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Jüdische Rundschau · 1923-03-16 · Heft 22 (16.3.1923) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 22 (16.3.1923)
Date
1923-03-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Seite ISA Kr. 22 JUEDISCHE RUNDSCHAU;־!הגי <Icr : Vc:. 't tl.Tf an“ VVir haben seinerzeit Notiz von der Debatte im Reichste;; -nomincn, in der von dcutsclwntionaler Seite gefordert wurde, daß t1"' <|c״ aus dem Rulirgcbict vertriebenen Deutschen die 1,77 Cer גו 'sein!,־; i־d, den! ה Vjr roeli |ף וגי, nach -i!״S an זג׳, wird tmd den len sein, «'illt h{ Riten in machen; Mßische ICH. 1:3 rechnen, idpunkte <J nicht- :ntschci* und di: 1 unter- :t fühlen. m einer 411״ von :sserung U1fäilif;e 1»d wir idiaffcr. ss nicht Reform- ו durch sscrung weniger es und ung be* t Unser Tst'indc ng sich itändig- : haben Bischen, luch er £"!ihen., wie1 Sinne, tsredite ts, daß tt dazu höher i dieses [sabgc* züglich t mehr sit der unsere 1S% Berliner Bischen ertretcr wurde, ri eilten, damit, üdlsehc ler Ica •. Der ja, Oemr bat 1g teil• etwas Volks- Bericht verden, Hier• neue l einen jogaie, ,erden, .citung bei!3 t. D<:r ’ Iliinffi־ e Ei!> 1 vor• cn 23־ iß, is* tückcii 10 die hoch* t sein 1f z״ isefic» ' tt'01mu״Rcn vor! Ostjuden zur Verfügung gestellt würden. I ,v;,r ״eben nachstehend die Debatte, nach dem stenographischen; Protokoll (306. Sitzung, 23. Februar 1923) wieder: Abg. Brulin, Dcutsehnational: .... Ich komme zu; un5cre111 Antrag. Mit der Bemerkung des Herrn Abg. Krätzig,daß jj diesem Antrag eine Audänderhetze beabsichtigt werde, ^״uinl man der Sacke nidit bei In allen Parteien bestellt ■j, Aiiiiassung, daß die Ost Juden ein Krebsschaden bei uns jliiJ, (Sehr wahr! rechts. — Zuruf links.) — Wie können Cie sagen, sie seien von uns hereingeholt worden? Nein, von 1;,rcr *Seite sind sie hcrcingchoJt worden, ihre Revolution l1St ja die Grenze aufgemacht. (Zuruf von den Kommunisten: luilendorff!) — Um diesem Einwurf zu begegnen, Herr ,V.oses, haben wir das Datum 1. Januar 1919 gewählt, 3ir sind als3 durchaus loyal und entgegenkommend, sonst ■ ]!;pjc״ wir 1914 setzen müssen. Vorweg möchte ich zu unserem1 Antrag1) bemerken, daß : l־ Behandlung der Franzosen und Belgier in einem größeren Rahmen von Repressalien zu erfolgen liat, über die wir zu- . machst eine Anfrage eingercicht haben und uns Vorbehalten, j: j,'cim Etat des Auswärtigen Amts darauf zurückzukornmcu |; Tatsache ist jedenfalls, daß eine große Anzahl von Juden,! (;n0 Zahl, die weit über die Denkschrift des Preußischen <•: ,Ministeriums des < Innern hinausgeht, die von 50- bis 60000 i׳ jnfjdit — Dr. August Müller schätzt sie auf 250- bis 300000 I (hört! hört! rechts) sich in Deutschland in schädlicher )1 Weise betätigt. Herr Severing hat gesagt, er hätte nicht | Mannschaften genug gehabt, tun die grüne Grenze zu schützen. ‘j Zugegeben, aber vielleicht hat auch, wenn auch nicht der ׳; reifende Rubel, 8a dodli die polnische Mark eine Rolle gespielt, Dc>rt, wo der Sdnitz der Grenz», das unerlaubte Uebersdiroiten! derselben möglich gewesen wäre, ist er nidit erfolgt, weil | untere Organe versagt haben. Aber abgesehen davon: Auf •]!egalem Wege, bei der Erteilung der Einreiseerlaubnis sind J & deutsdten Konsulatsbeamten vid entgegenkommender ge• J wesen als die polnischen. Di« Dawider Klagen, daß sie van;* )olchcn Ostjuden übcntchwcmmt werden, die über den ״Korri- | fat“ aus Preußen kommen, 8ind ein Beweis für meine Be- | tsiipütng. Man fragt sieh: Warum kamen alle dies« jüdischen! Zmvandercr ausgerechnet nadi Deutschland, was wollten sie , i!jer? Ja, sie wollten mit dabei sein, sie hörten von einem großen Zusammenbrudh tmd wollten ihre Taschen füllen. Das , ist ihnen nur zu gut gelungen. (Sehr wahr! rechts. — Zuruf ‘!;,־,ks.) — Id» wiederhole, was der demokratische Redner in preußisdten Abgeordnetenhaus gesagt hat, weil Sie es!ו!מ vielieidit glauben: Al» seinerzeit das Gesetz in der i'ätion,!]Versammlung, cs war am 1. März 1919, gegen die Verschiebung der roten Tausendmarksdicinc erlassen wurde,;,,te die Reichsbank einen Aufruf erlassen müssen, In dem :!rauf hingewiesen wurde, daß gerade die ostjiklischcn Ein-;:,anderer die roten Sdieine aufkauften und sammelte«, nadi i Belgien sdhlcpptcn und dort in Belgien wieder verschacherten, j stil sic wußten, daß da» Deutsch« Reich diese Seheine einmal |:1it Gold clnlösen müßte. Herr Fisdibcck hat noch weiter j;rsagt:!unter der Meltrzahl der Ooldaufkaufstellcn ständen ׳Hie Ost jaden. (Zuruf von den Vereinigten Sozialdemokraten.) 1ich rede von dem, wag Herr Fischbeck gesagt hat Ich jage gar nidit einmal, daß diese Goldaufkaufstellen, zu denen;rate die Angehörigen des Mittdstandes ihre letzten Wert- ׳ udicn Einbringen, in denen sie ausgeraubt werden, lediglich ja den Händen der Juden wären, sondern idi nehme auch j »!ehe nicht aus, die keine Juden sind. Jedenfalls wird dort in : ™lauterster Weise Wucher getrieben. Kreise des Mittelstandes ] »erden dort beim Verkauf Ihrer letzten Goldwerte aufs sdimnhjInste betrogen. (Zuruf links: Ohne Unterschied!) Bei fast i'lcn Gerichtsverhandlungen, bei denen es sich um Wucher ] oder um Schicbertum handelt sind die Ostjuden dabei. | Unsere Freunde im preußischen Landtag haben dies« T Arjelcgcnheit dort zur Spradie gebracht, weil die Auswd- " sengsmaßnahmen dorthin gehören. Bei diesem Gesetz ist ij nun aber Gelegenheit, auch von Reichs wegen die Schritte | tu tun. Leider hat sich der Ausschuß ln seiner Mehrheit gegen tj ®seren Antrag ausgesprochen. Ich will deshalb doch noch | ein;na! sagen, was die Vertreter der anderen Parteien im | Landtag gesagt haben. Vielieidit glauben Sie es dann doch Aer, als wenn ich es sage. Als vor ungefähr 14 Tagen in :י fonkrcidi der Franken zu fallen anfing, da reiste* diese i Elemente — so sagt Herr Fisdibcck, der Demokrat ז— von ׳ ßezlin schleunigst nach Brüssel und1 Paris 1 > Die belgisch« Regierung hat kurzen Prozeß mit Ihnen;»aacht und sit einfach über die Grenze abgeschoben, und ׳ te »Ilten dasselbe tun. Es ist zu beklagen, daß eoldie Ekmente bei uns überhaupt Eingang gefunden haben. Weiter führt er aus: Wer hier in Berlin im Westen lohnt, — damit komme idi zu der Wohnungsfrage — aus '1־■im Hause tritt und zur Straßcnbalm geht, kann auf Schritt t:,l Tritt ein Bild davon gewinnen, wie das Wohnungsclend, c:kr dem wir leiden, durch diesen Zustrom von Fremden J'Rndirt wird, — dabei verzeichnet der Bericht: sehr ridstigl;;; dm Deutschen Demokraten — tmd man hat sein blaues ‘״Uder darüber, wie cs möglich ist, daß unsere Wohnung®• Warden ein solches Treiben überhaupt dulden. — Wiederum WEt es im Bericht: sehr richtig! bei den Deutschen Demo- ‘1«‘cn — und bei den De ut s chn a t ionalen da drüben: Na also 1 (Heiterkeit rechts.) Und nun komme fdi zu Ihnen, mein« Herren vom Zen- Wm. Sie haben sich ja auch gegen meinen Antrag erklärt.; ז״ Kollege Loenartz im Abgeordnetenhaus hat sich auch <*>'01 die ostjüdisdi» Oefahr gewandt und bekiagt, daß man (it!cn Ostjurien Wotaiaigen gibt Bei dieser Gelegenheit; ״.1.גי mitgcteilt, daß man seinem Fraktfonskollcgcn, dem; ■*1,"ister für Volkswolilfahrt, in Berlin eine Wohnung ab- 1 Spclil•!gen Bat. In dem Schreiben da Bezirksamts Mitte — .J״ ist ein kommun!*stisdier Bürgermeister — heißt es: ״Wir nadi Prüfung Ihrer Angelegenheit beschlossen, Sie in habt c:,: Dririglidikeitslistc für eine Wohnung von einer Stube L1>״ Küche «inzutragen.“ —- Eta» Stube und Küdhe coli der “"1Hier haben! — ״Sie erfahren dadurch eine ganz be- Bevorzugung. Deiuiod» können Monate vergehen, 1} Der Antrag Bruhn lalrtet: »Zur Unterbringung der ד* oem besetzten Gebiet ausgewiesenen Reicheangehörlgcn 7 '״ erster Linie die Wohn- und Geschäftsräume heran- ,1׳*dien, die von solchen Ausländern — insbesondere Ost- ־1[*ויbewohnt und benutzt werden, die seit dem 1. Januar 1y>v aus dem Osten in das Reichsgebiet eingewandert sh^d, cria S!e mit Zuweisung rechnen können, da zurzeit wenig freie Wohnungen gemeldet werden. Eine Tauschwohnung können wir Urnen nidit zur Verfügung *Sellen.“ — (Zuruf links: Wie ltdßt der kommunistische Bürgermeister?) — Er heißt Steiner, Herr Hoffmaiin! (Zuruf links.) — Idi bin schon informiert. — Dann ist cs Ihr Qenosse, Herr Dr. Loewen* stein. Jedenfalls ist es einer aus dieser Ecke da. (Zuruf links: Er heißt weder Steiner, noch ist er ein Kommunist, aber Sie sind Vertreter der Wahrheit!) — Aber Herr Ho[(- mann, wenn Sie mich noch einmal ״Vertreter der Wahrheit“ ncmicar, werde idi Ihnen demnächst etwa» von Juwelen, Brillanten und Perlen erzählen. (Unruhe und Zurufe.) Wir dürfen deshalb wohl erwarten, daß Slo sich die Sache 1Hxh einmal überlegen und unserem1 Antrag« zustimmen, daß nicht nur in starken Worten, wie es im A bgeo rdne!ten׳l 1au.se geschehen ist, gegen die Ostjuden zu Fehle gezogen wird, sondern auch die Entschlußkraft zur Tat aufgebracht wircL Damit Sie übrigens höre«, daß auch ein Sozialist sich ln dieser Frage Im gleichen Sinne aitagesproclren hat, will ich Ihnen kurz miitcilcn, was Herr Dr. August Müller darüber gesagt hat: ״Man kann f cststellcn, daß Berlin offensichtlich eine besondere Anziehung auf bestimmt« Typ«! aus Osteuropa ausübte. Mit einem Wort, jeder Elsenbahnzug aus Wien war angcfüllt mit jenen Biedermännern, die der Italiener Haifisch, der Deutsche aber Schieber nennt usw. Es sei deshalb nicht nngczcigt, diesen Leuten Wohnungen zu geben. Meine Dirnen und Herren 1 Da* amerikanische Wohnungsko.m!mis sar hat erklärt, jedes Land hätte seine eigenen, Interessen wahrzunehmen, und deshalb sei es nidit angczcigt, diese große Zahl von Auswanderern bei sich aufzundimcn* Es ist behauptet worden, die Ostjuden befänden dd» auf der Wanderung und zögen nach Westen weiter. O nein, Deutschland ist der Kessel, in dem sie in ihrer Mehrheit bleiben, und deshalb müssen wir uns dagegen wenden, daß das nidit möglich ist. Durch das vorliegende Gesetz werden Deutsche, die jahrelang auf Woh• nungen warten, sdiwer getroffen; sie werden erneut zurück• gesetzt. Da ist cs mcliir als redit, solchen Ausländern wie den Ostjuden, die dd* in für unser Volk schädlichster Welse in Deutschland betätigen, die von ihnen auf unrechtmäßigen Wegen erworbenen Wolsmngsredite zu nehmen. Noch ist e« vielleicht Zeit Zweifellos bedeuten di« Ostjudon eine Oe• fahr für unser Volk und Vaterland, und wer dieser Oefahr begegnen will, 8011 einer 801 dien Maßnahme, wie sie in unserem Anträge liegt, zustimmen. Es geht um da* Wohl unseres Volkes. (Bravo! bei den Dcutsdinatkmalm.) Abg. Bnrtz, Kommunist: Meine Damen und Herren! fdi hatte nicht die Absidit, mich in der Debatte auf allzuviel Einzelheiten einzuiassen; aber der Kollege Bruhn zwingt midi doch, etwas näher auf das cinzugehen, was er sagte. Die Herren Kollegen Bruhn, Hergt und Genossen haben den Antrag ein• gebracht, für die Unterbringung der Reidisangchörigen Wohnungen zu beschlagnahmen, die von Ost* Juden bewohnt werden, sofern sie seit dem 1. Januar 1919 sich in Deutsdiland aufhalten. Ja, Herr Kollege Brului, selbst zugegeben, daß der Antrag eine gewisse Berechtigung hätte, glauben Sie, damit der Wohnungsnot irgendwie 6tcuem zu können? Wissen Sie nidit, Herr Kollege Bruhn, daß Hunderttausende, daß Millionen Dcutsdier mindestens ebenso schändlich am deutschen Volke handeln wie die Leute, die Sic hier prangern und brandmarken, gegen die Sic ein Sonder• gesetz schaffen wollen? (Sehr wahrl links. — Abgeordneter Bruhn: Zunädist sind das aber Deutsche, und das hier sind Ausländer!) — Es Ist schlimmer, Herr Kolleg« Bruhn, wenn Deutsche von deutsdren Volksgenossen bewuchert werden, als wenn das Fremd« tun. (Lebhafte Zustimmung links.) Es gibt Millionen und aber Milhonen dcutsdier Volksgenossen, die Ihren Kreisen angehören, die das tun. (Widerspruch bei den Deutschnationalen.) — Soll idi sic mit Namen auf führe«? Meinen Sie, daß idi die Millionen Namen derer käme, di« sieh an dem Elend des deutschen Volkes bereichern, die das deutsche Volk bewuchern, die die Paläste und Villen be* wohnen, während Millionen und aber Millionen deutscher Volksgenossen nicht wissen, wo sie schlafen sollen, während Millionen und aber MiWoncn in Lödicrn hausen, di« nidit als Wohnräume anzuspreclien sind? Nein, nein 1 Kdne kämtliehe Entrüstung! Wir wollen da» Wohnungsproblem nicht unter Hcrruisgrcifung einer Einzelfragc, nicht durch Schaffung von Sondergesetzen gegen bestimmte Kreise zu lösen versudien. Der Mißstände sind nur zu viele, ja man darf sagen: die ganze deutsdie Politik, das ganze deutsche Wirtschafteleben dieser Zeit ist an einziger großer Mißstand. Nidit durch Sondergesetze gegen einzelne wollen wir helfen, 80ndem wir wollen generell alle jene treffen, die sich am Volkswohl, an der Volksgesundihcit, an der Volksemährung versündigt und vergangen haben. Reicluminister Ocseri Meine Damen und Herren! Nach den eingehenden sachlichen Verhandlungen im 22. Ausschuß, die sich mit allen einschlägigen Fragen befaßt haben, liegt mir nur noch ob, zu den vorliegenden Anträgen Stellung zu nehmen, Idi würde bitter», den Antrag auf Nr. 5568 abzulchncm, und zwar aus dem Grunde, weil er ausschließlich zu der Einwanderung vorn Osten Stellung nimmt Ich glaube nidvt, daß cs der gegenwärtigen Sachlage entspridit, die Ein wa ndc- Tung aus dem Westen andere als die aus dem Olten zu behandeln, und die Westeinwanderung sozusagen zu prlvilcgicren. Wegen dieser versdiiedenartigen Verhandlungen bitte ich also, den Antrag nicht anzunclimen. Der Antrag auf Nr. 5570 würde namens der Reichsrcglemng grundsätzliche Bedenken nidit gegen sich haben. Er *teilt aber in Wirklichkeit nidit* andere» als eine Dienstanweisung oder Auaführungsbcstinunmig dar und würde meines Erachtens nicht in das Gesetz selbst iiincingeliörcn. Es würde sieh daher empfehlen, diesen Antrag ln eine Entschließung um* zuändem, wie das in Nr. 5571 geschehen ist. Im übrigen, meine Damen und Herren, wird sich di« Reichsrcßlcnmg auch ln dieser Frage nicht von dem Boden des Rechts entfernen. Da, wo eine rechtmäßige Einwanderung vorliegt, wo reditmäßige Mietverträge abgeschlossen sind, würde ein Eingriff zurzeit nicht angängig sein, es sei denn, daß die Bestimmungen über die Mieten nidit eingehalten sind, also übermäßige Räume in Anspruch genommen werden. Darüber hinaus wird die Regierung liadiprüfen lawtti, ob die Inanr.prudmahme von Räumen durch Ausländer eine rechtmäßige ist, und, wo sia nidit reditmäßig ist, di« Möglichkeit und die Notwendigkeit eine* Eingriffs als gegeben erachten. In erster Linie kommen sdbstverstimilidi die Interessen der deutschen Volksgenossen in Frage und vor allen Dingen die Interessen der Angewiesenen, ft« <£4 מ sorgen dk EegicrtSJg als cäa teirtdtid ,,״U ui»*j tüUl 1H,׳l ,1 , Aber, meine Damen und Herren, je!) glaube, es kommt nidit mehr darauf an, ob i!1 de 11 Gesetzentwurf noch da* eine oder das andere zurzeit geändert wird, dem! das Wescnt* liehe sind nicht dre Nuancen in der Abfassung der Paragraphen, da* Wesentliche liegt in der Ausführung dieses Gesetzentwurfs» liegt jetzt in der Verwaltung. (Sehr richüg!) Die Verwaltung hat die Aufgabe, die Beschlüsse, die Sie hier gefaßt haben, mit aller Entschlossenheit und Entschiedenheit durchzuführenJ cs wird die Aufgabe der Reichsregierung sein, in dem Sinne auf die Verwaltung einzuwirken, damit die Durchführung dieses Gesetzes alsbald in Angriff genommen wird und 80 erfolgt, wie cs den Beschlüssen des Reichstags entspricht ' Abg. Sollinann, Sozialdemokrat: Namens meiner Fralc* tion!|.1bc ich mich gegen alle die Anträge zu erklären, d« zu Art. V gestellt sind. Wir halten die gesamten Anträge, di« *ich entweder gegen die Ostjuden im beionderen oder gegen die AuftätuteC im allgemeinen richten, zun achtt für ganz überflüssig. Es ist schon auf Grund der Wohnung** mangclgesctzgebimg durchaus möglich, diesen Ausländern 8a gut wie den Inländern Zwangsclnqirarticnmgcn zu verschaffen, Wo da» nidit geschieht, liegt lediglich eine .Unterlassung! der Gemeinden oder sonstiger Behörden vor. ■ , ■ ,;!ף Mit Schikanen kann die Ostjudcnfrago nicht gelöst werderf! Wer in dieser Not in Deutschland übermäßig groß« WoJi* nungen für sid* ln Anspruch nimmt, der versündigt sich am Vatcrlande, am Deutschtum, ganz gleichgültig welcher Rasse er angcliört (Sehr richtig 1 bei den Vereinigten Sozialetat!«* kraten.) Wir sind auch gegen den Antrag, den Herr Dr. Stress»• mann und Oenosscn m Form einer Entsdiließung Wer ein• gebradit haben. Auch diese Entschließung ist vol!kommen überflüssig, weil sie nur das wiedcriiolt, was längst in der deutschen Gesetzgebung rechtens ist Diese Entschließung kann aber leidit mißverstanden werden, sie kann zu einer allgemeinen Ausländerhe-tze führen, sie kann dazu führen, daß nicht nur gegen Franzosen und Belgier, sondern daß von untergeordneten Organen audt gegen Amerikaner, gegen Eng* länder, gegen Spanier, gegen irgendweid« neutrale Staat*• angehörige in einer Weise vorgegangen wird, die zu einem sdiweren politisdien Schaden führen kann. (Sehr richtig 1 bei den Vereinigten Sozialdemokraten.) Kurzum: au* allen diesen Gründen halten wir diese gesamten Anträge für üben■ flüssig und für sdiädiieh. Wir wünschen, daß unsere Befhörden Im Rahmen der bestehenden Gesetze noch mehr, als in den letzten Wod»en geschehen ist, für die Amgewiesenen sorgen. Aber Tatsadie ist, daß jetzt schon Beschwerden von Ausgewiesenen vorliegcn, daß ihnen deutsche Behörden nidit 80 entgegenkommen, wie es notwendig wäre. Mögen da die Behörden ihre Pflicht tun 1 Das liegt Im Interessa des ganzen Volkes. — Die Anträge aber lehnen wir ah, weil sie unserer Auffassung von Menschentum und von deut* *eher Kultur widersprechen. (Bravo! bei den Vereinigten Sa* zialdemokratcn.) Abg. Brodau?, Demokrat: .... Wenn wir jetzt einen Ab* Änderungsantrag*) zum Art V eingebracht haben, 80 fct da* aud» nur geschehen, weil mm einmal der Abänderungsantrag Bruhn vorlag. Wenn Herr Brulin nicht darauf verzichten zu können glaubt, die Stellungnahme, mit der er im Aussdiuö unterlegen war, im Plenum nod» durch einen Antrag dann*• legen, so sehen wir uns genötigt, dies auch unsererseits zu tun, und zwar deshalb, weil der Antrag Bruhn eine Ide« mit enthält, die wir für richtig halten. Der Unterschied zwischen beiden Anträgen Hegt klar zu Tage. Er sei noch einmal präzisiert. Der Antrag Bruhn wendet sich ausschließlich gegen die Ostjuden, während sich unser Antrag auf die Ausländer im allgemeinen bezieht. Ueberflüssig soll ts sein, sagt Herr Abgeordneter Sollmann, und es Ut wohl auch zuzugeben, daß der Art V nach seinem Wortlaut an und für sich die Anwendung der Bestimmung auch gegen Ausländer schon mit erschließt. Aber doch wohl nidit über* flüssig 1 Die glatt« Ablehnung des Antrags Bruhn würde in weiten Kreisen der Bevölkerung deshalb nicht verstanden werden, weil doch die Ueb erzeug ung allenthalben besteht, daß Ausländer, die in den letzten Jahren zu uns gekommen sind, hinsichtlich der Wohriungsbeschaffung mehr Entgegenkomme« gefunden haben, als e» bei unserer ungeheuren Wohnungsnot angezeigt gewesen wäre. (Sehr richtig! bei den Deutschnationalen.) Das ungeheure Wohnungrelend beruht entschieden zum großen Teil darauf, daß sich Ausländer in sehr großer Zahl bei uns anzudcdcln verstanden halten. Aber den Antrag Bnihn in dieser Form können wir nicht annchmen. Herr Minister Oeser hat wohl schon darauf hingewiesen, daß ja der Antrag Bruhn direkt eine Privilegierung aller ajideren Ausländer außer Ostjuden be* deutet. Wenn .gesag: wird, daß die Ostjuden in erster Linie herangezogen werden sollen, so ist damit zugleich eine Scho* nung für alle anderen Einwanderer ausgesprochen, und das können wir nidit billigen. Wir verlangen dcsdhalb eine all* gemeine Form, wie i.ic unser Antrag Vorsicht Die Entschließung Dr. Strcscmann*) be* lagt inhaltlich im we*entli chen dasselbe, wa* wir ln unserem Abänderungsantrag fordern. Wir bleiben bei dem. Abänderungsantrag bestehen, weil wir glauben, daß ei doch angezcigt ist, im Gesetz selbst schon auf die Notwendigkeit hirizuweisen, daß bei der Beschaffung von Wohnungen für die Vertriebenen und Ausgewiesenen auch an die Ausländer, die sich bd uns angesiedelt haben, gedacht werden muß. Wir fürchten nicht, wie Herr Sollmann, daß die Handhabung dieser Bestimmung durch die Landesbehörden, die ja die Entscheidung haben, etwa dazu führen würde, daß Angehörige uns befreundeter Staaten schikaniert werden. Da* Vertrauen, daß das nicht geschieht, dürfen wir wohl cu allen obersten Landesbehörden haben. י) Der Antrag Brodauf erwähnt die Ostjuden nicht, stimmt ober sonst mit den! Antrag Bruhn überein. *;Stresensann stellte keinen Antrag, sondern wünscht« nur Annahme einer Resolution, die dann angenommen wurde, Berichtigung E re z* Israel. In dem Artikel von Dr. E. Simons®* ״EreZ-Israel“ h Nr. 20 der ״Jüdischen Rundschau“ findet sich ein sinnstörender Druckfehler. Es muß nicht heißen: ״Und die Flamme in unserem Herzen braucht nicht geweckt zu werden, noch wird sie durch einen Mtm gelöscht“, »andern ״durch *Inen N#ra«n gelöicht״.

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