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Jüdische Rundschau · 1923-03-02 · Heft 18 (2.3.1923) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 18 (2.3.1923)
Date
1923-03-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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t I Seite 104 Statt all dessen ist nur ein einziger Artikel von offiziellcr Seite erschienen. Und dieser Artikel, der im Anschluß an die Publikation der Oesclse des Blau-Weiß abgedruckt ist (Rundschau 1923, Nr. 14), stellt allerdings das Ungeheuerliebste dar, was überhaupt erwartet «׳erden konnte. Dieser Artikel muß als offizielle Erklärung angesehen werden; denn der Leitartikler der Rundschau liat sich in der gleichen Nummer außerdem über den Blau-Weiß geäußert, ln dieser Erklärung wird ungefähr gesagt, der Blau-Weiß habe sidi mit seiner!Verfassung außerhalb des jüdischen Volkes gestellt. Nun hat niemand! ein Recht, am allerwenigsten eine offiziehe Stelle, den Blau-Weiß wegen seiner Verfassung bloßzustcllcte Aber, wciui man die Begründung liest, so ist ihre Lächerlichkeit angesichts der Schwere des Vorwurfs geradezu deprimierend. Die Mitglieder des Blau-Weiß sind Zionisten, die die ernste Absicht haben, am Palästinaaufbauwerk auf ihre Weise mitzuarbeiten, sind zum großen Teil Mitglieder der Zionistischen Organisation, erfüllen ihre Pflichten so gut wie jeder andere wird haben sieh nie geweigert, sich hinter die Organisation zu steilen und die ihnen von ihr übertragenen Aufgaben zu erfüllen, im Gegenteil erklärt die Bundesleitung, auch heute noch, trotz des von ihr allerdings mit ,Unrecht 90 heftig angegriffenen Artikels von Bileski (Rundschau 1923, Nr. 11), zur Verständigung und Zusammenarbeit bereit zu sein. Angesichts dessen weiß die Organisation nichts Besseres zu tun, als ihr Organ erklären zu lassen, der Blau-Weiß führe volksfrcmde Dinge ins Judentum ein! Und wie lächerlich muß die Begründung jedem Unbefangenen erscheinen! Anstatt zu erkenne«, daß dieses Gesetz zum größten Teil nicht eine plötzliche Erfindung, sondern Ergebnis einer Entwicklung kt, daß inan also nicht Symptome angreifen darf, wo es sich utn eine Sache handelt, die tiefer besehen ganz anders ist, zieht man über Paragrapcn her und bauscht Bagatellen ln einer nicht zu rechtfertigenden Weise auf. Der Blau-Weiß hat seine leitenden Gedanken oft genug geändert; und anstatt cinzuschen, daß hier Kindereien in eine Ewigkeitsform gegossen worden sind, daß in einem halben Jahre dieses Blau-Weiß-Stadium ebenso wie jedes andere überholt sein wird — und aus der Art, wie dieses ״Uebcrholen“ vor sich zu gehen pflegt, muß aller• dings der Vorwurf mangelnden Ernstes dem Blau-Weiß gegen■ über hcrgelcitct werden! —, daß man also dieses Gesetz als die Bagatelle nähme, die cs in Wahrheit ist, macht man der Oeffentlichkeit Gruseln davor und bestärkt so den Blau-Weiß in seinem Machtgefühl, unterläßt cs aber, ihn wegen seiner wirklichen Fehler zur Verantwortung zu ziehen! Aufgabe kann dem gegenüber nur sein: 1. Vorbehaltlose Anerkennung des Blau-Weiß als zk>- nistischcr Jugendorganisation, 90!ange nicht eine Erklärung von seiner Seite zum Gegenteil veranlaßt Z Sachlicher Kampf gegen die heutige Erziehungsmethode des Blau-Weiß in einer Form, die geeignet ist, ihn von seinem verderblichen Wege abzubrLngetu 3. Intensivierung der Arbeit des K. J.V. ln Richtung auf Chaluziuth und praktische Bereitschaft 4. 'Herbeiführung einer einheitlichen zionistischen Jugend• Organisation in Deutschland, die vor allem auch diejenigen Kreise erfaßt, die der Blau-Weiß infolge seines Auslescprinzips unberücksichtigt läßt; als Mittel hierzu gilt besonders, die auch nach dem Scheitern der Fusion bestellenden Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit dem Blau-Weiß voll und ganz auszunutzen. 5. Als Vorbereitung hierzu Zusammenarbeit mit dem Freien Jüdischen Wanderbunde Blau-Weiß, wenn dieser bereit Ist, von der hier gerügten Form der Polemik gegen den Blau• ’ Weiß abzurücken. Die neuentstehende Organisation könnte durch ihre Stärke die endgültige Fusion mit dem Blau-Weiß erwirkea 6. Auffassung der Auseinandersetzung mit dem Blau• Weiß als eine inncrzionistische Angelegenheit, der keines• Wegs das Aussehen gegeben werden darf, als stritten hier Zionisten mit Nichtmehrzionisten. Wenn man sich allerseits auf diese Punkte einigt, wird ti möglich sein, die Blau-Weiß-Fragc in einer für alle Teile befriedigenden Form zu lösen. Der Kampf zeigt uns von neuem, wie ernst die Lage des Zionismus an allen Punkten Ist. Jede überstürzte Form der Auseinandersetzung birgt in sich die Gefahr, daß der Blau- Weiß völlig verloren geht. Jeder, der Verantwortung hat, wird wissen, was die Aufgabe ist Wir müssen dazu kommen, daß wir nicht mehr mit Anti• pathien über Unwesentliches, sondern mit Gründen über Dinge wesentlicher Art streiten. An Stelle der Politik der Kurzsichtigkeit und des Aergers muß allerseits treten die Politik der Leidenschaftslosigkeit und des klaren Blicks ln die fernere Zukunft Ein Beitrag zur Blau *Weiß Diskussion Von Chalm beu Joel, Berlin. ln den letzten Nummern der ״Jüdischen Rundschau" hat eine Diskussion eingesetzt über das Thema ״Blau-Weiß" Die gespannte Lage zwischen K. J. V. und Blau-Weiß hat bcreits dazu geführt, daß eine direkte Verständigung unmöglich erscheint und man, um sich irgendwo bemerkbar zu machen, auf dem Umwege über die ״Jüdische Rundschau" sich an die einzelnen Menschen wenden muß. In diesem Sinne schreibe ich, weil ich mich alt K. J.V.er und als Blau-Weißer, der beiden Bünden gleich nahe und gleich ferne steht und beide mit gleicher Objektivität betrachtet, berechtigt und sogar verpflichtet fühle, zu der jetzigen Situation ein sehr dringendes und sehr warnendes Wort zu sagen. Zudem kann ich auch vielleicht einiges Neue dazu sagen, weil ich durch meinen fast zweijährigen Aufenthalt in Palästina Bescheid weiß über Palästina, die Blau■ Weißen dort usw. usw. So finde ich hier folgende Situation vor: Die Z.V. f, D. kommt mir, soweit ich es übersehen kann, von allen zionlstisehen Organisationen als die ain besten arbeitende vor, weil in »'len anderen Ländern der Zionismus lange nicht so organi• satorisch entwickelt ist wie hier in Deutschland. Jedoch läuft diese Organisation in einem gewissen Sinne leer, ein• fach weil das aufgebrachte Geld — ein sehr wesentliches Resultat ihrer Arbeit — entwertet ist. Das andere Resultat der Arbeit der Organisation sind die für Palästina erzogenen Menschen. Und nun sehe ich die Z.V. f. D. im Begriff, JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr 15: Arbeit, die Menschen, ln Wort und Tat derart vorzugehen, daß die Folge für den Blau-Weiß sein muß, entweder ir. eine unfruchtbare Opposition gedrängt zu werden oder zumindestens doch seine auf Palästina gerichteten Kräfte in der Abwehr der Angriffe lind der Polemik zu verbrauchen. Nach dem Beschluß des letzten K. J. V.-Kartelltagcs müssen die K. J.V.er sogar die Wirtschaftsunternehmungen des Blau- Weiß, die auf zum Teil neuen Wegen Mittel für die Ansicdlung auihringen, boykottieren. Ich verstehe cs nicht, wie Zionisten, deren Zionismus ganz ernst zu nehmen ist, in dem Partcikamp! so weit kommen können, einen derart verderblichen Beschluß zu fassen. Oder heißt dies in Deutschland vielleicht Zionismus!?! In Palistina geht der Aufbau nur langsam und dürftig vor sich, weil das Galuth zu wenig Geld aufbringt. Es herrscht Arbeitslosigkeit, und die Ansiedler in Nuris haben kein Geld, ihren Backofen zu renovieren. In derselben Zeit haben Leute den Mut, eine reale Möglichkeit, Menschen mit Geld nach Palästina zu bringen, zu boykottieren und ihr sogar entgegenzuarbeiten. —• Und worum handelt es sich in dem ״Kampf״? Etwa um konkrete Unstimmigkeiten oder um einleuchtende Widersprüche (wie etwa um den Gegensatz: ״Junger und Bourgeois“ oder ״Sozialist und Zionist“)? Keineswegs; wir sind hier viel feiner, viel geistiger, wir bedürfen zu unseren Argumentationen — um Gottes willen — keiner einfachen und klaren Worte, sondern wir müssen tief schürfen und aus aller geistigen Tiefe tiefste Begriffe — Problematik und Unproblcmatik, Volksfrenulheit und Volksfreundhcit, bc• kämpfte und nichtbckämpftc Assimiiicrlhcit — hcrvorzichen und mit diesen dann in erschöpfender, tiefer Weise operieren. Ich kann cs nicht verstehen, wieso Menschen cs fertig bekommen, zwar vielleicht vorhandene, aber so geistige, nicht faß- und nicht greifbare, vage Gegensätze zum mögliehen Anlaß eines Zerwürfnisses und einer Störung der Arbeit zu machen. — Wenn die Blau-Wcißcn irgendwie wirklich sich fascistisch benommen hätten, sollte man gegen sic losziehen; aber sie haben doch noch niemand totgeschossen und werden cs auch wohl kaum so bald tun. — Aber nein, dieses Argument ist zu grob; man wird mir cntgcgenhalten, es käme auf die geistige Haltung der Menschen an. Darauf müßte Ich erwidern, daß Ich auf diese Argumentation nicht cingchcit kann, sondern nur konkretere Dinge diskutieren will und daß, wenn ich doch darauf eingehc, ich darauf entgegnen muß, daß man in diesen geistigen Auseinander• Setzungen ganz fein und liebevoll auf das Wesen des Gegners eingehend verfahren muß und daß man sich davor hüten muß, mit diesen gummikniippelhaftcn Argumenten wie fas• cistische, niachtpolitische, absolutistische Einstellung zu operieren. Daß junge, echte Menschen lieber einem Walter Moses folgen, der keine verlogene, idealistisch sein sollende, unwegsamc Romantik predigt, sondern praktische, wirtschaftliche Möglichkeiten zeigt und ausnutzen will, lieber als Menschen, die von Palästina als einem Lande erzählen, wo man sieh opfern, der Idee der ״Liebe“ usw. usw. dienen muß, das dürfte doch einem jeden klar und verständlich sein. Daß andererseits in einem Kreise junger Menschen die demokratische Form nicht die feststehende sein kann, zumal nachdem cs sich in vielen Jahren hcrausgcstellt hat, daß der Form nach die Demokratie herrschte, in Wirklichkeit aber doch einige Führer den Bund geleitet haben, das dürfte ebenso klar sein; und man sollte der Tatsache der jetzigen ״Ver• fassung“ des Blau-Weiß gegenüber daran doch denken und wegen des Vcrlasseiis des ״dcinokratischen Prinzips“ nicht so grob drauflosschlagen. Ich glaube, daß sich mit der Bundeslcltung des Blau• Weiß sehr wohl die Vereinbarung treffen läßt, daß sie vor einer übergeordneten Stelle regelmäßigen Bericht und Rcch• nungstegung über ihre wirtschaftlichen Maßnahmen gibt. Ich glaube auch, daß der Blau-Weiß in einer ganz richtigen Weise hätte mit dem K.J.V. zusammen arbeiten können; wenn man mir auf seine Art richtig cingcgangen wäre (wozu aber Expektorationen wie die in den letzten Nummern der ״J. R.“ nicht der richtige Weg sind). Wenn diese bisherige Aussprache zu diesem Resultate führt, so Ist sic nicht zu bedauern; wenn sie aber so weiter gehen sollte, dann würde sie die Kluft nur noch vergrößern. Und aus diesem Grunde bitte ich jeden einzelnen, der zu dieser Sache das Wort ergreifen will, seine Gedanken und seine Worte dreimal zu wägen und vor allen Dingen sehr auf der Hut zu sein mit solchen apodiktischen Ablehnungen, zu denen nur in dem vom Hin tind Her des Parteikampfes aufgewühlten Hirn des Schreibers der Anlaß zu solchen ist, aber ganz bedeutend weniger in der nackten Wirklichkeit, in der der Blau-Weiß durchaus als zionistisch wertvoll in Erscheinung tritt. Und auch über die sogenannte jüdische Einstellung des Blau-Weiß sind die Akten doch noch nicht geschlossen, und vielleicht ist es einer späteren Arbeit der K.J.V.er Vorbehalten, sic mit den ״jüdischen Werten“ auszufüllcn, die sie zwar selbst noch sehr wenig haben, aber doch sieh ״erwerben" wollen. Ich bitte die Leser dieses Artikels, diese sicherlich nicht feinsinnigen Gedanken zu verstehen und durchzudenken. Und ich bitte zu bedenken, daß nicht ein ״entflammter" ideologischer Zionist cs schreibt, auch keiner, dem am Blau- Weiß und dessen Gedeihen sehr viel gelegen Ist, sondern einer, der ln keiner Gruppe drin steht und sich *18 gewöhn׳• licher Kolonist bald in Palästina einzurichten hofft, der aber nur deshalb dieses schreibt, weil er nicht passiv Zusehen will, wie eine große Störung der zionistischen Arbeit sich vorbereitet, der zionistischen Arbeit, die sowieso schon jiimmerlieh und armselig genug Ist gegenüber den Erfordernissen Palästinas.! Freunden in Leipzig erklärt, was Herr Tumnowskv l£; j bereits in der Reprätviitantcnsitzung gesagt hat, daß ״kein anständiges Gemcindcmitglied dazu hergeben werde, 4׳ l>ur' jetzige ungerechte Regime finanziell zu stützen. Erst :!׳' web einer völligen Acndcrung des Wahlrechts wird man bt;.! Listi• sein, an der Gesundung der Gemeindcfmanzen zu arbcu«.. i Im ״Israelitischen Oetnclttdcf Inahzcn. ln immer zunehmendem Maße madht 61dl ln den . ffr disclwn Gemeinden Deutschlands, vor allem auch ln den Groß• gemeinden,_ eine finanzielle! Krisis geltend', durch die die Ge• meitulcn einer Katastroplia zuzttsciweiten scheinen. Etas ist u. a. jetzt in derselben Leipziger Gemeinde offenkundig geworden, in der noch vor kurzem die liberalen Gewaltnaher die Ostjuden darauf Wnwcisen, daß sie nur als Gäste in der Gemeinde an zuschien ecicn. Diese Ostjnde« könnten vielleicht harte die Gemeinde retten, die, wie die ״Leipziger Jüdische Zeitung״ _ mitteilt, am 1. April ohne irgendwelche *A ■H nAfinUnM ״fl ■... -1 ..t? .r 1 /*י _ t i r 1 n׳.s? der ן durc ׳; drüc' lalle; nun p!& j/rap, könr, ' I in A ׳ dam; rum . die 1 die >l 1'1 pich : Sum!11';• jmst.: ״i Welt: Arbtv'h durc;: i, IHce die I, Mon ln sei sich Kod .gi.j . . . _ ״ ״ _ , , ״ - Mittel dasichen wird und darauf angewiesen ist, das Geld grgen den wesentlichsten Teil des anderen Resultats ihrer geborgt zu «(halten, Mit allem Nachdruck wird von unseren Wochenblatt für ^;1 Schweiz“ wird der klare Nachw.is ge ü.irt, daß de/3 Ordnung der Züricher Sdiu.bc',.ördc, Uc.reiiiiig jüdischer Kin:.I vom Schreiben zu verbi tcu, c!;c!sowenig von e n.m p dagr.-i sehen wie von einem recht ichcn Standpunkt aus zu halten i' Bemerkenswert ist, daß im Zusammenhang mit d c״cn Vorgang auch in der Schweiz der Gedanke der jüdisch«; Schule diskutiert wird, wo allein die Sicherheit bestand daß Juden den Sabbath ungehin.lcrt zu halten vermöge«. I * I Die Leipziger antisemitische Hetzzeitsdirift n(J Hammer" bringt in ihrer letzten Ausgabe vom 1. Leb,־., (Hornung) die folgende Mitteilung: Die ״Zionistischen Protokolle" nick widerlegt! Gegen den Grafen Rcvcntlow und de Herausgeber des ״Völkischen Beobachtet“ in München ha;׳ der Schriftsteller Ascher Ginzberg schon vor einigen Monat׳; durch den Rechtsanwalt Strauß in München Anklage weg,. Beleidigung erheben lassen, da sic den (knannieii bezieht!- hatten,'der Urheber jenes jüdischen Aktionsprogrammes sein, das unter dem Namen der ״Zionistischen Protokoll; oder der ״Geheimnisse der Weisen von Zion“ bekan: geworden ist. Die jüdische Presse triumphierte schon, da: niiii endlich diese haarsträubende ״antisemitische Fälschen״ entlarvt werden würde, aber — die Sache hat eine gar,, andere Wendung genommen. Ginzberg, der von Odesu aus unter dem Namen Achad Haam schrieb und de! wohl ahnte, daß bei dieser Gelegenheit sehr ernste, ft, ihn und die Judenschaft wenig rühmliche Dinge an de: Tag kommen würden, hat diese Klage nicht durchfühit! lassen und ist von London nach Palästina verzogen. Die Annahme, daß Ginzberg als Verfasser in Fragt käme, stützt sich bekanntlich auf Angaben der französisch{: Zeitschrift ״Ln vieillc France“ — die tnerkwürdigerweis!! , ■ bis heute nicht 1 nngeklagt wurde, Audi der ״Hammer1; j ^roC! der wiederholt die Angelegenheit behandelte (vergl. Nr. 4L<0, 462, 469, 474, 486) ist diesmal mit einer Anklage vti. schont geblieben. Ebensowenig klagt Ginzberg gegen di!״ , . Amerikanerin Mrs. Fry, die in einer besonderen Schrill; wird, ״L’autcur des Protokolls Achad Haam et ie Zionisme״; Oese1 nie Angelegenheit eingehend behandelt. Es muß also ä! Nähs ►׳׳ Giiubcrgs Sache wohl etwas faul sein. Jedenfalls wird m« : der niemandem verübeln können, wenn er nach diesen Vorkomm vverd nissen von der Echtheit der ״Zionistischen Protokoll{“ gebe; um so mehr überzeugt ist. Sie tragen ja auch den Stcmptl »tri: der Wahrheit dadurch in sich, daß sie in ״prophetischer11 düng, Weise die Machenschaften des internationalen Judentum! der letzten Jahrzehnte im voraus enthüllten — oder mit anderen Worten: da die tatsächlichen Vorgänge keine: Zweifel darüber lassen, daß die Judenschaft nach jenem Programm arbeitet. Ohne die Kenntnis dieser ״Protokolle“ kann niemand die politischen, wirtschaftlichen und soziale! Vorgänge unserer Zeit richtig verstehen. Hierzu teilt der Berliner Rechtsvertreter Achad Haami, Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee, dem J.C. B. mit, daß diese Meldung vollkommen falsch sei, Die Klage wurde nicht zurückgezogen, das Verfahren schwebt. Nationalismus Die ״Selbstwehr“ berichtet über die ״Position! Etika" des bekannten tschechischen Philosophen Prof. F. Krejci. Wir entnehmen dem Artikel einige besonders charakteristisch{ Zitate aus diesem Werk: Ethik des Nationalismus. Der wichtigste Satz ist: ״Ist die Nation etwas, was zura Wesen des Menschen gehört, ist sic ein Teil seiner Indi• vidualität, dann ist es seine heilige Pflicht, die Nation m erhalten und sich zu ihr zu bekennen.“ ״Schon Gleich• Riiitigkcit in dieser Beziehung ist etwas, was nicht sein sollte; die Verleugnung der eigenen Nationalität, den Ueber• tritt zu einer anderen, halten wir aber iür etwas durchaus Unsittliches. Das Wort Renegat hat einen widerlichen Otsclunack." ״Eine Nation muß der Mensch haben. Anationalität ist undenkbar." ״Die Verleugnung der eigenen Nationalität ist etwas Widernatürliches, ist Lüge und die Lüge ist der ärgste Gegner der sittlichen Veredlung.“ Krejci zitiert den bekannten Satz Palackys: Wenn ich das letzte Mitglied einer Zigcunerfamilic wäre, würde ich cs für meine Pflicht halten, mich zu ihr zu bekennen.“ Assimilation. ״Sich assimilieren heißt, die charakteristischen eigenen nationalen Merkmale verlieren und die eines anderen Volkes amichmcn. Insoweit durch diese Besonderheiten auch du nationale Bewußtsein bedingt ist, wird durch die Assimilation auch dieses geändert. Dieser Prozeß kann aber nur unwillkürltch vor sich gehen, gegen den Willen des Einzelnen oder einer ganzen Gruppe auf niederer Kulturstufe des ganzen Volkes, oder einer seiner Schichten, oder wenigstens dci Einzelnen (z. B. Kinder), wo das Bewußtsein der nationalen Zugehörigkeit an irgendein konkretes Merkmal, Wie die Sprache, die Heimat, die Religion gebunden ist, mit dessen Verlust cs auch verschwindet. Eine derartige Assimilation ist nicht möglich, unter Umständen, wo das Nationalbewußtsein nicht an äußere nationale Merkmale gebunden ist, sondern als Resultat des eigenartigen nationalen Charakters über alle Merkmale erhaben ist, nach welchen die Nationalität objektiv bestimmt zu werden pflegt. Einem dcarlig iiationalbcwuflten Menschen könnt [hr die Sprache, die Religion, das Vaterland wegnehmen, Ihr könnt ilm zwingen, in Verhältnissen zu lcoen, wo er notwendig die äußeren nationalen Merkmale verlernen muß — sein Nationalbcwußtscin könnt Ihr ihm nicht nehmen. One Assimilation kann hier nicht cintrctcn. Mög• lieh ist nur: Ein bestimmtes Nationalbcwußtscin zu haben oder cs nicht zu haben. Ein intelligenter Mensch, der fähig ist, die Bedeutung der Nationalität zu verstehen, der weiß, daß die Zugehörigkeit zu einer Nation sein Schicksal ist, kann niefit unwillkürlich assimiliert werden und kann sich auch isidht bewußt assimilieren. Die absichtliche Assimilation eines gebildeten Menschen kt cm unmöglicher Begriff. Sich assimilieren, würde da be• deuten, etwas zu sein, was mau nicht ist. ich m •11 wissen, was ich bin, und weiß ich cs, so kann ich nicht wollen, es nicht zu sein. Ein Deutscher sein wollen, setzt das Bewußtsein voraus, daß ich Nichtdcutschcr, z. B. Tscheche Wn. Weiß ich aber, daß ich ein Tscheche bin, so habe ich tue sittliche Verpflichtung, Tscheche zu bleiben. Rh kann diese sittliche Verpflichtung, unterdrücken, aber dann assiimlicre ich mich nicht, dann verleugne ich mein Blut, bin cm Renegat. Dasselbe gilt auch von den tsch״cho-jüdische* I Assunaationsbcsircbungcn." \

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