Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 16 (23.2.1923)
- Date
- 1923-02-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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־־ י . Seite 92 Bericht über das jüdische Bibliothekswesen in Palästina erstattet an die Exekutive und das Actions - Combi der Zionistischen Organisation Von Prof. Dr. Heinrich Loewe, Berlin. Universität und Bibliothek. Die Universität zu Jerusalem ist aus kulturellen Gründen notwendig. Das Schulwesen leidet geistig aufs schwerste unter dem Mangel der Universität. Es ist nicht richtig, daß diese als ein Dach über dem kulturellen Bau zu betrachten ist. Vielmehr ist überall, historisch wie In der Praxis, die Universität die Grundlage des gesamten Schul- und Bildungswesens. Erst waren die Universitäten, die aus den alten Bibliotheken hervorgcgaiigen sind. Viel später entslanden die humanistischen Anstalten und erst in verhältnismäßig junger Zeit das allgemeine Volksschulwesen. Wo das Schulwesen •eine Nahrung nicht aus den Universitäten ziehen kann, verengert cs sich und verarmt geistig. Ohne die hebräische Universität werden wir kein geistiges Zentrum für die Judenheit überhaupt haben, aber auch keine ernste hebräische Bildung in Ercz-Jisracl. ״ , Aber auch aus wirtschaftlichen und politischen Oiünden kt die Errichtung der Universität in allernächster Zeit eine Notwendigkeit. Wenn wir die Universität in irgendwelcher Form nicht sehr bald beginnen, so erscheint die Grundstein• fegung auf dem Scopus, sehr zum Schaden unseres Ansehens, als ein Bluff. Die Araber verstehen die Wichtigkeit einer Universität in hohem Maße zu schätzen. Sic haben Vor• foercitungen getroffen, um ihrerseits eine arabische National• Universität in Jerusalem Ins Leben zu rufen. Diese wird entstehen, wenn wir nicht sehr bald an die Eröffnung unseres Instituts gehen können. Sie wird nicht sein oder zur Bedeulungsloslgkcit herabsinken, wenn die Jüdische Universität entsteht und eine solche wissenschaftliche Grundlage erhält, daß sie sich vor europäischen Universitäten (qualitativ; nicht tu schämen braucht. Einer der Hauptfaktoren, aut denen die Anerkennung unserer Rechte auf Palästina beruht, ist unausgesprochen die Tatsache, daß wir den Arabern gegenüber das Kulturvolk darstellen. Wenn daduich, daß die Araber eine Quasi-Universität eröffnen, wir aber noch nichts zur Aktivierung unseres Universitätsgedankens getan haben, der Eindruck hervorgerufen wird, als wären die Araber uns in der Kultur auch nur gleichwertig oder gar überlegen, So bedeutet das eine erhebliche Einbuße im Sinne unserer politischen Arbeit. Deshalb muß die Universität ln diesem Jahre realisiert werden. Wer aber die Universität wünscht, muß die Bibliothek wollen. Ohne vorherige Bereitstellung der wissenschaftlichen Bibliothek ist der Universitätsbetrieb unmöglich. Auch die Araber haben in wohlverstandenem Interesse die Gründung einer Arabischen National-Bibliothek in Jerusalem vorbereitet. Am fünften Jahrestage der Balfour-Deklaration, am 2. November 1922, ist der Beschluß gefaßt worden, in einem dem Waqf gehörigen Gebäude neben dem Felsendome und der Om3r-Moschee eine monumentale arabische National-Bibliothek zu errichten, die aus den Mitteln des Waqf und des Suprcm Moslem Council genährt wird. Die Sammlung ist noch klein, trägt aber den Keim einer guten Entwicklung in sich. Wenn wir unserer Bibliothek eine gute arabische Abteilung an• gtiedern, nehmen wir ihnen den Wind aus den Segeln und gewöhnen sie, auch ihre eigene Kultur bei uns zu empfangen. ׳ie Universitäts-Bibliothek ist und bleibt die erste und notwendigste Vorbedingung der Universität selbst. Sie trägt außerdem ihre Existenzberechtigung und Notwendigkeit in lieh selber. Vorhandene Sammlungen. Unter dem Namen Jüdische National-Bibliothek haben wir am Ausgange der Abessinischen Straße jene Sammlungen, die auf Dr. Chazanowicz als ersten Urheber zurückgehen. Von ihm stammen etwa 17 000 Bände haupt-ächlich hebr.iktischer Literatur. In den Nadikriegsjalnen sind Bücher aus England, Amerika, Rußland und anderen Ländern, besonders aber aus Deutschland, hinzugekommen, die zuji ersten Male auch europäische wissenschaftliche Literatur enthalten. De Samm- Jungen betragen jetzt insgesamt ungefähr 55 000 Bände, abge- *eben von vielleicht 10 000—20 000 Bänden, die noch im Auslande der Äbsendung harren. Das Iiaus. Das Jetzige Haus der Bibliothek ist ganz klein und enthält zwei Stockwerke, die so schmal sind, daß in ihm nicht einmal feine Treppe vom unteren zum oberen Geschosse angelegt werden konnte. Nachträglich hat man von außen eine ,Treppe angebaut, so daß man, um von einem Stockwerk in das andere zu gehen, stets erst das Gebäude verlassen muß. Das Haus ist so klein, daß es bis in die letzten Ecken hfn vollgestopft ist, obwohl große Mengen von Büchern Raummangels wegen nicht ausgepackt werden. Eine wesentliche Erweiterung des Gebäudes ist nicht möglich. Auch ist cs nicht nach bibliothckstechnischen Gesichtspunkten erbaut worden. Für den Zweck einer Universitäts-Bibliothek liegt es an ganz uncecignctcr Stelle. Dagegen ist dieser Platz für eine Volksbibliotnck sehr passend, da er im Mittelpunkte der minder gebildeten jüdischen Bevölkerung liegt Er gehört nicht der Bibliothek oder der Organisation, sondern der Loge der Bnc Brith, die auch ihre Versammlungen und allerlei Sitzungen in dem Gebäude abhält. Hierzu kommt, daß es auch sonst unbedingt notwendig ist, daß die Volksbücherei von der wissenschaftlichen Bibliothek losgelöst wird. Ihre Verbindung ist für beide hinderlich, besonders für die Ent- Wicklung und Benutzung der gelehrten Bibliothek. Es ist daher der Neubau einer wissenschaftlichen Bibliothek notwendig. Die .Volksbibliothek wird dann im bisherigen Hause bleiben und dort neu organisiert werden können. Der Neubau. Die Stelle, an der die Universitäts-Bibliothek Degen muß, Ut durch drei Faktoren gegeben: 1. durch die Linien der gesamten natürlichen Stadt- *ntwicklung Jerusalems, die besonders nach Norden führen, 2. durch die Lage der Universität, die voraussichtlich am Scopus ihr Zentralgebäude haben wird, 3. durch die Notwendigkeit erreichbarer Nähe von den hauptsächlichsten jüdischem Siedlungen. Als Ort für die Bibliothek kommt daher ein PSatz in Frage, der auf dein Wege von der jüdischen Stadtsiediung nach dem Scopus hin an der Stelle liegt, wo die Straßen nach Sch’chcm und dem Scopus (und weiter zum Oelberg) sich voneinander trennen. Das ganze Terrain zwischen dieser Steile und dem Scopus muß zum Zwecke einer Universitätsstadt bald in jüdische Hände übergehen. Hier soll nach großzügigem Plane eine National- und Universitäts-Bibliothek erbaut werden. Sobald der Bauplatz, der dazu notwendig ist, erworben ist, soll der Bau begonnen werden. In einem mit der Exekutive abgeschlossenen Vertrage hat die Wolff* sohn-Stiftung sich verpflichtet, ihr ganzes verfügbares Vermögen zu diesem Bau herzugeben. In ihm werden außer der Bibliothek in den ersten zwti Jahrzehnten die geisteswissen- •chaftiiebe Eakultät der Universität und dai Archiv sachgemäß JUEDISCHE RUNDSCHAU Bücheratatlstlk Die bereits iatafoghiertcb Werke verteifen steft ■uT die verschiedenen Fächer In?orgender Webet März 1922 November 1023 Allgemeines, Bibliographie, Nachschlagewerke usvr. Geographie . . .. Geschichte . Gesellschaft«• und Rechtswissenschaft Philologie. Nichthebräische Belletristik ..... Religionswissenschaft.. Philosophie, Pädagogik. Technik. Kunst . Mathematik. Naturwissenschaften: Allgemeine . . . ... Spezielle, Geologie, Mineralogie, Botanik, Zoologie usw Agrikultur . Physik . . Chemie . . Medizin . . Turnen, Sport Jiddisch . . Judaica in fremden Sprachen . . . Neuere Hcbraica. Hebraica i. Mittelalterliche Literatur Hcbraica II.. Bücherei Plaskow (deutsch! .... Bücherei Plaskow (russisch) .... Prof. Schapira-Bibliothek. . . . . Mappen, Enzyklopädien, Handbibliothek des Lesesaais, Inkunabeln, Kimelien, Kataloge_ Zusammen Hierzu kommen ungefähr 5000 noch nicht katalogisierte Bände und ungefähr 5000 Dubletten. Nr. 10 258 Werke in 818 Binden 5S2 Werke In 480 Binde» 1. 164 414 ft 881 ft 9• 485 1» d 810 1851 1076 ff fl 1728 ff V‘ י 687 ff 830 וי 86a »t ff 1027 ff I 808 847 1• 487 ft ft 502 n ti 1 ׳ 1670 2 208 2614 ff יי. 8611 יי 150 108 232 ff lt 814 n 681 844 1087 ft יי 1 201 n י. es 81 149 ff 100 t» »f 103 w d! .׳.t 235 878 n <08 ft ff 608 tt i : 127 ff f» 187 וי 145 r» ff 161 r» sc ,1 (19 108 ft 89 ft tt 128 »9 :■ g' .s , w •' 115 186 »f 124 144 If H g׳ < 107 775 ff 184 804 f* 07 185 »f 184 206 ff E J* 118 142 179 212 fl 1268 2308 1406 2 444 C ץ 88 lt 61 ff 38 61 fl d< 608 778 ff 1002 ״ 1089 1» 6 248 ft 7 678 ff 6 740 1t 8 205 יו 2 OM) 2171 ff ft ff 2 2501 2 627} ft 18 784 2 034 H 4 ,i! 18 657 892 t» 1(3 657 570 »f 892 670 2100 2100 ,, 2 100 2 109 288 ft 810 ff 238 810 «j dl?J fü 1 120 H t» 265 120 M 255 34 721 Werke in 41 500 bänden 39243 Werke in 47 308 Bänden ׳1 »1 f; gebaute Räume finden. Die Wolffsohn-Stiflung wird mit dem Bau beginnen, sobald ihr der Bauplatz als in jüdischen Besitz übergegangen angewiesen wird. Der Erwerb dieses Baupiatzes ist daher eine zwingende Grundfrage. Unmittelbar nach ihm beginnt der Bau, und wir würden spätestens ein Jahr danach der Bibliothek und den Universltätsinstituten den notwendigen Raum darin vorbereitet haben. Es ist die Pflicht der Nationalfonds-Verwaltung, so schnell wie möglich dieses Terrain an der ausgcwälilten Stelle und im richtigen Ausmaße für den Bibliotheksbau zur Verfügung zu stellen. Zustand der Bibliothek. Die Bibliothek hat kein europäisch geschultes Beamten- Personal. Sie hat keine Mittel, Büchet zu kaufen und gcschenkte Bücher nach Jerusalem zu transportieren. Es fehlt an Material, an Mitteln für die Buchbinderei, Porto, Transporte, Drucksachen, Propaganda und Verwaltung. Kurzum: alles, was eine Bibliothek gebraucht, hat sie nicht. Bei Ihrem jetzigen Zustande müßte sie ein Jahresbudget von wenigstens 5000 £ haben. Bewilligt sind Ihr nur 1500 £. Auch diese lächerlich geringe Summe wird nicht glatt gezahlt. Dabei muß sie, selbst in dem enteil Rahmen, den sie jetzt hat, zugrunde gehen. Man muß Mittel und Wege finden, um diese kleine Sammlung zu retten, wenn man schon sich nicht zu einem großen Gedanken aufschwingen kann, Hierzu bedarf es der organisierten Gcldaufbringung und zu diesem Zwecke einer intensiven Propaganda. Propaganda. Bisher wird die Propaganda ausschließlich von Berlin aus betrieben. Das ist nach einer Richtung ein großer Schade für ihren Erfolg. Wenn sie von Jerusalem aus gemacht werden könnte, so würde sie einen viel größeren Nachdruck haben. Außerdem muß sie in den einzelnen Ländern feste Stützpunkte bekommen. Aber diejenigen, an die man sich zum Zwecke der Propaganda schriftlich von Berlin aus wendet, antworten nur in allerscltenstcm Falle. Aus Ru* tnänien, Polen, Schweden, Frankreich und vielen anderen Lindern kommt überhaupt keine Antwort, ln Amerika sind einige wenige Gelehrte, die der Bibliothek Interesse «ntgegenbringen. Diese Propaganda muß von der Zentralstelle ausgehen, muß aber von Männern an Ort und Stelle getragen werden Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, daß die Arbeit für die Bibliothek die Arbeit für den Keren Hajessod oder andere zionistische Fonds störe. Wir haben wiederholt Beweise er* bracht, daß das Gegenteil der F'all Ist. Erst jetzt haben wir wieder im Memclland gesehen, daß man die Propaganda für die Bibliothek erfolgreich zu einer wirksamen Grundläge für die Keren Hajessod-Arbeit machen kann. Deutschland ist das einzige Land, in dem für die Biblioilsek Geld gesammelt wird. In England sammelt man wenig* stens Bücher. Das Umgekehrte wäre im Augenblicke das Natürlichere. Die Mittel, die in Deutschland aufgebracht werden, können zum Kaute von Büchern und Materialien verwendet werden. Wir werden auch, wenn der Bau in Angriff genommen wird, in den valutaschwachcn Ländern, vor allem in Deutschland, die ganze Inneneinrichtung der Bibliothek xusammenbringen. Aber die Ocldcr zur Erwerbung des Bauplatzes (rund 10 000 £), für die Erweiterung des Baufonds, für die Sicherung des Budgets müssen in Valuta• starken Ländern, vor allem in Amerika, aufgebracht werden. Solange man nicht dafür sorgt, daß die Universitätspropaganda ganz speziell von einem hierzu entsandten Vertrauensmann in Amerika, Canada usw. in Angriff genommen wird, solange bedeutet das angebliche Interesse tür die Bibliothek eine innere Unwahrheit. Wir belügen uns selbst, wenn wir uns cinrcden wollen, daß wir eine Bibliothek schaffen. Budget. Die Bibliothek muß in diesem Jahre den Bauplatz erwerben, der ein Teil des Baugrundes ist, auf dem die Universitäts-Stadt errichtet wird. Sie muß’ planmäßig hierzu 10 000 £ beitragen, zu denen sie nichts besitzt. Sic muß ihren Baufonds, der Jetzt rund 15000 £ betrügt, erheblich vergroßem. Sie muß in den valutaschwachcn Landern die Mittel aufbringen für Bücher, Inventar, Material tind Inneneinrichtung. Sie muß ei« Jaliresbudget von rund 7ßOQ £ zur Verfügung haben. Art der Propaganda. In Jedem Lande muß mit Hilfe der Studentenschaft und unter der Autorität der Universitätslehrer eine ״Oescf/- sc liaftdcrFreundederJerusaiem.Bibliothek“ gegründet werden, die durch ihre Jahresbeiträge und Bücher- Sammlungen die Bibliothek unterstützt. Es muß vor allem eine agitatorische Kraft in die valutastarken Länder entsendet werden, um dort einzelne Kreise für die Bibliothek zu interessieren und zu besonderen Spenden zu veranlassen. Es hat sich erfahrungsgemäß hcrausgestclit, daß.gerade solche Kreise, die sonst für Palästina in keiner Weise zu intercssieren sind, die aus politischen und anderen Gründen die zionistische Bewegung schroff ablehnen, die jeder Beteiligung an dem Keren Hajessod aus dem Wege gehen, sich gerade für die Bibliothek interessieren lassen. Im Vorstande der!!«!!gegründeten ״Gesellschaft der Freunde der Jerusalem- Bibliothek Ja Deutschland“ •lad ebenso Eübrer der Zionismusfeindlichen Agudath Jisrael, wie antizionistische Ultralibcrale, Die Propaganda in Amerika hätte so zu geschehen, daß der b*. treffende Agitator ganz allgemein Propaganda für Palästina, insbesondere für die hebräische Kultur macht, daß er ab« an gewisse, sonst für die zionistische Propaganda und des Keren Hajessod nicht erreichbare Kreise herantritt, um bjj ihnen privatim für den Bibliotheksgedanken und die Fond! der Bibliothek zu werben. Es sind nach dieser Richtung bt* rcits Fühler ausgestreckt worden. Nach allen vorliegend^ Nachrichten wären die Aussichten einer solchen privatea Agitationsarbeit für die Bibliothek sehr gut und würden dtt allgemeinen Palästina-Propaganda und dem Keren Hajessod von großem Nutzen sein. Nur muß diese Sache, sobald wie möglich, in Angriff genommen werden, da sonst der Zusammenbruch auch der bisherigen Scheinblbliothek binntj kurzem erfolgen wird. Einzelne Bibliotheken. Bibliothek Baron Oünzburg. Seit länger als einem Jahre verhandelt der Unlerzeicfi■ ncte als ״Direktor der National- und Universitäts-Bibliothei zu Jerusalem" über die Herausgabe der Baron Günzburgschen Bibliothek. Ea ist jetzt gelungen, die hierfür notwendigen Dokumente beizubringen. Es wird eine gewisse Summe kosten, um die Bibliothek, wenn sie uns zugesprochen ist, aus Rußland herauszuführen. Die Aussichten sind nicht ungünstig. Diese Bibliothek, die seit einer Reihe von Jahren rechtliches Eigen• tum der Universitäts-Bibliothek zu Jerusalem ist, würde mit einem Schlage die ganze notwet )ige Literatur zur Grundlegung einer orientalischen und insbesondere auch arabischen Ab• teilung der Universität geben. Aber Vorbedingung der Ueb«• nähme nach Jerusalem wäre unbedingt die Errichtung d« Gebäudes, in dem sie sachgemäß und sicher aufgestellt seit kann. Haifa. Die Hauptsammclstelie in Berlin hat aus einem ״Josef■ Hirsch-Fonds“ die Grundlage einer Bibliothek angeschafit, die zugleich für das Technikum, die Realschule und als Stadt• bibliothek dienen soll. Sie ist damit beschäftigt, diese Bücher, die soeben gebunden worden sind, zu katalogisieren und wird sie nach einiger Zeit an ihren Bestimmungsort gebrauchsfertig absenden. Außerdem hat Herr Ingenieur Hecker begonnen, aus den ihm bewilligten Mitteln Biichcr und Zeit• schritten für die Bibliothek des Technikums in Deutschland zu kaufen. Tel-Abib. Die Stadtgemeinde von Tei-Abib ist dabei, nach einem von dem Unterzeichneten bearbeiteten Plane eine moderne Stadtbibliothek zu errichten. Sic besitzt hierzu bereits einen Bauplatz. Als Grundlage dienen die Sammlungen der Bib• liothek Scha'ar Zion, die in Herrn Motzkin einen interessierten Freund hat. Durch ihn hat diese Bibliothek besonders gute Beitrage zur Palasiinakunile, die bisher in den palästinischen Bibliotheken sonst sehr gering vertreten ist. Ausblick. Wenn die Bibliothek nicht bald ln würdigen Zustand versetzt wird, so gehen die bereits gemachten Sammlungen unweigerlich zugrunde. Dann war die große Tat Dr. Cha• zanowicz' ebenfalls nur ein Bluff, Dazu dart es nicht kommen. Wenn wir jetzt aber den Bauplatz, den wir gebrauchen, erhalten, so wird sich nach einem Jahre bereits ein sehr er• hcblichcr Teil des ״Dnvkl-Wolffsohii-Hauscs“ auf weithin sichtbarer Höhe monumental in Jeiusalem erheben und wird dort dem jüdischen Namen Ehre machen, wo alle Nationen und Religionsgemeinschaften große Monumentalbauten er• richtet haben, um von ihrer Kultur und ihrem Einfluß Zeugnis abzulcgcn, %vo aber die Juden, in der historischen Haupt• Stadt ihrer Kultur, nicht einmal atii sclicnswürdigc Synagogen• bauten hinweisen können. Die Bibliothek wird, in unrnittelbarer Nähe der Stadt gelegen, deutlich auf den Scopus hinweisen, wo die Universität entstellt, deren erste Zelle in der Bibliothek bereits gegeben ist. Sie wird heute bei ihrer Entstehung an der Peripherie der Stadt ihren Platz haben, aber morgen schon zentral gelegen sein. Die Bibliothek wird, wenn nicht etwas Entscheidendes geschieht, vollständig verkümmern. Wenn aber jetzt der richtige Schritt durch die notwendige Propaganda in Amerika gemacht wird, als ein מקדש סדע der Welt beweisen, daß das neu entstehende jüdische Volk in Palästina sich zu den führenden Kulturvölkern der Welt rechnen lassen will. Wer die Universität will, muH die Bibliothek wo'fcn. Wer die Bibliothek schafft, gründet die Kultur des hebräischen Erez-JisraeL Die Zahl der Jaden In der Tschechoslowakei ״״ p r 8T-, (}■ c. B.) Das staatliche statistische Amt ver* öffenilidit die definitiven Ergebnisse der •m 15. Februar 192t stattgefundcncG Volkszählung in der tschechoslowakische« ■Republik. Die Republik zählt im ganzen 13 611 349 Ein• wohner. Von diesen bekannten sich 75 852 zur jüdische« Nationalität. Zur jüdischen Konfession bekannten *,ich da• gtgm »3825 Einwohner der TichechoJowaJceL w P ׳8 fi d. b a! st d N d d »1 8 n s 8 Z » z n S l < t V l <