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Jüdische Rundschau · 1923-04-24 · Heft 33 (24.4.1923) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 33 (24.4.1923)
Date
1923-04-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 109 'die Gründung der Universität Von höchster WlchHgffctf; die dank dem Enthusiasmus, insbesondere der tuneri* kanisclicn Äcrzte, gegenwärtig ihre Arbeit in Jcmsclent beginnt Sie hat ,זי1־oft bereits ein Publikationsorgan, an dem jüdische Gelehrte aller Länder und «Uhr ,Wi5t!,easchaffen schon eifrig erfeiten1, 1! 1 ’ I Palästina \vird nicht di? jiMfadie Frage löstet^ aber seine Entwicklung bedeutet eine Newbelcbung der Seele des jüdischen Volke׳־, und ich Wu glücklich, ln dieser Zeit neuervrachendcn Lebens dort gewesen zu *da, ׳-1 j . politische |^acbnd)ten Pal&stlna - Fragen vor dem englischen Uaterhaaa London. (}.C, B.) ln der Uiitertuussi tarne■ von» Wob־ tag, den 16. April, richtete der Abgeordnete Becker an den Untcrstnatssekretiir für das Kolonialamt Orm»by Oore die Frage, ob die Palä 51 i n a- AnIeilte auf der gleichen Basis wie alle anderen Kolonialanlcihen aufgelegt werden wird und ob die Bürgschaft der palästinensischen Regierung ausreichend sein würde, um den Erfolg der bevorstehenden Anleihe zu sichern. Mr. Orineby Oore erwidertet Es Ist noch nicht beschlossen, ob die palästinensisch« Anleihe durch ein fin.-uizlclles Institut aufgelegt werden wird, so wie ea bei der vor kurzer Zeit aufgelegten britischen Ouinea-Anlellie der Fall war, oder durch die Kronagenten, Ei wird bei Auflegung der Anleihe ein Prospekt veröffentlicht werden, der olle notwendigen Informationen enthalten wird, ln die• sein Moment kann ich nicht die einzelnen Punkte ktarlcgen, um nicht dem Prospekt vorzugreifen. Mr. Becker: Warnt wird der Prospekt erscheinen? Ormsby Oore: Sobald die Anleihe vor die Oeffent- Uchkeit kommt Ich hoffe, daß dies in einem Monat öder sechs Wochen der Fall »ein wird. Sir Gtarlca Yate: Wird che engliscl«j Regierung für die Anleihe Bürgschaft leisten?; ׳ Ormsby Oore: Nein.! 1 1 ׳ '!! , Mr. Becker interpellierte ferner den! Untefstaatssckretlir kfer Kolonien, twlclie Fortschritte in der Ausnutzung der Wasserkräfte des Jordans für die Eick* trizitätaversorgung Palästinas gemacht worden sind und ob die Verträge wegen der Ausstattung der Station und dca Netzes mit englischen Finnen abgeschlossen wurden. Mr. Ormsby Oore erwiderte: Die endgültigen Di* Positionen wegen der Ausstattung der Station und der Anlage des Netzes können nicht früher gemacht werden, bis nicht idie Konstituierung der Gesellschaft, die die Konzession bekommen soll, vorgenommen sein wird. Aber Ich bin informiert, daß im Zusammenhang mit den Schritten zur gesetzlichen Regelung der Angelegenheit sehr gute Fortschritte in der technischen Ausgestaltung und in des־ Netzanlegung gemacht worden sind. ln Beantwortung der Anfrage des Mr. Becker, wann die Regierung die englischen Truppen au« Palästina zurückzuziehen gedenkt, erklärte Mr. Ormsby Oore^ daß er der Antwort des Herrn Premierministers vom 26. Fe* bruar in bezug auf die gleiche Anfrage nichts hinzuzufügen hätte. (Die Antwort Mr. Ormsby Oore» bezieht sich auf Bonar Law« Aeußerung am 26. Februar imt Unterhaus, er erachte es nicht für zweckmäßig, der Anregung des Herrn Harrisen wegen der Zurückziehung der britischen Truppen aus Pa* lästina Folge zu leisten. Hingegen wird die Frage der Redit• licrung der paUist men« scheu Garnison aktuell werden,) Die Politik des ]fidiscltcn Sejm-Kiaba Äbg. Örünbaums Austritt aus deml Präsidium. Der Vertreter der Londoner J. C. B. Redaktion hat sich An den Abgeordneten des polnischen Sejm J. Grün bäum mit dem Ersuchen gewandt, die Gründe seines Aus• tritts aus dem Präsidium des jüdischen Sejmklubs der Oeffemtlichkeit mitzuteilen. ln Beantwortung dieser Frage erklärte der Abgeordnete Orünbaum, daß die Gründe seines Rücktritts ans dem Präsidium des Sejmklubs prinzipieller Natur seien. Die erste Frage, die im Sejmklub Mcinungsvcrschieden• feiten hervorruft, ist die, ob die jüdischen Vertreter die.heutige oder irgendwelche andere, sei es die rechte oder linke, Regierung unterstütze« können, wenn sich diese Regierung nidht dem antisemi• tischen Ansturm entgcgensbcllt und nidht den Wunsch zeigt, die jüdischen Forderungen zu befriedigen. Die Verfechter einer Milderung unserer oppositionellen Taktik nehmen hierzu die folgende Stellung ein: Wir müssen nicht nur die Stellung der an der Macht befindlichen Regierung, sondern auch diejenige ihrer eventuellen Nachfolgerin berücksichtigen. Da eine rechte Regierung, die die Erbschaft der Regierung Silcorski antreten würde, für die Juden noch unannehmbarer sei als die heutige Regierung, wären sie bereit, die letztere zu unterstützen. Das «d ober eine Frucht der reaktionären Stimmungen. Eine solche Politik könne der jüdischen Bevölkerung keinen Nutzen bringen und müsse unvermeidlich zum Verlust jedes politischen Prestiges des jüdischen Klubs führen. Außerdem führe diese Politik mit logischer Konsequenz zu einer freiwilligen. Sanktionierung der jüdischen Recittsbcschränkungcn, Die 2. Frage, die Meinungsverschiedenheiten hervorruft, ist die unserer Beziehung zu den nationalen Minder hei teil. Von den jüdischen Abgeordneten spricht «di ein Teil gegen das Zusammengehen mit den anderen Minderheiten aus. Diejenigen, die die Regierung Sikorski unterstützen wollen, wissen ganz gut, daß sie gleichzeitig einen Strich zwischen sich und den anderen Minderheiten ziehen müssen. Das aber würde ein schwerer Fehler sein. Dem polnischen Judentum stehen zwei Wege offen: Der Weg der Assimilation an di« Polen oder der eines mit den anderen nationalen Minderheiten gemeinsamen Kampfes für die Umwandlung Polens in einen Nationalitätenstaat, in welchem die Macht nicht dem ״regierenden“ Volke allein, sondern allen Völkern gemeinsam gehört Die Politik des jüdischen Sejmklubs in Polen hat in der letzten Zeit nicht mehr auf die Sicherung der beiden erwähnten Prinzipien gezielt Ich habe es deshalb für nötig gefunden, jede Verantwortung für diese Politik von meiner Person ftbzuwälzen und aua dm Präsidium des Sejmklub• auezutreten, l JUEDISCHE RUNDSCHAU * m n ß \*־r ץ״׳•׳)י\ך«י<רי*׳.־ ׳״•'•ץ־,'*־'׳ י /"׳/%־־־'/ : ן 11 1,Sä•# 4-4 44IJ i-4 »» y ÄG2.1J»!: Dtr Lcndeävorsiandl hei beschlossen, einen Dclc£ierk1rta$ fan J a מ S d. Ja. abzchaUcn. Die elor.hllHhcn Orts*nrpj»cn sind aufgcfordert werden, dazu Stellung m nehmen, ob die Tagung *ich lediglich mit I£ongr*&- fragen oder anch mit fnnerdcatichen F r © 8 0 n bwchßÖl׳jcn *011. Ort and Zelt werden noch bekannt gegeben. Zionistische Vereinigung für Deutschland Berlin W15, Suchsiuhc Strafe 8• Die PalüstJnafrage aut dem Kongreß der Popolarl Rom. (J.C.D.) Am letzten Tage des eben geschlossenen Kongresses der katholischen Volkspartei (Popolarl) wurde auch die palä s tinensische Frage berührt In der Resolution zur äußeren Politik heißt es 0. a.: ״Italien muß im Mittelmeere diejenige Stellung elruiehmen, die Ihm infolge seiner geographischen Lago und seiner Geschichte bestimmt ist, um die kommerziellen und kulturellen Beziehungen zwischen Europa und dem Orient zu entwickeln, Italien muß Im Mittel• iiK’.rc eine Politik der nationalen Freiheit ver- Hgcn, soweit eine soldie mit dein Kulturgrad der Völker und mit der allgemeinen italienischen Politik den europäischen Völkern gegenüber vereinbar ist: es ist notwendig, daß die christlichen und speziell kntholliehen und italienischen Rechte in Palästina garantiert werden. Im ersten Teil der Tagesordnung wurde die Notwendigkeit der engen Mitarbeiterschaft mit England und besonder» Amtrikas betont. Ais die Tagesordnung zur Abstimmung gestellt wurde, sprach der Führer der Partei, Don Sturzo, die Worte ״unsere Forderungen Inbezug auf dasreligiöso Problem in Palästina und die italienischen! Rechte auf da* Cacnaculum" mit einer besonderen Betonung aus. Daraufhin erhob sich die ganze Kongrcßvcrsnmmiung und bereitete dem Redner eine Ovation. Don Sturzo bemerkte, daß diese Zustimmung seine weiteren Er* klärungcu unnötig mache und schloß mit folgenden Worten: ״Als Italiener und alsGmstcu werden wir weder die englische Spekulation noch die jüdische Profanaüon erlauben.“ Hierauf wurde die Tagesordnung angenommen. Bestich Lord Cccils bei Dr. Wclzmani New York. (J.C,B.) Lord Robert Cecll besuchte dieser Tage den Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation Dr. Chaiin Weizmann im Hotel Komodore in New York und unterhielt sich mit ihm mclircre Stunden über den Zionismus und die amerikanischen Juden. Lord Cecll erkundigte sich nach dem Erfolg von Weizmanns Keren HajcssocbMission in Amerika und drückte den Wunsch aus, daß er Dr. Welz mann in seiner Arbeit beistehen könne. Dr. Wcizmann nahm sein Angebot mit Dank ent• gegen. Lord Cecil sagte, er werde sich mit »einen amerlkanisdven Freunden beraten, wie er die nötige Zelt für die Keren Hajesaxl-Propaganda finden könnte. Es scheint, daß Lord Cecils Wunsch, sich in der Propaganda für den Keren Hajessod hervorzutun und1 auch in Versammlungen aufzu• treten, erfüllt werden wird, Der Minoritäiensclmtz Die M inori tä ten kommle9ion der Interparia• mcutarischen Union tagt« am 6. und 7. April im Baseler Stadthaus unter dem Vorsitze des Präsidenten Baron Theodor Adclsw.’ird (Schweden), Es waren erschienen: Apponyi (Ungarn), Bcrbjerg (Dänemark), Faizck (Polen), Heile (Deutschland), Moloff (Bulgarien), Uhlir (Tschechoslowakei), Ustcri (Schweiz): als Mtndcrhcitenvcrtreäer: Medinger, deufc• sdtc Minderheiten (Tschechoslowakei) und Wilfran (Triestiner Slawe); ah Verholer des Büros: Lange und Iteissicr, Am ersten Tage wurde ein für alle Völker — also auch für Staaten, die noch keinem Minderheitsschutzvertrag unter* zeichnet haben — vorzuschlag-cndcs Minderheitsrecht redigiert. Der Vorschlag hielt rieh im allgemeinen an die in den Friedensvaträgcm medergclcglen Bestimmungen, enthält aber mehrere wertvolle Verbesserungen, Hierauf wurde der Vorschlag des Schweizer Bundesrates Usleri auf Sdiaffung von paritätischen Ei 1»i gun g s ko m m 1• s io n en in den betreffenden Ländern selbst verhandelt und mit. allen Stimmen gegen den Protest des tschechoslowakischen Ver* trctcra angenommen. Am zweiten Tage wurde der Vorschlag Baron Adels■,viirds auf Errichtung einer dreigliedrigen permanenten Kommission für Minderheiten» fragen beim Völkerbund angenommen. Nur die Vertreter der Tschechoslowakei (Dr. Uhlir) und Polens (Dr. Duzek) ließen Vorbehalte protokollieren. Der Vorschlag Dr, Mcclingcrs betreffend die Empfehlung einer kulturellcn Autonomie für Minderheiten, die einen besonders starken Anteil der Bevölkerung ausmachen oder in geschlossenen Siedlungen wohnen, wurde van dem Antragsteller zurückgezogen, weil rid! verschiedene Kjommissionsmitglicder trotz ihrer prinzipielle!» Zustimmung für eine Vertagung ausspradicn. Die Jüdische Einwanderung in Amerika Washington. (J.C.B.) Vorn Juli «22 bis zum Ende Januar 1923, also innerhalb 7 Monaten, sind 38823 jüdische Einwanderer in Amerika eingetroffen. Nach den Italienern (mit 42 749) stellen die Juden die nächstgroße Masse der Einwanderer in die Vereinigten Staaten. In der gleichen Zeit haben bloß 338 Juden Amerika verlassen, um sich nach ihrer Heimat zu begeben, während von den anderen Nationen je mehrere Tausend «üg«wand*rt sind, / ■-■ - 1 ׳ י . r ■ 1 . ־ ־ -' .. ,, . , , Hr.3j Der n*c!1stc Kongreß in Palästina Von Joseph Loewy, Tcl-Awiw. Wir haben diesen Artikel So spät erhalten, d,« er auf die Bwtlminung des Koiigrdloits nicht mehr v״» Einfluß sein kann, .wir vcröilcnthchcn Ihn ah ,\, jegur.g für später. Die Red. d. ״j. r״'" Ich habe diese» Schlagwort an die Spitze eines Xu! «atze» gesetzt, nachdem Ich mH einer Reihe von Gesinnte! genossen aus verschiedenen Lagern darüber gesprochen hät(» die sämtlich nach längerem oder kürzerem Widersprechen <]< Wichtigkeit der Verlegung des nächsten Kongresses Palästina, zum mindesten die Notwendigkeit der Erölfnu!,, der Diskussion über dieses Thema anerkannt haben. 1 Schon diese Feststellung rechtfertigt den Schritt In <j:( Odfentliclikclt. Nur sehr wenig Freunde, mit denen 1* bisher habe sprechen können, haben die umstürzende E<,| deutung dieser Forderung von vornherein erkannt. Ich «יין midi daher im folgenden bemühen, einem weiteren Krtl», von Gesinnungsgenossen das Problem und seine Wlchtlgkej* näher zu bringen. Die erste Frage ist die: Ist ein Kongreß in Palästina, besonders unter den heutige. Umständen wirtschaftlich möglich; wird er nickt unerschwingliche Mittel erfordern? Diese Frage wird an häufigsten gestellt. Eine wesentliche Voraussetzung, di! gleichzeitig eine bedeutende Erleichterung der Kongreßarbeit sein dürfte, besteht darin, die Zahl der Kongreßdclcgiert« auf etwa 300 zu reduzieren. Unter dieser Voraussetzung dürfte der palästinensische Kongreß wie folgt besetzt sein: mindestens ein Drittel der Mandate dürfte an in Palästina wohnende Gesinnungsgenossen vergeben werden, die, aus den verschiedenen Herkunftsländern stammend, auf Grund ihrer eigenen palästinensischen Erfahrungen mit größtem Effekt die Länder ihrer Herkunft vertreten können. Ein weitere! Drittel sind Arbcitcrdclegicrte, beziehungsweise solche, die so billig reisen, daß die Kosten der Seefahrt nicht weseni. lieh Ins Oewicht fallen. Die Zahl der Funktionäre könnte stark beschränkt werden. Hierbei fällt entscheidend Ins Oe• wicht, daß die palästinensischen Funktionäre, die andercnfills zum Kongreß nach Europa reisen müssen, Im Lande bleiben würden und somit außerdem Ihrer produktiven Arbeit nicht entzogen werden. Ferner kommt ein erheblicher Bruchteil der Delegierten am Amerika, bei denen es ganz gleichgültig ist, ob sie nach dem Kontinent oder nach Palästina fahren. Schließlich wird eine große Anzahl von Gesinnungsgenossen, die trotz der schwierigen Lage Palästina als Touristen betuchen würden, bereit sein, auf eigene Kosten Mandat« zu übernehmen, was ja auch bei den bisherigen Kongressen häufig vorkam. Ist der Kongreß politisch möglich? Das einzige Hindern!» könnten Bedenken wegen der Haltung der Araber sein. Natürlich dürfte der Kongreß nicht zu chauvinistischen Demonstrationen benutzt werden, und man müßte der Regierung entsprechende Garantien geben, Es müßte ein reiner Arbeitskongreß sein, zum mindesten das erstemal, bi» sich das arabische Publikum an die Tatsache dca palästinensischen Kongresses gewöhnt hat. Schließlich duldet die Regierung doch auch die Jewiah Agency und da» Jewish National Home, beides Dinge, deren Durchsetzung erheblich komplizierter war als die eines palästinensischen Kongresses. Oibt e* In PaiSatlna geeignete Lokdl* täten? Dieie Frage hängt natürlich von der Zahl der Delegierte!» und aonstigen Kongreßteilnehmer ab. Hier wird es sich Im wesentlichen darum handeln, ein genügend großes Lokal für die eigentlichen Kongreßverhandlungen •ufzufimkn. Die Eröffnungssitzung und sonstige Feierlichkeiten könnten bei den klimatischen Verhältnissen Palästinas im Frühjahr, schon ln der Zeit zwischen Peßach und Schcwuoth, unbedenklich im Freien abgehaltcn werden. Lokale, die 300 Delegierte fassen können, gibt es Im Lande bereits mehrfach. Ein *olcher palästinensischer Kongreß müßte Im Gegen• Satz zu den bisherigen zionistischen Kongressen mindestens sechs Wochen dauern. Die erste Woche müßte den ein• leitenden Referaten gewidmet sein, denen sich eine General• debatte und die Wahl von Kontrollkommissionen anschließen würden. Die nächsten vier Wochen müßten ganz der Arbeit dieser Kommissionen gewidmet sein, deren Aufgabe zum Teil darin bestehen würde, sämtliche bestehenden Institutionen einer genauen örtlichen Prüfung zu unterziehen. Nach Beendigung der Arbeit der Kommissionen, würde der Kongreß wieder rusammentreten, um die Kommissionen anzuhörea und Beschlüsse zu fassen. Ich verspreche mir von einem solchen Kongreß eine außerordentliche Wirkung im Vergleich zu den bisherigen, insbesondere dem letzten Kongreß. Es ließ sich nicht ver• meiden, daß die bisherigen Kongresse einen stark demon• *trativen Charakter hatten. Mit Rücksicht auf die Belebung der Agitation und auf die nichtzionistische Außenwelt mußte vieles gefärbt und zu manchem geschwiegen werden. Ein Kongreß in Europa war naturgemäß immer ein wenig urteil»• fähiges Forum. Die achttägige Kongrcßdauer war zu kurz, um eine ernste Arbeit aufkommen zu lassen. Die Ko nt rot!• kommission, die der Wiener Kongreß nach seiner Beendigung nach Palästina schickte, konnte naturgemäß keine aktuelle Wirkung ausüben. Ich kann mir vorstcücn, daß gewisse Kreise innerhalb unserer Bewegung die Kritik eines pi• lästincnsischen Kongresses und damit eine ungünstige Wirkung auf die Öffentlichkeit fürchten. Ich bin entgegengesetzter Meinung: Oeradc die bisherige Politik der Schönfärberei hat in den Kreisen der Organisation eine Atmosphäre schweren Mißtrauens gegen die Leitung geschaffen. Allenthalben erheben sich Stimmen mit schrecklichen Vorwürfen, und t* ist hohe Zelt, daß man endlich der Wahrheit Ins Gesiebt *chaut, die sicherlich weniger schrecklich Ist, als das Volk ln den Ländern des Oolus ea heute schon befürchtet. Wir müssen endlich aus der Periode der Agitation und der Rücksicht nach außen heraus, die vielleicht historisch b► rcchtigt war, heute aber sicherlich nicht mehr am Platze i*t Da» hervorragendste Mittel, eine neue Atmosphäre de» Vertrauens zu schaffen, scheint mir ein solcher palästinensischer Kongreß zu sein. Er wird der Welt und vor allen Dingen unseren Gesinnungsgenossen beweisen, daß wir nichts za verbergen haben. Wie der erste Kongreß In Basel eine neue politische Existenz des jüdischen Volkes begründet hat, so wird dieser erste palästincnsischo Kongreß eine neue Periode gesunder bodcnstandig«r Arbeit «Weite!». jV *׳ '״׳ ,'׳' frך-, ־ . d: d• d P

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