Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 21 (13.3.1923)
- Date
- 1923-03-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2652595-2652502-2652522--16438-2674078- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
I früh ' C'^ischc״ ^hant.^ie Je mehr ci'.crntio״ » Objekt Palästina r Beruh;, d in die 5 immer; Teil der na ü!>cr־ «n nicht ie Theo• 1 diesem Mi Blau, er Bla«. , bht sich luisische n Maße ilisierung lieh tun״, 1 ,tritt vor• el mehr anderes ,usc des en. Das lienzwist der sich icht die hn kann eie über• 1 Vaters 1 *errettet e lokali• gesamte kragende ־tgefötirt inisation er Teil• Gästen genhaiiä Bildern ‘Gig ge• gedenkt Arbeit*• er tos rer. Er sondern 'iderhall un׳״ an 1t ivi sehen fallen egen•;n ziot keine Lande mischer immen. üi den ndlaga 1 eine er von g, 3!* )'ichtcr, u und nimen, ׳m das nissio.l Linken , niclit n und it ihm Spitne Uinpcl- , 80n• Dofi : t uni likicrt 1 der rollen unten Kr. 21 __ P/pkTß K\;־hi p ■n *p?ד״ (fi\ מי«׳״• i ^Wri.äiri VLit. ViL,-ü• riß R.W. Tcl-Awiw, 22. Februar. Zweiter Brief aus Palästina. Die Konferenz der Arbeiterschaft wurde Dienstag 8 I hr geschlossen, ln der letzten Sitzung, die die iii/c Nacht dauerte, wurden die Beschlüsse gefaßt, die i״i1 den Komniissionen vorgclcgt wurden, Die letzten '0,"ץ waren ganz von Konunissionssitzungcn ausgefüllt. [-:־Vt gelungen, die schwierigen Streitpunkte bcizulcgen: vmiidei's in der Frage des Klas sc n k am pf cs, ■״ der Hapoiil-Ha/ai'r unnachgiebig blieb, bat der ״Sozia- ן;tische Block“ die Konzession gemacht, sich mit einer Erklärung zu begnügen. Der Redner des Blocks, Ben ünrion, erklärte, nachdem die Sitzung^ zwecks Betjuiii? clos Blocks unterbrochen worden war, unter atern*!,br Spannung, daß auch der ״Block“ sich der Ansicht geschlossen habe, daß die Histadruth praktische jclc verfolge und nicht dazu da sei, theoretische und kotogische Prinzipien zu formulieren. Daher verzichte b darauf, den Paragraphen, wonach die Histadruth auf |1';m Boden des proletarischen Klassenkampfes stehe, in die Statuten aufzunehmen. Dagegen wurde eine Re- 5 >!!!i)0!1 angenommen, die den Eintritt der Histadruth in die Gewerkscliaftsintcrnationale von Amsterdam aus-!Vicht. Dieser Beschluß war gleichfalls von Hapoel- ijazai'r bekämpft worden, dessen Sprecher geltend machte,!daß die palästinensische Arbeiterschaft nur einen inter- - nationalen Zusammenhang hat, nämlich den mit dem Pudisclien Volk, der viel stärker sei als der mit dem ׳crnationalen Proletariat. Auch geschieht die Arbeiter- Siedlung nicht aus internationalen sozialistischen Motiven, ' wildern aus dem nationalen Motiv des Aufbaus von i Ercz-Isarel. Die Fraktion stellte sich auf den Stand-!sinkt, daß in so prinzipiellen Fragen eine Abstimmung jifcerliaupt nicht möglich sei und enthielt sich daher der , Abstimmung, die namentlich erfolgte. 71 stimmten für 411 Eintritt, 44 enthielten .sich der Abstimmung. Eine weitere Kampfabstimmung ergab die Frage der Haschwaath ,hamcchirim (Ausgleichung der Löhne), die von!,!1er Gruppe radikal gefordert wurde. Es gelangte aber t.jilicBlich doch der gemäßigte Antrag Ben Gurions mit oapper Majorität zur Annahme, der die ganze Frage im neuen Waad zur Prüfung übertrug und die Entiiädung dem Rate der Histadruth überließ. Interssant war bei dieser Abstimmung, daß das Fraktionsrrinzip hierbei vollständig beiseite gelassen wurde, es ,•;muten die Mitglieder der einzelnen Fraktionen durch- | einander. Ein Schritt vorwärts auf dem Wege zur inneren Einheit der Histadruth. ( | Der wichtigste Beschluß ist die Schaffung der!iu-wrat 11 Owdim, die in der gemäßigten Form üdhlossen wurde, die die Selbständigkeit der Einzel- .!rtschaft unangetastet läßt, aber doch eine innere Einheit! ־.erstellt und ein Organ der Regulierung der Produktion diafft, das gleichzeitig auch ein Organ der unmittel-;iren Verbindung von Produzenten und Konsumenten!!1 gewissem Umfange werden soll und dadurch dem j Umstand entgegenarbeiten will, daß der größte Teil der kute von zionistischer Seite nach Palästina gebrachten; Gelder nach ganz kurzer Zirkulation ins Ausland oder , ra den arabischen Produzenten abfiießt. In dieser Hin-! sidit kann die Gründung der Cliewrath Owdim von “ größter nationahvirtsciiaftlichcr Bedeutung werden, sowie .! überhaupt während der zweijährigen Existenz die Hista-;dmtli schon nationale Positionen und Institutionen von Mister Wichtigkeit geschaffen hat. Die Chewrath Owdim wird außer den genossenschaftlichen Anteilen der ׳ Chawerim noch Anteile ausgeben, die nicht stimmberechtigt sind, aber eine feste Verzinsung von etwa 3 °/0 tragen, י wodurch die Mögliciikeit gegeben ist, daß sich auch «eitere Kreise, insbesondere des Auslandes, an der Finan- Ärung des Sicdlungswerkcs der Arbeiter direkt be-! teiiigen. Auf diesem Wege soll das Problem des Betriebs- : kapital«? und Kredits direkt gelöst werden, das schon l.cutc durch die Arbeiterbank sehr erleichtert ist im Ver-;!eich zu dem früheren Zustand, wo die Defizite größtenteils auf den Geldmangel zurückzuführen waren. JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 125 ,\ ״־׳/* '*^ר*־/<־• ]*׳-יyr*ח d•-■*«׳״ ,,:J. «,״k ^4r «tem Der Schluß der Konferenz gestaltete sieh festlich, obwohl die ganze Versammlung seit 6 Uhr abends zusanimen saß. Um 48 Uhr früh machte der Vorsitzende Sprinzak darauf aufmerksam, daß schon die Schüler vor den Türen stehen (die Sitzung fand im Gymnasium statt) und daß nun die Schlußarbeit beschleunigt werden müsse. Um ■8! י Uhr tanzten schon die Arbeiter ihren ekstatischen Rund tanz in der Herzlsiraße. An die W’idah der Histadruth schloß sich noch die Beratung des M israd 1 an wodoth ziburioth (Amt für öffentliche Arbeiten); wer nicht zu diesem gehört, konnte nach Hause fahren, an die Stätte der Arbeit, der er fast zwei Wochen ferngcblicben war. Einen Tag später sind die vielen Arbeitcrgcstalten aus dem Stadtbild von Tcl-Awiw verschwunden. Die Krise im Lande hält noch immer an; sie zeigt sich besonders in der Geldknappheit, die auf alle Zweige des Wirtschaftslebens drückt. Die Tatsache, daß die Zionistische Organisation keine Gehälter auszahlt, ist von weitgehender Wirkung auf das ganze Leben. Man hilft sicli mit Wechseln, die aber leider auch nicht mehr genommen werden. Man hat kein Vertrauen mehr zur finanziellen Leistungsfähigkeit der Zionistischen Organisation. Dagegen werden die Wechsel und An- Weisungen der Histadruth bzw. •des Misrad laawodoth ziburioth an Zahluiigsstatt angenommen, weil man weiß, daß der Misrad große Außenstände für durchgeführte Bauten hat. Auch die aus Mangel an Baargcld ausgegebenen Zettel der Mnsclibir werden in Tcl-Awiw an Zahlungsstatt angenommen, sogar von Arabern, die diese Zettel ״jüdisches Geld“ nennen. Es ist immerhin erstaunlieh, wie viele Menschen in diesem Zirkulationspnozcß zweifelhafter Zahlungsmittel leben. Jedes Geldstück wird vielfach ausgenützt, die verschiedensten Geschäfte und Transaktionen immer mit demselben Geld durchgeführt. 1111 aligemcincn’hat der Beobachter, der ins1 Land kommt, doch den sehr starken Eindruck, daß die wirtschaftliche Entwicklung mit rapider Geschwindigkeit vorwärts geht In Tcl-Awiw schießen die Häuser förmlich aus dein Sand, in ein bis zwei Wochen merkt man schon neuen Zuwachs. Ebenso ist es außerhalb der Stadt in der Um׳ gebung von Jaffa, wo immer weitere Strecken sich mit Siedlungen bedecken. Die Entwicklung der Gartenstädte Schcliuchnt Boruchow (Arbeitersiedlungen auf N.-F.־ Boden) und Rainat Gan (Einzelsicdlungcn) macht ko■ loSsalc Fortschritte. In Ramat Gan siedeln sich 250 Familien an, die zum Teil 5, zum Teil 15 Dun am Land haben; auf den kleineren Parzellen wird nur Haus und Gemüsegarten errichtet, auf den größeren Parzellen auch noch eine kleine Vieh- und Futterwirtschaft. Die Siedler rund Menschen, die in der Stadt beschäftigt sind, Lehrer, Beamte usw., die jeden Tag den etwa eine Stunde weiten Weg in die Stadt zurücklcgcn (der Diligenceverkehr wird jetzt ausgebaut), während die Frau den Gemüsebau und oft kleine Tierzucht besorgt. Die Leute leben anfangs in Zelten, dann in Bretterbaracken, die sie sich selbst aufbauen, und das Geld, das sie dadurch an Miete ersparen, kommt schon ihrem eigenen Hausbau zugute. Denn die Hausmieten in Tcl-Awiw, die für eine kleine Familie durchschnittlich . etwa 8 Pfund monatlich1 (für eine Zweizimmerwohnung) beträgt, sind die beträchtlichsten Ausgaben des Lebensbedarfes, während die Lebensmittc jetzt beträchtlich billiger geworden sind. .Die Art, in der hier Siedlungen vrou Einzelsicdlcrn langsam aufgebaut werden, wie liier Städte entstehen, hat wirklich den Charakter echter Kolonisation. Weite Strecken Landes, die bis vor kurzem versandet und öde waren, sind heute bewohnt und bebaut. Und doch: wie viel Land ist heute noch öde! Es gibt hier unbeschränkte Betätigungs■ möglichkcitcn, wenn das jüdische Volk nur will. Hier erst, im Angesicht des Landes, fühlt man mit der ganzen schmerzlichen Tragweite die Kluft zwischen den Bcdürf• nissen des Landes und der grenzenlosen Apathie des jüdischen Volkes. Wenn nur etwas mehr Geld ins Land käme, könnte es Wunder wirken. Darüber wird in anderem Zusammenbange noch, mehr zu sagen sein. Die britische Politik im Nahen Osten Die beiden Häuser des britischen Parlaments sind ln <kn letzten Tagen wiederholt der Schauplatz von Diskussionen gewesen, die Fragen der britischen Politik im Nahen Osten, v« allem in Mesopotamien, aber auch in Palästina, handelten. In einer Sitzung des Oberhauses vom 1. März wandte *it einer der bekanntesten Führer der extrem-konservativen ®5feionislischen Richtung, Lord Sydenham, an die ReüMng mit dem!׳ Hinweis auf die Verpflichtungen, die den Maliern gegenüber beständen und verlangte Vorlegung der 1״Jahre 1015 zwischen Sir Henry Mac Mali'on und *in Scherif von Mekka geführten Korrespondenz. Aus d;«c11 Zusagen hat bekanntlich die frühere britische Re- E|frung abgeleitet, daß in Beziehung auf Palästina den Arabern gegenüber keinerlei Verpflichtung übernommen ״■'orden sei. Aus den ihm bekannten Auszügen aus dieser Korrespondenz, meinte der Interpellant, gehe klar hervor, “if* Palästina ein unabhängiger Staat werden sollte. Achn- Wie Verpflichtungen hätten General Allenby (Brief vom B• November 1918) und Lloyd George in einer Rede über• “Cr״mcn. Die Schwierigkeiten, die England heute im Orient seien als die gerechte Strafe für das Unrecht im Naben Osten und für die Preisgabe der Araber tnzusehen. Lord Sydenham wandte sich scharf g®!ea die “älfour-Erklärung und gegen das Bestehen einer?'0aistischen Autokratie in Palästina und er• **»rti, er müsse beschämt sagen, daß die Araber In Palästk» cs heute vorziehen würden, unter türkische Herrschaft zurück• zukehren, als weiterhin unter einer zionistischen Verwaltung zu leben. Englands Prestige im Nahen Osten sei tief ge• sanken. 1 ׳ ׳ ־ Lord L a m i n g t o n vertrat denselben Standpunkt wie der Vorredner. Im Jahre 1919 hätte allgemeine Ucberein• Stimmung darüber bestanden, daß die den Arabern zugesagte Unabhängigkeit Palästina einschlös.sc. ׳ ‘ Seitens der Regierung antwortete der Staatssekretär fiir die Kolonien, Herzog von Devons hi re. Er erklärte, daß er sich eingehend mit der Materie beschäftigt und dabei zu dem Schluß gekommen *ei, dass es bei Uebcrnalime der Verpflichtung, die Unabhängigkeit der Araber anzuerkennen, nie* mals, sei es von Mac Mahon oder ,von der letzten Regierung beabsichtigt gewesen sei, Palästina mit einzuschiiessen. Was die von Lord Sydenham verlangte Veröffentlichung der Korrespondenz von 1915 anlange, so sei dies unmöglich, weil die Veröffentlichung gewisser Angelegenheiten, die mit den augenblicklich diskutierten in keinem Zusammenhang ständen, britische Interessen verletzen würden. Auf eine Anfrage von Lord Sydenham, ob es nicht möglich sei, wenigstens diejenigen Teile zu veröffentlichen, die mit der augenblicklichen Kontroverse in Zusammenhang ständen, wies der Herzog von Dcvonshire auf den alten parlamentarischen Brauch hin, derartige Schriftstücke nur ganz, aber sicht auszugsweise zu veröffentlichen, fir könne sich nicht wpflichten, die Schriftstücke zu veröffentlichen, werde es jedoch noch einmal in Erwägung ziehen. # Am selben Tage sprach im Unterhaus der Unterstaats• Sekretär fiir die Kolonien, der bekannte Freund der zionistisehen Bewegung, Ormsby-Oore, über Englands Situation in Mesopotamien im Zusammenhang mit Anträgen der Refiierung auf Gewährung eines Nachtragskredits von 813 000 Pfund. Dieser Kredit sei dadurch notwendig geworden, daß die beabsichtigte Einschränkung der militärischen Kräfte in Mesopotamien nach der völlig veränderten politischen und militärischen Situation gegenüber den Türken nicht mehr möglich sei und dadurch erhebliche Mehraufwendungen nötig geworden wären, ln einem Augenblick, wo die Nationnlveruunndting von Angora über den Vertrag von l.aus-mnc debattierc, widerspreche es dem britischen Interesse, genauere Angaben über den gegenwärtigen Stand der britischen Streifkräfte im Nahen Osten zu machen* Ob England in Mesopotainien bleiben wolle oder nicht: jedenfalls würde man nach den britischen Siegen im Orient während de* Weltkrieges jetzt nicht Meso• potamien unter den türkischen Bajonetten räumen. (Beifall.) Die Ehre verlange, daß wir in diesem Augenblick von einer Räumung Mesopotamiens nicht sprechen. Das sei um so mehr notwendig, als die Türken milit ,irische Vorbereitungen sowohl in der Rieh• tung auf Mesopotamien, als auch auf das französische Mandatsgebiet in Syrien macht e n. Orinsby Gore unterstrich, daß England niemals eine Annexionspolitik in Mesopotamien getrieben habe und niemal• beabsichtigt habe, Mesopotamien zu einem Teil des Britischen Reiches zu machen. Die britische Politik gehe vielmehr nur dahin, das Mandat über Mesopotamien solange auszuüben, bis die Möglichkeiten für einen arabischen Nationalstaat dort geschaffen seien, und nur in diesem Sinne habe Sir Percy Cox den Posten eines High Commissioner für Mesopotamien übernommen. i Es wurden ferner eine Reihe von Anfragen an die Regierung gestellt, die sich auf Palästina bezogen. Auf eine dieser Anfragen lehnte Ormsby Gore es ab, über die Zahl der britischen Streitkräftc in Palästina Auskunft zu geben. Kapitän Foxcroft fragte, ob der Unterstaatssckretär glaube, daß die gegenwärtige Verfassung Pa- Jästinas den Wünschen der Bevölkerung ent- •prcchc. Audi die Beantwortung dieser Frage, über die man verschiedener Meinung sein könne, lehnte der Unterstaats• sekretär ab. Einige Tage vorher "hatte Herr Mosley die Regierung angefragt, woncr sie das Recht nehme, die Macht in Pa• lästina auszuüben und Wahlen auszuschrciben, obwohl die endgültige Ratifizierung des Mandates noch nicht erfolgt sei. Ormsby Gore erwiderte darauf: ״Am 3. Oktober 1921 hat der Präsident des Völkerbundsrates an den damaligen englischen Ministerpräsidenten Lloyd George die Aufforderung gerichtet, daß die Regierung die Verwaltung in Palästina auch weiterhin im Sinne des Mandatsentwurfs ausübe, bis zur endgültigen Klärung, d, h. bis zu dem Augenblick, wo Frankreich und Italien dem Völkerbundsrat mitgctcilt hätten, daß sie über gewisse Einzelheiten des Mandates über Syrien zu einem Einvernehmen gelangt seien. Dieses. Einvernehmen sei bis» Itcr nicht erzielt, da* berühre aber in keiner Welse dis* Regierungsmacht in Palästina.“ Die ״Times“ zieht in einem Artikel vom Freitag, den 2. März, die Summe der britischen Orientpolitik, wie sie sich aus den Regierungserklärungen im Unter- und Oberhaus ergeben habe. Sie sicht die maßgebenden Gesichtspunkte einmal darin, daß der gegenwärtige Zeitpunkt, wo der Friede mit der Türkei noch nicht abgeschlossen sei, nicht geeignet für eine grundlegende Aenderung der britischen Orientpolitik sein könne. Ferner aber in der Tatsache, daß die Währung der britischen Ehre im Nahen Osten auch durch alle Agitation nicht gestört werden dürfe. Die Regierung bemühe sich in anerkennenswerter Weise, die Ausgaben im Irak eiimischränken, was besonders deutlich dadurch zum Ausdruck komme, daß die Regierung mitgctcilt habe, sic werde die Eisenbahn in Mesopotamien am 1. April dieses Jahres der nationalen Irak-Regierung übergeben. Dann fährt die ״Times“ fort: ״Aber der Hauptpunkt ist, dass wir unsere Verpflichtungen nicht aufgeben können, ohne unseren Alliierten, unserem eigenen Prestige und der Arbeit des Völkerbundes, dem wir angeboren, unersetzbaren Schaden zuzufügen.“ Nachdem dann die •״Times“ eingehend über die Lage' in Mesopotamien und den Stand der Beziehungen zur Angora- Regierung berichtet hat, unterstreicht sic die von Lord Curzoii wiederholt abgegebene Erklärung, er bedauere die in der britischen Ocffentlichkcit zum Ausdruck gekommene Acngstlichkcit, die am liebsten alle Punkte, Jerusalem und Mesopotamien, den Rhein und Konstantinopel räumen würden. Es sei besser, an solchen Orten länger zu bleiben, als zu wenig lang«. . , ' ־ Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß für die britische Politik in diesem Augenblick Mesopotamien eine Viel größere Bedeutung besitzt als Palästina, jetzt, wo die Mossul-Frage einen der wichtigsten Streitpunkte zwischen England und der Türkei darstellt und, wenn eine Einigung mit der Türkei niclit noch zustande kommt, ein türkischer Angriff auf Mesopotamien jedenfalls durch• aus möglich ist, während zwischen Palästina tind dem klcinasiatischcn Zentrum der Angora-Regierung das französische Mandatsgebiet liegt. So war cs in diesem Augenblick für die britische Regierung leicht, alle Forderungen, Mesopotamien zu räumen oder mindestens die Ausgaben durch Verkleinerung des Heeres zu vermindern, mit dem Hinweis auf die gefährliche politische Situation und auf die britische Ehre zurückzuweisen. Aber man darf dabei nicht, verkennen, daß die Regierung für Mesopotamien das Prinzip als berechtigt anerkannt hat, die Ausgaben so schnell wie möglich wesentlich zu vermindern und das Bade der Mandatszeit herbeizuführen. Freilich dürfte, dieser Augenblick auch dann nicht gekommen sein, wenn die allgemeinen Verhältnisse im Orient stabil und friedlidi würden. Palästina; hat In dfe&en Disicus&men eine doppelte Boüo ®esfeiefc fk M direkter Qegcru&nd de« Verband- ׳׳!f: A .(14־■:!;! ■i ,:r.: 1 l•! 1: 4 ■ 3