Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 18 (2.3.1923)
- Date
- 1923-03-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 103 Kr. 18 JUED1SCHE RUNDSCHAU I a'', cV -nut wurj';! ,!.• 81־ m : 1- Pin (.n ■ ״ ״KXlüfp; :'r'< \V5f;': ׳ »r wiihfj!‘; äf,i'״CJ| j.,״ imeilS VCteil : 1-4;; i׳־t Oc־,tf:: ׳!erreich j./ ,end ו»;-{j als liohCi; rauchte.; 1ינ Prinr•-*; ח s t r c n!■ 1 1 Beamte- י der merk.1! daß HIr־:: lulit'it dc;'"1 Mitglieder,ו ' : n J acob:! tig fyc,l! k'u _(untct || ז Zionist;.'i i äoch nidu I nirnlc bc. I. irkeit au:, i ragen, <>״;; d Lande;.; " 'י. kosr Landes. 1' K1 stimm- ‘ I!n dürfen :. | Lad wer {! 1' teil, vtciai!!׳! sieht a, 5 : noricrur,״ ’ 1' ucii dann I iics Erb: i i' ürfen sie! nicht di: I Wage n j eigene- I )clcgicrh j aicrcndc'׳ { 1t aktiv i aus nicht ■ioen (di:!lieht nur der vor• atur ver• Blumen• ich nicht 1 fen mehr Passiva den. Et itikwah'1 val sech• t immer . ein. 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Die Führerschaft des Blau-Weiß vertritt mit Entschiedenheit die von der Bundesieitung des Blau-Weiß geführte Politik. Sie hat die Ucberzctigung, daß das Verhalten der Bundesleitnng von dem aufrichtigen Bestreben getragen war, eine wirkliche Verschmelzung der beiden Verbände herbcizuiührcn und steht mit ihrer Leitung auf dem Standpunkt, daß die Verantwortung für die Aufhebung der Fusion keineswegs dem Blau-Weiß zur Last fällt. 2. Die Führerschaft verwahrt sich aufs energischste gegen die von seiten ihrer politischen Gegner für richtig gehaltenen Methoden unter Ausnutzung aller zu Gebote stehenden Macht• mittel, das Vertrauen zwischen Bund und Führung zu untergraben und einen Keil zwischen Führer und Geführte zu treiben. Bund und Führung sind eine Einheit. 3. Die Führerschaft verwahrt sich ferner gegen die vom K.J.V. unternommenen Versuche im Anschluß an die Fusions- Vorgänge unter Irreleitung der öffentlichen Meinung, den Blau-Weiß als separatistisch und zionistisch verderblich hinzustellen. Wenn die offiziellen Instanzen der Z. V. f. D. sich hierbei an die Seite des K.J.V. stellen sollten, so wäre ein solcher Kampf geeignet, den Blau-Weiß wider seinen Willen in eine unfruchtbare Opposition zur Leitung der deutschen Landsmannschaft zu drängen. Der Blau-Weiß fühlt sich als ein dienendes Glied der Zionistischen Organisation, ln ihrem Rahmen will er an dem Aufbau von Palästina mit allen Kräften seiner Menschen teilnehmen. 4. Die Führerschaft ist der Ueberzeugung, daß der zionistische Wille des Blau-Weiß von keinem vorurteilsfreien Beobachter verkannt werden kann. Da der Blau-Weiß weit davon entfernt ist, sein Eigenleben in geheimbündlcrischcr Gesinnung Außenstehenden zu verschließen, ist er gewillt, vor dem Forum des deutschen Zionismus seinen Weg und seine Anschauungen darzustellen. Die Führerschaft des Blau- Weiß erwartet von der Bundesleitung, daß sie alle ihre Kräfte weiterhin in stärkstem Maße auf die Palästinaarbeit konzentriert, 5. Die Führerschaft des Blau-Weiß erhofft von den deutschen Zionisten die Einsicht, welche Verantwortimgslosigkeit darin beschlossen liegt, dem tätigsten Teil der deutschen zionistischen Jugend bei seiner konkreten Palästina* arbeit in den Arm zu fallen. Der Blau-Weiß wird sich gegen jeden Versuch, diese Arbeit zu stören, aufs entschiedenste zur Wehr setzen und hofft, hierbei die Unterstützung aller unvoreingenommenen Zionisten zu finden. Kartel!tag des K.I.V. Das Präsidium des K.J.V. sendet uns folgenden Bericht: Der außerordentliche Kartelltag des K.J.V., der am 10. und 11, Februar 1923 in Berlin stattfand, billigte die Aufhebung der Fusion mit dem Blau-Weiß und nahm im übrigen einmütig in dem Sinne Stellung, daß durch die bedauerlichen Zwischeniälle die zukünftige Arbeit des Kartells in keiner Weise gestört werden darf, in dem Bewußtsein, daß die Aufgaben des K.J.V, dieselbe Bedeutung wie früher behalten haben. — Die Organisierung der Altherrcnschaft fand ein weit stärkeres Interesse als früher. Es wurde eine im Rahmen des Kartells autonome Altherrenorganisation mit eigener Leitung errichtet. Der Kartelltag schloß in einer Stimmung, welche zu der Hoffnung berechtigte, daß das Kartell die Arbeit mit neuer Energie unbehindert durch die letzten Vorfälle in Angriff nehmen wird. Es wurden zum ersten Vorsitzenden Dr. Arthur Stein und zum stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Franz Ludwig Meyer gewählt. Blick, eine Hand mit gespreizten Fingern vor den Augen haltend. Mit der anderen winkt sie dem Bräutigam, zu ihr 2u kommen. Der aber rührt sich nicht vom Fleck. Die Braut geht langsam der offenen Tür zu. Wie sie die Schwelle betritt, steht der Bräutigam hastig auf, macht einige schnelle Schriitc der Braut entgegen, faßt sic um den Leib und die Tür schließt sich hinter beiden. Im Zimmer des Bräutigams ',irft sich die Braut zu Boden, auf den ein Teppich ge« breitet ist, und der Bräutigam entschleiert dann erst ihr Gesicht. Das bedeutet, daß er sie offiziell zur Frau nimmt. In manchen arabischen Dörfern besteht folgender wilder fraueil: In der Brauinacht muß der Bräutigam pünktlich Mitternacht mitten im Dorfe einen Schuß abgeben, als Zeichen, daß die Braut jungfräulich war. Das ganze Dorf "׳artet auf diesen mitternächtigen Schuß. Ein Mädchen, nicht als Jungfrau in die Ehe tritt, wird getötet. Viele Araber — nicht nur reiche, auch sehr arme — heiraten einige brauen. Es kommt vor, daß ein armer Araber, weicher kein Geld hat, um sieh eine zweite Frau zu kaufen, seine Tochter '׳erkauft, um sich eine Frau kaufen zu können. Das tun allerdi״gs die niedrigsten Klassen, aber der Austausch der Tochter «!'L'cn eine Frau kommt öfters vor. An dein Tage, da der Mann eine zweite Frau heiratet, Wtibt die erste allein und betrauert ihr Schicksal. Sowie *ber der Mann die zweite Frau ins Maus führt, empfängt sic die erste mit Küssen und wartet ihr mit Kaffee, Süßig- ״dien und Höflichkeit aller Art auf wie einer Schwester. Macht der Mann keinen Unterschied unter beiden Frauen, f leben sie in Freundschaft. Aber selten Ist das Verhältnis Mannes zu beiden Frauen gleichartig. Teil kenne in Palästina Araber, die großes Vergnügen daran finden, ihre *v־ei oder drei Frauen gegeneinander zu reizen, es auch zu mtlichkeiten zwischen ihnen kommen zu lassen. Sie sitzen ®5bei und rauchcu ruhig ihre ״Nargiieh“. . . M M-Zt2־“>: Von Marlin PIcosner, Brodau. Die Rubrik ״Jugendbewegung׳' ln der ״Jüdischen Rundsdimi״ beginnt bereits nach so kurzer Zeit 01 res Bestehens zu einer pariic hrmtcirse den deutschen zionistischen Zentralorgan*; zu werden. Seiten Rind in einer Debatte 60 viele!•0:11er auf a11c 11 Selten gemacht worden wie ln dieser Diskussion über den Blau-Weiß. Aufgabe de» nachstehenden Artikels soll es sein, die Fehler auf allen Seiten schommgs'os aufzudecken und so die Möglichkeit zu 6dt,affen, diese so notwendige Diskussion auf ein anderes Niveau zu lieben. Der Verfasser, der selbst K. J, Ver ist, schreckt dabei vor Angriffen auf die eigene Organisation nicht zurück, warn es ihm im Interesse des Zionismus notwendig erscheint. Nur wenn die Vergiftung der Atmosphäre radikal aufhört, wird cs möglich sein, zu denjenigen Problemstellungen vorzudringen, die die eigentliche Aufgabe de* Zionismus gegenüber dem Blau-Weiß bezeichnen. Wenn allerseits Einkehr gehalten wird und nicht mehr Lust an der Polemik 11m ihrer selbst willen die entscheidende Note des Kampfes ist, wird man dtrlicli miteinander sprechen können, etwas weitblickender werden um! aufliorcn, Positionen zu verteidigen, die man nur verteidigt, weil der andere sie angreift, und umgekehrt Der Artikel hofft, zur Entgiftung der Atmosphäre Voraus- Setzungen zu schaffen, und zugleich Wege zu zeigen, die in Zukunft werden beschritten werden müssen. Dazu aber 1 ist ein historischer Rückblick nötig. j Die ״Blau-Weiß-Frage" bewegt die zionistische Oeffent- 1 lichkeit seit dem Bundestag des Blau-Weiß in Prunn, der 1 im Sommer 1922 stattgefunden lut. Auf diesem Bundestag 1 ist dem versammelten Bund das von der Bundesieitung be*- 1 schlossene Gesetz verkündet worden. Im Anschluß an den Bundestag traten einige Bünde und einzelne Blau-Weiße aus. Ihre Gründe sind in dem ״Saiatndmf“ des ״Freien Jüdischen Wanderbimdes Blau-Weiß' kurz wtedergegeben. (Rundschau 1923, Nr. 14.) Die Stellung des K.J.V. zu dem Ergebnis des Bundestages war unzweideutige Mißbilligung der Entwicklung»• tendenz des Blau-Weiß. Dieser sah sich plötzlich einem Faktor gegenüber, mit dessen Stärke er nicht gerechnet hatte, dem K. J. V. Er fühlte die Notwendigkeit, sich auscinanderzu- *etzen, was er bis dahin stets obgdclmt hatte. So kam cs zur Jugendtagung in Kassel, über die ein ausführlicher Bericht erschien. (Rundschau 1922, Nr. 76/77.) So viel dieser Bericht auch wcglasscn mußte, er orientiert doch ausreichend über die Probleme, um, die es sich überhaupt handelt Ein positives Ergebnis hatte Kassel nicht; aber es tauchte immerhin doch schon der Gedanke einer Fusion zwischen K.J.V. und Blau-Weiß auf. Die Qründe, aus denen diese Fusion gewollt wurde und die auch heute noch in unverminderter Gewichtigkeit bestehen, sind kurz folgende: 1. 'Das Durchschnittsalter des Blau-Weiß rückt immer höher hinauf; der durchschnittliche Altersunterschied zwischen K.J.V. und Blau-Weiß wind immer geringer. Ke so entstehende Kriiftezerspütterung gleichartiger Menschen in zwei Bünden ist überflüssig, daher zu beseitigen. 2. Die neuen Aufgaben, die der Blau-Weiß sich gestellt bat, versetzen ihn in die Notwendigkeit, Mensdien zu werben, die er früher nidit erfaßt hatte, weil sie ihrem Alter nach ins K.J.V. gehörten. Andererseits sieht das K.J.V. die Frage seines Nachwuchses immer ernster werden, weil die Zahl der Studierenden dauernd abmtmut und die Schuljugend, infolge der Ausbreitung der jüdischen Jugendbewegung aller Richtungen, mehr und anclir schon in einem Atter fcstgclegt wird, indem sie für das K.J.V. noch nicht in Frage kommt. Da nun der Blaus-Weiß in wachsendem Maße den Eintritt seiner schulentlassenen Mitglieder ins K.J.V. verhinderte, well er sie für sich selbst brauchte, so sah das K.J.V. sich vor die Notwendigkeit gestellt, aus 0runden des Nachwuchses eigene Jugemigruppen zu gründen, was eine wehere Kräfte- Zersplitterung bedeutet hätte. 3. Da so der Ausweg der Arbeitsteilung zwischen dem K.J.V. und Blau-Weiß nicht mehr wie früher beschritten werden konnte, blieb ja noch die Möglichkeit, die eine Organisation in der anderen aufgehen zu lassen. Doch die Gründe, die auf beiden Seiten dagegen sprachen, warm zu stark, selbst wenn man ganz von den Sentiments absieht, die sich an das Bestehen des eigenen Bundes knüpfen. Das K.J.V. konnte und kann die Richtung nicht billigen, in der der Blau-Weiß geht, nicht, weil cs glaubt, der Blau-Weiß stelle sich außerhalb des Judentums oder proklamiere den Fascismus, sondern weil die rein erkbnismäßige, bewußt problemlose Auffassung des Zionismus Im BlaiirWciß nicht die Gewähr bietet, daß die Blau-Weißen länger Zionisten Weihen, als das Jugetidcrlebnia Blau-Weiß bei ihnen andauert, und weil die Form der Erziehung, die sich Im Blau-Weiß mehr und mehr ausbreitet, den Ernst und das Verantwort imgs• gcfühl der Führer gegenüber den Individualitäten der Wanderer sehr zweifelhaft erscheinen läßt; well der Blau-Weiß die erzieherische Aufgabe der Jugendbewegung mehr und mehr verdrängt zugunsten einer usurpierten Aufbauarbeit, die eigentlich nicht ihm, sondern der Organisation zukommt, einer Aufbauarbeit, für die seine Kräfte und sein Einblick in die Notwendigkeiten Palästinas und der Wirtschaft überhaupt bei weitem nicht ausreidicti; schließlich weil der Kampf gegen die Assimilation im! Blau-Weiß mehr «net mehr zurücktritt, vielmehr eine neue, vertiefte Art der Assimilation in!)«denk• lieber Weise Platz greift ,(F, L. in Rundschau 1923, Nr.' 14) und weil die Tendenz zur Eigcnbrödelei Immer stärker wird. Der Blau-Weiß seinerseits warf und wirft dem K. J. V. totenlosen Intellektualismus vor, fruchtlose Beschäftigung mit rein theoretischen Problemen; Mangel an Bereitschaft, am׳ palästi• uensisciieii Aufbauwerk niitzunrbcitcn, unjugendlichen Organisationszionismus, mangelnde Zusammenfassung seiner Mensehen, Kritiklosigkeit in der Uebemahme jüdischer Tradition, Gahilhjudcntuin. Ohne zunächst über Berechtigung der beiderwütigen Gründe zu streiten, deren Liste sich übrigens leicht vermehren ließe, wird jeder nrgeben müssen, daß diese Gründe für die Beteiligten selbst stark genug waren, um Aufgabe des eigenen Bundes zugunsten des anderen a limine nbzulchncn. Nun blieb nur noch die Fusion übrig. Sic war für beide Teile ein gewagtes Spiel. Es galt Einsatz aller Kräfte, um int K. J. V, Blau-Weiß möglichst viel. von den eigenen Tendenzen; die ja im Interesse des Zionitniua beiderseits von größter Bedeutung schienen, In der erzieherischen Arbeit durchsetzten. (Dafür erwarteten beide Parteien aber hohe Ziele, die Im folgenden »och lcur$!ködert!werden Bollen, ,'׳•־-•־״*-׳—*■׳ ־״—׳ 4 Die Auseinandersetzung zwischen K.J.V. und Blau-* Weiß war In Fluß gekommen. Nur Im gemeinsamen Bund« war es möglich, den Kampf mit genügen der Sachlichkeit und Verantwortung ru führen; der beste Beweis hierfür ist das, was sich seit dem Scheitern der Fu« sion ereignet hat Im gemeinsamen Bund, an dessen( Bestand beide Teile gleichermaßen Interesse hatten, in dm■ sie das Beste milbrachtcn, was sie glaubten, dem' Zionismus geben zu können, konnte die Auseinandersetzung ein Niveau erreichen, das für eien gesamten Zionismus von größter Bedcirtttng werden konnte. Die erste wirklidi gut durchgeführtd Gegenüberstellung von zwei einander in gewissen Punkten diametral entgegengesetzten Auffassungen von Zionismus utiü Aufbauwerk tonnte Ergebnisse mit sich bringen, die für dl« Weiterbildung der zionistischen Theorie, für die Belebung der zionistischen Bewegung wmf für die praktische Stärkung de« Chaluziuth und der jüdischen Zentren der Diaspora außer• ordentlich fördernd werden konnte. Jedenfalls wurde 80 aller verantwortimgsfose Kampf, jede vercinsmeierisclic Note, jed« Zcrstönuigstcriöenr, jede Rechthaberei und alle persönlich** Polemik einfach unmöglich gemacht. 5. Als Ergebnis der geführten Auseinandersetzung abe* war eine einheitliche zionistische Jugendorganisation in Deutsch-!and zu erwarten, die alle Zionisten vom Knabenalter bi« nl den leitenden Stellen in der Organisation umfaßte, der alle in Dcutsdiland für theoretische und praktische Arbeit, für Erziehung und liachanah in Betracht kommenden Kräfte gehörten, die dir Anfang zu einer neuen, im höheren Sinne politischen Erziehung auf Erfassung des StaatsgedanJeens hin werden konnte. Dai sind Int wesentlichen die Gründe für die Fusion; Obwohl auch viele Gründe dagegen sprachen — die übrigens; das sei gegen die ״Erklärung“ der Bundesleitung des Blau- Weiß (Rundschau 1923, Nr. 14) gesagt, vom Präsidium de« K.J.V. dem Kartell keineswegs verschwiegen, eher übertrieben dargcstcllt wurden —, ist man auf beiden Seifen an ein« Ueberwindung aller Widerstände gegangen, um das große Ziel, das einheitliche, starke Kartell jüdischer Bünde Blau- Weiß zu schaffen, Im Dezember ist der neue Bund gegründet worden; und die Fülle neuer Arbcitsmöglidikeiten löste ■in jedem, derrt zionistische Jugenderziehung eine em&l* Aufgabe ist, freudige Bewegung aus. Das K. J. B. Blau-Weiß ist wieder in seine früheren Be* standteile au9c!üandcrgcspaiten. Die 0runde dafür werden von dem unparteiischen Schiedsgericht, das auf Antrag des Blau- Weiß zusammentreten soll, geklärt werden. Bis dahin ist cs Pflicht eines jeden, seine Privatmeinung darüber zurückzif* *teilen. * ' Das schließt jedoch nidit aus, daß die Auseinander Setzung über die ״Blau-Wciß-Fragc“ selbst weitergeht Und dazu ist im Rahmen dieses Artikels folgendes zu sagen: Der Blau-Weiß hat sich in der ganzen Debatte übe# ihn bisher nur zweimal geäußert. Beide Aeußerungen mußten den Unbefangenen sehr merkwürdig berühren. Zunächst schriet! Benno Cohn eine Erwiderung (״Die Gefahr“, Rundschau 1922, Nr. 100) auf den Spredisaalartikel von Gerhard Scholem und Oenossen. (Rundschau 1922, Nr. 97.) Diese( Erwiderung beschränkt sich im wesentlichen darauf, Scholen( pcrsönlidt aufs schwerste anzugreifen und ihm die Bercch» tigung zur Diskussion über diesen Punkt einfach abzusprechea( Zu den Vorwürfen des Artikels selbst nimmt Cohn nur int belanglosesten Pimkte Stellung, nämlich int Punkte der Blau- Weiß-Kolonie.׳ Alles andere übergeht er mit Stillschweigen. So mußte sich der Blau-Weiß die ״Feststellung“ (Rundschau 1922, Nr. 103/101) geiallcn lassen, daß er auf Tatsachen mit* politischen Ausflüchten erwidere. Jeder, der den Blau-Weiß einigermaßen kennt, wird wissen, daß ihm diese ״Feststellung‘! höchst glcidigültig ist, da er im tiefsten Grunde ein« Verpflichtung, sich vor Außenstehenden zu verantworten, nach seiner ganzen Struktur nicht fühlt und nicht anerkennt Ab«! dieser Mangel an Verpflichtungsgefühl for* dert allerdings zu erheblichem Wider*pru!ch' heraus. Die Blau-Weißführer sind zwar nicht von der Zionistischcn Organisation eingesetzt, aber zu einem erheblichen Teil deren Mitglieder; und es ist sehr ru verurteilen, daß ihr Verantwortungsgefühl sie im Stielt läßt, wo es gilt des zionistischen Oeffentlichkeit über ihr Tun in einer zkmistsch so erheblichen Angelegenheit abzulegen, wie es die Führung der einzigen zionistischen Organisation der Schuljugend bi Deutschland ist. Die Forderung, ein Schiedsgericht elitzu* setzen, entkräftet diesen Vorwwf keineswegs, weil das Schied*• gcricht lediglich die Gründe des Scheitern* der Fusion, nicht aber die allgemeine Arbeit de« Blau-Weiß zu prüfen hat Auch die ״Erklärung“ der Bundesleitung (Rundschau 1923, Nr. 14) zeigt deutlich jenen Mangel an Verantwortlichkeit, Die Diskussion über die Arbeit des Blau-Weiß wird auch hier mit Entschiedenheit abgelehnt und auf Palästina vertagt Da* ist eine petitio principii, die in aller Oeffent* lichkeit klargclcgt werden muß; denn was dem Blau-Weiß zum Vorwurf zu nmclien ist, Ist ja gerade da* Versagen ge» genüber der H e r z 1 *dum Definition des Zionismus als de» Rückkehr ram Judentum vor der Rückkehr ins Judenland, Darauf mit der Rückkehr selbst ru antworten, ist kein« Antwort und will bewußt die Aufmerksam keif von den kontroversen Fragen ablenken. Aber es ist nidit Aufgabe dieses Artikels, die Diskussion Über das Blau-Weiß-Problem selbst weiterzuführen. Er soll nur die Form der Diskussion kritisieren. Und da muß alter• dings gesagt werden: Schuld daran, daß die Rund- Schaupolemik in 8p wenig erfreulichen Formen verläuft, trägt zum größten Teil öl« Z. V. f. D. Ihre Pflicht wäre es gewesen, den Blau-Weiß in würdiger Form in der Rundschau anzugreifen und zu ver■ sudien, ob er nicht der Organisation als solcher gegenüb« dodi die Pflidht zu ausführlicher öffentlicher Antwort erfüllen würde. Statt dessen hat sie gewartet, bis Scholem einen Spredisaalartikel sdiricb, der schon durch seinen unerträg« lidicn Ton zu׳ ünsadilidicm, persönlichem Widerspruch herau»• fordern mußte. Ihre Pflicht wäre cs ferner gewesen, über di« Fusion ausführlich unter Angabe der Gründe zu bcriditen, wie es dieser Artikel etwas verspätet, aber hoffentlich nicht zu spät, versucht, und dazu Stellung zu nehmen. Ihre Pflicht wäre es gewesen, nach dem Sdieitern der Fusion offiziell mitzuleilen, daß ein Schiedsgericht die Gründe des Scheiterns untersuchen und publizieren wird. Und ihre Pflicht wäre ca sdüicßlich gewesen, zu erklären, daß die Orunde, au» denen die Fusion gewollt wurde, von ihrer Bedeutung nach dem Scheitern derselben nicht da» Geringste verloren haben und dtil versucht worden muß, die Fusion 1u tinem( späteres Zeitpunkt herbeiruXbrcir, ' ■