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Jüdische Rundschau · 1923-04-13 · Heft 30 (13.4.1923) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 30 (13.4.1923)
Date
1923-04-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 179 Nr.!r: \V «־fl (I; :*1! ׳ sie r;; s״.-,u <! i1!11'“‘■ ׳ te!( if1׳ die 1,:; >en jt'־■'?io׳,■’;״/ |j!!• übe;!- t •»iien ü|i|1‘'': |3!.u.v/tiir,!1t-׳ •Icstov,•;.•' ן «'!trich'a!],יו"' V■ Wie ן!;:.' Her Luft) \i‘ i* reißt«’. ן; enden Tc;| •ildn etwa |lie Basi, , i ■“101י ticl'1 ‘ : und in |(:j;; ^Vorstand \ “י‘׳ j au-Weiß a'l; 'imi Und j;' i '1-s soll f, die K.J.V Cn1 getr'ol; die, die , Mim״, \vcn d> Opfer, , »sser daiicii : diese i)iB , ־U(,cwandt haben, denn hierbei hat es sich selbst- .,liiHliitl, überwiegend um Menschen gehandelt, die in '.‘,5/rt'angslagc versetzt waren, sofort verdienen zu müssen, f K.J. V. ist in einer äußerst komplizierten Situation. f',Jlsj|4fflci11en decken sich die speziellen Ziele einer jeden f ,j’satiort mit den höheren Zielen, für die sic arbeitet rK*dies nicht der Fall ist, wird die Organisation selten '.i°Kr3ft besitzen, um die Diskrepanz aufzudecken. Das K. J. V, f Kraft und die Selbstverleugnung aufgebracht. Es;׳' (fjtaunt, daß der Zionismus die Jugend möglichst früh s!fn und durchschnittlich in andere Berufe führen muß. f. lut sic'1 daher den Zuwachs der eigenen Jugend zum '!־clitiichstcn Teil abgcschnittcu — 60 ist der BlauAVeiti ^jaiidcn! — und muß dies immer neu mit einem erheblichen <£;l (eines Nachwuchses tun, gleichgültig, ob es die Jugend• Heilungen in eigener Führung hat oder in fremder! ' Das K.J.V■ in seiner heutigen Struktur leidet also einer• ..:1( daran, daß es gezwungen ist sich selbst einen erheblichen »1 des Nachwuchses abzuschneiden, andererseits an seiner :1׳Hinblich auf die Palästina-Arbeit ungünstige Altere- und .’jufsziisamnicnGCtzung. Das K.J.V. hat die Fusion erstrebt s, a., weil durch dieses radikale Mittel seine Struktur im;•ne der Palästina-Arbeit günstig beeinflußt worden wäre. ף!* K.J.V. erkennt also seine Schwäche sehr gut und ist ״(Stliaft bemüht, sie zu revidieren, aber es weiß ebenso .!| daß der sich vom Galuih abschließende Palästina-;jjjjjsnius des Blau-Weiß aus reiner Theorie entstanden ist, *3!;cdüifnisscii des jüdischen Volkes nicht gerecht wird j sich nur halten läßt, weil andere die ausfallenden Arbeiten!'!;nichmen (genau wie die Gegnerschaft gegen die Prolj-311da immer nur möglich ist, weil andere inzwischen eit’ Propaganda machen). Oer jugendsünder verrät an manchen Stellen, daß er; 1'־^igemi ־)ו;ןJfChcus nK'ht die genügende Kenntnis hat, um über das 5 würde .״■ו -j_v. urteilen zu können. Unrichtig ist zum Beispiel die; >'!״ Wort;;«läuplung, das K.J.V. habe es gegenüber der hebräischen iS-radibewegung mir zu bedeutungslosen konventionellen Akten gi( Höflichkeit gebracht. Ich weiß ganz genau, daß gerade :,j| diesem Gebiet sehr viel im argen liegt. Aber eine '(«artige Kritik ir.t nur möglich, wenn man die ernsthaften id?um Teil doch erfolgreichen Versuche der letzten Jaliic ’;:!!isscntlich übersieht und wenn man andererseits die Schute-;!1;eiten, die gerade auf diesem Gebiete liegen, nicht ein-;;:hätzen kann. Man braucht die Tatsache, daß die Kartell- ::0 des K.J.V. in den letzten Jahren mit hebräischen Reden ־,liiicl 11ml von solchen -- znm erheblichen Teil ver- ׳;!!denen - - Reden begleitet worden sind, nicht zu Über- ׳ iitjcti, ater man dar! sic nicht übersehen. Und man darf ::!t unter den Tisch fallen lassen, daß hier ein anderer;:Sc durchbrach, als wenn man etwa den Landesvater ge-;•dien hätte, was vielleicht dem Absingen der Landsknechtder des Blau-Weiß auf seinen Tagungen entsprochen hätte. « jugendsünder hat ferner die Entwicklung der letzten ärc verschlafen, wenn er anscheinend die Existenz des .j. V. auf eine bewußt behauptete Sonderstellung der ddeinikcr zurückführen will. Diese Art der Begründung ist it Jahren glücklicherweise aus dem K.J.V. verschwunden, :;״egen haben alle — ebenfalls verschwiegenen — Versuche 'וder Richtung einer Verschmelzung mit anderen Berufs-; :;istn, zu notwendigen Mißerfolgen geführt, die lediglich in;dmisdicn Schwierigkeiten begründet sind. Dies wird be* ' ׳:;ders klar, wenn man sich die Ausnahmen vor Augen i!t, die anders leben als der Durchschnittstyp ihres Berufs: :ז Student, der infolge seiner wirtschaftlichen Verhältnisse ’ :wimgcn ist, Tag und Nacht zu arbeiten, kommt als Objekt :1 K. J. V.-Erziclnmg nicht in Frage, während andererseits .נ Kaufmann, der ausreichend Zeit hat, sich der Erziehung :t K.J.V. durchaus einfügen kann. So ist cs eine leere!rase, wenn man heute Vermengung aller überhaupt in Frage ־.ntnenden Elemente der zionistischen Bewegung fordert.;! Forderung kann lediglich dahin gehen, daß jeder Beruf und ,des Alter in einer ihren Erfordernissen entsprechenden Weise!״;anisiert wird und daß diese verschiedenen Glieder in sinn- ״er und bewußter Weise zu einem gemeinsamen Nutz- :Akt zusammen arbeiten — hier allein liegt der Schlüssel .1 das Verhältnis, welches zwischen K. J. V. und Blau-Weiß :־!twendig ist. Gegenüber dem Artikel, von dem wir ausgehen, ist fest- ״stellen, daß allerdings Jugendsünden vorliegen, und zwar bim K. J. V. in gleicher Weise wie bei der Z. V. f. D. Eine Äser heute noch nachwirkenden Jugendsünden ist z. B, ■' Angewohnheit, in einem exaltierten Meinungsaustausch, in Jtni fortwährenden Verändern der Meinungen geistige Be- T«ng und in der Phraseologie von Reden und Artikeln «itive zionistische Arbeit zu sehen und auf diese Weise fkiidic, ruhige, langsam fortwirkende Arbeit zu verhindern. ״״ Beispiel hierfür bietet der Palästinaaufruf, den einige ־ j.V.er im Kriege erlassen haben und der offenbar dem!:ti’«15chreibcr als eine zionistische Tat erscheint. Gerade 'er Aufruf zeigt sinnfällig, wie unmöglich diese Art zionisti iii-iosc Krl nirde. ,\1; hen, wie ö :Ren ged״;: in Gegen־,: it im <äalu: »mus als d; uneben. \i־: cht verein 1011)11׳ (.;in Kri.ik v.;er sic an kommt, |. it gegen!,., whmcii n: die Anlar,; ו ■eil ist 1: :h bei de; m Vciiaiiu:, heit «ei an ai-Wciß di, : olltc meine, :!weisen, ö. : gen lebt r. ז kein II;,.; sr, daß in, , aber tr01< unterziehe , g zu Ich;. : in Witinl;! 1 ie aufiiim;.. ' ehe St!!:״!:. Aur.bilili! h den V״; zum Lar, : Der DA: einem Alte ihr anfän,־ Anzahl ve; dem Bank Bedingthe! dchfung נ' 3 der Lese .das ,,Wie' hon in '*!nee Typ״ •hologisdic: «dem Satz, (ditung de. [cn wo, l und allein <omplizifr״! als ailek 11c Mensd, i״;cncraii°" , muß cr Juden sc״ ht an dtni wcr.cir r Wirklic.'׳• unentrinn ,eite, aud )sibcobaf״ ׳eh kreise! ‘”•’r bei Bewegung”ist ln einem Augenblick, in dem niemand ® uns von Berlin nach Spandau fahren konnte, ohne von חיי Instanzen Urlaub cinzuholcn, wird nach Palästina auf׳ ::rufen! (Viel charakteristischer als dieser Aufruf ist für :,c damalige Zeit, daß weder das K.J.V. noch die Z. V. f. D., *cii sonst jemand im deutschen Zionismus auf die Schande der;-etiulorffschcn Judcnzählung ernsthaft reagierten, oder daß «r damaligen Zeit niemand ernsthaft zionistische Propaganda;Acr1 wollte.) Diese Jugendsünde muß allerdings über- “"den werden, mit Worten aber ist die Sache nicht zu ^;icn. Man gewönne Respekt vor der langsam und z.Hh ,;״:iicndcn Tätigkeit, die nicht In acht Tagen, sondern in der erforderlichen Zeit von Jahren die notwendige Arbeit Vt1״ will. Man lasse dein K. J. V. die Ruhe, die hierfür;;‘ONerlich ist, nicht die Ruhe des Friedhofs, der Kritik-;4i*:kdt oder der Selbstgenügsamkeit, wohl aber die Ruhe ,cs in &1C:J .'?[ ci»er maßlosen, dem Umfange nach unbegründeten und deine ali; zerstörenden Kritik. Sonst wird man bald in der . Sonder״ : •;e?ein, nach einem K.J.V. zu rufen, wenn es zu spät ist, CcsamtU“ p,t ZW£jjc Jugendsünde, die der ArÜkclschreitcr und ,1 ז י-ändcsvorstand leider noch nicht überwunden zu haben Aegt darin, daß man sich daran gewöhnt hat, vor 0j Jui(cnd prinzipiell zu kapitulieren, statt die Jugend zu;:״׳>• Aber vielleicht liegt hier gar keine Jugendsünde, :'“rn — Altersschwäche vor? Der Artikclschrcibcr scheint .'Y'Vhcerenden Wirkungen dieser Art Gdstcscinstcllung im ’«׳v׳ und im Blau-Weiß noch nicht bemerkt zu haben, daher;;,Runter fortsetzt. Man könnte gerade über diese sehr;«Genleiidcn Dinge eine Fülle von tatsächlichem Material C'l,w״• W£lchcs zeigen würde, daß hier eine der Unglück- ‘ Erscheinungen innerhalb der zionistischen Bewegung ,!t Cham; jcsf.1115 s t wcrk; h '״ i dem י•'■‘; Iden״ l!liü 1mcs־a de:. in Deutschland zutage tritt Wir wollen uns begnügen, bei dieser Gelegenheit auf den Blau-Weiß hluzuweiscn, der nur in dieser Atmosphäre auf die Abwege geraten konnte, auf denen er sich auch nach dem Jugendsünder befindet. Ganz und gar falsch — wenn auch zeitgemäß — ist es, wenn Bandmnnn in einem in derselben Nummer der ״Jüdischen Rundschau" erschienenen Artikel ״Die Generationen“ das Verhältnis zwischen K.J.V. und Blau-Weiß in das Klischee des ״Vatcr-Solm-Streltcs“ zwängen will. Ich sehe davon ab, daß unter Berufung auf dieses Klischee jeder ungebärdige Sohn eine Nachgiebigkeit um jeden Preis erzwingen kann und daß ja schließlich das Verschulden für den Zwist auch auf seiten des Sohnes liegen kann (der Vater hat allerdings auf Grund seiner höheren Einsicht die größere Verantwortung, aber gerade diese höhere Einsicht wird ihm ja innerhalb des Zwistes abgesprochen.) Aber schon die tatsächlichen Angaben, die Bandmann macht, um seiner Ansicht eine Grundläge zu geben, sind unrichtig. Die Führer im Blau-Weiß sind denen im IG J. V. fast gleichaltrig. Die älteren Generationell des K. J. V. standen gerade umgekehrt, *oweit sic geschlossen waren, in diesen Fragen zur Führung des Karteils in Opposition. Es ist hiernach überflüssig, zu dieser ganzen Theorie Stellung zu nehmen. Eher kann man sagen, daß der Streit der Generationen innerhalb des K.J.V. ausgetragen wird, er wird auch im Blau-Weiß mit absoluter Sicherheit in Kürze auftreten — um dann der heutigen Führung zu zeigen, wie weit sic sich abseits vom richtigen Wege befunden hat Einstweilen ist es merkwürdig, daß der Blau- Weiß, der mit militärischer Schabionisierung unter brutaler Wegräumung eines jeden Widerspruchs erzieht, sich über mangelnde Einsicht seiner Väter beklagt. Ich glaube, daß zwischen diesem geistlosen Exerzieren, das der Blau-Weiß fordert, und der kraftlosen Weichheit, die sich die führenden Männer der Z. V. f. D. dem Blau-Weiß gegenüber haben zuschulden kommen lassen, ein Mittelweg der einzig richtige — war: rechtzeitige« (vor 6 Jahren 1), eindringliche Ausspräche, starke Führung, aber auf alle Fälle: Führung! Neben dieser Schwäche waren auch hier die durch den Krieg eiltstnndcncn Verhältnisse die wesentliche Ursache für die Entwicklung. Nur in Abwesenheit eines großen Teiles der Führer* schuft und der älteren K. J. V.er konnten Menschen ln ihnen nicht adacquatc Stellungen gelangen und sich dort verschanzen, konnte sich ein System entwickeln, dessen Fehler in nachfolgendem gezeigt werden sollen. Der Krieg, der im K.J.V. jede Entwicklung unterbunden hat, hat also die heutige Füll* nmg des Blau-Weiß erst ermöglicht und sie von I Icmiuungm, die sonst zweifellos vorhanden gewesen wären, befieit. Jeden* falls bleibt jetzt wohl nur übrig, abzuwarten, bis dieses System von innen her zusammenbricht, ein Ergebnis, dessen Herbei* führung von außen 11er nicht allzu stark beeinflußt werden kann, was aber nur dazu führen darf, daß dieser Einfluß nach Krälten geübt wird. Hier sehe ich auch den entscheidenden Grund für die schnelle Auflösung der Fusion seitens des Blau-Weiß (wer die Auflösung formell herbeigeführt hat, erscheint mir gleichgültig). Die Führer des Blau-Weiß erkannten spät, aber für sic noch nicht zu spät, daß ihre Stellung im Kreise von Erwachsenen, nicht mehr von Kindern, nicht lange zu halten war. (Schluß folgt.) Deutschland Antisemitismus und nationales Judentum Eine Aus spräche im Berliner Bezirksverband des K.J.V. Am 4. April fand eine Sitzung des Bczlrksvcrbandcs Berlin des K.J.V. statt, die sich mit einer Aussprache über das zurzeit sehr aktuelle Thema: ״Antisemitismus und nationales Judentum“ befaßte. An dieser Sitzung nahmen auch einige Nicht-K, J. V.er, u. a. die Herren Abgeordneter Oskar Cohn, Ministerialrat Dr, Badt und Julius Berger teil. Dr. Franz Meyer betonte in seinem einleitenden Referat, daß die Stellungnahme, die manche Kreise des Zionismus der gegenwärtig in Deutschland herrschenden antisemitischen Strömung gegenüber cimiähmcn, dringend einer Revision bedürfe, l>Ic noch aus den ersten Zeiten des Zionismus stammende Auffassung, der Antisemitismus könne von uns nur durch die Aufbauarbeit in Palästina bekämpft werden, verkenne den Emst der gegenwärtigen Situation und trage auch den Bedürfriisscn der jüdischen Volksgenossen, die die Folgen der antisemitischen Bewegung täglich am eigenen Leibe zu spüren bekämen, in keiner Weise Rechnung, Zudem könne er steh nicht vorstdien, in weicher Weise selbst der bereits vollzügeue Aufbau des Landes, von dem wir ja heute noch weit entfernt seien, imstande sein würde, den europäischen Antisemitismus zu beeinflussen und zum Schweigen zu bringen. Es sei daher nötig, den Antisemitismus auch In anderer Weise zu bekämpfen und hierbei mehr als bisher auf die Interessen der ״roßen Massen des jüdischen Volkes Bedacht zu nehmen. Als Beispiel für die Möglichkeit einer derartigen Bekämpfung des Antisemitismus verwies der Referent auf die Tätigkeit des Arbeiterfürsorgcamtics und hob weiter hervor, daß das gleiche Ziel u. a. auch durch Beemllnssung der politischen Parteien, also auf dem Wege der reinen Politik zu erreichen sei. Franz Mever antwortete zunächst Dr. Fritz Löwenstein. Er sähe auch heute noch für den Zionismus keine andere Möglichkeit, den Antisemitismus zu bekämpfen, als die bisher geübte. Eine Bekämpfung des Antiscmtisnim mit den Methodea des Zcntralvercins oder in einer Einheitsfront mit diesem 'halte er für unmöglich, da beitfe Parteien den Antiseniitisimis von entgegengesetzten Gesichtspunkten aus betrachteten und so unmöglich zu einer einheitlichen Stellungnahm« kommen könnten. Zudem würden durch eine stärkere Beteiligung zionistischer Kräfte an der Bekämpfung( des Anti* scmitisimis, als dies bisher der Fall gewesen sei. diese der Arbeit für den Palästina,lufhau, der die entscheidende und zentrale Aufgabe des Zionismus sei, entzogen werden. Diesen Ausführungen trat Julius Berger in längerer Rede entgegen. Er führte die von Franz Meyer,auch nach seiner Auffassung mit Recht gerügte Stellungnahme des Zionisinu* und weiteste!' zionistischer Kreise zum Antisemitismus Im wesentlichen darauf zurück, daß die deutschen Zionisten sich in erschreckendem Maße vom Leben des eigentlichen Volkes entfernt und• kaum noch eine engere Verbindung mit diesen! hätten. Diese bedauerliche Volksfreimfhcit habe eine starke Unkenntnis von den wahren Bedürfnissen des Volkes zur Folge, und nur daraus ergebe sich die den Interessen des Volkes nicht gerecht werdende Auffassung von der Art der Bekämpfung des Antisemitisma». Eine Aenderung in dieser Hiimiclit sei nur zu erwarten, wenn die Zbniden (dch mehr 9!ה bisher um das Lehen des Volkes in seinen einzelnen Teilen kümmerten und sieb mit »einen täglichen Mühen und Sorgen befaßten. Erst dann würden sie erkennen, in wie starkem Maße der Anti'onHismus i« das Leben des einzelnen Juden cingrcife und c* erschwere, und wie groß dementsprechend das Interesse des einzelnen Juden an der Bekamp* fung des Antisemitismus auch in der Gegenwart und in allen seinen Erscheinung׳;ktnmm sei. Audi Dr. B i I e s k i 1ktonte die Notwendigkeit einer aktiveren Stellungnahme gcgcniilxT dein zurzeit herrschenden Antisemitismus und wies gegenüber dem Ein wand von Löwenstein, daß dadurch wertvolle Kräfte der Arbeit für den Aufbau Palästinas entzogen werden könnten, darauf hin, daß gerade für die Bekämpfung des Antisemitismus starke zionistische Kräfte vorhanden seien, die bisher brach lägen, da sie für die unmittelbare Aufbauarbeit nicht in Frage kämen, und die auf diese Weise dazu gebracht werden würden, wertvolle jüdische Volksarbcit zu leisten. Zum Schluß e!klärte Oskar Cohn, daß auch nach seinen Erfahrungen unter den Zionisten eine erstaunlich« Unkenntnis bczuglldi aller die nationale Oaluthnrbcit hetreffenden Fragen um! ein starker Mangel an Interesse hierfür bestdic. Es sei dringend erforderlich, daß die Zionisten sich stärker als bisher mit den Problemen der nationalen Mimterheitsredite auch im Hinblick auf die deutschen Verliällpissc. beschäftigten. Es ist bcabsichtigi, die liier angeschnittenen Fragen auf einer Reihe weiterer Sitzungen des Bezirksverbandes Berlin des K.J.V. audi von anderen Gesichtspunkten au* zu be* . handeln. Sperre über obcrsdileslscbe Gemeinden Der Obcrschlcsischc Rabbiner-Verband sendet Uns nachfolgenden Bericht, zu dem eine Stellungnahme der betreffenden Gemeinden sehr erwünscht wäre: Am 28. März a, c. hielt der Obcrschlesische Rabbiner-Verband in Glcivvitz eine Sitzung ab. Wichtigster Punkt der Beratung war die Besoldung der Rabbiner in den obcrscblcsischcn Gemeinden. Es wurde jedem Anwesenden zur Pflicht gemacht, ohne Beschönigung über seine Gchaltsvcrhältnisse zu berichten und sich bezüglich des weiteren den Beschlüssen der Versammlung zu fügen. Namentlieh sollte darüber berichtet werden, oh die Gemeinden den Beschluß des Vorstandes des Obcrscblcsischcn Gemeindebuudes vom 14. Januar F)23 cinlultcn. Nach diesem Beschluß sollten die Gemeinden, welche die Besoldung nach den Staatliehen' Sätzen bereits emgeführt hatten (in Deutsch-Ober* Schlesien: Bcuthen, Gleiwitz, Hiiulcnburg und Ratibor) diese Art der Besoldung bcibehaltcii, und jene, die sic noch nicht hatten, sollten sie cinführcn. Dabei sollte für den Rabbiner Gruppe X als «Ins inimUMe gellen. Aus den Berichten ergab »Ich, daß bloß Bcuthen, Glcivvitz und I Imdcnlinrg sielt an «len Beschluß des O.-S. G.-B. halten und sogar über die Mindestgruppe hinausgehen. Eigenartig ist das Vorgehen von Oppeln. Hier wurde der Rabbiner wohl in die zehnte Gehaltsgruppe cingcstuft, aber die Zahlung erfolgt mit einen! Abzüge von 20״/!,. Oppeln wird von Neissc noch in den Schatten gestellt Diese Gemeinde hat ihrem Rabbiner, der als Beamter nach seinen Dienstjahren in Neissc bereits auf volle Pension Anspruch hätte, im Februar 80 030 M., im März ISO000 M. Gehalt und 30 000 M. Vorschuß gezahlt. Die Versammlung nahm das Vorgehen von Oppeln und Neissc mit Entrüstung zur Kenntnis und beschloß, 1. über diese Gemeinden bis zur Abstellung des Miß* Standes in der Besoldung des Rabbiners die Sperre insofern zu verhängen, als alle Amtsbrüder (auch außerhalb Ober- Schlesiens) aufgefordert werden sollen, in diesen Gemeinden keine Vorträge zu halten und im Falle der Behinderung de» Ortsrabbiners keinerlei Funktion zu übernehmen, 2. diesen Gemeinden mitzuteiien, daß, im Falle sie den vollen rechnerischen Nachweis erbringen, daß sie eine höhere Besoldung des Rabbiners nicht leisten können, der Oberschlesische Rabliner-Vcrband bereit ist, Mittel zur Unter- Stützung dieser Gemeinden anfztibriiigen. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurde Dr. Krengel, Ratibor, zum Vorsitzenden, Dr. Ochs, Glciwitz, zum Kassenführcr gewählt. Zionistischer GrnppenvcrbsnH Rectitsi heinland - Westfalen Sonntag, den 15. April, vorm. 10 Uhr, findet in Dulsbürg, im Oberlichtsaal der städt. Tonhalle, Königstraße (Haltestelle der Straßenbahnlinien 1 und 2) ein außerordentl ich er Gruppen verbands tag statt. Tagesordnung: 1. Eröffnung durch den Vorsitzenden des Q.-V., Dr. Orüne• b e r g, Elberfeld. 2. Die gegenwärtige Lage unserer Bewegung: Rechtsanwalt Felix Rosenblüth, Berlin. 3. Arbeit und Fortschritte in Erez-Israel im letzten Jahre! Dr. Arlosoroff, Berlin. 4. Forderungen an Arbeit und Leistung: Acnne.Pom e ranz, Elberfeld. Debatte. Wir fordern alle Ortsgruppen auf, für zahlreiche Be- Schickung dieser Tagung, die für die weitere Arbeit im Gruppenverband richtunggebend sein muß, zu sorgen. Für alle Städte besteht Verbindung mit Duisburg (Eisenbalmanschluß bis Mülheim-Eppinghofen über Dortmund-Essen, von da ab Straßenbahnanschluß), Für Hotclbcsorgung sind Anmeldungen an Erich Gelber, Duisburg, Marienstr. 31, zu richten. Es stehen auch einige Freiquartiere zur Verfügung. Der Vorstand. Zur Deckung der Unkosten wird ein Eintrittsgeld erhoben. Hebräische Sprachschule, Berlin X. Semester. Der Unterricht in der neuen Anfängerklasse für Schüler beginnt Dienstag, den 17. April, 6 Uhr abends, in der Hoch- Schule für die Wissenschaft des Judentums, Artillericstr. 14,1 Tr. Ende April wird ein Morgenkurs für Erwachsene eröffnet. Näheres wird noch bekanntgegeben. N, Berggrün, Charlottcnburg 5, Pestalozzistr. 5ta. Hcchaluz, Berliner Ortsgruppe Am Sonnabend, den 14. April, pünktlich >,48 Unr abends, findet in den Räumen des K.J.V,, Kurfürstenstr. 150, die konstituierende Versammlung des Berliner ״Hcchaluz“ statt, auf der alle Chawerim, die in Berlin wohnhaft •sind, unbedingt• erscheinen müssen. —• Tages- «rdnung: 1. Organisierung und Aufbau der Berliner Gruppe des ״Hechaluz“. 2. Bericht über die «Weltkonferenz. 3. «Wahlen»

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