Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 35-36 (4.5.1923)
- Date
- 1923-05-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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%u- ׳ Seite 212 europäischen Einflusses clngetrctcn und werden der Technik reiche Gelegenheit zu knltiirfOrdcriidcn Werken Rehen. Auch Aegypten, dessen intensive Entwicklung während der letzten Jahrzehnte für den übrigen Orient als wegweisend angesehen werde״ kann, wird dauernd eine Stätte reger technischer Arbeit bleiben, Die geschilderte Entwicklung findet Jedoch ein schwer• wiegendes Hemmnis in dem Mangel an genügend ansgcbihletcn technischen Kräften. Dieses gilt weniger für die leitenden Personen, Ingenieure und Architekten, die mir in Verhältnis• mäßig geringer Zaiil erfordert werden und zur Genüge aus dem Ausland zu erwarten sind, Was für Palästina und den Orient viel dringender und in weit größerem Umfange he* nötigt wird, sind technische Kräfte mittleren und niederen Grades, die vornehmlich für die eigentliche Ausführung der technischen Arbeiten in Betracht kommen. Hierher gehören im wesentlichen die drei folgenden Kategorien: it Handwerker und Facharbeiter (Stcinhaucr! Maurer, Tisch• ler, Zimmcrleute, Schlosser, Schmiede, Klempner, In• 1 stallateme, Elektriker), 2. Werkmeister, Poliere, Maschinisten, Monteure, 3, Techniker, Bauführer und Betriebsleiter, Alle Fachleute, die mit technischen Arbeiten im Orient lu tun haben, wissen, wie empfindlich sich der Mangel an geschulten Kräften dieser Art geltend macht, Das beste Projekt wird entwertet, wenn seine Durchführung nicht das entsprechende Aufsichts- und Arbeitspersonai findet. .Dies Ist eine der Hauptursaehcn, warum die technische Produktion eich bisher im allgemeinen nicht über ein gewisses niedriges Niveau erhoben hat. Dieser Maßstab wird mit der Zunahme des Bedürfnisses und mit der Ausdehnung des Umfanges technischer Arbeiten noch erheblich wachsen. Dabei ist ohne eine speziell au diesem Zwecke organisierte Institution keine Besserung zu erwarten. Alle gelegentlichen Versuche einer fachlichen Ausbildung, die bisher im Lande unternommen wurden, haben keinen nennenswerten Erfolg gezeitigt. Auch im Auslände, speziell im europäischen Osten, der als Hauptreservoir der Einwanderung nach Palästina in Betracht kommt, ist es nicht besser bestellt. Im Gegensatz zur höheren tcchnisehen Karriere, die in der letzten Generation auf luden eine stärkere Anziehungskraft ausgeübt hat, wandten sieh nur •Vereinzelte mittleren und nicdeicn technischen Berufen zu Und mußten dabei meist jede systematische Ausbildung ent• bohren. Dagegen jetzt, wo endlich eine veränderte Einstellung der Juden zu diesen Berufskreisen erkennbar ist, raubt die Wirtschaftliche Krisis des Ostens so gut wie jede Möglichkeit Lu einer gründlichen Schulung. Ohnehin kann eine solche für Berufe der erwähnten Art am besten nur im Lande selbst erfolgen, d. h. unter den besonderen Verhältnissen, unter denen ihre spätere Ausübung vor sich gehen soll. Griindliehe Kenntnis der Landesbedingungen und Vertrautheit mit der Eigenart seiner Bewohner und mit den Landessprachen sind nicht weniger wichtig als die Erwerbung der Fachkennt• nisse. Darin liegt eben die besondere Begründung, welche die Schaffung einer solchen technischen Erziehungsstätte für Palästina gerade im Lande selbst gebietet. Diese Notwendigkeit entspringt aber auch noch aus einer änderen Forderung. Eines der wichtigsten Erzichungsproblemc in Palästina ist die berufliche Ausbildung der erwachsenen Jugend. Für den Schulunterricht sorgen niedere und mittlere Anstalten ln ausreichender Zahl und mit befriedigendem Er• folge, dagegen öffnet sich nach Abschluß der Schulzeit eine bedenkliche Lücke. Bis jetzt gibt cs nur wenige Einrichhingen, welche die Jugend durch fachliche Ausbildung auf das praktische Berufsleben vorbereiten. Dadurch sehen sich viele gezwungen, zu diesem Zweck das Ausland aufzusuchen und gehen hierdurch Palästina entweder ganz verloren oder werden ihm wenigstens innerlich entfremdet. Und die Mehrheit, die im Lande bleiben muß, findet nicht die geeigneten!Wege, um ihre Kräfte und Fähigkeiten voll nuszum1tz.cn. Aus diesem Ucbelstand erwächst eine weitverbreitete Miß• Stimmung in den besten Kreisen der Jugend, die von einem lebhaften Drang nach produktiver Arbeit erfüllt ist. Noch stärker lebt unter den ncueinwandernden ״Chahizim“ das Streben, durch eigene Arbeit an der Regeneration des Landes und Volkes tätigen Anteil zu nehmen. Es ist ein charakteristisches Zeichen,' daß sieh In der letzten Zeit die Mehrheit der arbeitenden Kräfte der Industrie und den technischen Handwerken, besonders dem Baugewerbe, zugewandt hat. Wohl waren die treibenden Motive anfangs mehr äußerlicher Natur: der Druck der anschwellenden Ein- Wanderung und die beschränkten Arbeitsmöglichkeiten, die durch die Landwirtschaft, zuvor das einzige Ziel der Chaluzim, geboten werden. Doch die technische Arbeit, die zuerst nur ans Not, oft widerwillig übernommen wurde, wuchs all• mählich in die Herzen und Vorstellungen der Arbeiter hinein, und wurde bald als ein der Landarbeit gleichwertiges Glied des Aufbauwerkes empfunden. Die palästinensische Arbeiter- Organisation hat durch die Schaffung des ״Misrad l’awodoth zlburiot iilcbinjan“ einen wichtigen Schritt zur Einführung jüdischer Arbeiter in die technische Sphäre getan. Ohne jedes Vorbild, zahllosen äußeren und inneren Scliwierigkeitcn zum Trotz, hat diese Einrichtung den kühnen Versuch gemacht, jüdische Bauarbeiter, die fast ausnahmslos Anfänger waren, derart zu organisieren, daß sie umfangreiche Hoch■ und Tiefbauarbeiten in genossenschaftlicher Form selbständig durclizufülireii vermochten. Der Versuch ist gelungen und der Misrad ist heute das größte Bauunternehmern Palästinas geworden, das nicht nur Aufträge jüdischer Bauherren, sondern auch solche der Regierung erhält. Während noch vor einigen Jahren nur mit Mühe und sehr vereinzelt jüdische Bauhand• werker im Lande zu finden waren, haben diese jetzt den jüdischen Baumarkt uneingeschränkt erobert. Ja, ihr wirkungs• kreis beginnt sogar die Grenzen Palästinas zu überschreiten: die französische Mühicnbaugcscllschaft, die gemeinsam mit der Ica die große Mühle In Haifa gebaut hat, hat eine jüdische Gruppe Eisenbetonarbeiter, die sich hierbei bewährt halte, nach Beirut gebracht, um sie dort bei einer ähnlichen Ausführung zu verwenden. So eröffnen sich für die Zukunft noch atissii hlsvollcrc Perspektiven. Immerhin kann bereits jetzt als tatsächliches Ergebnis zweifelsfrei festgestellt werden: das erfolgreiche Eindringen in eine neue Arbeitssphäre hat Tausen■ den von einheimischen und neueingewanderten Juden eine produktive und würdige Arbeit-s* una Existcnzmöglichkelt gegeben. Dadurch hat es gleichzeitig auch dazu beigetragen, an der Lösung des schwierigen Einwanderungsproblems wesentlich mitzuhelfen. Mit ernstem Wollen und hingebender Energie führen Jü■ dlsclic Kräfte diesen schweren opfervollen Umbildungsprozeß durch. Sie dringen in alle Handwerkszwclge des technischen und industriellen Bereiches, selbst in die schwersten, ein und bemühen sich, ihre Leistungen qualitativ und quantitativ zu steigern. Doch Wille und Hingabe allein reichen nicht aus, das fachliche Können und die Beherrschung des Handwerks zu ersetzen, die allein durch eine richtig geleitete Schulung und Fingere praktische Erfahrung erworben werden können. Hier klafft noch eine breite Lücke zwischen den wirklichen Forderungen der Arbeit und dein Können der Menschen, ln deren Händen ihre Ausführung liegt. Diese Lücke auszufüllen, ■wird die Auf gäbe des J üdlschenTechnischen Instituts in Haifa sein. Entsprechend den für das Land hauptsächlich In Betracht komme naen Zwciggebicten der Technik wird *Ich die Anstalt in drei Abteilungen gliedern: :_y . .״? K ■*־׳ '■ ■ JU EPISCHE RUNDSCHAU 1. Hochbau, 2. Tiefbau, . 3. Maschinen• und Elcklrotccluük, Andere technische Gebiete, wie chemische Technologie, Berg- und Hüttenwesen, sind vorläufig Im Orient noch zu unentwickelt, als daß man schon jetzt zu Ihrer Aufnahme in den Lehrplan Stellung nehmen könnte. Die Besonderheit der Verhältnisse, die durch die Eigenart von Land und Menschen bedingt ist, verbietet es, bei der inneren Ausgestaltung des Technischen Instituts fremde Vorbilder nachziinInnen. Vielmehr müssen Inhalt und Ziel der Ausbildung sorgfältig den Bedürfnissen und Möglich• keiten Palästinas atigcpaßt werden. Hieraus ergeben sich gewisse Grundprinzipien als maßgebend für den Ausbau der Anstalt. Die einzelnen Gruppen technischer Kräfte, die im vorigen Abschnitt genannt worden sind, verlangen, sowohl nach ihrem Fachgebiet wie nach der Art ihrer beruflichen Leistung, eine T r e n n u n g in ihrer Ausbildung, Ein gemeinsamer Unterricht von Gruppen mit verschiedenen Bedürfnissen würde Vcrwirrung schaffen und jene Oberflächlichkeit fördern, die leider gegenwärtig nocli ein charakteristischer Zug jüdischer Hand• werkersarbeit ist. Der Schüler muß sein Fach derart erlernen, daß er es zu seiner wirklichen Beherrschung bringt. Daher muß die Ausbildung gründlich sein, darf jedoch nicht über die wirklichen Forderungen seines Berufes oder den Grad seiner Reife hinausgehen. Dies führt zu einer gewissen Beschränkung, wie sie eben durch die Möglichkeiten des Landes geboten ist. Es muß vermieden werden, den Schüler auf eine Stufe zu bringen, die ihm nicht genügende Aussichten auf ständige Beschäftigung bietet. Lin Zuviel wäre somit ebenso nachteilig, wie cs ein Zuwenig wäre. Auch müssen wir uns davor hüten, einseitig ausgcbildctc Spezialisten zu züchten, wie sic die hochentwickelte Industrie anderer Länder verlangt, dagegen der Orient in absehbarer Zeit nicht benötigen wird. Der Unterricht muß einen gesuiidcn Mittelweg einschlagen und die Schüler durch eine gute Ausbildung in allen wichtigen Zweigen ihres Faches so weit bringen, daß sie sich erfolgreich in die verschieden• artigen Aufgaben der Praxis hindntinden können. Das wird ihnen auch die besten Chancen für ihr Weiterkommen sichern. Das Bedürfnis des Landes ist am stärksten und Umfassend• sten auf die erste Kategorie, die Handwerker und Facharbeiter, gerichtet und verringert sich naturgemäß in den anderen Gruppen. Der Nachträge entsprechend muß 011dl ein stufenweiser Ausbau der Anstalt von unten auf erfolgen. Dasselbe gilt für die Ausdehnung in die Breite. Die Abteilungen für Hoch■: und Tiefbau als die vorerst wich• tigsfen Zweige müssen den Anfang machen, während die dritte, die der Maschinen• und Elektrotechnik, etwas später nachfolgcn kann, So braucht die Anstalt nicht gleich in ihrem ganzen Umfang ins Leber! zu treten, sondern wird erst im Laufe einiger Jahre zum vollen Ausbau gelangen. Dieser Weg gestattet, die hohen Einrichtungskosten über einen längeren Zeitraum zu verteilen, und bietet die Möglichkeit, in lang• sanier Entwicklung eigene Erfahrungen zu sammeln und zu verwerten. Unter den maßgebenden Gesichtspunkten gilt schließlich noch die Betonung der praktischen Seite in der Ausbildung. Gerade für uns Juden muß auf sic besonderer Nachdruck gelegt werden, da Misere Veranlagung von Hans aus mehr nach der abstrakten Seite neigt und sich daher gegenüber der technischen Denkart und Vorstcllungsweise etwas spröde verhält. Besonders für die beiden unteren Gruppen technischer Kräfte hat der theoretische Anteil der Ausbildung zurückzutreten gegenüber einer gründlichen, viel scitigcn Schulung der manuellen Fertigkeiten. Nur dadurch kann das niedrige Niveau der palästinensischen Arbeitsweisen erfolgreich gehoben und ihre Wirtschaftlichkeit gesteigert werden. Aber auch für die oberste Gruppe, die Techniker, muß die Ausbildungsdevise sein: weniger theoretischer Lehr• Stoff, mehr Beherrschung der handwerklichen Grundlagen, Denn jene Fachleute, denen die Aufgabe der Bau• und Be• tricbsfülirung zufällt, müssen init allen praktischen Details der Arbeitsvorgänge ausreichend vertraut sein. Aus dieser zuletzt betonten Notwendigkeit ergibt sich die Forderung, den Unterricht in weitgehendem Maße auf Selbstbeobachtung und eigener Arbeit aufzitbaucn imd auch den theoretischen Teil zur Entwicklung des technischen Vorstcllungsvermögcns konkret und anschaulich zu gestalten. De! crstcrcn Aufgabe müssen — nach englischem und amerikani• schcm Vorbild — eigene Laboratorien und Werkstätten dienen, die letztere durch Intensive Zeichenübungen und durch reichhaltige Sammlungen instruktiver Lehrmittel befriedigt werden, Diesen praktischen Hilfsmitteln des Unterrichts ist um so mehr Gewicht bcizulcgcn, als sie zugleich auch, wie noch gezeigt werden wird, den Interessen der Praxis direkt nutzbar gemacht werden sollen. Schließlich sollen sie einen gewissen Ersatz für den Mangel an lebendigen Anregungen bieten, die andere in den Zentren industriellen Lebens liegende Anstalten in ihrer Umgebung finden. Daher müssen Labora• torien, Werkstätten und Sammlungen gut und reichhaltig ausgestattet sein. Allerdings darf hierbei nicht vergessen werden, daß sie weniger rein wissenschaftlichen als vornehmlich praktischen Aufgaben zu dienen haben. Die Sammlungen sollen Lehr* und Anschauungsmittel für alle Fächer enthalten: Maschinen, Apparate und Modelle, Proben von Materialien, Maschinen• und Bauteilen, Vorlagen für Zeichen- und Modellicruntcrricht, technische ,Zeichnungen und Demonstrationstafeln, Photographien, Diapositive und kinematographische Filme. Daran soll sich eine reichhaltige Bibliothek anschließcn, nicht nur technischen, sondem auch allgemeinen Inhalts, um dadurch zugleich der ge• samten jüdischen Bevölkerung: Haifas zu dienen. Die Laboratorien gliedern sich in solche für die vorbereiten• den naturwissenschaftlichen Fächer — Physik (speziell Me• chanlk), Chemie, Mineralogie und Oeologie — und jene für technische Gebiete: Maschinenanlagcn, Elektrotechnik und Materialicnpriifung. Eine ausliihrlichcre Erwähnung erfordern die Werk■ statten. Sie sind hauptsächlich für die verschiedenen Zweige der Mctallgcwerbc vorgesehen — Schlosserei, Schmiede, Klempnerei, Gießerei und mechanische Werkstatt —, in geringerem Maße für das Baugewerbe, Tischlerei, Steinbearbeitung und das Maurerhandwerk. Der Besitz eigener Werkstätten ist für das Technische Institut nicht nur dadurch wichtig, daß sic den theoretischen Unterricht ergänzen und lebendig gestalten, sondern auch für seinen Bedarf an Neueinrichtungen und Rcparaturen selbst versorgen können. Aber darüber hinausgilbend haben die Werkstätten noch die Aufgabe, an der praktischen Ausbildung der Schüler, deren Wichtigkeit bereits betont wurde, mltzuwlrkcn. Diese Frage bietet in Ländern mit hochentwickelter Technik keine besonderen Schwierigkeiten, da die lebendige Praxis, die die beste Lehrmeisterm ist, reichliche Gelegenheit zu praktischer Schulung bietet. Anders liegt es in Palästina, wo sieh die Industrie zurzeit noch in bescheidenen Anfängen befindet und das Handwerk wenig entwickelt ist. Dieser Mangel macht sich besonders im Maschincnfach geltend. Hier müssen eben die Werkstätten der Anstalt aushclien, und, soweit es die finanzielle Möglichkeit gestattet, den Schülern auch jene manuelle Ausbildung geben, die ihnen sonst die Praxis versagt. Die zukünftige Entwicklung von Industrie und Gewerbe wird jenen Miß• stand allmählich verringern und das Technische Institut von dieser Aufgabe sntlasteu, die «1 vorläufig aut sich nehmen Nr. 35 38׳ muß. Die pädagogischen und ökonomischen Nachteile, die m dem System der Ldn Werkstätten verbunden sind, müssen durch möglichst cn^c Berührung mit der Praxis, Aufnahme duktiver Arbeit und dg!״ eingeschränkt werden. Art und Dauer der Ausbildung mi ssen für <]■, einzelnen Kategorien verschieden sein. Handwerker und Fach, arbeiter, die schon mitten ln der Brrtifsattsiihung stellen, si;4 zu ihrer Weiterbildung im allgemeinen aut Abend kur,, angewiesen, die wie alle anderen aus Vorträgen und Werk, stattarbeit zusammengesetzt sein werden. Bei Handwerk. Ichrlinge» ist darauf zu scheu, daß sic eine praktische Am. bildung von etwa drei Jahren erhalten, die zum Teil in <scn Lehrwerks(;!tten gegeben werden kann. An diese muß sich während der ganzen Zeit theorc.Isolier Unterricht in Abend• oder Ihlbtngcskursm anschließcn. Diese Veranstaltungen können natürlich nur den in Haifa ansässigen Handwerken lind Arbeitern zugute kommen, die in bedeutender Zahl ig den Eisenbahnbetrieben, in Fabriken und bei Bauarbeiten fee■ schäfiigt sind. An den übrigen Orten des Landes, besonders in!Jerusalem und Jaffa-Tel-Awiw, müssen ähnliche lokale Einrichtungen vorgesehen werden, die auch durch das Tech• nischc Institut fordernd beeinflußt werden können: durch Lieferung der Unterrichtsmittel, Ausarbeitung gleichmäßiger Programme und Lehrstoffe, Ausbildung von Lehrern 11, dg!, Auch ist an die Veranstaltung von Watidcrkurscn zu denken, Für besondere Zwecke werden gelegentliche Tage!• Sonderkurse von längerer Dauer (Wochen oder Monaten) eingerichtet werden. Sie sollen alleren Handwerkern, sowie den Angehörigen der zweiten Gruppe (Meistern, Polieren, MontciiH'u usw.) in arbcitsiiilen Zeiten Gelegenheit geben, auf ihrem Spezialgebiete und in verwandten Zweigen eine gründlichere Weiterbildung zu ei langen, ln ähnlicher Weise sollen besondere praktische Kurse Kolonisten und Iandwirt• schaftHclie Arbeiter mit einfachen, für sie wichtigen Hand• werksarbeiten vertraut machen: Bedienung und kleineren Rt• paraturen an ihren Geräten und Maschinen, Tischlerarbeiten u. dgl. Die Erlangung solcher Fertigkeiten würde den Land• wirt selbständiger machen und ihm überflüssige Kosten et• sparen. Die höchsten Anforderungen in bezug auf Zeit und Ver■ fiefung stelii die Ausbildung der letzten Gruppe, der Tech• niker. Da diese Schüler ihre ganze Zeit ungeteilt ausnüuen können, ist ihnen der in den Tageskursen stattiindende Hauptuntmicht gewidmet. Die theoretische Erziehung wird 2—2•/, Jahre erfordern, während die praktische U/j—2 Jahre beanspruche״ wird. Die letztere wird zweckmäßig über einen längeren Zeitraum verteilt und soll mit dem theoretischen Studium Hand in Hand gehend abwcchseln (Sandwich-System). Die Vorlesungen müssen den Schülern auch Gelegenheit zur Erweiterung ihrer allgemeinen Bildung geben, vornehmlich durch Behandlung von Gegenständen des Judentums und des Orients. Auch die wirtschaftliche und kaufmännische Seite des Berufes sol! berücksichtigt und ausreichende Gelegenheit zur Erlernung und Ucbung der drei Landessprachen gegeben werden. Schließlich soll auch der Pflege körperlicher Ucbungen der gebührende Platz cingeräumt werden, III. Das Technische Institut in Haifa ist dazu berufen, durch Erfüllung seiner Bestimmung, die zweckentsprechende Aus• bildung geeigneter Hilfskräfte, Industrie und Technik Pa• Fistinas und seiner Nachbarländer wertvolle Dienste zu erweisen. Doch seine Aufgabe geht noch darüber hinaus: es ist imstande, auch noch unmittelbar in den Dienst des Au!• gabenkreises der Praxis zu treten. Die Laboratorien und die Werkstätten sind nicht allein den Lelirzvvccken gewidmet, sondern ihre Arbeitsergebnisse soiien auch für die Entwickhing von Industrie und Handwerk unmittelbar nutzbar ge• macht werden. So wird das chemische Laboratorium die na!ür■ liehen Rohstoffe des Landes und die aus ihnen hcrzustd'.cndcn Erzeugnisse untersuchen, Einrichtungen tür Materialprüfung als Wegweiser zur Ausnützung der vorhandenen Baumaterialien dienen, das Maschincnlaboratorium bei der Auswahl und Prü• fung von industriellen und landwirtschaftlichen Maschinen fördernd mitwirken. Das Bedürfnis nach einer solchen beratenden und aufklärcndcn Instanz ist von den technischen Kreisen des Landes wiederholt zum Ausdruck gebracht worden, ohne daß sich bisher ein Weg zu seiner Befriedigung eröffnet hatte. Er wird sich ohne weiteres durch die Verknüpfung mit dem Lehrbetrieb des Technikums bieten, die kaum ncmicns• werte Mehrkosten auferlegt und zugleich auch wieder durch die Verbindung mit der Praxis dem Unterricht zugute kommt. Auch die Sammlungen des Technikums sollen allen inier• cssicrtcn Kreisen zur Verfügung stehen und den Grundstock zur Veranstaltung gelegentlicher Ausstellungen bilden, welche die Fortschritte der Technik vorführen sollen. An dieser Stätte wird auch die technische Terminologie, die heute noch recht lückenhaft ist, entwickelt und ebenso die eigene Literatur an technischen Büchern und Zeitschriften a'lmäh• lieh geschaffen werden, die bisher von den Fachleuten noch sehr vermißt wird. So verleihen die besonderen Verhältnisse des aufstreben• den Palästinas dem Jüdischen Technischen Institut eine weit größcre1 Bedeutung, als sonst einer entsprechenden Lehr• anstalt in einem fortgeschrittenen Lande zukommen würde. Es ist als ein lebendiges Zentrum anzusehen, von dem viel• faltige Wirkungen ausstrahlen werden, welche den wirlschafl• liehen Aufbau Palästinas beeinflussen und seiner industriellen Entwicklung einen lebhaften Anstoß geben werden. Die Tätig• keit der Anstalt wird nicht nur unserem eigenen Volke, son• dem auch den übrigen Bewohnern des Landes Nutzen bringen, da cs allen, ohne Unterschied der Abstammung und des Glaubens, offen stehen wird. Ebenso werden auch die in• direkten Wirkungen, durch die cs den Fortschri.t des Landes fördern wird, allen. Teilen gleichmäßig zugute kommen. So wird cs zu einem friedlichen Zusammenwirken zwischen Juden und Arabern beitragen und dazu mithelfcn, die bestehenden Gegensätze auszuglcichen. Fiir das jüdische Volk bedeutet aber das Technische Institut noch mehr. Es wird ein neues wirksames Glied in unserem kulturellen Schönfungswcrk sein. Zugleich aber trägt es auch eine gesunde Gegenkraft gegen die Gefahr eines einseitigen Intellektualismus in sich. Durch die Verschmclzung von geistiger und körperlicher Arbeit zu einem harmo• nischcn Ganzen nimmt es wesentlichen Anteil an der Schaffung der neuen jüdischen, Ocncration, auf die unsere Hoflnungen gelichtet sind. So ist das Jüdische Technische Institut ein wertvoller Faktor im Aufbau des jüdischen Nationa'11 i 5 und in der gesunden Entwicklung des neuen Palästinas. Möglichkeiten Iflr die ErÖIinung eines Hotels in Saicd Der Sub Governor von Safcd teilt mit, daß in Safed ein entsprechendes Hotel eröffnet werden könnte. Man nimmt an, daß die Zahl der Reisenden und Besucher in Safed dank der guten Verbindungen steigen wird. Der Sub Governor ist der Ansicht, daß 500—600 äg. Pfund genügen dürften, ein Hotel mit 5—6 Schlafräumen (10—12 Betten) zu mieten und auszustatten. Personen, die sich datür Interessieren, wollen mit dem Sub Oovemor von Safed in Verbindung treten. Kap! selb Kob Geh holt best auf inlo Au! V