Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 23 (20.3.1923)
- Date
- 1923-03-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 137 ״ (J1C E"׳v «הוו i'. Jdirc!'!!>־>• u,A Monat c'-' 1 oh 1li; >xe Ju£ tl״c ' merlci rt׳.' :!’C/ific.;' , 11,1 Jah,; bmat. ,‘..ן 1'״icgcmic;׳ St'he Iinni'J׳ •V;en heil Üwccl,' Olloxc 1n;;:! eh.-utptim-y nicht ir"r, rribt, (jv. dchc ן״!.; •e'iC nicht; I 3. ■t,,e״llic];5fj Würz b<s*] cistcrung ־ hielt cinj'i «laß die li gestatten *j :hen üe4) >ßes Er.H »1-Mii.n sprach,! , Ocneral : ׳lieblich« Wochen• sich über jcnheltca Jolle der pen auch , to doch inaplänen ,j 1 irgend• fcs Au{. ן rbindung j »1är und t (11 jüngst Arabern r Besuch 'udentuai liändlich, j tgierung, i| 31 en hat! jj lechahiz• e n über iruclnen | (onstan• | ch) ge- | ‘(2 iricklunj 5 d ין ras• ־ heu die 1׳ öt der ן uz-Insii• |;j bilduitü!׳j 1 kann, hrlichen 1 c 11 e n; ittc an•! Bericht t: ätiff•!, ג n c n, c ■, , Bc• f itet. i;i• beruf• ׳. ,11 der, ׳ebatte, Herra :chaluz •;!;aUiin!; .U den :< roblem {) 2«• )estcr• uf. linder• ׳raiioa Ischen Reihe d die eruiiß noch f! rganl*;) Kr. 23 Die Zionistische Organisation — eine Geldniaschine? Von Julius Berger. Die letzte Nummer des ״Haolam" veröffentlicht nachstellenden Artikel, den uns der Verfasser gleichzeitig zum Abdruck zur Verfügung stellt. Während cs auf der einen Seite initiier klarer wird, daß die finanziellen Leistungen der Zionistischen Or* ganisation in ihrem jetzigen Umfange bei weitem nicht genügen und in großem Maße verstärkt werden müssen, schallt un3 aus den Reihen der Zionistischen Organitation mit wachsender Leidenschaft die Klage entgegen, daß die Zionistische Organisation ihren Anhängern heute eigentlich nur Geidfordcrungcn präsentiere, daß sie ihnen nichts biete, als immer erneute materielle Bean* spruchung, daß die Zionistische Organisation zu einer Geldniaschine geworden sei. Wollen wir diese Klage verstehen, so müssen wir uns immer wieder vor Augen halten, daß der großen Masse der Zionisten der entscheidende Schritt noch nicht zum vollen Bewußtsein gekommen ist, den die Zionistische Organisation in den letzten Jahren gemacht hat: die Entwicklung vom Verein zum Volksvcrbaud. Bis 191S etwa waren wir ein Verein. Soweit der Verein zionistische Zwecke verfolgte, konnten diese Verhältnismäßig leicht wahrgenommen werden. Es handelte sich darum, Sympathien zu erwerben, Beziehungen anzuknüpfen, vorbereitende Schritte zu unternehmen. Es waren Aufgaben, deren Verantwortlichkeit nicht übermäßig groß war, und an denen sich die Vcrcinsmitgliedcr in ziemlicher Anzahl hier und dort beteiligen konnten. So bot die Zionistische Organisation denjenigen iiirer Mitglieder, die politisch orientiert waren, politische Aufgaben, und es hat nidit wenige gekitzelt, sich daran zu versuchen. Organisatorisch bestand die Aufgabe darin, neue Gruppen zu bilden, Anhänger zu werben, mit Gegnern zu diskutieren, die Theorie zu vertiefen oder neue Axiome aufzustellen. Es war eine wundervolle Tätigkeit. Wir konnten unseren Geist spazierenführen, wann wir wollten, und in die entlegenste Region, man konnte reden, man konnte schreiben, man konnte ״seinen Namen verbreiten durch alle Länder". In bezug auf die praktische Arbeit in Palästina war die Sache schon wesentlich sciiwerer, aber die Aufgabe war klein. Nur sehr wenige konnten sich an ihr anders als durch Diskussion beteiligen, die paar hatten es freilich schwer genug. Aber die Geringfügigkeit der vorhandenen Möglichkciten schloß nach der allgemein herrschenden Anscliauung die praktische Mitarbeit weiterer Kreise gerade auf diesem Gebiete aus. Infolgedessen konnten auch verhältnismäßig nur geringe Anforderungen an den Einzelnen gestellt werden. Das alles kostete natürlich wenig, und so war es im Grunde ein wahres Vergnügen, Zionist zu sein. Für einen verhältnismäßig geringen Beitrag hatte man ,alles: moralische Erbauung, tiieorctische Forschung, rhetorische Ucbung, organisaotisciie Betätigung und außerdem noch Kowed. Die Zeiten haben sich geändert: die Balfour-Dcklaration ist uns, wie Wcizniann einmal sagte, auf den Kopf gefallen. Wir sind auf einmal kein Verein mehr. Die Mächte haben die Zionistische Organisation als die Vertretung des jüdischen Volkes anerkannt, d. 11. die Zionistische Organisation hat die Verantwortung für das jüdische Volk und für die Führung seiner Geschäfte. Das, was bis jetzt geredet werden konnte, muß plötzlich getan werden, und von heute auf morgen sind die Anforderungen dementsprechend unermeßlich gewachsen. Auf einmal liegt auf uns nicht die Forderung der nationalen Heimstätte, sondern die Verantwortung für ihre Verwirklichung, nicht die Forderung nach Volkswerdung, sondern die Tatsache, daß wir als werdendes Volk betrachtet werden; statt der Pflichten eines Vereinsmitgücdcs hat jeder jetzt die eines Volksangchörigen, und zwar unter ungünstigen Umständen. Die Aufgabe, die dem ganzen Volk auferlegt ist, muß zunächst erfüllt werden, und zwar zuerst von denjenigen, die behaupten, daß wir ein Volk sind, und denen man diese Behauptung glaubt. Daraus ergibt sich: Wir haben nicht mehr einen Vercinsbeitrag zu leisten, sondern wir müssen Steuern bezahlen wie ein Volk, und zwar so, daß ein verhältnismäßig kleiner, nidit einmal sehr bemittcltcr Teil die Steuern zahlen muß auch für diejenigen, die ihre Steuerpflicht noch nicht begriffen haben oder ihr nidit liachkommen wollen. Wir könnten uns selbstverständlich dieser Steucrpflidrt auch entziehen. Das würde heißen, Palästina aufgeben, unsere Idee verraten. Das verlangt niemand unter uns, auch nidit derjenige, der unter der Steuerlast seufzt. Aber man beklagt sich, einmal über die Höhe der Steuer und dann darüber, daß der Gegenwert, den der Steuerzahler erhält, sozusagen seiner Leistung nicht entspridit. Und man beklagt sich weiter darüber, daß immer neue Anfordcrungen gestellt werden; kaum hat man die eine Steuer bezahlt, taucht schon eine neue auf. Man möchte gern einmal Ruhe und vom Zionismus etwas anderes haben rs nur Zahlungsaufforderungen. Die ganze Sachlage ist außerordentlich Charaktefistisch. Man könnte sagen, daß, wenn es noch eines Beweises dafür bedürfte, daß wir im besten Zuge sind, ein Volk zu werden, es diese Klage über das Ueberwuchern der Steuern wäre, die wir heute überall im Zionismus vernehmen. Wir gehören zu den Nachkriegs- Völkern, die noch nicht konsolidiert sind und denen Aufgaben auferlegt sind, die zunächst mehr nach ihren nationalen Ansprüchen als ihrer Leistungsfähigkeit zugeschnitten sind. Es gibt mclir solche Völker. Die «inen brauchen ein großes Heer, um die Durchführung ihrer nationalen Aspirationen zu sichern, die anderen müssen sich einen Beamtenstab, eine Verwaltung ganz neu schaffen, ihr Land neu aufbauen, haben mit dem Widerstand weiter Volkskrciac und frcindnationalcr Elcmente zu rechnen, und eile iiabcn zunächst nur ein Mittel, dem zu begegnen: Steuern und nochmals Steuern. Wenn wir heute fragen, was der litauische, der lettische, ja, was sogar 11er polnische Staat seinen Angehörigen an Leistungen bietet, die ihnen das neue Staatr.gcbilde als vorteilhaft, als ihren Interessen und Bedürfnissen mehr entsprechend als der frühere Zustand, in dem sic noch kein Staat oder noch kein Volk waren, erscheinen lassen, so werden sehr viele innerhalb der Grenzen dieses Staates antworten: zunächst sehen wir mir die schweren steuerlichen Lasten. Die große Aufgäbe der nationalen Neubildung, bringt ungeahnte politisdie Schwierigkeiten, die wirtschaftlichen Verhältnisse sind sehr schwer, oft viel schwerer als vor Erfüllung der nationalen Forderung, das Geld ist ungeheuer entwertet, der Besitz sehr geschädigt, eines nur ist gewachsen, die steuerliche Last. Es geht uns nidit anders, und mätt kann uns nicht einmal cntgcgcnhalten, daß diese Staaten demgegenüber wenigstens die Erfüllung ihres nationalen Traums als Aktivum zu verzeichnen haben. Es ist nodi sehr die Frage, wessen Zukunft politisch fester gegründet ist, die des jüdischen Palästina oder die eines dieser neuen Staatcngebiklc. Eines aber ist sicher: alle diese Staaten, alle Angehörigen dieser Staaten haben außcrordcntlidi viel mehr für die Erfüllung ihrer nationalen Bestrebungen leisten müssen, als wir Juden. Wir brauchen gar nicht auf die Blutopfer hinweisen, die sie alle gebracht haben und zum Teil noch bringen, wir haben dem gegenüber die Ukraine, und jüdisches Blut ist genug! gellossen. Aber die rein geldmäßigen Leistungen, die von diesen Völkern für die Verwirklichung ihrer Ideale gebracht wurden und noch gebracht werden, können sich sehr wohl vergleichen mit dem, was wir Juden bisher für den Aufbau Palästinas getan haben. Auch das grlechischc Volk wohnt zu seinem größeren Teil ׳ßcrhalb Griechenlands, das irische ebenfalls, und seine Angehörigen haben in den Ländern ihrer Wahlheimat ebenso die Landcssteucrn zu zahlen wie die Juden in den Ländern des Galuth, Aber darüber hinaus, welch enorme Summen steuern die Griechen, die Irländer, die Ar* monier, ja die Polen und wie alle diese erwachten oder erwachenden Völker heißen mögen, für die Ver* wirklichung ihrer nationalen Sehnsucht bei, welche Ent* behmngen legen sic rieh auf. Die Zionisten, die so oft über die Ansprüche klagen, die an sie gestellt werden, würden sich wundern, wenn man die Summen erfahren würde, die jeder Irländer in Amerika für Ir* lands Freiheitskampf gegeben hat Nicht zur Geldmascbine ist die Zio* n istische Or g ahisation geworden, sie Ist Volk geworden. Und das ist auch der Grund, warum sich die Leistung, die Gegenleistung geändert hat. Worin bestand sie früher? In der Hoffnung, in» schönen Wort, in der feierlichen Erhebung. Worin be* stellt sic heute? In der realen Leistung für Palästina. Das ist das Große, das in seiner epochalen Bedeutung noch lange nicht genug begriffen ist, daß heute jeder Zionist, jeder Jude imstande ist, sich durch; die Tat mit der werdenden jüdischen Heimstätte zu verbinden, durch eine aktive Handlung siditbarlich zu ihrem Auf* bau beizutragen. Das ist der große Sinn des Keren Hajessod, das ist die tiefinnerliche Bedeutung des Maasser, und cs ist wahrlich kaum zu verstehen, wenn wir sehen, daß bewährte Zionisten sich von der Maasserleistung zurückträumen in jene gute alte Zeit, wo man sich damit begnügen konnte, mit Worten, mit Problemforschungen beim Aufbau des Landes zu helfen. Aber das Ist auch der Sinn des Schekels. Auch der Schekel war früher ein Vercinsbeitrag, diente zur Deckung der Vereinskosten. Heute ist er ein Teil der Steuer zur Deckung des Volksbudgcts. Wir sind ein Volk, wir haben das Budget eines Volkes mit all seinen Teilen: das wirtschaftliche Budget, das kulturelle Budget *— Steuer: der Keren Hajessod, das Budget für innere Kolonisation — Steuer: der Nationalfonds, das Budget für die Außenpolitik — Steuer: der Ooldene Schekel, das Budget für das Ministerium des Innern —j Steuer: der Schekel. Es wäre vielleicht einfacher, da9 alles in einer einzigen Steuer zu erheben, aber haben denn die Staaten mir eine Steuer? Wieviel unzählige Arten der Steuerleistung gibt es bei jedem Volke, die keineswegs alle in einer entrichtet werden. Das Steuerbukett des jüdischen Volkes, repräsentiert in der Zionistischen Organisation, ist wahrlich noch sehr arm und sehr wenig ausgebaut, verglichen mit dem anderer Völker. Und auch wenn wir die Beiträge für die Landesorganisationen, die Ortsgruppen usw. dazu rechnen —< nun ja, audi anderswo gibt es besondere Kommunalsteucrn und dcrgl. Das einzige, was uns und unsere Steuerleistuung unterscheidet von der, die wir zum Vergleich herangezogen haben, ist die Steuerhoheit, die uns fehlt. Das ist aber letzten Endes mir ein technisches Argument, und es ist sogar zweifelhaft, ob mit der Steuergewalt wirklich die Höhe der Steuer für den Einzelnen kleiner werden würde. Denn heute decken wir ja unser Budget nicht, wir bleiben weit hinter unseren Verpflichtungen zurück ־- das wäre uns nicht mehr erlaubt, wenn wir Steuergewalt besäßen. Aber eines ist sicher: Für den Zionisten gewinnt seine Leistung, eben dadurch, weil sie freiwillig geschieht und nicht auf Zwang beruht, unendlich an Wert. Hierin׳ eben liegt ja das Beglückende dieser ganzen Tatsache, hierin liegt die Gegenleistung, die uu» die Zionistische Organi* eatlon bietet, daß es uns in der Steuerleistung ertnögacht tat, freiwillig und nidit gezwungen uns auch <14 aktiv am Aufbau Palästinas zu beteiligen, wo es uns durch der Hände Arbeit nach dem Vorbilde des Clvalua nicht möglich ist. Nur der Ch&luz hat das Recht, von zu hoher Steuer zu sprechen, sonst kein Zionist. Und wie dem Chakiz die Möglichkeit, in Palästina zu ar״ beiten, wie ein Glück erscheint und ihn befähigt, die unerhörte Leistung zu vollbringen, die er von sich ver* langt, va ist die Chance, hier, «n unserem Wohnsitz! für Palästina steuern zu können, uns leistend mit Pa* lästina verknüpfen zu können; das unvergleichliche Aktivum, das Pius, das uns der Zionismus von heute gegen den Vorkricgsrioiiisnuis bietet, und das durch keine noch so hohe Stcucrlästung aufgewogen werden kann, das jedenfalls erheblich mehr ist, erheblich wert* voller ist, beglückender, konstruktiver, ׳ nationaler al$ alles, was wir vor dieser Zeit zionistisch leisten konnten in noch so viel Diskussionen, in noch so viel Vertiefung, in noch so viel seichtem Geschwätz und ernst• hafter Rede. Daß die Mitwirkung des Einzelnen an den organisatorischcn Geschäften der Zionistischen Organisation infolge der neuen Entwicklung sich ebenfalls etwas geändert hat, ist klar. Seitdem unsere!»litische Arbeit unter der Verantwortlichkeit steht, die der Außenpolitik eines Volkes zu kommt, ist natürlich die Mitwirkung der Amateure beschränkt. Es ist überhaupt heute denn Einzelnen nicht mehr so leicht, für seine Person eia Stück Leitung zu sein, wie das in unseren alten Vet> einszciten möglich war. Die ganze Arbeit muß verant* wörtlicher geschehen, kommt immer mehr auf das Niveau einer geordneten Volks- oder Staatsverwaltung und ent• zieht sich daher auch immer mehr der beliebigen Mit* Wirkung oder dein beliebigen Eingriff eines noch so ergebenen gelegentlichen Mitarbeiters. Wir bekommen in wachsendem Maße eine Beamtenschaft, eine normale Verwaltung, eine Abgrenzung unserer Befugnisse, und insoweit hat sich die Möglichkeit für den Einzelnem mitzuwirken gegen früher zweifellos in mancher Hinsicht etwas verengert. Aber was hat das zu bedeuten gegen* über den ungeheuer vermehrten Fropagandamögliclt* möglichkeiten, die angesichts der breiteren Aspekte ge* geben sind, der ungeheuren Bereicherung unseres Fragen* komplexes, der Intensivierung unserer Anteilnahme anf Ganzen, die die Entwicklung mit sich brachte oder mit sich hätte bringen sollen. Wir sind nicht mehr Vereins« mitglicder, sondern Volksangehörige, und entsprechend innerlicher sollte unser Verhältnis mr Zionistischen Or« ganisation sein, und entsprechend reidier sind die Mög« lichkeiten, dieses Verhältnis zum Ausdruck zu bringen, Di« Zeit der Generalversammlungen ist vorbei, es ist nicht mehr so leicht möglich, in den Vereinsvorstand zu kommen — das ist alles, was verloren wurde, das Aktivum,׳ ׳ das wir ־■ dafür * ״ein tauschten, steht in seines Größe in gar keinem Verhältnis zu dieser Vergangenheit. Nicht Steuermaschine wurde die Zionistische Organisation jetzt, wo sie Steuern erhebt, lebendiges Volk wurde sie, und zur lebendigen Tat ruft sie auf. Glück* lieh wir, die wir es erleben, die wir uns seit zweitausend Jahren zum ersten Male wieder als Bürger des jüdischen Volkes fühlen können, indem wir der ersten Bürgerpflicht, der Steuerpfljcht, nachkommenl Breslauer Brief Da» Wort von dem ״besonder* steinigen Boden'* ist an allen Orten so sein zur Ausrede geworden, daß maij sich scheuen müßte, es noch zu gebrauchen. Trotzdem gehört« es bisher zu den in Breslau besonder» oft wiederkelimideti Plirascn, Der Boden war tasäclilich «teinig — wenn man nämlich daran denkt, wie wenige Menschen Innerhalb der zionistischen Reihen auch nur für die geringste aktive Arbrij zu haben waren.!1 In den letzten Monaten ist eine erfreuliche Aenderimg eingetreten. Es ist gelungen, fast die gesamte Juden*■ heit Breal aus unter dem Zeichen des Kerea Hajessod für den jüdischen Aufbau Palästinas zu gewinnen, mindestens aber lebhaft zu interessieren. Oanz abseits standen — außer der extrem agudistischen Richtung — nur die famosen Naumaimiancr und eine kleine Grupp« des offiziellen Gcmeindelibcralismus. Der Kreis dieser widav strebenden Gemeindeliberalen schmolz mehr und mehr dahin, Er beschränkte sich schließlich fast ganz auf den Kreis der liberalen Repräsentanten; und auch von diesen Offiziellen bröckelte mancher ab und bekannte sich zum Gedanken des Keren Hajessod. , Es ist selbstverständlich, daß vor Beginn der großen! Aktion für den Keren Hajessod die Stimmung in Breslau ganz anders war. Wir standen einer in ihrer überwiegenden Mehrzahl ablehnenden Judenbeit gegenüber. Die Erfolge dieser Aktfon haben gezeigt, in welchem weiten Umfange cs möglich ist, aus Gleichgültigen und sogar auch aus Gegnern Freunde des Keren Hajessod zu machen. ' , Freilich konnte dieses Ziel nur durch intensive und —י was mehr sagen will gut geleitete systematische Arbeit erreicht werden. Die Leitung der Arbeit lag im wesentlichem In den Händen von Herrn Redakteur Karl Glaser aira Berlin. Eh muß an die er Stelle anerkannt werden, daß Herr Glaser ca ln ganz ausgezeichneter Weise verstanden hat, die Menschen — Zionisten und Nichtzionisten — für die aktive Mitarbeit zu interessieren und unter denen, welche Objekt« der Arbeit blieben, die Ideen des Keren Hajessod zu verbreiten. Die Werber, die in zaltlreichen Hausbesuchen die Aufgabe hatten! »Id» mit einzelnes» persönlich. auscvnandmusfctan, wurden in Uebungsabcnden, die Herr Glaser leitete, über Ihre Aufgabe instruiert. Wer an diesen Uebungsabcmfen teilgenommen hat, denkt mit wirklicher Freude an die wertvollen Informationen, die er dabei criiaiten bat, und an die ausgezeichnete Schulung' in» Umgänge mit Menschen. Vor allem aber muß t'atgestellt werden, daß Herr Glaser in vorbildlicher Wel^ « yjmta.ndat!tat, ln Vortrigen, ln kleinen Zirkel«