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Jüdische Rundschau · 1923-03-02 · Heft 18 (2.3.1923) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 18 (2.3.1923)
Date
1923-03-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 100 JUEDISCHE RUNDSCHAU Eine Gartensiediung bei Haifa Die Idee, nahe bei Haifa mit in Deutschland gärtnerisch ausgebildeten Chahuim die Grundlage einer Gaitensiedliing zu legen, kann nur überall mit Freude begrüßt werden, ln der Tat eignet sieb das karge in Aussicht genommene Nalionalfondsland Djadjar ausgezeichnet für diesen Zweck, und ich glaube nicht, daß eine besser hierfür passende Lokalität in Palästina ausfindig gemacht werden kann, abgesehen davon, daß man sie erst kaufen müßte, was, da die Mittel des Nationalfonds! gegenwärtig durch alte Verpflichtungen in Anspruch genommen sind, bedeuten würde, einige Jahre 711 warten, um die Kaufgckler für das Land erst zusammenzubringen. In Djadjar kann man dagegen sofort mit einer von den Gärtnern geleiteten Kwuza beginnen, sobald man die geringen Betriebsmittel für die im Anfang etwa 15 jungen Leute zusammengebracht haben wird. Das Land Djadjar liegt nur 7—11 km von Haifa ent• fernt und ist mit dieser Stadt durch die gute Chaussee Haifa—Nazareth, die Lisenbahn Haifa—Damaskul und den freilich nicht schiffbaren Krukon verbunden; Straße, Bahn und Fluß durchqueren das Terrain etwa in der Mitte. Das Land wurde erst kürzlich von der Palcstinc Land Develop• ment €0. erworben, ein Teil wurde wieder an eine Gesell• echaft zum Bau einer großen Zementfabrik weiter verkauft, 3000 Dunam übernahm der Nationalfonds, um dort eine nach den! verstorbenen Dr. TschlenoW zu benennende Siedlung zu begründen. Hierfür den ersten Grundstein zu legen, ist eine ehrenvolle Aufgabe der deutschen Zionisten. Das Haupt• büro des Nalionalfonds in Jerusalem hat nämlich der deutschen Landcsstclle des Jüdischen Nationalfonds den Vorschlag ge• macht, 1000 Dunam nt übernehmen, und cs kann wohl kaum einem Zweifel unterliegen, daß die 8003 £, die nötig sind, um die 1000 Dunam auszulöscn, in Deutschland in zwei Jahren aufgebracht werden können. Der größte Teil des Landes besteht aus sehr fruchtbarem Schwemmland, dem Wasser behufs Bewässerung einerseits vom Rischoniluß durch ein Pumpwerk, andererseits durch gewöhnliche Pumpen aus dem Grundwasscr, das hier nur wenige Meter unter der Oberfläche in reicher Menge vor• handen ist, zugeführt werden kann. Der kleinere Teil des Landes hebt sich an den Hängen des Karmel hinauf und dürfte sich, wo der Abhang nicht zu steil ist, zur Anlegung von Pflanzungen eignen, besonders von Tafcltraubcn, Oliven• und Johannisbrotbäumen, welch letztere ja am Karmel besonders gut gedeihen. Auch lasse sich wohl hier ein geeignetes Terrain für eine Gartensiediung ausfindig machen, die für Leute, die auf dem Lande wohnen, aber in Haifa ihren Geschäften nachgehen wollen, eine große Ansicdlungs• kraft haben würde. Denn die Aussicht von dort ist wunderschön, über das große fruchtbare Tal der Emek Israel hin• über nach den galilaischcu Oebirgen, die überkrönt werden von dem meist schneebedeckten Hermons, und links die große blaue Bucht, a!1 den Flanken begrenzt von den Städten Haifa und Akka. Durch die Nähe der Stadt Haifa, die schon in den nächsten Jahren einen für große Seeschiffe geeigneten Hafen erhalten wird, ist der Absatz von Gemüse gesichert, und wenn cs sich Herausstellen sollte, daß ein größerer Gemüseexport sich lohnt, würde hier die Möglich• keit geboten sein,, daß sich die, ׳vorläufig kleine :Gärhicr- Siedlung zu einem großen Gemüsezent/um entwickelt. Auch die Hunderte von Arbeitern der Zementfabrik und die zu• künftigen Bewohner der Gartensiediung am Karmel bei Djadjar eröffnen den Gärtnern ein gewisses Absatzgebiet, so daß die wirtschaftlichen Aussichten als geradezu hervorragend bezeichnet werden können. Wenn jeder deutsche Zionist sich nach Kräften an der 'Aufbringung der Mittel für den Nationalfonds beteiligt, und aus den in Deutschland gesammelten Geldern des Keren Hajessod das lebende und tote Inventar der Siedlung ge• deckt wird, so wird schon in ein bis zwei Jahren ein neues Kulturzentrum in Palästina entstanden sein, das den deutschen Zionisten, die cs aus eigenen Kräften trotz der schlechten!Valuta geschaffen haben werden, zur Ehre gereicht. O. W a r b u r g. Vota hebräischen (Jymnasium in Tel-Awiw r Tn den letzten Jahren haben sich die Lehrer des Gym* jiasiums ln Tel-Awiw bemüht, in den Lehrplan Unterricht in praktischer handwerkerlicher Arbeit einzuführen. Unterricht in Gartenbau wird seit längerer Zeit erteilt. Die Erzichungsabteilung der Exekutive hat außerdem bestimmte Stunden für handwerkliche Arbeiten festgelegt. Eine Tischlerei und eine Buchbinderei sind eröffnet worden, in der Knaben und Mädchen unterrichtet werden. Der Versuch ist gut gelungen, eine Gruppe von Schülern arbeitet regelmäßig nach dem Unterricht und fertigt in der Tischlerei die notwendigen Gebrauchsgcgcnstände für die Schule an, eine andere macht Buchbinder• arbeiten. Es wird beabsichtigt, auch eine Werkstät tc für Schmiedearbeiten einzurichten. Für die Einrichtung derselben ist ein Betrag von 100 Pfund erforderlich. Das Budget des Gymnasiums beträgt im gegenwärtigen Schuljahr 11000 Pfund. Das Education-Dcpartemcnt gibt 3000 Pfund, 7000 Pfund werden von den Eltern und Freunden der Schule erwartet, so daß ein Defizit von 1000 Pfund bleibt. Neuerdings Ist die interessante Tatsache zu konstatieren, daß Schüler aus Amerika kommen, die dort die höheren Schulen besucht haben und nun das 'Gymnasium besuchen, um eingehende Kenntnisse des Hebräischen zu erlangen. Die Zahl der Schüler beträgt 578, davon 327 Knaben und 251 Mädchen, 147 Schüler befinden sich in den Vorbereitungsklassen, der Rest in den höheren Klassen. 4 Die Hafenfrage r Jerusalem. Der englische Ingenieur F. Palmer, der vom Londoner Kolonialministerium den Auftrag erhalten hat, die Frage der Errichtung eines Hafens in Palästina zu prüfen, ist bereits in Jerusalem cinge'troifcn. Es wurde eine amtliche Kommission eingesetzt, die Herrn Palmer in der Erfüllung seiner Aufgaben an die Hand gehen aoli. Dieser Kommission gehören ah: Der Direktor der öffentlichen Arbeiten, der Direktor der Handels- und lndustrieabteilung, der Direktor der Steuerabteilung, der Leiter des paläs'inensischen Eisenbahnwesens und die Gouverneure tooa Haifa und Jaffa. Nr. 18 ד־ An unsere deutschen Abonnenten! Wir machen hierdurch bekannt, dr>ts die Abonne■ mentsgebiiirren für das 2, Quartal lii2f! (April-Juli) für unsere Abonnenten Im Sainmelbezugo der Ortsgruppen M100 Mk. und in! Elnzelabonnenunt .... 11800 ״ betragen. Denjenigen,Abonnenten, denen die Vorauszahlung der Gebühren für das ganze Quartal aus wirtschaftlichen Gründen schwer fällt! können ein Monatsabonnenient für unser Blatt direkt bei der Post nufgeben. Ule Gebühren betragen für den Monat 211)0 Mk. Unsere Abonnementsgebühren sind mit Rücksicht auf den Charakter unseres ILattcs besonders niedrig gehalten. Die Anmeldung der Abonnenten für das 2. Quartal muss bis zum 10. März ei folgen. Wir werden daher die Bczugsgebühren von allen Elnzelabonnenten, von denen wir bis zum 8. März weder die Ge• bühren noch eine Mitteilung erhalten haben, durch Nachnahme erheben. Nur bei •otortlger Einlösung dieser Nachnahme kann eine Gewähr für die pünktliche Zustellung unseres Blattes nach dem 1. April Uber« nommen werden. Verlag ״Jüdische Rundschau44 Berlin W15, Sächsische Strasse 8 Bankkonto; Darmstädter und NsllonMbtnk Depositenkasse W 15 Kurfflritciidsmm 52 Postscheckkonto; Berlin 17392. Der medizinische Beruf in PalasEna? Die Palästina-Exekutive veröffentlicht folgende teilungcn über de״ Stand des Aerztewesens in PakUtir.,;. Das gesamte jüdische Snnitätswesen ist bei der Hadai!,׳,! konzentriert, da Gemeinden und Kolonien nicht imstande [ sind, ihre eigenen medizinischen Institutionen zu erhalt!;״ Die Hadassah ihrerseits ist wegen der finanziellen Kiisj > gezwungen gewesen, den Umkreis ihrer I ätigkeit «inz!:.1 schränken, so daß die Möglichkeit für Aerzte, von de! i Hadassah beschäftigt zu werden, sehr gering ist. i Für medizinische Institutionen der Regierung [s! Kenntnis des Arabischen notwendig. Freie Steilen sind hier selten. Die Privatpraxis ist überall überreichlich beseht Ein großer Teil der Bevölkerung ist gewohnt, medizinisch( Hilfe entweder unentgeltlich oder zu ganz geringen Pre!st, zu erhalten, da eine große Anzahl von Hospitälern unj anderen medizinischen Institutionen auf dem Wege der Wo(!’, fahrtspftege von jüdischen und nichtjiidisclicn Gesellschaft unterhalten werden. Dagegen existieren Möglichkeiten für jüdisch! Aerzte in rein arabischen Städten und Dö! r״~־׳ W>u!. ...U Palästinensische Staatsbürgerschaft lieber die Möglichkeit der Erwerbung der palästinen* sischcn Staatsbürgerschaft veröffentlicht die Palästina-Exckutive folgende Mitteilung: Die palästinensische Staatsbürger* schaft kann überhaupt noch nicht definitiv erworben werden, da das diesbezügliche Gesetz noch nicht ergangen ist. Die palästinensische Regierung ist jedoch befugt, provisorische Bescheinigungen in zwei Füllen zu erteilen. Diese beiden Fälle sind: 1. wenn in Palästina wohnhafte Personen in der Zeit vom 1. September bis zum 1. November 1922 erklären, daß sic die palästinensische Staatsbürgerschaft erwerben wollen; 2. wenn eine in Palästina geborene Person oder ein ottomanischer Untertan, der von palästinensischen Eltern stammt, für die palästinensische Nationalität optiert und erklärt, in Palästina seinen ständigen Wohnsitz nehmen zu wollen. Im letzteren Falle kann die Erklärung auch von einer in Palästina geborenen, aber nicht dort wohnenden Person abgegeben werden. Der britische Konsul, vor dem | die Erklärung abgegeben׳ wird, übermittelt'' sie dem Leiter der 'Einwanticrungs- und Arbeitsabteilung ' deT palästinensischcn Regierung. Das Zertifikat wird erteilt, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: Geburt in Palästina und gegenwarti.igc otioma,׳rische Staatsangehörigkeit, Option für die palästinensische Staatsangehörigkeit, Nachweis, daß der Wohn• sitz in Palästina genommen werden soll. Die palästinensische Regierung übernimmt die ״Hadassah" In einem im Bulletin der Zionistischen Exekutive in Jerusalem veröffentlichten Comrüunique wird vcrlautbart; ״Auf Grund einer Vereinbarung zwischen der Regierung von Palästina und dem amerikanischen Joint Distribution Committee hat das letztere einen bestimmten Betrag dem Budget des Gcsundheitsdcpartcmcnts der palästinensischen Regierung zugewiesen, der für den Zweck der Verbesserung der sanitären Verhältnisse zum Nutzen Palästinas Im aligemeinen ‘und der jüdischen Siedlungen im besonderen und zur Unterstützung der Kampagne gegen die Verbreitung der Malaria bestimmt ist. Diese Arbeit wurde in den letzten zwei oder drei Jahren in den jüdischen Siedlungen durch die Aerzte- Organisation ״Hadassah" geleistet. In Anerkennung der Tatsache, daß die Kampagne gegen die Maiariä und ändere ansteckende Krankheiten und für die Verbesserung der sani• tären Verhältnisse im allgemeinen am besten als eine Funktion der Regierung geführt werden kann, hat die amerikanische Aerztekommission ״Hadassah" cingcwilligt, ihre Malaria• und Sanitätsorganisation dem Gcsundheitsdcpartcmcnt zu über• geben, und das Joint Distribution Committee wird diesem Departement die nötigen Mittel zur Verfügung stellen. Der Aerzteorganisation ״Hadassah" wurde bei Uebergabc dieser Arbeit zugesichert, daß die ihr am Herzen liegenden Interessen gewahrt bleiben." Diese Verlautbarung bedeutet, daß die gesamte sanitäre Organisation der ״Hadassah“, welche eine Reihe von Ambulatorien, Laboratorien und Apotheken umfaßt, der palästincnsi• sehen Landesregierung unterstellt wird. Soweit dem Commu• niqud zu entnehmen ist, hat sich das American Joint Distribution Committee bereit erklärt, die ganzen oder einen großen Teil der Kosten des Sanitätsapparates der ״Hadassah“’ noch weiter zu tragen. Bisher hat zu den Kosten der ״Hadassah“ auch die Zionistische Exekutive in beträchtlichem Maße bei• gesteuert; ob diese Beteiligung an der Finanzierung der ״Hadassah" noch weiter besteht, ist dem Communiqud nicht zu entnehmen. Sollte die Zionistische Exekutive von einer weiteren Kostcnbcitragslcistung befreit sein, so wäre das eine Erleichterung für sie, da sie die bisher für die Sanitätsarbeit der ״Hadassah" aufgewendeten Mittel für andere kolonisa• torische Zwecke verwenden könnte. Jedenfalls ist durch die Uebernahme des Sanitätswerkes der ״Hadassah" in den Tätigkeitsbereich des Sanitäts• departements der palästinensischen Regierung ein wichtiger und bedeutsamer Schritt getan worden, der als Präzedenzfall für die Zukunft fcstzuhaltcn: s.cin wird. Das Communiquö der Regierung sicher! *u, .daß die Interessen,- welche der ״Hadassah" besonder* am Herzen liegen, gewahrt werden sollen, was •bedeutet, daß der Apparat der ״Hadassah“ auch weiterhin, besonders im Jntercs»? der 'Jüdischen Siedlung, verwendet werden soll, ״״ ^vV, fern, aber die politische Situation macht <jje; Niederlassung von Juden an solchen Orten schwierig. Jeden, falls ist dort Kenntnis dei Arabischen von Wichtigkeit Statistik des Aerzfewesens, Januar 1923. f Ke.;ierunE H*• duiih Odlenl, 5»nlliH■ difml Acute mH Piivit* firjtxi* .Nicht prlklititrnult Aem Summ Jerusalem. Jaffa und Tel-Awiw , 1 10 7 21 2 47 2 10 4 42 2 90 Andere Städte in Judäa 1 1 3 •— 5 Kolonien in Judäa . . — 4 8 8 2 Kl Haifa Samaria und Emek 4 0 **־ 18 23 Jcsreel . Tilrerias und Unteri ß 2 2 8 Galiläa ..... Saffed und Ober* —־ 0 1 1 1 g Galiläa. Ohne festen Wohnsitz — 0 — — — 3 — — 8 — — 8 Summe 9 | 62 28 00 7 | tfetf Bestrafung eines arabischen Redakteurs Jerusalem. (J. C. B.) Am 15. Febr. hat das Gericht in Jaffa auf Grund einer Klage des polnischen Attache« bei der Zionistischen Exekutive, Colonel Kisch, und des Herr! Tolkowski gegen den Redakteur der arabischen Zeiten; ״Fclcstin" verhandelt. Der Redakteur hatte in seiner Zcitun; die Behauptung aufgcstclit, die Herren Kisch und Tolkowski vet suchten die Untersuchung in der Angelegenheit der Ermordu.1; des früheren Polizeiinspektors Tewfik Bey zu beeinflussen um die Befreiung des der Mithilfe am Morde verdächtigtes jüdischen Polizisten David Bchr zu erwirken. Das Gericht 113t den Redakteur der Verleumdung für schuldig erklärt und ihn zu einer Geldstrafe von 20 Pfund verurteilt. ׳. , Posener Brie! Wer die blühenden jüdischen Gemeinden In der Provhn Posen vor dem Kriege gekannt hat, wer insbesondere Pose! selbst mit seinem reichen jüdischen Leben, seiner zionist sehen Gesellschaft und Jugend gekannt oder gar in ihr geleit hat, muß schmerzliche Eindrücke empfangen, wenn er jetzt wieder diese Orte sicht. Die alteingesessenen jüdisch« Familien haben seinerzeit, als das ׳ Land polnisch wurde, fast ausnahmslos ihren Wohnsitz, verlassen und sind nach Deutschland gezogen, großenteils nach Berlin und Breslau, aber auch in manche kleinere Gemeinde, wie Frankfurt a. 0. und Schncidcmühl. In der Tat waren die Verhältnisse lüt die Juden unerträglich. Man muß nämlich wissen, daß die polnische Bevölkerung ln diesen ehemals preußischen Oebieten ausnahmslos nationaldemokratisch und antisemitisch gesinnt ist und daß z, B. bei den polnischen Scjmwahlcn in Posen nur Nationaldcmokratcn gewählt wtirden, obwohl die nationalen Minderheiten (Juden und Deutsche) auf die Aufstellung eigener Kandidaten verzichtet hatten und geschlossen für die sozialdemokratische Liste (P. P. S.) stimmten. Dennoch ist nicht ein einziger Sozialdemokrat gewählt worden, Oanz langsam beginnen wieder Zeichen jüdischen Leben! zu erwachen. Bis zum 1. Januar 1923 bestände!( Bestimmun• gen allgemein politischer Art, die die Einwanderung au! dem Osten, aus Kongrcßpolcn, sehr erschwerten. Diese Be- Stimmungen sind mit dem genannten Termin gefallen, und, was jetzt noch an Einschränkungen besteht, liegt nur noch auf kommunalpolitischcm Gebiet, insbesondere durch Be- Stimmungen der Wohnungsämter. So macht sich denn eint langsame Einwanderung jüdischer Elemente aus Kongrcßpolcn bemerkbar, die neue Qemcindea bilden, Gemeinden, die einen gänzlich anderen Charakter tragen werden als die deutsch-jüdischen Gemeinden vor dem Kriege. Diese Tendenzen sind nicht nur in der Stadt Posen, sondern auch in anderen Gemeinden zu bemerken, vor allem in Bromberg, wo heute bereits das jüdische Leben stärket pulsiert als vor dem Kriege. Damals war Bromberg bekanntlieh eine verhältnismäßig kleine und von nicht besonder! starkem Leben erfüllte Gemeinde. So kann man jetzt Zeuge einer außerordentlich Interessanten Entwicklung sein. Wenn die Anzeichen, die wir | eben angeführt haben, von uns richtig gedeutet werden, *> entsteht in Posen, Bromberg und anderen Orten ein neue! jüdisches Leben aut osljüdischcr Grundlage, Die Angliederung dieser Provinz an den großen Komplex des pol• nischen Judentums hat begonnen. K- Berufung Dr. Tltons zum Rabbiner in Warschau Warschau. (J. C. B.) Das Vcnvaltungskomifee der großen Synagoge In der Tlomatzkigasse zu Warschau be• schloß, dem Krakauer Rabbiner, Sejmdeputierten Dr. Thon, den Predigerposten an Stelle des verstorbenen Dr. Sch. A. Poznanski anzutragen. Die Antwort des Dr. Thon liegt noch nicht vor. Bekanntlich war unter Dr. Poznanski die Stelle eines Predigers in der Tiomatzki-Synagogc mit dem Posten eines Hauptrabbiners der Warschauer Gemeinde vcf• bunden. Der zum Nachfolger Poznanskis auf dem Rabbiner• tmd Predigeeposten gewählte Professor Moses Scher aus Galizien hat den ihm angetragen Posten nicht angenommen Ni' ׳ Ti.'' denti formt utilial vereb . |1erzi,j judist' ,t ׳, in dt' J weite 1;■•׳■׳!risse l Anfa: ,! keine ׳•>. Sind! , nisch: ־ aufna ־• ( solid! i( tlisch kann, ׳! ׳■ \ ' keine 1 sch.it " ׳ Juge< 1',. inner ״ einen Jugen ״ der י! groß׳ ' , biete, '’ und Bern!׳,' ן ׳ diese :•,יי'.; s seit ir 1 mit; So i 1 ׳ Kt"'• . v ■: Zusc ,1!; Wah V; also ■ '.J :: noch l'.t'l prakt , Teil t :׳ .' hinge ' « kurz " sehr« ,; ׳ samt",י• ( auch; '!'• anerl l groß. techr;1 Teil, nach ertol1 t Geld; I unök; und sehe sich ri Univ OStjC 1 not» ן! das '!י ziigi'! _ lief scha . hani 1 land1 hin» י neu « lieh! Ges• nid»; Gyn leie! sie min•: nasi1 und mit sich ן jüdi Ost! be«, zäh!: mul' wer not■ Jug ist für Dia Und her SF Ost nie na< sor, m Ab vo! Ge ח

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