Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 31 (17.4.1923)
- Date
- 1923-04-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 185 ‘ ■ 01 dr :r , nie hl ־ S u; 11 / h!; Mi)? %:Ul <!‘c, die *11nd Arzt 0 cr^%te uidwcrkcr 7׳ **״ owcni^* , des (lania'15 Sdiiidcj, vor <!cm nicmrtnjj ci-'tcnüijT bedauere gemacht «.1 über. was der! gesunda 1 da; M-ß | t haben, j י er die «s auch lonfffn; feilt, dl Ich ist, crdorbcit ch trotz vor•:. 11t ן t ganzen i g deckt; I haben i ' erlaubt, i lerkennt j um Teil : die ihre? heutigen j :ken die 1 •uig des gen, sie werden, ine Ein* beit mit i Reichs• I eil Parrieht in?e ohne; isse für! erc soll ehsenen erziehtsschuie jef rennt : seit bei scliafts• suchen• wurde fassuug natür• ■age zu mg im :se Bc• längnis•; :härfstc hule in *schule ׳ciin in ler für eilt die ic vom 111: ׳ gev. tische i p.idicr נ wird, iterung 1 jüdien für Untero muß I «fange j Je währ I ■ Weise iciiulcn 1t, daß lischest unkten weisen ijessod ehre re jf der n 17, Nr. 31 Keren Ffaj^ssod Weizmanns Arbeit in Amerika Außer dem bereits erwähnten großen Bankett fanden bis• : i״ den verschiedensten Vierteln New Yorks Bankette i (,״(•! Versammlungen statt, die die Keren Hajossod-Kampagnc ejuieitetea und auf denen für jedes Quartier die Summe festgesetzt wurde, die es zu den kontingentierten 2 Millionen 1),(11זנ beizutragen habe. Am 19. März sprach Wcizmann auf ci;;fr Versammlung in Brownsville, wobei das Ergebnis i jjfdcn Keren Hajcssod 60000 8 betrug, davon 35000 3 in i t,if. Am 20. März liefen bei einer Versammlung in Browns I ״x» Louis Lipsky als Redner auftrat, 50000 8 ein, davon! 25(XX) 8 in bar. Am 21. März fand ein Abend in Bay-RId g e statt, wobei dem Keren Hajcssod 15000 8 zuflosscn. Die größte Versammlung war indessen die vom 22. März in der; £j5t Sidc, wo auf dem Bankett neben Wcizmann noch ■1 pr, Scimiarjnh L c v 1 n , Louis Lipsky und Carl Sherman, ■ Attorney General von New York, sprachen. Von der für t 5j|C East Sidc festgesetzten Quote von 200000 $ Ist bereits j ein großer Teil aufgebracht. Der am 21. März in Williams-! tiurgh stattgehabten Versammlung ging ein Bankett voraus, י auf dem u. a. Samuel Untermyer sprach, wobei zahl•! rcicl1e Beträge, teils in Zeichnungen, teils in bar, aufgebracht 1 wurden. Der ganze Sonntag war Jersey City gewidmet, j dessen Juden sowohl nachmittags bei dem Dcmonstrationsj ״ען als auch abends beim Bankett ihre Verehrung für Wciz• 1 itiann zum Ausdruck brachten und großzügig für den Keren j Hajcssod spendeten. Von der für Jersey City festgesetzten ן Quote von 50 000 8 wurden 20000 8 bereits auf dem Bankett j aufgebracht ן In einem besonderen Aufruf appellierte Wcizmann um J zahlreiche Meldungen für die nötigen 5000 freiwilligen Mit״ j Arbeiter für die für Chol Hamoed bestimmten Haus- 1 Sammlungen, fin Aufruf verlangt Wcizmann, daß der 1 3;, 4. und 5. April vollständig diesen Werbearbeiten gewidmet; ru sein habe. Eine große Zahl Freiwilliger ist diesem Rufe! gefolgt. j Während der Pcßach-Woche fand auch in den Synagogen j eine rege Keren Hajcssod mipagne statt, die am 1. April , in über 500 New Yorker Synagogen durch Propaganda- ] reden für den Aufbau Palästinas und den Keren Hajcssod i «:!geleitet wurde. Das Endergebnis ist noch nicht bekannt, 1 wie aber Judge Rosen blatt, Chairman des New Yorker Kampagne-Komitees mitteilt, dürften während dieser Karn•; pagne im ganzen über eine halbe Million Dollar bereits eingenommen worden sein. (Ziko.) Propagandareisen Die Abteilung des Keren Hajcssod für Zentraleuropa entsandte diese Woche wieder eine Reihe von Delegierten in die verschiedenen Länder, um dort für den Keren Hajcssod tätig zu sein. So unternimmt Dr. Martin Roscnblüth eine Tournee durch Skandinavien. Herr Dr. Wilcnsky kt sich wiederum nach Litauen begeben. Herr Dr. Hantke fährt dieser Tage nach der Tschccho- Slowakei, Herr Dr. Nahum Gold mann reist zur Ein• Icitung einer großen Keren Hajcssod-Aktion nach Wien. | Herr Julius Berger hat sich nach Czernowitz, wo die Aktion von Fräulein Sari Kohn bereits cingcleitet wurde, j begeben, Herr Karl Glaser leitete die Aktion in Memel, vahrend Herr Dr. Helfmann zusammen mit den Herren T c m k i n und Dr. T r i v u s, die insbesondere eine Aktion h Zoppot durchzuführen gedenken, nach Danzig reist. Kanada Die Dreitage-Kampagne in Ottawa begann am 18. März mit einer enthusiastischen Versammlung beim Monument! National, bei welcher Gelegenheit 8000 8 für den Keren Hajcssod eingenommen wurden. Den Vorsitz führte Herr : J. Holzman, Präsident der Zionistischen Ortsgruppe, dem | ds Redner der Präsident der kanadischen Zionistischen Föde• ן tation, Herr A. J. Freiman folgte. Die Reden Col. Pattersons ו Md Dr. A. Goldsteins wurden mit Begeisterung aufgenomtnen.! Beßarabiea \ Mit der Ankunft Dr. J. Sapirs, des Vertreters des 1 Keren Hajessod-Hauptbüros, in Ktschinew hat die Keren I hajcssod-Arbeit in Beßarabicn mit neuer Kraft und Energie ] *!״gesetzt. Am 18. März fand eine große Keren Hajcssod• j Versammlung statt, auf welcher der Präsident des lokalen Keren Hajcssod-Komitces Dr. Bernstein-Kohen über i Wirtschaftslage Palästinas nnd Dr. Sapir über die Keren 1 Hajcssod-Lcislungeu in Palästina sprachen. Nachdem eine ä Anzahl von Zertifikaten an Keren Hajcssod-Zeichncr verteilt i ]1'orden war, gingen zahlreiche Anwesende nochmalige Zah- 1 ]Mgsvcrpflichtungen ein. Von den Anwesenden versprachen , ’d Personen eine Summe von über 250000 Lei aufzubringen. ist zu hoffen, daß die neue Keren Hajessod-Kampagne j Arbeit in Beßarabicn, die letzthin etwas vernachlässigt I "'0׳den war, wieder beleben und gute Resultate erzielen : "ird. (Ziko.) Tunis Trotz großer Schwierigkeiten und der schlechten Ernte, ilt in den letzten Jahren die Wirtschaftslage äußerst ungünstig1 gestaltet hat, bat die Keren Hajessod-Tätigkcit Dr. : “°uchmils in Tunis schöne Erfolge erzielt So brachte j ״ in Slax, das nur 500—600 jüdische fast gänzlich vor- I Jr״'te Familien zählt, 32000 Frcs. auf, wovon 26000 Frcs. 10tl'cich nach London überwiesen werden konnten. In Madhia, ׳•״ ׳erouan und Moknine, wo insgesamt 200 jüdische Familien : Mnen, wurden über 15000 Frcs. aufgebracht. Bis jetzt; dem Keren Hajcssod-Hauptbüro aus Tunis 107ÖD0 Frcs. ״״erwiesen worden- In den von ihm noch zu besuchenden j ״kdten dürfte Dr. Bouchmil noch zirka 30000 Frcs. aufbringen; ™’®tn. Ferner sind in den kleineren Gemeinden von Tunis, ־ I]!5 von den lokalen Kommissionen allein bearbeitet werden ■ ׳mt.cn, noch mindestens 100000—125000 Frcs. zu holen. 1,,'gesamt wurden bisher 183 000 Frcs. gezeichnet. Im Laufe I 5ר Jahres 1023 dürfte der Keren Hajessod gegen 3000(» Frcs. _;׳}Tunis aufbringen, bc: Berücksichtigung der wirtschaftlichen '1{ן"« ein recht befriedigendes Resultat. Die Tätigkeit Dr.! ‘50'ichmils findet regen Ariklang in der tunesischen Presse. ...׳ , ״*•־ •: ■. em Hugo Derginann in Europa Dr. Hugo Bergmann, der bekanntlich seit einigen Jahren die jüdische Nation alblbliothek in Jeru- Salem leitet, befindet sich zurzeit auf einer Europareise in Angelegenheiten der Jüdischen Natlonalbihliothck. Er benbsichtigt, in Wien den Transport der Bibliothek von Josef Popper■ Lynkcus nach Jerusalem zu veranlassen und die Sammclarbcit für die Bibliothek in Wien »nzulogcn. Dr. Bergmann ist es auf seiner Reise gelungen,' in Rom die Unterstützung des italienischen Unterrichtsministers für die Sache der Jüdischen National- Bibliothek zu gewinnen, wie ja auch die französische Regierung der NationnlbiWiothck bereits viele hundert Bände überwiesen hat. Dr. Bergmanns Reise gilt gleichzeitig dem Keren Hajcssod. ln einem Interview mit einem Redakteur der ״Wiener Morgcnzcitung“ hat sich Hugo Bergmann über verschiedene Fragen, die mit der gegenwärtigen Krise in Palästina zu■ sammenhüngen, geäußert. Die mangelhaften Eingänge des Keren Hajessod haben z. B. dazu geführt, daß die Hadassa sich entschließen mußte, ihr Spital in Tel-Awiw, das 80 Betten zählt, zu schließen. Die Stadtvcrwallung von Tel-Awiw und die Arbeiterorganisation bemühen sich, das Geld in irgendeiner anderen Weise aufzutreiben. Dr. Berg• mann weist dann auf die Schäden der landwirtschaftlichen Arbeit hin, die durch die mangelnden Gcldeingängc hervor• gerufen worden sind, vor allem aber auf die Probleme der Alijah, die durchaus mit dem Keren Hajessod-Problem zusnmmcnhängcn. Es sei charakteristisch, daß sich unter den Ncueinw,anderem nach Palästina in den letzten Monaten zum großen Teil Familienangehörige von solchen Personen be• finden, die bereits im Lande sind, während Neueinwanderer, vor allem Chaluzim, nur in kleinem Maßstabe kommen. Mit Recht weist Hugo Bergmann am Schluß seiner Ausführungen auf die Abhängigkeit hin, in der jede Privatinitiative im Lande vom Keren Hajcssod stellt. Die Silikatfabrik in Tel Awiw z. B. stehe still, weil sie von den nationalen Banken keinen Kredit erhalten kann. ...i Zionistische Bewegung Die Aufgaben d cs Kongresses Das Zionistische Bulletin bringt einen Aufsatz über den XIII. Kongreß, der am1 1. August in Karlsbad oder Basel eröffnet werden wird. Nach einem1 Hinweis auf die Bedeutung der Schekelaktion heißt es: ״Der XIII. Zionisten-Kongreß wird vor ganz bcsonders ernste Aufgaben gestellt sein. Diesem Kongreß ist es beschieden, die Konsequenzen aus der Entwicklung des Zionismus in den verflossenen Jahren zu ziehen. Der XII. Zionisten-Kongrcß in Karlsbad hatte im wesentliehen die Aufgabe, die gesetzlichen Grundlagen der Organisation wiederherzustellen und eine verantwortliche Leitung einzusetzen. In den acht kongreßlosen Jahren der Kriegszeit und Nachkriegszeit war der Zusammenhang zwischen den verschiedenen Teilen der Organisation verloren gegangen, und die leitenden Instanzen waren unter dem Druck der Verhältnisse ohne die Sanktion durch das zionistische Parlament eingesetzt worden. Der XII. Kongreß hat seine Aufgabe erfüllt, er hat die Weltorganisation wiedcrhergestellt, hat die leitenden Körperschaften, Exekutive und Actions-Comitd, in rechtsgültiger Form gewählt und ein den neuen Verhültnissen angepaßtes Statut erlassen. Er hat auch auf anderen Gebieten wertvolle Arbeit geleistet, hat zum ersten Male versucht, ein Palästina-Budget festzusetzen, das den völlig veränderten Zuständen Rechnung tragen sollte und hat durch Einsetzung der Palästina- Exekutive, durch die Bestimmung über das Verhältnis der Organisation zum Keren Hajessod und andere Beschliissc gezeigt, daß er die organisatorischen Aufgaben der neuen Zeit wohl verstand. Aber der Xll. Kongreß konnte noch nicht die letzten und entscheidenden Schritte in der Neuordnung der Organisation treffen. Noch war das Mandat nicht bestätigt, noch war die Zionistische Organisation nicht offiziell zur Jewisli Agency erklärt worden, und schließlich fehlte den Teilnehmern des XU. Kongresses auch noch die nötige Erfahrung darüber, wie sich die Arbeit in Palästina unter den neuen Verhältnissen gestalten und welche Geldmittel dafür zur Verfügung stehen würden. So bleibt dem XII. Kongreß im wesentlichen das Verdienst, die Organisation wiedcrhergestellt, legale Zustände innerhalb der Organisation geschaffen zu haben. Der XIII. Kongreß aber muß nun aus den Erfahrungen der letzten Jahre und aus der Bestätigung des Palästina-Mandates, durch welche die Zionistische Organisation zur J e w i s h Agency wurde, die entscheidenden Konsequenzen ziehen. Ernste Probleme sind zu lösen. Wiederum wird die Frage des Palästina- Budgets zur Verhandlung stehen, wiederum wird zu prüfen sein, durch welche Instrumente und durch welche Methoden die Zionistische Organisation die Mittel für ihr Palästinawerk beschaffen soll, und schließlich wird das große Problem auftauchen, in welcher Weise die im׳ Artikel 4 des Palästina-Mandates von der Zionistischen Organisation geforderte Heranziehung der Nicht- Zionisten zur Pal ästin aarbeit verwirklicht werden soll. Hiermit in engein Zusammenhang steht die Frage einer Erweiterung der Jewish Agency durch Aufnahme nichtzionistischcr Elemente. Wir stehen vor der Frage, ob es gelingen könnte, erhebliche Teile der Nichtzionisten zum׳ Eintritt in die Zionistische Organisation zu veranlassen, welche heute Trägerin der Agency ist, oder ob die Jewish• Agency erweitert, d. h. zu einer gemischten Körperschaft aus Vertretern der Zionistischen Organisation und anderer jüdischer Grupgen ausgestaltet werden soll, leg] jetigtten Zusammenhang mit diesem Problem steht der Beschluß der Karlsbader Jahreskonferenz zur Einberufung] eines jüdischen Weltkongresses fiir Pa« lästina. ln diesem Beschluß drückte sich bereits der, Wunsch der Zionisten aus, andere Kreise für die Palä« stinaarbeit heranzuzielien, und unzweifelhaft war es auch die Absicht der Jahreskonferenz, dem׳ Weltkongreß, wenn er gelingen sollte, bei der Wahl der Jewisli Agency; eine entscheidende Rolle zimibilligcn.! 1 ׳ Hiermit ist das große Problem bezeichnet, mit dem der XIII. Zionisten-Kongrcß sieh in allen Einzelheiten befassen soll. Von der richtigen Entscheidung dieser großen Fragen hängt die Zukunft der Zionistischen Organisation und die Zukunft des ganzen Palästina- Werkes ab. Kein Zweifel, daß die zionistische Presse sich in den nächsten Wochen bis zum Kongreß mehr und mehr in diese Probleme vertiefen wird, und eine solche Vorbereitung des Kongresses durch Erörterungen in der Presse und Beratung in allen zionistischen Kreisen erscheint auch dringend erwünscht, damit die Delegierten wohlvorbercitet und im Bewußtsein der Tragweite ihrer Entscheidung zum XIII. Kongreß fahren.“ Eine zionistische Demonitrationsversamlung in London Am 11. April fand in der Great Asscmblv Hall in London eine von mehr als 3000 Menschen besuchte Propag,1ml,!Versammlung statt, auf der unter Vorsitz von Josef Cowen die Herren Sokofow, Soloweitschik und Abgeordneter Grünbaum sprachen, ' ■ ..—.-.■> I Za den Aeußerungen Lord Grejrs Zu der Rede des früheren englischen Außen minisfers, Lord Grey, anläßlich der Palästina-Debatte im llouse of Lords, veröffentlicht die ״Times" vom 3. April folgende Zuschrift von Leonhard Stein, dem politischen Sekretär der Zionist)sehen Exekutive: Lord Grey hat in seiner Rede unter Betonung, daß er der zionistischen Bewegung keineswegs unsympathisch gegcnübcrstchc, seine Zweifel ausgedrückt, ob die in der Balfour-Dcklaration festgclcgte Politik in Einklang gebracht werden kann mit den von England den Arabern in Palästia gegenüber eingegangenen Versprechungen. Wenn auch den Betrachtungen Lord Greys höchste Achtung gezollt werden muß, so muß doch auf nachstehende sehr wesentliche Tat- Sachen hingewiesen werden: Die Balfour-Dcklaration stammt vom November 1917, Niemals und nirgends wurde gesagt, daß bereits vor diesem Datum den Arabern Versprechungen gemacht worden seien, außer denjenigen, die in der Korrespondenz zwischen Sir Henry Mac Maliern und dem Scherif von Mekka vom Jahna 1915/16 erwähnt sind. Der Scherif war bei der Frieden»• konferenz durch seinen Sohn, den Emir Feisal, vertreten, dem die in Vorsdilag gebrachten Arrangements' betreffs Pa* lästinas vollkommen bekannt waren. Weit entfernt, dies« Arrangements als im Widerspruch mit den englischen Ver* sprcchungen stehend zu erklären, schrieb er viel mehr. in einem weit verbreiteten Brief vorn 1, März 1919 u. a., daß ״unsere Delegation hier in Paris vollkommen vertraut ist mit den von der Zionistischen Organisation der Friedenskonferenz unterbreiteten Vorschlägen, die wir als maßvoll und berechtigt anerkennen." Der Text der Mac Mahon- Korrespondenz, soweit er veröffentlicht wurde, zeigt deutlich, daß Palästina keineswegs darin einbegriffen war. Am 14. De* zeniber 1915 teilte Sir Mac Mahon dem Scherif mit, daß ״betreffs der Wilajets von Aleppo und Beirut die englische Regierung Ihre Bemerkungen sorgfältig berücksichtigt hat, da aber die Intcrcs cn unseres Verbündeten Frankreich berührt werden, so muß diese Angelegenheit einer sorgsamen Betrachtung unterzogen werden.“ Das Wilajet Beirut, über dessen Zukunft somit noch keine Entscheidung gegeben sein sollte, schloß ganz Palästina außer dem Distrikt Jerusalem ein. Der Distrikt von Jerusalem ist nun freilich nicht besonders genannt, cs wäre aber sinnlos anzunclnncn, daß er als einziger Teil Palästinas hcrausgenoinmen sein sollte, der keiner Sonderhchandlung bedarf. Auch abgesehen von den zionistischen Bestrebungen wurde Palästina deutlich als ein Problem *ui generis aufgefaßt, und vernunftgemäß kann nicht daran gczweifclt w׳crdcn, daß es als solches von den britischen und ckn alliierten Regierungen betrachtet wurde. Die Verhandlungen mit dein Scherif — mit den Arabern Palästinas hat es keine gegeben — hatten stattgcSunden, als Lord Grey selbst Minister des Auswärtigen war. Trotzdem sandte im Dezember 1917, also bald nach der Ver* offentlichung der Balfour-Dcklaration, Lord Grey folgendes Schreiben an die ״Zionist Review"! ״Ich stehe der Baliour- Deklaration mit aller Sympathie gegenüber und freue midi sehr, daß diese vor der Ocffcntlichkcit als dio Politik der britischen Regierung kundgcmadit worden Ist." Daraus muß logisch geschlossen werden, daß Lord Grey jedenfalls zu jener Zeit die Balfrmr-Deklaration unter keinen Umständen ab mit den den Arabern gemachten britischen Versprechungen irgendwie im .Widerspruch stehend betrachtet habe, (Ziko.) Die Sowjetregierung amnestiert die jüdischen Flüchtlinge Warschau. (J. C. B.) Die Sovvjcivertretung in Warschau erhielt amtlich einen Erlaß des allrussischen Exekutivkomi ee» zugestcllt, wonach allen jenen in Polen weilenden Flächtlingen aus Rußland und der Ukraine, die nach dem 12. Ok* tober 1920 Rußlcnd auf illegalem Wege verlassen haben, Amnestie gewährt und ihnen gestattet wird, bis zum 1. Juli 1923 in ihre Heimatsorte nacli Rußland und der Ukraine zurückzukehren. Gleichzeitig erhielt der russische Gesandte in Warschau seitens des russischen Kommissariats für auswärtige Politik den Auftrag, sich bei der polnischen Regierung dafür einzusetzen, die Zvvangsahschiebungen der Flüchtlinge einztj. stellen und jenen Flüchtling•..!, die bei der russischen Gesandtschaft ein Gesuch um Rückreiseerlaubnis nach Rußland elngcrcicht haben, zu gestatten, bis zum Einlangen des russisehen Visum* In Polen zu verbleiben. Hapoll ffazatr Wir machen noch einmal auf den jüdischen Gcschichts- Kursus unseres Chawer Josef Blumberg aufmerksam. (Siche Versammlungskalcnder.) Bisher hat erst ein Einleitung!- vortrag itattgefunden, *o daß neue Hörer noch teilnehmen können! * ׳ . . ...