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Jüdische Rundschau · 1923-02-16 · Heft 14 (16.2.1923) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 14 (16.2.1923)
Date
1923-02-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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' M Raiifr in d• »fft, Kr. H IU ED1SCHE RUNDSCHAU Seite 70 in יי ei,!. Raun׳{ r nur!, v־cr1ic!1 f‘־’ c;,!: Jriin-״ Arg* \V ci-, I» ״{!c'n "b!:!; idi-.ci;; sci;1c. ■ferm•■• Rau. erbund?f״ti,n ■R.״ siisciij I Zert alter, los•,«:, auf kt neu :ה fit der!r Oei> nach *Weiß, ►Weiß idumj ג oder cl,!•״;:; »mint, tö;!:bi alten { Irtigen ־ tische! j , I fe &f ן tnulej-1: sigung f f Beder■: id de.' tde Li *11 ji : t den | e aus•; '.ml er.? i )Bünde : V<r• Wen Bride, f s!ז=■ i, hat scharf stark Name •anira, maj, r den auch fiI1Icny d aus tigien i ziodies« ׳ Ver- J.v. t die neben X׳ciß* Wage I tat• B'.iu• \ iheit• Od-t raffe, Bim•; üri'ta :ren" I den I «״id | teren j, innen! nach 1 inde, f;!eich 1 ■ um• 1 Aus* rtef״ jnise 2. 11t׳» nt!, und ufb« feit• Sokolow beim polnischen Aaßenmtnfster Wa rsc hau. (J.C.B) Sokolow hatte eine Zusammen- •unft mit dem polnischen Minister des Aeußern Skrzinski, j!e me|,r als eine Stunde in Anspruch nahm. Es wurden eine Keihe aktueller Fragen besprochen. Während des zu Ehren Sokolows in der großen Svnagogc , der Tloniatzkiegasse abgehaltcnen Oottesdienstes *war die ßvnagof.e überfüllt. Die Anwesenden brachten Sokolow bei jeliiem ׳Erscheinen eine großartige Ovation dar. Nach der Fcstprcdißt Dr. Thons wurden bedeutende Summen für den Keren Hajessod gespendet. Die Sol010w ־ Konferenz ia Warscltaa Warschau. (J.C.B.) Am Sonntag, den 11. Februar, Pnd die große aus Anlaß der Anwesenheit Nahum Sokolows von1 zionistischen Zentralkomitee Polens einberufene Konferenz »tatt. Zu der Konferenz waren erschienen Delegierte der jrößeren jüdischen Gemeinden Polens, die Leiter der zioiiislischcn Organisationen in Polen, sowie eine größere Anzahl Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Der Sejmdeputierte!Grünbaum begrüßte Sokolow im Namen des Zentral- Komitees, woraufhin die Anwesenden dem Gast eine stürmische Ovation bereiteten. In einer zwei Stunden dauernden Rede pb Sokolow einen Ueberblick über die gesamte politische und praktische zionistische Arbeit der letzten Jahre. Nachdem noch eine große Reihe Delegierter und Parlamentarier das Wort ergriffen hatten, nahm die Konferenz eine Resolution an, in welcher Sokolow als dem Präsidenten der allwcltlichcn zionistischen Exekutive die dankbare Ancrkennung für seine dem jüdischen Volk geleisteten Dienste ,!״gedrückt und erklärt wird, die polnische Judenheit ohne Unterschied der Partei sei bereit, mit allen moralischen und materiellen Kräften an dem Aufbau Palästinas durch den Keren Hajessod mitzuarbeiten. In einer weiteren Rejolution begrüßte die Konferenz den auf der Karlsbader zionistischen Jahreskonferenz gefaßten Entschluß, im Jahre ]924 einen sämtliche Parteien und Schichten des jüdischen Volkes umfassenden allwcltlichcn jüdischen Kongreß einzuberufen, der über die Rechte und Pflichten der jewish Agency zu entscheiden haben wird. Akt?onsba!en der der Z.V.f. D. Nr. 4 Bimberg: 17. Januar: Dr. Nußbaum: Die jüdische Zukunft. (Oeffcntliche Vorlesung.) Bayreuth: 28. Januar: Palästinafilm. Berlin: 28. Januar: Nordau-Gedenkfeier. — 15. Februar: Jüdischer Kunst- und Autoren-Abend, ferner 29 Mitglieder- Versammlungen der Bezirksgruppen des B. Z. V., des Zionistischen Jugendvereins, des Hapoel-Hazair, der Gruppe der Zionisten aus dem Osten, des Misrachi und der Zeire• Zion. 19. Januar: Dr. Arnold Zweig: Zerfall und der Judenheit. (Oeffcntl. Versammlung.) 9. Januar: Palästinafilm. 28. Januar: Lazarus Barth: Orthodoxie, Palästina• aufbau und Weltkongreß (Misrachi). Bremen: 14. Januar: Palästinafilm. Bruchsal: Dr. J. Rosenfeld: Oeffentlichcr Vortrag. Cassel: 20. Dez.: Chanukkah-Feicr, Redner Rechtsanwalt Dalberg. — 23. Dez.: Juda Bornstein (Wiesbaden): Die Ostjudenfrage in Deutschland. — 17. Januar: J. Syrkin (Haifa): Palästinaerlebnis und Palästinaforderung. —• 27. Januar: Generalversammlung. -10 ־. Februar: Dr. Weisbecker: Unsere Stellungnahme zur hessischen Judengesetzgebung. Chemnitz: 1. Februar: Dr. Moses (Chemnitz): Der Keren Hajessod und seine bisherige Verwendung. — 4. Februar: Aron Barth: Religion und Zionismus. (Mitgliederversammlung der Zionistischen Ortsgruppe und des Misrachi.) Danzig: 19. Dezember: Makkabäerfcst Erfurt: Frau Siddy Wronski: Land und Volk. •— Dr. Elias Schein: Neues vom rumänischen Judentum. Qießcn: 2. November: Sally Rothschild: Die Jugendfagung in Cassel. — 21. November: Erich Schächter: Die Politik der Zionistischen Organisation. — 9. Dez.: Dr. Leo Strauß: Die geistcsgcschichtliche Bedeutung der Assimilation. Hamburg: 22. Januar: Dr. Obermann: Die Juden und der Islam. (Vortragszyklus.) — 27. Januar: Direktor Auhagen: Die Juden und Palästina. (Vortragszyklus.) — 3. Februar: Frau Dr. Tilly Levy: Sanitäre Aufgaben beim Aufbau Palästinas. (Zionistische Frauenvereinigung) Hti de I b e rg: 19. Dez.: Chanukkah-Feier, Redner Dr. Albert Hirsch. Heilbronn: 20. Dez.: Chanukkah-Feier, Redner Dr. Josua Leibowitz. — 8. Februar: Walter Heinemann: Die Juden und der Völkerbund. Herne: 11. Februar: Palästina-Film. Hindenb 11 rg: 21. Januar: Dr. Arnold Zweig: Zerfall und Aufbau der Judenheit. (Oeffcntliche Versammlung.) Kärlsruhe: 1. Februar: Dr. Leibowitz: Die Organ: sationsprinzipien der Diasporajudcnhcit. — 5. Februar Walter Heinemann; Die Läge in Palästina. Köln: Max Ooldrcich: Heinrich Heine als Nationaljude. — Frl. Locb: Erzichungsproblcme. — Dr. Emil Cohn (Bonn): Vortrag. — Schnelling: Palästina-Weltkongreß. — Dr. Kaufmann: Die geschichtliche Entwicklung des Zionismus, 6 *־־. Februar: Max-Nordau-Feier. , 1•»ndau: 6. Februar: Walter Heinemannt Die Juden und der Völkerbund. (Jugendverein.) landaberg: 21. Januar: Palästinafilm. Leipzig: 25. Januar: Dr. Soloweitschik: Der Weg des Zionismus. (OeTentl. Versammlung.) — 3. Februar: Li.der abend von Leo Qo'danin. — 6. Februar: Oencralveisanrmlung. Beuthe n: Aufbau Bochum: Breslau: Liegnitz: 11. Februar: Paläsflnaftlm. Lübeck: 7. Januar: Palästinafilm. München: 21. Dezember: MakkabSerfclcr. — 8. Januar Gründung des Zionistischen Klubs. — 14. Januar: Dr Krojnnkcr und Dr. Strauß: Wir Juden und der Anti semitismus. (Oeffcntliche Versammlung.) — 21. Januar Palästinafilin. — 3. Februar: Dr. Giinzburg: Die L.\״e des jüdischen Volkes, — 10. Februar: Etlcnne Basch: Keren Hajessod. Nürnberg: 4, Januar: Dr. Katz: Aus ernsten und heiteren jüdischen Werken. — iS. Jnnuar: Dr, Liebstädtcr: Deutschtum und Judentum. — 18. Januar: Dr. L. Mayer: Pressere/erat über Antisemitismus. — 21. Januar: Dr. Max Hirsch: Das Leben in Palästina. — 1. Februar: Ocdenkfcicr für Max Nardau. Heren Ho!; :od-Tccong lör Gral lumumiimiiiiitiiMmiiiiliKiHiiitHtifijiiitiiiimimiiiHitiiitismiinijtiituimiiiimtHmiHHiHHtmiliHMiiiimiHtt Am Sonntag den 25. Februar 1923, vormittag» 9% Uhr, findet im Mcistcraaal (Grüner Sani), Köthener Str. 38, eine Keren Kalessod-Tcsuns für (äroQ-Deritn statt. Tagesordnung! Dr. Hantke: Einleitendes Referat über di• politische Lage der Organisation. R.-A. Felix Rosenblüth! Stand der Kertn Hajessod-Aktion in Deutschland. Frau Dr. Gertrud Zadik-Baumgardt! Praktische K.-H.-ArbeiL Allo in der Keren Hajessod-Arbeit stehenden und an ihr interessierten Gesinnungsgenossen werden gebeten, bestimmt zu erscheinen. Keren Hajessod-Zentrelo fUr Deutschland: Felix Roscnblüth. Keren Halessod-Kommlsslon für Groß-Berlin: Dr. Egon Rosenberg. Pforzheim: 8. Januar: Erich Oelber: Lichtbildervortrag: Palästina in Wort und Bild. (Jugendverein.) -— 2. Februar: Erich Gelber: OegenwarUautgabcn des deutschen Judentums. Stuttgart: Benzion Fett: Gegenwartsaufgaben. — 11.Februar; Palästinafilm. Seit Veröffentlichung des letzten Aktionskalender« In Nr. 7 der ״Jüdischen Rundschau“ vom 23. Januar fehlen Nachrichten über Veranstaltungen aus folgenden Ortsgruppen: Ailcnstcin, Aschaffcnburg, Bielefeld, Bonn, Brandenburg, Braunschwelg, Cöthen, Cottbus, Darmstadt, Dessau, Deutsch- Eylau, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Elberfeld, Emden, Essen, Frankfurt a. M.( Frankfurt a. O., Freiburg, Fulda, Fürth, Oclscnkirchcn, Glciwltz, Glogau, Görlitz, Gotha, Groß-Strchlit/, Göttingen, Hagen, Halberstadt, Halle, Hamborn, Hamm, Hannover, Hersfeld, Insterburg, Kiel, Konstante, Königsberg, Magdeburg, Mainz, Mannheim, Ala rhu rg, Memel, Messingwerk, Münster, Nordhausen, Osnabrück, Plauen, Ratibor, Saarbrücken, Spandau, Schönlanke, Stettin, Tilsit, Trier, Waldenburg, Wiesbaden, Würzburg, Zoppot, Zwickau. Es fehlen Nachrichten über Veranstaltungen «eit dem letzten Dclegicrtcniage aus folgenden Ortsgruppen: Aschaffen• bürg, Bielefeld, Bonn, Brandenburg, Braunschweig, Darmstadt, Deutsch •Eylau, Emden, Freiburg, uelscnkirchcn, älciwitz, Glogau, Görfitz, Gotha. Groß-Sirehlitz, Qötlingcn, Hamborn, Hamm, Insterburg. Marburg, Messingwerk, Münster. Nord- •hausen, Osnabrück, Plauen, Ratibor, Spandau, Schonlanke, Stolp, Trier, Waldenburg, Zoppot, Zwickau. Der nächste Aktionskalender erscheint am 15. März, Re* daklionsschluß am 10. März. Die noch fehlenden Ortsgruppen werden gebeten, Nachrichten über Veranstaltungen sofort cinzuscndcn. Presse ־ Rutidscbau In der ״Vossischen Zeitung" hat Eduard König, einer der bekanntesten Alttestamentler, der wiederholt unerschrocken und energisch gegen die Biutlüge und andere Verleumdungen des jüdischen Schrifttums aufgetreten ist, einen Aufsatz, ״Patriotismus der Propheten“, veröffcntlicht, den wir allen denjenigen zur Lektüre empfehlen, die von dem universalistischen, vom Leben des einzelnen Volkes losgelösten Charakter der Propheten zu erzählen pflegen. Da ja diese Kreise bisher großen Wert auf die wissenschaftliche Arbeit von Professor König gelegt haben, zweifeln wir nicht daran, daß sie auch diesmal aus seinem Aufsatz die Belehrungen ziehen werden, die ohnedies sich für jeden ergeben müssen, der die Propheten einmal ohne assimilatorische Vorurteile gelesen hat * Wenn wir den Artikel ״Auslindergefahr und Os t jud cn gef a 11 r“ hier erwähnen, den Dr. Max Nau mann im ersten Heft des neuen Jahrgangs der Mitteilungen seines Verbandes geschrieben hat, so geschieht es, um der Pflicht des Chronisten zu genügen, nicht well der Artikel cs an und für sich verdient oder Irgendwelche überraschen den Neuerungen bringt. Wir haben uns an den Verband Nationaldcutschcr Juden gewöhnt, und wenn wir bei diesem Artikel uns über etwas wundern, so ist es die Tatsac daß Naumann ein ganz klein wenig den Hobrcchtschen Artikel zu bedauern scheint. Wenigstens macht er selbst ״Milderungsgründe" für ihn geltend. Daß beide sachlich ein Herz und eine Seele sind, nimmt nicht wunder. Ebenso wenig der sonstige Inhalt des Artikels. Neu ist vielleicht die Nuance, daß nach Ansicht Naumanns nichts seit dem Kriegsende der inneren Einheit in Deutschland soviel Eintrag getan hat wie die Ausländerfrage, speziell die 03tjudenfragc, woraus der aufrechte Jude Naumann den Ausschluß der Ostjuden ableitet. Der Artikel ist ferner eine Auseinander׳ Setzung mit Severlngs jüngst dem Auswärtigen Amt gemachten! Vorschlag, die Aulmeiksamkeit des Völkerbundes auf die Ostjudenfrage als Teil des allgemeinen Wanderung?• Problems zu lenken und der damit mehr an historischem Verständnis für die ganze Frage bewiesen hat als die meisten Gegner der Ostjuden. Freilich erledigt Naumann den Scvctingsehen Vorschlag sehr einlach durch den Hinweis auf den zionistischen Regierungsrat, unter dessen Einfluß er stehe. Naumann scheidet zwischen drei Gruppen von Ausländern im heutigen Deutschland: Zwischen solchen aus den hochvalutarischen Lindern, die sich nur zum Besuch hier aufhalten, zwischen den wirklichen Russen, die als ״echte Emigrauten" den Augenblick erwarten, wo sie in ihr Land zurückfahren können und den Ostjuden, die vatcrlandslos hierher gekommen sind, um hier zu bleiben. Diese Unterscheidung in drei Gruppen ist derartig verallgemeinernd, zeigt derartig wenig Verständnis für die wirklichen Verhältnisse, daß es kaum einen Zweck hat, auf sie näher einzugehen. Wenn Herr Naumann die Ostjuden wirklich kennen würde, so wüßte er, daß auch sie sich im allgemeinen schwer genug aus den Ländern loszureißen pflegen, in denen sie bis dahin gelebt haben, auch wenn sich ihnen diese Länder nicht immer als Vaterländer erwiesen haben. Und er weiß auch, daß der große Strom der Auswanderung nicht nach Deutsch-!and geht, daß Deutschland vielfach nur Durchgangsland Ist, und andererseits bei jeder auftauchcndcn Möglichkeit einer Besserung In den ursprünglichen Wohnländern immer wieder Rückwanderungen stattfinden. Aber suf Argumente kommt es ja nicht an, wo viel tieferliegende Regungen zu sprechen scheinen. Man muß nur lesen, welchen Eindruck Ostjuden auf Naumann machen, wie sic auf ihn als Asiaten, als »׳ollkommcn fremde Menschen wirken, ein Vorgang, der ja nur allzu verständlich bei Menschen Ist, deren Vorfahren offenbar im Teutoburger Wald gekämpft haben. Will Naumann sich belügen, wenn er jedes Gemcinschaftsempfinden mit Juden anderer Länder leugnet? Daß er andere belügen kann, braucht er nicht anzunchmen, weder ein Deutscher, noch ein Jude wird es ihm glauben. ן f Der ״Jewish O u a r d 1 a n“ bringt einen ausführliehen Bericht über einen Vortrag von Dr. Eder, worin dieser sich mit Jabotinsky auseinandersetzt und den Standpunkt vertritt, daß wir auf der Grundlage des Weißbuches durchaus die Möglichkeit hätten, in Palästina zu arbeiten. Jabotinsky vertritt ln einer ausführlichen Zuschrift an die Redaktion des ״Jewish Chronicle" von neuen» seinen Standpunkt, der die wirtschaftliche Krise als ein« Folge der politischen Situation hinstellt. I Keren FJajessod Festgenagelt! Wir nehmen im allgemeinen keinen Anlaß, uns mit den Ocgnern des Keren Hajessod hier zu beschäftigen. Die von ihnen vorgebrachten Gegengründe und Argumente sind seit dem Bestehen des Keren Hajessod etwa die gleichen geblieben. Soweit sie Anspruch auf ernsthafte Beachtung haben, wurden sic längst widerlegt, und über die — anderen kann man mit einem nachsichtigen Lächeln hinweggehen. Je mehr aber der Keren Hajessod in Deutschland an Boden gewinnt und zur stärksten jüdischen Bewegung wird, desto seltsamer werden oft die Methoden einiger seiner Oegner. Diese Methoden lohnt es zu betrachten. In Bielefeld beriefen die Gegner des Keren Hajessod eine Versammlung ein, in der Dr. Coblenz, Prediger der Reformgemeindc Berlin, früherer Rabbiner von Bielefeld, seinen bekannten Standpunkt darlegtc. Aut seine meist sachliehen Ausführungen erwiderte ebenso sachlich H. Bacher, Hannover, Mitarbeiter des Keren Hajessod. In ein ganz anderes Horn aber blies der als Oast anwesende Herr Prediger Ooldmann, Herford. Ohne ersichtlichen Grund nahm er die Acußerung Herrn Bachers, daß führende Mitglieder deutsch-jüdischer Körperschaften, u. a. auch des Central-Vercins, auf dem Boden des Keren Hajessod stehen, zum Anlaß, uns Unehrlichkeit vorzuwerfen. Selbstgefällig behauptete er: es sei unser Unglück, daß er zufällig besser informiert sei, und er verbürge sich für die Wahrheit jedes seiner Worte. Nach dieser von keinerlei Bescheidenheit angekränkelten Einleitung enthüllte er sodann seine Informationen und ״Wahrheiten“. So behauptete er, Rabbiner Dr. Felix Ooldmann, Leipzig, hätte erklärt, seine Unterschrift unter den Aufruf des Keren Hajessod nur gegeben zu haben, weil er als Rabbiner einer zu «/5 aus Ostjuden bestehenden Gemeinde nicht anders gekonnt haba. Diese Unterschrift sei quasi unter dem Druck der Ostjuden erfolgt. Da uns Herr Rabbiner Dr. Goldmann als aufrechter und aufrichtiger Vorkämpfer unserer Idee bekannt ist, fragten wir sofort an, und erhielten umgehend folgende Antwort: ״Was Golclmann sagt, ist einfach unwahr und im höchsten Grade für mich beleidigend. Ich habe die Oewohnheit, In Gewissensfragen keine Rücksichten zu nehmen, weder auf den Vorstand noch auf die Gemeinde. Den Keren Hajessod-Aufruf unterschrieb ich, weil ich den Aufbau Palästinas für eine religiöse Pflicht halte und weil ich der Ueberzcugung bin, daß die gesamte Judenheit — unabhängig von jeder parteimäßigen Einstellung die Pflicht hat, sich an dem Werke zu beteiligen. Ich unterschrieb den Aufruf, weil mir der Aufbau Palästinas Herzenssache und Forderung meines jüdischen Gewissens ist." Wie gesagt: wir nehmen mir ungern Veranlassung, uns mit den Gegnern zu beschäftigen, obgleich wir mit Material dieser Art überreich versehen sind. Hier aber handclte cs sich um Reinhaltung der Ehre eines grundlos verdächtigten Mitarbeiters des Keren Hajessod und um Fest* nagelung dieser verächtlichen Kampfesmethode. 3ל / \ f ' e Ü i 7!

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