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Jüdische Rundschau · 1923-05-15 · Heft 39 (15.5.1923) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 39 (15.5.1923)
Date
1923-05-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 232 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 39 KIcM. der!»Srfler, der Ermordete ist schuldig Der russische Botschafter in Hora, Worow6ky, wurde In Lausanne crsclwisscn, seine Begleiter schwer verwundet Der Täter ist ein Schweizer, früher zaristischer Offizier, der erklärt, die Tat sei ein Akt privater Radic. Zwei Tage zuvor hatten die Sclnveizer Fascisten Worowsky gedroht, sie würden mit allen Mitteln dafür sorgen, daß er die Stadt verläßt. Natürlich besteht aller zwischen dieser Drohung und der Tat nicht der leiseste Zusammenhang. Das kann man glauben oder nicht glauben. Aber man wird’ sich erinnern, daß huch vor der Ermordung Rathenaua in völkischen Kreisen mit Vorliebe gesungen wurde: ,,Schießt ihn ab, den JRathennu, die gottverfluchte Judensau“, daß deutsch-völkische Blätter In unverblümter Weise davon spradten, wclclic Wohltat für das Deutschtum eine Beseitigung Rathenaus wäre und wie unvcdiohlcn nach der Ermordung in völkischen Kreisen der Befriedigung Ausdruck gegeben wurde. Natürlich bestand aber!wischen jenen Kundgebungen reifer Männer und ckr ״Tat unreifer Jungen“ nicht der leiseste Zusammcnlwng. Wenn man die im Verlag der Neuen Gesellschaft, Berlin-Fichtenau, kürzHdi ln zweiter Auflage erschienene interessante Broschüre von E. J. Gum bei ״Vier Jahre politischer Mord“ (ein Buch, das auch ein wertvoller Beitrag zur Geschichte jüdischen Martyriums Ist) dürchblättert, 80' wird man leicht finden, daß sich geradezu ein System des politischen ^tordhandwerks von rechts ausgebildet hat, zu dein es wesentlich gehört, daß die Mörder und ihre Hintermänner nachher die unschuldigste Miene der Welt aufsetzen und die deutschnationafe Presse sofort zu einem wütenden Angriff auf die Ankläger den Mörder übergeht. Die Stumpfheit und Urteilslosigkeit der Menge ist soweit gediehen, daß cs wirklich gelingt, einen Teil der öffentlichen Meinung zu beinflussen: Nach einiger Zeit glaubt das Volk wirklich, daß die Linken die blutdürstigen Angreifer und1 die Rechten die unschuldigen Opfer sind. Um diesen Stimmungsumschwung herbeizuführen, wird die Demagogie natürlich mit Antisemitismus gewürzt Den Gipfel der Unverschämtheit ersteigt allerdings die ״Deutsche Zeitung“ bei Besprechung des letzten Mordes. Den Umstand, daß die liberale und sozialistische Presse die Schandtat verurteilt, bezeichnet sie als einen Beweis, daß ״die Beziehungen fast alter unserer Juden zu den Sowjetkreisen viel inniger sind, als man gemeinhin annimmt“. WoroWsky sei ein Jude aus Polen gewesen, der Moni eine reine Privatangelegenheit. Indem die ״Deutsche Zeitung“ sagt ״So aber belasten die Juden immer wieder unser Schuldkonto“, entschlüpft ihr in dem Wörtchen ״unser“ das Bekenntnis der Solidarität. Um aber das Ablenkungsmanöver noch weiter zu treiben, hält sie gerade diesen Anlaß für richtig, darauf hinzuweisen, daß ״der Aufenthalt lästiger Ostjvideu im Ausland fortgesetzt BeunruJiigiuig und Gewalttaten veranlaßt". Vor so einer Frechheit steht man sprachlos. Die ״Deutsche Zeitung“ wird cs fertig bringen, auf Grund des Mordes eines zarisiisch-fascistjsChcn Attentäters in dar Schweiz an einem russischen Diplomaten der Ocffcntlidvkdt nadizuwciscn, daß cigcaitlich die Odjudcn in Deutschland die blutdürstigen Gewalttäter sind. ״ Hoffentlich hat sich das Volk noch genügend Menschenverstand " bewahrt, um zu erkennen, wie die Demagogie der anti-’ semitischen Hetzblätter sich selbst ad absurdum führt, Der Verlaul der Tarbul •Wcllkonfercnz Uebcr den weiteren Verlauf der Weltkonfercnz der Tarbut, über deren Eröffnung wir schon berichteten, erhalten wir folgenden Bericht: Die Vertreter der Landesorganisationen der Tarbut gaben ausführliche Berichte über die Lage in den einzelnen Ländern. An den Sitzungen beteiligte sich auch C11. N. Bialik, der vom Vorsitzenden Dr. Thon in bewegten Worten begrüßt wurde. Sämtliche Berichte zeugen vom intensiven Erstarken der Tarbut-ßcwegung, die sich allen Schwierigkeiten und politischen und finanziellen Hindernissen gewachsen zeigt. Zurzeit werden in verschiedenen Ländern zusammen über hunderttausend Kinder in den Tarbut-Schulcn mit hebräischer Unterrichtssprache erzogen. Mehrere Seminare und pädagogische Lehranstalten dienen zur Ausbildung der Lehrerschaft. Außerordentlich zahlreich sind die Gymnasien. Im kleinen Litauen z. B. bestehen zwölf hebräische Gymnasien, in Beßarabien 15, in Polen 13 usw. Das monatliche Budget der Tarbut-Schulen in Polen — abgesehen von den privaten hebräischen Schulen, die mit der Tarbut organisatorisch nicht verbunden sind — übersteigt 1 tOOOOOOOO polnische Mark. Die Einstellung der Unterstützung seitens des Joint hat die Schulen in schwere finanzielle Bedrängnis gebracht. Auch in anderen Ländern ist die Finanzierung für die Tarbutarbeit sehr schwer, obwohl breite Volksmassen sich für die Tarbutarbeit lebhaft intercssicrcn. Nach der Berichterstattung gm{* die Konferenz zu den grundlegenden Organisationsfragen über. Herr S. Pugatsc ho ff hielt einen umfassenden Vortrag über Grundlagen und Aufbau der Tarbut-Weltorganisation. Redner spricht von der Notwendigkeit, breite Volksmasscn hcranzuziehen und zu organisieren. Sämtliche Eltern, die ihre Kinder in hebräische Schulen schicken, sämtliche Lehrer dieser Schulen, Besucher der Kurse für Erwachsene usw., hebräische Schrift• steiler und alle anderen Elemente, die auf dem Gebiete der hebräischen Kultur wirken, sind als zukünftige Mitglieder der Weltorganisation zu betrachten. Die Aufgabe besteht darin, diese Hunderttausende vom Nutzen und von der Notwendigkeit der Organisation zu überzeugen, sie zu aktivieren und in eine große, arbeitsfähige Kulturarmee zu verwandeln. Die Lehrer haben die Pflicht, Führer dieser Arbeit zu sein und ihre Erziehungsarbeit in diesem Sinne auch auf die Eltern ihrer Schüler und im allgemeinen aüf das umgebende Volksmilicu auszudetmen. Um jede Schule, jeden Kurs, jede Bibliothek haben sich die hinzugehörenden Elemente zu gruppieren und auf diese Weise wird jede einzehic Institution in eine organische Zelle der Landesorganisation verwandelt. Aus der .engen Verbindung der Landes- Organisationen soll die Weltorganisation hervorgehen. Der Vortrag führte zu einem lebhaften Meinungsaustausch. ln den anderen Sitzungen der * Konferenz wurde die Finanzfrage■— Vortrag von Herrn M. Ahron sohn —, sowie der rechtliche Zustand der hebräischen Schulen in verschiedenen Ländern eingehend besprochen. In einer lebhaften Debatte wurden Ziele, Methoden, Umfang und Aussichten der finanziellen Aktion auseinandergesetzt. Zuletzt wurde die Frage der Verbilligten!? de* hebräUchen Buches (Vortrag von Ch. Krupnik) erörtert, wobei eine Reihe praktischer Vorschläge und Anregungen gegeben wurde. Daraufhin wurden die vom Permanenzausschuß vorbereiteten Resolutionen zur Abstimmung gestellt und zum größten Teile cinrtimmig angenommen. (Die Rc• Solutionen 'folgen In der nächsten Nummer.) Mit dem Ausdruck tiefer Befriedigung über die geleistete Arbeit schloß dann der Vorsitzende Dr. Thon die Konferenz. Ein intimes Bankett mit Beteiligung von Bialik und anderer Schriftsteller wurde an demselben Abend veranstaltet, Eine Bauplvorst.»r.:!3sIizung fcl CcntraJvcrcins Am Sonntag, den 6. Mai, hielt der Centralvercin in Berlin eine Sitzung seines llauptvorstandes ab, Aus dem ,Stimmungsbild“, das die C.-V.-tZeitting über den Verlauf der Tagung veröffentlicht, ist wenig sachlich« zu ersehen. Es hat die übliche Auseinandersetzung nach beiden Seiten ge- ::eben, nach der antisemitischen, wie nach der zionistischen. Wenn man sich dagegen verwahrt hat, daß von antisemitischer Seite ״Begriffe nicht eindeutigen Inhalts so behandelt werden, als ob sie eindeutig wären“ (z. B. der Ausdruck ״internationales Judentum“), so hätte diese Verwahrung gegen den Central• verein selbst und gegen sein Organ eingelegt werden müssen, Wenige Zeilen vor dieser Verwahrung nämlich erklärt der Centralvercin seine Stellung gegen jeden Nationalis- וזז u 9 und treibt mit diesem Wort, das er offensichtlich unterschiidslos «auf nationales Judentum und auf Hakenkreuzlcrtum anwendet, einen Mißbrauch, der dem von Ihm gerügten Mißbrauch von Schlngworten durch deutsch-völkische Kreise nicht! nadigibt. In den Verhandlungen scheint die O stjude n fra ge eine ziemlich große Rolle gespielt zu haben. Es wird vorsichtig vermieden, der OcffenUidikdt miitzuteücn, ob man zu irgendweichen Beschlüssen gekommen ist. Geheimrat Falkenstein, Königsberg, dessen ״wetterfeste, edit deutsche Erscheinung“, wie die C.-V.-Zcitung schreibt, ״die Rassenlehre als Irrlehre erweise“, sprach zuerst über die Ostjuden, wobei wir leider von seinen Ausführungen nichts erfahren, als die folgenden Worte, die als ״geflügelt“ bezeichnet weiden! ״Wir müssen als Juden mehr von den Juden verlangen, als die Christen von den Christen“. R.-A. Geiger, Frankfurt, scheint den Naumamisdicn Standpunkt vertreten zu haben, da er in der Ostjudenfrage eine schwere Oefalrr für Deutschland erblickt. I!n entgegengesetzten Sinne sprachen R.-A. Förder, Breslau, Rabbiner Jacob, Dortmund, Qcfocimrat Fuchs und Dr, Paul Nathan. Der erste Teil der Tagesordnung schloß mit der Annähme einer Ruhrkundgebung. Es folgte dann ein G eme i n d creferat von Dr. Ismar Freund, das heftige Angriffe auf die zionistische Gemeindepolitik enthielt. Uebcr den Inhalt des Referates äußert sich die C.-V.-Zotung in folgenden dunkein Worten: ״Die große praktische Frage, die im Mittelpunkt des Referates stand, sdwint für die Behandlung in der Ocffcntlichkcit noch nicht reif zu sein“. Dieser Satz iiätte als Motto über den ganzen Bericht der C.-V.־Zd׳t1mg gesetzt werden können. Der Ccntralverein muß saue Mitglieder merkwürdig gering cinsdüitzcn, wenn er ihnen einen Bericht vorsetzt, aus dem 90 gut wie nichts über die Be- Schlüsse und die zutajje getretenen Meinungen zu ersehen ist, iflfsverdn der Dculsclicn Juden Am 6. Mai 1923 fand unter Vorsitz von Herrn Dr, James Simon die ordentliche Mitgliederversammlung des Hilfsvereins der Deutschen luden in Berlin, Logcnliaus, Kleiststr. 10,, statt. Den Geschäftsbericht erstattete Herr Dr. James Simon, der folgende» ausführte: Deutschland bildet noch ein Hauptdurchgangsland für die Emigranten aus Osteuropa. An der Emigrationstürsorge nimmt der Hilfsvercin, was Deutschland anbetrifft, den tätigsten Anteil. Der Hilfsverein unterhält zur Ausübung des Fürsorgewerkes für die in Transporten reisenden Auswanderer, soweit sie Berlin passieren, einen ständigen jüdischen Bahnhofsdienst am Schlesischen Bahnhof. Im Jahre 1922 passierten den Schlesischen Bahnhof unter Obhut des Hilfsvereins 27 463 Personen; Januar bis Mär* 1923 : 7489 Personen. An der Hauntilbcrgaiigsstclle der dcutsch-nolnlschcn Grenze, in Stentscn, bestellt seit Juli 1922 gleichfalls ein Bahnhofsdienst. Vom Juli bis Dezember 1922 wurde 12990 Emigranten — soweit nötig — Fürsorge zuteil, vom Januar bis März 1923 : 5376. Durch die Auswandcrcrhallcn m Hamburg gingen 1922 rund 7700 jüdische Emigranten; außerdem wanderten über Hamburg rund 1500 Personen aus, die nicht in den Aus wandere rhallen Quartier genommen hatten. Uebcr Bremen gingen 1922: 3390 jüdische Auswan derer über See nach den Vereinigten Staaten, Südamerika und Kanada. Durch Wiederherausgabe des im Frieden er■ schiencncn Korrcspondcnzblattes des Zentralbüros für jüdische Auswandcnmgsangclegenheiten Ist der vom Hilfsvercin in den Nachkriegsjahren unterhaltene sporadische Nachrichtendienst über Einigrations- und ImmigZationsangcIegenhciten erweitert und vertieft worden. Der Hilfsvercin hat « auch wieder übernommen — wie er dies während des Krieges ln um fassendstar Weise getan hat — als eine Vermittlungsstelle für Geldsendungen und Dokumentcnübcrwelsungen nach Ruß Lind an Auswanderer zu dienen, speziell solche, die nach Argentinien reisen und von ihren Verwandten Geld, Schiffskarten und Einreiseerlaubnisse erhalten. Im Herbst 1922 wurden 25 ukrainische Waisenkinder im Alter von 6—14 Jahren, die in Beßarabien geweilt hatten, unter Mit׳ ■Wirkung des Joint Distribution Committee nach Deutschland überführt. Die 17 Knaben kamen dann nach Ahlem bei Hannover in die Israelitische Gartenbauschule; 7 Mädchen nach dem Kinderheim des Israelitischen Frauenvereins in Frankfurt a. M.; 1 Mädchen befindet sich noch in einem Berliner Kinderkrankenhaus. Darauf erfolgte die Wahl des Oberlandesgerichtsrates Dr, Alfred Ncumayer, erster Vorsteher der Jüdischen Oe׳ mcinde in München, in das Zentralkomitee, die Wiederwahl der statutenmäßig ausgeschiedenen Mitglieder des Geschäfts׳ führenden Ausschusses und die Wiederwahl der Revisoren Georg Tictz und Berns Levy. Anschließend führte Herr Dr. Paul Nathan aus, die kulturellen Aufgaben, die der Hilfsvercin im Orient im Frieden wie in den ersten Kricgsjnhren erfüllt hat, seien durch die politischen Verhältnisse in Fortfall gekommen Der Hilfsvercin der Deutschen Juden werde, über das hin׳ aus, was «r gegenwärtig hauptsächlich auf dem Gebiete der Emigmtionsfürsorgc zur Durchführung bringe, seine Tätig׳ keit wieder erweitern, vor allem sie im Osten Europas wieder ausbreiten, in den Randstaaten von Rußland und in Rußland selbst. Dort seien ganz gewaltige Aufgaben zu erfüllen, die nicht nur für die Juden im Osten, sondern auch für die deutschen Juden ln ihrem harten Kampf gegen den Antisemitismus von eminenter Bedeutung seien. Es sei von größter Wichtigkeit, der Masse der osteuropäischen Juden, die sich noch ln tiefem Bend befänden dazu zu verhelfen, auf eine möglichst hohe Stufe der in׳ tcllcktucllcn und wirtschaftlichen Entwicklung in Rußland zu kommen, damit sie ihr Heil nicht in der Auswanderung zu suchen brauchen. , 1. *- J 4 %׳■ #, Die Splfallragc in Tel •Aivlw׳ Zur Erhaltung des Hadassa-Spitals in Tef-Awiw, jj״. dessen drohende Schließung in unserem Blatte am 4. 4 J!״Brief aus Palästina“) berichtet wurde, hat die Sladjv״, waltimg von Tel-Awiw jetzt die Ausschreibung einer S«ü t als-St eu er nach folgendem System beschlossen: ״ ’ a) Die Spita’steucr ist eine allgemeine und wird %. allen jüdischen Einwohnern Jaffas und Tcl-Awiws, die üW, 18 J all re alt sind, Männern und Frauen, erhoben, sotera diese nicht der öffentlichen Wohltätigkeit zur Last fa^ b) Einzelpersonen, die keine eigene ständige Wohnung haben’ bezahlen 29 Piaster im Jahre, c) Familien, die keine ei?{J ständige Wohnung haben, bezahlen 10 Piaster im Jahrt b) Einzelpersonen, die keine eigene ständige Wohnung haben’ zahlen 2 °/0 ihres Mictszinses oder 50 Piaster pro Zimmer in Tel-Awiw und dementsprechend laut vorgenommet*[ Schätzung in den angrenzenden Siedlungen, wobei in lebte reu der Beitrag nicht unter 10 resp. 20 Piaiter betragen darf in Ucbcrcmstimmung mit Punkt a) und b). Jüdische Besucher aus dem Ausland«, flt in Tel-Awiw oder Jaffa sich vorübergehend aufhalten, bt• zahlen 25 c/0.-de8 Hotclzimmcrpreiies Für eint! Tag. Eine Steuer von einem halben Piaster resp. einem Pla5!tf wird von jeder Eintrittskarte ins Theater usw, erhoben, je nachdem der Preis der Karte 10 oder mehr Piaster beträgt. Ein gemeinsames Komitee, bestehend aus Mitgliedern der Aerztcorganisation und der Aerzte der Hadassah hat du Budget für die Erhaltung des Spitals und die sanitäre Aut• sieht über die Schulen und Immigranten von neuem «ul 850 Pfd. im Monat herabgesetzt, zu welcher Summe bei• tragen: die Hadassah 300 Pld. für das Spital und 100 Pfd für die sanitäre Arbeit, die fea 50 Pfd., die Stadtgemcinde aus den Eingängen der Spitalstcuer 250 Pfd., während die restlichen 150 Pfd. von den Kranken als Hcüungskosttn «!. hoben werden sollen. Die Zahl der Betten Im Spital sdl nicht verringert werden und weiter 50 für Kranke, 9 für Gebärende und 9 für Säuglinge betragen. Die Leitung des Spitals soll einem zu wählenden dreiköpfigen Kuratorium unter• stehen. Die Errlditung des Artdlererholrnigsliclms ln Mozah Die Zentrale Krankenkasse der Allgemeinen Organisation der jüdischen Arbeiter in Palästina berichtet: Nach längeren Vorarbeiten fand am 17. Nissan eine besondere Sitzung statt, um die mit dem geplanten Bau des Erholungsheims Tür die jüdischen Arbeiter zusammenhängenden Fragen zu besprechen. An dieser Sitzung, die auf dem für das Erholungsheim be• stimmten Bauplatz in Mozah, westlich von Jerusalem, statt• fand, nahmen teil das Baukomitcc, bestehend aus Sprinük, Hcrzfcld und Perlsohn, die Doktore.1 Jaffc und Biskind, Ussischkin, die Architekten Kaufmann, Berlin und Ycilin, wie auch Vertreter der Krankenkasse und des Misrad Laawodoth Ziburioth. Der Bauplan wurde von Architekt Berlin ent• worfen und in einigen Sitzungen von Sachverständigen durch• gesprochen. Die Baukosten werden laut Berechnungen des Misrad Laawodoth Ziburioth gegen 7000 Pfd. betragen, von denen bisher in bar aufgebracht worden sind: 1500 Pfd., die für diesen Zweck unter den Arbeitern gesammelt wurden, 621 Pfd. vom Nationalen Arbeiterverband in Amerika und 1200 Pfd. von einem Privatmann, der ungenannt bleiben .will. Der Waad Lcunii beteiligt sich beim Erwerb des Bau• Platzes mit 100 Pfd., so da.! insgesamt 3421 Pfd. vor• Banden sind, wovon nach Abzug des Kaufschillings für die Bauparzellen und verschiedene Vorbereitungskosten gegen 3000 Pfd. für Durchführung des Bat» erübrigt sind. Ke em• eine geringe Summe zur Ausführung des Baus fehlen würde. Außerdem wird mit besonderen Mitteln ein kleiner landwirt• schaftlichcr Betrieb angelegt, der die meisten für die Er• nälmmg der Erholungsbedürftigen nötigen Lebensmittel liefern wird. Die Ansgrabnngcn ln Palästina In der ״Illustradet London News“ schildert Professor John Garstang die Resultate der bisherigen Ausgrabungen ln Palästina. Die englische Regierung hat kurz nach dem Kriege in Ucbcreinstimmung mit dem persönlichen Wunsche des Königs die Obsorge über die ausgegrabenen Altertümer übernommen und zu diesem Zwecke in Jerusalem ein archäolo• gisclics Museum errichtet. An den Ausgrabungen selbst ar• beiten gegenwärtig zahlreiche in- und ausländische Expeditionen. Die zionistische Vereinigung Palestine Jcwish Exploration Society fördert an den Ufern des Gcnczarethsces zahlreiche Ueherreste aus der tal• mudischcn Zeit zutage. Die der ״Ecolc bibiique" angehörenden französischen Dominikaner haben bei Jericho eine Syn• «goge aus dem dritten Jahrhundert entdeckt. Breastad, der berühmte Acgyptologc und Professor der Chicagoer Universi• tat, wird nach Eintreten kühleren Wetters seine Ausgrabungen am historischen Schlachtfeld von Megkldo beginnen, wo König Jostia im Jahre 610 v. Chr. im Kampfe gegen Pharao Necho gefallen Ist Die gemischte zionistisch-englische Palestine Ex• ploratfon Fund gräbt seit drei Jahren in Askakm, der Heimststadt des Antiochus, des Lehrers Ciceros. Bei Samaria arbeitet eine Expedition der Havard-Univcrsitäi Die dem archäologisehen Museum angcschlnsscnc britische archäologische Schule wird im Mai in Haritisc systematische Ausgrabungen be• ginnen; man hofft, dortsclbst die Ueherreste des einstigen Haroseth zu finden, wo der Kanaaniterkönig Sisra thronte, der dann in der berühmten Schlacht am Kison von den Juden geschlagen wurde und dessen Fall Dcborah in ihrem Lied« besingt. neue Zivilsekretär der Palästina-Regierung, Sir Oil• layton, begibt sich, zu einem offiziellen Besuch 11« 1* A ■ 11I״W M.nL A _ < 1 ■1 •ז• . Der *. J ' ״ < *• ״‘S1'״<‘« •׳״ M «nein Ulttiicucn DCSUVII beim Emir Abdullah nach Amman, der Hauptstadt Trans• Jordanien«. 49 Telegraphcnangestcllt« der Linie Jerusalem-Bethlehem sind entlassen worden, davon sind 11 Juden und 38 Araber. In dem bei der Bautischicrfirma Goralsky & Krinizo In Jaffa andauernden Streik, über den wir bereits berichteten, wurde, entsprechend einem Beschluß der Schiedsrichter, noch vor Beginn der eigentlichen Verhandlungen die Arbeit tm 30. April wieder aufgenommetv. Wie aus Palästina berichtet wird, wurde für den 4. Mai die Abhaltung eines allgemeinen Viehmarktes » der Kolonie Chedera an beraumt. Bei gehöriger Beschickung und Gelingen dieses Versuches sollen von nun ab periodische Viehmärkte ständig in Ghcdcra abgehaltcn werden. Die Presse hat eine Propaganda für stärkeren Verbrauch der inländischen Produktion an Stelle von Importwaren be• gönnen. In Tei-Awiw und Jerusalem wurden Gesellschaften mit dieser •Tendenz fiegründat Mi י tb «Je': י MI dt "׳ wi' ■ I1e i ‘ ftä eir 411.!': «s 'V' Sii',1 wl |! sei : de ' Be, wi’:', M»11' de . ke;ii'. ts'1 se be;1:;'׳ 1״• au so; m! ha 11; " ׳1 . V!( I lei m! ׳ ,׳ sei ne; ׳ h6i. .ן, SO. zu Sk,‘’■־: ־ eir‘: , ak eir*׳‘. De•'" üb,׳: Sc , ZU I'׳ '׳ in׳,’:; Be1 7 zu. ׳ strv wi 1; ״' rel .ין:, hii •'• ge1','•’,: ho zu־״ W',.1:׳־ ln:;■; * ' ,.i' 1 ■ 1:V: Tr 7 Rit. he , wt!::,, ־ mii :׳ R1/.r da ' 1' T> 1 bl י g< ' st,!* ::׳5 v| J,: IK: w v d! 7' Ja : au ׳• «l< ל m R Et ־־■י St. •’ de;־ w׳; lk lü 1!י':. r W dl1'׳•־ Reu w 1 11 y w t Me N 1• di \

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