Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 24 (23.3.1923)
- Date
- 1923-03-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Konferenz spricht die Hoffnung aus, daß d'c.e Beziehungen sich ändern und daß fernerhin keine Unterschiede zwischen den Arbeitsinstitutionen des Hechaluz und den anderen Arbeifsinsiitutionen gemacht werden. pic Konferenz fordert die Genossen in Palästina auf, die Gelder zurückzuzahlen, die die Hcchaluzorganisationcn!de ihre Ausbildung und Reise verausgabt haben. Mögen diese Qcnosscn daran denken, daß sie durch Nichtrückzahlung die Einwanderung ihrer rdsebereiten Genossen hindern, und mögcn sie diese Schuld als die zuerst einzulösende betrachten! p|C Weltorganisation soll für Palästina einen besonderen Beamten bestimmen, der sich dieser Arbeit der Einmahnung dieser Schulden bei den Genossen widmen soll. Die Konferenz crkläit cs für nötig, eine eigene Kasse für die Bewegung zu schaffen u ld beauftragt die Zentra e, einen dicsucziigiichen Plan auszuarbeiten. Organisation Die Weltorganisation des Hechaluz besteht aus Leides- Or״anisationen. An der Spitze der Landesorganisationen steht eine Landcsrcntrale, die auch von der Landeskonferenz ge* wählt wird. Die höchste gesetzgebende Instanz der Weltbewegung i!t die We 1 tk 0 n f e re n z. An der Weltkonferenz be* teiligen sich die Landesorganisation entsprechend der Zahl ihrer Mitglieder. Dreimal jährlich versammelt sich der Rat, der aus Vertretern aller Landcszcntralcn besteht. Die Konferenz verpflichtet die Landesorganisationen, den Genossen einen S o n d e r b e i t r a g für die Zwecke der Weltorganisation aufzuerlcgen. Für Einzahlung dieser Or* ״anisalionsstcucr sind der Wdtzentralc die Landcszcntralcn verantwortlich. An der Spitze der Weltorganisation steht eine Welt* zentrale* die sich aus fünf Mitgliedern zusammensetzt. Bei den vorgenommenen Wahlen wurden ln die Welt* zentrale gewählt: Mcir Bogdanowsky, Zwi Lew in* jon, Salman Rubaschow, Uricl Friedland und Moses Schapiro. JUEDISCHE RUNDSCHAU Ur i/Uv.. Di« Zionistische! Exekutive in London verlangt von uns die sofortige Ablieferung aller bla zu der Erhöhung des Sehekclprciscs, d. h. bla zum 10. März 1923 cingezogenen Schekel. Wir fordern daher h'erdurch all« Schckelkommissaro wiederholt und dringend dazu auf, alle von ihnen gesammelten Schekel zum alten Schekelpreise von Mk. 200.— unverzüglich an una abzulicfern. Spätere Abrechnungen aind nur auf Grund des neuen Schckelpreises von 4a bs Li י‘,«***‘*' ץ**""׳׳ 'a׳w G möglich. Wir bitten unsere Schekelvcrtrauenaleute ferner dringend darum, die Schckebammlung mit größter Inten- *ität zu betreiben. Der Kongreß wird voraussichtlich schon im Juli einberufen werden, so daß die Schekel- Sammlung spätestens im Juni beendet sein muß. Es gilt jetzt also die günstige Jahreszeit, insbesondere auch die Pessachzwischcnfeiertage! für die Sammlung auszunutzen! Zioaistisdie Vereinigung für Deutschland Berlin W15, Sächsische Straße 8 Bankkonto: Darmttädter und Nation»!*'«׳■'!{, Dep1״.-K»i«e DE, Kuifürstcndamm 52, — Post!eheokkonto: Berlin NW 7, Nr. 8091. Konferenz der jüdischen Organisationen ebenso abzulchnen wie die Bildung der Agency durch andere Instanzen als einen allgemeinen Kongreß. Betraf diese Debatte Dinge von allgemein zionistischem Interesse, so umschrieb ein Referat Amicl, Antwerpen, über die geistigen Probleme des Misrachi ein Sondergebiet der Föderation. Wer aber immer Referat und Debatte anhörte, mußte den Eindruck mitnehmen, daß der Misrachi eine Bewegung sei, die nicht mehr die Gefahr der Stagnation vor sich hat. Das Ringen um eine Ideologie zeigt, daß der Misrachi weder die gesamt-zionistische noch die ״orthodoxe" Theorie nachbetet, sondern seine Organisation zum Exponenten des historischen national-religiösen Judentums machen will. Am schärfsten sprach diesen Gedanken der Referent aus*), als er im Schlußwort sagte, Aufgabe des Misrachi sei es nicht, in Zionismus religiös und in der Orthodoxie zionistisch zu wirken, also hier wie dort nur Teilarbeit zu leisten, sondern er habe durch Betonung seine* Ocsamtprogramms auf den Zionismus in zionistischem Sinne׳ auf die Orthodoxie in religiösem Sinne einzuwirken. So kam überall in der Konferenz der Einheitsgedanke des Judentums stark zum Ausdruck, der Gedanke nidit nur der potenzierten aktiven Arbeit für den Aufbau Erez-Isracls, sondem auch der Wille, alle in Betracht kommenden Kräfte heranzuziehen, die, ohne die Gegensätze in den Orundanschauungen zu verwischen, sich zu gemeinsamer positiver Tätigkeit die Hand reichen sollen. Keren fjajessod S. Soskin Am 25. Marz d. J. wird einer unserer bekanntesten Vor* Umpfer der Kolonisation Palästinas und einer ihrer besten Kenner 50 Jahre alt. Es ist dies Herr Dr. Sclik Soskin. Dr, Soskin wurde im Jahre 1873 in einem kleinen Dorfe fschurabasch geboren und ist in Kertsch in der Krim groß jeworden, wo er da3 Alexander-Gymnasium absolvierte. Er studierte auf den Technischen Hochschulen in Charlottcnburg und Dresden und dann auf der Landwirtschaftlichen Hochschule zu Berlin, die er im Jahre 1894 absolvierte. Er promo* vierte in Rostock auf Grund einer preisgekrönten Arbeit über die Fcttbildung im tierischen Körper und war dann längere Zeit Assistent im Tierphysiologischcn Laboratorium des Prof. Zuntz. Bald darauf ging er nach Palästina, wo er für die Gesellschaft ״Dorschö Zion“ als Kolonisator tätig war. Er hat als solcher unter anderem die Eukalyptuswalduni gen von Chcdcrah begonnen, um die Ficbersümpfe dort zu sanieren. Als er nach mehreren Jahren an Malaria und Schvvarzwasscrficbcr erkrankt war und infolgedessen nicht im Lande bleiben durfte, wurde er in Berlin der wissenscliattlichc Beirat der kolonialwirtschaftlichen Ausschusses und : redigierte hier den ״Tropenpflanzer" und die palästinen- ' sischc Kolonisationszcitschrift ״Altneuland". Er hat im luteresse auch der deutschen Kolonisation, besonders in Afrika, und j als Vorbcrcitungsstadium für große Kolonisationsunternchmun- | gen in Palästina, weite Reisen gemacht und hat ebenso i in Ost- und Westafrika wie in Californicn und China praktisch I die landwirtschaftlichen und Kolonisationsmethoden studiert.! Er hat ein System der intensiven Kleinsiedlung nicht nur j theoretisch ausgearbeitet, sondern in den verschiedenen Gegen- | den der Welt so praktisch studiert, daß er eine besondere Note i in der Kolonisationstcchnik bedeutet. Vor einigen Jahren! hat er sich dem Jüdischen Nationalfonds zur praktischen i Ausführung seiner Kolonisationsmethodcn zur Verfügung ge* j hellt, ist aber später wieder ausgeschieden, weil er nicht j imstande war, mit den von ihm als allein richtig erkannten I Prinzipien praktisch durch/udringen. Er ist weiter bemüht,! diesen seinen Prinzipien Geltung zu verschaffen, indem er 1 in Denkschriften und wissenschaftlichen Arbeiten für sie eintritt Dr. Soskin gehört, ebenso wie ein ganz großer Teil der jetzt führenden Geister in der Zionistischen Wcltorgani* rstion, zu jenem Kreise von Studenten, die Ende der achtziger snd im Beginn der neunziger Jahre in Berlin den ״Russischjüdisch-wissenschaftlichen Verein" bilde*en. Dieser S.uden.e״• '«rein, der sich um Motzkin gruppierte, hat aus seiner Mitte eine ganze Reihe von führenden Zionisten hervorgehen lösen, Dahin gehörten außer Motzkin selbst Nahum S..rkin, Viktor Jacobson, Schemarja Levin, Joseph Lury, *später auch Chajiin Wcizmann. Dieser Verein hat den tiefsten Einfluß . die Begründung der jüdischnationalcn Gedankenwelt, namentlich in den russischen Kreisen, ausgeübt, und seine Gei schichte wäre einer der wirkungsvollsten Teile der Vor-?«schichte des politischen und Kulturzionismus. Auch der erste jüdischnationale Verein deutscher Juden, der Verein ״Jungi JsraG'*, hat seine Keimzelle im Russiscii-jiklisch-wisscnschaltliehen Verein gehabt, dem der Begründer und ,Leiter von ״]»ng.Jsradl" von Anfang an tätig angehört hat. Die Ge-; «hicliic des deutschen Zionismus ist mit dem Russischi jüdisch-wisscnschaftlichen Verein unzertrennlich verbunden. >! A“s diesem Kreise ist auch der Jubilar hervorgegangen,!1 Ul!d wo frühere Mitglieder dieses Vereins sind — und wo ii *״e das in der ganzen Welt, wo tätiges zionistisches ״ «btn existiert, nicht der Fall, — gibt es Leute, die heute in i *Kundschaft und Anerkennung des Dr. Selik Soskin gedenken, i A«h wir schließen uns den herzlichen Glückwünschen zu f!e‘wm 50. Geburtstage mit dem Wunsche an, daß es ihm 1■ v״ßönnt sein möge, mit seiner Methode der Kleins iei* f lu״E Ir. Palästina dca von ihm fest vorausgesetzten Erfolg 1 lu erzielen und jene Kolonisationsmethode durchzulühren, von [ er fest überzeugt ist, daß sie dem jüdischen Lande in j! «>״* kurzer Zeit eine jüdische landwirtschaftliche Majorität j: Ju verleihen imstande »st. H, Lj, Die europäische Misrachi •Konferenz Wir erhallen folgenden Bericht über die Misrachi-Kon* ferenz: Die Misrachi-Konfcrenz, die vom 12.—14, Marz In Berlin tagte, war von Delegierten aus Deutschland, Polen, Litauen, Lettland, Dcutsch-Ocsterrelch, Transsylvanien, Karpathoruß* land, Holland, Belgien, England und der Schweiz besucht, und fast alle diese Landsmannschaften hatten führende Männer entsandt. Es konnte daher nicht ausblciben, daß die Tagung, die nur als Arbeitstagung zur Diskussion der Kongreßfragen einberufen worden war, eine starke Demonstration darstcllte. Die beiden öffentlichen Kundgebungen, der Begrüßungsabend im Ingenicurhause und die Volksversammlung im Lehrervcr* einshause, fanden überaus starken Zulaui und stellten sich den eindrucksvollsten Kundgebungen der jüdischen Ocffentlichkcit an die Seite. Wenn die Zusammenkunft in ihrer Arbeit gewürdigt werden soll, so muß zunächst fcstgesteilt werden, daß in der Geschäftsordnung des Misrachi derartige Konferenzen nicht vorgesehen sind. Außer den Tagungen der Landesverbände, die denen der zionistischen Landsmannschaften entsprechen, sind nur die des Gesamt-Misrachi beschlußfähig. Eine solche Wcltkonferenz hat zuletzt vor dem Karlsbader Kongreß getagt. Da die Versammlung also keine Basis in den Statuten hatte, so konnte sic bindende Beschlüsse nicht fassen, sondern nur Resolutionen annehmen, die an die Zentrale in Jerusalem weitergclcitet werden. , Das einzige, ’,wofür die Tagung zuständig war, die Schaffung einer neuen Organisation für den europäischen Misrachi, wurde in der Weise er* ledigt, daß in Warschau ein Zentralbüro für Polen einschließlich Galizien und Wilnagebiet geschaffen ־•■wurde, während das Berliner Büro mit der Zentrali* sicrung der Arbeit aller übrigen Länder beauftragt wurde. Zu diesem Zweck wurde das hiesige Büro entsprechend ausgebaut und die dafür nötigen Mittel bereitgestcllt. Gedacht ist diese Regelung zunächst bis zum nächsten Zionistenkongreß. Im Mittelpunkt der Aussprache standen natürlich die Erez-Isracl-Fragen, über die zunächst ein bei allem Eingehen in die Einzelheiten sehr warm gehaltenes Referat von S u c 11 o w i e ck 1• Warschau informierte. Der Referent, der zum Studium der Verhältnisse sich gründlich im Land umgcschcn hat, stellt die aufbauende Tätigkeit der Chalpzim an erste Stelle. Zusammengehörigen mit den Berichten der Zeirc-ha-Misrachi und der Zentrale in Erez-Israel ergab sich die einmütige Forderung auf Ausgestaltung der Or ganisation des HapocDha-Misrachi, wofür auf der Basis der in Warschau und Jerusalem bestehenden In■ stitutionen bestimmte Vorschläge gemacht werden. Inwieweit ein Zusammengehen mit anderen Arbeitergruppen möglich ist, ist vorläufig kaum zu sagen. Bisher haben cs die Sozialist!■ sehen Gruppen für angemessen gehalten, dem Hapoel-ha* Misrachi Hindernisse in den Weg zu legen. Mit besonderer Schärfe mißbilligte es die Versammlung, daß die für eine Kwuza des Misrachi fälligen Oclder von der Zionistischen Exekutive nicht direkt oder durch die Zentrale des Misrachi zur Auszahlung kamen, sondern dem Misrad ha Owdim über* wiesen wurden, der seinerseits, nachdem er die Kwuza eine Zeitlan״ hingchaltcn hatte, sie zwang, einen Teil der geschul* deten Beträge in Aktien der Arbeiterbank anzunehmen. Hier* für wird bei den zuständigen Instanzen Abhilfe gefordert werden. Bei dem religiösen Nihilismus, den die Kwuzot häufig zur Schau tragen, wird in absehbarer Zeit ein gedeih■ lichcs Zusammenarbeiten schwer möglich sein, solange miß* vcistandener Doktrinarismus die Oberherrschaft über das Oe- Im Februar Dieser Be» Keren Hajessod im Februar Die Einnahmen des Keren Hajessod 1923 belaufen sich auf 30052,18,9 Pfund, trag umfaßt eine Stimme von etwa 9000 Dollar, die in Kanada für Chaluzzwccke gesammelt worden sind. Von dem Betrage von 30 000 Pfund haben die Vereinigten Staaten 16800 Pfund, Kanada 2907 Pfund, Rumänien 1925, England, Südafrika und russische Emigranten je 1000 Pfund aufgebracht. Ke Eingänge aus Deutschland betragen 214 Pfund. , Sokolow nach ßfalisfok und Wilna Sokolow hat Warschau verlassen und sich zur Fort• führung der Keren Hajcssod-Kampagne nach Bialistok und Wilna begeben. Vor seiner Abreise hielt er im Palasttheater in Warschau vor einer großen Menge einen Vortrag über den Aufbau von Palästina. Holland Die Keren Hajessod-Arbeit geht hier unter der unermüd« liehen Leitung Dr. Adolf Friedemanns erfolgreich weiter. Die Zeit von Oktober bis Januar wurde darauf verwendet, pbcrall wo nur möglich Keren Hajcssod-Komitecs zu gründen, so in Amsterdam, Rotterdam, Den Haag, Enschede (für den Industriedistrikt von Twente), Zwollc, Arichem, Den Bosch (für Brabant), Middelburg (für Zceland), Dordrechten und Haarlem, während Komitee« für Utrecht, Lecuwardcn, Assen, Maastrich (für Nimburg), Amcrsfoort und Lepple in Gründung begriffen *ind. Diese Komitees bestehen durchschnittlich aus!2 bk 15 Mitgliedern, zur größeren Hälfte Nichtzionisten. Nach den Weizmann-Wedgewod-Versammlungen kommt jetzt die Keren Hajcssod-Aktion auch unter den Nichtzionisten in Gang, wobei allerdings nicht übersehen werden darf, daß auch Holland unter einer schweren Geschäftskrise leidet. Gute aufklärende Arbeit wird auch durch das Keren Hajessod- ■gan ״Met Bcloofde Land“ wie auch durch zahlreiche Broschüren und kleinere Zirkelversammlungen geleistet. Seit Beginn der Aktion unter den Nichtzionisten, Mitte Januar, wurden im ganzen 140 000 Fl. gezeichnet resp., inkl. 30000 FL noch vor dem offiziellen Beginn der Kampagne, 170000 FL, von denen in diesem Jahr 65 000 Fl. fällig sind. Der In• dustrlcbezirk Zwente allein hat davon zirka 80030 Fl. aufgebracht. Die Sammlung in den anderen Städten kommt ent jetzt recht in Oang. (ZLco.) Ocsfcrrelch Auf Vorschlag von Adolf Böhm wurde beschlossen, in Deutsch-Oesterreich einen Keren Hajessod-Monat abzuhalten. England Die Herren Dr. Sol o w e i t s c h ik und Josef Co wen besuchten in Durchführung der neuerdings eingeleiteten eng. tischen Keren Hajessod-Aktion Liverpool, * Die Leitung der Keren Hajessod-Kampagne in New York hat jugde Rosenblatt übernommen. fühl für nationale Werte und Kameradschaft behält. ״Gewissenszwang“ wird nur von linksradikaler Seite geübt. Es mußte darauf Bedacht genommen werden, zur Siche* rung der vom Misrachi geschaffenen Positionen in Erez- Israel die nötigen Fonds zu schaffen, um so mehr, als die Werbekraft des Keren Hajessod in den religiösen Kreisen durch die aus dem Lande cinlaufenden Klagen erheblich gemindert worden ist, während sich für die ökonomischen und kulturellen Institutionen des Misrachi dort das Interesse ver• stärkt hat. Ucber die Art dieser Finanzierung ist in den letzten Monaten mit Mitgliedern der zionistischen Zentral* Instanzen schon gesprochen worden; die Konferenz־ hat mehrere Vorschläge entgegengenommen, die nun zu behandein sein werden und die unbeschadet der Mitarbeit am Keren Hajessod das Fortbestehen des misrachistischenErez־l8r*el*Werkei sichern sollen. Besondere Aufmerksamkeit fand ferner die Debatte über den 'Weltkongreß. Die Konferenz stellte lieh ein• mütig auf den Standpunkt, daß dieser Kongreß so schnell wie möglich einzuberufen sei und daß er die definitive' Zusammensetzung der Jevmh Agency vorzunehmen habe. Dagegen sei di• Ersetzung dt« Kongrum durch •in« Streik der Wiener Knltasbeaifltea Die Beamten und Angestellten der Wiener jüdischen Gemelnde sind auf Orimd von Lohnstreitigkeiten in den Streik getreten. Steinhcrz’ Riicktritfsgesuch abgelehnt Prag. (J.C. B.) Der Unterrichtsminister der tschecho* slowakischen Republik hat dem Rektor der Prager deutschen Universität, Professor Dr. Samuel Steinherz, die offizielle Mitteilung zugehen lassen, daß er seinen Rücktritt vom Rektorsamt nicht zur Kenntnis nehme. Numerus clausus an der Krakauer Juristischen Fakultät Lemberg. (J. C, B.) Das Professorenkollegitmi der juristischen Fakultät der Krakauer Universität hat beschlossen, bei der Aufnahme jüdischer Hörer die Prozentnorm anzuwenden und stellte gleichzeitig fest, daß diese Maßnahme weder zu der Verfassung, noch zu der Friedcnsklausel betreffend die Minderheiten im Widerspruch steht. (Diese ״Fest- Stellung“ ist eine Unverfrorenheit, die die Tatsachen nicht auf den Kopf zu stellen vermag.) * Die ״Prager Presse“ brachte am 13. März einen Artikel über ״Die östjudenfrage in Deutschland", der eine scharfe Kritik' der ostjudenfeindlichen Stellungnahme weiter deutscher Kreise enthält, *) Das Referat selbst ist im hebräischen Teil der ״Jtt• 'dilchca Press•“, Berlin, «nchitnta.