Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 18 (2.3.1923)
- Date
- 1923-03-02
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Kapitel der ostjüdischen Studenten und Stu• . *innen in Deutschland drängt nach einer energischen Umhrniunß der schon seit längerer Zeit in mancher Hinsicht ,•׳laliba’rcn Situation. Noch ganz kurz vor dem Tode unseres 1״ehrten Freundes. Geh. Hat Leopold Landau, des warm- ' i;;cn und aufopfernden Helfers und Beraters gar vieler ostiidlsdicr Studierender, hafte ich mit ihm eine Unterredung,! der wir uns darüber klar waren, daß es so wie jetzt nicht 1^(ergehen könne und daß an die Stelle des bisherigen hisser faire, laisser passcr ein zielbcwußtes organisatorisches infassen der Dinge treten müsse. Es handelt sich hier keineswegs nur um eine Frage der so oder soviel hundert «Indenten und Studentinnen litauischer, ukrainischer, polrischer, lettischer, sowjetrussischer Staatsangehörigkeit, die luinahmcsuchcnd zu den deutschen Universitäten kommen, (ondern darüber hinaus um eine bedeutsame Frage der jit- (llschen Gesamtheit, auch der deutschen Juden, die cs verlangen Urin, daß sie hier einmal zur Diskussion gestellt wird. ist die gegenwärtige Situation? Litauen besitzt noch plue Universität, wenigstens keine solche, deren wissen• tch.iftliche Qualität eine Anziehungskraft auf die jüdische *fugend auszuüben vermöchte. 111 Polen ist durch die bekannten inncrpolitischen Verhältnisse das Universitälsstudium nur für Jjncn verschwindenden Bruchteil der jüdischen akademischen juxend möglich. Die Verhältnisse in Sowjetrußland und in ,ן« Ukraine sind hinreichend bekannt. Schon immer hat ein .r0Bcr Teil der jüdischen Jugend des alten russischen Gebietes» auch Rumäniens, im Auslände studiert. Neben Berlin ond anderen deutschen Universitätsstädten waren es Zürich, Dem, Orcnoblc, Paris, Lausanne, Genf, die sie lockten. Alle desc schweizerischen und französischen Universitätsstädte sind ־eit Jahren für die Studenten aus den Ländern des Ostens nit der unterwertigen Valuta wohl zu 05 0/0 ausgcschicdcn. 50 groß auch der ostjüdische Student immer im Hungern wesen ist, in der Schweiz wird es ihm heute mit seinen Zuschüssen in polnischer Mark oder auch selbst in litauischer; Währung kaum möglich sein, zu existieren. Alles kommt ן jho nach Deutschland. Zumal auch Prag, das eine Zeitlang; -och als Zufluchtsort in Frage kam, immer mehr und mehr! praktisch ausscheidet. Hier in Deutschland sitzt nun der; Teil der jüdischen Studenten und Studentinnen, dem es ge- I langen ist, die Einreiseerlaubnis und eine mehr oder minder 1 kurz befristete Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten und ,schreibt si! die Finger wund mit Aufnahmegesuchen an; ״:liehe großen und kleinen Universitäten. Ein Teil wird jach nach Maßgabe der vorhandenen Möglichkeit mit meist!:{rkennenswerter Objektivität aufgenommen — am aller-;roßten sind die Schwierigkeiten in den besonders überfüllten •:;!mischen und medizinischen Fakultäten — ein anderer Teil, und scheinbar nicht der kleinere, verliert ein Semester «eh dem anderen mit Warten, muß auch des öfteren wieder erfolglos nach Hause reisen. Sehr viel Arbeitszeit, Arbeitskraft,; Geld und Aktivität wird umsonst eingesetzt und verpufft. j Will man dieser Vergeudung von Menschenkraft, diesem 11 ןn5konomischcn Wirtschaften mit den besten Jugciuljahren and den Entwicklungsmöglichkeiten sehr vieler junger Mensehen ein Ende machen, will man auch gleichzeitig dem doch sich immer merklicher zeigenden Widerstand an den deutschen Universitäten gegenüber den Immatrikulationsansprüchen aus cstjüdischen Kreisen mit Erfolg begegnen, so ist zweierlei;notwendig: einmal zunächst die Bedürfnisfrage für 16s Universitätsstudium zu stellen, und zweitens eine groß- I zügiggedachte Studien* und Unterkunftsmög- Uichkcit für die objektiv zum Studium Berechtigten zu 1 ichaffen, und zwar in einer Art, die nicht nur die vor-; sandenen und weiter zu erwartenden Widerstände des Studienlande* ausschaltct und im voraus wegräumt, sondern darüber; hinaus auch an die Stelle einer vielfach als lästig empfunde-; sen Zuwanderung gewisse sichtbare Vorteile für das sie aufj aehmende Land setzt. , I Ein sehr bedeutender Teil der jungen Leute beiderlei 1 Geschlechts verfügt über ausgezeichnete Zeugnisse. Ich glaube . sicht, daß die wenigen im Osten bestehenden jüdischen i Gymnasien, z. B. die in Kowuo, Wilna, Bialystock usw.! leichtfertig in der Ausstellung guter Zensuren sind; ich kenne I (ie aus der Zeit meines Ostaufcnthaltes als gut geleitet und mindestens auf der Höhe der polnischen und russischen Gynt- ■ fiäsien stehend. Nein, auch die Zöglinge der paritätischen ״cd oft gar nicht judenfreundlichen Realgymnasien kommen j mit geradezu glänzenden Zeugnissen hierher. Es handelt! üh eben, und das mußte auch jeder jüdische und nicht- 1 :Mische deutsche Lehrer zugeben, der in der Kriegszeit im Osten als Militärlehrer unterrichtete, um ein ausnehmend begabtes Menschcnmntcrial von leichter Auffassungsgabe, sehr äier Energie und oft fabelhafter Ausdauer. Trotzdem aber doch schon im Volksinlcrcsse die Frage aufgeworfen ' »«den, ob es zu rechtfertigen ist und ob cs unumgänglich notwendig ist, daß ein so hoher Prozentsatz der ostjüdischen K'cnd zum Studium drängt, wie es heute noch immer der Fall «l Will man die ostjiidisch'en Massen irgendwie wirksam!״r die große nationale Wiederaufbauaktion in der östlichen Kaspora cinsctzcn, andererseits auch aus ihnen die geschulten 1״J leistungsfähigen Kräfte für die palästinensische Arbeit hcrausholcn, so muß unbedingt mehr System und mehr Achtung in das Ganze kommen. Ich weiß, daß der junge Ostjude — ganz anders eben als zumeist der junge Deutsche — sW1t lernt und nicht lernen will, nur um irgendeinen Beruf *«h Absolvierung dieser und jener Examina zu ergreifen, M!'dcm daß ihn der einfach ganz elementare Hunger nach Wissen an die Quellen der modernen Wissenschaft treibt. Ab״ ich weiß, daß es auch im Osten eine ganze Menge v°n Jungen und Mädchen gibt, die das Studium mehr aus Gedankenlosigkeit betreiben, die die Tatsache nicht ruhen läßt, daß ihre Kameraden und Kameradinnen aus demselben Stadtdien studieren und die deshalb alle Hebel in Bewegung setzen, um gleichfalls unter Ausnutzung aller möglichen Beziehungen an die Universität zu kommen. Hier müßte schon im Osten unter systematischer Leitung der vorhandenen Intelligenz ein Auslese- und Sichtungsprozeß cinsctzcn, der der Ueberflutung ausländischer Universitäten durch ostjüdischc Studenten insofern einen Damm entgegensetzt, als er nach Möglichkeit mir diejenigen jungen Männer und Frauen zum Auslands- Studium gelangen läßt und nur für sie die Unterstützung der Heimat und der deutschen Juden anruft, die auf einen Beruf hinarbeiten, der sie befähigt, aufbauende Elemente zu werden, die nach ihrer Rückkehr imstande sind, eine Lücke im jüdischen Lebe« ihres Landes auszufüllcn. Schon unfer dem ganz einfachen, aber zwingenden Gesichtspunkt, daß eben nur eine bestimmte Anzahl ausländischer jüdischer Sludenten im Durchschnitt zur Aufnahme gelangen kann (aus Raumgründen wie aus mancherlei anderen Erwägungen, über die hier nicht zu sprechen ist), und daß eft genug wenig wertvolle Protektionskinder anderen, besser Qualifizierten die Plätze fortnehmen. Was braucht der Osten vor allem? ln allererster Linie Aerzte, die in praktischer Hygiene und in sozialer Hygiene so gründlich geschult sind, daß sie imstande sind, in ihrer Heimat, jeder für sich, eine Art Zentrale zu bilde״, von der aus, auf dem Umweg über die Schule und das Elternhaus, zunächst einmal die elementaren Grundbegriffe der hygienischen Forderungen und dann weiter die praktischen Folgerungen daraus in das in dieser Hinsicht geradezu furchtbar vemadiliisräglc östliche Land gehen können. Zweitens braucht man Lehrer und Lehrerinnen, die positiv jüdische Denkart, Respekt und Verständnis vor der Tradition, pädagogische Schulung und Prädestination mit wissenschaftlicher, insbesondere naturwissenschaftlicher. Befähigung verbinden. Außerdem volksviitsehaitlich und organisatorisch gut dtirchgcbiklcte Kauflcutc, die imstande sind, beim Aufbau und Wiederaufbau des üeuosscuschafts-, Konsums- und gemeinnützigen Bankwesens nach geordneten und soliden europäischen Begriffen, und bei der Heranbildung eines anders und besser als bisher durchgcbildctcn jungen Kaufmannstandes mitzuwirken. Auf diese Gruppen hin müßte zunächst die Studenienauslcsc eingestellt werden. Bei aller Hochachtung vor den übrigen Wissenschaften — von der Ausbildung der jungen Rabbinatsschüler, die an den dcutsehen Seminaren studieren wollen, rede ich hier nicht — muß es doch einmal offen ausgesprochen werden, daß wir uns, als Volksganzes gesprochen, in der gegenwärtigen Zelt einfach nicht mehr den Luxus leisten können, einen so erhcblichcn Teil der studierenden ostjüdischen Jugend auf Gebieten arbeiten zu lassen, auf denen er nach menschlichem Ermessen weder in seiner Heimat, noch in Palästina eine produktive und überzeugt notwendige Tätigkeit später ausüben kann. Und cs muß auch endlich das unbedingt er-־ forderliche Maß von Rücksichtslosigkeit und Härte a״*• gebracht werden, das dazu gehört, um denjenigen, die subjektiv glauben, daß cs ein nationales Unglück sei, wenn gerade sie nicht studieren könnten, die aber objektiv wirklieh nicht dazu berufen sind und in anderen Berufen Ordentliclics leisten können, zu sagen, daß cs in dieser Zeit eben nicht angehl, zu studieren. Mau kann sic ruhig auf das Beispiel der Tausende und aber Tausende deutscher Familien mit alten akademischen Traditionen hiuwciocn, die heute darauf notgedrungen verzichten müssen, ihre Saline die Universität beziehen zu lassen. Das Studium einer gegen den augenblicklichen Zustand bedeutend verringerten Anzahl junger ostjüdischer Menschen, aber eben nur besonders qualifizierter und unter den Gesichtspunkten der Volksnotwendigkeiten ausgcwählt, muß das erste Ziel einer vernünftigen ostjüdischen Studentenpolitik sein. Selbst bei Durchführung der Im vorstehenden Absatz geforderten Maßnahmen wird es bei den zunehmenden Schwierigkeiten der Aufnahme auf manchen deutschen Universüßten und bei den sich immer ungünstiger gestaltenden Hochschulvcrhältnisscn in einigen anderen Ländern mit schwacher Valuta auf die Dauer nicht möglich sein, selbst den qualifizierten ostjüdischen Studenten das reguläre deutsche Univcrsitätsstudiiim zu gewährleisten, ln Paranthesc sei nur erwähnt, daß die Studierenden der Tierärztlichen Hochschule in Berlin beschlossen haben, neben den belgischen, französischcu und italienischen Studenten auch den litauischen Studenten den Besuch der Vorlesungen und Uebungen unmöglieh zu machen, obwohl z. B. die paar kreuzbraven dort studierenden litauischen Juden wirklich und wahrhaftig nicht mit dabei gewesen sind, als litauische Banden das Memelgebiet besetzten. — Wir haben einmal in Berlin ausgezcichncte medizinische Hochschulkursc außerhalb der Universität gehabt, die, glaube ich, einer Anregung des Gch.-Rats Landau, Einsteins und des Prof. Katzcnstcin ihre Entstehung verdankten und die, mit Billigung des Kultusministeriums, einer ganzen Anzahl ostjüdischcr Studierender, die sonst verzweifelt und ohne Studienmöglichkeit in Berlin herum* gesessen hätten oder gar wieder ausgewiesert worden wären, die Gelegenheit zu einem fachlich hochstehenden Studium gaben. Auf diesem Wege muß großzügig und systematisch wcitcrgcgangcn werden. Die berufenen Vertretungen der deutschen Juden sollten sich die Genehmigung erwirken, zunächst in der besonders überfüllten medizinischen und technischcn Fakultät ‘(auch das Chemicstudium findet ln zunehmendem Umfange bei den ostjüdischen Studenten Eingang) fest organisierte Lehrgänge zu schaffen, die ihre Studierenden' soweit fortzubildcn Vermögen, daß diese sich später an einer deutschen Universität zur Prüfung stellen dürfen. Bei der großen Zahl jüdischer Privatdozenten und jüdischer Aerzlc mit Privatkliniken, ferner der jüdischen Fabriken, in denen junge Techniker Ihr praktisches Jahr absolvieren könnten, werden da keine unüberwindlichen Schwierigkeiten vorhanden sein. Es wäre dann nicht allzu schwer, gegebenenfalls auch noch pädagogische und nationalökonomische Kurse und Seminare anzngücdcrn. Weit erheblicher als die wissenschaftlichen und konstruktiven Schwierigkeiten des Werkes wären die zu lösenden Aufgaben wirtschaftlicher Natur. Sie können aber in Verbindung mit dem Ililfswcrk des amerikanischen Joint auf folgender Basis gelöst werden: um den Widerstand der zuständigen deutschen Behörden gegen die Einreise und den Aufenthalt der Studiereinlcu zu überwinden, der in der Hauptsache sich auf das allerdings sehr ernst zu nehmende Argument der Wohnungsnot in deutschen Städten stützt, könnte der ״Joint" das Anerbieten machen, in der nächsten Umgebung Berlins auf seine Kosten für sämtliche Studierenden nach Art des ״Settlements" der amerikanischen Studenten eine kleine solide gebaute Holzbarackensiedlung aufzuführen, die gegebenenfalls nach einem bestimmten Zeitraum von etwa 10 oder 15 Jahren kostenlos an die Kommune als Acquivalcnt für die Hergabe des Grund und Bodens zurückfallen könnte. Es wäre möglich, der Kommune und der Regierung die Genehmigung für die Errichtung dieser kleinen Barackenstadt dadurch noch schmackhafter zu machen, daß man sich verpflichtet, noch einen bestimmten weiteren Prozentsatz derartiger Si.'dlungsbarackcn auf einem anderen Terrain auf Kosten des ״Joint“ zu errichten, die ohne jedes Entgelt dein städtischen Wohnungsamt zur Verfügung zu stellen wären. Mit diesem Argument in der Tasche könnten Magistrat und Stadtverordnetenversammlung ruhig jedem anlisemitischen Ansturm entgege!!treten. Zweitens müßte der ״Joint" auch die Lebensmittelversorgung der Barackcnsicdlung für die Studierenden in die Hand nehmen. Ein großer Teil der Studenten erhält ausreichende finanzielle Zuschüsse von Hause aus. Diese Gelder müßten — nach einer hinreichenden Umlage pro Kopf berechnet — in die Kasse einer gemeinnützigen Konsumgenossenschaft der Siedhing gelegt werden. Die Verwaltung der Gelder läge ln den Händen des ״Joint"-Bcauftragten. Dieser würde aus den Geldern des ״Joint" noch die Kopfzuschüsse für die ärmeren Studierenden leisten und die gesamte Summe dann regelmäßig zum Ankauf amerikanischer Lebensmittel verwenden. Damit würde sowohl, was den Wohnungsmarkt als auch, was die Lebensmittelversorgung anbetrifft, die deutsche Wirtschaft vollkommen von jeder Inanspruchnahme durch die Studenten entlastet sein. Es kommt also kein irgendwie mehr ernst zu nehmendes Ar. gurnent in Frage, mit dem — in berechtigter Wahrnehmung wirtschaftlicher Interessen Deutschlands — gegen die Einreise und das Verbleiben einer größeren Anzahl ostjüdl* scher Studierender protestiert werden könnte, als an den eigentlichen Universitäten zugelasscn werden. Daß diejenigen deutschen Universitäten, die bis jetzt noch in mehr oder weniger großem Umfange ostjüdischc Studierende immatrikulieren, etwa nach der Errichtung privater Kurse nunmehr den Versuch machen würden, alle sich bei ihnen um den akadcmischcn Bürgergrad bewerbenden Ostjuden auf diese Kurse abzuwälzen, glaube ich nicht, insbesondere nicht, weil z. B. das Preußische Kultusministerium mit anerkennenswerter Ob- Jcktivität die Immatrikulation vornimmt und weil nach meiner Kenntnis •der Dinge vielfach die Universitätsdozenten in ihren Seminaren so gute Erfahrungen mit ostjüdischen Studenten gemacht haben, daß sie ein derartiges Vorgehen zum mindesten nicht unterstützen würden. Da aber auf alle Fälle doch die Tendenz zur Aufnahme ostjüdischer Studenten an deutschen Universitäten rückläufig ist, und außerdem vor allem die Einreise- und Aufenthaltserlaubnis infolge der wachsenden Schwierigkeiten auf dem Wohnungs- und Lebens* mittclmarkt in Zukunft immer schwieriger zu erlangen sein wird, so bleibt mein Vorschlag doch, wie ich glaube, das einzige Mittel, das wir brauchen, um nicht nur auf alle Eventualitäten gefaßt sein zu können, sondern auch um den heute schon verzweiflungsvoll aber vergeblich um das Studium ringenden jungen Menschen (darunter auch so manchen, die nach den Bolschcwistcncinfällcn und der Flucht aus ihren Wohnorten ihre Gymnasial Zeugnisse und Abgangsurkunden nicht mehr besitzen) behilflich zu sein, sich die wissenschaftliche Grundlage für eine Existenz zu verschaffen, die sic selbst aus dem Luftmenschcntum heraushebt und die der jüdischen Oesamtheit zuiu Nutzen gereicht. , Ich stelle diesen Vorschlag hiermit zur Diskussion und hoffe, daß die jüdischen Organisationen Deutschlands, die noch besser als ich die ganze Not und verzweiflungsvoUe Lage des ostjüdischen Studententums in Deutschland kennen! aus dem Projekt eine Tat machen werden. Der neue jödische Minister für Litauen Kowno. (J.C. B.) Das neue litauische Kabinett hat sich' bereits konstituiert. Premierminister ist Galwanowski. Zum Minister fürjüdische Angelegenheiten ist, trotz aller Proteste der jüdischen Körperschaften und aller Kreise der Bevölkerung, das Mitglied des Kreisgerichts, Bern• hard Friedmann, ernannt worden. Wie dem Kownoer J. C. B.-Vertreter soeben initgeteilt wird, haben aus Anlaß der Ernennung Friedmanns zum Minister sämtliche Angestellte des jüdischen Ministeriums, auch diejenigen, die keine verant• wörtlichen Stellen innclinbcn, ihre Posten nicdcrgclcgt. Die jüdischen Gemeinden in Kowno, Mariampol und Schaulcn haben scharfe Proteste gegen die Ernennung Friedmanns zum jü• dischcn Minister erhoben und diese Maßnahme als einen Schlag int Ocsicht der jüdischen Oe Seilschaft in Litauen bezeichnet. Ueber die Persönlichkeit Friedmanns ist bekannt, daß er nie Beziehungen zur jüdischen Gesellschaft gesucht hat. In jüdischen Kreisen erinnert man sich, daß Friedmann ln der Zarenzeit sich guter Beziehungen zu mehreren Gouverneuren und sogar zum gewesenen Innenminister Plchwe und zur Zarinwitwe Maria Fcodorowna zu rühmen pflegte. ןי**‘־״'־׳!י״ין fr%'t! 4ן"'״׳ J imi 1» ui ii '״- י«•«־״j 'd kJ * ,-j %*־*־| i J 1«II 112? ~\ 1!3 m , pfe*i i r ־־f II fk». .Jb ךיח n! 1 ) \ jr■** n לח) Q r~r L_) I 1 -י 111 »lnirf .l נ: f.—ן 5 ׳ f י J Ln»,.«? hia.Mif•! ל *J C J Wi kJ 1M W# ־r ׳ «.14 W,