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Jüdische Rundschau · 1923-03-13 · Heft 21 (13.3.1923) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 21 (13.3.1923)
Date
1923-03-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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H, . " Seite 124 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 2! oft an sich, daß auch das Gegenteil von ihnen richtig ist, ■und so darf man bemerken, daß nicht nur, wie es im Wilhelm Teil heißt, der Starke, sondern auch und vor allem der Schwache am mächtigsten allein ist. Ueber diese Lebenserfahrung sollte sich die Blau-Weiß- Leitung einmal Gedanken machen. Der Beobachter, der die Situation betrachtet, wie sie ist, dabei nur zugunsten des Blau-Weiß voreingenommen wegen seiner Verdienste um den Chaluzgcdnnkcn, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß das Streben des Blau-Weiß nach Selbst- Isolierung unbewußt mitdiktiert ist von dem geheimen Bewußtsein, daß er den zionistischen Wettbewerb auf freiem Felde nicht aushält. Hier aber liegt des Pudels Kerrt. ״Die Hoffnung auf die Erfüllung des Lebens durch den Triumph der Freiheit wird abgclöst durch den harten Glauben an den Sieg der Kraft“ (erste Fassung ״der Macht“). So heißt es in der Einleitung zu dem Gesetz des Blau-Weiß. ,Wir stoßen diese Auffassung mit Händen und Füßen von uns und bedanken uns für die Wiederholung des Rezeptes, nach dem bekanntlich die ganze Welt genesen sollte. Für uns bedeutet Zionismus, daß wir uns durch unsere nationale Kraft die Freiheit erringen wollen, die Freiheit unseres Volkes und damit die innere Freiheit jüdischer Menschen, die wir uns nur aus dem Mutterboden des freien Volkstums erblühend vorsteflcn können. Diese Umfassende Freiheit aber wird nicht eines Tages beginnen, wenn eine höhere Instanz sie anzuordnen für richtig hält, sondern sic hat schon begonnen. Sie beginnt für jeden einzelnen in dem Augenblick, in dem er die freie, das heißt nur von dem mit ihm geborenen Gesetz diktierte Entscheidung zu Gunsten des Zionismus getroffen hat. Im Namen der Freiheit ordnet er sich von Stund an ein und unter, und er gehorcht keiner anderen Macht, wenn er als Ciialuz nach Palästina geht, wenn er die Muttersprache zugunsten des Hebräischen aufgibt, als der, die sein Blut über ihn ausübt. Diese autonome Entscheidung erkannte das K. J.V., die erste zionistische Jugendbewegung, als Grundlage des Zionismus; das Bewußtsein der zionistischen Pflichterfüllung in Qestalt des Chaluztums erweckte der Blau- Weiß. Beide Bestandteile der Verwirklichung des Zio~ nismus gehören zueinander und müssen sich miteinander vereinigen, um der zionistischen Jugendbewegung ein neues, Dauer versprechendes Leben zu geben. Die Zeit, in der einzelne Gruppen sich Reservate aut dem Gebiete des Zionismus glaubten schaffen zu können — wenn sie je da war — ist vorbei. Wir brauchen heute eine Gliederung der zionistischen Jugend, die jeder Altersstufe Gcrechtigkeit widerfahren läßt. Eine andere, etwa nach Beruftsständen, wäre ganz verfehlt. Die wirtschaftlichen Verhältnisse Deutschlands haben die Sonderstellung der Akademiker zunächst einmal beseitigt. Ob sie sich je wieder herausbiiden wird, können wir nicht wissen; diese Zukunftsfragc braucht uns heute keine Sorge zu machen. Eine zionistische Werbearbeit, die, wie früher, erst gegen Ende des zweiten Lebensjahrzehnts beginnen würde, wäre heute mehr denn je verspätet. Wir müssen das leisten, was das Elternhaus in der Regel nicht tut: schon in frühem Kindesalter mit der sanften Erweckung des nationalen Empfindens beginnen. Auf der Wanderung wird sich diese erziehliche Tätigkeit am ungerwungensten ausüben lassen. Das Programm eines nationaljüdisehen Wanderbundes hat darum nichts von seiner Riehtigkeit verloren. Gar nicht früh genug kann auch die Pflege der hebräischen Sprache beginnen, denn es ist nun einmal so, daß kein anderes Instrument in gleich idealer Mischung seelischer und mechanischer Faktoren zur geistigen Umschaffung eines Menschen geeignet ist, und ein hebräischer Humanismus, wie ihn der Blau- Weiß einmal, wollte, wäre der beste Dünger für eine jüdische Kultur. , ׳ Ein so vorbereiteter junger Mensch wird in dem Lebensalter, in dem die Auseinandersetzung mit dem' Ich und der Welt bei jedem geistig Regen nicht ausbleibt, den Weg zum Zionismus als trotz allem selbständige Lösung seiner persönlichen Situation finden und damit bewußt seine Entwicklung bestimmen. Und wie in vielem, was der Blau-Weiß heute sagt, ein riehtiger Kern enthalten ist, nur verzerrt durch eine verwonenc, lebensfremde Art, die Dinge zu betrachten, so darf man sagen, daß das Leben einer solchen jungen Generation zwar nicht problemlos sein, daß ihre Problcmatik aber eine zwanglosere, weniger verzehrende Art der Lösung finden wird, als sic vielen Menschen der älteren Generation beschießen war. Der volle dadurch gewonnene Ueberschuß an Lebenskraft muß Palästina und der Zionistischen Organisation zugute kommen. Auch der Organisation! Denn einer der Vorwürfe, die wir gegen den heutigen Blau-Weiß erheben, ist der, daß er es nicht versteht, seine Menschen der Arbeit in jhr zuzuführen. Die Ansicht, daß Palästina nicht - ohne das Galuth aufgebaut werden wird, ist heute uabestritten. Damit ist aber gesagt, daß die Organisation einer dfcr beiden Pfeiler ist, auf denen der Aufbau des künftigen jüdischen Lebens in Erez-Israel ruht. Der Versuch, das Blaa-Weiß-Probletn durdi die Fusion in aller Stille zu lösen, ist gescheitert. Vielleicht zum Vorteil der beiden beteiligten Organisationen. Möglieh, daß die geplante Vereinigung nur eine neue separate, Gruppe ergeben hätte. Was wir allein brauchen können, ist eine ganz weit gefaßte Organisation der zionlctischen Jugend in Deutschland, in der sich alle strebenden Kräfte unter einem Dache vereinigen. Sie muß den jungen jüdischen Menschen geleiten vom keimhaften Erwachen des Rationalen Empfindens, bis zur jnännlickn .UnipetöWfiS de« Gedanken« in die Leistung, fiC Generationen Von Marttn Bindmann, Breslau. Innerhalb der zionistischen Jugend Deutschland» ist ein Streit um den Wert und Unwert des Blau-Weiß entbrannt, der allmählich weitere Kreise gezogen und die schärfsten Formen angenommen hat. Im Augenblick beschäftigt er ausgiebig die gesamte Ocffcntlichkcit des Zionismus. Wenn man dem leidenschaftlichen. Interesse nachgeht, mit dem der einzelne Zionist die Phasen dieses Streites verfolgt, »0 erscheint es fraglich, ob er lediglich auf Grund des Fusion»- und Dcfusions- Vorganges, eines doch allein auf das interne Leben des K. J.V. und Blau-Weiß bezüglichen Ereignisses, entstanden ist. Dem Unbefangenen will es vielmehr scheinen, daß die berechtigte Erregtheit tiefer verankert ist. Der zwischen den beiden Verbänden ausgebrochene Kampf sicht unter oberflächliche)• Betrachtung aus wie ein Streit von Personen um Personen, infolgedessen jede sachliche Auscinandcrsetzuiig von vornherein durch Affekte getrübt sein mag. Betrachtet man nun einmal ruhig, als ob nichts vorgefallen wäre, die beiden feindlichen Seiten, so entdeckt man im K. J. V. auf der einen Seiten einen kleinen Kreis von 35- bis 40-Jährigen, neben der Schar der 20- bis 25 jährigen ״Burschen“. Jener kleine Kreis besteht aus den altbewährten Kämpfern der zionistischen Sache, die den deutschen Zionismus eigentlich erst aufgebant haben und noch beute die geschaffene Organisation verwalten. Zwischen dieser Generation und der folgenden klafft eine Lücke, die der Krieg dem Kartell geschlagen hat, und die allein geistig von einer ganz verschwindend kleinen Anzahl von Zwischengliedern durdt Ucbcrmittlung der Ideen der alten Generation an die nach dem Kriege neugewordene überbrückt wird. So gewiß auch in der jungen Generation die selbständigen Kräfte nicht fehlen, so gewiß besteht doch noch immer die unangctastctc geistige Herrschaft der ersten Generation. Blickt mau nun auf die andere Seite, auf den Blau-Weiß, so trifft man auf einen Bund von Jungen und Mädchen, deren durchschnittlich älteste Generation erst anfängt, das 20. Jahr zu überschreiten. Die führende Schicht des Bundes kennt nicht die Gleichheit *des Alters und der Herkunft wie die führende Generation des K.J.V,; dennoch besteht sie ausschließlich aus Menschen, die diesen in der Stufenreihe der Geschlechter nachfolgen. jede menschliche Generation hat ihren eigenen Blick, ihre eigene Anschauung und ihr eigenes Leben. Unsere Väter waren anders als wir, und wir sind anders •als unsere Kinder sein werden. Unter den anormalen Bedingungen, unter denen das jüdische Volk lebt, und die seiner Ent׳ Wicklung gerade im Westen den Charakter des etwas Sprung• haften, Plötzlichen Uebcrraschcnden verleihen, folgen die Generationen nicht in jenem ungefähr 30jäl1rigen Schicht Wechsel aufeinander, wie ihn das normale Leben kennt. Das jüdische Volk lebt schneller, seine Schichten leben kürzer ais anderswo, und mit ihnen die Ideen. Das Interesse, das der einzelne Zionist an dem Streit des K. J, V. und Blau-Weiß nimmt, wird nun ganz verstand lieh. Ob sich die beiden Gegner über die Sachlage klar sind oder nicht, ob das Bewußtsein hiervon für ihre Haltung notwendig ist oder nicht, — der Streit > zwischen K. J. y. und Blau-Weiß ist eine Form des Kampfes' zwischen zwei zionistischen Generationen, der über jede Zufälligkeit er׳ haben ist. Die alte Generation sieht sich durch die neue aufdrängende in ihrem Machtbcsitz angefoclue» und mußte grundsätzlich zum Gegner des Blau-Weiß werden. Diese Gegnerschaft, so natürlich sic ist, mag daher älteren Datums sein, als cs heute scheint, und für den Kenner der Vorgänge stellt cs fest, daß die Aufhebung der Fusion nur den Zünd funken für das Pulverfaß gegeben hat. Es bleibt dem tiefer Forschenden auch nicht mehr verschlossen, daß selbst der Fusionsvorschlag von seiten des K. J. V. nicht anders be trachtet wurde, als ein Kampfmittel gegen den Blau-Weiß. Die Eigenwerte des Blau-Weiß sollten auf die friedlichste Weise, durch den Druck eines rein organisatorischen Mechanis mus, vernichtet werden. Im Besitz ihrer Machtstellung glaubt die ältere Generation einer tieferen Auseinandersetzung mit den geistigen Vor׳ Stellungen der Jüngeren enthoben zu sein. Der Blau-Weiß hat nicht das Glück, einen Vater zu haben, der mit vollster Freiheit des Blickes versteht, daß die Kinder älter werden. Solange das Kind noch klein war, enthielt man ihm das Zuckerbrot nicht vor, jetzt, wo es älter geworden ist und den eigenen Willen regt, läßt man cs wegen dieser seiner Unart die Rute fühlen. Ob der eigene Wüte der neuen Generation vorhanden ist und zu Recht besteht, wird innerhalb des Zionismus nicht allein durch das drängende Lebensbedürfnis und Kraftgcfühl entschieden. Ueber den Wert oder Unwert eines Gliedes der zionistischen Bewegung entscheidet nichts, als die zio nistischc Verantwortung und Leistung. Zionistischer Leistun gen gibt e.s sehr viele, und es wäre sonderbar, wenn eine neue Generation sieh nicht neuer Aufgaben bemächtigen würde. Es wäre ferner sonderbar, wenn die neue Generation die gleichen Ideen vertreten und die gleichen Akzente auf Fragen der Bewegung setzen würde, wie die vorige. Dabei ist es gar nicht eine übertriebene Vorstellung von der eigenen Bedeutung, nicht ein unverschämtes Pochen auf die eigene Kraft, oder überhaupt ein Wille zur Opposition, der die Anschauungen zweier aufeinander folgender, und hier der beiden zionistischen Generationen, in Gegensatz bringt. Sinn und Ziel der zionistischen Leistung haben sich für die Generation des Blau-Weiß gegenüber der vorherigen verschoben. Die alte Generation wurzelte ihrer Arbeit und ihrem Charaktcr nach in einem Aufgabenkreis, der mit dem Komplex galiilh-rlontstisclicr Fragen sicherlich nicht erschöpft ist. Dct wird für Menschen, die für ihre eigene Person darauf Vit,! richten mußten, selbst nach Palästina zu gehen, die Nolwcnd,-.) keit erwachsen, sich In Erreichbarem für das unerreicht:!. ׳ Gewordene *chndlos zu halten. War schon die Herkur.!: I ihres Zionismus eine geistige, auf Grund der positiven Wilit!;.!» cntschcklung zwischen Deutschtum und Judentum entMandtJ die das Lehen des K. J.V. bestimmte, 50 blieb auch gedrungen ihre Tätigkeit eine geistige. So fanden auch <t1, J kiiliiirclicn Probleme, die sich in «1er Gnluthsitnallon des Z;t.. f: nismus nach dem Tode Hcrzls stark und immer stärk;, Bewegung und Organisation fühlbar machten, in dt;: Männern der älteren Generation ihre willigsten Vertreter : Die Gegenwart Palästinas mußte ihnen, ob sie es wollten odc;lr nicht, immer mehr entschwinden, und die Verhältnisse öd f Landes wurden ihnen ins Unwirkliche verzerrt. Man | an, und zwar ganz anders als in der Generation des erst״ | Baseler Kongresses, von Palästina als einem heiligen Uni:{, zu reden, der Chaluz wurde zum Held, die palästinensische-1 Arbeiter zu Schützcngrabcnkriegcrn, die — für die Phantat;; I wenigstens einiger ■— im Trommelfeuer standen. Je mehr | Üebc!־siedeln nach Palästina für die ältere Gcnerafe unmöglich wurde, desto mehr wurde ihr Palästina zum Objekt einer unstillbaren Sehnsucht. Die Generation des Blau-Weiß ist bereit, nach Palästina zu gehen. Sic hat vor fünf Jahren den Anstoß zur Berufs. Umschichtung gegeben, sie ist damals aufs Land und in di! Werkstätten gegangen; sic hat nicht aufgehört, cs immer wieder zu tun. Vor über zwei Jahren ist ein Teil ö« Berliner Führerschaft des Blau-Weiß nach Palästina übergesiedelt und hat durch eine im palästinensischen Leben nicht unbekannte Kwuzahsicdlung bewiesen, wie falsch die Theo■ rien von der Velksfrcmdheit des Blau-Weiß sind. In diesen Nr. und den folgenden Jahren werden neue Trupps von Blau• (!aß (j. ׳,mze ' . \0P ö"1! Tage יי [3 ist,; 1 iX‘>< *ü(i . in der׳ bsiiscF Erklär, 15 u r i; ,W'-U1« - ’]oser e'־ nrtges• y.x'k ׳ iueoto! sie da . . dem 1 •>? '*־' , 1 >5 1iuti : ׳0 die י sprich,; lazaT 1 t Weißen geschlossen nach Palästina übersiedeln; der Blau. Weiß wird seinen Kolonieplan verwirklichen. Er bläht sich nicht vor Stolz, daß es ihm vergönnt ist, die palästinensische Hoffnung, die der deutsche Zionismus in gleichem Maße trägt, wie der Zionismus sonst in der Welt, ihrer Realisierung zuzuführen. Er fühlt sein Handeln als die Verpflichtung, die seiner Generation erwachsen mußte. Der Blau-Weiß ver״ achtet nicht die ältere Generation, von der er viel mehr begreift, daß ihr Lebenswerk die Erfüllung einer anderes Verpflichtung bedeutet und bedeuten mußte. Wie der ausgebrochene Familienzwist im Hause des deutschen Zionismus enden wird, ist nicht abztisehcn. Da! Bild, das er bietet, ist ebensowenig schön, wie Familienzwist sonst. Das herzliche Beklagen der Form aber, in der sich dieser Streit vor aller Augen darstcllt, hindert nicht die Einsicht in seine natürliche Notwendigkeit. Der Sohn kam nicht den gleichen Weg wie der Vater gehen, und, wie über• all sonst, wird es auch hier von der Klugheit des Vater» abhängen, ob die häuslichen Verhältnisse gänzlich zerrütt« werden sollen. Mag der Streit Im Ursprung auf die Fusionsfrage fokalisiert gewesen *ein, so hat er schon heute die gesamte Ocffcntlichkcit ergriffen. Und wer wird der Leidtragende sein, wenn der Kampf in der propagierten Art fortgeführt wird? Niemand anders, als die Zionistische Organisation in Deutschland!! nationl j•. jüdisc1 י f intern י‘ sicdlu ,M jondc!•' Erez.-l. punkt! ן iibcrh׳;' Abstu/./ den l1׳» weite:;; waatt I einer :;ו schlie’ ‘ knapp dem 1, scheu1/; cssan prinzi stimn cinan Einh« (יז׳־- fe,, Die pünktliche Zustellung der ״Jüdischen Rundschau“ nach dem 1. April d. J. hängt von der rechtzeitigen Air mcldung beim Postzeituogsamt ab. Mit Rücksicht hierauf ersuchen wir *110 unseren Abonnenten, die da$ Blatt direkt beiunsbcstellthaben,die ihnen indiesenTagen zugehenden Nachnahmen prompt, einzuiösen. Nur in diesem Falle kann mit der Wclterliefcrnng des Blattes nach dem 1. April gerechnet werden. Diejenigen Leser, die das Blatt im Sammclabonnoment ihrer Ortsgruppe beziehen, müssen dio Abonnementsgebühren sofort an Ihre Ortsgruppe zahlen. 11J M Berlin W15, Si&dsdi® Stfftia 8• Eröffnung der Weltchaluzfjgung Am Sonntag, den 11. März, wurde unter starker Teil• nähme von Delegierten aus allen Ländern und von Gästen die zweite Welttagung des Chaluz in Berlin im logenhaus in der Klciststraßc eröffnet. Das Podium war mit Bildern von Trumpcldor, Gordon und Brenner würdig geschmückt. Lewinson eröffnet die Tagung und gedenkt der Männer, die in Palästina für den״Gedankcn des Arbeit!• aufbaus gefalle» sind, Trumpeldors und der Männer von Tcl-Chaj, Gordons, Brenners und vieler anderer. Er ljofft, daß die Tagung keine leere Demonstration, sonders wirkliche Arbeit bedeuten wird. Rubascbow, dessen Rede einen mächtigen Widerhall bei allen Anwesenden findet, stellt als erste Forderung an den Anfang seiner Ausführungen, daß die Tora Palästinas für die Altjah weit geöffnet werden sollen, daß die Mauer, die von fremder Hand zwischen der Clializiuth und Ercz-lsrael errichtet worden ist, fallen möge. Er wendet sich dann gegen die F rem dhei t gegenüber der Chaluzbewegung, die in unseren zio• nistischcn Reihen noch besteht Der Chaluz braucht keine Segenswünsche, sondern eine Würdigung seiner im Lande geschaffenen realen Arbeit Wir treten als ein organischer Teil der Histadruth Haowdim in Palästina hier zusammen. Unser Weg ist heute eindeutig und klar, er liegt in den Worten: Die Chewrath Haowdim in Palästina auf der Grundlage einer gerechten Wirtschaftsordnung. He chaluz ist «ine neue Bewegung und will ein« neue Gesellschaft schaffen, wie denn auch das Wunder von Tcl-Chaj durdi neue Kräfte geschehen konnte. Einet!_ großen Augenblick erlebt die Versammlung, all sic Saul Tschernichowski begrüßt, und der Dichter, ton allen Seiten gebeten, zuerst einige Worte spricht und dann ein Gedicht vorträgt. Es folgen Begrüßungen. Es folgt die Verlesung von Briefen und Telegrammen, darunter ein Brief von Dubirow. Dam! ergreift, nachdem da« Büro gewählt wurde und die Maridaisprüfungskommissiort berichtet hat, das Wort Arlosoroff, der den Gedankt« ausführt, daß sich die Chaluzim nicht als Helden, nicht als eine Elite, nicht als vom Volk abgesondert fühlten und fühlen dürften, sondern als Teil des Volkes, mit ilurt unlöslich verbunden, ihm den Weg weisend, an seiner Spitze marschierend. In diesem Sinne fühlten sich auch Trumpcidor, Gordon und Brenner nicht als vereinzelte Helden, son* dem als einfache Juden aus dem Volke. Dann «rgreift ein palästinensischer Delegierter, Dofi Hos vom Misrad Laawodoth Haziburiotli, das Wort uttd überbringt die Grüfte der Histadruth Cwdim. Er schildert [*6י Bag« in! Lande, in der städtischen wie in der ländlichen Kolonisation, erinnert aud! an die hoffnungsvollen Momente, wie vor allem an die Einigung der gesamten Arbcitersdiaft und hofft auf die neuen Kräfte, die die Chaluzbeweguug nach Palästina bringen ward. Nach Absendung eine* Telegramm* #a die Histadruth Haojwdun schließt die erste fettiung, ' ׳ ׳ , j ■

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