Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 30 (13.4.1923)
- Date
- 1923-04-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 180 JUEDISCHE RUNDSCHAU Vor den litauischen Scjtuw&hlza Kowno, 0-C.B.) Zwischen der orthodoxen Partei ״ A c h d u t h“ und den übrigen jüdischen Parteien ist cs endlich zu einer Einigung für die Wahlen gekommen. Die Organisation ״Achduth“ hat auf die Nominierung des Dr. Rachmilcwitsch als ihrem Kandidaten verzichtet und sich bereit erklärt, den Protest gegen den von der Regierung oktroyierten Minister für jiidisdic Angelegenheiten, Fried mann, zu unterschreiben. Für die ״Achdutli" wurde der dritte Platz unter den jüdischen Deputierten gesichert. Der Kandidat der ״Ach• duth“ ist der Rabbiner der Stadt Poniewcsch, Kohmnaan. Ferner figurieren seitens ״Achduth“ Dr. Holzberg auf der Liste. Im allgemeinen wird die jüdische Liste enthalten: einen Demokraten, zwei Zionisten, zwei Kandidaten der ״Achdutb", einen Kandidaten der Zeire-iZon, ferner je einen Vertreter der Kaufmannschaft und der Handwerker. Man rechnet im ganzen auf die Durchbringung von 6 Ws 7 jüdischen Deputierten, ferner 3 bis 4 Russen und Deutschen. Der angekündigte technische Wahlblock mit den Polen ist noch nicht zustande gekommen. Zusammen mit den Polen rechnet man auf 13 bis 16 Minderheitsdeputierte. Gegenüber der allgemeinen Zahl von 70 Deputierten werden die Minderheitsdeputierten sehr stark in die Wagscliale fallen, ln oppositionellen Kreisen ist man der Ansicht, daß die christlichen Demokraten auf keinen Fall mit einer Mehrheit werden rechnen können. Die Kandidatenlisten sind am 6. April (das war der letzte Termin) seitens des Nationalitätenblocks bereits in allen 6 Wahlkreisen cingercicht worden, so daß die Gefahr einer Stimmenzersplitterung nicht mehr besteht , Presseschau ״Jewish Guardian“ beschäftigt sich mit der letzten Debatte im englischen Oberhaus sowie mit den Anfragen im Unterhaus, die beide von dem Ergebnis der Wahlen oder vielmehr der großen Wahlcnthaltung der Araber ausgehen. Im gleichen Zusammenhang betrachtet die Zeitung die Artikel von Lord Beaverbrook im ״Daily Express", der eine scharfe Kritik an der britischen Palästinapolitik geübt hat Lord Beaverbrooks Behauptung, daß er seine Information jüdischen Quellen verdanke, hat großes Aufsehen erregt, die an ihn gerichtete Aufforderung, seine Quelle zu benennen, hat ihn bisher aus seinem Stillschweigen nicht herauslocken können. ״Jewish Guardian", bekanntlich das Organ des britischen nichtzionistischen Judentums, schließt diese politische Uebersicht mit dem Appell an die britischen Juden, durch ihren Beitrag zum Keren Hajessod״ die Regierung in der Fortführung ihrer Palästina-Politik zu unterstützen. ״Jcwish Chro niete“ führt seinen Kampf gegen das!Weißbuch fort Die letzte Nummer bringt einen Artikel des palästinensischen Mitarbeiters O. Schwarz, der die politische Atmosphäre Palästinas als höchst ■unbefriedigend schildert und behauptet, daß das Ergebnis der letzten Actions-Comite-Sitzung in Palästina enttäuscht habe. Unser Münchner Bruderblatt, das ״JüdiscKe Echo", führt einen mutigen und energischen Kampf gegen das bayerische Hakenkreuzlertum, das die Position der bayerischen Juden auf das sdrwerste zu gefährden droht ln der letzten Nummer werden mit einem überreichen Material die hochverräterischen Absichten der bayerischen Nationalsozialisten klargelegt und! dann da־ Nachweis geführt daß, während in Preußen und anderen Bundesstaaten seit dom Auftreten von Scvcring auf das entschiedenste gegen diese Gruppe vorgegangen wird, man in Bayern ihre Tätigkeit weiter .duldet. Verschiedene führende Persönlichkeiten der preußischen nationalsozialistischcn Bewegung haben sich z. B. der drohenden Veriiaftutig durch die Flucht nach Bayern entzogen, wo sic «di sicher fühlen. Wie recht sie mit der Annahme haben, in Bayern vor allen Verfolgungen sicher zu sein, geht auch daraus hervor, daß man die g־noßen ,,Felddienstübungen“ der nationalsozialistischen Gruppen in München gestattet hat Eine Sitzung der jüdischen Welthilfskonferenz Berlin. (J. C B.) Am 10. April d. J. wurde in Berlin die Sitzung der Exekutive der Jüdischen Welthilfskonferenz eröffnet Es werden u. a. die folgenden Fragen zur Verhandlung kommen: Bericht über die ukrainisch -russische 11 i 1 f sak 11 on von einem aus Rußland zurückgekehrten Bevollmächtigten der Welthilfskonferenz, die Frage der Wcitercxistcnz des Vereinigten Komitees für jüdische Auswanderung, die Frage der aus Polen ausgewiesenen Flüchtlinge, die Form der gegenseitigen Beziehungen zwischen Berlin und dem Pariser Büro der Konferenz und endlich die Frage des Zusammentritts der zweiten alijüdischen .Welthilfskonferenz. Hochschule für die Wissenschaft des Judentums Vorlesungen im So mmersemester 1923. Herr Dr. Baeck wird lesen: 1. Erklärung des Sephcr Jczira, 1 Stunde, Dienstag von 8— 9 Uhr. 2 Einführung in die alte jüdische Mystik, 1 Stunde, Dienstag von 9—10 Uhr. 3. Homiletische Uebungcn, U/j Stunde, Freitag von 8 bis 9V2 Uhr. 4. Besprechung pädagogischer Fragen, 1 Stunde, Freitag von 9>/a—10V2 Uhr. Harr Ptof. Dr. Baneth wird lesen: 1. Talmud Bab. Gittin, Kap. IV, 4 Stunden, Montag und Donnerstag von 9—11 Uhr. . 2 Talmud Jer; Berachot, Kap. I, 1 Stunde, Sonntag von 9— 10 Wir. 3. Tur und Sclvuldian Aruch Jorc Dea, Hil. Schechita, 2 Stunden, Montag und Donnerstag von 11—12 Uhr. 4. Schuld!an Aruch, Hil. Oittin, 1 Stunde, Montag von 12—1 Uhr. 5. Misclinc Thora, Hil, Schabbath, t Stunde, Sonntag von 10— 11 Uhr. 6. Einleitung in den Talmud, 1 Stunde, Donnerstag von 12—1 Uhr. Herr Prof. Dr. Elbogen wird lesen: 1. Talmud Menachot Kap. III und IV, 4 Stunden, Montag und Donnerstag von 8—10 Uhr. 2 Geschichte der nach biblischen jüdischen Literatur. 2 Stunden, Mittwoch von 8—10 Uhr. S. Probleme der Geschichte der gaonätschca Zeit, 2 Stuaden, Dienstag von 9—11 Uhr. 4. Erklärung hebräischer GcschiditsqucUoa, ■lLU Stunden, Festtag von Sh-10j& Uhr, ן*»•־״־ ■ IU i V | BHfOt Zionfetiselio V^roinlgimrf, Bflriln 0 19, 8 Telophon: Zent mm r$n!4/15 » i’oaunltookkonfco Ko, LKXXj Berlin NW?« Kn»«nnvorwalt1ms dor B. Z. V den 14. A!tril IUpoF|.|]*1ftYr, im 7u J% V״ IT«Uir fUmvror Rudolf Hrimuoli ßi 8 Uhr Montan׳, d«m Ifl. April •Ixintl» 8 Uhr 8rapp• fliiarlolMmbarf, In der KondUorol Nixdorf (BUrbfttua), SaviguypUt*. Uesolligo• lJoinammonaolo• ftbond• 8 Uhr Kßthoaer Ötr. 08 Dlonitnp*. don 17. April tirmpp• Wm», im (flrünor Anal), Prop*R;RndaTa1a*rnml1»*(r• jjjrr XUohtird Mitgliotl dor ZirmUUnohon EtceltaiiT•* ««Krfblf• *ml Probiets© der t!0H(«t!9cl10• BswojraBR•«‘* Dl« Uitgliador worden, goboten, Öhatft einsafUhrftiL MiUrwoch* den 18. April abood• 8 Uhr ©rapp# 0»*, Im Uohrerverolnahana, Alftxaaderatr» 40/A1 Barr B.-A. Br. Alfred Klo•: ״Dlo UeberwlnduBg de• raielma#•* Die Miigliodtr werdet» gebetoih öäat# einüufdhren. abend• 8 Uhr Bahnhof Tiergarten ditiwooh, don 85. April iripp• Äordwoal, im Tiftrffartonhof (Kai«a!«1aal),! Prop»Kftn<!av«rftsataiiut>ff. [lorr Bar.-Ilai Han• OosUri ״ZlonHmaa, A*tl*®aaitJ*m*• ui »afcloial• doatvch•• Judentum.*‘ Dlo Mitglied•? werden goboion, ütUie olnauführen, 0rappe Oil, in don Unionn.^len. örclfawaldftr 8fcr. 222 Harr Dr. Kaaneleon: ״Pto poUtfapfc• har« י«* dt• Fordemafe■ de• näohsUn Z10aUt«alu1*Kr•■•••.** ״nril abond• 8 Uhr BeBirWrappe dor 80dw«»tllchea Torerte. In der Wohnung de• Horm Karpin, BtogUts, )Berliniokectr, 38 (am Bahnhor HtagliU) Teeabend• Boaprechnng dor neues ton Erolrnißno in PallUÜna, dann! GevolUgo• Bei- Bammontoiru DU1 MitgUedar nebrt AngohSrigon werden nm aablreiohe« and pilnkbüoiioB lCrsoboinon gebeten. IUpool Haiaiiy im Helm, HolligegoUtafer. 62 Jeden Hiltwooh *bwaohaalnd itursa* ▼on Chawer Arlo»orofl1 1*0 Tbeori• des •oxUIUtiaeh•■ ^loalsmer•‘״ und Kuren• ▼on Chawer Biaoibergi .Jftdlscb» Geiehteht« vom den AltciUn ZotUa bl• •ar h׳»nBÖ»l*ohea »•0זktion uetcr BerScksitihtlgaBg der wlrUebaftHche* Momente.** Jeden Montag , , hoieabead — Gemeinsame Lektüre de• ״HapoeUHaiair•. Herr Prof. Dr. Guttmann wird lesen: 1. Geschichte der jüdische« Rcligionsphitosophie des Mittelalters, I. Teil, 2 Shmden, Montag und Donnerstag von 10—11 Uhr. 2. Interpretation von SaacSas Emunot wc Deot, 2 Stunde«, Dienstag von 11—1 Uhr.- 3. Lektüre w»1 Jchuda Halcvis Kusari (für Anfänger), 2 Stunden, Montag von 11—1 Uhir. 4. Besprechungen über rcligionsphik>®o*>hisdte Probleme, 2 Stunde«, Donnerstag von 11—1 Uhr. Herr Dr. Torczync r wird lesen: 1. Jcrcmia und seine Zeit, 4 Stunden, Montag und Donnerstag von 12—2 Wir. 2 Thora kursorisch, 2 Stunden, Montag und! Donnerstag von 11—12 Wir. 3. Chaincsch Mcgillot (Vorlcs. In Ivcbraisdier Sprache), 2 Stunden, Sonntag von 11—1 Wir. 4. liibehvi!, ״■nselvaftlichc Probleme, 1 Stunde, Sonntag von 10-11 Wir. In der Präparandic werden, wie bisher, Kurse über Bibd und Kommentare, lucbräisdie Grammatik, Misdina, und das Gebetbuch von den Herren Dr. Grünlhal und1 Dr. R09enthal laut Anschlag am sdiwarzen Brett gehalten werden. Alle Vorlesungen und1 Ucbungc« sind uncntgcltüdi. Die Eröffnung des Sommer-Semesters erfolgt Montag, den 23. April 1923, 11 Uhr vormittags. Als Zuhörer für die Vorlesungen sind in erster Linie rite immatrikulierte Studierende der hiesigen Universität — und zwar ohne Unterschied der Fakultät — in Aussicht genommen. Audi andere Personen können auf Grund besonderer Ermäditigung an den Vorlesungen teil nehmen. Die Anmeldung erfolgt bei dem derzeitigen Vorsitzenden des Ldirer-Kollcgiums, Herrn Rabbiner Dr. Baeck, am Dienstag, den 23. und Freitag, den 26. April 1923, Artillcriestr. 14 I, Zimmer sowie in seiner Sprechstunde Dienstag und Freitag 10—11 Uhr Vorm. Berlin, im März 1923. Das Kuratorium der Hochschule für die .Wissenschaft des Judentums, Berlin N24, Artilkricstraße 14. Freie Jüdische Volkshochschule In seinem Vortragskurs ״Die Bibel in der Musik“ spricht Dr. James Simon am Sonntag, den 15. April, über die Behandlung biblischer Stoffe auf der Opembühnc (Kain, Joseph, Simson u. a.), am Sonntag, den 22. April, über die Vertonung von Psalmen und Sprüchen (von Lasso bis Brahms). (Mittags 12—1 Uhr im Vortragssaal Synagoge Fasancas.tr.) ״Der Jude“ Das soeben erschienene Heft Nr. 3 der Monatsschrift ״Der Jude" enthält folgende Beiträge: Martin Buber: Eine vorrede. Max Eschelbacher: Thorastudium und Berufsarbeit. Eugen Mayer: Steuerfragen in Erez-Israel. Berl Locker: Ostgalizien. David Koigen: Auszug. Bemerkungen: Moses Beilinson: Der Untergang der Assimilation. Umschau: Moritz Heimann: Ueber• Setzungen ins Hebräische. Recht: L. Hands: Von der Rechtsstellung der jüdischen Frau. Geschichte: Joseph Meisel: Auch eine Gcschichtskonstruklion. Rundschau der Presse. — Der Abonnementspreis für das neue Vierteljabr beträgt 4$00 Reichsmark. Berlin. Am Mittwoch, den 28. März, hielt Herr Dr. M. Hinde 8 im Guttmann-Saal zu Berlin eine Vorlesung über ,,Das Judentum und das russische Problem — Eine Antwort an die Reuigen“ (Pasmanik, Landau, Dickermann, Mandel). Den Vorsitz führte Dr. S. Tiomkin. Der Referent Dr. M. Hindes wies darauf hin, daß die Gruppe der Reuigen zwar in der jüdischen Gesellschaft sehr schwache Wurzeln hat, jedoch in der russischen Gesellschaft und Presse große Beachtung findet, und daß schon deshalb ihre Ideen nicht ohne Antwort bleiben sollten. Die politische Gesinnung der Gruppe der Reuigen ist unklar; sic hat monarchistische Sehnsüchte, aber keinen Mut, sich offen nun Monarchismus zu bekennen. Außer dieser monarchistischen Nuance ist die einzige politische Idee, die die neue Gruppe vertritt, die, daß die Juden zu stark im Bolschewismus und zu schwach unter den rechten Parteien vertreten waren und sind. Die Gruppe wünscht, daß die luden sich unter die verschiedenen Parteien in dem gleichen Verhältnis verteilen, wie die anderen Völker. Sie steht also auf dem Standpunkt eines eigenartigen politischen numerus clausus in der Beteiligung der Juden na dea politischen Strömungen der Gegenwart Nr. 30 Die Hauptthese der Gruppe ist die, daß das Gcslw Judentum die Verantwortung für die jüdischen Bolschev,[״‘.' ( und für ihre Mitwirkung an der russischen Anarchie tra-., muß. Der Referent stellt fest, daß der Bolschewismus inneren jüdischen Leben sieh als machtlos erwiesen!,״ | Das tägliche Leben der Juden in Sowjctrußland, ihre Sprich, Tradition und ihre politischen Ideale haben gegenüber d»״ j Bolschewismus eine seltene Widerstandsfähigkeit bewi!!־,» ' ln den allgemeinen Verhältnissen Rußlands war. den : 30 •זא eine andere Stellung zugewiesen. __llier wird die jüdisch»!! Position nicht von dem inneren jüdischen Leben, sondc״ I von den äußeren Faktoren bestimmt. Das Hauptprinzip in i jüdischen Taktik ist: Die Pogrome sind das größte U^t f und so lange der Bürgerkrieg in Rußland nur zwischen f Bolschewisten einerseits und den Pogromkreisen anderen;!'! 1 möglich ist, ist er für die Juden unannehmbar. UebrigKt I versteht es ja auch der denkende Teil der russischen Qm I Schaft, daß im Bürgerkrieg nicht die Rettung Rußlands ii?m I Es ist klar, daß die bolschewistische Anarchie in Rußland 1 aufhören muß, aber die Wege, die dazu führen, sind noch aicfi J klar vorgczcichnet | Die erhöhte Beteiligung der Juden an der Bolschewisten, j revolution ist zwar eine Erscheinung des jüdischen Leben! f kann aber nicht den Juden als Schuld angcrcchnet werden! Die Juden sind keine Sklavcnnation, und als Ergebnis dtt Rechtlosigkeit, der Pogrome und Verfolgungen müßte Zwangs, läufig eine höhere Beteiligung der Juden an den revolufio. närcu Prozessen in Rußland hervorgeheu. Die ״Gruppe der Reuigen“ hat weiter ein russisches noch 1 ein jüdisches Programm. Mit Bezug auf das russische Leben f verfügt sie über nichts anderes als Phrasen. Vom jüdische!! Standpunkte aus ist ihr Wirken nur als schädlich zu betrachten, weil sic, statt den Antisemitismus abzuwehren, ihm noch ua. gerechte Waffen in die I binde liefert. An der Debatte beteiligten sich die Herren I. Bieker. mann von der ,,Gruppe der Reuigen", ferner Dr. I. T riwus, Pessis und Kaplan. Da inzwischen die Zeit vorgerückt war, wurde für die Fortsetzung der Diskussion eine eigene Versammlung bestimmt, die demnächst stattfinden soll Zur Teilnahme an dieser Diskussion haben sich mehrere narahafte Vertreter der russisch-jüdischen Ocffentlichkeit gemeldet, Die Ortsgruppen Dresden. In einer öffentlichen Versammlung sprach Herr Rechtsanwalt Dr. Apfel, Berlin, am 24. März über ״Die politischen Unterlagen der Paliistdnaarbcit“. Das Völkerbund• prob!cm steht im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses. Vom speziell jüdischen Standpunkte haben wir allen Grund zu wünschen, daß der Völkerbuiuigedanke allgemein anerkanr^ werde. An wen sollten sidi Juden, die in eine IVigromwcik hincingcratcn, anderswo als an den Völkerbund wenden) Vor allem hat aber das Völkerbundproblem eine besonder( Bedeutung für uns, weil sieh hieraus die Anerkennung do Pnlästinamandnts ableitet. Anschließend wurde das PalästinamnmJat eingehend besprochen und auf die Schwicrigkcitet hingewiesen, mit denen bei der Verwirklichung der Palästinaarbeit zu redinen ist. Daß das Patastlnamandat gefährdet werde« könne, zeigt insbesondere ein Ereignis der letztes Zeit, und zwar der Verlaui der Konferenz in Lausanne. Daselbst haben die Türken einen großen Erfolg da von getragen. Der Siegesrausch, in dem sich die Türken befinden, kann leicht auf die Araber übergreifen und diese können dannRückcn- Stärkung erhalten. Audi die gegenwärtige Stimmung in England muß beachtet werden. Bei allem Pessimismus, mit dem die Dinge betrachtet werden müssen, bleibt der Trost, daß das Judentum in dieser Zeit Männer wie Weizmaiui und Sokolow hcrvorgcbracht hatte, die den Anforderungen durchaus gewachsen sind. Interessant ist zu beobachten, wie sic mit ihren Aufg.1lx.u1 gewachsen sind. Letzten Endes ergibt sicii für uns die Erkenntnis, daß wir auch in Palästina auf uns selbst angewiesen sind. Es gilt, Palästina Schritt um Schritt zu erringen und das Interesse des gesamten Judentums für das Land zu gewinnen. Dm Pnlästinamandat Ist von allen Nationen ratifiziert, es fehlt nur noch die Ratifizierung der Juden selbst. Ernstere Beweggründe, die manche Juden davon abhalten, das Palästinawert; zu unterstützen, müssen gewürdigt werden. Die uns nicht folgen können, dürfen uns aber nicht in den Rücken fallen, müssen vielmehr darauf bedacht sein, welche Wirkung es auf den Antisemitismus haben wird, wenn das Problem"versagt. Denn jeder Jude ist für das Werk mit verantwortlich. Die Schhißausführimgcii des Redners klangen in eine Ver- Hcrrlichung des Keren I iajessodgedankens aus. Aufs ■ ein• dringlichste ermahnte er die Anwesenden, nicht fern H bleiben, sondern ihrer Pflicht nächzukommcn. Eydtkuhnen. Da die zionistische Ortsgruppe, die vor dem Kriege hier bestanden hatte, cingcgangen war, gab es hier wenig zionistisches Leben. Zwei Besuche des Herrn Glaser, der das erstemal über ״Der Zionismus und die Einigung des Judentums“, das zweitema! über ״Kongrcßbagen und zionistische Gcgcnwarlsarbcit“ sprach, gaben Anlaß zur Neugründung. Der neue Vorstand setzt sich zusammen aus den Herren Dr. Iwiansky, Kcidanski, Schau* dinischki, Schnccroff und G c r s o n. Der Ortsgrupp« traten (bei 50 jüdischen Steuerzahlern) zirka 25 Mitglieder bei, weitere Beitritte sind zu erwarten. Die von Karl Glaser durchgeführte Keren Hajessod-Sammlung ergab über 1000 1, ebenso wurden namhafte Beiträge für Zionistensteuer und einige goldene Schckolim gezeichnet, ein für eine so kleine Gemeinde auch für die Zukunft vielversprechendes Ergebnis. Hamburg. Die Vereinigung zur Förderung der hcbrli- Wien Sprache und Literatur ״Ivria“ in Hamburg feiert« am 17. März 1923 in einer Bialik-Feier Werk und Persönlichkeit des Meisters hebräischer Dichtkunst, Ch. N. Binlik. Die Schönheiten Bialikscher Sfilkunst, die von echtem Poctentuni zeugende Meisterung unserer a!t-11cucn Sprache, das starke warme Pathos, die Feinheit der Lyrik des hcbräisehen Poeten wußte Herr Dr. Arthur Sakhcim, Hamburg, in einem groß angelegten, mit feinem künstlerischen Verstandnis auf Werk und Person des Meisters eingehenden Vortrag seinen Zuhörern nahezubringen. Ein hebräischer Vortrag v?8 Herrn Kohn-Sch echter, Jerusalem, gab in guter Ef' ganzung ein Bild von der Bedeutung Biaiiks für die Rcnaissan« der hebräischen Sprache in ihrer historischen Bedingtheit Fuf die Popularität des Dichters zeugten eine Reihe Bia'ikschcf Lieder, in Erez-IsracI und im Galuth zu Volksliedern geworden, die von Frau Senta Kurz und Herrn Kantor Blumstein mit Begleitung des Herrn Oberlehrer Jacobscn vorgetragen wurden. Sämtliche Teile des Programms, das auch noch Rezitationen Bialikscher Dichtungen in deutscher und hebritischer Sprache enthielt, wurden von dem außerordentlich zahlreich erschienenen Publikum mit großem Interesse ״״״ starkem Beifall aufgenommen. Auch bei der Hamburger Tages־ presse, die bei der Feier vertreten war, fand die Veranstaltung eine gute Aufnahme. Schluß des redaktionellen Teils. v»ic folg vorsteh« 1 Gesinnt! beide < Mnhnun durch d füllung Schädig׳ möglich׳, ,> die Pos! י• ersuchet! Vereinig1׳ 11־ Zioniste , sich zu!: ־ I ן■ hohen«. und enh. Sichel An di UV■:} Last•■׳' ׳l Qi st;;,:'־׳ land ׳,׳i. {?osr-T kon ׳ für fürs ׳!<:; in w< (Zio M v ■■ ׳ h . ׳ ׳4 ■ K h Bankkonto: Darmstädter u. Nationalbank, Berlin, 8ehUkelpUtf H■ T0»t»oheokkonto: BeiUn Nr. 104961. Zentr! Wil , ^*attona findet ä , il! dem . , ,htsmal! 200000'!?«wiese Wi! Rroflzü, ■ J*dj״;; 5ufitierl j '!״ sehr 5'׳ i?f0IÖÜ| ׳■ '•tndig ihres t1 großen1 Pflicht ׳! '1י jede , Spen• ׳ ,,!1,?<»»11«, ,'*«»r.i ik>10, arttktut ßüchsg J׳• Ro; 516 ללי Hret,