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Jüdische Rundschau · 1923-05-04 · Heft 35-36 (4.5.1923) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 35-36 (4.5.1923)
Date
1923-05-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Es kt Journalist udentums hinstcllt. zuweiscii, oüstäniü״ politische <1 /.u er• ׳äliigemle das Pro• Zionisten n Politik, tu- Redrusalcm“, Wahlen St haben, ו wesenti hoffen, ’ was der [ahr, vor Jeitsfro!» gediehen o-Organs a e einen ition. In נ t w u r i feu wird, ׳schlagen eine DeiVir wer• ־ Wieder• nunmehr ri wieder hltili der tn, warn r Lehrer;imr.iklcr ׳ bringt» d daher, zurückrer eine d:ז von <i:n im ZucgrenCM. tl- MitUl Gefahr, :11 l'hÖH 1!» Haus 11 er auf «:,10 c! r:r den flc:1 Ars.nd rJ {-. Dia [ Neben- >1 ■iclitra ‘ Lehrer fefändii.s «,langen. 2 H t» '<־! y 11 j &1 r -lei lf ’•'־“> ז 11 ’«riivUT tr eines > f־t'.־Te» r nicht a;, 5.05} ז!, teil 0 ■“C1U, feu a>״ jwienn־׳ >1 :-uiW Ife die•* lern neu. Wirklich nicht um recht zu behalten (denn es handelt sich in einer Frage des Tuns nicht um Recht oder Unrecht), versuche ich noch einmal, auf die Frage des industriccilen Aufbaus cinztigchen, sondern weil mir in dieser Erwiderung Gelegenheit gegeben ist, einige Fragen zu berühren, ülicr die in weilen Kreisen noch Unklarheit herrscht, Idi meine die Stellungnahme der ״allgemeinen Arbeiterorganisation" (Histadruth haowdim haibrim) zur Frage der privatkapitalistischen industriellen Tätigkeit in Palästina, Wer die Diskussion in den letzten Nummern der Palästinabcilage über die ״industriellen Kooperativen“ verfolgt hat, könnte leicht den Eindruck gewinnen, daß die ganze Frage sich darum drehe: ״Kooperative oder private industrielle Entwicklung Palästinas“, ln Wirklichkeit ktg diese Problemstellung nicht in meiner Absicht, und die letzte Erwiderung auf meinen Aufsatz verschiebt insofern in ihrer Polemik den Ausgangspunkt, als sie 90 tut, wie wenn diese Frage die zentrale wäre, ln Wirklichkeit habe ich diese Frage in dem cigcntliehen Aufsatz gar nicht berührt. Für mich war es wichtig (der Aufsatz ist zunächst hebräisch in ״Pinkas“, der Zeitschritt der Histadruth erschienen), die Histadruth positiv auf die Notwendigkeit einer Förderung dea Aushaus kooperativ«:r Industrie hinzuweisen, und zweitens, sic vor falschen Wegen in dieser Richtung zu warnen. Eine Bekämpfung der Privat- Industrie lag mir vollkommen fern. Ich glaube in dieser Frage mit 95 0/0 der Chawerim der Histadruth konform zu gehen und schließe aus vielfachen Anfragen außenstehender Kreise üb«־ die Stellung der Histadruth zur Privatindustrie, daß ein Eingehen auf dieses Problem einem allgemeinen Interesse begegnen dürfte. An keiner Stelle habe Ich' gesagt, wie es zum Schluß der letzten Erwiderung heißt, ״daß Palästina nur entweder vom Privatkapital «oder von den Arbeiterkooperativen industricll aufgebaut werden könne“, sondern im Text heißt cs: ״der Träger dieser (״planmäßigen“) Industrialisierung könne nur die Arbeiterschaft sein" (Nummer vom 2. Februar, S. 52 Mitte). Und in dem Wort ״planmäßig“ liegt der entscheidende Unterschied. Es ist für die Histadruth gar keine Frage, daß die Beteiligung■ privater Unternehmer und privaten Kapitals eine unbedingte, zu begrüßende Notwendigkeit beim Aufbau Palästinas ist, unter der Voraussetzung, daß Jüdische Arbeit dabei verwendet sowie ein Existenzmmimum der Arbeiterschaft dabei gewahrt wird, das den Bedingungen der Alijah und Arbeitslosigkeit Rechnung trägt, und daß schließlich die Arbeiterschaft bei der Einstellung und Entlassung von Arbeitern sowie der Einteilung der Arbeit bctätigt ist. Diese letztere Forderung entspringt nicht, wie cs außerhalb Palästinas leicht erscheinen könnte, ״dogmatisch sozialistischen“ Gesichtspunkten, sondern ist auch eine Folge der infolge der Alijah permanent auf einer gewissen Höhe bleibenden Arbeitslosigkeit, die eine Einteilung der Arbeit in der Weise fordert, daß nicht einzelne Arbeiter stets und andere gar nichts arbeiten, sondern daß, wo irgend möglich, eine Einteilung der Arbeit unter sämtlichen Arbeitern stattfindet, wobei inan natürlich der Facharbeit Rechnung trägt. Diese Einteilung kann aber in Palästina von niemand anders als von der Arbeiterschaft selbst vorgenommen werden, weil andere Instanzen außer denen der organisierten Arbeiterschaft überhaupt nicht existieren, ln diesem Sinne sucht die Histadruth einen Weg, der überall sowohl das Interesse der jüdischen Arbeiterschaft wahrt und doch ein Aufkommen einer Industrie, soweit cs an ihr liegt, ermöglicht. Eine ganz andere Fragestellung ist es aber, die zur Forderung einer ״planmäßigen“ lndustrialisicrung führte. Es ist nach unserer Ansicht angcbracht, die Erfolgsmöglichkcitcn der Privatindustric mit dem Pessimismus zu betrachten, der es möglich macht, auf alle Mittel zu sinnen, die einer Industrialisierung die Wege bahnen. Unsere Einstellung hat also nichts mit ״für oder gegen“ zu tun, sondern sucht jeden Weg, der die Industrialisierung fördert. Nur daß sie aus manchen Gründen sich aus der ״planmäßigen“ Förderung einen anderen Aufschwung verspricht, als cs heute der Fall ist Die Tatsachen, daß es heute in Palästina bankrotte Privat- Unternehmungen gibt und daß andererseits die Mehrzahl der kleinbürgerlichen Kapitalisten den leichtesten Weg der Existenz sucht (d. h. Häuserbau zum Zweck, von den Mieten lebe.tr, also arbeitsloses Einkommen cinzuheimsen), widersprechen sich durchaus nicht; die zweite Tatsache ist nur eine Folge der ersten. Es hat sich 11crau&gcstellt, daß es in Palästina nicht genügt, wenn man Geld und Arbeitserfahrung mit- Dingt und im übrigen nach dem europäischen Schema arbeitet. Wir können hier auf all die Fragenkomplexe, Kon• kurrenzfähigkeit, auf den inneren und äußeren Markt, die Frage der billigen arabischen Arbeit, die Selbstverständlichkeit, mit der man nadi europäischem Muster den Leitern das zehn-, zwanzigfachc Gehalt zubilligt wie den Arbeitern usw., nicht äiigclicn; es ist hier nur die Tatsache fcstzustellcn, daß die ungeheure Mehrzahl audi derjenigen, die sogar mit dem Villen hcrkanicn, etwas zu ״unternehmen“, sehr schnell den bequemeren Weg gingen und derartige Gedanken fallen ließen, ich halte den Bauunternehmer für keinen direkt produktiven Unternehmer (d. 11. für jemanden, der urproduktiv ist); und doch ist cs sogar int Bauuiitcmcluraen kein Zufall, daß!.Keilern“ längst kaput ist, ״Habonch“ ürimer mehr zurück tritt und nur die Arbeiterorganisation (ohne Kapital!) eich durchsetzt. Aus derartigen Erkenntnissen entspringt eben der Wunsdi, die kooperative Industrie als Selbstregie in stärkere Konkurrenz auch mit dem Urproduktion industriellen Privatkapital treten zu lassen. Der Forderung einer Betätigung der Arbeiterorganisation in der eigentlichen industriellen Unternehmung (nicht nur Zwischcnunternchmung), liegen sehr billige, aus der Erfahrung gewonnene Ursachen zugrunde, nämlich die Erfahrung der letzten Jahre. Erst die planmäßige, d, 1*. die gesamten^ Verhältnisse berücksichtigende Pioduktkaj wird den Botte für die Privat- Industrie ebnen «oder aber, die kooperative!!)dustrialisicrung wiixä eben den Platz cinndimeii, den die private Unteruthmiing nicht einiichmeii konnte (es sei natürlich zugegeben, ־,all es Klcimmtcniciumingcn gibt, meist olme Arbeiter und Kapital, die existieren; aber — die Silikatfabrik liegt wieder still, die Salzfabrik beginnt, Arbeiten an Araber zu übertragen usw.); das Problem beginnt erst dort, wo cs sich um die Errichtung größerer Industrien liamklt. Die Gründe für die erwähnten traurigen Erscheinungen sind einfach zu finden: Die kooperative Industrie läßt sich planmäßig dem Interesse ihrer Abnehmerschaft anpnssen (so, wenn der Misrad zunächst mir für seine Bedürfnisse an Steinhriiehe, Metallfabrikcn, Oroßtischlcrricn usw. denkt, wenn der ״Maschbir“ mit Sclmstcr- und Sclmciderkoopcrativcn, koopc* rative Mischverarbeitung usw. folgt, wenn der ״Gdud“ sich eigene Werkstätten schafft usw,). Nicht für den äußeren Markt, sondern zunächst für die Bedürfnisse heißt cs zu fabrizieren und dann erst planmäßig weiterzugehen. (Vorgleiche ähnliche Gcdnnkciigängc bei Wilkansky, Nr. 17/18 des ,,Unpoel-Haza'ir“, für die Landwirtschaft). Eine andere Steile, derartig planmäßig an den Aufbau heranzugehen, als die Arb eiterseil ah, ist nicht vorhanden: und so ist der Ent- Schluß aller Institutionen der Histadruth, sich Eigcnkapital durch Aktienausgabe sowie Kreditaufnahme auf Grund des kooperativen Besitzes zu verschaffen, zu verstehen (Chewrat haowdim mit ihren Tochtergesellschaften). Die vereinzelte Großimtcrneliinung leidet, und das hat man bisher noch nicht genügend erkannt, unter ähnlichen Schwierigkeiten, wie die private landwirtschaftliche Unternchmung: Konkurrenz der billigeren ausländischen Erzeugnisse, Versuchung, sich billigerer fremder Arbeitskräfte zu bedienen, mangelnder Absatz auf dem inneren Markt. Die Schwierigkeiten des einzelnen Unternehmers, aller dieser Faktoren gleichzeitig Herr zu werden, sind außerordentlich groß; cs ist kein Diktum, sondern eine Ueberzeugung, die durch die Praxis gern widerlegt werden möchte, daß die planmäßige Vorbereitung des industriellen Aufbaus eine Lebensnotwendigkeit für die Entwicklung Palästinas ist. Auch die Frage der Kredit- und Kapitalbeschaffung stellt sich unter diesen Gesichtspunkten anders dar, als cs in der Erwiderung erscheint. Wo sind denn die größeren Unternehmungen, die mit Eigcnkapital he rkonitn cn? Am Ruthenberg-Pnojekt ist öffentliches Kapital in größtem Umfang beteiligt, desgleichen an der Salzfabrik in Athlith, am ״Habonch“ usw. Und was die Kreditfähigkeit betrifft, 90 erhalten schon heute gut geführte Kooperativen Bankkredite in größerem Ausmaß, und die Behauptung, daß Privatunternehmer kreditfälliger sind, ist gerade in einem Lande, das auch für die Privatindustrie erst ein Alijahland ist, durch nichts begründet und auch in der Praxis nicht erwiesen. Wie dem midi *.d, auf jeden Fall erscheint mir der Versuch der industriellen Kooperativen vom nationalen, und, was für die Histadruth ebenso wichtig ist, hier aber nicht weiter berührt werden soll, vom sozialistischen Standpunkt aus. notwendig und dringend erforderlich. Ke Fragestellung: individuelle «oder kooperative Industrie ist gänzlich ncbensäcli■ lieh, am besten wäre die Existenz beider. Es ist durchaus denkbar, daß audt die kooperative Industrie nicht den Platz ln Palästina gewinnen wird, den sie nach meiner Ueberzeu■ gung amichmen könnte; dann nämlich, wenn man die Ge• sichtspunktc, die ich aufzuweisen suchte, außer Acht läßt, und wenn man die enge Verbindung der Industrie mit den nächsten Bedürfnissen einerseits und mit der Urproduktion andererseits außer Adit läßt. Ich glaube jedenfalls, daß die Rückkehr zur planmäßigen Industrialisierung eine günstige Voraussetzung jeder Entwicklung wäre; daß der kleine Mittel• stand in dieser Hinsidi-t aus inneren Gesichtspunkten versagt und versagen muß, und daß die ganze Krise in diesen Tagen der Ausdruck dieses Versagens ist.! « Gewiß kann die Arbeiterschaft aus eigenen Kräften in finanzieller Hinsicht nur einen Teil selbst leisten; genau so, wie wir aber der Ansicht sind, daß die landwirtschaftliche Siedlung heute nur noch Lu den Formen Daganias, Nuris oder Naliatals gehen darf und nicht in denen I’ctach Tikwahs oder Sichrem5, d. h,, daß nationales Kapital in jedem Fall zum Aufbau notwendig ist und daß die Arbeiterschaft sich geeig■ ncter zur Produktivierung und wichtiger vom nationalen Gesichtspunkt erwiesen hat als derjenige Teil der Siedler, der sich von ״privatkapitalistischen“ Gesichtspunkten (billige Ar• beit!) leiten läßt, genau so erscheint cs «ns in der in• duslricllen Entwicklung klar, daß der nationale Gesichtspunkt auch in der Industrialisierung sich fruchtbarer erweisen wird als der privatkapitalistische, der in Palästina sehr schnell antinalional wird. Das ist kein Diktum, kein Dogma, das ist nur Anschauung. De Histadruth kämpft nicht gegen privatkapitalistischen Aufbau, sondern für nationalen,, diesen Unterschied gilt es zu begreifen. De Arbeiterschaft ist ent* schlossen, aus inneren' Gründen des Aufbaus gegen die privatkapitalistisdic Gesinnung, soweit sie das nationale Kapital (Keren Hajessod) schwächen will, ohne etwas an seine Stelle zu setzen, zu kämpfen; sie bekämpft das private Kapital, das wirklich kommt, nicht, sondern begrüßt es, wird aber stets und überall für ihr soziales und' nationales Exislenzminirnmnt kämpfen, auch gegen das bauende Privatkapital, wenn es dieses Existenzmmimum nicht gewährt, ln diesem Sinne bitte idr, den Satz, daß nur ״die Arbeiterschaft planmäßig baue« kann“, zta verstehen. gegenüber der genossenschaftlichen in der Industrie sehr niedrig wertet. Da wir in bezug auf «He Industrie der Meinung sind, daß die zkmislisehe Oelfcntlichkcit altes tun muß, uirf die Privatinitiative dafür zu cnmuigcn, hielten wir es für nötig, dieser Wertung entgegenzutreten. Wir freuen u 11s, daß Dr. Preu5s selbst in seiner Entgegnung jenen Eindruck zerstreut und die Notwendigkeit der Privatinitiative betont, Seinen sonstigen , Ausführungen liaix'ii wir nichts hinzuzu* fügen, da auch wir von der Notwendigkeit des liebe rgan.g* der Arbeiterkooperativen zur Produktion für den Eigenbedarf überzeugt sind und, wie auch früher betont, in die Fähigkeif der palästinensischen Arbeiterschaft, üi einer Art Gildcnorg.ini* sation kontraktlich größere Arbeiten durchzuführcn, nach den bisherigen Erfahrungen das größte Vertrauen haben. Wir stimmen mit dem Verfasser mir darin nicht überein, daß er allzu pessimistisch über die Privatindustric denkt. Die Silikat* fabrik liegt unseren Informationen nach still wegen Mangel* an Kredit, der auch die Hatiptursachc für die langsame Ent* Wicklung der übrigen privaten Industrien ist. י Das Jüdische Technische Institut in llaffa Von 1Dpl.-I11g. Max Hecker (Jerusalem, zurzeit Berlin), I. '; Nach den letzten Nachrichten aus London ist das Techniktmf in Haifa in ein neues Stadium seiner Entwicklung eingctrctcu. In Durchführung von Beschlüssen, die auf dem XII. Kongreß und auf der lc;/ieu Jahreskonferenz gefaßt worden sind, hat die Zionistische Exekutive eine besondere Organisation für die Inbetriebsetzung und Unterhaltung der Anstalt geschaffen. Diese neue Gesellschaft führt den Namen ״Jüdisches Technisches Institut in Haifa“ und hat ihren Sitz in London; das Präsidium! liegt in den 1 landen von Sir Alfred Mond. Das Direktorium der Gesellschaft hat sich konstituiert und die notwendigen Vorarbeiten zur Aktivierung der Lehranstalt in die Hand ge* nonimen. Dieser Schritt bringt eine bereits fünfzehnjährige, recht vvandelvwlle Periode der Vorbereitung zum Abschluß und leitet eine« neuen Abschnitt ein, der das Technikum endlich seiner Bestimmung zuführen soll. In diesem Zeitpunkt erscheint es angebracht, die Aufgaben dieser wichtigen Erzichungsstättc und die geeignetsten Wege zu ihrer Lösung zu untersuchen und einem größeren Kreise zur Stcllungnanma vorzulcgcn,!1. ' ־׳ i « , ir, ׳׳ Mochte die Schaffung einer technischen Lehranstalt in Palästina vor dem Kriege manchem bedenklich erscheinen, so haben die Ereignisse, die seither cingctrctcn sind, dieses Urteil korrigiert. Damals, als Palästina und überhaupt der vordere Orient, noch der rückständigen Herrschaft der Türkei unterstanden, konnte eine solche Ausbildungsstätte für die allzu langsame wirtschaftliche und technische Entwicklung . vielleicht verfrüht sein. Jetzt ist dagegen die Herrschaft Palästinas an eine europäische Macht übergegangen, die an seinem raschen Aufschwung lebhaft interessiert ist. Außerdem weiß England, aus seiner reichen kolonisatorischen Erfahrung heraus, wohl zu würdigen, welche Bedeutung für die Entwicklung eines rückständigen Landes der Technik zukommt,• Daher bemüht sich die gegenwärtige Regierung, nicht nur selbst technische Arbeiten in größerem Umfange durchzuführen, sondern auch solche, die von privater Seite ausgehen, zu fördern, , Doch noch eine andere grundlegende Veränderung ist scifr her cin״ctrctcn. Die Balfour-Dcklaration und die Anerkennung des jüdischen Nationalhcims durch den Völkerbund haben in Palästina eine ganz neue Situation für das jüdische Volk geschaffen. Der Zionismus, der nunmehr als Träger des Kcgcncrationsgcdankeiis völkerrechtlich anerkannt ist, kann sich jetzt ungehindert seinem kolonisatorischen Aufbauwerk widmen, zu dessen Grundpfeilern wirtschaftliche und technische Arbeit gehören. Aber auch die anderen jüdischen Kräfte, die an der Entwicklung Palästinas arbeiten, finden jetzt ein unbeschränktes Feld für ihre Betätigung vor sich. So hat die Jewisft Colonization Association in richtiger Würdigung der veränderten Lage nicht nur ihre landwirtschaftliche Kolonisation erheblich erweitert, sondern auch die Förderung der Industrie in den Rahmen ihrer Wirksamkeit hineingeitoimnen. Und noch andere Organisationen und Privatuutcrnchniungcn haben begonnen, in Palästina wirtschaftliche Arbeit zu leisten. So können sich jetzt alle jüdischen Energien entfalten, um gemeinsam atu Neuaufbau unseres Heimatlandes zu wirken. Schon die kurze Frist seit dem Eintritt der neuen Verhältnissc hat bewiesen, wie sehr dieser Umschwung der technischen und industriellen Arbeit zugute gekommen ist. Wahrend diese vor dem Kriege eine kaum nennenswerte Rolle spielte, hat sie inzwischen einen führenden Platz errungen. In mannigfaltiger Weise ist sie in den Ebenst der Entwicklung des Landes getreten. Ein Netz guter Eisenbahnen und von Automobilen stark benutzter Landstraßen, von Telegraphen- und Tclcphonleitungen ist geschaffen worden, um den vormals so schwerfälligen Verkehr zu erleichtern und zu verbilligen. Austrocknung malariavcrhrcitcndcr Sümpfe, Anlage zentraler Wasscrvcrsorgungsanlagcn und andere sanitärtechnische Arbeiten innerhalb der verwahrlosten Siädte I1ai»*n die gesundheitlichen Verhältnisse wesentlich verbessert. Einführung von Maschinen und Einrichtung künstlicher Bewässcrung sind Mittel, um die Landwirtschaft aus ihren vordem so primitiven Formen zu größerer Intensität zu entwickeln. Zur Befriedigung des stark gewachsenen Wohmmgshedürtnisscs hat nach langjähriger Unterbrechung wieder eine lebhafte Bautätigkeit eingesetzt, die sich der Vorteile neuzeitlicher Arbeitsweisen uiul Baustoffe erfolgreich zu bedienen lernt, Fabriken sind entstanden und haben moderne Industrien einefiilirt, die ehedem von Staats wegen verbotene Elektrizität at auch hier ihren Siegeslauf angetreten.! Anmerkung der Redaktion« Der geehrte Verfasser verwahrt sich dagegen, daß er die Alternative: private oder kooperative Industrie aufgestcllt halte. Das hatte er allerdings üi seinem Artikel nicht direkt getan. Wenn er aber darin sagte: ״Ein Aufbau kann von vornherein sowohl hi Form von Privatinitiative, wie auch auf genossenschaftlicher Basis vor sich gehen,“ ferner, daß für beide die Chancen gleich sind — gegen welche Dresse sidt unsere Polemik hauptsächlich riditete daß der Privatmann falsche Bahnen einschlage und nur die Arbeiterschaft den planmäßigen üidustricllen Aufbau durchführen kann so mußten diese Ausführungen zusammaigenammen dennoch den Eindruck erwecken, daß Dr, di« Privatinitiative i Alle diese recht ansehnlichen Leistungen sind im Laufe weniger Jahre, trotz zahlloser Schwierigkeiten und Hindernisse, nahezu aus dem Nichts entstanden und erweisen ihre wohltätige Wirkung auf die Entwicklung des Wirtschaftslebens und die Hebung des allgemeinen Kulturnivcaus. Zahlreiche Projckte und Vorarbeiten für neue Unternehmungen gewährleisten eene weitere Ausdehnung des technischen Arbeitsfeldes und versprechen, zu den vorerwähnten noch die Eroberung neuer Gebiete: den Bau künstlicher Hafcnanlagen, die Ausnutzung natürlicher Wasserkräfte zur Erzeugung billigen elektrischen Stromes u. a. . AclmUch wie: fn Palästina haben sich auch ln den Nachbarländcrn die Verhältnisse gewandelt und Versprechen weit günstigere Möglichkeiten für technische und industrielle Arbeit als ehedem, Syrien, Mesopotamien, Persien usw. sind durch die neue politische Konstellation ebenfalls in den Bannkreis

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