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Jüdische Rundschau · 1923-04-27 · Heft 34 (27.4.1923) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 34 (27.4.1923)
Date
1923-04-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Seite 201 נ.״ ׳N 1 , Hi. u:, '•! Mcr;1 ׳n r Zzi. Via, v- » U;>,■ >י sic'.! n iOm,״.*. -iciiiiacn! :tnipony 1; -!«•״t; ודי.""-•א ־;ם .״» נ Uj.{;r. * Nölio Cftnada, er. Dh * iiaifacr ©clia-rtl^t lilinaCt.ii ci d~1 ״Td>c;3 p'Jt.d’.a seitens Jc.gäng:׳* ivcrnctij •er Vcr.!m Kali! trfali'aa Sprache, «re Referlewa. irwajj Ahreen״ räbckcr, Spreche ■wie (he. onirj;a׳: an dis 3־ Post• 6 Rech• irdischer (ן r 0 ß c ,ton, zil tBlasüna , hohen!n. An t ihren teil auf!faunen, nicht if ihra i/exv.-alin der ick des sagten trennen t, Ks vor!1! hat, tn bcck auf k'bllllg IUI. s pol• erteilt: 1 einet in hi ich Serien. ן wird erster Jsalcni ■kretiir rdung? vor. ki, an iertmg p'oi'ef r der lerer״ lechen trjrt’j, 3v;*:U'1 vom jrraK> # ר י' ■ י־־ י;י JUEDISCHE RUNDSCHAU i i s <לז 44*4^ '4^.1 ך־׳,.'״! \ד׳.י■־*•— ׳*יי ff <9 *£% I W *m ß t* ‘ W Ä * ■Q; »%* _ per Zionismus cik! die Wandcrun£sfra״c 1 Von Dr. Max Ourny, Zürich. für diejenigen, die gewohnt sind, Erscheinungen im Lehen Volkes aus den Daseinsbedingungen des betreffenden fe־s ni erklären, ist cs eine Wahrheit, daß die Erscheinung!״‘Vanderung im jüdischen Volksleben auf das engste ver- ^Lfj'ist mit dem Komplex der Judenfrage. Wer das ׳!ihclic Wanderungsnrobiem praktisch studiert, wer mit h1״!׳cn Augen das Elend der Wanderer sieht, der muß erst .-hl nt der Ansicht kommen, daö die in ihrer Tragik einzig- 0:,,c Judennot gerade in der Wanderung ihren präzisesten Ausdruck gefunden hat. l)3s Alpha und Omega der Judennot ist die Wanderung. 1־'c ist es gewiß in der Gegenwart, Das jüdische Volk hat relativ M ״’roßte’ Emigrationszahl. Kein Volk, auch nicht das irische Jiid das italienische, wandert in solchem Maßstab. Eine der-!,1!!״e andauernde Bewegung kann natürlich nicht überlieft werden, und man kann sich nicht mit Achselzucken Ger sie hinwegsetzen. Einmal, weil sie als Symptom der Hiennot betrachtet werden mul!, und sodann, weil sie den “jj;.chcn Volkskörper in jeder Beziehung — seelisch und »•irüchaitiieh — auf das schwerste schädigt. Das Emigrationsproblcin bildet nun freilich im jüdischen öffentlichen Lehen Gegenstand von Diskussionen und Aktionen. . viel ist cs nicht, was bisher geschehen ist, und bis zur Frank- י (y'-icr Konferenz vom Jahre 1001 wurde organisatorisch überj,1״pt nichts getan. Aber seither wurden immerhin Versuche; picrnommcn, dem Emigrationsprohlcm irgendwie beizukom- I ft|C״, oder doch das Wandererdend nach Möglichkeit durch : [gt’uml materielle Hilfe zu lindern. In diesem Sinne arbei-! jtten und arbeiten der Hilfsverem der Deutschen Juden, die : ן« die Alliance, die Ito, seit einiger Zeit der Jüdische Hilfsverband in der Schweiz und noch eine ganze Anzahl anderer 1 Organisationen. Das Grundübel, an dem die Emigrationsj jjjjfc leidet, besteht jedoch darin, daß alle diese Sonderorganij jätionen für sich, in der Regel sogar ohne Fühlung mit j Organisationen anderer Länder, arbeiten, so daß der ganzen j (sütisamen Arbeit eine einheitliche Richtung fehlt. Eine zen- 1 trainierte Arbeitsmethode hätte es vor allem auch leichter, j {jne systematische Regelung der Emigration zu bewerkstelligen. Qi״ bisherigen Versuche in dieser Hinsicht: Aufsuchen von 1 «eigneten 'Emigrationsländern, Arbeitsnachweis, Vorbereitung 1 des Emigranten usw. mußten an ihrer Unbedeuiung scheitern.! Die Wanderungsfrage ist der am stärksten in die Augen v!Dringende Ausfluß der judennot. Wie stellt sich der Zio- \ oismus zu ihr, die — heute darf man wohl sagen: einzige j - Bewegung im jüdischen Volke, welche die ganze Judenfrage f In ihrer Bisherigen Bedeutung lösen, welche die Judennot als i Yotksnot beseitigen will? ] Für den Zionismus als Idee gibt es nur eine Antwort: (Palästina. Die Beseitigung der Judennot kann nur durch j den Zionismus geschehen. Das heißt: Die Lösung der Juden-! frage ist nur in der territorialen Konzentration der Juden in i Palästina enthalten. Das muß sieh der Zionist gerade heute, j da die Tore Palästinas für dio Juden geöffnet werden, in I das Gedächtnis zurückrufen. Denn — nach den Taten der 1 Zionisten in dieser Richtung zu schließen — haben sic cs j tatsächlich vergessen, die wichtigste jüdische Frage der Oej jenwart, die Emigrationsfrage, gebührend zu beachten und j dafür zu sorgen, daß systematisch ein Teil des Emigranten- Utromes nach Palästina gelenkt werde. 1 Allzulange schien es, daß die Antwort des Zionismus? auf die Wanderungsfrage eine theoretische bleiben müsse,! und daß die Zionistische Organisation als solche an ihrer 1 Losung praktisch sich nicht zu betätigen habe. Natürlich arbeiten in den verschiedenen Emigrationsinstituten auch Zio- I rasten. Aber sie tun es nicht als Zionisten, nicht mit einem : Monistischen Programm. Man hilft meist aus rein humanitären Motiven, und der Gedanke, daö eine Regelung der Wänderangsfrage als die erste sozialpolitische Aufgabe des Judennrnis anzusehen ist, kämpft noch immer um seine Durchsetzung. Nun gilt cs für den Zionismus, die theoretische Ant- «ort, mit der er bisher die Wanderungsfrage abturi konnte, zu einer praktischen zu gestalten, indem er uiese erste sozial- ' politische Aufgabe in die vorderste Reihe seiner Interessen (stellt Es muß in die Tat umgesetzt werden, was Nord au :inmal gesagt hat: Für die Leiden des jüdischen 'Volkes gibt es nur das Hetlmittelder Auswan-; Gerung, und unser Heilmittel ist, daß die Aus-; Wanderung nicht in die Zerstreuung, sondern tu die Sammlung gehen soll. } Die ganze bisherige Emigrationsarbeit weist eine Zer-!•treuungstendenz auf. Viele Kräfte und viel Geld Pp״cn dabei dem jüdischen Volke verloren. Die i!1 jeder | Hinsicht unwirtschaftliche humanitäre Hilfe, die besten- 1 ii'ls nur Palliativmittel bleiben kann, muß einer planmäßi-; Jen Hilfe Platz, machen, die überder Linderung der Not von i »tute nicht die Rettung des jüdischen Volkes für die Zukunft •;kreißt An einer solchen planmäßigen Lösung der S Vanderungsfrage, die der gefährlichen, unbedachten Zerstreu- :Eg Einhalt gebietet, muß sich der offizielle Zionismus . «rcli praktische Arbeit Interessieren. Die Notwendigkeit einer | »hebewußten Mitarbeit der Zionistischen Organisation wurde;!A0n auf dem X. Zionistenkongreß in Base! im Jahre t pH erkannt. In einer das Emigrationsproblem betreffenden tccolution wurde gesagt: Der Zionistenkongreß begrüßt mit freuden die Idee des Emigrationskongresses und mahnt alle : G.'ncnte im Judentum zu einer Beteiligung am Kongresse. Der! ‘'״״׳äitciikongrcß fordert das künftige Ä.-C. auf, aut einem Gigraiionskongreß, der Gewähr dafür bietet, daß an ihm s"*'0üe Organisationen, jüdische Gemeinden usw. sich beteiligen, : 1•i jeden Fall als Zionistische Organisation sich vertreten h lr.sr.cn. Unsere Parolen sollen <iabci sein: a) allgemeine v'lpnisicrung und Regelung der jüdischen Auswanderung,;1 Erforschung aller Arbeitsmöglichkeiten im Orient und Gglichsie Ablenkung des Auswanderungsstromes nach dem Gent, — In einer weiteren Resolution wird von den Zio- ’־■Men und den zionistischen Organen insbesondere gefor- M,־l: fiue ernste Mitwirkung an dieser wichtigen GegenjGFarbeit und Erhaltung des Auswandererclemcntes für das ־Gcraie Judentum, b) eine Förderung der Emigration nach ■:81 Nahen Orient, insbesondere nach Palästina und Syrien. , ßh heute haben diese Pläne ihre praktische Auswirkung;JjM gefunden. Sie stehen auf dem Papier, wie so manche ‘Geren schönen Pläne. Aber nun oder nie kann die be- W'enc Unterlassungssünde gut gemacht werden, jetzt, da;,זז Zionismus formal-politisch sein Ziel erreicht hat, hat in!,;Li die Theorie jetzt praktischer Arbeit Platz zu machen. '1;;ו:י wir davon überzeugt sind, daß die Schicksalsaufgabe Zionismus jetzt ist, fähige Menschen und möglichst viele L’i״ Palästina zu bringen, so ist es klar, daß gerade die h’-Mciiz des Emigrationsproblems diese Aufgabe des Zionis- 'l;y erleichtern kann. Freilich wird e« auch hier — vor allem ti'f ־־־ nicht möglich *ein, an die Arbeit heranzutreten, wenn g'iycie materiellen Vorbedingungen erfüllt sein werden. j,v'!׳:M!i für die Aneiedlung der Wanderer, die endlich eine ya.iat finden werden, wie für die notwendigen Vorarbeiten ‘,'■yRroßc Geldmittel notwendig. Aus verschiedenen Gründen;״■Men viele Wanderer nicht nach Palästina gebracht _werden PGcn. ln solchen Fällen sollte versucht werden, sie doch ,Orient anzusiedcln, wodurch das jüdische Palästina ge- Lwt wird. . Wie stark das Verlangen der Juden nach Einwanderung nach Palästina ist, zeigen folgende Auszüge aus den bei der Immigrationsabteilung der Pallstinen־ sischen Zionistischen Exekutive aus den verscliicdenstcri Ländern eingetroffenen Schreiben, in denen stets das ungestüme Verlangen nach Erhöhung der Einwandererquote und Zuteilung von weiteren Einreiseerlaubnissen zum Ausdruck kommt: Polen. Das Pnliistlnaamt fn Warschau schreibt u. a.t ״Aberhunderte von Flüchtlingen aus Rußland und der Ukraine sind ständig der Abschiebung gewärtig. Die Lage ist schrecklich. Herr Sokolnw hat sich davon überzeugt und Ihnen ein diesbezügliches Telegramm geschickt Wir holfen skher, daß seine Bitte um weitere 300 Einreiseerlaubnisse erfüllt werden wird." , ■, ׳ LI tau e& 1 Das Palästinaamt In Kowno schreibt u. a,| ״Fortwährend wenden sich an uns Leute um Visa, nützliche Elemente, Familienväter und Fachleute und auch arbeitserprobte Chaluzim, und wie groß ist unser Schmerz, daß wir ihnen die gewünschten Visa nicht vermitteln können. Bei Erhalt unserer negativen Antwort geraten die Leute in Verzweiflung. Wir ersuchen deshalb, uns 100 Einreiseerlaubnisse zukommen zu lassen, wobei wir zu berücksichtigen bitten, daß es für den Keren Hajcssod, den Keren Kajcmeth, die Schekelaktion usw. keine bessere Propaganda gibt als die Ermöglichung der Palästmacin Wanderung.1‘ Lettland. Das Palästinaamt ln Riga schreibt u. a.: ״ln Lettland gibt es Hunderte von Handwerkern, die nach Palästina Übersiedeln möchten. Es gibt jetzt keinen anderen Zionismus als PalästinacinWanderung. Die Frage der Geldbeschaffung steht in engstem Zusammenhang mit der Lösung der Ein• wanderungsfrage." Rumänien. Das PalSstinaamt in Bukarest schreibt u. a.t ״Die Zahl der sich an uns wendenden Einwanderer ist sehr groß, hingegen aber die Zahl der uns zur Verfügung gestellten Erlaubnisse sehr gering." Das Palästinaamt in Czernowitz verlangt ln einem Tele• gramm vom 21. März 100 Einreiseerlaubnisse, U n g a r n. Das Palästinaamt ln Budapest schreibt u. a.i ״Chaluzim, größtenteils erstklassige Handwerker, und auch vermögende Leute können nicht die Einreiseerlaubnis nach Palästina erwirken. Um die zionistische Bewegung in Ungarn zu stärken, benötigen wir unbedingt Einreiseerlaubnisse." Tschechoslowakei Das Palästinaamt in Prag schreibt u. a.j ״Wir können nicht bis zum nächsten Jahresquartal warten, in dem Sie sicher eine neue allgemeine Einwnndcrungserlaubnis erhalten werden. Wir müssen unbedingt noch in diesem .Quartal neue Einreiseerlaubnisse zugewiesen bekommen." Bulgarien. Die Zlonlsü'sehe Organisation in Sofia schreibt u. a.t ״Da das Verlangen nach Einreiseerlaubnissen sehr groß ist, fordern wir mit aller Energie, die Zahl der uns zugewiesenen Einreiseerlaubnisse jedesmal zu verdoppeln." Oesterreich. Das Palästinaamt in Wien ersucht um Einreiseerlaub• tiisse, da es ständig von Einwanderern um solche angegangen wird. Notwendig ist vor allem eine Emigratfonskonferenz. Auf dieser sollen alle Organisationen vertreten sein, die sich bereits mit der Emigrationsfragc befassen, sowie die Zionistische Organisation. Das Resultat dieser Konferenz muß ein zentrales jüdisches Emigrationsinstitut sein, in welchem die Zionistische Organisation entsprechend ihrer Bedcutung und ihrem Interesse an der Sache Einfluß haben soll. Als Zweige dieses Institutes arbeiten in den Ländern und Städten, in denen sich hierfür ein Bedürfnis zeigt, Organisationen in der bisherigen Weise, jedoch unter Befolgung der vom zentralen Institut ausgegebenen Richtlinien. Auch in diesen Zweigorganisationen sollen die Zionisten gebührenden Einfluß haben. Die Hauptarbeit, die technische, wird wie bisher den Organisationen überlassen bleiben, während das zentrale Institut die wissenschaftliche Arbeit leisten, eine Zcntralkasse verwalten und die Arbeitsweise der Organisationen jeweils festlcgcn wird. Vielleicht wäre dies eine geeignete Art, die notwendige systematische Emigrationsarbeit einmal durchzuführen, und zwar im zionistischen Sinne, die Emigrationshilfe ihrer bisheiigcn destruktiven Zcrstrciumgstcndcnz zu entziehen■ und sie zu ejncr national-produktiven Arbeit an der Sammlung des jüduschen Volkes zu machen. Die Beamtcnfrage und ihre. Lösung Von Karl Glaser. Julius Bergers Aufsatz ״über die Notwendigkeit einer Beamtenschaft“ in Nr. 32 dieses Blattes berührt, das wurde mit Recht gesagt, ״die lebenswichtigste Frage der Zionistischen Organisation“, Die gegenwärtige Acra halb- oder unausgeführter Beschlüsse muß ein Ende haben oder die Bewegung Ist gefährdet. In der Konfliktszeit hat Bismarck dem preußischen Landtag gelegentlich zugerufen, er möge beschließen, was er wolle, solange er die Organe der Exekutive nicht hinter sich habe, mache er ״Politik in die leere Luft“. Der Zionistenkongreß wählt wohl eine Exekutive — aber der Exekutive mangelt es an Exckiitivorganen. Das ist, vornehmlich in der Zeit der Keren Hajessod-Aktionen, eine Binsenwahrheit, und man hat es tausendmal gesagt und bewiesen, daß der Mangel an einer ausreichend besetzten und durcbgcbildeten 1' Beamtenschaft nicht nur auf dem Gebiet der Finanz- Propaganda unsere Arbeit dauernd schädigt; aber weder die guten Bemühungen Julius Bergers, noch eine freilich ziemlieh schleppende Preßkampagne, weder die bekannten’ Ent- Schließungen de* Karlsbader Kongresses zur Beamtenfrtge, D c u t s c h 1 a n d. Das Palästinaamt in Berlin fordert in jedem Briefe weiter» Einreiseerlaubnisse an. ' Italien, Das Palästinaimt in Triest schreibt u. *.! ״Wir benötige» weitere Einreiseerlaubnisse für die Juden aus Tripolis, um ihren Unmut zu beschwichtigen, der unserer K««» Hajessod- Arbeit großen Schaden zufügL" Frsnk reich. Das Emlgrafionskomitce fn Paris schreibt v. ״Mehr als 100 Leute, darunter solche, die für das Land von großem Nutzen sein würden, wandten sich an uns mit der Bitte, ihnen die Einwanderung nach Palästina zu ermöglichen. Alle haben genügend Reiscmittei und auch die für die verschiedenen Berufe nötigen Arbeitsgeräte." England Die Zionistische Exekutive schreibt u. *.! ״Wollet bitte bei der ersten Gelegenheit eine gewisse Zahl von Einreiseerlaubnissen für England reservieren." Türkei Das Palästinaamt in Konstantiuopd schreibt u. *.: ״Jede* Schiff aus Odessa und Batum bringt Gruppen von Wanderern, von denen die meisten nach Palästina möchten, darunter zahlreiche Handwerker, die den Bedingungen des Landes angepaßt sind, auch viele, die zu ihren Verwandten reisen. Erst dieser Tage kamen wieder 400 Wanderer aus Batum.“ — In einem Telegramm vom 23. März teilt das Palästinaamt In Konstantinopel mit, daß 300 Flüchtlinge aus Rußland erwartet werden, für die es unbedingt 100 Einreiseerlaubnisse benötigt Griechenland.1 Au* Saloniki wird u. *. geschrieben: ״Das Wanderung*? verlangen der Juden Salonikis nach Palästina wächst von Tag zu Tag. Wir ersuchen Sie, uns *0 schnell als möglich Er? laubnisse zuzuschicken." Amerika. ' Das Palästinaamt ln New York schreibt u, a.J ״Zu unserem Bedauern konstatieren wir, daß bei der Verteilung der Erlaubnisse Amerika gänzlich übergangen wurde. Wir ersuchen Sie, dafür zu sorgen, daß bei der nächsten Verteilung ein• entsprechende Quote auch Amerika zugeteilt wird.“ Argentinien. Die Zionistische Organisation in Argentinien schreibt u. ».1 ״Bis Ende des Monats März hätte man eine viel größere Zahl von Einreiseerlaubnissen nach Palästina verteilen können, als die uns zugesandten.“ , ' ׳ Persien. ’ , Das Zentralkomitee der Zionistischen Organisation in Teheran schreibt u. a.: ״Es wenden sich an uns zahlreiche Leute, die 100^ 200, j* 300 Pfund zu besitzen angeben, wegen Einreise nach Palästina. Wir ersuchen Sie, sich für uns zu verwenden und uns die Tore Zions zu öffnen, damit wir und unsere Kinder uns am Aufbau des Landes beteiligen können." י-י Das Zentralkomitee fordert 400 Einreiseerlaub, nisse an. Mesopotamien. Die Zionistische Organisation ln Bagdad schreibt u. a.! ״In unserer Stadt weilen mehr als 50 Familien, die den Unruhen entflohen sind und die genügend Geld für die Reise und für den Unterhalt während der ersten Monate in Palästina besitzen. Sie haben dort auch Verwandte, Es sind größtenteils Handwericer.“ . , noch die Nichtaufbringung des Karlsbader Minimalbudgets infolge wesentlich technischer Unzulänglichkeit hat daran etwas geändert. Es besteht Gefahr, daß auch der kommende Kongreß wie sein Vorgänger nichts sein wird als eine Tribüne für die in zwei Jahren an,gesammelte Unzufriedenheit, also ein Sicherlieitsventil und eine Wahlmaschine — wenn er sich nicht entschließt, die endgültige Lösung der Beamtenfrage in die erste Reihe seiner Aufgaben zu stellen, statt, wie der vorige, sie als quantitd nögligcable nebenbei zu behandeln. Aber vielleicht ist doch dem einen oder anderen inzwischen die Tragikomik eines Parlamentarismus klar geworden, der nicht einmal die Voraussetzungen für die Durchführung seiner wichtigsten Beschlüsse zu schaffen versteht! Wir jedenfalls wollen den Kongreß eine derartige Rolle nicht wieder spielen sehen; cs soll nicht wieder Politik in die leere Luft gemacht werden. , Zugegeben ist, daß der Gedanke eines fcstgclügten zionlstischen Beamtenkörpers in der zionistischen Bewegung trotz allen Geredes vom ״entstehenden Staat“ und trotz aller Erfahrungstatsachen nicht populär ist. Die Beamtenhetze freilieh, die ein Jahr lang das zionistische Leben vergiftete, ist abgewehrt worden, die Stellung des zionistischen Beamten zweifellos besser als die des Durchschnitts der Gemclndcbcamten, die geringe Achtung vor Judentum, jüdischen Institutionen und ihren Vertretern häufig zum Meschores des letzten Steuerzahlers macht Dennoch ist es symptomatisch für Ansichten, die cs noch immer innerhalb des Zionismus gibt, daß ein Nichtzionist wie Moritz Hcimann ln einem der letzten Hefte der ״Wcltbühne“ sagen konnte, es gäbe nicht nur viele, die für den Zionismus, sondern bereits recht viele, die von ihm lebten. Die Abneigung gegen das Bcnifsbearntentum, die augenblicklich infolge der Schwächung des Staats, gedankens eine europäische Angelegenheit ist, mag im Zionisraus deshalb besonders stark sein, weil man sich vielfach der Erfolge eigener freiwilliger Arbeit erinnert und die Niederlagen der Freiwilligkeit natürlich vergessen hat Aber ist nicht dieses Moment allgemeiner Ermattung ehrenamtlicher Arbeitsbcrcltschaft mehr als ein anderes geeignet, dem zionlstischen Leben ein Element der Sachlichkeit, der Stabilität und Kontinuität einnifügen, wie es ein Berufsbeamtentum, das diesen Namen verdient, zweifellos wäre? Und würde nicht stetige Fortführung der zionistischen Tätigkeit viel mehr ge• eignet sein, die von allen ersehnte freiwillige Mitarbeit der Bewegung zu sichern als der gegenwärtige! Zustand der Stagnation in vielen Landesverbänden und zahllosen Orts, gruppe»?, freilich mag hier und da die Furcht vorherrschen.

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