Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 17 (27.2.1923)
- Date
- 1923-02-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Straße8. - Telephon: Amt Fialzburß 6697, 6698 u.6699. 1 Für Twhcchoslowakci: F ostsparkassenmnt Prag, Konto Nr.59410. Nummer 17. Berlin, 27. II. 1923 Rcdnktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag, Fflrh«t1r,AnKij™150%Aul*cW»a.'Für׳A11.knd.l1״.rit.iOO?4V.!uVs«u״hli« k=3SS*BK AnzeigcmchluD: Dienstag und Freitag nachmittag 4 Uhr. - - wkfXl'/״.. - — . .. י״א אדר" תרפ״ג XXVIII. Jalirg. kw';'י"י־ . ccr Zionismus erstrebt für das Jüdische Volfa <310 SeftafPung einer öflent.lth rcchillch gesicherten MelmstP.ite In Palästina. ,Baseler Programm. ß!1a“ ן;פי י• ■*■ IU!K : ״"KiW, : «Itlrlp ‘ > 1״d 1PLe 1:11 *CSET^ f \11%ר!1* TT W ## f ' «fc. '* *f**. €1 #ודי וי 09 ך• *׳ 1- 1 \־ו■ m• ווי* ff' w wmimiHi״ Itkt | : »uauii;;? t/ 0 : “נו ,1-0 cho 3300 tos s ־, »M*״*a Or“ 1101 «SS.JS הוצ1 פר הקת׳ גהנז די ע , M, fl«. »II ■■j Unter allen die polnische Judenheit jetzt berührenden FraCc’n nimmt die Frage der Flüchtlinge bei weitem die frsjc Stelle ein. Handelt cs sich doch dabei geradezu um c״;c Existenzfrage für Zehntausende von Juden, die durch Jen neuesten Erlaß der polnischen Regierung nicht nur in ,[״er Existenz, sondern man könnte fast sagen in ihrem Leben bedroht sind. Dieser Erlaß der politischen Regierung -■ wirkte auf die polnische Judenheit um so niederschmetternder, a!5 vorher die zahlreich geführten Verhandlungen mit in Peiraclit kommenden führenden Beamten des Innenministeriums eine günstige Wendung in dieser Sache hatten erhoffen lassen. J3, cs lagen sozusagen fast Zusagen in dieser Hinsicht vor. Um so vernichtender wirkte daun der Entscheid des Ministerpräsidenten und Innenministers Sikorski, der, was! ja sonst zu den Seltenheiten gehört, alle Abmachungen seiner leitenden »ud zur Fällung von Entscheidungen berufenen!;,amten desavouierte. Die Motive, von denen sielt Sikorski hierbei leiten ließ, liegen nicht ganz klar zutage. Es scheint jidt in erster Reihe um ein Nachgeben gegen die Rechte ru handeln, die nach dieser Richtung hin einen sehr großen!)ruck ausgeübt hat. Andererseits dürfte dies auch in der Linie;der allgemeinen Orientierung Sikorskis liegen, der ja gern 1 .;eine Regierung, wenn nicht auf die ganz extreme Rechte, so! doch atif deren weniger intransigenten Flügel basieren möchte. I Wurden ja in dieser Hinsicht speziell mit Korfanly sehr rege; Verhandlungen geführt. Allerdings scheint es, daß auch hier; der schlaue Bauerttfültrer Witos Sikorski nur als Werkzeug :;[braucht, um im letzten Moment selbst als Ministerpräsi- 1!e;1t an die Oberfläche zu gelangen und um, wie verschiedene ׳ .Mrldungen zu berichten wissen, Sikorski nur ein Ministerium, »;hrscheinliclt das Innenministerium,, zu überlassen. Von r.,rachen Seiten wird auch behauptet, daß diese unerwartete :Jerst strenge Haltung Sikorskis gegenüber den jüdischen Flüchtlingen auf die oppositionelle Stellung der jüdischen :;jmabgeordneten und Senatoren zurückzuführen ist. Er wolle ii dadurch an den Juden rächen. Wir glauben, daß diese ,(sieht wohl kaum ihre Richtigkeit haben dürfte, da ja Dorski schon in seinem Expose alles mögliche getan hatte, um die jüdischen Abgeordneten in diese oppositionelle Stel- Ic5״ zu drängen. Wußte er es doch mit allen Mitteln zu e!•;eichen, eine Majorität ohne oder gegen die jüdischen Stimmen zu erzielen, da ihm ja vor allem von Witos souffliert «erden war, er müsse, um weiter regieren zu können, sich auf eine rein polnische Majorität stützen können, oder, falls!;!an schon die anderen Nationalitäten mit in Kauf nehme, doch zumindest eine Majorität ohne die Juden. Sollte aber trotzdem auch das Moment der Einschüchterung der jüdischen Abgeordneten bei dieser Fiüchtlingsvcrordnung eine Rolle gespielt haben, so dürfte sich Sikorski sehr täuschen. Das eben ist ja der Unterschied zwischen der jetzigen nationalen Politik und der früheren Politik der ״Israeliten“, der Polen mosaischen Glaubens, daß es diesen stets nur um Interventionen zugunsten einzelner oder bestenfalls um momentane Abhilfe gegen Ungerechtigkeiten, ohne jede historische Per• spektive und "ohne jeden Versuch, Politik auf lange Ziele hinaus zu machen. Wie sehr den jüdischen Abgeordneten auch die jetzige trostlose Lage der Flüchtlinge nahegeht ur.d wie sehr sie auch alle Mittel ergreifen werden, um diese zu ändern, so körnten sie sich doch nicht von den Grundlisicn iitrer Politik abdrängcu lassen, ln ihrer Stellung als verantwortliche Führer der polnischen Gesamtjudenheit müssen sie auch weiterhin diejenigen Mittel ergreifen, die zur Durch- Setzung der gerechten Forderungen des jüdischen Volkes e״iv,endig sind, trotz aller Terrorakte der polnischen Re- Pierling. Es ist noch zu bemerken, daß, soweit bis jetzt allgemeine Nachrichten vorliegen, die gesamte jüdische Beulkcrimg auch jetzt hinter ihren Abgeordneten steht und deren Opposition und Kampf gegen die derzeitige Regierung S.korskis voll versteht und unterstützt. lieber die brutale Art der Abschiebung der aus Polen 1'>־s״ewicscnen Flüchtling« wird! aus Husiatyn berichtet: ״Line der Etappen der Transporte der «׳,«gewiesenen nüci1tlin״c ist Husiatyn. Hierher gelangen in Zwischenräumen vt;n einigen Tagen 'neue Transporte von Flüchtlingen, die ׳,■!erst im' Gendarmeriekoinmnudo untergebracht werden und '«11 dort unter Eskorte an die russische Grenze ab-;,esc hob eit werden. Es sind Flüchtlinge, die aus Lern- 11 erg ,1!1s״cwicscn wurden und unter denen sich zum größten feil I'rauen und Kinder befinden. Mehrere Tage sind bereits 'ergangen, umi die Ausgewiesenen können nicht auf die andere Seite des Zbrttcz hinübergebracht werden, da die!"fischen Abteilungen dies nicht gestatten, rrot/tleni gibt der Polizeikonunandant die Sache nicht auf 1""I bemüht sich, diese Flüchtlinge bei Nacht über den Fluß ׳l!, klingen. Dies geschieht auf folgende .Weise: Die aus-!,'Clin!•, reiten und verelendeten Flüchtlinge werden während Nacht mehrmals geweckt und vom Kommandanten zum J״«׳::tfrorc11en Zbrucz geschleppt. Die russischen Wachen av'f11 sic jedoch nicht über den Fluß, so daß die Flücht- ‘111.!e, die bei den starken Frösten haufenweise am Flußufer nnammcngcnfcrdit werden, sich bald wieder im Polizeiwiiimiuido befinden. Von Zeit zu Zeit eröffnen auch die rntsisclien Wachen ein Karahinerfetier, worauf_ natürlich die I','iiiseltc Grenzwache antwortet. Die Flüchtlinge befinden •j'•'ז mitten in diesem Kreuzfeuer, in der Gefahr, den Tod ™i'cii die FtinU'iikugeln zu finden.“ Auf diese Weise geschieht die Abschiebung der Fluchtin Husiatyn. Acivnlicltc Nachrichten über die Art der “■'vciiiebtuig von Flüchtlingen treffen auch aus der GrenzsLüi Korzee ein. Nach Mittcraadit werden die Un.glüeklihen!l״tcr Eskorte an die Grenze gebracht, die ungefähr 20—10 Ki- ״meter vom Städtchen cnilemt ist. Auf dem Felde, weit entfernt von jeder menschlichen Siedlung, schultert die Eskorte pS Gewehr und wendet sich an die Flüchtlinge mit dem Marsch, So werden Gruppen frierender und aus• gehungerter Flüchtlinge, die häufig aus schwächlichen Greisen und Schwerkranken, aus Kindern, die von ihren Eltern getrennt wurden, bestellen, auf die russische Seite hinübergetrieben. Sic müssen sich glücklich preisen, wenn sic zu fällig auf keinen bolschewistischen Posten stoßen, da die russischen Soldaten neuerdings, wnhrschcinlirli im Sinne einer Instruktion, in der Regel die Flüchtlinge wieder zu rück schicken. Und in diesem Falle ist ihr Schicksal ein geradezu notfnungs'oses, denn sic müssen auf den Feldern tage- und nächtelang umherirren, ganz dem Zufall überlassen. Die Stellung des jüdischen Klubs Warschau. (J. C. B.) Der jüdische Parlnmcntsklub in Polen hat in der letzten Sejmsitzimg den folgenden Dringlichkcitsvorschlag ciugcbracht: Am 15. Januar hat das liiiicuministrrium eine Verordnung heraus;:(-;;eben, Haß am 1. Mürz sämtliche״ Flüchtlinge Polen verlassen müssen, da sie sonst zwangsweise abgesclvoben wmten. Für die Registrierten wurde der Termin •bis 15. April verlängert. Faktisch jedoch hat man schon jetzt mit der Abschiebung der registrierten wie nichlregistrtcrlcn Fliidit-!ingc begonnen. Es koitwticit Fälle vor, daß Flüchtlinge, die bereits sämtliche notwendigen Dokumente zur Reise ins Auslaiiil besitzen, nach Rußland abgesclvoben werden, darunter sind so!che, ,Irttcn in Rußland wegen politischer Vergehen Todesstrafe droht. Familienangehörige werden plötzlich von einander getrennt. Kinder und Kranke werden erbarmungslos abgeschoben. Viele der Abgeschohenen besitzen nicht mehr die’ rassische Staatsangehörigkeit; sie werden von der Sowjetbeitörde mtsgewiesen, um dann aus!1den wieder nach Rußland ab;esc!:.'•Fett zu werden. Das alles kommt davon, daß in der Fliichtlingsfragc eine ganze Reine einander widersprechender Verordnungen herausgegeben wurden, ohne Rücksicht auf die praktischen^ Seiten des Problems. Das Chaos ist so groß, daß jeder Starosta seine eigene Praxis in der Behandlung der Flüchtlinge befolgt. Zwecks Regelung der ganzen Angelegenheiten in Uebercinstimmung mit den humanen Prinzipien und den polnischen Staatsintcrcsscn, beantragt der jüdische parlamentarische Klub: ״Der Sejm wolle beschließen: 1. Die Regierang wird atifgcfordert, dem Sejm sämtliche Verordnungen und Zirkularc betreffs der Fliichtlingsfragc zwecks Vereinheitlichung vorm]('gen: 2. Die Ausführung aller dieser Verordnungen wird •»lange sistiert, bis der Sejm dazu Stellung genommen hat.“ Der Wortbruch der polnischen Regierung Warschau. (J. C. B.) Das Organ der Emigration*- abtcilting beim jüdischen Nntionalrat Polens ״Der Wanderer“, berichtet in seiner letzten Nummer über die Unterhandlungen zwischen der Emigrationsabtcilnng und dem Innenministerium wegen Verschiebung der Fliichtlingsauswcisung. Aus dem Berieht geht hervor, daß die politischen Rcgieriuigsorganc, insbesondere der Premierminister Sikorski als Innenminister, bereits bündige Versprechungen über die Verschiebung der Aus- Weisungen abgegeben hatten, später aber ihr Wort nicht ge- Italien haben. Der jüdische Senator Dr. Ringel hatte am 22. Januar eine Unterredung mit den! Premierminister General Sikorski bei Gelegenheit eines politischen Rouds, wobei Sikorski die Versicherung abgegeben hat, daß keinerlei Ausweisungen vor dein 1. Juni stattfinden würden. Am 24, Januar wurden die Mitglieder der juristischen Sektion beim jüdischen National• rat aufgefordert, in das Innenministerium zu kommen. Der Direktor des Sicherhcitsdepartcmctvts Oberst Bayer forderte sic auf, ihm ein Memorandum über die Aufhebung der Aus weisuttp-sorder zuzustellcn. Die Sektion hat das verlangte Ma ti-rial »fort übergeben. Ant 25. Januar fand eine weitere Konferenz statt, an welcher seitens des Sicherheits-Departe׳ ments Oberst Bayer und Bilet/ki, seitens der Emigration* ahteilung Dr. Rosmarin mul Advokat Brianski teilgcnommcn haben. Zu einer weiteren Konferenz wurde auch Deputierter Griinbaum zugezogen. Der Stellvertreter des Innenministers Olpinski erklärte ausdrücklich, die Regierung sei mit den im jüdischen Memorandum vorgcsdilngcneu Erleichterungen einverstanden, und daß auch Minister Sikorski genau informiert sei und erklärt habe, alle in der Zuschrift Nr. (>81 der jüdischcn Unterhändler formulierten Forderungen zu akzeptieren. Als man ihm aber zuletzt das Zirkular zur Unterschrift vorgelegt hat, hat er die Unterschrift verweigert und die Ver- Ordnung erlassen, daß mit den Ausweisungen sofort zu heginnen sei. So hat also der ]Klinische Premierminister ein von ilini wiederholt gegebenes Versprechen nicht erfüllt. In der gleichen Nummer des ״Wanderer“ geben der Deputierte j. Grünbaum und M. L c i sc ro w i t s eh ihrerseits einen IJcbcrblick über die Verhandlungen mit den polnischen Behörden. Grün hau nt entwirft eine Charakteristik des Verhaltens des Premierministers Sikorski in der ganzen Frage, die in eine scharfe Kritik der Persönlichkeit des Premiers ausklingt. Herr Leiserowitscli schildert «las Verhalten des polnischen Vertreters in Genf, Herrn Philiipowitsch, der nicht müde wurde, den ausländischen Diplomaten zu erklären, daß alle rassischen Flüchtlinge in Polen Rechte genießen und human behandelt werden.. <&* l&II! Schon wieder ein Bombenatientatl Warschau. (J.C.B.) In der Stadt Sosnowitz wurde die Wohnung des bekannten zionistischen Politikers Dr. Perlmanu durch einen Bombenwurf zerstört. Die Attentäter sind noch nicht ■ermittelt. Das Attentat steht offenbar im Zusammenltang mit dem Bombenwurf gegen die Wohnung des Deputierten Dr. Weinziehcr in Bendin und scheint ein Glied in einer Kette von Terrormaßnahmen zu sein, die die Ausrotlungspolitik der polnischen Patrioten gegen die nationalc jüdische Intelligenz im Kohlcugebiot beschlossen haben. Seine Forderungen ea den Kongreß. — Englische Zionistenlronfcrccz Kurz vor der Abreise Wci/immts nach Amerika hat in London eine zionistische Konferenz stattgefuuden, die unter der Leitung von Herrn Goklblortnt stand und an der außer Weizm a 11 n auch die Hm en C 0 w c n , H a i p e r n , Feiw e 1, L i c 11111 e i m , M 0 t z k i 11 und Solowcitschik teiluahmen. Weizntann gab einen mehr als zweistündigen Bericht über die gesamte zionistische Lage. Er ging von dem Weißbuch aus und unterstrich, daß cs zwar unsere Hoffnungen eingeschränkt bat, unserer Arbeit aber keine wesentlichen Schwier'gkeiteti in den Weg legte. Fr erinnerte daran, daß sich die Verhältnisse seit 1917 grundsätzlich geändert hätten und daß diese Acnderitiig nicht nur in unserer politischen Situation lind der zahlreicher anderer Völker zum Ausdruck komme, sondern sich leider auch in dem ständigen Rückgang unserer Einnahmen zeige, 1918 diskutierte man ernsthaft über die Aufbringung von 200 Millionen Pftmd für den Aufbau von Palästina, 1920 handelte cs sich um 25 Millionen Pfund, und im Augenblick wären wir auch mit wesentlich geringeren Summen zufrieden. Wcizinann ging im weiteren Verlauf auf den Regicrungs Wechsel in England ein, der erfreulicherweise keinen Wechsel der Politik bedeutet habe und sprach dann über die Tätigkeit der palästinensischen Verwaltung und ihres Leiters, Sir Herbert Samuel. Er sei davon überzeugt, daß Herbert Samuel heute ebenso wie damals, als er das Amt des High Commissioncr anr.ahm, den Wunscji habe, Palästina gerecht zu verwalten und an der Errichtung des ■ jüdischen Nationalhciins tcilniiiehmen. Aber er habe seine eigene Auffassung von der 'Durchführung dieser Aufgabe. Die Zionisten stimmten vielleicht nicht immer mit seinen Wegen überein, aber sie müßten die gegenwärtige politische Lage berücksichtigen und müßten die Aeuderung in der allgemeinen britischen Politik verstehen, wie sie sich in Irland, Indien und Aegypten ankündige. Er, Weizmann, würde es ablchncn, die Schwierigkeiten noch zu vergrößern, die Herbert Samuel habe, und seine Aufgabe noch schwieriger zu machen. Weizmann kam sodann auf die Zukunft zu sprechen, wobei er die Forderungen auscinandersctztc, deren Annahme er vom nächsten Zionistenkongreß verlangen werde. Es müsse vieles in der Zionistischen Organisation reorganisiert werden. Allen, die für Zion zu wirken geneigt sind, müsse die Gelegenheit dazu gegeben werden. Er sei nicht für extreme Wege, nicht für den Weg jener, die sagen, daß die Zionisten anderen gar keinen Platz einräumen, aber auch nicht den Weg der anderen, die glauben, daß die Zionisten jetzt die Arbeit gänzlich anderen übergeben sollen. Keiner dieser beiden Wege sei erfolgversprechend. Die Zionisten müssen auch weiterhin den größten Teil der Verantwortlichkeit tragen, aber matt müsse auch Platz für die anderen schaffen, die arbeiten wollen und wirklich arbeiten, damit auch sic einen Teil der Verantwortlichkcit übernehmen. Der nächste Kongreß werde cs zu ermöglichen haben, daß die, die für den Keren Hajessod wirken, auch Mitbestimmimgsieeht bei der Verwendung der Keren Hajessod-Lünder für konstruktive Arbeit in Palästina haben. Die Lage sei die gleiche, wie zu Zeiten Herzls. Auch er hatte gefühlt, daß er sich an die reichen Juden wenden müsse, damit diese, die Geld haben, auch am Aufbau Palästinas sich beteiligen, llcrzl hatte allerdings das, was er gefordert hat, nicht erreicht und mußte sich wieder auf die ״Schnorrer“ zuiück/iclicn. die ihm geholfen haben, die graudiose Bewegung zu schaffen. Jetzt müsse man wieder die Hilfe der Reichen suchen, und, wie es scheint, dürfte mau jetzt mehr Erfolg haben. Weizmann verweist auf den Economic Board, der zwar noch nichts Großes geleistet habe, aber wir müßten Geduld haben. Der Board sei ein Neuling auf dem Gebiete der Palästina-Arbeit. Wenn die Leute erst gelernt und Erfahrungen gesammelt haben, werden iure Leistungen für Palästina sicherlich viel größer werden. Was die Jewish Agency anhclnngt, so werde er auf dem nächsten Kongresse fordern, daß sic so zusammengesetzt werde, daß sic nicht nur die Zionisten, sondern alle jüdischen Gruppen, die am Wiederaufbau Palästinas t e i 111 e h nr e n wollen, vertrete. Dies werde auch der beste Weg zur Vor* bereit 11 ng des Jüdischen Weltkongresses sein. Weizmann ersticht zum Schluß tlie Zionisten, sic möchten sich mit seinen Vorschlägen und Plänen näher befassen, damit sic mit klaren Ansichten nun Kongreß kämen. Nach Schluß von Dr. Weizmanns Rede wurde einstimmig ein Beschluß angenommen, durch den Dr. Weizmann für seine Reise nach Amerika tlie besten Erfolge für die Keren liajessod-Arbeit gewünscht werden. Eine zweite Resolution ging dahin, ״daß diese Konferenz ihr Einverständnis mit den.ihr von Dr. Weizmann gemachten Darlegungen ausspticht und der Hoffnung Ausdruck gibt, daß die Regierung Mittel finden wird, um Palästina im Geiste des Mandats so zu verwalten, daß das dem jüdischen Volk versprochene Natioualheim wirk* lieh begründet werden kann." Gegen Datulg als Kongreßort Danzig. (J.C.B.) Die Parlamcntsfraktion der Deutschnationalen Volkspartei in Danzig brachte im Parlament eine Interpellation wegen des im August dieses Jahres voraussichtlich in Danzig stattfindeuJen Zionistenkongrcssc* c 11. Die Interpellanten wiesen darauf hin, daß die Abhaltung des Kongresses in Danzig eine Uebcrflutung der Stadt durch fremdrassige Elemente herbeiführen und der heimischen Bevolkerung Schaden bringen könne.