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Jüdische Rundschau · 1923-04-20 · Heft 32 (20.4.1923) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 32 (20.4.1923)
Date
1923-04-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 188 JUEDISCHE RUNDSCHAU Unsere Bewegung ist noch jung und von viel zu palsicrcndeni Leben erfüllt, als daß sie bereit* feste und unveränderliche Formen für ihr Leben Hatte finden können. 'Aber cs gibt einzelnes, was seit den ersten Tagen unserer Bewegung zu unerschütterlichen Grundpfcilcrn derselben geworden ist Das ist neben dein Zionistcnkongieß vor allem der Schekel, und cs ist wohl kein Zufall, daß beide Institutionen in die Zeiten Henris zurückfülircn und mit ihm verknüpft sind. Der Schekel stellt auch unter den heute gegebenen wirtschaftlichen Verhältnissen eine 60 geringe Belastung dar, daß er neben anderen Anforderungen kaum in Betracht kommt Aber seine Bedeutung hat niemals im Zusammenhang mit seiner Höbe gestanden. Seine Bedeutung lag immer in dein Bekcnntnischarakier, der in der Zahlung des Schekels bestand. Es ist ein Symbol von tiefer Bedeutung, daß das Bekenntnis zum Basier Programm bei uns nicht ausreicht, um zum Zionistenkongreß wählen zu dürfen. Erst wer den Schekel bezahlt, wer eine Tat für die Organisation getan hat, die ein wenn auch noch so kleines Opfer von ihm verlangt, erst der soll berechtigt 6ein, als aktiver Wähler des organisierten jüdischen Volkes sich zu betätigen. So wohnt dem Schekel eine tiefe erzieherische Aufgabe in ne, der Erziehung zum Bürger des jüdischen Palästina. Und wie der einzelne Zionist erst durch die Schekelzahlung Rechte in der Organisation erwirbt, so ist au eit der Einfluß des einzelnen Landesverbandes davon abhängig, wieviel organisierte Zionisten er in seiner Mitte zählt: Die Zahl der Delegierten richtet sich nach der Zahl der Schekolim. Leistung und Recht entsprechen sich. * Wenn man von denjenigen Formen unserer Bewegung spricht, die bereits historischen Charakter gewonnen haben und von denen man mit Sicherheit voraussagen kann, daß sie in allem Wechsel der Konstellation ruhende Punkte in der zionistischen Arbeit sein und bleiben werden, so wird man den Nationalfonds, den Keren Kajcmctli, nicht zuletzt zu nennen haben. Vielleicht ist der Nationalfonds in den letzten Jahren etwas zurückgetreten, weil die große und über unsere Zukunft entscheidende Keren Hajcssod-Aktion ihn verdrängte. Das war vorauszusehen und ist auch deshalb nicht so tragisch zu nehmen, weil ja eine erfolgreiche Aktion des Keren Hajessod dem Nationalfonds seinerseits zugute kommt Inzwischen hat der Keren Kajemeth als erste zionistische Institution seine Zentrale nach Erez-Isracl verlegt und damit eine Aktion durchgeführt, die keineswegs von allen Seiten begrüßt wurde und vielfach die Befürchtung auftauchen ließ, daß die Propaganda des Nationalfonds von Palästina aus nur schwer gemacht werden könne. In vielen Kreisen hätte man eine Lösung mehr begrüßt durch die zwar die kolonisatorischen Aufgaben des Keren Kajemeth in Palästina konzentriert worden wären, die Propaganda dagegen weiterhin in Europa geblieben wäre. Es ist heute noch nicht an der Zeit, darüber zu urteilen, ob diese Befürchtungen ganz oder zum Teil berechtigt gewesen sind, zumal die Ergebnisse der Keren Kajemeth- Sammlungen nicht allein davon abhängig sind, ob sich das Hauptbüro in Palästina oder in Europa befindet sondern bei einer Beurteilung dieser Ergebnisse auch andere Fragen, wie die allgemeine wirtschaftliche Lage und der Verlauf der Keren Hajcssod-Aktion, zu berück* siditigen sind. Aber es scheint doch, als wenn die Verlegung des Hauptbüros nach Palästina auch ihr Gutes für die Propaganda gehabt hat und haben kann. Was die Sammlungen für den Keren Kajemeth und die Aktion für den Keren Hajcssod charakterisiert, ist das Unpersönliehe, das in diesen Aktionen liegt Der Einzelne gibt für einen großen Fonds, dessen allgemeine Zweck- Bestimmung ihm bekannt ist, der regelmäßig über seine Einnahmen und Ausgaben berichtet und dessen Budget vorn Kongreß festgeslcllt wird. Aber der Einzelne hat nicht die Möglichkeit, durch die Steuer, die er dem Keren Hajcssod gibt, durch die Spende, mit der er die Nationalfondsarbeit unterstützt für sich selbst einen lebendigen Kontakt mit Palästina zu schaffen, selbst an einer bestimmten einzelnen Aktion mitzuwirken, die Mim aus irgendwelchen Gründen besonders ans Herz gcwachsen ist. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß unter den!mutigen Verhältnissen dieser unpersönliche Charakter der einzelnen Spende eine Notwendigkeit darstellt. Sollen wir nicht zu einer völlig, anarchischen Kolonisation kommen, in der jede Gruppe oder gar jeder Einzelne sich für diejenige 'Aktion interessiert und arbeitet, die ihm gerade am Herzen liegt, soll wirklich die Zionistische Organisation das jüdische Volk in seiner heute bestehenden Organisation sein, so muß der Oedanke der Steuer sich durchsetzen, die von jedem Bürger zu erheben ist, ohne daß der einzelne sich nussudien kann, in welcher Weise sein Geld verwendet werden wird. Wohl aber ist verständlich, wenn darüber hinaus der Wunsch besteht, nach Erfüllung der Steuerforderu ng auch Gelegenheit zu haben, mit bestimmten Aufgaben in Palästina sich verbinden zu können. Es ist an dieser Stelle häufig darauf hingewiesen worden, daß ein Teil der allgemein deprimierten Stimmung in den Kreisen der Organisation mit jener Paläsünafeme Zusammenhänge die dem Zionismus vor dein Kriege nicht in dieser Form bekannt war. Es sind Anzeichen dafür vorhanden, daß dieser Zustand überwunden werden kann. Jeder deutsche Zionist, der den Weg nach Palästina findet, bedeutet eine engere Verknüpfung nicht nur seines engeren Freundeskreises, sondern des gesamten dcutsdien Zionismus mit Palästina. Und Jnstitutionen, wie etwa die Realschule in Haifa oder der Misrad iaawodotli haziburioth liegen heute den Gedanken des dcutsdien Zionisten näher Ha manche andere Institu- 1־ DIo ln Nr. 34 vom uilclisten Freitag, den 37. April, wird der erat® Schekel *Ausweis ln der ״Jüdischen Rundschau“ veröffentlicht werden, Wir lilttcn allo Ortsgruppen und Schekcivcrtraucns* laute dringend darum, uns die bei liinca clngegangcnen :Jchekel umgehend zu überwebon, damit die Betrüga noch In den Ausweis aufgenommen werden können. Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, dass der April von der Zionistischen Exekutive als Schekelmonat festgesetzt worden Ist und erwarten, dass die Sammlung überall mit grösster Energie betrieben werden wird. Von dem Ausfall der Schekelsammlung hängt die Vertretung der Z. V. i. 1). aut dem bevorstehenden Kongress ab. Dlo Parole lautet: Jeder Gesinnung••• genösse muss Ini Schekelmonat drei neue Schakalzahler werben. Zionistische Vereinigung für Deutschland Berlin W15, Sächsische Straße 8. Postscheckkonto: Berlin 8091 / Bankkonto: Darmitldter and Nationalbank, Depositenkasse KarfQratendarom 52. tionen, weil deutsche Zionisten dort tätig sind. Dieses psychologische Moment ist verständlich genug, und wir haben das größte Interesse daran, die seelischen Bindüngen der dcutsdien Zionisten mit Palästina in jeder möglidicn Weise zu stärken. In diesem Zusammenhänge muß der Aktion Erwähming geschehen, die der deutsche National Fonds in diesen Wochen zusammen mit der Leitung des deutschen Zionismus in die Wege geleitet bat, der J a d j u r - Aktion. Hier zeigt sich, daß eine in Palästina befindliche Leitung des Nationalfonds imstande sein kann, neue Wege zu finden, um dem Nationalfonds Freunde zu erwerben. Hier wird zum erstenmal der Vcrsudi gemacht, Spenden nicht für den allgemeinen Gedanken des Nationalfonds, «Indern für eine bestimmte konkrete Aufgabe im Lande selbst zu erwerben, für eine Aufgabe, die einen Teil jenes großen Gedankens der Gcülalh Haarez umfaßt und die vielleicht einmal die Möglichkeit bieten kann, deutsche Zionisten auf einem bestimmten Stück Landes in Palästina anzusiedeln, das mit dem Gelde deutscher Zionisten erlöst worden ist. Jadjur kann ein Punkt werden, auf dem das Interesse der deutschen Zionisten mit besonderer Liebe sich konzentriert. Wir sollten dem Nationalfonds dankbar dafür sein, daß er uns eine konkrete Aufgabe dieser Art gestellt hat. ־•׳■• ' F. L Erziehung zur Politik Von Dr. Jacques Adler, Leipzig. Leicht ist der Aufruf zur Begeisterung, schwerer die Erziehung zur dauernden Gefolgschaft und festbestlmmtcn Arbeit, am schwersten die Heranbildung zu selbständigem Denken und eigenem Urteil. Der Zionismus bedarf aller drei Kategorien, der Begeisterten, der Arbeitenden und der politischen Sachkenner. Die letztgenannte Gruppe möglichst zahlreich zu sehen, ist eine unbedingte Notwendigkeit für die zionistische Bewegung im heutigen Moment. Der Zionistenkongreß dieses Jahres, der die Konsequenzen aus der Mandatsbestätigung ziehen soll, wird nicht nur die jüdische Welt, sondern auch wichtige Interessenten der britischen Politik, des Nahen Orients, der Völkerbundskreise zum Publikum haben. Mehr noch vielleicht als auf das politische Referat wird man auf die politische Debatte hören; ihr Verlauf, ihr Niveau, ihr ideelles Ergebnis wird Zeugnis dafür sein, ob wir bereits heute eine Anzahl von Außenpolitikern besitzen, die imstande sind, die jüdische öffentliche Meinung politisch zu schulen und unser Interesse im Verkehr mit den Mächten und den anderen Nationen klug und standhaft wahrzunehmen. Wird ferner der Palästinakongreß Im nächsten Jahre durchgeführt, dann steigt noch unser Bedarf an Persönlichkcitcn, die von dieser all weltlichen Tribüne aus das Programm der zionistischen Politik aufkliirend und werbend verkünden können. An solchen Persönlichkeiten herrscht nie• mals Uebcrfluß. Gar reich an Aufschluß ist hier der zweite Band von Theodor Hcrzis Tagebüchern, der seine Randbemerkungen zu den ersten Kongressen enthält, diese kurzen und doch so vielsagenden Notizen des einen Mannes, dem wahrhaft staatsmännisclic Begabung eignete, der deren Mangel bei so manchem seiner Mitarbeiter schmerzlich empfand, und der vorzeitig der Fülle der politischen Aufgaben erlag, die auf ihn cinstürmten, da er allein, der die Zusammenhänge übersah, ihnen gewachsen war. Die praktische Erfahrung seit jener Frühzeit des Zionlsmus hat wertvolle Erziehungsarbeit geleistet. Kongresse, Verhandlungen, neue Situationen gaben Gelegenheit, Führergaben an den Tag zu bringen und zu erproben. Darum hat es uns, als die große Chance der neuen Staatsbildungen im Orient und des Sclbstbcstimmungsrechtcs der Völker herankam, an Führern nicht gefehlt, die den Erfolg der Balfour- Deklaration und des Palästina-Mandates errangen. Um aber diese Errungenschaften nun auch dauernd zu behalten und weiter auszubauen, bedarf es sowohl unablässiger politischer Einzelarbcit der Führenden als auch nachhaltiger Resonanz seitens des jüdischen Volkes, dessen Begeisterung, dessen Opfmviliigkeit, dessen Arbeit als Stützen des Aufbaues der Heimstätte nicht ZU missen sind. Die politische Erziehungsaufgabe scheidet sich demgemäß gegenwärtig ln zwei Teilgebiete, einesteils Fürsorge für ein allgemeines politisches Verständnis der jüdischen Massen, die die Intentionen der Führung wenigstens In den Grundzügen verstehen und das bisher Erreichte in *einer prinzipiellen Bedeutung würdigen möchten, wenn von ihnen die ■— namentlich zum Erfolge des Kcreu Hajcssod — erforderliche aktive Teilnahme bewiesen werden 80U; andernfeil* handelt ca rieh um die Auslese de» Nachwuchs», Politikern, die fällig sein werden, die Probleme;! [ zu lösen, die der Fortschritt der jüdischen PalAstina-'t < : ln den kommenden Jahren aufwerfen dürfte, ln lctzt^en^l'.'!; Hinsicht bedeutet die Berufung des Obersten Kish jf8 yg. der Palästina-Exekutive nach Jerusalem ein erfreulich« py f ' . Nicht minder wichtig aber als unsere Jerusalemer Vertre׳ :■!' ׳ ’ ist die Repräsentanz, der ״Jcwish Agency", die ja alle 1'; 1", gewillten Juden zur Mitarbeit für Erczdsrael aulrufenC'.t D>e 11 in den Zentren der jüdischen Diaspora, in Warschi■/1 7<ichr׳n h Kowno, in Bukarest, In Wien, in Berlin, vor allem j{lt!!:litis111'־;! in Moskau und Charkow, wo cs nach den traurig■!', i ״£ »טיt5* fahrungen de» Ktcwer Prozesses eine dringliche Auf-.■’* yui w1r• 1 für uns sein sollte, eine Verständigung, einen modus v;v. ‘ *ic cs i herbeizuführen, der den für Palästina entschlossenes K I ,1.gency ’ Rußlands und der Ukraine die Möglichkeit eröffnet, Ke01׳ Kräfte der gegenüber einem jeden Staatswesen loyalen ,'יי *.nicbouu rein jüdisch orientierten zionistischen Bewegung nutzb'Jr .|» D ' 1 machen. Man wird cs wohl einsehen, daß dies viels״■ ‘t'g.iffnunq außenpolitische Programm zu seiner Bewältigung durch ,־! 1'• י,bei', e matischc, publizistische, organisatorische Tätigkeit fast h;r“ rc. :Im, jsOrcanisat׳ > menschliche Kräfte von den Persönlichkeiten der ZtnwFstellen,•,'• verlangt, denen ja überdies noch heute, im Zeichen der v!i yemcin ' Actions-Comit6 kürzlich erst *ngesagten großen Ke.*'”n:na zt!! Hajcssod-Aktioncn, ein enormes Maß an innenpolitisch;heitert?'. Arbeit, an Propaganda innerhalb der gesamten Juden’•*{‘;:firn, für den nationalen Gedanken und den Palästina-Aulbau",•iviiircnd wie an Organisation der Massen, obliegt Es ist d,t״ Männern keine geringe Sorge, wie man Mitarbeiter gewinn־ftf-ericbte, könne, und zwar Persönlichkeiten möglichst weiten Blbfcn vers<; 1; sowohl als auch von bewährtem Verhandlungsvermögea w638 der! f‘ von festem Willen. ' ftiärker z;■ 'יי!», Am zuverlässigsten wirkt hier die Vorbereitung auf Auib V.; liehst breitem Fundament, die Erziehung der jüdischen Ju^; jtdtragcrt zum Verständnis des politischen Palästinaproblems wie 1j;psd1cn 1ץ ..',K der politischen Situation in den Ländern der Diaspora, 1umt~Kcm Sch "0‘.י lieh in den national gemischten Staaten. Stufenweise m; p der dann diese Bildungstiitigkcit fortzusetzen sein, untenfefefordcrlbj’^J durch eine Publizistik, die sich bemüht, dem politischefeine Rob1׳:;; Denken ihrer Leser möglichst zur Selbständigkeit zu verlas Geld , י ' helfen. Praktisch die günstigsten Aussichten hierfür liegeÄeren H \ ' 1 in den Ostländern vor, wo jüdische nationale Minderheit{ |ir den , *?": ihre parlamentarische Vertretung besitzen, Koalitionen eisfjinmUmg.k gelten, an Kabinetten teilnchmen und iiire eigenen kf!neben 1 J stitutionen kulturellen und sozialen Charakters mit Oeffentiictivc erk! kcitsrecht begründen. Die Sache bringt es mit sich, daß dJpndruck f1 eine Pllanzschulc jüdischer Politiker entsteht, die nicht ti.finen Ak zutn jüdischen Volke, sondern auch mit den Diplomat«!;möglich 'י: Machthabern und Repräsentanten der anderen Nationen elfeas, was < ’1 folgrcich reden können. Der Westen leider entbehrt solch:a:* Ausser, gleichsam naturgegebener Ausbildungsstätten; insoweit tStopagai»!;? :.. nicht durch Vorträge, Kurse, Lektüre, Studium den NiiÄ’erhäitnii^’lt wuchs an politischen Experten heranzieht, ist er auf ׳, t j das 1 Fl 1. Entscheidung des Zufalls angewiesen, ob eine politisc: fcenwäz 'J 1י! Führcrpersöniichkeit den Weg zur allgemeinen Politik ihrtjjy wen!.!4;י’; Landes oder zur jüdischen Politik einschlägt; die GegenüfccJjfechcu •;‘K Stellung Rathenau und Herzl ist charakteristisch für dr.ftrganisat ו! Situation. |;sd1cn Ar>; Das schwierigste Stadium in jeglicher Erziehung »roßen pi, ,! Politik ist der Uebergang vom Parteipolitiker zum StutsXuBers,1 j Politiker, oder als Stufe der inneren Entwicklung dargestciüjj n e r e 1!;F die Emanzipation des zielstrebigen sachlichen Denkens ve:iation •jTjdi der Herrschaft sich vordrängender Oefühlsmomente.?«fingen /'•■J•'. sönliclic Neigungen für oder gegen bestimmte Persönlic»jn<j v| '׳)’■. keilen, Einrichtungen, Ideenkomplexe sind auszuschalten. A!lejtater <1 ‘'*י was einem an Ereignissen, Empfindungen, Meinungshckrff Der *'• * 1 düngen entgegentritt, wird nur als Tatsache zu bc'vcrtc״Ls{Cr y'|J ׳■! sein, die man gemäß streng objektiver Schätzung in {f! "•V Berechnungen cinstelicn muß. Zwischen dem bekannten WcrÄ jr;m ,; daß die englische Politik ״in Erdteilen denke", und öftionistisd 1’״ יl j Acußcrung Herzls im zweiten Bande der Tagebücher, EurFfibcn, d l erscheine ihm immer ״landkartenhafter“, besteht eine Hfeverstcig' merkenswerte innere Übereinstimmung. Gemäß der!»11! ,! normen Lage des jüdischen Volkes hat es der jüdisrjj^ ^; Politiker besonders schwer. 17 Millionen Juden in der W'fjppara ■!' sind zwar an sich eine recht gewichtige Potenz; durch ib'־!^ hab• f •I *-'י' internationale Zersplitterung wird der zahlenmäßige Wcr;|,or den• ' '! >' wieder aulgchoben und in Machtlosigkeit verwandelt, derrfj^ j^a{j )S; charakteristischen Gepräges, daß man noch bis in die neuts'tj»^^ .'!•!! Zeit hinein den Begriff des jüdischen Volkes selbst erncr j 1!! halt gegen seine Verneiner verteidigen mußte. Naclu!t־׳. 1*י* _,|־ aber auch heute Bestand, Existenz- und Helmatrecht *kl.. ־18״*, ' jüdischen Volkes ln der ״Präambel" des Palästina-Mandi'*) *te ״ völkerrechtlich anerkannt worden ist, begrenzt sich die : , kungssphärc des jüdischen Volkes als Einheit ln der großrj . s 1 ״״; Politik zunächst noch nur auf die Geltung seiner moralisch*''■״.. ve” '! ■1; Macht. Die Aufgabe des jüdischen Politikers, zu _def"| e 11״ I! >״ verständnisvoller Lösung er erzogen werden *oll, ist ('§ Da» j! von der moralischen Macht des jüdischen Volkes und *«,1‘IN in;. durch die Demütigung in Jahrtausenden nicht gebrcchcm״|\tann o , i nationalen Willens vornehm, überlegt und zielbewußt <k'|versd1ie< (1 ן besten Gebrauch zu machen, dies moralische Prestige, jrin und!! wertvoller und bisweilen auch beständiger und stärken׳;tüies J , j Schutz gewährend Ist als das Prestige der Wafien, zu kn41| ׳ndenej •׳ .׳j iigen und zu erweitern, damit ohne Störung dank der B־!:uch na! sj gcistcrung und der Arbeit des jüdischen Volkes die natie imeisten y <; nale Heimstätte in Palästina *ich entfalte, die der jüdisch« :Und hö *! Aulbaugcmcinschaft auch den so lange *chmcrziich מ■ jfinzulö« '1^ן; behrten materieUcn Lebensstandard, verbunden mit de :sangen : *! Prestige der kulturellen Produktivität in einem durch de ■entsandt j Jahrhunderte brachgelegenen Lande, erwirken wird. ן rar Ver!! Jüdische Politik ist ebenso bedeutsam wie die sä1?ta ngci , ’ sichere — und darum weder überlaute noch allzu schßi•; »er! ן terne — lntercssenwnhrung eines jeden anderen gesundst Umählii a. . Volkes. Wie wir von Herzl lernen, so nicht minder juC J-!1s imr '* ‘ von den großen Politikern, Staatsdenkern und Historiker■ן .* ^!׳ der Alten und der Neuen Weit. Mit dem politischen Verl! *Wildnis wird sich die Schätzung des Erreichten und <«1 ® 1 Wille zu dessen Behauptung mehren. ■wjf n.DemmtST^!sttmsm!smn s^smatmTmr?rzr,:ViSXSBmBtrs1aMa**^&aafg'l 1 1•gm 4 ' י -ן — ‘uch n י An unsere Inserenten יי; ־!^ן ו Wir teilen hierdurch mit, dafj wir gcnßii^der sind, unseren Inseratenpreis zu erhöhen. ן achtgrspallene Nonparcillczeilc kostet von | leistUn.! ob 500 — Mk. | Am Verlag Jüdische Eundicn^l^ib, Berlin W IS, Sddutsche Sfr. 8. J;■ kdtcn, ( kfittoto ■

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