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Jüdische Rundschau · 1923-04-06 · Heft 28 (6.4.1923) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 28 (6.4.1923)
Date
1923-04-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 166 r H ן u h 1i 1 s c 111: 1< u n u י l AU Nr. 2g politische Nachrichten Ein Obcrhausbeschluß London. (J.C.R.) In der Sitzung des Oberhäute( richtete Lord Islington die Anfrage an die Regierung, ob cs nicht feststchc, daß während der Wahlen in den Gesetzgebenden Rat Palästinas die gesamte arabische Wählerschaft sich als Protest gegen die neue Verfassung von Palästina der Teilnahme an den Wahlen enthalten habe und ob die Regierung angesichts dieses von der überwiegen• den Mehrheit der Bevölkerung unterstützten Protestes nicht gewillt sei, der Frage einer Aenderung der Verfassung in dem Sinne näher zu treten, daß sie mehr in Einklang mit den Gefühlen der eingeborenen Bevölkerung und des arabisehen Volkes im Orient stände. Lord Islington begründete seine Anfrage in einer längeren Rede und erinnerte an seinen vor einem Jahre im eng• lischcn Oberhaus gegen die Palästina-Politik der Regierung cingcbrachtcn Antrag, der mit einer ansehnlichen Mehrheit angenommen worden ist. Die zionistische Politik, meinte Lord Islington, hat in einem großen Maße zu der Niederlage des früheren Kabinetts bei• gc tragen, ln der gegenwärtigen Regierung sitzen mehrere Herren, die im Vorjahre zu den aktivsten und heftigsten Gegnern der zionistischen Politik in Palästina gezählt wurden. Das allein wäre ein ernster Grund, an die Revision der Re• gicrungspolitik in Palästina zu schreiten. Lord Islington kam dann auf die Anfänge der zionistisclicn Politik Englands zu sprechen und führte aus: Als der Plan dieser Politik zuerst entworfen wurde, hatte die Idee zu den Herzen vieler Engländer gesprochen; die von ihr mitgerissen wurden und für die sie im guten Glauben und mit den besten Absichten cingctrctcn waren. Man schritt aber au die Verwirklichung dieser Politik jn einer über• stürzten Weise bei einer unvollkommenen Kenntnis der dort‘!• gm Bedingungen und Stimmungen. Unter jenen, die nach einer engeren Bekanntschaft mit dem Problem ihre Meinung ge• ändert hatten, befinden sich mehrere Mitglieder dea Oberliauses, die jüdischer Abstammung sind. Der Zionismus hat politisch und finanziell eine hoffnungslose Niederlage erlitten, die sielt mit der Zeit noch vergrößern wird. Das ge• saintc System der Palästina-Politik ruht auf Regellosigkeit, um nicht zu sagen, Ungesetzlichkeit. De Verwaltung wird größten• icits außerhalb des gesetzlichen Rahmens geführt. Die Vcrfassung Palästinas sollte sich auf den Friedensvertrag und das Mandat stützen. Der Friedensvertrag wurde aber von nirniand unterzeichnet und das Mandat von niemand rati• fiziert. Ich zweitle daran, ob das Mandat jemals ratifiziert werden wird, da seine Ratifizierung die Unterschriften aller Mitglieder des Völkerbundes voraussetzt. Trotz der gegenteiligen Behauptungen der Regierung — ■sagte Lord Islington — war Palästina nie aus jenen Grenzen ausgeschlossen, innerhalb welcher Großbritannien die Unabhängigkeit des arabischen Volkes anerkannt hatte. Die Wirkung der zionistischen Politik macht sich über den geographischen Grenzen Palästinas hinaus fühlbar; die gesamte mohammedanische Welt ist in Erregung versetzt worden. Notwendig ist die Errichtung einer arabischen Föderation, die Palästina und Mesopotamien umfassen soll. Schon jetzt aber muß Palästina eine Regierung erhalten, die ihre ge• eamte Bevölkerung — Mohammedaner, Christen und Juden — vertreten soll. Zum Schluß beantragte Lord Islington, die Regierung möge dem Hause eine Aufstellung der Einnahmen (Steuern und Anleihen) Palästinas für das vergangene Jahr vorlegcn, sowie einen vollständigen Bericht über die letzten Wahlen in Palästinaerstatten, mit Berücksichtigung der angewandten Methoden und der Zahl der Personen, die an den Wahlen teilgenommen und die sich ihrer ent• halten haben. Lord Sydenham fragte, ob das internationale Recht England die Ermächtigung gebe, irgendwelche Wahlen in Palästina stattfinden zu lassen, bevor das Mandat ratifiziert worden Ist. Man sagt uns, wir üben jetzt die Vervvaltungsmacht in Palästina auf Orund der ״Bitte" de! Präsidenten des Völkerbundes aus. Es ist nicht despektierlich, von diesem Potentaten zu behaupten, daß seine' Autorität unzureichend »ei, um alles das zu decken, was wir In Palästina getan haben und gegenwärtig noch tun. Haben wir das Recht, den Steuerzahlern ln Palästina eine Anleihe von 2'/1 Mil- Honen Pfund ohne deren freies Einverständnis aufzucrlcgen? Diese Anlage kommt doch dem gesamten Einkommen Pa• lästinas gleich. Lord Sydenham kam dann auf die zionistische Ein• Wanderung zu sprechen und behauptete, die Immigranten wären ununterbrochen über die Nordgrenzen ins Land ein• gedrungen, wo sic von keinem behindert oder kontrolliert wurden. Das widerspricht direkt dem Willen der großen Mehrheit der Bevölkerung des Landes, die dem mit einem Male ein Ende gemacht hätten, wenn sich nicht die eng• lischcn Streitkräfte im Lande befinden würden. Der Zionismus, führte Lord Sydenham weiter aus, muß ökonomisch ziisainmcnbrcchcn. Die Gelder (ließen langsam ein und aus den 750 ODO Pfund, die zuletzt eingegangen waren, wurden bloß 2ס/יי 3׳,י von den englischen Juden gezeichnet, eine Tatsache, die beweist, daß der Zionismus für die In England wohnenden Juden nicht von überragender Bedeutung ist. Die Gehälter in Palästina werden nicht ausgezahlt. Ein Teil der Immigranten muß das Land wieder verlassen und die übrigen befinden sich in einer peinlichen Lage. Während zweier Monate waren 14 Selbstmorde verzeichnet. Im Lande zählt man gegenwärtig 2500 Arbeitslose, was einer Zaiil von 2!/g Millionen Arbeitslosen In England gleich• käme. Hierauf ergriff Lord Grey das Wort und führte aus; ״fch gehe zu, daß Ich einer derjenigen war, die, als die Baifour-Dekiaration erlassen wurde, nichts gegen den Zio• nismus gehabt haben. Im Gegenteil, soweit es sich um den Grundsatz des Zionismus handelte, stand ich ihm mit einem gewissen Wohlwollen und mit Sympathie gegenüber. Heute aber ich sehe ein, d die Lage ungeheuer schwer ist, wenn die Batfour-Dcklaration mit den Zusicherungen vcr* glichen wird, die seinerzeit den Arabern gegeben wurden. Es sei sehr wünschenswert, daß wir im Nahen Osten keine neuen Verpflichtungen übernehmen, vielmehr die bestehen* den Verpflichtungen los werden. Ich weiß, daß die gegen• wärtige Regierung diese Verpflichtungen von der früheren Regierung übernommen hatte. Und obwohl ich weiß, daß auch Mitglieder der heutigen Regierung seinerzeit an ihnen beteiligt gewesen waren, die Regierung all solche .ist für derlei Verpflichtungen nicht verantwortlich. Das gibt ihr die Gelegenheit, diese Verpflichtungen offen und unparteiisch zu revidieren. Die am wenigsten wünschenswerten Verpflichtungen sind diejenigen, die uns zwingen können, die bewaffnete Macht nicht gegen einen äußeren Feind, sondern gegen die lokale Bevölkerung zu richten, die durch die Verpflichtungen eigent• gestützt werden sollte. Ich glaube und bedaurc es, daß in bezug auf Palästina gerade solche Verpflichtungen über* nommen werden. Palästina Ist ein Beispiel dafür, welche Verpflichtungen oder Mandate übernommen wurden, ohne, soweit ich informiert bin, mit den Dominions zu beraten und ohne dem Parlament die Möglichkeit zu geben, «eine Meinung darüber auszudr&ckcn.“ Lord Grey erklärte im weiteren Verlauf seiner Rede, er dränge nie 111 darauf, daß unverzüglich d i n e neue Deklaration über die Palästina-Politik erlassen w c r d e , die Regierung müsse aber die Schwierig* keiten beseitige« und cs nicht darauf ankommen lassen, daß wir cs mit einer feindseligen Bevölkerung zu tun bekommen, was uns in die Lage versetzen könnte, uns entweder unseren Verpflichtungen mit einem Male zu entledigen oder dieselben mit einem ungeheuren Aufwand an Mitteln und an be« waffneten Kräften zu verteidigen. Die Antwort der Regierung. Der Staatssekretär der Kolonien, Herzog von Deven׳ sliire, sagte einleitend, nach der autoritativen Rede des Führers der Opposition (Lord Grey) könne "er um so mehr der ganzen Angelegenheit nur die ernsteste Aufmerksamkeit widmen. Er versichere, die Regierung werde die Angelegenheit nicht ruben lassen. ״Wir erwarten die Ergebnisse 4. Wallten — vielleicht die rein negativen Ergebnisse, falls die von unserem Standpunkt 1ehrenttäuschend*i Ergebnisse. Wenn wir diese Ergebnisse erhalten, ,y wir ln einer besseren Lage und können die Angelegenst erörtern. Es ist unrichtig, zu behaupten, daß die gesamte arabische Bevölkerung sich der Wahlen enthalten lut, eine Anzahl von Arabern ihr Wahlrecht ausgcübDhat.“ ’q* Staatssekretär wiederholte die bekannte Wahlstatistik und setzte fort: ״Ich gebe zu, dal) die Ergebnisse enttäusche!■/! sind und es wäre meinerseits töricht, die Tatsache zulcugnen, Ich glaube aber nicht, daß die ingegebenen Zahlt״ Jemanden zu der Behauptung berechtigen, daß die gemnj. Wählerschaft sich der Wahlen enthalten hatte." ״Es wird mir wohl erlaubt sein, an die Herren Lord! zu appellieren, nicht in einer Sprache zu sprechen, die ti«t nach den lokalen Verhältnissen schon sehr schwierige La״, noch mehr erschwere״ und auch die Schwierigkeiten dy Oberkommissars und der englischen Regierung nur vergrößert muß. Als die frühere Regierung die Palastina-Vcrfassu״״ proklamierte, behandelte sie dieselbe als den ersten Schrift auf dem Wege zur S e 1 b s t v e r w a I f tt n g. Ich bedauere, daß eine sehr große Zahl der Palästinenser diese Teilmaßnahme abgclehnt haben. Ich zweifle, ob es ln ihrem eigenen lnter. esse gelegen habe, eine so negative Stellung einzunehmen, sie hätten besser getan, mit dem Obcrkammissar und der englischen Regierung zusammenzugehen in dem Versuch, die Grundlage zu einer Ordnung zu legen, von der wir gehofft haben, daß sie evtl, zu einer vollen Selbstverwaltung führen würde. Audi nach der heutigen Verfassung wurde ihnen ein großer Anteil an der Verwaltung des Landes eingeräutnt Ich persönlich glaube, sie hätten sich als für die Selbst• Verwaltung mehr qualifiziert gezeigt, wenn sie die Teil• maßnahmc angenommen hätten.“ | Herzog von Devcnshirc ersuchte zum Schluß *einer Rede den Lord Grey zu bedenken, daß die heutige Regierung nicht für alle Taten und Verpflichtungen der früheren Re• gierungen verantwortlich zu machen sei. Annahme des Antrags Lord Islington«. Es folgte eine Debatte, in der Lord Buckmaster, Lord Lamington, Marquis Salisbury und zum zweiten Male Lord Islington das Wort ergriffen. Lord Islington bekämpfte Ins• besondere die Doktrin, daß die heutige Regierung durch die Politik der früheren Regierungen gebunden *ei. Hierauf folgte die Abstimmung, in welcher der As• trag Lord Islington« an genommen wurde. * Der angenommene Antrag fordert nur einen Bericht der Regierung über die Verwaltung in Palästina und die Wahl, ergcbnlsse. Es ist charakteristisch, daß auch im Oberhaus, dessen antizionistische Stellung uns aus früheren Debatten bekannt war, keinerlei weitergehende Anträge gestellt wurden, Zionistische Organisation und Landespolitik Am Warschau wird der ״W. M.Z." berichtet: Der fetzt« zionistische Parteitag hat eine Reihe von Re- Solutionen über die Stellungnahme de׳ zionistischen Partei zur inneren Politik gefaßt. Unter anderem wurde erklärt, daß die jüdische Politik oppositionell orientiert sein müsse, insolange eine Regierung vorhanden ist, die sich auf eine antijüdische Mehrheit stütze. Der Jüdische Klub könne nur eine Regierung unterstützen, die den festen Willen hat, die gerechten jüdischen Forderungen nach Erfüllung der bürgerlichen und nationalen Rechte zu erfüllen. Der Pattei• rat erklärte ferner, daß der Jüdische Kiub im Sejm mit den nationalen Minderheiten Zusammengehen solle, insofern dies das gemeinsame Interesse erheische, um so in der polnischen Verfassung die Prinzipien der Minder• heitsrechte fcstzulegen. Das Zionistische Zentralkomitee wurde ferner aufgefordert, in der nächsten Zeit eine gemeinsame Konferenz der zionistischen Leitungen in Ost* und West• galizien und im Wilnaer Gebiet cinzubcrufen, um eine ein• hcitliche Richtlinie für die zukünftige Politik der zionistischen Abgeordneten in Sejm und Senat fcstzuselzen. Der Kultus- und Profanbau der Juden Von Dr. Max Levy. Unter obigem Titel hat Kurt Goldenberg eine Disser• tationssclirift an der Dresdener Hochschule niedergelegt, welche, da nur in wenigen Maschinenschriftexempiaren vor• handeti, der Oeffcntlichkcit unbekannt bleiben muß. Die grundlegende Zusammenfassung der bisher bekannt gewor• denen kunsthistorischen Forschungen und gegenständlichen VcröifciUlichungcn macht die Arbeit Goidenbergs wertvoll. Sie verdient die Kenntnis eines größeren Kreises. Goldenberg hat die Kultusbcamlcn Hamburgs als typisch für die jüdische Baucntwicklung in der Diaspora angesehen. Nicht mit Uu• recht, denn die Hamburger Gemeinde setzte sich aus Angehörigen der beiden Hauptriten, des aschkcnasischen und scfardischcn, zusammen. Aus der Gegenüberstellung der Baubedürfnisse dieser beiden Richtungen läßt sich am besten der allen Juden gemeinsame und wiederum unterschiedliche Baugedanke erkennen. Daß Goldenberg auch Grolles wert• volle Untersuchung über die deutsch-böhmischen und pol• nischen Synagogen und Kohls Ergebnisse der Ausgrabung gnliliiischcr Synagogen in seine Betrachtung hincingczogcn hat, versteht sich von selbst. Goldenberg weist nach, daß die religiösen Vorschriften über den Bau von Synagogen und anderen Kuitbautcn seiir spärlich sind, daß sie auch selten und mehr zufällig befolgt wurden und eine eigentliche kanonische Gültigkeit nicht besaßen. Nicht einmal die östliehe Orientierung .wurde immer streng eingehaltcn. Das Zusammcniallcn des jüdischen Volkstums mit den religiösen Bedürfnissen hat aber überall die gleichen Baubedingungen geschaffen, die nur unterschiedlich in 'der Befolgung des Rituals und dem mehr oder weniger strengen Festhalten an der Tradition der Lehre sind. Daß sich aber kein jüdischer Baustil hcrausgebildet hat, sondern im Gegenteil die Bau• weise jedes Landes und jeder Zehriehtung angewandt wurde, hat seinen Grund in der Leidensgeschichte der jüdischen Gemeinden Mitteleuropas. Wo in mehreren Jahrhunderten eine ruhige wirtschaftliche Betätigung der Juden nicht gewalt׳ tätig gestört wurde, hat sich auch eine Bautradition heraus■ gebildet, wie die scfardischcn und polnisches Synagogen zeigen. Beide unterscheiden sich charakteristisch durch die Stellung des Almemors. Während er bei den Anhängern des deutsch-polnischen Ritus in der Mitte der Synagoge liegt und in neuester Zeit mit den! Vorbctcrpult, der Predigtkanzel und dem Aron hnkodcsch zu einer Bühne verschmolzen ist, rückt er bei den Scfardim a:1 die Westwand, vor sich die ganze Fläche bis zuin Aron hakodcsch frei lassem(, damit die Synagogenbesucher den Vortrag de« Thoraabschnittes vom Ahnemor herab deutlich hören können. Die Stellung des Almemors war ausschlaggebend für die Stellung des Gestühles und gab überhaupt den synagogaien Bauten die charakteristische Note, So ist cs nicht verwunderlich, daß die neueren Synagogen, entsprechend der Umwandlung des jüdischen Lchrgoticsdicnstcs in den dem christlichen Kult ähnlichen Predigt- und Erbauungsgottesdienst, den Kirchen im äußeren lind inneren immer ähnlicher wurden. Bis auf einzelne Rcform״tempcl" blieb in allen Synagogen die strenge Trennung der Geschlechter durchgefillirt, wobei die Frauen auf Emporen verwiesen wurden, die durch hohe Scheidewände oder dichte Vergitterungen den Blicken der betenden Männer entzogen Wurden. Heute ist auch darin Wesentliches geändert. Geblieben ist eigentlich nur die Vor• halle ״Polisch" (Poriikus) und die Unbeliebtheit figürlicher Darstellungen, getreu dem Ausspruche des MalmoniJcs, daß er vor jedem Bildwerk in den Synagogen die Augen zu schließen pflege. Während die neueren Synagogcnbautcn eine durch nichts zu übcrbictendc Nüchternheit in der Dckoration zeigen — rühmlichst ausgenommen sei die Synagoge in Essen — haben neuere Veröffentlichungen der polnischen Synagogen (Krakau, Mohilcw usw.) gezeigt, daß auch die orthodoxen Gemeinden an dem beinahe kanonisch gewordenen Ausspruche Maimonidcs nicht fcsthicltcn. Wie weit hier kabbalistische Einflüsse maßgebend sind, wäre nicht unintcr• essant zu untersuchen. Bedauerlicherweise ■hat der Verfasser den jüdischen Emblemen, ihrer Herkunft und Verbreitung nur geringe Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl dies ein Gebiet ist, das nicht nur historisch interessant Ist, sondern auch moderner jüdischer angewandter Kunst fruchtbare Anregung geben kann. Zum ersten Male ist meines Wisse!)* vom Verfasser der Versuch gemacht worden, die Anlage und Einrichtung jüdi• «eher Profanbauten, soweit sie indirekt dem Kultus dienen, darzustcllcn. Die Einrichtung der rituellen Bäder, der Schlacht• häuser, Wohllahrtsanstalten und Schulen wird in übersieht• lieber Weise geschildert und auf die Gcaamlanlage der Fried• höfe und der dazu gehörenden Gebäude eingegangen. Bei dem Mangel jeglicher Vorarbeit auf dem Gebiete jüdischer Friedhofskunst, mußte der diesem Kapitel gewidmete Ab• schnitt des Buches unbefriedigend bleiben. Der Verfasser glaubt, daß die Aschkenasim die Stelenform als Orabdenkmäler anwandten, während die Selardim den liegenden Orabsteinen und den Tombcn, d. h. kleine Häuschen,’ den Vorzug gaben (vgi. Ruisdacls Bild ״Der Judenfriedhof“). Die Er• Forschung der jüdischen Grabmalkunst würde sicherlich außer• ordentlich lohnend sein und überraschende Ergebnisse zeitigen« Abrahams Heimatstadt Einzelheiten von den Ausgrabungen In Ur. Der ״Berliner Börscn-Zcitung" entnehmen wir folgenden Bericht über die Ausgrabungen in U r: Die urältesten Stätten der menschlichen Kultur, Orte, die uns bisher nur dem Namen nach im Alten Testament über• licicrt waren, erheben sich aus dem Schutt der Jahrtausende wieder zum Licht und reden in steinerner Sprache von einer Vergangenheit, um die Mythus und frommer Glaube bisher einen geheimnisvollen Schleier gewoben haben. In der ganzen Welt hat die kurze Nachricht, daß cs gelungen sei, die alt testamentarische Stadt Ur, die Heimat Abrahams, frei• zulcgcn, die größte Aufmerksamkeit gefunden, und mit noch gesteigerter Spannung wird man vernehmen, was bisher an uralten Dokumenten dein bergenden Schoß der Erde ab• gewonnen worden ist. Durch Luftpost hat die ״Daily Mail“ soeben den ersten ausführlichen Bericht über d;e Er^cb• msse der Ausgrabungen erhalten, die gemeinsam vom Brill- *che״ Museum und der Universität Philadelphia in Ur, der ״Staat der Chaldäer" des Alten Testaments, unternommen worden sind, der Stadt, aus der Abraham auszotq um über Haran nach Kanaan zu wandern. Der glückliche Umstand, ,daß die Chaldäer zur schriftlichen Aufzeichnung von Tage«• Äp!| tarn Do■!,1 ־ Jen, 1'.. kan 1 :, deu'• mal! Ein!( tat t ■1 H I י I r.vc11 sdii 1, ן miß ‘ י auf \ '• geh'. auf; r For* dem ן •' ... ,1 *t D Jahrנ * ch j sein , W 3 j r.siii- Eir. MD! vcr:-« ciirc Wa Zu dem Dr. für den; Pro! Ne I Geh י bu;1 Koo | Voll Vor!: erd! tafcl : vor ' anht' : Stof ׳ :י dem die 1 *ehe , den , Zicgi , Zeit hier; hohe1, i zurü, ' der 2000 i tnfu'i ' *sie! tosl•[ digu Han baby dere, zu )1 Und zu ]

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