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Jüdische Rundschau · 1923-02-16 · Heft 14 (16.2.1923) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 14 (16.2.1923)
Date
1923-02-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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I Seite 80 # JUEDISCME RUNDSCHAU Nr. t4 Preisausschreiben 1Jcs Business Centre in Haifa zur Erlangung von Entwürfen für ein Oesclüflsviertel. Das Komitee des ״Business Centre" in Haifa schreibt einen Idecnwcttbewerb für die Erlatmmg eine» Bebauung»- planes nebst Entwirf von Ocsciiiiftsliaustypcn auf seinem Urumistück in Haifa aus. Die cinzirrcidiemlen Entwürfe sind mit einem Kennwort zu verseilen. In einem mit demselben Kennwort verso! icncn verschlossenen Briefuinsdilag'e sind Name und Wohnort des Verfassers anzugeben. Das Grundstück liegt längs der Eisenbahn, unweit des Meeres, mit dem Blick auf den Golf, auf Akko und den Hcrmon im Hintergründe und wird östlich und westlich von Gebäuden, nötdlidi von der Eisenbahn, südlich von einer 12 m breiten Verkehrsstraße begrenzt, in die eine kleine Verbindungssfraße von 4 an Breite, welche senkrecht auf die Basis des großen OelwwJes gerichtet ist, einmündet. Ikcsc!deine Straße wird einen starken Eußgängervcrkeiir zwischen dieser 12 m breiten Straße und der 25 m breiten hiauptx «tralie von Haifa vermitteln, ()öffentliche Straßen durch diesen Rock sind in dein bereits vorhandenen Bebauungsplan der Stadt Haifa nidit vorgesehen. Auf der Unterlage ist der Ratz mit D. G. B. A. bezeichnet Kanalisation ist vot\ der Stadlgcineiiide vorgesehen. Die günstigste Windrichtung für die Durchlüftung der Riiumia ist von Süd west nach Nordost. Neue Gebäude dürfen nur bis zur Baufluchtlinie A. B. er* richtet werden. Bei Projektierung der Anlage ist darauf Rück* werden kann. Die Baulichkeiten können bis zur Brcnzlinie O. D. errichtet werden. Baupolizeiliche Vorschriften der Stadt Haifa sind im Auszug am Ende des Programms niitgcteilt. Für die Ausnutzung der Fläche schreibt die Stadt Haifa ein Maximum von 80 «;0 vor. Diese Zahl darf in Anbetracht des teuren Bodenpreises bis höchstens 60 0/0 unterschritten werden. Der Baumbestand alter, sehr schöner Dattelpalmen soll möglichst geschont werden. Umbauten, Durchbrüche sollen sich dem Stil des Gebäudes nach der Meercsscite anpassen. Bezüglich der Fassade nach der Hauptstraße ist dem Be* Werber vollkommene Freiheit gelassen. Die übrigen Bauten können abgerissen werden. Die Quelle muß benutzbar bleiben, Die vorhandenen Häuser sind in geputztem Kalkstein gebaut, Decken sind teils in Holz, teils massiv konstruiert. Es sind im allgemeinen drei Geschosse vorgesehen, Erd* geschoß, erstes und zweites Gcsdioß; Keller sollen nidit vorgesehen werden. Im Erdgeschoß sollen lüden mittlerer Größe von zirka 5X10 m gebaut werden. Kleinere und größere Dimensionen können jedoch angewendet werden. Das erste Stockwerk soll Büroriiume enthalten, das zweite Stock* werk Wohnungen, die eventuell in Büroräume umgewanddt werden können. Größe der Wohnung etwa 2 bis 4 Zimmer mit allen erforderlichen Nebcngclasscn. Es ist darauf Rück* sicht zu nehmen, daß alle Lüden bequem zugänglich und möglichst gleichwertig situiert sind. An der mit L. T. bczeichneten Stelle sollen evcntl. Räum* Uchkcitcn für zwei Banken mit folgendem Raumprogramtn vorgesehen werden: Für jede Bank: Eingangshalle mit Windfang, Hauptkassen* *aal, Tresors zirka 10 qrn, ein Büro für einen Direktor, Sprech* und Wartezimmer für den Direktor, Korrespondenz* büro, Registratur und Archiv, Expedition, Tckphonzimmer, Tecküche, Aborte. Außerdem können Räume für ein Kino, ein Hotd und zwei Kaffees vorgesehen werden. Die Bankräume sollen 90 gestaltet werden, daß sie mit geringem Umbau auch anderen Zwecken (Läden. Büros) dienstbar gemacht werden können. Auf Fcuersichcmeit, geschickte Anordnung von Aborten, Treppen usw. ist besonders zu achten. Alle Konstruktionen! unter Berücksichtigung größter Oekonomie und dessen, daß Fadiarbciter Im Lande nidit in genügender Zahl vorhandm lind. Die neuen Gebäude können auch in Beton ausgeführt werden. Der Termin der Einreichung Ist auf den 15. April 1023 für mittags 12 Uhr für palästinensische Teilnehmer, auf den 15. Mai 1023 mittags 12 Diu־ für außer dem Lande wohnende festgesetzt. Die Preisrichter eftid: Dr. A. Gffrin, Stadtingenieur, Dipl.-Ing, R. Kauffmaim, Ardütekt der P. L. D. C., Harrisan und zwei vom Komitee des Business Centre ernannte Herren. Falls einer oder mehrere Herren an der Ausübung des Preisridiicramtes verfündert sind, behält sich das Komitee des Business Centre vor, im Einverständnis mit dem Prdsriditcrkollcgium Ersatzpreisrichter zu bestimmen, jedodt 80U die Majorität des Preisgcridites aus Fachleuten oestehen. Das Projekt soll an die Adresse ״Business Centre P. O. B. 174 Haifa" gerichtet werden. Das Präsidium des Business Centre übergibt die Entwürfe dem Prcisgeridrt innerhalb 14 Tagen nach Ablauf des letzten Termins. Es ist vorgesehen, folgende Preise zu verteilen: 1. Preis '£ 60, Z Preis £ 40, 3. Prds £ 30, 4. Prds £ 20 und zwei Ankäufe ä 10 £. Es ist jedodt dem Prcisgeridit Vorbehalten, die Preise audt anderweitig zu verteilen. Um nadi Möglichkeit einen Ausgleich zwischen Ländern Loh er und niedriger Valuta zu schaffen, soll der volle Wert nur an Preisträger ausgczalilt werden, die in Palästina und anderen Valuta hohen Lindern wohnen. Preisträger aus valutasdiwadicn Ländern erhalten zwei Drittel der festgesetzten Preise (ägypt. Währung). Wenn hierdurch von der ausgesetzten Gesamtsumme ein Teil übrig bleibt, wird er zur Verteilung weiterer Ankäufe verwendet. Ueber das Urteil dos Preisgericht* wird dn Sitzung»׳ bericht aufgenommen, der den Bewerbern im Abdruck kosten loa zugesandt wird. Die preisgekrönten und angekauften Entwürfe weiden Eigentum des Komitees des Business Centre. Es erwirbt alte Rechte der Ausarbeitung und Ausnutzung der honorierte« Projekte für den Bau des Business Centre. Da» Rcdit der Veröffentlichung bleibt dem Verfasser. Das Komitee ist prinzipiell, jedodh ohne eine Verpflichtung »einerseits damit einverstanden, einem der Preisträger die eno* gültige Ausarbeitung der Pläne zu übertragen. Sämtliche Projekte werden mindestens eine Woche lang öffentlich ausgestellt. An Plänen werden verlangt! 1. Der Bebauungsplan t t 200: 2. Sämtliche Geschosse 1 : 200; 3. Sämtliche Fa&sa* den 1 : 200; 4. Ein Schnitt 1 1 200; 5. Zwei Perspektiven, deren Standpunkt auf dem Lageplan mit Z. und K. bezeichnet lind (siche Photographie«); 0. Eine Erläuterung des eilige* reichten Entwurfes nebst überprühmgsfiüngct Flächen׳ bcrcclimuig. Die Zddtmmgen dürfen nicht gerahmt sein. , Baupolizeiliche Vorschriften im Auszug! I. Die Fensterflädie muß J/1a der Raumgrundfläche betragen. Z Fenster nach den Nadibargrundstücken dürfen nur bei einem Mindestabstand von 1,25 m vom Nadibam gebaut werden. 3■ De Oberkante der Erdgesdvoßschwclle darf höchsten» 16 cm über dem Trottoirniveau liegen. 4. Treppenlicht weite mindestens 80 cm. . 6. Balkon» müssen 1,50 m vom Nachbarn entfernt Hegen; die Uateikante der Balkon» muß mindestens 4,25 m über dem Slraßennlveau liegen, Ihre Ausladung darf höchstens mit 1,25 m bemessen werden. Die Unterlagen sind bei der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Berlin W, Sächsische Str. 8, cinzusehcn umi erhältlich gegen Einzahlung eines noch Icstzuselzcnden Betrages für Deckung der entstehenden Unkosten. Die Lage In der Ukraine Paris. (J. C. B.) Der soeben von einem längeren Bcmidi in der Ukraine zurückgckchrte Vorsitzende der Dcle* gation der Jüdischen Wcithilfskonfcrcnz, Herr J. Ochberg, hat dem Exekutivkomitee der Wcithilfskonfcrcnz in Paris einen ausführlichen Beridit über die gegenwärtige Ernährung»* frage in der Ukraine erstattet. Der größte Teil der jüdischen Bevölkerung in der Ukraine, erzählt Herr Ochberg, ist vollständig ruiniert und meist ln der Lage, für die elementarsten Bedürfnisse auf* zukommen. Die jüdischen Massen gehen an Hunger und Kälte Aigrundc. In einer besonders schlechten Lage sind die Angehörigen der Intelligenz und die früheren Hausbesitzer. Angesehene Gelehrte, sogar Professoren, ferner ehemals sehr vermögende Männer imd Frauen erscheinen in den Büros, in Lumpen angetan, und bitten um Hilfe. Die jetzigen Be* dingungen in Rußland sind *solche, daß man ohne individuelle Unterstützungen nicht auskommci! kann. Die Ucbcrmittlung von Audandspakctcn bewährt sich nidit mehr, weil die Produkte in Rußland nicht die Hälfte des für sic gezahlten Betrages wert sind1. (Ein Zclindollnr-Paket der ARA. hat in Rußland den Wert von 4 Dollar.) Herr Ochberg empfiehlt, der individuellen Hilfe besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die Vertreter der Wcithilfskonfcrcnz in der Ukraine haben sich zum Teil diesem System auch schon «!gepaßt. Als die Abteilung für Individuelle Hilfe in Odessa reorganisiert wurde, haben «ich allein am 5. Januar gegen 4000 Personen an diese um Unterstützung gewendet Mit Bezug auf die Kinderhilfe empfiehlt Herr Ochberg, sich nidit allein auf das System der Kinder* Speisungen zu beschränken, sondern in der Ukraine Kinderheime zu eröffnen, wo mindestens die Kinder unter sechs Jahren Aufnahme finden sollen. Die Ukraine-Delegation der Welthilfsloonfcrenz hat sich auch mit der Frage der Wiederaufbau-Hilfe beschäftigt und sie empficMt der Exekutive, den von der Wcithilfskonfcrcnz in Odessa gegründeten Lehrwerkstätten fürSdmcklcr, Tischler usw. besondere Aufmerksamkeit zu schenken und dieses %stcm überall auszubaucn. Ferner soll das System der Darlehen au Handwerker und Kleinhändler gepflegt werden. Das Exekutivkomitee der jüdischen Wcithilfskonfcrcnz hat den von Herrn Ochberg im Namen der Ukraine-Delegation vorgesddagenen Arbeitsplan im großen ganzen akzeptiert und vorläufig 1500 Pfund Sterling für den Beginn der neuen Aktionen bercitgestellt Die Exekutive beschloß, *ich an alle mit der Wcithilfskonfcrcnz in Verbindung stehenden Orgam■ sationen mit der Anregung zu wenden, einen Fonds ln der Höhe von 25 000 Pfuild Sterling für Darldinshilfe iif der Ukraine aufzubringen. wird ja übrigen» von diesem Recht auch Immer mit nadisidg loser Strenge Gebrauch gemacht. Billig dar! man Inge.־; Warum werden die ״Erwachenden Ungarn" nicht mit dem eben Maße gemessen, obzwar der Minister des Innern c( jüngst in einer Parkunciitssilning zugeben mußte, daß Rcvolmansdilag auf das Hauptstiidtisdic Theater Im 2t* tr.algebäudc dieses Verdi« beschlossen und organisiert wort», war? Und auch die weitere Frage erhebt sich, ob der UnvsUn( daß auf den Tecabemlen des Vereins Pogromdrohungen au! gestoßen werden, nicht Grund genug ist, um das Recht Auflösung wegen statutenwidriger Vcremstäligkcit In Anspnxj . zu nehmen? Oder soll etwa angenommen werden, daß in <sa regicrungsbcliördlid! genehmigten Statuten die Auffordenir*; zu pogroniartigen Ausschreitungen vorgesehen sei? Der 1 nister des Innern hat in der Debatte über den Revolver!•!, schlag auf das Haupt.städtisehe Tlieatcr erklärt, der Anstitfe!׳ dieses Verbrechens gehöre zwar der Vcrcinsleihmg an, doö'.. ecl er, der Minister, nicht geneigt, die ganze Vcreinsieitenj mit diesem «inen Mitglied zu identifizieren. Solange die vt!. antwortlichcn Stellen an dieser Unterscheidung fcsthalten, d£j. fen sie sich nicht wundern, daß die ״Erwachenden Ungar®( sich durch soldics Verhalten der Regierung zu immer dreister^ Auftreten «mrotigt fultten.“! ן LHaufscher Änfkemftfsm«» f Kowno, (J.C, B.) In der Nacht vom 3. auf den 4. Fs! bruar wurden in ganz Kowno sämtliche jüdischen Ocschältjschildcr, Bekanntmachungen und Aufrufe, ja sogar jüdisch(' Visitenkarten an den Haustoren überstrichen und unlestrlici gemacht. Auch die öffentlichen Bekanntmachungen der Stadt. Verwaltung in jüdischer und polnischer Sprache wurden mit Teer überstrichen. Im Gebäude des jüdischen Nationalste! und des jüdischen Ministeriums wurden sämtliche Bekannt, machungen mit dem Staatswappen bemalt. Einige Juden und Christen, die sich in der kritischen Nacht den Huligam cntgcgcnstclltcn, wurden mißhandelt und ihre Oesichter mit! Teer bestrichen. De Staatsmiiiz sah dem Treiben untätig ) Nicht nur unter den Juden, sondern auch unter alten Natio.'; \ nalitätcn in Kowno ist die Aufregung über diesen Streik sehr groß. Die allgemeine Ansicht ist die, daß das Arrange•; ment von Personen ausgegangen ist, die der Militärmacht; nahcstchcn, da Zivilpersonen in Anbetracht des jetzt herrsche!!.; ן den Kriegszustandes in der Nacht nicht ausgehen dürfe! f ' Eine Kontcrenz von Vertretern sämtlicher nationaler Minder.• •i heilen faßte ein Memorandum an den Innenminister ab,' in welchem der Rücktritt des Kriegskommandanten und da | Polizeipräsidenten gefordert wird. Htttisemitiscbö Bewegung Eine BarlliolomSusnuclit? (W, M. Z.) Au» Budapest wird beriditet: Seitdem Ivan Heijas zu Beginn dieses Jahre* in einer Versammlung der ״Erwachenden Ungarn" das Jahr 1923 01» das Jahr der unter seiner Führung zu erfolgenden Erlösung Ungarns vom jüdischen Jodi und von der Fremdherrschaft bc zeichnete, zei* gen die verschiedenen Gruppen der ״Erwadicndcn" eine ge- »teigcric Aktivität. Der Reil« nacli werden jetzt in Budo* pest in allen Bezirken Versammlungen der Lokal verbände der ״Erwadicmicn" abgdialtcn, und ln allen diesen Zusammen׳• künften wird unverblümt und ohne alle Umsdvwcifc von dem nahe bevorstehenden Aufmarsch der ״wahren christlidicn Kräfte" gesprochen, die sowohl int Lande selbst, als auch an den Fronten gründlidic Arbeit verrichten weiden, ln der letzten vor zwei Tagen statlgcfundcncn Versammlung der ״Erwachenden Ungarn“ im achten ßudapester Bezirk erklärten die Redner, daß sic audi vor der Regierung keine Angst haben und sidi in der Durchführung ihres Vorhaben» nidit beirren lassen werden. Gleldueitig kommen aus verschiedene« Teilen der Provinz Meldungen über ähnlidic Versammlungen, ln denen eine nodi rücksiclitsfoscre Spradic geführt wird. In den Provinzvcrsammluiigen wird rund heraus damit gedroht, daß zunächst die gesamte Provinz von Juden und Schein chri81en gesäubert werden wird und daß dann ein Manch nach Budapest angetreten wer* den soll, wo eine Bartholomäusnacht veranstaltet wer* den soll, hinter der selbst das Original zurückstelicn wird. Das Budapcstcr Blatt ״Magyar Hirlap" gal! sich deshalb veranlaßt, eine der Regierung nahestehende Personliclikcit über die Stellung der Regierung zu diesen beunruhi• gcndcu Vorgängen zu befragen. Das Blatt erhielt die bereits stereotyp gewordene Antwort, daß man diesen Versammlung» reden und bombastischen Acußerungen zu viel Bedeutung beimesse und daß die Regierung in dem Moment, wo der Verein der ״Erwachenden Ungarn“ seinen durch die Statuten begrenzten Wirkungskreis überschreiten würde, mit der Auf* lösung des Vereins vorgetien werde. Daß diese nichtssagende Erklärung weder die Judcnsdiaft noch die Arbeiterschaft oder die auf dem Index der ״Erwachenden Ungarn" stehenden oppositionellen Politiker zu beruhigen geeignet Ist, ist nach der bisherigen Haltung der Regierung gegenüber den ״Er* wachenden" selbst verständlich. Der ln der Erklärung der bc* zeichneten Persönlichkeit enthaltenen lakonischen* ßemeriaing, daß die Regierung nidit auf jedem Tecabend zugegen lern könne, auch nicht auf Tecabctutea dies Vereins der ״Erwachenden Ungarn", wo vor dem versammelten Damtnpubli• kum der eine oder der andere Redner größere Ausschreitungen für Budapest in Ansicht stellt, hält <ter ״■Pegter Lloyd“ die folgende Feststellung entgegen: ״Zwar Ist es richtig, daß Vertreter der Regierung nicht ln allen Vercinsvcrsammlungcn Anwesend »ein können. Wenn aber ein Verein so unzwcifcliufte Beweise seiner ordnimgs׳- widrigen Tendenz geliefert׳ lut, wie eben der Verein der ״Erwachenden Ungarn", dann ist cs geradezu eine unabweist* ■icha Pflicht der Regierung, von ihrem Aulsichtsrecht den idüxfstea Gebrauch zu mäm Gier Arbeiterschaft gegenüber Ein amtliches numerus clausus-Projekt in Lettland Riga, (J.C. B.) Der Unterrichtsminister hat ein Prej; jekt über die Beteiligung jüdischer Studenten an ded lelt-j I ländischen Hochschulen ausgearbeitet, nach dem die Zahl! der jüdischen Universitätslehrer dem Prozentsatz der jüdi sehen Bevölkerung in Lettland entsprechen müsse. Diejenige!, jüdischen Studenten, die über diese Prozentnorm hinaus aa| der Universität studieren, müssen selbst für die gesamtes | Kosten aufkoinmen, die durch ihr Studium dem Staate er* i wachsen. Das würde für einen einzelnen Univcrsitätshörcr einen Betrag von 15 000 lett. Rubel ausmachen; die normtkä Beiträge machen nur!/% dieser Summe aus. In diesem Projekt wird ferner vorgesehen, daß siet sämtliche jüdische Universitätshörer, auch die zum Universitätsstudium bereits zugelasscnen, einem Examen!1 i lettischer Sprache, Geschichte und Geographie unterziehe« müssen. Vom Resultat dieser Prüfung wird ea abhängen, welche jüdische Studenten den einfachen und welche dea dreifachen Lehrbetrag zu zahlen haben. De lettische« Studcntcnorganisationen haben bereits Ihre Zustimmung tu diesem Projekt ausgedrückt, während die jüdischen Studenten dasselbe als einen Akt nationaler Ungerechtigkeit bezeichnen, die mit der lettischen Konstitution kn Widerspruch steht Za den IlirschTcld - Ausschreitungen Wien. (J.C. B.) Unter den Exzedenten, die nach des I antisemitischen Krawallen im Konzcrthaussaal, anläßlich der I geplanten Vorlesung von Magnus Hirschfeld und bei dea I nochmaligen Ucberfällcn auf der Straße verhaftet wurden, i befinden sich 23 Studenten der Philosophie und Medizin,! ferner Techniker, Schriftsteller, Schauspieler. Unter den miß־ ] handelten Frauen befindet sich eine Schweizer Dame, die | mehrere blutende Wum len erhielt. De Drektion des Konzert*! hauscs hat gegen die nationalsozialistische Partei wegen1 des verursachten Schadens Klage cingcreicht, zugleich die An* zeige wegen Hausfriedensbruches erstattet. Die Kowttocr Universität* Subvention New York. (J.C. B) Die Kulturkommission des Joint Distribution Committee hat eine Subvention von 7500 Dollar für die noch vakanten Lehrstühle für jüdische Literatur, jüdische Geschichte und semitische Sprachen an der Kowno« Universität bestimmt. Die Subvention wurde mit den Namen der Professoren Albert Einstein und S. Dubnow ver• bunden. Diese Herren hatten vor einiger Zeit ein besonder« Interesse für die jüdische Fakultät an der Universität Kowno bekundet. Die Summe von 7500 Dollar wurde der Kowno« Universität unter der Bedingung bewilligt, daß Professor Einstein und S. Dubnow die Verwaltung der Oclder inaehaben sollen. Das Joint-Komltee hat außerdem noch die folgendes Summen für Kulturzwecke bewilligt: 3410 Dollar für die jüdischen Schulen in der Tschechoslowakei, 5000 Dollar ah Sondersubvention für die jüdischen Schulen in Polen, 1500 Dollar für die leschibah in Slobodka, 500 Dollar für die Jeschibah ln Teischi, 500 Dollar lite die jüdischen Schule« in Rowno und 250 Dollar für die jüdische Mittelschule in Fiume. Mlsraihl Die Zusammenkünfte der Misnehlgruppen finden bis auf weiteres an jedem Montag statt. Die Tagesordnung für die nächste Zusammenkunft ist im Kalender angezcigt. Da an Abend voraussichtlich nicht über alle Fragen debattiert werden kann, die die demnächst stattfindende Berliner Misrachikonfe• renz berühren, so wird am nächsten Montag vorwiegend die Arbeit der mittel- und osteuropäischen Mwschteruppcn - d. h. der Linder mit niedriger Valuta — für trcz.lsraei besprochen werden, besonders Chaluzimfngen. Am darauffol- ״rinden Montag soll dann über Galutharbelt des Misrachi Hachnnah u. ä.) diskutiert werden. Wir erwarten, daß unsere Mrtghtd« und Freunde pünktlich und zahlreich erscheinen. 5

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