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Jüdische Rundschau · 1923-04-17 · Heft 31 (17.4.1923) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 31 (17.4.1923)
Date
1923-04-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite!84 ]UEPISCHE RUNDSCHAU ' s” Nr. 3! Nr Von Dr. Arthur Stein, Berfa, (Schluß.)’ : Der Blau-Weiß hat im Gegensatz zum K.J.V. bis zum Pranner Bundestag eine ungestörte Entwicklung durchmachen können. Er lebte bis dahin in einer geradezu unnatürlichen Abgeschiedenheit von dem Oesamtleben der zionistischen Bewegung und Organisation, während das K. J. V. Immer sehr stark mit beiden zusammenlcbte, daher von ihnen zum Teil abhängig war (eine Tatsache, die von der Kritik bisher ganz übersehen wurde, obwohl sie in erster Reihe gewürdigt werden müßte; eine Kritik des K.J.V. muß sich mit der Kritik des Oesamtzionismus beschäftigen). Es ist daher nicht erstaunlich, daß vielen Zionisten jetzt die Kritik am Blau- Weiß verwunderlich und unsympathisch ist, da sie an einen derartigen Zustand nicht gewöhnt sind. In der Tat ist es im höchsten Grade zu bedauern, daß eine Aussprache über den Blau-Weiß erst bei Oclcgenheit der Aufhebung der Fusion erfolgt ist, also unter Umständen, welche die Motive für die Aussprache für den Fernerstchcnden nicht ganz rein erscheinen lassen. Auch die Art, in welcher die Redaktion der ״Rundschau“ und damit auch der Landes- Vorstand die Auseinandersetzung eingelcitet haben, kann ich nicht billigen. Die Form des Angriffs einer Organisation gegenüber, wie sie der Biati-Wciß darstellt, war ungehörig! Man hat damit bestenfalls die guten Argumente, die man gegen die Führung des Blau-Weiß Vorbringen kann, diskreditiert. Die ״Jugendsünden“ sollten offenbar zum Rückzug blasen. Mit ihrer jahrelangen Nachgiebigkeit, ihrem plötzliehen Angriff und ihrem jetzigen Rückzugsgefecht hat die Leitung der Z. V. f. D. eine Unsicherheit gezeigt, wie sie das jetzige System der Blau-Weiß-Führung braucht, um leben zu können. Früher war eine Aussprache über diese Dinge unmöglich. Sie wurde einerseits von den Parteimächten mit sanfter Gewalt unterdrückt, andererseits vorn Blau-Weiß unmöglich gemacht, indem er sich einfach in dne Auseinander- Setzung nicht einließ. Mit Rücksicht auf letztere Tatsache ist es etwas merkwürdig, wenn Bandmann der älteren Generation vorwirft, daß sie sielt einer tieferen Auseinander- Setzung mit der jüngeren entziehe. Wenn Bandmann sich bei dieser Gelegenheit darüber beklagt, daß die ältere Generation ihre Machtstellung ausnutze, so muß ihm entgegengehalten werden, daß einerseits im Gegenteil die älteren Generationen bis jetzt weder ihre Machtstellung noch leider ihre geistige Uebcrlegenhcit benutzt haben, und daß andererseits, wenn sie dies getan hätten, der Blau-Weiß sich nicht hierüber beklagen dürfte. Wer die Macht und die Kraft anbetet, darf sich nicht wundern, wenn er auch einmal Objekt dieser Theorie wird. Wer schießt, darf nicht erstaunt sein, wenn er selber einmal angeschossen wird. Wer auch nach dem Weltkrieg noch nicht begriffen hat, daß die Machttheorie schon deshalb sehr kitzlig ist, weil letzten Endes doch immer ein Stärkerer ersteht, der muß sich gefallen lassen, daß ihm diese Lehre nochmals separat am eigenen; Körper klar gemacht wird. 1 , Gegenüber dem Blau-Weiß wird — und gerade von den ihm näherstehenden — eingewendet, daß er sich mit seinen neuen Theorien vom jüdischen Volke entferne und nur noch das jüdische Land im Auge habe und daß er infolgedessen Gefahr laufe, unzionistisch zu werden. So sehr sich der Blau-Weiß auf einem Irrwege befindet, wenn er einen reinen Palästina- Zionismus predigt, so halte ich doch diese Gefahr, daß der Blau-Weiß unzionistisch werde (eine Behauptung, die zum Beispiel mit dem Singen der Landknechtslieder begründet wird), für reine Theorie. Einer Bewegung mit diesen starken zionistischen Impulsen kann man derartige Vorwürfe nicht machen. Schließlich ist ein Abbiegen von der ursprünglichen Tendenz bei jeder Organisation möglich, bei einer Jugend- Organisation natürlich besonders leicht, aber in dem vorliegenden Meinungsaustausch hat eine derartige im Fernen liegende Ungewißheit meiner Ansicht nach auszuschdden, um so mehr, als eine Kritik in dieser Richtung auf Menschen, die doch auf alle Fälle ihre Kräfte für den Zionismus einsetzen wollen, als ungerecht angesehen werden muß und daher nur verbitternd wirken kann. Man kann meiner Ansicht nach lediglich sagen, daß der Blau-Weiß sich allmählich in einen Zustand hineinbringt, der ihn von der jüdischen Umwelt abschlicßt, also in einen Zustand, der etwa der Abgeschlossenheit des deutschen Akademikers gegenüber dem deutschen Volk, oder des K. J.V.ers bis vor kurzer Zeit gegenüber der jüdischen Gemeinschaft entspricht. Beim K. J. V. lag cs in einer fast notwendigen Entwicklung, daß cs diese Fehler gemacht hat. Der große Vorzug des K. J.V., wenn wir von den Störungen, die durch den Krieg cingetrcten sind, abschcn, liegt darin, daß die Erfahrungen, die man dort sammelt, von Generation zu Generation weiter gegeben werden und also bei einem guten Funktionieren dieselben Fehler im allgemeinen nicht wiederholt werden. Und nun ist es in der Tat schmerzlich zu sehen, daß eine Organisation wie der Blau-Weiß die gleichen Fehler von neuem macht, obwohl es hier doch überflüssig wäre, weil die Erfahrungen des K.J.V. vorliegen. Dasselbe wie für das Verhältnis zur jüdischen Gemeinschaft gilt zum Beispiel auch für die äußere Form. In dieser Beziehung steht das Absingen der Landskneclitslicder ja der Art nach den studentischen Formen, die man früher nachahmte, durchaus gleich. Nun kann man natürlich resigniert sagen, daß Erfahrtmgen von jedem Menschen und von jeder Gemeinschaft neu gesammelt werden müssen und daß es ein unmögliches Unternehmen ist, die Ergebnisse der Erfahrungen einfach weiterzugeben. Abgesehen davon, daß bis zu einem gewissen Grade dieser Versuch sich als möglich erwiesen hat, ist demgegenüber einzuwenden, daß die Führung des Blau-Weiß zum Teil aus denselben Menschen besteht, die diese Erfahrun• gen im K.J.V. bereits einmal gemacht haben (und dieses Argument beseitigt Bandmaims Erklärungsversuche völlig). Nicht genug, daß die Führung des Blau-Weiß diese Erfahrungen ignoriert, verstärkt sie die hieraus resultierenden Fehler noch ins Uebcrgroßc. Allerdings sind selbstverständlich auch heute noch diese Fehler zu einem erheblichen Teile beim K. J. V. vorhanden, bzw. wirke״ die früheren Fehler noch heute im K. J. V. fort Es ist ja auch ein Verlangen, das übermenschliche Kräfte vorausscVcn würde, wenn man forderte, daß man sich völlig von seiner Umgebung freimache, gleichsam im luftleeren Raum leb*. Aber immerhin!;1 f׳l K.J.V, ifocltl "3!;t - ־:;•;emttefa v,־׳) :;׳* Fel״:?- quelleile hie? verbergen?'-־ >׳׳*, so stark gev,•irden, daß sio 01־ K.J.V. 13 cir8ל־*׳.:::!ו; *־י| 1;;.״ Mafia \ו־יו 1;ד.־ stßrrnden Ii.inIIiKr.cn der »id1t/!1,״hiK<ln:rt Umwelt r': Hit. Der «:•Weiß hingegen, iti der völligen Erkcnutitisioiigkcil gegenüber diesem Zudem!, v.,’rd von allen Schwankungen der Umwelt!11:1 und her geworfen, der er in seiner künrälichen Abgo'dilosscnlielt von der Zionistischen Organisation — sonderbarer Gegensatz! — In ganz besonderem Umfange hemmungslos sich ausHcfcrte. Das K.J. V. hat Wogst erkamit, daß die Voraussetzungen lind Sek der zionistischen 'ugendbewegung In einer /)»deren Ebene liegen als die der deutschen, es hat seine früheren Formen abgestreift. Seine traurigen Erfahrungen aber waren für den Blau-Weiß verloronc Liebesmüh. Dieser imitiert — neben vielem anderen — auch die deutsche Jugendbewegung weiter. Wenn wir die letzten Jahre der Blan-Wclß-Entwicklung überblicken, so sehen wir alle Einflüsse der Zeit sich׳ dort in heiligstem Ausmaße austobeu: Sozialismus und Revolution, Ablehnung der Formen und Bolschewismus, Abneigung gegen geistige ״unproduktive“ Berufe und Zuneigung zu manuellen ״produktiven“ Berufen, ethische und mitnktische Politik und Ablehnung der Propaganda und Vorherrschaft der Wirtschaft über die Politik unter Ausnutzung aller kaufmännischen Kniffe, Fronde gegen die Eltern und Mitarbeit mit den Eltern, nationaler Sozialismus und Fascismus, und dies alles frei weg immer unter denselben Führern 1. Gegenüber diesen Schwankungen ist es fast unwichtig, sich innerhalb der einzelnen Periode mit der Widerlegung der gerade herrschenden Tendenz zu beschäftigen. So leicht cs ist, im allgemeinen die Abhängigmachung des Zionismus von der Zeitmode als schädlich nachzuweisen, so unerheblich erscheint fast diese Mühe, w׳cnn man sich darüber klar wird, daß innerhalb ■weniger Monate kein Mensch mehr von dem sprechen wird, was man gerade bekämpfen muß. Meistens steckt natürlich auch in jeder Mode ein gewisser richtiger Kern, und cs ist an sich durchaus wichtig, sich mit jeder Zeitströmung auscinandcrzusctzen, die Art des Blau-Weiß wird eben dadurch für uns unmöglich, daß die neue Zeitbewegung auf einmal als allein wichtig in das Zentrum gerückt wird und der Zionismus in ihre Abhängigkclt gerät Es ist schwer, angesichts dieser Entwicklung von einer bewußten Führung des Blau-Weiß zu sprechen, eher wohl kau« man sagen, daß die Leitung des Blau-Weiß cs in taktisch geschickter Weise versteht, sich von der gerade nuftauchcmlen Zeitweiic tragen zu lassen. Dies ist naturgemäß eine sehr leichte Art der ״Führung“, da ja unter dem Einfluß der ganzen Atmosphäre die Anhängerschaft jeweils durch* aus geneigt ist, sich infizieren zu lassen, während die Leitung des K. J. V. im allgemeinen mit Recht gerade versucht, sich der Zcitmode cnlgcgenzustcllen, wobei man — was leicht nachzuweisen ist — nie davor gescheut hat, auch vom Neuen das Gute und vernünftig Erscheinende zu übernehmen. Mit einer gewissen Berechtigung hat man früher, als der Zio* nismus eine lediglich geistige Bewegung war, den Vorwurf erhoben, daß diese geistige Bewegung zu einem sehr erlieblichen Teile dadurch beeinflußt werde, was die maßgebenden Menschen zuletzt für eine Lektüre gehabt hätten. War dieser Zustand an sich nicht gerade sehr erhebend, so war er Immerhin erträglich, weil die Menschen, auf die es ankam, dieser geistigen Nachschöpfung gewachsen waren. Jetzt scheinen die Schicksale der Jugendbewegung davon abhängig zu sein, was für berufliche Schicksale Einzelne haben, was für neue Eindrücke in den letzten Monaten auf Reisen oder im Beruf sich ihnen aufdrängten, usw. Dieser Zustand aber ist nicht zu dulden, weil cs sich um Dinge handelt (z. B, Beurteilung von Palästina, Wirtschaftsfragen usw.), denen die Betreffenden in keiner Weise gewachsen sind, und die nicht durch kleine Ausflüge auf die betreffenden Gebiete beherrscht werden können. In einer Bewegung wie der zionistischen mit ihrer Unerfahrenheit und ihren Schwierigkeiten ist cs kaum zu vermeiden, daß Dilettantismus sich breit macht. Es war dem Blau-Weiß Vorbehalten, blutigsten Dilcttantismus zur Tendenz zu erheben. Auch in die echte Jugendliclikeit der Blau-Weiß-Führer habe ich ein starkes Mißtrauen, weil sie diese Jugendlichkeit zu stark betonen. Ich glaube nicht an die Naivität von Menschen, die — wie cs auf der gemeinsamen Tagung von K.J.V. und Blau-Weiß im Dezember 1922 geschah — ihre Reden mit der stereotypen Versicherung: ״Wir sind naiv!“ einleitctcn und schlossen. Gegenüber diesen Fehlern wiegen andere nicht so schwer. Der Mangel der Disziplin gegenüber der Ocsamtorganisation wäre zweifellos zu beseitigen gewesen und ist zu einem überwiegenden Teile verschuldet durch die Schwäche und Ungeschicklichkeit der Organisation selbst. Schlimmer ist, daß die Erziehung des Blau-Weiß so stark auf den Bundesgedankeu eingestellt ist, daß die Leute verloren gehen in dem Augenblick, in dem sie den Bund verlassen, ohne nach Palästina gegangen zu seilt — und im normalen Verlauf muß selbstverständlich jeder einmal den Bund verlassen! Das K. J. V. hat auch hier ein entgegengesetztes Prinzip, so daß hier zum Schaden des K.J.V. gerade bei den Besten viel fach der Eindruck erweckt wird, daß die K. J. V.er ihre zionistischc Arbeit tun, ohne daß das K.J.V. eigentlich einen Anteil daran hätte. Diese Erscheinung führt dann sogar dazu, daß selbst K. J, V.er Ansichten vertreten, wie sie der Jugendsünder bezüglich des K.J.V. vertreten hat, wobei als weiteres Moment zu beachten ist, daß diese K. J. V.er, dem eigentlichen Leben des Kartells entfremdet, in einer künstlich konstruierten übernatürlichen Objektivität dem K. J. V. gegen übcrstchcn (etwa wie der jüdische Richter dem jüdischen Angeklagten). Wer nichts von sich hält, der hält von anderen unberechtigt viel. Der Blau-Weiß andererseits ist in ein Selbstbcwußtscin hineingelobt worden, welches viel zu groß Ist, angesichts der eben besprochenen Fehler dem tatsäclv liehen Zustande nicht entspricht und daher alle Fehler, die sich dort geltend machen, im Aufmaß verstärkt. Während man einerseits bei Beurteilung des K.J.V. alle überhaupt nur möglichen Einschränkungen macht (indem man zum Beispiel bei dem Hinweis auf di« doch auch nach Palästina gegangenen K. J, V.er Jeise darauf aufmerksam macht, daß diese Leute vielleicht auch ohne das K.J.V. hingegangen wären), übersieht man alle Einschränkungen, die man gegen■ über dem Blau-Weiß durchaus machen muß. Ich muß zum Beispiel sagen, daß mir eine Erklärung von Bandmann, der Blau-Weiß sei bereit, nach Palästina zu gehen, unzureichend ist. Wir haben keine Veranlassung, Vorschußlorbeeren zu verteilen, zumal man vorher nie weiß, wem nachher die echten Lorbeeren «!kommen. Ich habe schon manchen, der als Märtyrer nach Palästina fuhr, einige Monate später als Touristen zurückkehren sehen. Schon mancher ist auf Nimmer- Wiedersehen Im Geschäftsleben verschwunden und hat geglaubt, fürs gn IV::3 genug getan tu haben, wenn er drei ja PzUslina“ gcschrien hatte. Und auf der a«1*׳* leite J׳,t mnnchcf nach Palästina gegangen, der nie gesprochen und dem es keiner angesehen hatte. Ich die Hcldenverehrung ab, mit der man den Palästina^!;.' wie die Abreise nach Palästina umgibt (ich halte cs übri״el5 für möglich, daß diese Ficldenidcologic mehr von AutV, sichenden als vom Blau-Weiß selbst stammt). Ich b«(r(;t' daß diese jungen Menschen soviel opfern, wie man ih״״ j andichtet. Angesichts der Dinge, die wir alle und 1 unter doch recht alte Menschen im Kriege jahrelang ׳ gemacht haben, kann ich cs nicht so heroisch finden, v,t״ jetzt jugendliche Menschen nach Palästina gehen. Sie habe« sogar materiell gesehen, eine Chance mehr als die, hier bleiben, und ich glaube, daß mancher Anwalt und'Ar!! in Berlin diese jungen Leute beneiden würde. Ebenso eriobtj dia Ergreifung der Berufe als Landwirte und Handwerk, zu einer Zeit, in der die Ergreifung dieser Berufe sozusa■»^ etwas Mode war, vielleicht auch «in wirtschaftlicher Zwjj» zu ihnen drängte. Sie entspringt zu einem Teil ebcnsowcni* der zionistischen Aufopferung, wie etwa die Ergreifung medizinischen Berufes im K.Jf.V., die dort eine Zeith!» als zionistische Pflicht gepredigt wurde und die damal* ebenso einer Mode entsprach (und übrigens nur Schadet herbeiführte). Das Bekenntnis zur zionistischen Idee vor dem Kriege erforderte mindestens denselben Mut, und niemand hat davon Gerede gemacht. Ich würdige die׳ Begeistern!» und den Opfermut unserer Clialuzim durchaus und bedauere es aufs tiefste, daß die Umstände es erforderlich gemacht haben, über Dinge zu sprechen, über die am besten über, haupt nicht gesprochen werden sollte. Mit all diesem soll nichts verkleinert werden, was der Blau-Weiß geleistet hat. Aber wenn man wieder «ine gesunde Atmosphäre schaffen will, müssen die Dinge auf das MaB zurückgeführt werden, welches sie in Wirklichkeit haben.’ Helle Freude muß jeden Zionisten ergreifen, wenn er die prachtvollen Jungens des Blau-Weiß sieht, allerdings auch schmerzliches Bedauern, wenn er weiß, wie diese Jungen» mißleitet sind. Jede Kritik ist erlaubt, nur die nicht, mit der man alles hernnterreiüt und die ebenso schädlich i»(, wie die Affenliebe, mit der man den Biau-Weiß verdorben hat Die Jungens vom Blau-Weiß wissen natürlich trotz allem Lärms nicht viel von dein, was mit ihnen vorgeht! die Kritik gilt ihrer Leitung, sie wird allerdings vom ganzen Blau-Weiß sprechen müssen, solange er die Führung deckt, Ich fasse zusammen: K.J.V. und Blau-Wclß haben Mängel. Die Kritik an beiden ist berechtigt, aber nur erlaubt, wenn man die positive zionistische Leistung beider anerkennt, Das K.J.V. fr» »einer heutigen Struktur kämpft zum Teil mit Schwierigkeiten (Beruf, Alterszusammensetzung), die Ihrer Natur nach überhaupt nicht zu überwinden sind; die heutigen Mängel des Blau-Weiß sind überflüssig, sie verdecken dia auf rein zionistischem Oebict liegende hohe Leistung des Blau-Weiß; sie sind von außen an ihn herangetragen, sie müssen von ihm selbst von innen überwunden werden, Dann, allerding» erst dann, ist der Weg frei für seine Ein« reihung In die 'Organisation, für seine Zusammenarbeit mit dem K. J, V. ,, ־״.... r——׳;.י-־ . Deutschland A i her i ■ und י , tinlti'■, 1 geset11 * Doll»! 1 einer; für ä, . .baf. wo L 25 00C.; statt, ״roßt׳ East '. Dr. SH Ation1'־;die E ein Z ״ bürgt!', auf d reich« t wurd« de'-se zug 1 י manu Haje*.' Quote I *ufgeI Die Gemeinschaftsschule Die weiteren Beratungen im Bildungsausschuß des Reichsfages haben nunmehr zu dem von den bürgerlichen Parteien beantragten Beschluß geführt, daß der Unterricht in der Gemeinschaftsschule auf religiös-sittlicher Grundlage ohne Rücksicht auf die Besonderheiten einzelner Bekenntnisse für alle Kinder gemeinsam erteilt werden soll. Insbesondere soll die Gemeinschaftsschule die aus dem Christentum erwachsenen Werte der deutschen Volkskultur unterrichtltch und erziehlieh lebendig machen. Daneben soll die Gemeinschaftsschule Religionsunterricht für die einzelnen Bekenntnisse getrennt abhalten. Diskutiert wurde ferner ein Antrag, wonach bei der Besetzung der Lehrerstellen an diesen Gemeinschaft»• schulen auf das religiöse Bekenntnis der die Schule besuchenden Kinder Rücksicht zu nehmen ist. Dieser Antrag wurde von sozialdemokratischer Seite bekämpft De Beschlußfassung hierüber wurde vertagt Diese Beschlüsse des Bildungsausschusscs werden natür• lieh nur. Gesetz werden, wenn es In der ganzen Frage ru einer Einigung kommt,‘ und zwar zu einer Einigung im Plenum. Schon heute muß gesagt werden, daß diese Be- Schlüsse für die Interessen der deutschen Juden Verhängnisvoll sind und von jüdischer Seite gegen sic aufs schärfste protestiert werden muß. Wenn die Gemeinschaftsschule in höherem Maße als bisher an Stelle der Bekenntnisschule treten soll, so Ist das nur dann zu rechtfertigen, wenn In ihr der Unterricht in einem Geiste erteilt wird, der für die Kinder, welcher Religion sie auch angehören, nicht die Gefahr eines Gewissenskonfliktes mit sich bringt Die vom Biidungsausschuß des deutschen Reichstages in Aussicht genommene Gemeinschaftsschule dagegen stellt eine christliche Schule dar, in der der Geist des Christentums alle Fächer (man denke an Deutsch und Geschichte) durchdringen wird. Das bedeutet für die jüdischen Kinder eine Verschlechterung gegenüber der früheren Schule, die christlichen und jüdK sehen Religionsunterricht getrennt erteilte, aber einen für alle Fächer obligatorischen christlichen Charakter des Unterrichts nicht statuierte. Wird dieser Beschluß Gesetz, so muß als Aequivalcnt die Bekenntnisschule in weitestem Umfange ermöglicht werden und dem jüdischen Volksteil die Gewähr dafür gelroten werden, daß seine Schulen in derselben Weise anerkannt und gefördert werden wie die Bekenntnisschulen der verschiedenen christlichen Konfessionen. Es scheint, daß die von zionistischer Seite erhobene Forderung der jüdischen Schule sich auch von allgemein politischen Gesichtspunkten aus mehr und mehr als eine Notwendigkeit zu erweisen beginnt M K % v mit .j,V; Natio, Hajes, >j, J« H t. K als R ratior,י : und L; ־• r;■:1 Keret! y Hajes) j eingc'1 1, Vers:־;־/; Kerei! die \ ii 1 Hajes, •, j Anzal'! 1 Word " '1 lungs 51 P'\ Es i:'׳ die;ן Word wird.;, Rückkehr Dr. Ruppins aus Amerika Dr. Arthur Ruppin, der im Interesse des Keren Hajessod und verschiedener palästinensischer Institutionen mehrere Monate in Amerika geweilt hat, hat am 10. April auf der ״Aquitania“ New York verlassen und wird für den U» oder lg. April in London «nvarttt» (Ziko.k - ’ die ■!' Küns Bqu er i!, armt« »ogk,. K&ire• w׳oht' »ind über! Stad: känn die körtrt Ins,׳־׳ des ■ in f' Kris* Bou.

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