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Jüdische Rundschau · 1923-05-11 · Heft 38 (11.5.1923) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 38 (11.5.1923)
Date
1923-05-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JU ED ISCHE RUNDSCHAU Seile 227 Kr. 3S aS f» ז■«?»!־י־■׳, \ '־■׳■ **) 1,.t **1 ,f ׳/*w ׳;i ä 1 ’vv(W >1 ihre!•■ ::0 Scan;;' Voluta, g c'iV'lVioli'1!»;un;:i״T . ’Ute ( O r.iit anaalcr j;,/ י jt-cu y i״ •r '011, tia:> y -rteip 0!;,:■;•' .;;teil teere H;;• ' c Arbeit, ly ׳.;׳ingesekrä:;!,׳ eben muß, u. f.־ zioni.Aiae’.u" 11, indem,1 ׳;;- 'S!’,aliC, V.V; röscher P;;;a ck3 Ben;;;.' 11 darf, weit f sa, mehr 1; 1 ׳t unter ץ, 1b. Von <i .,h Grund :;׳ I. mit ihiC, 1'!.:;Jot wer•;. Es, ׳ ׳.vicn Gni,;׳ 1;zur P1.;b!..!metzun^ l auf der i"l:r״ L.ituii״ n!;;■ 1, h:n Charaia ■und sie 1;.’ : üefilicli Sau; dieser Siel!; r :»schaff, 1;; 1' ״•lg die ׳ע.:. mserer L;:. s asteil Sci-A. ■ iien Appanr!: .;ca lind di 1. ';1,׳ vertre,.׳ 1׳. organisier; Liechen Ik:;;. ד sic, um ei.! unsachlich;. ac auss'ii: a;׳:n Wirkte; . iiianzicru;׳;״ 5׳; ׳׳;: Baamti... ־, bleibt di 1׳. xheitlichur!' r, d. h. ik.;!nn, soll ii V. ror an du r.aehstehend 1׳ für unk( 11׳ ein stark. 5 und die i:. rd ״iierien ־!ז. j rimiänisc!: 1 . ■aizicr Ui■■ ti 1 Student׳■ » idtUo<crU' :1־ ־:n,!1 immer vv au eil inn; «.- rrikadc: i iaclits Jiu r 15 Tu׳' ■ f. üimionua; *:■■ 11 crr;abu («■:teil t! a, widrig«•‘• «!׳. irnestcr £׳ ן Sinnt :v־=; 3i/.־i’al ba&ta׳ ■ H ncOfi.r t ׳;!c־eh.1?i [; JlOillltOa t aii.11 f׳1״ ai nciiu■■‘ die An j, 1 . 1 bei lensere! ׳•1 liic u '׳> U.11J 1 i•• den«׳ CsrigitSril Pie ״Zionist Review“, das offizielle üff;in der j׳VnJi«h Zionist Federation, beschäftigt sich 311 leitender ceüe mit den Problemen des kommenden Kongresses. *Sic!' :״rieht darin die Mciiumgsvcrsdnedenheilcn' 'zwischen pf1' weizmann mit seinen Kollegen bezüglich der Zusammenschuh(׳ der Jewish Agency. ״Gewisse höhere; Ruckc:eh«eil veranlassen gute Zionisten ihre persönlichen Cie- (:!;1!c und Paiteifragen in den Hintergrund zu rücken, um (!״ Aufbau Palästinas willen. Wenn dieser Zweck durch e,;c umfasscmlcre jüdische Organisation erfüllt werden kann, <״ ist cs sogar des Opfers der Existenz der Zionistischen C.-'-auisiti״״ wert.•‘ Das Blatt meint aber, daß der kommende Kongreß d!e_ Fragen noch nicht definitiv entscheiden wird. (jroSc Schwierigkeiten bietet das Verhältnis zwischen Ziorj-.!i5chcr Organisation •und Keren Hajessod. Obwohl die ,;•Urige z|l1״ Keren Hajessod fast nur von Zionisten kamen, 1,;t doch die Annäherung zwischen offiziellen Zionisten und ,;.,;iipatliisicreuden Außenstehenden die Notwendigkeit einer;.(,:,uiif׳ ergeben, dkg alle Interessen wahrt. Die Zionistische Exekutive hat in diesen Fragen nicht mit der gehörigen Klarheit und Schnelligkeit gearbeitet. Das Blatt äußerst sich juch zur Frage der 11 c u e n L e i t u 11 ״. Die ungewöhnlich ״roße Exekutive hat sich nicht bewährt, und wir müssen Ja einer kleinen autoritativen Körperschaft!imiekkommen. Die Situation wird dadurch kompliziert, daß Weizmann aus persönlichen Gründen und Gesundheitsnicksiclitcn sich zurückzichcn will und nur diese schwere lad veitertragen wird, wenn ihm die Arbeit durch die Bildung dner Exekutive erleichtert wird, die seine Ansichten bezüglich der Jewish Agency teilt. Der andere Führer von großer Erf. iliiung und Ansehen, So ko low, teilt die Anschauungen <cir.es Kollegen. In Dr. Ha Ipern hat die Leitung einen Manu von besonderen Fähigkeiten gewonnen, der sich das Vertrauen einflußreicher Kreise außerhalb der Organisation errungen hat, Dr. S o 1 o w e i t s c h i k soll in manchen runkten zwar nicht mit Weizmann ühcreinstinuncn, aber!,ine Mitarbeit ist wichtig, da er die großen Hoffnungen, de auf ihn gesetzt wurden, erfüllt hat. Im übrigen wird der Kongreß cs schwer haben, eine Auswahl unter den übrigen Eiligen und k'wuhrieu Männern zti treffen, die bisher für die "Organisation verantwortlich waren. Das Blatt spricht die Hoffnung aus, daß Weizmanns Persönlichkeit der Bev«c1:m1g erhalten bleiben wird und betont die Notwendigkeit, disri gegenwärtigen Durcheinander von Aemtern und Körper-!;haften ein Ende zu machen. Insbesondere tritt es für Abschaffung des Großen Actions-Comites ein und dafür, daß der Kongreß nur alle drei Jahre Zusammentritt. An einer anderen Stelle wendet sich das Blatt gegen die Art und Weise, in der die Vorbereitung zur Er weite• rung der Jewish Agency von der Zionistischen Exefciitivc geführt wird. Die Ernennung des ausgesprochenen Aiitbimiistcn Henriques als Delegierten des Board dl fU’jnitics müsse geradezu als ein Holm aufgefaßt werden, ütt dieser Gelegenheit erinnert cs an die Sabotage der Ver-!undlungcn über die Gründung des neutralen Keren Hajessod- Komitees für England. Damals wurde ein S’ubkomitce eingesetzt, das Vorschläge machen sollte, «aber niemals berichtet lut. Während diese Angelegenheit noch schwebt, verhandelt •i: Zionistische Executive mit denselben Leuten über die Jev.’isli Agency. Ist das nicht ein falscher «Weg? Die zionistische Föderation in Amerika veröffentlicht einen Appell zur Verstärkung der zionistischen Propagamlaarbcit in ה;!׳ naclislcn Wochen vor dem Kongreß. Sie stellt das Ziel?ul, daß eine Mitgliedschaft von hunderttausend organisierten Zionisten geworben werden muß. Dieser Aufgabe ist der .Monat Mai gewidmet. Anläßlich der Besprechung der Be- (:catung dieser Aktion, äußert sich der Leitartikel des offi- :;eilen Organs der amerikanischen Föderation, ״The New Pale 51 ine“, über die kur.fugen Aufgaben dcsamcrikanisclien Zionismus: ״Wir müssen unsere besten und fähigsten Zionisten zum Kongreß schicken. Eine solche Delegation soll nicht 611 Zweck imben, einen Kampf zu führen, sondern auf ׳euere Gesinnungsgenossen in Europa Eindruck machen mit den Erfahrungen, die wir in den letzten zwei Jahren auf- . :übender Arbeit erworben haben. Unsere europäischen Ge- ־-ir.nungsgcnosscn haben die Zionistische Organisation unter 1 iem Druck schrecklicher ökonomischer und poli.ischcr Be-! uigungeii aufrecht erhalten. Sie haben ihre Sache nach ihren! i :sten Kräften getan. Aber in der Anschauung vieler von I tkr.cn, ist der Aufbau Palästinas und die Zukunft der Zio- J rüstischen Organisation mit einem Komplex europäischer j ü:r«k1mgsart belastet, welche sie verhindert, die Dinge so I iiditig, klar und praktisch anzusehen, wie es die amerikanischen . Zionisten können. Wir kommen zum Kongreß aus einer mehr («kr weniger stabilen Situation. Hier sind die Juden nicht | ,:־rechtmäßig bedrückt. Hier können wir ohne Störung durch!;״! leidenschaftliche Atmosphäre politischer Unzufriedenheit, «'׳,orbcrcitungsarhcit für den Aufbau Palästinas und die Pro-;Lar,da des Zionismus leisten. Wenn wir also in großer | Zäh! zum Kongreß kommen, wird das noch die Wirkung 1 ■'־i unsere europäischen Gesinnungsgenossen haben, daß es 1 :■•cn wieder Sicherheit gibt. Der Mangel an Sicherheit und die ' ,■ inrcii geschaffene Unruhe macht es möglich, daß bei unsern jeunden in Europa und in Palästina ganz phantastische krehammgen über die Sammlung von Geldern und über .״'.׳!■pjganda entstehen. Wir müssen daher zum Kongreß mit '!«!n Programm kommen.“ Der Artikel spricht davon, :׳׳Jß dieses Programm jetzt ausgearbeitet und demnächst! nüficntlicht wird und hofft, daö es auch in Europa Zu- 1 '׳״Innung finden wird. — Anläßlich der ״Membership*;-::npriifm“ richtet ,Weizmann ein Manifest an die ameri- ׳*•kschen Zionisten, worin er sie zur kräftigen Anteilnahme ,'-‘•״uh, v Die polnisch-jüdischen Zeitungen _ veröffentlichen ein;kniew mit dem Vorsitzenden aes zionistischen Zentralp״iikcs, Dr. Klumel, über die auf der Tagesordnung , " ״HI. Kongresses stehenden Fragen. Dr. Klumel erklärte: ,bt klar, daß in uiiGerer Organisation weitgehende Aende-; ',׳■'Mn durdigcSiihrt werden müsse״, die in erster Reihe 1 ,'*ucn Organisationsapparat zu betreifen haben. Wir können ׳.’ ־:t nicht mit denselben Methoden arbeiten wie vor dem Es ist eine Tatsache, daß unser Apparat nicht überall piancii nicht bei jeder Gelegenheit auf oer gehörigen Höhe; '*!.״■den hat. Der kommende Kongreß muß liieren Felder :. '■׳:cren. Auch das Actlons-Comitd hat jetzt, wo der Ziemi?,• ׳' ׳ vor solch wichtigen Aufgaben und Arbeiten stellt, viel .;} tr'mem früheren Wert verloren. Jetzt bedürfen wir einer '• ,.u:1 Körperschaft, angepaßt an die neuen Aufgaben und pTliiUse des Zionismus. Es muß deshalb ein perrat* ׳;f|uer Ausschuß vom Kongreß geschaffen weiden mit; " ,«"ווו Kompetenzen wie der Kongreß, der in der Zwischen- X mn einem Kongreß zum andern alle zionistischen Ange- ,'׳feilen leiten, alle wichtigen prinzipiellen Fragen ent- '/';i'kn und, wenn nötig, auch Aemkmng in der Zusammen-;■ ‘׳•׳״: der Leitung durchführen soll. Nur der Präsident ' '1‘ganisalion soll ausschließlich vom Kongreß abhängig ‘'׳״,r ihm verantwortlich sein. — Wesentliche A < n - •'ו!׳1'׳gen müssen auch eingeführt werden in ■unseren 1,'fnzorganen wie Banken und Keren Hajessod. “"־׳׳‘ den Hauptpunkt betrifft, der von Weizmann' in der* Vordergrund <!׳; wird, £tch!; I׳״I1 ׳;'׳:׳;־•־•, r■. (':׳־ 11:1ד i .!׳' ״;: •fn!t (!1׳■״!cor,1t,’r1?״׳־״׳--׳ Kongresses gestellt ■ i .'׳ h.' 1U; ־U- ׳.z zu dem 1 laimt- 'י'•״״!''׳■׳:'׳,■.; :׳. ettif/.t V/cirmnnn will, tf׳>ß ־;, i.k :i t:1:׳ dזי 1 1:־ Aeiidrrung des bis-!1:׳rr•׳•׳;!! vr•',■;;וי״,' ׳ז.,־״ •;r. 1 Charakters der Zu׳!׳ .׳,«.:;,,» o..:;01«, »׳-»״ i.npii.n;.r״f1i1׳:eu j111ti11:>:׳f1־t Orj311:־i1״tic:1cn ttiu!!,civsöiiUcIif citri! zur Arbeit für den Palästina• aiöb.ru licKni/ichcii soll. Aber di׳:s ist rowohl Prinzipiell nicht rcläräg, .-.׳י;;Mtrl'j nicht zwcckiitälii״. Die Privatinitiative spielt eine große Rolle und wird in Zukunft eine noch größere Rolle spielen beim Wiederaufbau Palästinas, aber es ist ein Irrtum, wenn m!m glaubt, daß das Priv.atkapital sich durch irgendwelche Organisationen. hcranziclicn ־ lassen wird. Dieses Knpit.il w'ird'iueh Palästina gehen, wenn e3 fühlen wird, daß cs dort größere oder kleinere Dividenden zu erwarten hat. Ktwa.'i anderes sind die Ciialuzim, die wir in der Lappe sind, zu organisieren und ins Land zu bringen. Wir dürfen auch nicht das eine der lliuptprinzipien unserer Bewegung ver• ״essen, nämlich die Produktivierun״ und die Aendertmg der jüdischen ökonomischen Struktur, und dieses Prinzip ver• wirklichen nur unsere Chnhmnt. Ich Im he nichts dappegen, daß wir einen Weg der Verständigung mit den jüdischen Geld- Organisationen suchen, aber wir dürfen nicht unsere Orppaiusationen zum Opfer bviupen, die ein Resultat einer schweren und großen Arbeit im Laufe von so vielen Jahren ist.“ Schließlich spricht Dr. KiunicI die Ansicht aus, daß die polnische Delegation z.um Kongreß mit einem festen Programm kommen muß, das durch die Landeskonferenz fcsigclcgt wer• den soll. 1 ן ן j 1 11 : ׳r«׳־ /vW Der Drive In Chicago Die erste Woche der Keren Hajessod-Kampagne in Chicago berechtigt zu guten Erwartungen. Das unter Teil• nähme Weizmanns slattgcfundcne Massenmeeting und das Bankett haben 40000 Dollar in bar und 50000 Dollar in Zeichnungen ergeben. Es wird mit Sicherheit erwartet, daß nach Ablauf der zwei weiteren vorgesehenen Keren Hajessod- Wochen ein Scheck über 150000 Dollar Dr. Weizmann wird überreicht werden können. Gegenüber bloß 2700 Personen im vorigen Jahr haben sich dies Jahr bisher schon 6000 Personen verpflichtet, für den Keren Hajessod beizusteuern. Auch die reichen Juden schließen sich diesmal der Keren Hajessod• Aktion an. Die Führer des Bne Brith haben Weizmann besucht und ihm zugesagt, die Aktion« unter den reichen Juden Chicagos ln die Hand zu nehmen. Mit den beiden reichsten Juden Chicagos, Julius Rosenwald und Becker, hatte Weizmann Besprechungen,; Von Chicago aus hat «Weizmann seine Tournee durch die größten Städte des Middle West unternommen, wo er überall mit Begeisterung empfangen wurde und ansehnliche Beträge für den Keren Hajessod erzielen konnte. Am 22. und 23. April besuchte Weizmann Twin Citics und am 26. April Omaha, wo er von einem Komitee prominenter Juden und Nichtjuden mit dem Gouverneur von Nebraska an der Spitze begrüßt wurde. Am Bankett sprachen Weizmann und der Gouverneur von Nebraska. Am 23. und 29. April weilte Weizmann in 'Milwaukee. Für den 7. Mai soll Weizmann in Philadelphia eintrelfeii, um die dortige Kampagne, zu er• öffnen. Am 13. gedenkt er in Hartford zu sein, während er am 15. vom Gouverneur von Massachusetts in Boston und am 17. vom Gouverneur von Rhode Island in der City von Providcnce empfangen werden soll. Am 24. gellt er nach Newark und am 27. nach Baltimore. An der Kampagne in Cincinnati, wohin sich Weizmann am 31. Mai begeben wird, nimmt eine Reihe bekannter Persönlichkeiten, die bisher als zur Brandeis-Alack-Gruppe gehörig angesehen wurden, teil. *— Die Kampagne in New York, die sich noch in vollem Gange befindet, hat die vorjährigen Resultate bereits überschritten. Oesterreich I Gegenwärtig findet in Oesterreich' eine großzügige Aktion für den Keren Hajessod statt, bei .welcher als Delegierter des mitteleuropäischen Büros Dr. Nahm« Gold mann mitwirkt. Dr. Croldmann hielt in Wien drei Vorträge, welche massenhaft besucht waren. Er sprach über ״Die Erneuerung des Juden• tums" ferner über ״Palästina und• der jüdische Mensch“ und in einer Jugciidrcrsammliing, die derart stark besucht war, daß ein großer Teil der lugcndlichcn nicht mehr in den Saal gelangen konnte, über ״Die jüdische Jugendfr.age". Herr Dr. Goldniann sprach ferner in zahlreichen Zirkclvcrsammlutigcni die dank seiner überzeugenden Ausführungen ein überraschend gutes Ergebnis für den Keren Hajessou hatten. Noch vor Abschluß des Keren Hajcssoit-Monats wird der Direktor des Keren Hajessod, Herr Dr. Bcrtliold Feiwel, in Wien eintreffen, um insbesondere die Beziehungen, welche mit bisher fcrncstchenden mchfzkmbtisehcn Kreisen angeknüpft wurden, zu befestigen und zu erweitern, 1 Norwegen und Dilnctnark’׳ Im Aufträge des Keren Hajcssod-Direktorlums ln London besuchte Herr Dr, Marlin Roscnbliith vor kurzem Kristiania und Tromijem, um die Keren Hajessod-Aktion in diesen Städten wieder zu beleben. Der materielle Erfolg für ־ den Keren Hajessod beläuft sich auf 8500 norweg. Kr., die bar eiliger,ahlt wurden, und zirka (!000 Kr. an Zeichnungen für das Jahr 1023, zahlbar bis zum Schluß dieses Jahres, wenn man bedenkt, daß in ganz Norwegen nur zirka 1500 Juden wohnen (etwa 250 Familien in Kristiania, 40 Familien in Troncljan und der Rest verstreut in anderen Orten), so kann das materielle Ergebnis als befriedigend betrachtet werden. Es sei besonders hervorgehoben, daß das Komitee in Kristiania unter Vorsitz des Ilcrrn L. Levin und das Komitee in Trondjem unter Vorsitz, des Herrn Mendelssohn die Aktion des Herrn Dr. Rosenblüth in vorbildlicher Weise unterstützt haben und sicherlich auch weiterhin mit größter Energie für den Keren Hajessod arbeiten werden. ׳ Auf der Rückreise sprach Herr Dr. Roscnbliith auf einer vom Keren Ilajcssod-Komitcc emberufenen Versammlung in Kopenhagen, wo die Arbeit für den Keren Hajfssod sich leider in einem wenig zufriedenstellenden Zustande befindet Es ist bisher nicht gelungen, die sogenannten ciiiheirnischen luden für den Aufbau Palästinas zu intcrcraieren und die Arbeit unter der octjüdir.chen Bevölkerung ict infolge der Untätigkeit des bisherigen Komitees leider ganz vernachlässigt worden. Anläßlich des Vortrag■.־׳,abend* des Herrn Dr. Rosenblüth wurde ein neues Komitco gewählt. , « i ׳ > V w יי'! 1 '! U11f:־ar,tf "• ‘, /*•-. Wie uni aus Unjxrn berichtet wird, bat Prof. 'Adolf Strauß, Budapest, m 12 verschiedenen Stadien Ungarns Vorträge gehalten, die in erster Reihe für Nichtzionisten bestimmt waren. Es gelang ihm, an vier bis fünf Orten Lokal• komitccs zu bilden, die in regem Kontakt mit dem ungarischen Lar.desvcfbmKj riehen. Nach der« Berichten von Prof. Strauß sind die Aussichten für den Keren IHjcs'o.I reell» g"t. (׳i';0.) r;:r ■ Niv ei..«» ■ ’ Der neu« Zivi’־., :;retär von Paläslina, Sir Gilbe rf Clayton, besudele am 18. April Jaffa und Tel-Awiw*. Di« Stadtverwaltung von Tel-Awiw gal׳» "ihm zu Ehren einen Tee׳ im RaUmus, Da* Zivi!׳* kretiir bc'.nebte besonders die Rutenherg-S t a t io n , wo u׳ eil:.־ f;:«.17׳.e Stunde verweilte. Schließlieh ncniriitijfc er eie Stadt 'mul sprach seine große Bewumlmmg über die Vergrößerung seit seinem letzten Besuch atm.' Eine große Erregung verurr.adiicu In Jaffa die Vorgänge, zu denen die Z׳»::pit/um׳f cies Streik*« in der Holz.* und׳ MöU’l• fabrik Gorelsky-Kreuilza gcliilirt haben. Ncclule-m der Streik bereit* sieben Wochen wahrte, hat der Inhaber der Firma, Herr Krenitza versucht, bei einem Neubau in Tel-Awiw selbst die Fender 11::,f Ttiven rinzusei/en. Darauf erklärten sich die Bauarbeiter mit ihren Chnnwii solid';!risch und forderten, daß Krenitza den Platz vnia׳. c. Es kam zu lefhgcn A1r.ein.1m'«r• Setzungen und r.c'r.üeßiicli zu einen! Eingriff der Polizei. Besondere Erregung rief die Talי ׳ che hervor, daß der Unternehmer eine' Abteilung berittener arabischer Polizi sten aus Jaffa liabcigcrufcn bat. Die verantwortlichen Vertreter des Jaffacr ArbcUcrrates bemiihten sich, die Arbeiter zu Eciuhigcn und von Aiisr.rhrcitungvn zuiückziihaltcn. Die Aufregung’ stieg he ■Widers, als eie Polizei zwei Arbeiter rerhaftete. Einige Tage später trat in Jaffa eine Beratung zusammen, an der ah Vertreter des Zionistischen Leitung die Herren Kisch und S prinz ak tcilnalimeii, und in der eine Anzahl von Punkten au!gestellt wurden, die von «;nein Schied*- gericht entschied«» werden sollen. Sämtliche pala'.tincnsisdieit Zeitungen bcscli.iiügcu sich mit dem Ereignis. Die Arbeiterpresse greift die Untcrnclnncr heftig an, die sieb zur Durch- Setzung ihrer lohmirik'kcrischen Politik aller Mittel bed'citcn, und auch das nationale lutere;■e* außer acht lassen. Auf der andern Seite betont ״Doar Hajom“, daß die Herabsetzung der Löhne ein« wirtsdinfilkhc Notwendigkeit sei, da sonst das Unternehmen unhaltbar ist. Die arabische Zeitung ״Karmel“ i» Haifä bespricht den ruhigen Verlauf de* Ncbimiaiife.dcs. De Zeitung betont, daß es klug von der Regierung war, den arabischen Notim1alr.it um Untcrsliitzung bei der Auficcbterhaltung der Ruhe und Ordnung: . zu ersuchen. Obwohl die Gemüter gegen die zionistische Politik aufgebracht sind, haben die Araber doch glänzende Disziplin gehalcn 11ml sich zu keinen Ausschreitungen hinreißen lassen. Das Blatt verweist darauf, daß jahrzehntelang während des Fcs'.cs niemals Ausschreitungen vorgekommer» sind, woraus hervorgeht, daß die Zusammenstöße der kriz.trti Jahre auf die ,,Provokation unserer Feinde“ oder auf eie falsche Haltung der Sicherheits-Organe ntrückzuführcn ist. Die Araber sind weit davon entfernt, einen Aulstand gegen England anzettcln zu wollen, sic hoffen vielmehr, daß es ihnen mit friedlichen, gesetzlichen Mitteln gelingen wird, die englische Regierung von der Gcicchtigkcit der arabischen Forderungen zu liberzeuge». 1 ׳ Aus den offiziellen Angaben des Kolonlalmfnisterl• ums geht hervor, daß 2193 Juden (1039 Männer, 815 Frauen und 639 Kinder; im ersten Viertel des Jahres 1923 in Palästina ein gewandert sind. Die Anzahl der Immigranten im ersten Viertel des Jahres 1922 betrug 2152. Edwin Samuel, der Sohn des Oberkommissars, Ist als Assessor bei der Jerusalemer Verwaltung angesteiit worden. Die Regierung hat die Prülimgsergcbnissc der Handelsmittclschule in Tel-Awiw bestätigt und den Mittclschulcharak• tcr dieser Schule anerkannt, wonach deren Zöglinge als reif befunden werden, ihre Studien an einer Handelshochschule fortzusetzen. ■ Die Stadtverwaltung vort Tel-Awiw hät beschlossen, in diesem Jahr das Strandbad nicht zu verpachten, sonder» selbst zu betreiben, Die Bäder wurden am 1. Mai eröffnet, \! BHclicrsdmu Meyer Arnschel Rothschild, der Gründer des Rothschild• sehen Bankhauses. Von Christian Wilhelm Bcrgliocffer. Verlag Englcrt «V Schlosser, Frankfurt a. M. 1023. , Der alte Rothschild, der Vater des sprichwörtlich gr- ' wordenen Vermögens, ist 1,1 gewissem Sinne eine historische Figur der jüdischen Galuthgeschichte, und _ er ist '«ine geradezu mythische Figur in der Judengasse, bis nach KaDri• liwke hinein, geworden. Das vorliegende Buch ist keine Sammlung von Anekdoten und keine epische Darstellung, sondern eine wissenschaftliche Biographie, die aus den Quellen und Archiven selbst das Material licrbeiholte und den Tatbestand der Entstehung des Rothsdiildschcn Vermögens, die einzclnen Geschäfte des Bankhauses, klarzustellen sucht. So leuchtet das Bucli midi in die finanziellen und damit in die kulturellen .Verhältnisse der kleinen deutschen Fiirstenhöfe hinein, mit denen Rothschild in Geschäftsverbindung stand.. So ist das Buch ein außerordentlich interessanter Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte des beginnenden 19. Jahrhunderts in Deutschland. Es ist an dieser Stelle nicht möglich, die Fülle der Details wieder; iigcben; es sei nur noch bemerkt, daß der Verfasser der Eigenart von Rothschilds jüdischer Per• sönlichkcit volle Gerechtigkeit widerfahren läßt: ein eigenes Kapitel, das dem Persönlichen gewidmet ist, schildert Meyer Amschcl als bewußt jüdischen, frommen und mcnsriienlicben• den Mann. Sein Hauptinteresse galt allerdings der Zukunft des Werkes, das er mit eiserner Energie Und mit ״von Gott gesandten Erfolgen“ geschallen hatte. , , ■ Ch. Nordmann, Einstein und das Weltall. Verlag von Julius Hoifmänn, Stuttgart. Prof. Ch. Nord mann vom Pariser öbsfA'atorlu'm hat in diesem Buch die Eirutcinsche Lehre in einer auch für Laien verständlichen, von ,wissenschaftlich-mathematischem Beiwerk möglichst freien Form dargcsicllt. Einsteins Lehre, die eine tietgreifende Umwälzung in der Wissenschaft zur Folge halte, hat uns etwas von der Wirklichkeit erhellt, das bisher dunkel uns bedrängt hat, die Welt wird uns dank seinen Lehren fester verknüpft un׳J einheitlicher er• scheinen. Nalürüch ist mit Einsteins Entdeckung die Aul• gäbe der Wissenschaft noch nicht erfüllt und die Auseinanderselzung mit seinen ernsthaften Kritikern hilft datu, seine Synthese in das Gesamtsystem unseres Weltbilde* einzureihen. Der Verfasser hat mit aller Liebe und dein Enthusiasmus des Wissenschaftlers die Sache dargclcgt, cs liest sich hinreißend wie ein Roma» von hohen Dingen, die in einer fernen Sphäre über unserem Menschcnsclncksal schweben. Das Buch muß von all denen, die eine Orientierung in diesen schwierigen Fragen suchen, Ire!:;!!״ aufgettommen werden. Die liebersetz.ung ins Deutsche stammt von Prof. Sakmann, ein Bild Einsteins ist beigegeben.! las Neue Palästina ’ . Nr. 6 des zweiten Jahrgangs des ״Neuen Paläslma“ Ist soeben erschienen uixi enthält einen Beitrag von Jacob Wassermann ״Da*, fölliche Gift“, Berichte über das jüdbehe Schuhverk in Haifa und die Ausgrabungen in Ur, der Heimatstadt Abrahams, ein Gedieht von Elsa Laster• Schüler ״Mein Volk“, sodann eint Reihe tot interesranten Noiizen über Palästina 11«i das Forischreiteii der Keren Hajessod-Arbeit. Besonders schön sind diesmal die Bilder, io die Photographie der Siükatfabrik bei Jaffa, Jüdische W.ichtcr an der jortlancpielle, Biiclt auf den Tiberiassee, Im Hof einer liaifacr Ocllabrik, Lc־,e*aa! in Jaffa und Im Jerusalemer 1.hule!lies; it;»I. ,

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