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Jüdische Rundschau · 1923-04-24 · Heft 33 (24.4.1923) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 33 (24.4.1923)
Date
1923-04-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Konto Nr.59410. — Rcdakttonsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. ״!!".»ל* *... אייר׳ תרס״ג XZVI11. JaJirff. C״? Zionismus erstrebt für das jüdisches Volk dia Sstagfunej einer CIIORÜlch ■ rechtlich gesicherten Heimstätte!ויו PalSsüna■ ״Qacelci* Programm•*1 11״ 1 ü'i '• r |,, «) ן ־■*«novior T U.tj-i,.. ' Er.1־;b«V *fb-eah״ h,Ci.tUtu ׳, 1 1ש^ 1k:־.».racat! / i‘ * •Lx 11 Bill Ufa. d. 1*9־־,: teer KGr:. wU6ricUtv,, <*!) ied Ai EL [::: t שר: ibanm In der i>- aratr, C; t* AipUIh‘ BhUotts;; >!«•€ ler .£LXX' וי!!ו!ח־!1ן■ -—־ft W'. f! i) 6$ ®Ui* rr.ü ו־ה«13»ן) I ** r o ־ ־"*,ר ■! % Das Büro der Deutschen Sammelstelle des J. N. F. teilt uns mit: Das Direktorium des Keren Kajemeth in Jerusalem [;at beschlossen, im Rahmen der von ihm cingcschlngcncn Weitsichtigen Bodenpolitik die Vermehrung des nationalen Bodenbesitzes mit allen Mitteln anziistrcbcn. Es soll jel/t unbedingt versucht werden, bis zum Kongreß den Bodenbesitz des Keren Kajcmetlv auf die Zahl von; 1(0000 Dunatn zu bringen, also um zirka 20000 Dunam 1 a vermehren. Obwohl mit diesen 100 000 Dunatn auch; jiur ein Bruchteil palästinensischen Bodens ausgclöst sein winde, so muß man doch sagen, daß der Nationalfonds : af diesen Bodenbesitz. der durch kleine und kleinste | Spenden insbesondere in der Zeit bis zum Kriege er- ן r,;iglicht wurde, stolz sein kann. Dann hat der Keren Kafemeth neben dem Bodenerwerb noch hunderttausende von Pfunden für Bauinpflanzungen, für Notstandsarbeiten in Kriege und insbesondere für die in Palästina so bedeutungsvollen Ame’brationsarbeiten ausgegeben. Für die großen 1921 vom Keren Kajemeth erworbenen Landti;ecken im Emck, wo heute Tausende von Chaluzim an der Errichtung neuer Siedlungen arbeiten, bat der Keren Kajemeth allein bisher 36000 Pfund mm 2׳.wcckc der Amcliorierung, für Drainage, ,Wasserversorgung, Wegebau, Entsteinung verwandt , t Wenn die palästinensischen Direktoren des Nationalfonds jetzt wieder daran gehen wollen, weitere Boden- *:!lachen zu erwerben und neues Sicdiungsiand zu crschücden, dann tun sie dies zweifellos unter dem Gesichtspunkt, daß der Bodenerwerb im jetzigen Augenblick von besonderer politischer wie wirtschaftlicher Bedeutung ist, Denn die Verpflichtungen des N.-F. für die Bc- Zahlung־ der bereits gekauften Böden sind so hoch, daß;j beinahe unmöglich scheint, Neuerwerbungen durchzu-;üiiren. Diese Verpflichtungen betrugen Ende 1022 245 0 00 Pfund, und dazu kommt, daß gerade in der Zeit, in der. der Keren Kajemeth begann, großzügige Kokmisationspoütik zu betreiben, die Spcndencinnahmcu z־arückgingcn. Gegenüber den 161300 Pfund von 1921) er״ab das Jahr 1921 einen Rückgang auf 123 900 Pfund und 1922 nur 72600 Pfund. Noch 1921 konnteder Keren Kajemeth die bedeutende Summe von 178 000 Pfund in Palästina investieren, 1922 jedoch nur noch 159000 Pfund, Dies muß jeden Zionisten mit tiefstem Bedauern erfüllen, zumal die Investitionen in beiden Jahren auf ganz bedeutende Leistungen des Keren Kajemeth schließen lassen. Dieser Rückgang der Einnahmen des Keren Kajemeth wird heute von einflußreichen Männern Palästinas als eine der größten Gefahren des Aufbauwerkes betrachtet Insbesondere hat die palästinensische Arbeitersdiaft auf der letzten Konferenz ausgesprochen, daß diese Einnahmenbeschränkung die Hoffnung auf Koloni- 1 sierung von selbstarbeitenden Landwirten zu vemiditen (drohe. Wenn trotz dieser schwierigen Situation die j Leitung des Keren Kajemeth in Palästina auch weiterhin j versucht, weitsichtige Kolonisationspolitik zu treiben, dann 1 muß dieser feste Wille einen starken Widerhall bei allen י Zionisten und insbesondere Mitarbeitern des National- : fonds finden und sie veranlassen, die Arbeit für den; M-F. mit aller Kraft zu fördern.. I Die 20000 Dunam, um die das Direktorium den | Bodenbesitz bis zum Kongreß vermehren will, sollen j dom dienen, einen möglichst zusammenhängenden jüdischen Bodenbesitz von;Haifa bis zum Tiberiassee 231 schaffen. Den Kern dieses Komplexes bilden Nuris und Nahalal, und nachdem dort der Keren Kajemeth durch den Bodenkauf I und die Amcliorationen seine Pioniertätigkeit beendet! Ht, kommt es darauf an, weitere Stützpunkte in diesem : Komplex zu finden.! Es dürfte eine besondere Genugtuung ־für׳ die deutschen Zionisten sein, daß sie in hervorragendem •hße an diesem großen Kolonisationsplan beteiligt sind. : Audi Jadjur, zu dessen Aufbau, wie bekannt, in «ufsdiland bis Ende 1924 8000 Pfund aufgebracht ‘■erden sollen, dient dazu, einen solchen Stützpunkt ■«heben Haifa und Tibcrias zu schaffen. Mit dieser Verpflichtung haben die deutschen Zionisten eine große Verantwortung übernommen. Wir zweifeln nicht daran, : *ß sie erfüllt werden wird, wenn jeder Freund des Keren Kajemeth in Deutschland die Größe der Aufgabe ®d das mit ihr verbundene Ziel begreift. Dann wird « gelingen, auf dem fruchtbaren Jadjur eine neue , idisclie Siedlung zu schaffen, die pich würdig Nuri3; kHd Nahalal anschiießt 1 ׳ I +. e o ״ »r ' pf..«**■‘5'«'"'” r.8. Der Verlauf der New Yorker Kampagne Ein Bericht des Direktoriums des Keren Hajessod 1;i New York vom 13. April meldet, daß die Hälfte für New York in Aussicht genommenen. Zinnie von 2 Millionen Dollar,, also eine Million Dollar, aufgebracht worden ist, davon ein fetoßer Teil in bar* ' deir |ev/nsh Agency jj t) v! BmX*'T*\T 11 f f /ל״* . vw II ^4# Efnlad«a!a^ des Boaril of Dcpufies 21ו VorJbesprcchim^cii Auf einer Sitzung des Board of Dcputics of tlre British jews am 14, April wurde einstimmig beschlossen, Vertreter zu entsenden, die zusammen mit den Vertretern der Zionistischen Organisation die Frage der Bildung der Jcwish Agency in Ucbercinstimmung mit dem Palüstinamandat beraten sollen. Der Vorsitzende, Col. Charles Walcy Cohen, unterbreitete den Bericht der Kommission für Rechts- und parlamentarische Fragen und erklärte, daß dem Komitee ein Brief der Zionistischen Organisation vorliege, der den Board of Deputies einlade, zwei Vertreter zu ernennen, die gemeinsam mit Vertretern der Zionistischen Organisation und der Anglo Jcwish Association ein gemeinsames Komitee bilden sollten, um diejenigen Schritte zu beraten, die zur Bildung einer , breiteren Basis als der bestehenden für die Jcwish Agency im Zusammenhang mit Art. 4 des Mandates führen könnten. Die Kommission hat beschlossen, dem Board zu empfehlen, diese Einla ung der Zion'stischcn Organisation anzunehmeu und hat die Herren Henriques und Nathan Lasky als seine Delegierten in Vorschlag gebracht, •— Diese Vorschläge der Kommission wurden ohne Diskussion angenommen. Die vorstehende Nachricht, die vom offiziellen Zionistischcn Bulletin publiziert wird, unterrichtet über einen bedeutsamen Schriit der Zionistischen Exekutive, um die Teilnahme des nichtzionistischen Judentums an der Jewish Agency lierbeizufiihren. Die Zionistische Exekutive hat die beiden vornehmsten Körperschaften dc3 britischen Judentums, nämlich den Board of Deputies ünd die Angle*« Jcwish Association, aufgefordert, mit ihr gemeinsam über die Erweiterung der Jewish Agency zu beraten. Der Board of Dcputics hat diese Einladung akzeptiert und seine Delegierten benannt. Damit werden die ersten , offiziellen Beratungen über eine Erweiterung der Jewish Agency beginnen. Es ist bisher noch nicht bekannt, welche Vorschläge seitens der Exekutive der Zionistischen Organisation den beiden eingcladcnen Verbänden über die Bildung der Jewish Agency׳ gemacht werden, aber es kann wohl keinem Zweifel unterliegen, daß das entscheidende Wort in dieser Frage der nächste Zio• nistc nkongre ß als die legale Vertretung der Im Artikel 4 eingesetzten Jcwish Agency zu sprechen haben wird. Bis zu seiner Entscheidung kann es sich nur um informative Besprechungen handeln, in denen hoffentlich festgcstellt werden wird, welchen Teil der Verantwortung für den Aufbau Palästinas die erwähnten englisch-jüdischen Körperschaften auch in materieller Beziehung zu übernehmen bereit sind. ״Jewish Chronic!e“ äußert sich über die geplanten Besprechungen äußerst skeptisch, indem er betont, daß der Aufbau F'alästinas zweifellos eine zionistische, eine nationale Angelegenheit sei, mit dem Ziel, ein jüdisches Gemeinwesen in Palästina zu errichten. Diese Arbeit könne nur von »oidien Menschen wirksam durchgeführt werden, die diese Bestrebungen auch anerkennen. Und 90 sehr es zu wünschen Ist, daß die Bewegung das ganze jüdische Volk umfasse, 90 müsse man doch Zweifel äußern, ob die zwei Persönlichkeiten, die von dem Board of Deputies zu den Besprechungen delegiert wurden, Garantien für ein gedeih* liebes Resultat bieten. Dar Board selbst hat zum Aufbau Palästinas bidicr nur mit akademischen Resolutionen beigetragen. Der eine Delegierte, der Präsident des Board, Mr. Henriques, kann als ein ausgesprochener Antizionist bczeichnet werden, während sich der andere Delegierte, Heit Lasky zumindest sehr kühl vcrliält. Es ist schwer zu ver- 6tchcn, wie Persönlichkeiten, die als Gegner oder als indifferent der Bewegung gegenüber zu bezeichnen sind, geeignet sein sotten, ihre Ratgeber zu sein. Im gleichen ablehnenden Sinne wie diese redaktionelle Bemerkung Äußert sich eine ausfülirliche Zuschrift eines zionistischen Einsenders, die ״Jewish Chronicie“ an anderer Stelle veröffentlicht und die davor warnt, die Annahme der Einladung durdi den Board of Deputies als einen großen zionistischen Sieg anzusehen. *.XS!1 Der dieswöchige ״Haolam“ veröffentlicht folgende Aeußcrung Prof. Albert Einsteins: Für die große Herzlichkeit, der ich in Palästina begegnet bin und die idi sehr za schätzen weiß, spreche ich! meinen Dank aus. Die Geschlossenheit der dortigen Jüdischen Gesellscliaft madit großen Eindruck auf den, der zum ersten ALale hinkommt. Was die Arbeit im Lande anbetrifft, so hat sie auf mich den Eindruck gemacht, daß sich die Menschen durch keine Schwierigkeiten einschüchtern lassen, und.es ist meine feste Ueberzeugung, daß die jiidis che Kolonisation Palästinas gelingen wird. In Bezug auf diese Kolonisation ist zwischen der städtischen und ländlichen Kolonisation zu untersdiciden. Was erstere betrifft, so hat auf mich den größten Eindruck Tel-Awiw gemacht, das mit großem Unternehmungsgeist und mit großer Energie hingcstcllt worden ist, die Stadt, über die mir der junge Ginsberg, der Sohn Achad Haams scherzhaft geäußert hat ״unser Chicago“. Was mich am meisten erfreut hat, war die Erfahrung, daß die jüdische Bevölkerung, die in den letzten Jahrzehnten nach Palästina gekommen ist, eine entschieden über dem Durchschnitt stehende Bevölkerung darstellt, sowohl was die Energie als auch das kulturelle Niveau anbelangt. Was in jüdischen Dingen in Jerusalem den stärksten Eindruck auf mich gemacht hat, das war erstens die Kunstschule Be za lei und zweitens die Tätigkeit der Arbeiter-Kooperativen, Ich habe cs auf das höchste bewundert, was die junge” Menschen, die als ungelernte 'Arbeiter nach Palästina kommen, zu leisten vermögen. Ich habe mit großer Freude sehen können, daß die Baumaterialien *־ außer Holz — bereits im Lande hcrgcstellt werden. Das einzige, was mir die Freude an dieser Bautätigkeit einigermaßen beeinträchtigte, ■ war die Mitteilung, daß für die Gelder, die von amerikanischen Juden leihweise zu Bauzwecken zur Verfügung gestellt werden, zu hohe Zinsen genommen werden. ,. _ ן , Die' entsagungsvolle ׳Arbeit Unserer Landarbeiter habe ich sehr bewundert. Wer den Kampf dieser Leute gesehen hat, muß Respekt vor ihnen haben und vor ihren Kämpfen gegen Schulden und Malaria. Gegen diese beiden Uebcl verschwindet praktisch beinahe das arabische Problem. Was dieses betrifft, so habe ich vielfach freundschaftliche Beziehungen zwischen I jüdischen Arbeitern und Arabern angetroffen. Ich glaube geradezu, daß alle Schwierigkeiten nur von den Intellektueilen kommen und zwar nicht nur yon den arabischen. Die größte Sorgfalt muß dem Studium in der Bekämpfung der Malaria gewidmet werden, die insbesondere für die Dorfbewohner, aber auch für die Stadtbewohner, eine große Plage bedeutet. In Spanien ist mir kürzlich von spanisch-jüdischer Seite in Aussicht gestellt worden, daß die spanischen Juden in Verbindung mit der spanischen Regierung einen tüchtigen Fachmann auf dem Gebiete der Malariaforsdning nach Palästina schicken werden, der dort, ,von Spanien bezahlt, in Verbindung mit der Jerusalemer Universität arbeiten soll. Die Malaria; herrscht gegenwärtig noch so stark, daß man schätzen kann, daß ein Drittel der ländlichen Arbeitskraft durch sie paralysiert wird. .! Und nun die Schulden: In Dagania z. B. leiden jene famosen Leute schrecklich unter ihren Schulden. Sie müssen sich schlecht ernähren, um nicht weiter in Schulden zu geraten. Ein Mann mit einem großen Herzen und einem mittelgroßen Portemonnaie könnte diese Leute glücklich machen. Der Geist unter den ländlichen Arbeitern und unter den Bauarbeitern ist ein ausgezeichneter. Sie sind stolz auf ihr Werk und lieben das Land und die Scholle. Geschmacklich wurde beim Bau in Stadt und Land ziemlich gesündigt, aber der Architekt Kaufmann kämpft mit Eifer und Erfolg für Geschmack und Vernunft Die Regierung, die vieles getan hat zur Verbesserung der Straßen und zur Bekämpfung der Malaria wie überhaupt der sanitären Verhältnisse, hat cs nicht leicht Es dürfte sich kaum ein zweites Ländchcn finden lassen mit so heterogener Bevölkerung und mit so viel Interessen solcher, die nicht im Lande wohnen. Was nun aber am meisten nottut, sind gelernte Arbeiter. Und es ist zu hoffen, daß das jetzt ins Leben zu rufende Technikum sehr wirksam beitragen wird zur Heranbildung solcher. , , Ich bin überzeugt, daß Unser Kolonisatlonswerk gelingen wird in dem Sinne, daß wir in Palästina eine vollkommen kohärente Gesellschaft bilden werden, die wohl geeignet sein wird, ein moralisches und geistiges Zentrum für das jüdische Volk abzugeben. Darin und nicht im Wirtschaftlichen sehe ich die hohe Bedeutung des Aufbauwerks für uns alle. Es scheint mir weniger wichtig, daß das jüdische Palästina mögliehst bald wirtschaftlich selbständig wird, viel wichtiger scheint ,mir zu sein, daß Palästina von hoher geistiger und moralischer Bedeutung für das ganze jüdische Volk wird. Großes wurde schon in , diesem'Sinne geleistet , durch die Wiederbelebung der hebräischen Sprache. An• stalten für die Pflege der Wissenschaften und Künste I müssen folgen. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint

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