wie Buber sie nennt, ״ein gülden Kleinod Davids“. Und wenn man sie ihrer eigentlichen Muttersprache, den» Hethräischen, zurikkräbe, würden sic jenem Gigante* gleidiea, dem die Beifijwag 4af Ä«rt«f Erde saue malte Kr»ft wied** vcAl!, . .׳...•׳, . r. ■, t ,! .. . 8*tft j