Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 17 (27.2.1923)
- Date
- 1923-02-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 00 JUEDISCHE RUNDSCHAU « ♦ Ein Interview mit Wcizmann Die arabische Föderation London. (j.C. B.) In einem Gespräch mit dem Vcr• freier der Londoner J. C.!!.־Reduktion hat Dr. Wcizmann eine Erklärung betreffend verschiedener Mitteilungen abge* geben, in weichen sein Name mit einer Bewegung in Vcr• Bindung gebracht wird, die die Schaffung einer arabischen Staatcii-Fodcration unter Einschluß Palästinas erstrebt. Die Frage wurde anläßlich der Veröffentlichung eines Interviews mit Emir Abdullah in der Jaifaer arabischen Zciiung ״Fclestin“ angeschnitten. Bekanntlich liat Emir Abdul!,ah erzählt, er habe während seines Aufenthaltes in London eine Unterredung mit Dr. Wcizmann gehabt, und dieser habe sich für eine arabische Regierung in Palästina ausgesprochen,, wobei er allerdings seinem Wunsche Ausdruck gegeben hat, sich vorher mit den amerikanischen Zionisten zu verständigen. Dr. Wcizmann erklärte dem J.C. B.-Vertreter,daß während des Aufenthaltes des Emirs Abdullah von Transjordanien in London die Frage der Zukunft Palästinas tatsächlich, und nicht allein mit ihm, Dr. Wcizmann, erörtert worden sei. Von einer arabischen Regierung in Palästina war aber gar nicht die Rede. Es wurde einzig von einer nationalen Regierung in Palästina gesprechen, die auf demokratischer Grundlage aufgebaut werden soll. Dr. Wcizmann sagte, er persönlich stehe diesem Gedanken mit Sympathie gegenüber, er müsse aber vier präzise Vorbedingungen stellen. Erstens dürie das Mandat nicht beeinträchtigt werden, zweitens müsse das Ein vcrständnis Großbritanniens eine Voraussetzung dieses Planes sei«, drittens müsse die ungehinderte Entwicklung des jüdischen Nationalheims in Palästina vollständig garantiert sein, viertens müsse Dr. Wcizmann vorher persönlich die Meinung der Zionisten in den verschiedenen Weltteilen einholen. Die zukünftige Exekutive fm weiteren Verlauf des Gesprächs mit dem J. C. ß.- Vertreter äußerte sich Dr. Wcizmann über seine Stellung zu der künftigen Exekutive und die Forderung, die er nach einer Zcilungsineldung über die Zusammensetzung derselben dem künftigen Kongreß zu stellen beabsichtigen soll, Dr. Weizmann erklärte, daß alle diese, In der Form einer Unterredung mit dem Vertreter des jüdischen ״Morgcnjournal“ in New York veröffentlichten Mitteilungen nicht der Wirklichkeit entsprechen. Dr. Wcizmann habe nie ein solches oder ähnliches Interview gegeben. Das ist auch in einer offiziehen Erklärung, die in einem zionistischen Bulletin veröffentlich( worden ist, ausdrücklich festgestellt worden. Dr. Wcizmann sagte, er habe nie Bedingungen mit bezug auf Personen gestellt. Die ganze Angelegenheit sei übrigens inaktuell; er hätte nicht die Absicht, Erklärungen über seine Stellung abzugeben, da er wegen seines Ge •undheitszustandes in die künftige zionistische Exekutive nicht eintreten werde. Er begebe sich augenblicklich ausschließlich im Interesse des Keren Hajessod nach Amerika. , Keren!)ajessod Keren Haj'essod - Einginge Im Januar 1923 ' Aus der untenstehenden Tabelle ist zu ersehen, daß fm Januar d. J. von insgesamt 26 Ländern ein Befrag von £ 31928.7.7 beim Hauptbüro des Keren hajessod cingegangen ist. Ucbcrwcisungcn aus Kanada und Argentinien sind während dieses Monats ausgeblicben, jedoch hofft man, in den nächsten Monaten größere Geldsendungen aus diesen Ländern zu erhalten. In Ganada weilen gegenwärtig als Spczialdelegicrte des Keren Hajessod-Direktoriums die Herren Ooldstein und Col. Patterson, in Argentinien Leib Jaffc. Rumänien ist duroh seine diesmonatige Ueberweisung von £ 1500 an die 13. und Lettland an die 24. Stelle der für den Keren Hajessod beitragenden Länder gerückt. — Außerdem sind im Januar Ueberweisungen aus zwei ln unseren Listen bis jetzt noch nicht genannten Landern zu verzeichnen, und zwar aus Mexiko und aus Ungarn. Land Betrag £ Land Be trag £ I. Ver. Staaten 22581.14. 7 15. Frankreich 120.-. 8 2. Südafrika 150a—,— 16. Transsylvanien 113.12. 9 3. Rumänien 1 500.-,- 17. Bukowina 111. 7. 2 4, Tschccho- 18. Oesterreich 104.18. 2 Slowakei 1 122.12.10 19. Mesopotamien 100.-- 5. Polen 895.19.10 20, Tunis 77. 3. 3 6. Lettland 730.3.— 21. Ostgal izi(;n 69.18.- 7. Belgien 615. 7. 8 22. Mexiko 65.-.11 8. England * 500.-.- 23. Estland 50. 5. 5 9. Holland 429.16. 1 24. Brasilien 44.-,- 10. Bcßarabien 405.-.- 25. Ungarn 24.-.- 11. Bulgarien 250.-.- 26. Sibirien 17.18. 5 12. Litauen 213.11. 7 27. Dänemark 1 4, 4. 9 13. Finnland 154.12, 6 28. Palästina 4. 2. 4 14. Deutschland 123.17. 8 31 928. 7. 7 Die Gesamtsumme der Bareingänge des Keren Hajessod- Hauptbüros in London per 31. 1. 23 beträgt £ 722612.13.7 Die Eingänge bleiben also auch im Januar hinter den Er- *ordernissen des Etats beträchtlich zurück, Estland Reval. Seit zwei Wochen befindet sich unsere Gemeimlc im Zeichen des Keren Hajessod. Mit der Ankunft des Herrn Dr. Wilcusky hat hier eine rege Tätigkeit für Palästina begonnen. Die größte Schwierigkeit bestand in der Bekämpfung der herrschenden Meinung, wonach nichts für irgendwelche anderen jüdischen Zwecke gegeben werden dürfe, solange nicht das hiesige Gymnasium fertig gebaut wird. In einer Reihe von Volksversammlungen sowie privaten Besprechungen gelang cs Dr. Wilcusky durch seine wirkungsvollen Reden, sowie durch sein persönliches Auftreten eine gchobene Stimmung in, allen Kreisen der jüdischen Gemeinde hervorzurufcn. Der Arbeit für den Keren Hajessod haben sich bereits eine Reihe prominenter Persönlichkeiten auch aus denjenigen Kreisen zur Verfügung gestellt, die uns bis jetzt fern- oder gar feindlich gegenüberstanden. Der ma- Icriellc Erfolg verspricht ein ganz beträchtlicher zu werden trotz der großen Inanspruchnahme der Gemeinde durch die ,Verpflichtungen, die sie durch den Bau eines Gymnasiums auf sich geladen bat. Dr. Wilensky wird hier noch kurze Zeit verbleiben und reist dann nach Finnland« .• - )ie polnische Keren llr.Je od - Landeskonferenz Montag, den 12. Februar, wurde im großen Saal der Warsdh.uicr Jüdischen Gnm-iml;* die erste Landeskonferenz de* Keren I injesaxi in Polen eröflnet, die von 280 Delegierten, wevithe 28t) Städte vertraten, beschickt war. Der Vorsitzende des Keren I lajcssod-Direktormins in |V>lcn, Pod I i s c h c w s k i, gibt in seiner Eroffmmgsniisprndie ein kurzes Bild der Tätigkeit und der Entwicklung des Keren Hajessod in!*ölen während der letzten zwei Jahre, Vorsitzenden wird Abg, Dr. Thon gewählt. Sokolow unterstrich in seinem Referat die Be* dcutung der polnischen Judenheit am Wiederaufbau Palästinas, Die polnischen Juden emigrieren am zahlreichsten nach Paliistina, müssen also auch am meisten für den Aulbau des Landes beitragen; cs muß ein gemeinsamer jüdischer Block geschaffen werden, wie unlängst l>ci den Wahlen, damit nicht unsere Cb.iluzitn monatelang auf die Einreise nach Palästina warten müssen oder dort arbeitslos Iin Lande urnlicrirran ציוויי Das Büro des Palästina - Amtes Befindet sich ab 25. Februar 1923 t : Alle Postsendungen sind ausschließl, an diese Adresse zu : i y richtcnl Tclcphommschiuß wird später bekanntgegeben, j %aaaM B;r-M!®siieri, ter»812-13 Auf der Nachmittagssitzung berichtet Generalsekretär Dr, Morgen steril über die Keren Hajessod-Tätigkcit wäliread der letzten zwei Iahte, Es sind Zeichnungen erzielt worden auf rund 925 Miß. M״ wovon die Halite bereits cingczahlt ist. Nach London wurden überwiesen; rund 30000 Pfund und.31 Will. M. Szczcrainski referiert über die Aktionsmcthodcn des Ke.rcn Hajessod, woran sidi eine rege Diskussion anschließt, Die Delegierten kritisieren zum Teil Technik und Methoden der Propaganda und verlangen deren Anpassung an die großen Aufgaben und das große Tätigkeitsgebiet des Keren Hajessod; die Delegierten der HitacMuüi fordern regen Kimtakt mit den Massen, speziell mit den Arbeiterkreisen und wünschen die Bildung einer besonderen Arbcils- Sektion beim Keren Hajessod, wie auch Gewährung von Unter- Stützung an die ChaSuzhn; die Misrachistcn wünschen eine größere Berücksichtigung der religiösen Massen, während die Vertreter der Linken (Poalc Zion und Zcirc Zion) auf die Rolle des Arbeiterelcmcnts hin wehen. Am zweiten Tage der Beratungen (dritte Sitzung) erstatteten die Vertreter der einzelnen Städte ihre Beriche, wobei eine Reihe praktischer Anträge zwecks Verbesserung der Arbeit und Uebcrwind'img der Schwierigkeiten zur Diskussion standen. Außerhalb der Tagesordnung hielt der bekannte Historiker Prof. Balaban ein Referat über die Nationnlbihliothck in Palästina, Abg. Farbstein referierte über den Keren Hajessod und die ökonomische und politische Entwicklung Palastinas und legte folgende Resolutionen vor: 1. Eine euergische Aktion im großen Maßstabe bat sofort für den Keren Hajessod cinzusctzcn. 2. Von den aufgebrachten Summen wird eine Institution zur Förderung der Privatinitiative auf dem Gebiete der Kieini1u!ustrie imd des Kleinhandels geschaffen. 3. Es wird ein'•V'onds geschaffen für die Errichtung von Räumlichkcitcn für 1 lamhverker und Kleinindustricllc. Anschließend an dieses Referat befaßte sich die Diskussion zuin großen Teil mit der Frage der Verwendung der Keren Hajcssod-GeIdcr in Palästina, obwohl vielfach darauf aufmerksam gemacht wurde, daß die Konferenz sich nur um die Aufbringung der Gelder zu kümmern habe, aber nicht um deren Verwendung. Es wurde beschlossen, über die einzelnen Resolutionen nicht abzustimmen, sondern das Protokoll der ganzen Debatte dein Keren Hajcssod-Dircktorium in London vor/iilcgcn, damit es die verschiedenen dort berührten Fragen in Erwägung ziehe. Abg. Lew in so hu referierte über das P a 1 ä s t i n a - B u d g c t unter Vorlegung eines reichen Tatsachenmatcrials und wies darauf hin, daß die Ergebnisse in Polen relativ äußerst gering seien. Eine Milliarde polnische Mark in zweieinhalb Jahren sei bei vier Millionen polnischer Juden eine äußerst minimale Summe. Dem Vorsitzenden Pod 1 i s che w sk I, dem ganzen Dircktorimn und dem Instruktor wurde seitens der Konferenz das vollste Vertrauen und der Dank für die onfcrvolie Arbeit ausgesprochen. In der weiteren Diskussion erklärten Locker (Poalc Zion) und Mcreminsky (Zci're Zion), daß sic nichts gegen die Privatinitiative hätten, daß aber das Volksvermögen mir für das allgemeine Wohl verwendet werden solle. Leider beteilige sidi das Privatkapital noch immer mir äußerst wenig am Aufbau Palästinas, Nach Schluß der Diskussion ergriff nochmals Sokolow das Wort und betonte, daß kein Grund zum Pessimismus vorlicge. Die Chaluzim leiden, aber dies sei kein Grund zur Resignation. Schön und erhebend sei in der Diskussion die Behandlung der Frage gewesen, wer den Namen ״Chaitiz.“ verdiene. Es ist dies das Resultat des ungeheuren Enthusiasmus, den der Keren Hajessod in den weitesten Mnsscn 7u erwecken vermochte. Wir müssen unbedingt eine eirihdt• liehe Front für die Palästina-Arbeit schaffen. — Sodann wurden noch folgende Resolutionen angenommen: 1. Es wird Sokolow der tiefste Dank ausgesprochen für seinen Besuch in Polen und Verehrung und Bewunderung für seine fruchtbringende Arbeit. 2. Dem Direktorium und’ dessen Präsidenten wird ein Vertrauensvotum für die bisherige Arbeit erteilt. 3, Es wird eine Besteuerung für den Keren Hajessod für die Sicherung des Palästina-Budgets beschlossen. 4. Der Keren Hajcssotl ist eine ständige Institution für den Wiederauflvnu Palästinas: jeder Jude ist verpflichtet, alljährlidi Opfer für den Keren Hajessod zu bringen. 5. Es sind die besten Kräfte für den Keren Hajessod zu mobilisieren. 5. Die Pessachwo ehe wird für eine intensive Aktion .für den Keren Hajessod bestimmt, 7. Die jüdische und zionistische Presse hat die Propaganda für den Keren Hajessod zu verstärken, Ergebnisse In Amerika In den letzten fünf Monaten bis einschließlich Januar 1923 ist in Amerika der Betrag von 423 003 Dollar aufgebracht worden, hiervon 145 000 Dollar im Januar. In einer öffentlichen Kundgebung der' Leitung des amerikanischen Keren Hajessod wird auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Palästina hingewiesen und der Ucbcrzeugung Ansdruck gegeben, daß nur eine Verstärkung der amerikanischen Keren Ha'jcssoci-Tätigkcit diesen Schwierigkeiten abzuhclfen imstände sei, ,1! Das (ransjotdonisdie Parlament Jerusalem. (J. C. B.) Die Regierung des Emirs Abdul Inh hat einen Aufruf an die Bevölkerung Transjordnniens erlassen, In welchem zur Kenntnis gegeben wird, daß demnächst die Wahlen in das Parlament Transjordaniens stattfinden werden. Das Parlament wird nicht später als bis zum 1, April einberufen werden, ■ ׳ V! » V Nr,!ן 13 C Wir teilen hferdurih mit, d•# wir tfeawun*«« ,ü unteren IniemtcntaiU tu erhöhen. Der Preis fttr 41« *0, gespalten« Zeile vom 1. Mßrx on beträgt 300 Maik. Verlag Jüdische Rundtchtq, £ .j 'Jugendbewegung Fusion ־ Konfusion Klarheit Vorbemerkung: Wir bringen diesen Arth! als einen Beitrag zur Jugenddebatte. Red. d. ״j. % Von Dr. Otto Simon, Mannheim. Da wir in rasch lebender Zeit vegetieren, zum mindester in Deutschland, glaubt unsere Jugendbewegung, oder sich mal so nennt, auch verpachtet zu sein, möglichst ran! wechselnde Bilder der slauiiemlcn Mitweit vorzulühren. Also wiederholen wir noeli mal: in Kassel im Septem(*!, einmütige Ablehnung auch nur des Gedankens einer Tusso«, möglichkcit, auch nur die Erwähnung brachte empörend. Entrüstung, in den folgenden Atonalen Breitschlagen dt: Provinz durch Berliner Sendboten, und daun im Dezember, nach Vorbereitung durch die Berliner Leitungen, Annahm« der Fusion, jetzt im Februar, Kündigung der Füsio'n. Man sich(, rinn in die Kartotleln, raus aus die Kar toffcln, und so weiter in infinitum. So lange jetzt also die Trennung besteht, wie lange du ist, wissen in dubio ja nur die jeweiligen Leitungen, sei *! uns gestattet, mit aller Energie zu sagen, daß jede Fusion in irgendeiner Art mit dem jetzigen Blau-Weiß uns eine Gefahr, nicht für des Zionismus, das wäre letzten Endes nicht da! Schlimmste, aber für jüdisches Gefühl int. gesamt ist. Wir können den Blau-Weiß nur als Erscheinungsform einer deutschen reaktionären Jugendbewegung, nicht als jüdische Erzichungsform ansehen, mag der Palästina-,,Wille“ 1m Blau-Weiß angeblich noch so stark sein. Um jüdisch zu werden, genügt es nicht, nach Palästina zu ״wollen“, uni sich zu diesem Zweck Einkaufsprovisionen von Geschäften zu crhanistcrn. Wir erblicken in allen anderen jüdischen Jugendvtr• bänden viel mehr jüdischen Willen wie gerade im Blau- Weiß, wir erklären die berüchtigten ״Gesetze“ als ttn moralisch. Uniüdisch ist die Verherrlichung und der Personenkult, die im Blau-Weifi mit den ״großen" Führern getrieben werden, aucli wenn diese die menschlichen und jüdischen Qualität« hätten, die sie nicht haben. Urijüdisch ist die Abschließung und die systematische Mißachtung, die gegen alle anderen gelehrt wird, die nicht das Glück haben, für den ״großen“ Bund würdig zu sein. Unjüdisch sind alle Werte, die im Blau-Weiß gelehrt werden, unjüdisch ist das Denken, unjüdisch sind die Phrasen, unjüdisch ist die ekle gegenseitige Beweihräucherung. Chuzpe um ihrer selbst willen wird im Blau-Weiß gelehrt, bedenklich ist, daß dieser Grundsatz auch schon im K.j.V. Eingang gefunden hatte, offenbar aut Grund des edlen Bei- Spieles des Blau-Weiß, und daß die alten Herren es mit Recht abgclcbnt haben, lediglich als zahlende Größen ge duldet zu werden. Die Krankheitskeime efes Blau-Weiß haben sich schon tief In das K.J.V. cingcfresscn, die Verbindung mit un■ reifen, eingebildeten Menschen war für wertvolle Mitglieder des K. J. V. die Ursache, einen Sonderbund zu bilden, diese bedauerliche Absonderung war bisher die einzige Erfolgs tat der Fusion. Ueber die bedauerlichen, menschlich tief schädigenden Einwirkungen der gegenwärtigen Blau-Weiß-Lcitung auf die ihr verschriebene Jugend könnte man dann vielleicht etwa» milder urteilen, wenn zionistische Arbeit von der Blau-WeiK■ Jugend geleistet würde, wohl verstanden zionistische Arbeit, keine Blau-Weiß-Arbeit, Die von mir damit gemachten Erfahrungen sind mehr als betrübliche. Vor kurzem ist eine zionistische Arbeitszcntrale, bisher von einem ״nur“ K. j.V.tr sehr gut geleitet, in die Hände eines bisherigen Blau-Weißen (ibergegangen. Was ich voraussagte, ist natürlich prompt eingetreten, die Arbeit ist in keiner Weise mehr geleistet worden. Wenn man an der eigenen so ungeheuer wertvollen Persönlichkeit ständig arbeiten muß, kann für zionistische Kleinarbeit unmöglich Zeit vorhanden sein, außerdem ist die letztere Arbeit kontrollierbar, die erstcre nicht. Das eine Beispiel ist typisch, ich könnte sie beliebig vermehren. Ich weiß auch schon den Eimvand, der kommen wird, daß nämlich die Leitung alle Bünde in Rundschreiben ständig zur Unterstützung zionistischer Arbeit auffordert. Es ist nur schade, daß dann, wenn Arbeit verlangt wird, der einzelne Bund gerade etwas anderes, viel wichtigeres ualürlieh, tun muß, so etwa am Sabbath einen Fußballkampf oder ähnliches abzuhaltcn. Wie kann man überhaupt annehmen, daß eine Jugend für eine Bewegung sich hergibt, deren Ucbcrlcbthcit und Unbedeutendheit gegenüber der eigenen ״großen“ Bewegung ihr stets und ständig eingebaut wird? ״ Als Blüte sehen wir dann beim Blau-Weiß einen Phrasen• kult unverstandener, von der Leitung je nach der Mode• Strömung des Tages aufgebrachter Phrasen, und ein eigene» frohes Gefühl der seligen Zufriedenheit, mit sich selbst. Da eine Kritik von außen gar nicht möglich ist, da das Lernen jüdischer Werte als unnötig erscheint, da alles ln der Fland nicht immer zweifelsfreier Führer liegt, die sich durch eigen« inzucht ergänzen, so ist irgendeine geistige Fortentwicklung •nur insoweit möglich, als sic den jeweiligen Führern gerade in den Kram paßt, oder ihrem Verständnis adäquat ist. Hand in Hand damit geht eine Auflösung der Autorität*• bande an alle anderen Autoritäten - Schule, Elternhaus usw.- was ja alles nicht nötig ist, wenn man dem ״großen“ einzig• artigen, noch nie in der Geschichte dagewesenen Bunde angchort. Was sollen w i r nun tun, die vom Blau-Weiß-Phrasenncbe! noch unberührt und kritisch geblieben sind? ihn genau so beurteilen wie etwa den deutschen Wandervogel, von dem vielleicht eine Schar die merkwürdige Idee hat, nach Palästina zu gehen, und dort eine eigene Kolonie zu gründen. Sache kC,״C jüdische״ ׳och vieI wcn1'gcr «'ne zionistische Ernst Simon hat das schöne und leicht mißzuverslehcmie Wort gesagt, daß wir im Wandern nach Erez-Israel zu Hause ״» ™׳™יn auch bedeuten, daß wir im Wandern und Nichtliinkommcn jüdischer werden. Der Blau-Weiß tut gerade das Oegcnteil, er wird immer unjndischer. ^,r 'Ä" FarflCm md Wahrheit. Jede Fusion mit dem Blau-Weiß, der unklar und verschwommen i״ sich ist, bringt uns Unklarheit. Entfernung aller Krankheitskeime, die uns der Blau-Weiß in gefährlichster Zahl schon rrrhraeM, Konfusion, auf der anderen reinliche Trennung und Wahrheit, wählet ao lange noch Zeit ist. krri Leu höh,;׳; Jisc'1' heil:1 aus '■ öffc11 mit r.ocl wer 8 nah־, dur< י׳ tnüs öife das "j zich,:: Wad Seit« Schi Leut Pali,1 mit t, t., weit ן der I jüdi , seit»!' Zäh FM« lest! der Krit an5 , D ' kg«1 kan ein« Le ge! noi ko! jüc W1 Mi jüc tre 84 un zu 8ti G« es 63