Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 26-27 (30.3.1923)
- Date
- 1923-03-30
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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9 Seite 158 JUEDISCHE RUNDSCHAU über 2. Wert <lcs importierten ungesehnittenen Tabaks April-Dezember 1921 , , , , 25.470 äg. Pfd. Januar-September 1922 . , , 23.836 ״ ״ 3. Produktion an türkischem Tabak >921 . , , 1922 . . , 4. Zolltarif Uiigeschnittcner Tabak Zigaretten .... 5. 1 kg türkische Tabakblätter, von jüdischen Bauern gepflanzt, kostet 30—40 Piaster, also weniger als der Zoll allein beträgt. Der Prospekt enthält ferner einige Winke für Interessenten. Neue Fabriken und I.agermagazinc sollten zwischen Tel-Awiw und Mikweh Israel etabliert werden. Die gangbarsten Sorten sollen mit Maschinen erzeugt werden. Zur Abholung des Rolltabaks soll ein 3-Tonnenauto, zur Lieferung der Zigaretten ein solches von 1>/» Tonnen angeschafft werden. , 515 kg ״ 25000 43 Piaster p. kg 00 ,, ■■ Handel Ut aliqald ficrl vldrafur (Vom Nutzen der verschiedenen Palästina- Handelsgesellschaften.) Wenn der Arzt ratlos vor einem komplizierten Fall steht lind sich nicht zu helfen weiß, verschreibt er manchmal irgendeine Medizin, von der er annimmt, daß sie unter keinen Umständen schaden und jedenfalls die Angehörigen des Kranken beruhigen werde. Diese Versehreibweise nennt man: ut aliquid fieri vidcatur — ״damit es den Anschein habe, daß etwas geschehe“. Die besten Aerzte sind, es nicht, die zu diesem Aushilfsmittel greifen. Auch in den Reihen unserer zionistischen Wirtschafts- Politiker haben wir solche Heilkiinstler. Das von ihnen angewandte Mittel besteht sehr oft in der Gründung einer Handelsgesellschaft für Palästina. Es gibt kaum noch ein europäisches Land, in dem nicht eine solche Gesellschaft bestellt, oder zumindest gegründet worden ist. Die Personen und Gruppen, die solchen Gründungen oft erhebliche Mittel, immer aber viel Zeit und Energie opfern, täten gut, vor der Gründung erst einmal die Bedürfnisfrage zu stellen. Ich betreibe kein Handels- oder gar Importgeschäft und spreche also nicht pro domo, aber ich frage die zionistischen Kreise, die, wie ich verspätet in der ״Jüdischen Rundschau“ lese, neuerdings in Berlin unter Führung der Herren Dr. Nossig und, Dr. Honig ein solches Unternehmen gegründet haben, allen Ernstes: welchen Ökonomischen oder sonstigen Nutzen glauben sie dem Lande dadurch zu bringen, daß sie den ohnehin in hart bedrängter Lage befindlichen jüdischen Kaufleuten Palästinas eine neue Konkurrenz auf den Rücken setzen? Doch zunächst einmal ein paar Worte über die Gründung selbst. 30 Millionen Mark, so lese ich in dem betreffenden Bericht, beträgt das Anfangskapital der Gesellschaft. 30 Millionen waren einst eine stolze Summe, stellen im verarmten Deutschland vielleicht auch heute noch ein "beträchtliches Vermögen dar. Hier sind sie beim heutigen Kurse etwas weniger als 300 Pfd. also ungefähr die Jahrcsmietc, die man für ein anständiges Geschiiftslokat nebst Lagerräumen, (manchmal im voraus) bezahlen muß, oder gleich dem Jahresgehalt eines zweitklassigen Buchhalters. %. , Aber der Ge- Seilschaft stehen ausgedehnte Warenkredite zur Verfügung! Sehr schön. Nehmen wir an: das Zehnfache des Gesell- Schaftskapitals (mehr darf inan wohl weder geben noch nehmen!) Dann sollten die kaufmännischen Initiatoren der Gesellschaft aber wissen, daß hier Zoll, Fracht und Ausladung, je nach der Warengattung 20—40 "/0 des Fakturen• betrag» ausmachen. Wie weit wollen die Herren da mit ihren 300 Pfd, reichen? Aber nehmen wir an, daß die in Aussicht genommen!! Erhöhung des Gescllschattskapitals nicht erst nach dem ersten günstigen Jahresabschluß, sondern noch vor Eröffnung des Geschäftsbetriebes erfolgen werde, daß die Gesellschaft also über genügend Kapital verfügen werde, um die Kosten für die Reise der Direktoren und die Einrichtung des Geschäfts in Palästina zu bestreiten und noch ein paar hundert Pfund als hiesiges Betriebskapital zuriickzubehaltcti, — wem glauben die Herren selbst in diesem Fall mit ihrer Gründung zu nützen? Eine Umwälzung in der Warenversorgung des Landes werden sic mit einigen hundert oder meinetwegen (cinschließlieh des Kredits) einigen tausend Pfund sicherlich nicht herbeiführen. Wir haben mehrere hundert Kaufleute im Lande, die mit einem Betriebskapital von einigen tausend, und einige größere Unternehmungen, die mit mehreren zehntausend Pfund arbeiten. Diese Leute wissen alle ebenfalls, wo Deutschland liegt. Auch gegenwärtig befindet sich eine Anzahl von ihnen dort zwecks Wareneinkaufs. Und sic haben alle den großen Vorsprung, daß sic ganz genau wissen, welche Waren und Mengen sic für ihre Geschäfte gebrauchen können und nicht Gefahr laufen, sich zu überkaufen, oder an sich zwar gute, aber hier nicht gangbare Sorten zu kaufen und darauf sitzen zu bleiben. Anscheinend glaubt man in gewissen zionistischen Kreisen draußen, daß der Handel und die Warencinfuhr als Erwerbszweig für Palästina erst noch entdeckt werden müssen. Nehmen wir indes an, daß die Leiter des neuen Unternehmens durch Genialität den Vorsprung der oris• ansässigen Kauflcutc an Kapital und Erfahrung atiszuglcichen, ja zu überholen in der Lage sein werden und daß das Unternehmen demgemäß gute wirtschaftliche Resultate erzielen werde. Dann kann der Effekt im günstigsten Falle immer nur der sein, daß eine Berliner G. m, b. *J. jährlich einige hundert oder meinetwegen (ich will großmütig sein) einige tausend Pfund verdienen, während andererseits «ine ent sprechende Anzahl hiesiger Kauflcutc, die ohnehin schwere Zeiten durchmachcn, durch den neuen erfolgreichen Wettbewerb in ihrer Existenz gefährdet werden wird. Das sollten nämlich, auch nicht volkswirtschaftlich vorgebildctc Zionisten wissen, daß das hiesige Absatzgebiet ein verhältnistnäßig beschränktes und die Konkurrenz unter den jiitli sehen Kaufleutcn eine äußerst schwere ist. Sie von außenher noch zu erschweren und.zu verschärfen, ist alles eher, als eine zionistische Tat. Sind deutsche Zionisten trotz Tiefstandes der Valuta noch in der Lage, Kapitalien für die Förderung des städtischen Jischuw, zur Unterstützung von Handel und Gewerbe, auf׳ zubringen, so kann das bei voller Sicherheit de investierten Gelder (sicherer als bei irgendeiner Anlage in Deutschland ., , .) dadurch geschehen, daß dem Jüdischen Kaufmann soweit er Grundeigentümer ist — die meisten sind es — nicht zu teurer (7—8 ׳/״>) erststclligcr Hypo• thekarkredit zur Verfügung gestellt wird. Dafür gibt cs zwei Wege: entweder durch Erwerb von (7 ״>) Pfandbriefen der vor kurzem durch den J.C. T. und den K. II. J. gegrün• deten Hypothekenbank (The General Mortgagc Bank of Pa- Icstine, Tel-Awiw P. O. B. 69) oder durch direkte Beleihung einzelner Grundstücke, wofür unsere Anglo Palestinc Co. gern die Vermittlung übernimmt. Auf diese letztere Weise sind in den letzten Jahren aus amerikanisch-zionistischen Kreisen nicht unerhebliche Beträge in Tcl-Awiw investiert worden. Für diese direkte Beleihung kommen nur größere Posten, von 50 £ aufwärts, in Betracht, während Pfandbriefe der Hypothekenbank schon zum Nennwert von 5 & ausgegeben werden. Wem auch dieser Betrag noch zu hoch ist, kaufe Aktien der Anglo Palestinc Co. zu 1 £. Auch diese Beträge werden, in Form von Krediten, dem jüdischen Handel zugute kommen. Man unterstütze den jüdischen Kaufmann direkt oder indirekt, auf diese oder jene Weise, nur nicht durch — Konkurrenz von außen her. A. L. Estermann, Tel-Awiw, Extensive oder intensive Kultur In den Nummern 3—5 des Organs der zionistischen volkssozialistischcn Partei Hapocl-iiazair: ״Die Ar• beit“, Berlin, entwickelt der Agronom Jizchak Wil* k a n s k! in einer Artikelserie ״Zur Kritik unserer Sied• lungsarbeit“ seine Ansichten über obige Frage. Wir geben die Hauptzüge seiner Argumentation wieder. Agronom Wilkanski bespricht die Taktik unserer Kolonl•' sationsarbeit. Er sagt, daß wir den Aufbau nicht in einem Ansturm durchführen können, weshalb cs nötig ist zu unlcr• scheiden, was mehr oder weniger wichtig ist. Wir stehen, unter dem Druck der cinwaiiderungsberciten Massen, haben aber derzeit nicht genügend Mittel, um zugleich weite Flächen unter den Pflug zu nehmen und dichte Siedlungen zu schaffen. Die Einrichtung eines intensiven Betriebs — Heranbildung der Menschen dazu, Bereitung des Bodens und die Schaffung der Absatzmöglichkeiten dafür — erfordert sehr viel Zeit und Geld. Durch die ncugeschaffcne gute Verbindung mit Aegypten werden jetzt das ganze Jahr hindurch wöchentlieh an 1000 kg Gemüse von Aegypten eingeführt, zum Preis von 20 Piaster, indes in Palästina die Herstellung 50 Piaster kostet. Dies kommt daher, daß die ägyptischen Fellachen auf erstklassigem Boden bauen und selbst nur primitivste Bedürfnisse haben. Im Getreidebau leidet Paiästina sofort, wenn sich irgendwo in der Welt die Getreidepreise senken. Einen Schutzzoll kann man nicht cinführen für ein Land, das vorwiegend aus einer Landbevölkerung besteht. (?) Für den Aufbau einer stabilen Wirtschaft gäbe cs zwei Mittel: Entweder Herabsetzung der Bedürfnisse auf ein Minimum oder eine langjährige Arbeit, die zur Intensivicrung führt. Diese beiden Wege kann die jüdische Kolonisation in Palästina nicht cinschlagcn. ״Alle unsere landwirtschaftlichcn Siedlungen sind schon in hohem Maße überfüllt. Die Kräfte des ausgesogenen Bodens reichen nicht aus, um alle ihre Bedürfnisse aus eigener Kraft zu befriedigen, sie bleiben abhängig von der Außenwelt, von der ständigen Deckung ihrer Defizite. Es besteht nicht das normale Vcr* hältnis zwischen der Ackerfläche und den menschlichen und tierischen Arbeitskräften, die sich auf ihr befinden. Es besteht kein normales Verhältnis zwischen den spärlichen Einnahmen und den großen Ausgaben. Seit den ersten Tagen,ihrer Existenz befinden sich unsere Siedlungen ln dem Stadium des Halbmodcrncn: modern in der Höhe der Ausgaben, primitiv in der Geringfügigkeit der Einnahmen. Und auch hier wenden wir unsere Aufmerksamkeit von der Hauptsache ab und suchen die Krankheit und ihre Heilung an falscher Stelle. Wir beschäftigen uns mit Soziologie. Aber zuerst kommt der Boden, der uns seine Erträgnisse liefern muß und dann erst die Soziologie und die neue Gesellschaft. Eine übereilte Immigration, übereilte Intensität und übereilte Reformen werden weder die Kraft noch die Möglichkeit des Bodens steigern. ״Bei der "Organisierung unserer nationalen Siedlungen muß unsere Tendenz gerade entgegengesetzt gerichtet sein, als sie es bisher war. Wir müssen die Schar unserer Arbeiter auf eine möglichst große Landflächc verteilen und ausbreiten und nicht sic an wenigen Orten konzentrieren. Keine Ver׳ volikommnung des Bestehenden, sondern Eroberung neuer Positionen. Von der täuschenden Intensität, die unreif, und nicht zu ihrer Zeit gekommen ist, zu einer reifen und gesunden Extensität. Die Landwirtschaft hat nur dann sicheren Bestand, wenn sie aus ihren eigenen Quellen gespeist wird und nicht wenn sie ihre Defizite aus fremden Quellen deckt, Schwach, wie sic jetzt ist, kann sie wohl einigen wenigen als Stürze dienen, will man ihr aber eine andere Form geben und eine Last aufbiirden, die ihren gegebenen Kräften noch nicht entspricht, so zerbricht die Stütze selbst. Die neuen landhungrigen Chaluzim werden sich selbst und uns schaden, wenn sie sich an diese schwache Stütze anfehnen wollen. Aber auch in der Landwirtschaft gibt cs Möglichkeiten des Wachstums, und wenn sie erst so weit gekommen ist, wird auch an sie die Reihe kommen, schwerere Lasten auf sich zu nehmen.“ , , , ״Die Frage, vor der wir da stehen, Ist einfach und klar: was soll den Vorrang haben, Bodenerwcrb mit all den Summen, die uns zur Verfügung stehen werden oder Ausbau, Intensivierung, Aufforstung und Bewässerung der Böden, die sich schon jetzt in unserer Hand befinden?“ ״Meine Antwort ist eindeutig: Boden. Und die Be׳ gründung ist sehr einfach. In der Erweiterung unserer Flächen sind wir von äußeren Faktoren abhängig, die wir nicht beherrschen. Bei der Vermehrung und Zusammendrängnng der Bevölkerung in den bereits bestehenden Sied hingen sind wir von inneren Faktoren abhängig, deren wir Herr sind. Oder kürzer: die Juden werden uns nicht davonlaufen, aber der Boden, der unbebaut bleibt, wird uns unter den Füßen fortgerissen.“ Wilkanski wendet sieh dann nochmals ausführlich gegen die Parole der intensiven Kultur und sagt, daß mit der reichlichsten Bewässerung der Boden Palästinas niemals mit dem ägyptischen wird konkurrieren können, weil der fette Schlamm des Nitdeltas fehlt und die weite, ebene Fläche, die die Wasserströme erst fruchtbar macht. Auch fehlt der große Inlandbedarf in volksreichen Städten. ״Mit 20 gut eingerichteten Gebäuden und je 100 Stück erstklassigem Nutz• vieh kann man den Bedarf der Städte an Milch• und Milch• Produkten, wie auch an Fleisch befriedigen.“ ,, Nr. 26/27 Er führt d־m!1 aus, daß die Kosten der Amclioricrung palästinensischen Bodens abnormale sind, wie etwa die dts Wiederaufbaus der durch den Krieg zerstörten Gebiete. D;fse Kosten muß die Allgemeinheit tragen, sie können dem Siedle, nicht aufgebürdet werden. Wenn wir die primitive Wirtschaft des Fellachen in eine moderne umwandeln wollen, so ge. schiebt dies mit außerordentlichen, mit Kriegsbudgets, nicht mit ökonomischen. Die Anschauungen Wilkamkis verdichteten lieh in Thesen, die Wilkanski auf der außerordentlichen Konferenz der Arbeiter 1922 aufstclltc. In diesen führt Wilkanski aus, daß zwar Intensiver Betritt, nicht gänzlich abzulehnen ist, daß er aber zu beschränken ist auf bestimmte Zonen. In ihren Bereich sollen fallen: 1. Alle Zonen in der Umgebung von Jaffa und der Kolo, nien von Jchuda, die eine bestimmte Arbeitstradition besitzen, nach Klima, Bodcnbcschaffcnhcit, Verkehrs- und Marktver! hältnissen für Plantagen und Gemüsebau besonders geeignet erscheinen und in denen es möglich ist, mit nicht allzu hohe» Kosten intensive Betriebe zu schaffen. 2. Diese Zone erscheint für einen besonderen Ansiedler, typus prädestiniert; es sind das die Einwanderer, die uni einer kleinen Stadt kommen, bereits mit Anbau von Gemüse und Haltung von Hühnern von Haus aus vertraut sind, sich einzuschränken verstehen, eigene Mittel in gewisser Hohe zur Verfügung haben und sowieso nicht als Chaluzim für die Okkupation neuen- Bodens in Betracht kommen. 3. Alle die bereits bestehenden Betriebe, die mit nicht allzu hohen Kosten ausgebaut und auf die Stufe höchster Intensität gebracht werden können. 4. Die beiden Siedlungen im Emek Jesreel, deren Mit• glieder besondere landwirtschaftliche Kenntnisse besitzen, di« cs ihnen ermöglichen, eine gemischte Wirtschaft zu über• blicken und sich den intensiven Betrieb sachgemäß einru• richten. Dazu kommt, daß es unmöglich scheint, Menschen, welche ihre besten Kräfte in den verschiedensten Arbeiten der Bodenokkupation erschöpft haben, von neuem diesen Weg voller Entbehrungen und Anstrengungen gehen zu lassen; sie müssen ln geordneten Bedingungen und •in einer fest• begründeten Wirtschaft ihren Platz finden. Was den Bereich der extensiven Arbeit betrifft, so sollen sich diese tatsächlich auf dem Emekboden koa־ zentrieren. Die bereits *meliorierten Flächen werden den einzelnen Kwuzoth nur für die vorläufige Bearbeitung über• geben, nicht zur endgültigen Ansiedlung. Diese beginnt erst mit dem Erwerb der weiteren Flächen, deren Erwerbung im Bereich der Möglichkeit liegt, worauf dann die Betriebe allmählich von der extensiven zur intensiven Be• triebsform übergehen. Ucbcr die Form der extensiven Betriebe sagt Wilkanski: 1. Die Betricbscinhcit stellt diejenige Bodenfläche dar, die von einem Mann bearbeitet werden kann. Je nach der Güte des Bodens, der Lage und der passenden Produktions• weise (ob unter Verwendung von Arbeitsvieh oder von Maschinen) wird diese Einheit zwischen 600 und 1000 Dunara betragen. 2. Der gesamte Boden wird nach dem System unbe• wässerter, einfacher Getreidewirtschaft angebaut, zur Hälfte gepflügte Brache (Krab), zur Hälfte Saaten. 3. Es werden keine Mittel bewilligt, um feste Gebäude aufzuführen oder Milchwirtschaften einzurichten. Das Budget wird nur für die Anschaffung des für die Bodenbearbeitung nötigsten Inventars und die Gestellung, von Baracken gegeben. Agr. Uria Feldmann wendet sich in Nr. 4/5 der ״Arbeit“ gegen die extremen Anschauungen Wilkanskis. Zwar hak Wilkanski recht, wenn er sagt, daß wir nicht genug Boden besitzen, um ihn zu einer selbständigen, wirtschaftlichen Ein• heit zu machen, daß wir unter gegenwärtigen Verhältnissen langsam von extensiver zu intensiver Bebauung übergehen müssen. Unrecht habe er aber darin, daß unsere Siedlungen schon mit Menschen übersetzt sind. Wir haben vielmehr noch Tausende von Dunam, die noch nicht kolonisiert sind, weil der Boden zu arm ist, um den Siedler zu ernähren. Es hätte keinen Sinn, die Arbeiter, wie Wilkanski will, über größere Flächen zu zerstreuen, da sie den Boden, der sie nicht ernährte, wieder verlassen müßten. Intensive Kultur ist kein Schreckbild, wenn wir sie nicht extrem auffassen und an Schaffung chinesischer Methoden denken, wir müssen viel• mehr Viehzucht wegen des nötigen Düngers cinführen und Futterpflanzen bauen, was auch schon eine gewisse inten• sivicrung ist. Es gibt keinen anderen Weg, um den Ertrag zu vergrößern, so daß der Boden die Siedler ernähren kann, als Intensivierung, was allerdings ein langsamer und kost• spicliger, aber der einzig mögliche Weg ist. Die Gartenstadt Talpfoth Diese neue Vorstadt von Jerusalem liegt 2,5 bis 33 südlich des Jaffators an der Straße nach Bethlehem, nahe der griechischen Kolonie und der Bahnstation. Die Fläche beträgt 1 Million Pic (560 000 m2). Besitzer sind die A.P.C., die P. L. D. C,, Nathan Strauß und andere kleine Eigner. Der Plan wurde von Prf. Geddcs entworfen und später von Archi• tckt R, Kaufmann ausgdührL Es sind 800 Häuser mit Gärten öffentlichen Bauten, Plätze usw. vorgesehen. Die Einzel• parzcilcn haben 1200 Pic (670 m2). Jeder Besitzer muß längs der Front seines Hauses Bäume pflanzen, und das Haus darf nur V, seiner Fläche einnehmen. Talpioth erhält Trinkwasscr von der Jerusalemer Leitung, 1200 m makadamisierte Wege sind bereits gebaut, ein regetmäßiger Autobusverkehr mit Jerusalem ist eingerichtet. 31 Häuser sind schon gebaut, weitere 50 sollen im Früh• jahr errichtet werden. Der gegenwärtige Preis des Grundes ist zirka 11 bis 12,5 Piaster per Pic, im Jahre 1913 war er 3 bis 4 Piaster per Pic. Die Baukosten eines Hauses betragen je nach dem Material 1000 bis 1300 äg. Pfund. Jeder Bau• werber erhält 60 יי,'« der nötigen Summe von der Palestinc Building Loa 11 and Saving Association. Die A. P. C. hat 8Häu• scr für ihre Beamten aus Mitteln des Pensionsfonds gebaut. Die hauptsächlichen Dauiirmcii sind: Habonch, d e Jüdische Arbeiterkooperative und die Firma Komornik 8־ Co. Die Ceschäfte wurden früher von den leitenden Beamten der A.P.C, Jerusalem, Dr. Levy und S. Gordon, geführt. Vor kurzem haben die Hausbesitzer ein kleines Komitee zur Führung der Angelegenheiten der Vorstadt gewählt. Es wird jedoch daran gedacht, in einiger Zeit Talpioth als eine Korporative Gesellschaft oder dergl. zu konstituieren, N der 1 samt Gr1»1 da» satt Btn A. ichU , ׳ : Abrw Alien'/:, AWc;!, יי Ancbl1 Asch. Asch« (' Atigsl! ► ן Autei 5||;׳|;■ Bnmlr.j.t/ Bauch ׳!ן Bavru 1,j B. \,b; .. Berllü 1; ׳ , Bcrn'F'ji! Bc.1t!! ab t' Biele!! 1 Bleich 1׳ - Doch!: \1 v Bonn t .;!׳ Botin 1׳ן . Bracl ן; Bram!1 <׳ Bram.1״; Brcm11 Brcsli j Biieg.־•״ Büict P Brüsi!;/ BndiiJ:. 1! Burg; :! Butzt ',׳" Cann1; ׳ Car.e’ •׳ Celle1:’ ’ Chen!׳ Golde' Copp" 1׳ CüÜli* , ״CrßiM /: Cr de. ־ Ootttv : . Darizl,, Darm־ Dt. £! Dt. H1' I30r1:d! Der«; , , DrcK Duisö‘ Bad ־׳;'>׳ Düsse;j!:;seit* ' J Elbef ׳,!, Ethin,1:; Elger! י; Emdt* '• i Ehinfi i: Erhtf! , Erl an1 1