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Jüdische Rundschau · 1923-05-11 · Heft 38 (11.5.1923) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 38 (11.5.1923)
Date
1923-05-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 226 JUEDISCHE RUNDSCHAU Die Beorpnisfitiö! der zionlstisdien J] * r »•׳) י• «•|ן*י•! ן׳I «♦J Von Julius Berger. 11. Der Ausbau einer zlonisllxckn Beamter,dislf Dem Aufbau eines weitreichenden Bzamtenapparates der Zionisllschen Organisation stehen Hemmungen objektiver und subjektiver Art im Wege. Objektiv ist das Arbeitsgebiet, das dem Beamten in der Regel zugewiesen wird, zu allgemeiner Natur, als daß ci einer ernsthaften Betätigung Raum geben könnte. Der zionistische Beamte spielt meistens etwa das Mädchen für alles, er muß zu gleicher Zeit organisatorisch, propagandistisch, aqnisitoriich und unterrichtend tätig sein. Man wirkt für den Keren Hajcssod, organisiert die Landes• Organisation, redigiert und administriert eine Zeitung, leitet ein Palästinaamt, kontrolliert eine Buchhaltung, ist Irstrulaor einer Chaluzgruppc, Vorsteher eines hebräischen Kurses, Initiator der Privatinitiative, Leiter eines Wahlbüros u. dgl. zur selben Zeit oder hintereinander, wie es gerade kommt. Man muß auf allen Gebieten tätig sein, und von jedem etwas können, d. h. in der Regel von keinem viel. Die Oberflächlich• keit wird zur Lebensaufgabe. Gerade dies aber stößt ernst• hafte Menschen ab. Es fehlt bei uns jede Möglichkeit zur Schulung und Weitcrausbildung, zur inneren und äußeren Ent* Wicklung und damit auch die Aussicht auf eine Laufbahn. Der Beamte, der in der Regel nach zufälligen Gesichtspunkten auf irgendeinen Platz gestellt wird, nutzt sich in der Tages• fron des Dienstes ab und wird in dem grauen Einerlei der Arbeit bald verbraucht. Niemand kümmert sich um ihn, wenn nicht der Verbandsvorstand, der ihn anstellt und der keineswegs Immer geneigt ist, dem Beamten die notwendige Freiheit der Arbeit zu lassen, und der von ihm in der Regel auch die Einstellung auf die wechselnde Zusammensetzung des Vorstandes verlangt. Die Zionistische Organisation selbst, d. h. die Zentrale, hat kein Verhältnis zu den Beamten, kümmert sich nicht um sie, kennt die meisten gar nicht..!Wie schon die Anstellung gewöhnlich nach zufälligen Gesichtspunkten — normaler Weg: das Zcitungsinserat — erfolgt, so Ist die Weiterverwendung von zufälligen Gesichts• punkten abhängig, und wenn nicht irgendein Glückszufall da• zwischen kommt, bleibt der Beamte sein Leben lang auf der Stelle und in der Arbeit sitzen, in die er einmal geraten ist. Dies alles hat subjektiv die Wirkung, daß qualifizierte Kräfte außerordentlich zurückhaltend sind, wenn es sich darum handelt, einem Rufe der Zionistischen Organisation Folge zu leisten. Die Arbeit entbehrt der Umgrenzung, eine Laufbahn ist nicht vorhanden, und die materiellen Aussichten, die geboten werden, sind gewiß nicht verlockend,. Die Zukunft ״der Beamten ist ungesichert, jede neue Zusammensetzung des Verbandsvorstandes kann das Ende ihrer Bcamtenexistenz bedeuten, Dem allem entspricht eine gewisse soziale Miß• achtung des zionistischen Beamten. Jeder Schekelzahler glaubt in ihm einen Räuber am öffentlichen Gut erblicken zu dürfen. Entscheidend ist aber der Umstand, daß der Zionist in dem Augenblick, wo er sich entschließt, in die zionistische Beamtenschaft einzutreten, sich tatsächlich von Palästina scheidet Die Aussicht, die jeder nichtbcaintete Zionist hat, genügend Geld zu verdienen, um sich eines Tages in Pa• läsiina ansicdeln zu können, ist den zionistischen Beamten genommen. Ihre aufreibende, meistens durch Reisen unter• brochene Tätigkeit läßt ihnen in der Regel nicht einmal die Möglichkeit, sich in der hebräischen Sprache auszubildcn. Nach soundsovielcn Jahren harter Arbeit sind sie verbraucht und können als müde mittellose Menschen nicht daran denken, nach Palästina zu gehen. Die jüdische Verwaltung in Palästina aber stellt ihre Beamten ein unter irgendwelchen Gesichts• punkten, niemals aber unter dem der Auswahl unter den vor• handenen und dafür geeigneten Beamten der Zionistischen Organisation. Kurz und gut: der Zionist, der seine zio• nistische Oesinnung am meisten betätigt und deshalb zio• justischer Beamter geworden ist, hat sich am meisten von der Erfüllung seines zionistischen Ideals entfernt. Es ergeben sich zwei Forderungen: 1, Die Betreibung einer systematischen Be• *mtenpolitik innerhalb der Zionistischen Organisation. 2. Die systematische Schulung der Beamten der Zionistischen Organisation. Die Beamtcnpolilik der Zionistischen Organisation muß danach streben, aus der zionistischen Beamtenschaft ein homo• genes Gebilde zu machen, die Beamtenschaft subjektiv und objektiv bestens zu verwerten, sie in dauerndem Kontakt mit der Leitung zu halten und in dem einzelnen Beamten das Bewußtsein groß werden zu lassen, daß er ein Glied des gesamten Apparates ist, dessen Tätigkeit von der Zentrale beachtet und so geregelt wird, daß ihm die Möglichkeit der besten Entfaltung seiner Kräfte — einer Laufbahn — gegeben wird. Letztes Ziel dieser Politik, die dem Beamten das Gefühl der Vereinsamung nehmen und ihn in engste Verbindung mit den zentralen Stellen zu bringen hat, ist Vorbereitung und Erziehung einer Beamtenschaft für das jüdische Gemein• wesen in Palästina. Die zionistische Beamtenschaft im Galuttj sollte das Kadre bilden, aus dem die Beamtenschaft für die jüdische ,Verwaltung in Palästina — selbstverständlich nur nach Maßgäbe der Eignung und ohne daß dem Einzelnen ein An• epruch zugestanden ■werden kann — sich rekrutiert. Zu dem Zwecke müßte bei der Zionistischen Exekutive eine besondere Stelle — Beamtendezernat — eingerichtet werden, die für die Schulung und beste Verwendung des Beamtenapparates der Zionistischen Organisation verantwortlieh wäre. Bei dieser Stelle sollten möglichst alle An• forderungen nach Beamten, d. h. also sowohl die der Exe• kutive, wie der Verbände und der verschiedenen zionistischen Institutionen innerhalb und außerhalb Palästinas zusammen• laufen. Dorthin wären auch die Gesuche der einzelnen Be• werber zu richten, wobei natürlich nicht an irgendwelche untergeordnete Posten gedacht ist. Das Beamtendezernat müßte einen Uebcrblick über den gesamten zionistischen Beamtenapparat ln den verschiedenen Lindern haben, was nicht heißt, daß Ihm jede Schräbmascliimstin und jeder Hilfsbuchhaltcr bekannt sein muß, es müßte auch informiert •ein über das Material an Bewerbern, das vorhanden ist und hätte dafür zu sorgen, daß eine ausreichende Zahl fähiger und womöglich vorgebiideter Menschen für die Arbeit zur Verfügung steht. So daß, wenn ein Verband einen Partei• Sekretär braucht oder wenn die Keren Hajessod-Leltung Propagandisten verlangt oder wenn unsere Bankinstitute Umschau *) Sieh« Nr. 32 der ״Jüd. Rundschau“, J halten nach fähigen Bankbeamten, die geneigt sind, *ich eine Laufbahn Innerhalb unserer f-'irranvinstitute zu suchen, oder gar wenn unsere Schulen hier oder drüben Lehrer und Lehrerinnen suchen, das Beamten,kzernat herangezogen werden und imstande sein müßte, die geeigneten Menschen zur Verfügung zu stellen. Eine Stelle, <110 darüber Informiert ist, wo Menschen gebraucht werden und bei der gleichzeitig die Angebote der Bewerber ztisammcnlaufcn, die auch weiß, wo ein Beamter sitzt, der für den von llun beklcidelen Posten wenig geeignet ist, aber für einen anderen sehr wohl in Frage käme, oder den auf einem anderen Posten zu vor• wenden unter subjektiven oder objektiven Gesichtspunkten wünschenswert erscheint, eine solche Stelle könnte, lebendig und initiativ geleitet, Außerordentliches für die Schaffung eines zionistischen Vcrwaltungsapparatcs leisten, Ihr obläge die gesamte Fürsorge für die Beamtenschaft, sie hätte sich um ihre ausreichende Honorierung zu kümmern und darum, daß ein Beamtenrecht geschaffen wird, das die Pflichten und die Rechte der Beamten In individueller und materieller Hinsicht fcstlcgen und die einzelnen Stellen darauf verpflichten ויי» Der Erfolg der Schekelsammlung ist der Prüfstein für den Geist und die K r a f t der Ortsgruppe <0 Der nächste Schckdauswcis erscheint in wenigen Tegen 1111111 nrani Ci■;; müßte. Von dieser Stelle müßte auch die Schaffung einer Pension* Versicherung für die Angestellten der Zio• nistischen Organisation in die Wege geleitet werden, was bei der großen Zahl der heute bereits In Frage kommenden Beamten nicht mehr sehr schwierig oder kostspielig ist. Alle Arbeiten, die direkt im Aufträge unserer Zentralen Stellen erfolgen, cf. h. also insbesondere die Arbeit unserer Finanzpropaganda müssen In ihnen leitenden Stellungen von Beamten betrieben werden, die direkt zu den in Frage koirt• nienden Zentralstellen rcssorticrcn und von ihnen, d. h. also nicht von den Uiitcrorgauisaü'oncn, den Verbänden und Landes• stellen angcslclit werden,' Nur dieses System garantiert die Einheitlichkeit der Arbeit und insbesondere bei der Finanz׳ Propaganda die Durchschlagskraft der Aktion, Es ist heute gar nicht so selten, daß die lokalen Stellen, die Beamten an stellen, daraus ein Bewußtsein ihrer Ucberordnung und der Unterordnung der Beamten hcrlcitcn, das es diesen Beamten faktisch unmöglich macht, auch gegenüber ihren ״Brotgcbern", z. B. die Maasszrfordcrung mit dein erforderlichen Nachdruck zu vertreten. Es darf kühn behauptet werden, daß die nicht wcgzulcugncnde Tatsache, daß gerade sovicie leitende Zio• nisten sich ihrer Maasscrpilicht entziehen, nicht zum wenigs'.cn darauf zurückzuführen ist, daß sie es ablehnen, sich von einem ״Untergebenen ' an ihre Pilicht erinnern zu lassen. Für einen Teil der leitenden Beamten des Keren Hajcssod, des Jüdischen Natjonalfonds und der Palästinaiimter ist die hier verlangte Regelung bereits durchgeführt und hat auch zu keinerlei Schwierigkeiten bei den Verbänden Anlaß gegeben. Die zweite Forderung verlangt die Schulung der Boamten. Wir müssen dafür Sorge tragen, daß unsere Be amtcnschaft auf den höchsten Stand der Wissenschaft von Zionismus, Organisation, Finanzierung, Technik usw. kommt. Dem Zwecke müssen möglichst unbürokratische Einrichtungen dienen, etwa in der Form von gelegentlichen gemeinsamen Zusammenkünften der Beamtenschaft oder Teile derselben, vielleicht durch Arrangierung gemeinsamer Ferienaufenthalte, innerhalb derer die Beamten über praktische Und theoretische Frs־־cn informiert werden, ihre Erfahrungen austauschen, jedes ncm.uftauchcnde Problem auf seine praktische Behandlung prüfen und von wo aus die so gewonnenen Ergebnisse der Gesamtheit der zionistischen Mitarbeiter zugänglich gemacht werden. So bekommen wir nicht nur einen geschulten Bc amtenkörper, sondern kommen auch in die Lage, das System unserer Arbeit dauernd an den Ergebnissen kontrollieren zu können. Bei solchen Gelegenheiten würde nicht nur das Wissen der zionistischen Beamten vermehrt werden, hier könnte auch durch gegenseitige Beeinflussung jener Beamtcngcist entstehen, von dessen Vorhandensein die Wirkung unserer Beamtenschaft abhängen wird. Das nämlich, was der Beamtenschaft eines Staates an Wirkungsmöglichkeit in den Machtmitteln des Staates zur Verfügung steht, muß der zionistische Beamte aus seiner speziellen Qualität zu entfalten imstande sein. Für den zionistischen Beamten genügt nicht nur das Wissen und die technische Fertigkeit, er bedarf der besonderen seelischen Einstellung, der restlosen Hingabe an die nationale Aufgabe, Er muß von seiner Aufgabe uudl von den Forderungen, die sie an ilm stellt, 80 durchdrungen sein, wie etwa der Chaluz von seiner. Der zionistische Beamte 5011 der Chaluz des Galuth sein. Diesen Chaluzgeist zu entfachen, kt nicht die unWcscnt» liebste Aufgabe, die wir Unter der Schulung unserer Beamten׳ schaff verstehen. _ ־ ׳ Mit der Scliaffung dne* derartigen bereiten, gut {um dierten, untereinander und mit den leitenden Stellen eng ver* bundeneji, sorgfältig geschulten und seiner hohen Verant• wortung tief bewußten Beamtenkörper» sind׳ wir Imstande, unseren Forderungen die Schlagkraft zu verleihen, die Vor■ Bedingung ihrer Erfüllung ist, und die wir heute immer noch vermissen. Die Produktivität des neu geschaffenen oder er■ weiterten Beamtcnkörpers würde eich automatisch fn einer Intensivierung der freiwilligen Mitarbeit äußern.. Der weit׳ weite Bereich der Zionistischen Organisation bedarf in jedem Falle Üci Mitwirkung ««! wcli\ytitca Stabes frwwiiliger Mit■ arbeiten Sie sind überall vorhanden oder könnten a ' Aber and» dieser Kreis, und er erst zecht, versagt, vc,׳!•“ i sich heute, weil gerade er ganz bc'.orukri der ständigen I fcucrung und Schulung bedarf, und ite nicht erltäit, p, ׳•׳ läge eine der Hauptaufgaben unserer Beamtenschaft, Wir glauben sagen zu dürfen, daß, wenn die Möjjlj&b׳! ' gegeben wird, nach den hier entwickelten Orund5.it«, ^,1, den systematischen Aufbau einer zionistischen Beamten«^׳ L heranzugehen, wir szltr wohl eine genügende Zahl quaßlü;^, j" Menschen finden werden, die in der Arbeit am Aufbau^! jüdischen Volkes ihre Lebensaufgabe erblicken und ihre ףגין,' C Existenz darauf eüisicllen. Es handelt sich um die Schafft! des VcrwaltungMpp.iratcs der Zionistischen Organisation, % in weiterer Folge des nationalgecinten jüdischen Volk«, jt » dem wir ihn bauen, ihm seine sachlichen Aufgaben 6 f weisen und ihn darauf verpflichten, werden wir endlich J kommen, die zionisdcslic Vcrwaltungsarbeit unabhängig jl. machen von den polnischen Begebenheiten, Heute geht ,ff bei uns fast so zu, wie bei jenen Staaten, wo mit dt;?1 Wechsel der Partei die ganze Beamtenschaft bis hinunter Nachtwächter wechseln. Die Tätigkeit last eines jeden JJ *unten ist heute auf» engste verbunden mit seiner politn^J Ucbmcugung, und cs gehört fast zum guten Ton, daß Beamte seine Demission eiirreidht, wenn seine parteipolitisch Einstellung sich nicht mehr mit der der übergeordneten Ste&' deckt. Nicht zum wenigsten hierunter leidet unsere Fm״ zicrungsaktion, leidet unsere gesamte tcchnisclw Arbeit. wenn es klar ist, daß jedem Beamten das uneingeschrinl.; Recht seiner politischen Meinungsäußerung zustehen muß, inJ wenn cs ein Nonsens Ist, ihn dafür, daß er der zionistisches! Arbeit sein Leben widmet, bestrafen zu wollen, indem ms; ihm die Rechte nimmt, die er ohne weiteres hätte, w®J er nicht eine so hohe Auffassung von zionistischer PlM; aufwiese, ist es ebenso klar, daß d;c Arbeit des Beamten! subjektiv und objektiv nicht davon beeinflußt sein darf, welch! .politische Anschauung er hak Es ist ein Unsinn, mehr ak dies, ein Unfug, wenn unser Vcrwaltungsapparat unter p& lilisclicn Gesichtspunkten zusammengesetzt wird. Von da obersten Stellen bis zu den geringsten muß als Grumlafj gelten, daß sie soweit sie nicht ausdrücklich mit äußer« und innerer Poli'ik zu tun haben, lediglich bekleidet werden nach den Gesichtspunkten der fachlichen Eignung, E» ht höchste Zeit, daß der nächste Kongreß bereits diesen Grund• satz stabilisiert und seine Durchsetzung der Leitung zur Pflicht macht. Daß damit auch die Frage der Zusammensetzung de Leitung sich wesentlich einfacher gestaltet, liegt auf der 11134 Denn es ist klar, daß der Kongreß dann die Leitung nur * soweit bestimmen kann, als er ihren politischen Charakter fcstlcgen will. ,Die Fadircssorts einzurichtcu und sie iri dafür geeigneten Personen zu besetzen, ist ausschließlich Sache der Leitung, die dem Kongreß für die Arbeit dieser Stell® verantwortlich ist. So *dien wir, daß die Schaffung einer Beamtenschaft, fcn systematische Schulung und sorgfältige Behandlung die V«• bedingung ist für die effektive Wirtschaft unserer Eia• ridilungen, die seit langem von den verschiedensten Seiten verlangt wird. Wir brauchen den großen geschulten Apparat, damit wir das Volk in seinen Individuen erreichen und die zionistische Forderung vor jedem einzelnen Juden vertreten können. Wir braudicit sie, um das Volk zu organisier« und es zu aktiver Mitarbeit am Aufbau der jüdischen Heim■ *lütte ln Palästina zu bringen. Wir brauchen sie, um d•ie Verwaliungsarbcit frei zu machen von allen unsachlich«, persönlichen, politischen Rücksichtnahmen und sic ausshliell lidt ejnzustellcn auf das Gesetz der höchstmöglichen Wirkung, Was aber insbesondere die Realisierung unserer Finanzierung*■ aktion anlangt, so ist mit der Schaffung eines Beamten• apparates erst die eine Vorbedingung erfüllt, es bleibt di« zweite: das System der Arbeit, nämlich die Vereinheitlichung, die Systematisierung der Finanzierungsaktionen, d. h. der Propaganda. Wie diese herbeigeführt werden kann, 8011 in Schlußar.ikel dargcjlcllt werden. Der SludcnJcnkrleg In RomSnlen In Rumänien nimmt der Hakenkreuz-Terror an den Universitäten seinen Fortgang, £3 liegen uns nachstehende Meldungen vor: Bukarest, '(}. C. B.) Die Universität ist für unbe stirnnitc Zeit geschlossen worden, nachdem ein starkes MiliLäraufgebot das Univcrsitälsgcbüudc gestürmt und die in Univcrsitätsinnem cingcsclilosscncn und verbarrikadierten nf manischen Studenten mit Gewalt entfernt hatte. Die rumänische Studentenschaft leistete heftigen Widerstand. 1 Offizier und 2 Soldaten erlitten Verletzungen. Auch unter den Studenten gab es eine größere Anzahl Verwundeter. 30 Student«* wurden verhaf.ct, 12 jedoch bald wieder freigelasscn. Jassy. (J. C. B.) Die Universität Ist noch immer von großen Sludcntenmassen außen blockiert, und auch innen Besetzt, Die Studenten haben ach hinter Barrikade״ verschanzt. Die Blockade wird auch des Nachts auf• rcclilcrhalien, obwohl die Verlosungen amtlich für 15 Tag• Sisliert wurden. Alle Versuche des Rektors Prof. Sinikmosor, auf die Studenten begünstigend einzuwirken, blieben ergehn* los. Der akademische Senat beschloß einen letzten _ App» zur Bewahrung der Ruhe an die Studenten zu richten, widrigen• falls die Universität etv.igültig das ganze Sommersemester £׳״ schlossen bleiben wird. Klausenburg. (J.C.B.) Der akademische Senat sprath die Relcgierung von 97 Studenten aus. Die Mehrzahl besteht aus Juden, C 11 t n o w i 11. (J. C. B.) Ke Universität Ist geöffndi die Professoren kommen zu den Vorlesungen, die jedoch über aus spärlich besucht sind. Auch die deutschen uno polnisch«* Studenten beobachten Abstinenz, Bukarest. (J. C. B.) Der Kongreß der rumiiniseM« Studenten beschloß, an den König ein Memorandum zu richten» in welchem die Auflösung de» Parlamente und die Au»• Schreibung von Neuwahlen in Verbindung mit einem Plebuz״ über die Judenfrage verlangt wird. Der Generalkongreß der christlichen Studentenschaft erließ ein Manifest an die Bevölkerung, in welchem die An- Wendung von Oewaltmaßnahnicn zwecks Durchsetzung ״״ antisemitischen Forderungen ingekündigt wird. Die Bewachung der medizinischen Fakultät wurde der Gendarmerie übertragen. Jassy. 0• C. B.) Die Universität dürfte bis zum Herbst geschlossen bleiben. Eine Abordnung dar i!iesiff«n Studenten• Schaft begab sich nach Klausenburg, um die dortigen Student‘» zur Verschärfung des Kampfes zu ermuntern, der pj fahr,1 ■sein»*׳; Man,, ■ Ver: ■! errie;;■ *ein« ׳'■׳ die '1 der 1 j fähig die h־ die p» weg' . dem «cha Ab« und ׳?׳'

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